<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Anthemius</id>
	<title>Anthemius - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Anthemius"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anthemius&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-01T07:20:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anthemius&amp;diff=87648&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert, Kleinkram</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anthemius&amp;diff=87648&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-27T06:41:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den weströmischen Kaiser Anthemius; weitere Namensträger siehe unter [[Anthemius (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Solidus Anthemius.jpg|mini|300px|[[Solidus]] des Anthemius. Die Rückseite zeigt den Kaiser mit seinem oströmischen Amtskollegen Leo sowie die Umschrift SALVS REI PVBLICAE (&amp;#039;&amp;#039;Das Wohl des Staates&amp;#039;&amp;#039;).]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Flavius Procopius Anthemius&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|Προκόπιος Ανθέμιος}}; * um 420 in [[Konstantinopel]]; † [[11. Juli]] [[472]] in [[Rom]]) war [[Weströmisches Reich|weströmischer Kaiser]] von 467 bis 472. Er war der Sohn des [[Magister militum|Heermeisters]] [[Prokopios (Heermeister)|Procopius]] und Schwiegersohn des [[Byzantinisches Reich|oströmischen]] Kaisers [[Markian]] (450–457).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum Kaiser ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthemius war mütterlicherseits der Enkel des [[Anthemius (Prätorianerpräfekt)|gleichnamigen Prätorianerpräfekten]], der um 410 faktisch die Regierungsgeschäfte für den jungen oströmischen Kaiser [[Theodosius II.]] geführt hatte. Sein Vater [[Prokopios (Heermeister)|Procopius]] war unter demselben Kaiser 424 Heermeister des Ostens (&amp;#039;&amp;#039;[[magister militum]] per Orientem&amp;#039;&amp;#039;) gewesen, gehörte also zu den höchsten Generälen des Reiches.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu ihm vgl. {{RE|XXIII,1|257|258|Prokopios 8|[[Wilhelm Enßlin]]||[https://elexikon.ch/RE/XXIII,1_257.png Digitalisat]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Über diesen stammte er angeblich auch von [[Procopius (Gegenkaiser)|Procopius]] ab, der seinerseits ein entfernter Verwandter der [[Konstantinische Dynastie|konstantinischen Dynastie]] gewesen war. Anthemius stammte mithin aus einer Familie der Hocharistokratie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wohl irgendwann nach seiner Regierungsübernahme im Jahr 450 gab ihm Kaiser [[Markian]] seine Tochter [[Aelia Marcia Euphemia|Euphemia]] zur Frau und übertrug ihm als &amp;#039;&amp;#039;[[comes]]&amp;#039;&amp;#039; das Kommando in einem Feldzug gegen die [[Goten]] und [[Hunnen]] an der [[Donau]]. Nach seiner Rückkehr ernannte er dann seinen Schwiegersohn zum [[Konsulat (Römisches Reich)|Konsul]] für das Jahr 455 sowie zum &amp;#039;&amp;#039;[[patricius]]&amp;#039;&amp;#039; und zum &amp;#039;&amp;#039;magister militum praesentalis&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sidonius Apollinaris]], &amp;#039;&amp;#039;carmen&amp;#039;&amp;#039; 2 197–209. Chronologie nach {{RE|Suppl. XII|553|790|Magister militum|[[Alexander Demandt]]|RE:Magister 5a|Fundstelle=hier Sp. 776 f.|[https://elexikon.ch/RE/SXII_777?Big Digitalisat]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Schwiegersohn Markians und amtierender &amp;#039;&amp;#039;magister militum praesentalis&amp;#039;&amp;#039; hatte er nach dessen Tod 457 eigentlich beste Aussichten auf die oströmische Kaiserwürde, doch setzte sich mit Hilfe des zweiten Heermeisters [[Aspar]] stattdessen [[Leo I. (Byzanz)|Leo]] als neuer Herrscher durch. Dennoch blieb Anthemius weiterhin eine wichtige und prominente Figur in der Hauptstadt [[Konstantinopel]]. 466 war er Kommandant der Flotte am [[Dardanellen|Hellespont]]; wohl 466/467 kämpfte er gegen den Hunnenführer [[Hormidac]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{RE|Suppl. XII|553|790|Magister militum|Alexander Demandt|RE:Magister 5a|Fundstelle=hier Sp. 777|[https://elexikon.ch/RE/SXII_777?Big Digitalisat]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Heermeister [[Ricimer]], der zu dieser Zeit mächtigste Militär in Italien und faktische Regent des [[Weströmisches Reich|Westreichs]], bat 466 Leo I. um die Ernennung eines eigenen Kaisers für den Westen. Leo, der 465 formal selbst die Regierung auch im Weströmischen Reich übernommen hatte, da das westliche Kaisertum seit diesem Jahr vakant war, veranlasste, dass Anthemius Anfang 467 nach Italien geschickt und dort zum Westkaiser erhoben wurde. Ricimer erhoffte sich von [[Byzantinisches Reich# Die Spätantike: Das Oströmische Reich|Ostrom]] dafür militärische Unterstützung; Leo konnte sich seinerseits auf diese Weise elegant eines mächtigen Rivalen entledigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa [[Henning Börm]]: &amp;#039;&amp;#039;Herrscher und Eliten in der Spätantike.&amp;#039;&amp;#039; In: Henning Börm, [[Josef Wiesehöfer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Commutatio et contentio. Studies in the Late Roman, Sasanian, and early Islamic Near East. In Memory of Zeev Rubin&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Reihe Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Wellem, Düsseldorf 2010, ISBN 978-3-941820-03-6, S. 159–198 ([https://www.academia.edu:443/1012248/Herrscher_und_Eliten_in_der_Spatantike_in_H._Borm_-_J._Wiesehofer_eds._Commutatio_et_contentio._Studies_in_the_Late_Roman_Sasanian_and_Early_Islamic_Near_East_Dusseldorf_Wellem_2010_pp._159ff Digitalisat]), hier S. 165 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anthemius wurde in der ersten Januarhälfte 467 noch in Konstantinopel von Leo zum &amp;#039;&amp;#039;[[Caesar (Titel)|Caesar]]&amp;#039;&amp;#039; erhoben und erreichte Italien im Frühjahr 467; begleitet wurde er von einem starken Heer, das Leo finanziert hatte. Am 12. April 467 wurde er vor Rom zum &amp;#039;&amp;#039;[[Augustus (Titel)|Augustus]]&amp;#039;&amp;#039; ausgerufen. Er knüpfte Heiratsverbindungen mit seinem oströmischen Kollegen und bemühte sich insgesamt darum, die Idee einer staatsrechtlichen Einheit beider Hälften des &amp;#039;&amp;#039;Imperium Romanum&amp;#039;&amp;#039; zu propagieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der neue Westkaiser versuchte sogleich, die beiden erstrangigen militärischen Herausforderungen zu lösen, die den Rest des Römischen Reichs im Westen betrafen und zusehend destabilisierten. Dies waren zum einen die unruhigen [[Westgotenreich|westgotischen]] &amp;#039;&amp;#039;[[Foederaten|foederati]]&amp;#039;&amp;#039; unter [[Eurich]] (II.), die sich insbesondere in [[Aquitanien]] niedergelassen hatten. Und zum anderen (und vor allem) stellten die [[Vandalen]] in &amp;#039;&amp;#039;[[Africa]]&amp;#039;&amp;#039; eine tödliche Bedrohung für Westrom dar: Ihr &amp;#039;&amp;#039;[[Rex (Titel)|rex]]&amp;#039;&amp;#039; [[Geiserich]] residierte seit 439 in [[Karthago]] und befand sich seit 455 im Krieg mit der von seinem Rivalen Ricimer kontrollierten weströmischen Regierung in [[Ravenna]]; er schnitt Italien immer wieder vom lebenswichtigen nordafrikanischen Getreide ab und störte mit seiner Flotte den Frieden. Gelänge es Anthemius nicht, diese Bedrohung auszuschalten, so wäre seine Herrschaft zum Scheitern verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Herrscher nannte sich der neue Kaiser &amp;#039;&amp;#039;Imperator Caesar Flavius Procopius Anthemius Augustus&amp;#039;&amp;#039;. Seine Regierung begann zunächst hoffnungsvoll. Er besaß die Rückendeckung Leos I. und zunächst auch die Ricimers, der Anthemius’ Tochter Alypia heiratete und ein Todfeind des Vandalenherrschers [[Geiserich]] war. Ein wichtiger Kommandeur in [[Illyrien]], der Heermeister [[Marcellinus (Heermeister)|Marcellinus]], gab seine bisherige Opposition gegen die Regierung in Italien auf und leistete den Treueeid auf den neuen Kaiser. Leo erkannte Anthemius unterdessen offiziell als &amp;#039;&amp;#039;iunior Augustus&amp;#039;&amp;#039; an und gab Befehl, das Bildnis seines Kollegen überall in der östlichen Reichshälfte gemeinsam mit seinem eigenen aufzustellen, um die Samtherrschaft der beiden Herrscher über das ungeteilte &amp;#039;&amp;#039;Imperium Romanum&amp;#039;&amp;#039; zu dokumentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der große [[Vandalenfeldzug von 468|Vandalenfeldzug]], den beide Kaiser gemeinsam und mit gewaltigem Aufwand (65.000 Pfund Gold und 700.000 Pfund Silber brachte alleine Ostrom auf, um [[Byzantinische Marine|Flotte]] und [[Byzantinisches Heerwesen|Armee]] auszurüsten) durchführten, kam zunächst gut voran; das römische Heer soll insgesamt 100.000 Mann gezählt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Prokopios von Caesarea|Prokopios]], &amp;#039;&amp;#039;Bella&amp;#039;&amp;#039; 3,6,1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings wurde es nach anfangs deutlichen Fortschritten – so gelang zum Beispiel die Zerstörung einer vandalischen Flotte – versäumt, auf diesen Erfolgen aufzubauen. Der Feldherr [[Basiliskos|Basiliscus]] ermöglichte es Geiserich, die ankernde [[Römische Marine|römische Flotte]] durch Brandschiffe zu vernichten (468), so dass man gezwungen war, sich nach Sizilien zurückzuziehen, wo Marcellinus, der dort gegen die Vandalen kämpfte, kurz darauf ermordet wurde. Ein oströmisches Landheer, das von Ägypten aus Richtung Karthago marschiert war, brach angesichts dieser Katastrophen den Feldzug ab und kehrte um. Ob Basiliscus nur Pech hatte oder ob er unfähig oder gar korrupt war, wie spätere Quellen behaupten, lässt sich kaum klären (da er 475 als Usurpator auftrat, mag sein Bild im Rückblick verzerrt worden sein). Das Scheitern des Feldzugs wurde jedenfalls auch Anthemius angelastet, obwohl dieser an den Operationen nicht direkt beteiligt gewesen war. Nach Ansicht von Forschern wie [[Peter J. Heather]], [[Mischa Meier]] oder [[Henning Börm]] besiegelte das Scheitern des Feldzugs den [[Untergang des Römischen Reiches|Untergang Westroms]], das im Falle einer Rückgewinnung Nordafrikas wohl noch eine realistische Überlebenschance besessen hätte; so aber konnte Geiserich weiter von seiner Machtbasis aus Italien destabilisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stellung des Kaisers war nach dieser Niederlage erschüttert, und viele wandten sich offenbar enttäuscht von Anthemius ab. Vereinzelt wurde er nun als „griechischer Kaiser“ (&amp;#039;&amp;#039;Graecus imperator&amp;#039;&amp;#039;) verunglimpft und ihm damit das Römertum abgesprochen, doch wurde diese Sichtweise von der weströmischen Oberschicht nicht allgemein geteilt. Problematischer war der Umstand, dass der Kaiser gegenüber Heiden und „Häretikern“ ungewöhnliche Toleranz zeigte, so dass der aus Rom stammende [[Messius Phoebus Severus]], ein (angeblicher?) Heide, 470 Konsul und anschließend [[Praefectus urbi|Stadtpräfekt]] wurde. Vergleichbares war in Rom seit sechs Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen. Durch diese Politik geriet Anthemius in einen immer stärkeren Gegensatz zur römischen Kirche und deren mächtigen Bischöfen [[Hilarius (Papst)|Hilarius]] (461–468) und [[Simplicius]] (468–483). Dieser Konflikt wurde vielleicht dadurch verschärft, dass der Kaiser ungewöhnlicherweise in Rom residierte und damit den Freiraum, den die dortigen Bischöfe beanspruchten, einschränkte. Ein Grund für das Verhalten des Herrschers mag in seiner oströmischen Herkunft zu sehen sein – der Patriarch von Konstantinopel wurde von den Kaisern traditionell weitaus stärker kontrolliert als die selbstbewussten Bischöfe von Rom; der Anspruch des &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039;, über der Kirche zu stehen, wurde in Ostrom kaum in Frage gestellt und musste fast zwangsläufig zu Konflikten mit dem stadtrömischen Klerus führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Kaiser plagten nach 468 leere Kassen, und da der Sold ausblieb, begann sich seine Armee langsam aufzulösen. Anthemius gab aber zunächst nicht auf und bemühte sich nun um militärische Erfolge gegen die [[Westgotenreich|Westgoten]], die große Teile Südgalliens kontrollierten. Dabei erhielt er angeblich Unterstützung durch (den) [[Riothamus]], der zwar in [[Britannien]] (oder eher in &amp;#039;&amp;#039;Aremorica&amp;#039;&amp;#039;), und damit recht weit entfernt vom Kreis der möglichen Parteigänger, herrschte, ihn aber mit seiner Armee verstärkte, um den Westgotenkönig [[Eurich]] anzugreifen. Eurich war jedoch in der Lage, sowohl das Heer des Riothamus als auch die römischen Truppen, die von [[Anthemiolus]], einem Sohn des Kaisers, kommandiert wurden, zu schlagen (470/71), nur um danach auch noch mehrere [[Gallien|gallische]] Städte zu besetzen, die bislang noch in römischer Hand gewesen waren. Zudem pflegte Eurich beste Kontakte zu Ricimer, der am Scheitern des kaiserlichen Feldzugs vielleicht nicht unschuldig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krankheit und Tod ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach all diesen Misserfolgen wurde Anthemius 470 offenbar ernsthaft krank. Angeblich im Glauben, dass er Zauberei ausgesetzt sei, übte er Rache an verschiedenen prominenten Männern, allen voran dem hochrangigen Beamten (&amp;#039;&amp;#039;[[magister officiorum]]&amp;#039;&amp;#039;) [[Romanus (Usurpator)|Romanus]], dem er möglicherweise mit Recht vorwarf, nach dem Kaisertum zu trachten: Wahrscheinlich hatte Anthemius ein vermeintliches oder tatsächliches Komplott aufgedeckt. Mit 6.000 Elitesoldaten, die für den Vandalenkrieg gerüstet waren, zog Ricimer daraufhin von seiner Basis Mailand aus gegen den Kaiser, doch konnte zunächst noch eine vorläufige Versöhnung ausgehandelt werden. Hinter all diesen Ereignissen stand vermutlich der Konflikt zwischen dem mächtigen Kaisermacher Ricimer und dem &amp;#039;&amp;#039;Augustus&amp;#039;&amp;#039;, der sich dem Einfluss des Heermeisters zu entziehen suchte und wohl deshalb nicht in Mailand oder Ravenna, sondern wie gesagt in [[Rom]] residierte. Der Ostkaiser Leo, der 471 seinen mächtigen Heermeister [[Aspar]] hatte ermorden lassen, soll Anthemius geraten haben, mit Ricimer genauso zu verfahren ([[Johannes Malalas]] 14,45). Der Streit eskalierte Anfang 472 erneut, woraufhin Ricimer dem Anthemius endgültig die Gefolgschaft aufkündigte und den Gegenkaiser [[Olybrius]] ausrief. Anthemius wurde offenbar anfangs von vielen Senatoren und Italikern, Ricimer von den zumeist „barbarischen“ Truppen und der um ihre Macht fürchtenden [[Römische Reichskirche|Reichskirche]] unterstützt. Es kam zu einem kurzen, aber heftigen Bürgerkrieg. Im Laufe der Zeit scheinen viele Senatoren die Seiten gewechselt zu haben, als sich das Kriegsglück gegen Anthemius wandte. Auch Leo entzog Anthemius nun offenbar seine Unterstützung und ließ sich von Ricimer zur Anerkennung von Olybrius bewegen. Der Konflikt endete fünf Monate später mit Ricimers Eroberung und Plünderung Roms sowie der Gefangennahme und anschließenden Hinrichtung des Anthemius, der noch versucht haben soll, als Bettler verkleidet zu entkommen, im Juli 472. Bemerkenswerterweise ließ ihm Ricimer ein Staatsbegräbnis zukommen. Sein Sohn [[Markian der Jüngere|Marcianus]], Konsul des Jahres 469, erhob sich 479 erfolglos gegen [[Zenon (Kaiser)|Zenon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesetzgebung der anfänglichen Herrscher der thrakischen Dynastie war nach dem &amp;#039;&amp;#039;[[Codex Theodosianus]]&amp;#039;&amp;#039; (439) noch mit einer gewissen Sammelleidenschaft in Ost und West verbunden. Mit dem Tod Anthemius’ brach die traditionsreiche weströmische Gesetzgebung allerdings endgültig ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Gottfried Härtel, Frank-Michael Kaufmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Codex Justinianus.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Leipzig 1991, ISBN 3-379-00530-4, S. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Henning Börm]]: &amp;#039;&amp;#039;Westrom. Von Honorius bis Justinian&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Urban-Taschenbücher.&amp;#039;&amp;#039; Band 735). Kohlhammer, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-17-023276-1, S. 107–111.&lt;br /&gt;
* Henning Börm: [https://www.academia.edu/105214227/Entt%C3%A4uschte_Eliten_Das_Scheitern_des_Kaisers_Anthemius_als_historische_Z%C3%A4sur_in_J_M_K%C3%B6tter_M_Osmers_D_X_Rohde_J_Timmer_eds_Zum_Umgang_mit_Entt%C3%A4uschungen_in_der_Antike_Stuttgart_Franz_Steiner_Verlag_2024_pp_245ff &amp;#039;&amp;#039;Enttäuschte Eliten. Das Scheitern des Kaisers Anthemius als historische Zäsur&amp;#039;&amp;#039;]. In: Jan-Markus Kötter, Maria Osmers, [[Dorothea Rohde]], [[Jan Martin Timmer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zum Umgang mit Enttäuschungen in der Antike&amp;#039;&amp;#039;. Steiner, Stuttgart 2024, S. 245–265.&lt;br /&gt;
* [[Gottfried Härtel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die zeitgeschichtliche Relevanz der Novellen des Kaisers Anthemius.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Klio (Zeitschrift)|Klio]].&amp;#039;&amp;#039; Band 64, 1982, S. 151–159 ([[doi:10.1524/klio.1982.64.12.151]]).&lt;br /&gt;
* [[Peter J. Heather|Peter Heather]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Untergang des Römischen Weltreichs.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-608-94082-4, S. 459–467.&lt;br /&gt;
* Dirk Henning: &amp;#039;&amp;#039;Periclitans res Publica. Kaisertum und Eliten in der Krise des Weströmischen Reiches 454/5–493 n. Chr.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Historia (Zeitschrift)|Historia]]. Einzelschriften.&amp;#039;&amp;#039; Band 133). Steiner, Stuttgart 1999, ISBN 3-515-07485-6 (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 1997/1998).&lt;br /&gt;
* Dirk Henning: &amp;#039;&amp;#039;Der erste „griechische Kaiser“. Überlegungen zum Scheitern des Procopius Anthemius im Weströmischen Reich.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hans-Ulrich Wiemer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Staatlichkeit und politisches Handeln in der römischen Kaiserzeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Millennium-Studien.&amp;#039;&amp;#039; Band 10). de Gruyter, Berlin u. a. 2006, S. 175–186.&lt;br /&gt;
* Ralph W. Mathisen: &amp;#039;&amp;#039;Leo, Anthemius, Zeno and extraordinary senatorial status in the late fifth century.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Byzantinische Forschungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 17, 1991, {{ISSN|0525-3306}}, S. 191–222.&lt;br /&gt;
* John M. O’Flynn: &amp;#039;&amp;#039;A Greek on the Roman throne: the fate of Anthemius.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Historia.&amp;#039;&amp;#039; Band 40, Nr. 1, 1991, S. 122–128, {{JSTOR|4436183}}.&lt;br /&gt;
* Fabrizio Oppedisano (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Procopio Antemio. Imperatore di Roma&amp;#039;&amp;#039;. Edipuglia, Parma 2020, ISBN 978-88-7228-924-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Anthemius}}&lt;br /&gt;
* Ralph W. Mathisen: [https://web.archive.org/web/20220407225810/http://www.roman-emperors.org/anthemiu.htm  Kurzbiografie (englisch)] bei &amp;#039;&amp;#039;[[De Imperatoribus Romanis]]&amp;#039;&amp;#039; (mit Literaturangaben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste|VORGÄNGER=[[Libius Severus]]|NACHFOLGER=[[Olybrius]]|AMT=[[Weströmisches Reich#Liste der weströmischen Kaiser|Weströmischer Kaiser]]|ZEIT=467–472}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=102379726|LCCN=nb/2010/16567|VIAF=39766341}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Anthemius}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaiser (Rom)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oströmischer Heermeister]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theodosianische Dynastie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Thrakische Dynastie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (5. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (5. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 5. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 472]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Anthemius&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Procopius Anthemius&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=weströmischer Kaiser&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 420&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Konstantinopel]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=472&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Rom]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
	</entry>
</feed>