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	<title>Ansalbung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T20:57:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ansalbung&amp;diff=214272&amp;oldid=prev</id>
		<title>80.71.142.166: konsequent Genitiv, das ging etwas hin und her</title>
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		<updated>2023-06-14T15:39:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;konsequent Genitiv, das ging etwas hin und her&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{| align=right&lt;br /&gt;
| [[Datei:Leontopodium alpinum1.jpg|mini|240px|Das [[Alpen-Edelweiß|Edelweiß]] wurde bereits im 19. Jahrhundert gezielt in den Mittelgebirgen angesalbt]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:Cyclamen purpurascens 280803.jpg|mini|240px|Ähnliches gilt für das [[Europäisches Alpenveilchen|Europäische Alpenveilchen]]]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:Iris pseudacorus 01.jpg|mini|240px|Die [[Sumpf-Schwertlilie]] zählt zu den einheimischen Arten, die häufig an neuen Standorten ausgebracht wird]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Datei:Rbk dolde.jpg|mini|240px|Der [[Riesen-Bärenklau]] wurde weniger als Florenbereicherung angesalbt, sondern vielmehr aus wirtschaftlichen Motiven ausgebracht]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ansalbung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet das bewusste Ausbringen durch Ansaat oder Anpflanzung gebietsfremder Pflanzen in die Natur mit dem Ziel der Bereicherung der [[Flora]] durch den Menschen. Andere bewusste Anpflanzungen von [[Neophyten]] in der freien Natur, zum Beispiel zu Zwecken des Garten- und Landschaftsbaus, sind daher keine Ansalbungen. Da Ansalbungen im [[Naturschutz]] als [[Florenverfälschung]] gelten, ist der Begriff grundsätzlich negativ belegt (vgl. auch die Wortbedeutung unten). Ansalbungen sind, wie alle Ausbringungen gebietsfremder Pflanzen, die nicht im Rahmen der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung stattfinden, in [[Deutschland]] nach §&amp;amp;nbsp;40 des [[Bundesnaturschutzgesetz]]es genehmigungspflichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Botaniker [[Gerhard Wagenitz]] hat die Herkunft des Wortes „ansalben“ wiederentdeckt, da er in der wissenschaftlichen Literatur keine [[Etymologie]] finden konnte, obwohl das Wort allgemein als botanischer Fachausdruck benutzt wird. Demnach lässt sich das Wort auf eine Stelle in dem 1842 endgültig vollendeten Roman [[Alessandro Manzoni]]s &amp;#039;&amp;#039;[[I Promessi Sposi]]&amp;#039;&amp;#039; (deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Die Verlobten&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Die Brautleute&amp;#039;&amp;#039;) zurückführen. Dort ist davon die Rede, dass bei der Pestepidemie in Mailand im Jahre 1630 Leute, vor allem Fremde, verdächtigt wurden, durch das Bestreichen von Mauern mit entsprechenden &amp;#039;&amp;#039;Salben&amp;#039;&amp;#039; das „Gift“ der [[Pest]] zu verbreiten, d.&amp;amp;nbsp;h. die Seuche „anzusalben“. Da sich Manzoni für seinen Roman auf historische Quellen stützte, vor allem ein Werk Ripamontis, dürfte dieser Vorwurf von den Mailändern des Jahres 1630 wohl tatsächlich so erhoben worden sein. Manzonis Roman war im 19. Jahrhundert in Übersetzungen im deutschen Sprachraum so verbreitet, dass der Berliner Botaniker [[Wilhelm Vatke (Botaniker)|Wilhelm Vatke]] (1849–1889) den Ausdruck „ansalben“ auf botanische Verhältnisse übertragen konnte, offenbar ohne dass hierbei nähere Erläuterungen erforderlich waren, weil die (negative) Bedeutung allgemein klar war. Anschließend geriet der Roman in Deutschland in Vergessenheit, aber das Wort „ansalben“ war in der [[Botanik]] eingeführt und wurde verwendet, ohne dass eine Definition vorlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ansalbungsmotive ==&lt;br /&gt;
Ansalbungen gab es bereits im 19. Jahrhundert, der Hochzeit der sogenannten [[Akklimatisationsgesellschaft]]en, als Liebhaber der Botanik gezielt versuchten, die Natur durch Ausbringung neuer Arten zu bereichern. Eine der am häufigsten an als „wüst und leer“ empfundenen städtischen Mauern angesalbte Art ist das [[Zimbelkraut]], das wie viele andere angesalbte Arten schön und reichlich blüht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals werden Ansalbungen auch als individueller Beitrag zur Erhaltung der angesalbten, manchmal seltenen Arten und damit zum Naturschutz verstanden. Dies wird von Biologen kritisch gesehen, da derartige Aktionen nur im Rahmen konzeptreicher Wiederansiedlungs- und Populationsstützungsmaßnahmen ablaufen sollten.&lt;br /&gt;
Ein letztes Motiv für Ansalbung insbesondere seltener und damit wissenschaftlich interessanter Arten außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes besteht darin, anschließend als Finder dieser Arten auftreten und die Funde entsprechend wissenschaftlich publizieren zu können oder Botaniker durch das Auftreten nicht-heimischer Arten zu verwirren (wie dies für die Ansalbung des invasiven [[Amerikanischer Stinktierkohl|Amerikanischen Stinktierkohls]] im [[Taunus]] vermutet wird).&lt;br /&gt;
Alle Formen dieser „Naturbereicherung“ werden vom Naturschutz als Eingreifen in natürliche Abläufe betrachtet und wie die Ausbringung gebietsfremder Arten generell von der [[Invasionsbiologie]] kritisch gesehen. Neben möglichen ökologischen Auswirkungen werden durch Ansalbungen auch natürliche Arealgrenzen und die natürliche Häufigkeit zum Beispiel von [[Rote Liste gefährdeter Arten|gefährdeten Arten der Roten Listen]] verschleiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Häufig angesalbte Pflanzen ==&lt;br /&gt;
Der Invasionsbiologe Kowarik hat für angesalbte Arten folgende Typen herausgearbeitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ansalbung einheimischer Arten ===&lt;br /&gt;
* Ansalbung von [[Alpenpflanze]]n wie beispielsweise &amp;#039;&amp;#039;[[Sempervivum]]&amp;#039;&amp;#039;-Arten oder [[Alpen-Edelweiß|Edelweiß]] auf Felsstandorten der [[Mittelgebirge]]. Hier ist vor allem der Wunsch nach einer Bereicherung der Natur durch attraktive Pflanzen ausschlaggebend.&lt;br /&gt;
* Ansalbung einheimischer Wasser- und Sumpfpflanzenarten. Insbesondere an Gewässern wurden zur vermeintlichen ökologischen Aufwertung oft Ufer- und Wasserpflanzen eingesetzt, die in der näheren Region niemals [[Autochthone Art|autochthon]] (heimisch) waren. Beispiele dafür wären die Ausbringung der [[Sumpfdotterblume]], [[Sumpf-Schwertlilie]] und der [[Sibirische Schwertlilie|Sibirischen Schwertlilie]] an Standorten, an denen sie normalerweise nicht vorkommen.&lt;br /&gt;
* Ansalbung [[Floristik (Wissenschaft)|floristischer]] Seltenheiten, die im Gebiet heimisch sind, dort aber stark rückläufig oder bereits ausgestorben, wie z.&amp;amp;nbsp;B. viele einheimische [[Orchideen]] und Pflanzenarten der Magerrasen.&lt;br /&gt;
* Ansalbung attraktiv blühender Arten, die zwar in Mitteleuropa heimisch sind, in diesem Gebiet jedoch fehlen. Dies gilt zum Beispiel für den [[Diptam]], der sich auf diese Weise in [[Oberfranken]] einbürgerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ansalbung nichtheimischer Arten ===&lt;br /&gt;
* Wasser- und Sumpfpflanzen. Dies geschieht besonders häufig aus dem Wunsch nach Naturbereicherung durch fremde Arten. Eines der ältesten Beispiele mit ausgesprochen negativen Folgen war die Ausbringung der [[Kanadische Wasserpest|Kanadischen Wasserpest]]. An der Aussetzung waren die Mitarbeiter des Berliner [[Botanischer Garten|Botanischen Gartens]] beteiligt, die 1859 diese Pflanze an drei Seen im Berliner Umland ausbrachten.&lt;br /&gt;
* Pflanzen [[Trophiesystem|oligotropher]] Moore. Es handelt sich dabei vor allem um [[Heidekrautgewächse]].&lt;br /&gt;
* Mauer-Pflanzen wie etwa das [[Zimbelkraut]] oder der [[Gelber Lerchensporn|Gelbe Lerchensporn]], die ganz gezielt zur Bereicherung der [[Stadtnatur]] ausgebracht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Siehe auch:&amp;#039;&amp;#039; [[Florenverfälschung]], [[Neobiota|Neophyten]], [[Ethelochorie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Gerhard Wagenitz: &amp;#039;&amp;#039;Über das Wort „Ansalben“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Floristische Rundbriefe&amp;#039;&amp;#039; 34, 2001, {{ISSN|0934-456X}},  S. 25–27. Wiederabgedruckt in: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Germanistische Linguistik&amp;#039;&amp;#039; 30, 2, 2002, S.&amp;amp;nbsp;252–257. ([[doi:10.1515/zfgl.2002.017]])&lt;br /&gt;
* Jürgen Schwaar: &amp;#039;&amp;#039;„Ansalbung“ – ja oder nein – Dürfen wir durch Ausbringung bedrohter Pflanzenarten der Vegetationsverarmung entgegenwirken?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kongreß- und Tagungsberichte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg&amp;#039;&amp;#039; 26, 4, 1986, S.&amp;amp;nbsp;66–67.&lt;br /&gt;
* Ingo Kowarik: &amp;#039;&amp;#039;Biologische Invasionen. Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3924-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|ansalben}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturschutz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Invasionsbiologie]]&lt;/div&gt;</summary>
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