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	<title>Ansbach-Triesdorfer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ansbach-Triesdorfer&amp;diff=1480176&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-06-27T06:17:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Rinderrasse&lt;br /&gt;
| Rasse = Ansbach-Triesdorfer&amp;lt;br /&amp;gt;Triesdorfer Tiger&lt;br /&gt;
| Bild = Triesdorfer Tiger 001.jpg&lt;br /&gt;
| Bild_Beschreibung = Ansbach-Triesdorfer, Kuh mit Kalb im [[Freilandmuseum]] [[Bad Windsheim]]&lt;br /&gt;
| Schlüssel = &lt;br /&gt;
| Verbreitung = &lt;br /&gt;
| Herkunft = [[Deutschland]]&lt;br /&gt;
| Zuchtverband = &lt;br /&gt;
| Population = Gefährdet&lt;br /&gt;
| Farbe = Rot-weiß kleingescheckt&lt;br /&gt;
| Nutzung = [[Dreinutzungsrasse]]&lt;br /&gt;
| Milchleistung = 7000 kg&lt;br /&gt;
| Milchprotein = 3,5 %&lt;br /&gt;
| Milchfett = 4 %&lt;br /&gt;
| Zunahmen = 1200 g&lt;br /&gt;
| Kreuzbeinhöhe_m = 150–160&lt;br /&gt;
| Kreuzbeinhöhe_w = 145–150&lt;br /&gt;
| Gewicht_m = 1100 kg&lt;br /&gt;
| Gewicht_w = 700 kg&lt;br /&gt;
| Behornung = Behornt&lt;br /&gt;
| Maul = Dunkles Flotzmaul&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Selten geworden - Kuh mit Hörnern 2011.JPG|mini|Ansbach-Triesdorfer Rind]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ansbach-Triesdorfer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Rind, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Triesdorfer Tiger&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist ein altfränkisches [[Hausrind]]. Es handelt sich um mittelgroße, rot-weiß kleingescheckte Tiere. Der Körperbau ist kräftig, die [[Horn|Hörner]] sind in der Regel weit nach außen und hinten gestellt. Männliche Tiere wiegen rund 1100 Kilogramm, Kühe rund 700 Kilogramm. Seinen Namen hat das Rind nach dem Standort der [[Markgraf|markgräflichen]] Ökonomie (Gutshof) in [[Triesdorf]]. Der Triesdorfer Tiger war das erste Rind, bei dem durch ein langjähriges Zuchtprogramm versucht wurde, gewünschte Eigenschaften gezielt zu erreichen. Die Ansbach-Triesdorfer waren in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine populäre [[Dreinutzungsrasse]] in Süddeutschland, stehen aber inzwischen auf der Roten Liste gefährdeter Haustierrassen. Die Erfahrungen bei der Zucht des Triesdorfer Tigers flossen wesentlich in die [[Fleckvieh]]zucht mit ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Das Ansbach-Triesdorfer Rind oder auch der Triesdorfer Tiger&amp;quot;&amp;gt;Horst von Zerboni: &amp;#039;&amp;#039;Das Ansbach-Triesdorfer Rind oder auch der Triesdorfer Tiger.&amp;#039;&amp;#039; 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Rasse ==&lt;br /&gt;
Die Geschichte des Ansbach-Triesdorfer Rindes ist eng verwoben mit der Geschichte des Hauses [[Brandenburg-Ansbach]], welches in [[Triesdorf]] eine [[Sommerresidenz]] unterhielt. Später war der staatliche [[Gutshof]], der aus der Sommerresidenz entstand, maßgeblich an der Zucht und Entwicklung des Triesdorfer Tigers beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Versuche mit holländisch-friesischen Rindern ===&lt;br /&gt;
Die [[Fürstentum Ansbach|Ansbacher Markgrafen]] waren dem [[Niederlande|niederländischen]] Königshaus [[Oranien]] freundschaftlich verbunden. Die dortigen schwarzbunten holländisch-friesischen Rinder beeindruckten Markgraf [[Karl Wilhelm Friedrich (Brandenburg-Ansbach)|Carl Wilhelm Friedrich]] wegen ihrer Größe und [[Milchleistung]] so stark, dass er 1740 insgesamt 21 [[Hausrind#Kuh|Kühe]] und [[Hausrind#Bulle|Bullen]] aus Holland zur reinrassigen Weiterzucht auf seinem Gutsbetrieb nach Triesdorf treiben ließ. Die Tiere waren auch zur [[Kreuzung (Genetik)|Einkreuzung]] in die umliegenden bäuerlichen Bestände gedacht. In den nächsten Jahren wurden weitere Kühe und ein Zuchtbulle gekauft und an Bauern verteilt, um die Rasse in [[Franken (Region)|Franken]] zu verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zu diesem Zeitpunkt hielten die ansbachischen Bauern Rinder der alten [[Angler Rind alter Zuchtrichtung|Angler Rinderrasse]], kleine robuste Rinder, die auch als [[Zugtier]]e dienten. Das vom Markgrafen favorisierte schwarzbunte holländisch-friesische Rind war aber genau der Gegentyp des Rotviehs; es war an das raue [[Klima]] und die schlechte Futtergrundlage in [[Mittelfranken]] nicht angepasst. Die feingliedrigen holländischen Kühe eigneten sich nur bedingt für Zugarbeiten, zum Teil hatten die Tiere Fehlstellungen der [[Gliedmaßen]] und waren dann gar nicht als Zugtier geeignet. Auch der fehlende Fettansatz machte die Tiere unbeliebt: tierisches Fett wurde zur [[Talg]]gewinnung benötigt. Die höhere Milchleistung der holländischen Kühe hingegen war bei den fränkischen Bauern gar nicht erwünscht, da Vermarktungsmöglichkeiten durch fehlende Kühltechnik und schnelle Transportmöglichkeit für die Milch fehlte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine [[Zucht#Reinzucht|Reinzucht]] hätten ständig weitere Tiere nachgekauft werden müssen, um [[Inzucht]] zu vermeiden. Da das Vieh in damaliger Zeit zu Fuß getrieben werden musste und zahlreiche [[Zollgrenze]]n Deutschland durchzogen, stellte der Import aus Holland große Anforderungen an den Landesvater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einkreuzung von Berner Schecken ===&lt;br /&gt;
Trotz dieses Misserfolgs hielten die Markgrafen an ihrem Ziel fest, die Rinderzucht in ihrem Herrschaftsbereich zu verbessern. In den folgenden 150 Jahren entwickelten sie das erste Zuchtprogramm für Rinder mit klar definierten [[Zuchtziel]]en auf deutschem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sohn Carl Wilhelm Friedrichs, [[Karl Alexander (Brandenburg-Ansbach-Bayreuth)|Carl Alexander]], ließ 1757 durch seinen Stallmeister Baron [[Mardefeld (Adelsgeschlecht)|von Mardefeld]] schwarzbunte Höhenrinder (Berner Schecken) aus der Westschweiz ankaufen und nach Triesdorf treiben. Diese schweren Tiere waren für Arbeit und [[Tiermast|Mast]] besser geeignet als die holländische Rasse. Sie wurden als grobknochig, gut bemuskelt und mit mäßigem Euteransatz beschrieben. Die Kühe wogen rund 850&amp;amp;nbsp;kg. Die Einkreuzung der Schweizer Rasse in die Rotviehbestände war so erfolgreich, dass 1780 weitere 24 Kühe und ein Bulle aus den Schweizer Kantonen [[Kanton Bern|Bern]] und [[Kanton Freiburg|Freiburg]] nach Triesdorf gebracht wurden. Durch den mehrmaligen Zukauf von Schweizer Vieh wandelte Markgraf Alexander die unter seinem Vater „Holländerey“ genannte Viehhaltung in eine „Schweizerey“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Deutsches Wörterbuch &amp;#039;Schweizerei&amp;#039;&amp;quot;&amp;gt;Vgl. auch: Eintrag &amp;#039;&amp;#039;[http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&amp;amp;lemid=GS21778 Schweizerei]&amp;#039;&amp;#039; in: [[Jacob Grimm|Jacob]] und [[Wilhelm Grimm]]: [[Deutsches Wörterbuch]]. Leipzig 1854–1961.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von Triesdorf ausgehend bezeichnet man seitdem Personal in der Rinderhaltung als [[Schweizer (Beruf)#Schweizerei|Schweizer]], eine Bezeichnung, die sich vor allem in der süddeutschen Mundart bis heute erhalten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts waren die Triesdorfer Kreuzungsrinder auf allen Viehmärkten zu sehen. Sie wurden nicht nur in [[Nürnberg]] und [[Mannheim]] aufgetrieben, sondern auch in [[Straßburg]] und [[Paris]], da ihr Fleisch als feinfaserig und zart galt. Seine beiden schönsten Kreuzungsrinder ließ der markgräfliche Stallmeister Baron von Mardefeld um 1770 in Öl malen. Die Gemälde hängen heute noch im [[Rotes Schloss Triesdorf|Roten Schloss]], der Triesdorfer Tierhaltungsschule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Triesdorf unter preußischer Verwaltung ===&lt;br /&gt;
Nachdem Triesdorf 1792 unter [[Preußen|preußische]] Herrschaft gekommen war, wurde die Milchviehhaltung verpachtet. Durch mehrmals auftretende „Viehseuchen“ ([[Enzootische Leukose der Rinder]]), letztmals 1800, ging der gesamte Rinderbestand der Triesdorfer Domäne verloren. Nach einem Beschluss der preußischen Kriegs- und Domänenkammer wurde von Mardefeld sofort zum Ankauf von 17 Berner Schecken-Kühen und einem Bullen in die Schweiz geschickt. Mehrmalige Ausbrüche der [[Maul- und Klauenseuche]], der [[Lungenseuche der Rinder]] und [[Vergiftung]]en durch die [[Herbstzeitlose]] stellten eine ständige Gefährdung der Zuchtarbeit dar. Wenn aus der Umgebung eine [[Rinderkrankheit]] bekannt wurde, wurden die vier Triesdorfer Tore geschlossen, und da Triesdorf von der [[Rote Mauer (Triesdorf)|Roten Mauer]], komplett umschlossen wurde, konnte eine für damalige Verhältnisse sehr gute Seuchenhygiene erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zucht unter bayerischer Verwaltung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kuhstall LLA Triesdorf.jpg|mini|Ehemaliger Kuhstall der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf, dem Nachfolgebetrieb der markgräflichen Ökonomie und ehemaliges Zentrum der Zuchtarbeit.]]&lt;br /&gt;
1806 wurde Triesdorf [[Königreich Bayern|bayerisch]] und man griff man zunächst einmal wieder auf das Schweizer Niederungsvieh zurück, setzte später auch [[Simmentaler]] ein. Erst 1839 aber übernahm die Triesdorfer Ökonomie die [[Meierhof|Meierei]] und [[Käserei]] wieder in eigener Regie und stellte hierzu einen Käsermeister aus dem Schweizer Kanton [[Unterwalden]] an. Bis 1844 stieg der Rinderbestand in der Kreisviehzuchtanstalt Triesdorf auf 132 Tiere an (1 Bulle, 43 Kühe, 18 Kalben, 56 Kälber und 14 Ochsen). In jenem Jahr wurden 52.000 Maß Milch (ungefähr 420&amp;amp;nbsp;l pro Kuh), 399 Pfund Butter und 253 Laib Käse erzeugt. Die Einkreuzungen setzten sich bis 1890 fort, so dass schließlich neun Rassen im Ansbach-Triesdorfer Rind vereinigt waren, und zwar:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* fränkisches Rotvieh&lt;br /&gt;
* [[Rotes Höhenvieh|einfarbig rotes Höhenvieh]]&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Schwarzbunte alter Zuchtrichtung|schwarzbunte Friesen]]&lt;br /&gt;
* schwarzweiße Freiburger&lt;br /&gt;
* [[Simmentaler Fleckvieh|gelbweiße Simmentaler]]&lt;br /&gt;
* einfarbig graubraune Schweyzer&lt;br /&gt;
* einfarbig graubraune Allgäuer&lt;br /&gt;
* einfarbig graugelbe Mürztaler aus der Steiermark&lt;br /&gt;
* rotbunte Breitenburger aus Holstein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grund für diese breite Einkreuzung lag in der damals populären Konstanztheorie [[August von Weckherlin]]s, der zufolge man annahm, dass man erwünschte Eigenschaften erhalte, indem man Rassen einkreuzte, die über diese Eigenschaften in besonderem Maße verfügten. Diese aus heutiger Sicht falsche Annahme führte dazu, dass sich ein einheitlicher Typ nie ausbilden konnte – streng wissenschaftlich ist es daher falsch, vom Ansbach-Triesdorfer Rind als einer Rasse zu sprechen. Darüber hinaus wurde die Kleinfleckung, die zum umgangssprachlichen Namen „Triesdorfer Tiger“ führte, zum Zuchtziel erhoben. Beim Rind stellt die Kleinfleckung allerdings das deutlichste äußere Merkmal der hochgradigen [[Heterozygotie]] dar, es handelt sich also um eine instabile [[Zucht#Gebrauchskreuzung|Gebrauchskreuzung]] – dies wird auch in einer Rassebeschreibung von 1900 deutlich, bei der das Gewicht der Kühe zwischen 400 und 700 kg schwankt. [[Ochse]]n konnten bis 900 kg schwer werden, die Milchleistung der Kühe betrug je nach Arbeitseinsatz zwischen 1700 und 2100 kg pro Jahr. Die Mastfähigkeit wurde als sehr gut beschrieben.&lt;br /&gt;
== Höhepunkt der Verbreitung und Niedergang ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Triesdorfertiger.jpg|mini|Ansbach-Triesdorfer Sieger-[[Färse]] auf der [[Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft|DLG]]-Ausstellung 1893 in München]]&lt;br /&gt;
Den Höhepunkt ihrer Verbreitung erreichten die Triesdorfer Tiger Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts in den fränkischen Regierungsbezirken, im [[Schwaben (Bayern)|Regierungsbezirk Schwaben]] und im nördlichen [[Niederbayern]]. Doch bereits 1884 überholte das [[Fleckvieh]] den Triesdorfer Tiger in seiner mittelfränkischen Heimat zahlenmäßig. Auf den schnellen Aufstieg folgte ein schneller Fall: 1896 lebten noch rund 190.000 Triesdorfer Tiger, 1906 waren es noch 90.000 Exemplare, 1925 gab es in den Landkreisen [[Ansbach]] und [[Dinkelsbühl]] gerade noch 12 [[Körung|gekörte]] Bullen, insgesamt lebten noch 2500 Tiere.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.ansbach-triesdorfer-rind.de/Rind11.htm|wayback=20141228175532|text= Verbreitung laut Webseite des Vereins zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rinds|format= |()= |original= }}, abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser schnelle Rückgang war auch eine Folge der veränderten Gesetzeslage: Das bayrische Körgesetz von 1888 erkannte nur noch getigerte Exemplare an – da aufgrund der [[Heterozygotie]] aber auch großgefleckte Tiere und reinfarbig braune Tiere auftraten, fiel ein Großteil der Vererber schlagartig weg. Des Weiteren konnten auch getigerte Exemplare großgefleckte oder einfarbige Exemplare hervorbringen, was zu einem weiteren Rückgang der anerkannten Population führte. Da Vererber fehlten, setzte man vielfach [[Simmentaler Fleckvieh]]bullen auf Tiger-Kühen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch entscheidender für den schnellen Niedergang war allerdings, dass die negativen Erfahrungen mit dem Triesdorfer Tiger in die [[Fleckvieh]]zucht eingeflossen waren und man dort bewusst den Schritt von der Dreinutzungs- zur [[Zweinutzungsrasse]] ging, also der Milch- und Fleischleistung der Tiere gegenüber der Arbeitsleistung den Vorzug gab, eine nach Erfindung des [[Verbrennungsmotor]]s und seinem Einzug in der Landwirtschaft im Nachhinein betrachtet richtige Entscheidung. Weiterhin betrieb man die Zucht beim Fleckvieh hauptsächlich durch Auslese innerhalb der Rasse und nahm Einkreuzungen nur sehr selten und kontrolliert vor, was zu stabilerem Tiermaterial führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1919 wurde die Zucht der Ansbach-Triesdorfer nur noch von Kleinbauern betrieben, da die offizielle Zuchtbuchführung eingestellt wurde. Es verblieben Restbestände im Raum [[Uffenheim]] und [[Leutershausen]], nördlich von [[Ansbach]] und im [[Altmühl]]tal.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Karte Verbreitung der Rinderrassen&amp;quot;&amp;gt;Stockklausner-Grub: &amp;#039;&amp;#039;Die Verbreitung der Rinderschläge in Bayern – nach amtlichen Unterlagen bearbeitet.&amp;#039;&amp;#039; Landkarte, München 1928.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Heutiger Stand ==&lt;br /&gt;
=== Rassekennzeichen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Triesdorfer Tiger 003.jpg|mini|Die letzte noch lebende Ansbach-Triesdorfer Kuh mit der charakteristischen Sprenkelzeichnung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tigerung.jpg|mini|Namensgebende kleingefleckte Fellzeichnung bei einem Triesdorfer Tiger]]&lt;br /&gt;
Die Tiere sind kleingescheckt und haben ein charakteristisches, dunkles [[Flotzmaul]]. Die Farbabstufungen des [[Fell]]s variieren von Hellgelb bis zu dunklem Rotbraun, ebenso ist der Anteil der braunen Flecken sehr variabel. Es treten mehrheitlich weiße und mehrheitlich braune Tiere auf. Auffälligste Abgrenzung zum Fleckvieh ist hierbei, dass auch der Kopf gefleckt ist, während das Fleckvieh stets einen weißen Kopf, maximal mit dunklen Augen- oder Backenflecken, besitzt. Ebenfalls im Gegensatz zum Fleckvieh ist die Scheckung beim Ansbach-Triesdorfer kleiner strukturiert, was ihm den Beinamen Tiger eingebracht hat. Die [[Klaue (Paarhufer)|Klauen]] des Ansbach-Triesdorfers sind im Vergleich sehr hart. Um auf den klassischen fränkischen, mit [[Lesestein (Geomorphologie)|Lesesteinen]] belegten [[Wirtschaftsweg|Feldwegen]] laufen zu können, ohne Klauenschäden davonzutragen, wurde speziell auf dieses Merkmal hingezüchtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu anderen älteren Rassen wie dem Fleckvieh, welches als [[Zweinutzungsrasse]] auf die Fleisch- und Milchproduktion hingezüchtet wurde, ist der Triesdorfer Tiger, wie auch das [[Murnau-Werdenfelser-Rind]], das [[Harzer Rotvieh]], die fränkischen [[Limpurger]] oder die [[Pinzgauer (Rind)|Pinzgauer]] ein [[Dreinutzungsrind]] zur Fleisch- und Milchproduktion und zur Zugarbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rassebeschreibung ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (TGRDEU) dokumentiert nach dem [[Tierzuchtgesetz]] (TierZG) im Auftrag des [[Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz|Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz]] (BMELV) den Stand der Zucht in Deutschland gehaltener Nutztierarten. Zum Ansbach-Triesdorfer Rind sind folgende Merkmale und Eigenschaften dokumentiert, die den derzeitigen Stand der Zucht abbilden:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Informationen zum Ansbach-Triesdorfer Rind beim TGRDEU&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://tgrdeu.genres.de/default/hausundnutztiere/detailansicht/detail/63E5D466-B9BA-FD58-E040-A8C0286E751D |wayback=20151214053100 |text=Informationen zum Ansbach-Triesdorfer Rind}} auf der Webseite der TGRDEU, abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==== Gefährdungsstatus ====&lt;br /&gt;
In der [[Liste gefährdeter Nutztierrassen|Roten Liste]] der [[Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen|Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH)]] wird der Triesdorfer Tiger nach dem Stand von 2019 in der Kategorie I (extrem gefährdet) geführt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.g-e-h.de/index.php/rote-liste-menu/rote-liste Rote Liste der GEH], Abruf am 13. November 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Bestand im Herdbuch in Deutschland umfasste 2017 acht Bullen und 101 Kühe.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.g-e-h.de/index.php/rassebeschreibungen/34-rassekurzbeschreibungen-rinder/61-ansbacher-rind Angaben der GEH auf ihrer Webseite], Abruf am 13. November 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Rote Liste gefährdeter Arten|Rote Liste]] der IUCN&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;International Union for Conservation of Nature and Natural Resources&amp;lt;/ref&amp;gt; || style=&amp;quot;width: 17em&amp;quot;|Phänotypische Erhaltungspopulation&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gefährdungsstatus der EVT&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Europäischen Vereinigung für Tierproduktion&amp;lt;/ref&amp;gt; || kritisch gefährdet&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gefährdungsstatus der [[FAO]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anm.&amp;quot;&amp;gt;Food and Agriculture Organization of the United Nations&amp;lt;/ref&amp;gt; || kritisch&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anm.&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bestandsentwicklung ====&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|- class=&amp;quot;hintergrundfarbe6&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Jahr !! style=&amp;quot;width: 12em&amp;quot;|weibliche Tiere !! style=&amp;quot;width: 12em&amp;quot;|männliche Tiere&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1997 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|35 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1998 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|51 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|20&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2000 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|25 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2009 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|30 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2010 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|65 || style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;|5&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Population bestand 2010 noch aus 70 Tieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.ansbach-triesdorfer-rind.de/Rind10.htm|wayback=20150415082814|text=Stand der Zucht laut Webseite des Vereins zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rinds|format= |()= |original= }}, abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Triesdorfer Tiger gelten daher als eine extrem gefährdete Haustierrasse, der dauerhafte Erhalt ist fraglich. Der langjährige Leiter der Triesdorfer Tierhaltungsschule Horst von Zerboni äußerte sich skeptisch zum Erhalt, da viele Ansbach-Triesdorfer inzwischen einen Fremdgenanteil in sich tragen und das Zuchtmaterial einem „genetischen Konglomerat“ gleiche.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Das Ansbach-Triesdorfer Rind oder auch der Triesdorfer Tiger&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten fördert daher die Weiterzucht des Ansbach-Triesdorfer Rindes, erlaubt allerdings einen Fremdgenanteil von 12,5 % bei den geförderten Tieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Webseite des bayerischen StM Ernährung, Landwirtschaft und Forsten&amp;quot;&amp;gt;[https://www.stmelf.bayern.de/agrarpolitik/foerderung/003663/ Webseite des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten], abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in der Triesdorfer Heimat hat man sich inzwischen wieder dem Triesdorfer Tiger angenommen: in den dortigen Landwirtschaftlichen Lehranstalten werden wieder zwei [[Mutterkuh|Mutterkühe]] nebst Nachzucht der Tigerrasse gehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1992 wurde der „Verein zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes e.&amp;amp;nbsp;V.“ gegründet, der Triesdorfer Tiger wird von im Verein zusammengeschlossenen Landwirten weitergezüchtet. Derzeit werden in 12 rinderhaltenden Betrieben die Restbestände der Ansbach-Triesdorfer Rinder züchterisch betreut. Der Verein identifiziert mittlerweile 20 voneinander unabhängigen Kuhlinien, während 1995 erst elf Kuhlinien bekannt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wilfried Ahrens: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des landwirtschaftlichen Bildungszentrums Triesdorf.&amp;#039;&amp;#039; Vorlesungsskript an der Fachhochschule Weihenstephan Abteilung Triesdorf, Studiengang Landwirtschaft, Wahlfach Agrargeschichte.&lt;br /&gt;
* Erich Beutner: &amp;#039;&amp;#039;Das Ansbach-Triesdorfer Rind, seine Abstammung, Rassenmerkmale, Leistungen, seine Zuchtgeschichte und der augenblickliche Stand seiner Zucht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 3, Nr. 1, 1925, {{ISSN|0179-9770}}, S. 1–124.&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--,   * Greither: &amp;#039;&amp;#039;Bayerns Rinderrassen in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, X. Der Triesdorfer Schlag&amp;#039;&amp;#039;. Südd. Landw. Tierzucht, 1905. ---- 1905 kann nicht stimmen, da die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Süddeutsche landwirtschaftliche Tierzucht&amp;#039;&amp;#039; erst ab 1906 erschien, vgl. {{ZDB|535303-8}} daher: bitte überprüfen .--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Richard A. Herrmann: &amp;#039;&amp;#039;10 Jahre Verein zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes e. V.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Arche Nova.&amp;#039;&amp;#039; 2/2002, {{ZDB|286062-4}}, S. 14f.&lt;br /&gt;
* Hans Hinrich Sambraus: &amp;#039;&amp;#039;Gefährdete Nutztierrassen. Ihre Zuchtgeschichte, Nutzung und Bewahrung.&amp;#039;&amp;#039; E. Ulmer Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-4099-3.&lt;br /&gt;
* J. Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Ansbach-Triesdorfer Viehschlages.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Süddeutsche landwirtschaftliche Tierzucht.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 9, Nr. 25, {{ZDB|535303-8}}, S. 197–199.&lt;br /&gt;
* Horst von Zerboni: &amp;#039;&amp;#039;Das Ansbach-Triesdorfer Rind oder auch der Triesdorfer Tiger.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Triesdorfer Chronik. Mitteilungen der Vereinigung ehemaliger Triesdorfer.&amp;#039;&amp;#039; 2/2011, {{ZDB|1258836-2}}, S. 78–79, [http://www.triesdorf.de/index.php?option=com_docman&amp;amp;task=doc_details&amp;amp;gid=392&amp;amp;Itemid=262 online (PDF; 3,13 MB)].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Ansbach-Triesdorfer}}&lt;br /&gt;
* [http://www.g-e-h.de/geh/index.php/rassebeschreibungen/34-rassekurzbeschreibungen-rinder/61-ansbacher-rind Information] bei der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH)&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.lfl.bayern.de/itz/uebergreifend/11483|wayback=20120206090914|text=Ansbach-Triesdorfer Rind bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft|format= |()= |original= }}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.ansbach-triesdorfer-rind.de|wayback=20150801043146|text= Webseite des Vereins zur Erhaltung des Ansbacher-Triesdorfer Rindes|format= |()= |original= }}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.genres.de/CF/tgrdeu/charakterisierung.cfm?idrasse=32|wayback=20091008171322|text=Zentrale Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland|format= |()= |original= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rasse des europäischen Hausrindes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weidenbach (Mittelfranken)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gefährdete Nutztierrasse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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