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	<title>Annexion - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Annexion&amp;diff=50904&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-29130-6: Die abweichende Ansicht für die Entwicklung der opinio iuris unter den Staaten besser herausgestellt (&quot;dagegen&quot;).</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Annexion&amp;diff=50904&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-07-30T09:10:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die abweichende Ansicht für die Entwicklung der opinio iuris unter den Staaten besser herausgestellt (&amp;quot;dagegen&amp;quot;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Annexion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Annektierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{laS|annectere|de=anknüpfen, anbinden}}; selten auch als &amp;#039;&amp;#039;Annektion&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet) ist die erzwungene (und einseitige)&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe die [[#(engere) heutige völkerrechtliche Bedeutung|engere]] und [[#(weitere) sprachliche Verwendung|weitere]] Definition.&amp;lt;/ref&amp;gt; endgültige Eingliederung eines bis dahin unter fremder [[Gebietshoheit]] stehenden [[Territorium]]s in eine andere [[geopolitisch]]e Einheit. Eine Annexion ist [[völkerrecht]]swidrig und daher [[Unwirksamkeit|unwirksam]]. Sie geht rechtlich über die [[Okkupation]] ([[Besatzungsregime|Besatzungsverwaltung]]) hinaus, da auf dem (ehemals) fremden Territorium die eigene Gebietshoheit effektiv ausgeübt und es mit dem Erwerb der [[Territoriale Souveränität|territorialen Souveränität]] über ein besetztes Gebiet &amp;#039;&amp;#039;de jure&amp;#039;&amp;#039; dem eigenen [[Staatsgebiet]] einverleibt wird. Die Okkupation geht der Annexion in der Regel voraus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Dahm]], [[Jost Delbrück]], [[Rüdiger Wolfrum]]: &amp;#039;&amp;#039;Völkerrecht.&amp;#039;&amp;#039; Band I/1, 2. Auflage, de Gruyter, Berlin/New York 1989, ISBN 3-11-005809-X, [https://books.google.de/books?id=co4MGcGCr74C&amp;amp;pg=PA356 S. 355&amp;amp;nbsp;ff.]; [[Knut Ipsen]], &amp;#039;&amp;#039;Völkerrecht – Ein Studienbuch&amp;#039;&amp;#039;, 4. Aufl., München 1999, S.&amp;amp;nbsp;260, Rn.&amp;amp;nbsp;36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tatbestand der Annexion war in der Vergangenheit Bestandteil des geltenden [[Völkergewohnheitsrecht]]s und zog deswegen regelmäßig einen gültigen Gebietserwerbstitel nach sich. Erst im 20. Jahrhundert wurde die Annexion ausdrücklich verboten. Bis 1945 wurden nichtkriegerische Annexionen allerdings nicht schon &amp;#039;&amp;#039;[[eo ipso]]&amp;#039;&amp;#039; als völkerrechtswidrig angesehen, wenn auch sich im partikulären [[Völkervertragsrecht]] bereits weitgehende Einschränkungen fanden.&amp;lt;ref&amp;gt;So Oliver Dörr, &amp;#039;&amp;#039;Die Inkorporation als Tatbestand der Staatensukzession&amp;#039;&amp;#039;, Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-08552-3, [https://books.google.de/books?id=5M3qDW4mJW8C&amp;amp;pg=PA67 S. 67], 81&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|(engere) heutige völkerrechtliche Bedeutung}} Völkerrechtliche Definition ==&lt;br /&gt;
[[Rechtswissenschaft]]ler unterscheiden im modernen [[Völkerrecht]] von der durch unmittelbare Androhung oder Durchführung [[militär]]ischer [[Gewalt]] charakterisierten Annexion (wobei im Schrifttum umstritten ist, ob eine Annexion nur durch die einseitige Erklärung des annektierenden Staates erfolgen kann&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Oliver Dörr, &amp;#039;&amp;#039;Die Inkorporation als Tatbestand der Staatensukzession&amp;#039;&amp;#039;, 1995, [https://books.google.de/books?id=5M3qDW4mJW8C&amp;amp;pg=PA53 S. 53] mit weiteren Nachweisen.&amp;lt;/ref&amp;gt;) – und damit der völkerrechtswidrigen Aneignung eines Gebietes, das zuvor einem auswärtigen [[Staat]] gehörte&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus Schubert (Politikwissenschaftler, 1951)|Klaus Schubert]]/Martina Klein: &amp;#039;&amp;#039;Das Politiklexikon.&amp;#039;&amp;#039; 4., aktual. Aufl., Dietz, Bonn 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; – die [[Abtretung (Völkerrecht)|völkerrechtliche Abtretung]] &amp;#039;&amp;#039;(Zession)&amp;#039;&amp;#039;. Bei letzterer hat der Staat, der über das Gebiet allein verfügte, dieses einvernehmlich in einem formellen Vertrag abgetreten; mit ihr tritt die neue [[Staatsgewalt]] an die Stelle der alten.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Dahm, Jost Delbrück, Rüdiger Wolfrum: &amp;#039;&amp;#039;Völkerrecht&amp;#039;&amp;#039;, Band I/1, 2. Aufl. 1989, S. 162.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wird dieses Gebiet dann zu einem neuen, inkorporierten Staat ([[Gliedstaat]]) eines bestehenden Staatsverbandes (Föderation), spricht man von einer &amp;#039;&amp;#039;konsentierten&amp;#039;&amp;#039;, nicht einseitigen [[Sezession]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|(weitere) sprachliche Verwendung}} Annexion im weiteren Sinne ==&lt;br /&gt;
Allerdings entstehen solche [[Völkerrechtlicher Vertrag|Verträge]] oftmals unter Zwang, daher sind beispielsweise [[Geschichtswissenschaft]]ler und ein Teil der [[Lehrmeinung|Völkerrechtslehre]] dazu geneigt, den Begriff der Annexion auch für bestimmte Zessionen anzuwenden und mithin den eigentlichen Tatbestand um einen auf staatlichem Willensakt beruhenden Gebietsverlust zu ergänzen. So hatte [[Frankreich]] am 10. Mai 1871 [[Elsaß-Lothringen]] in einer Zession an [[Deutsches Kaiserreich|Deutschland]] abgetreten, doch wird der Vorgang unter dem damaligen Druck meist als Annexion bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sprachliche Verwendung entspricht auch der früheren, traditionellen Definition der Völkerrechtler. So definiert das &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des Völkerrechts&amp;#039;&amp;#039; (1960):&lt;br /&gt;
{{Zitat|Unter Annexion versteht man den gewaltsamen Gebietserwerb eines Staates auf Kosten eines anderen.|Wörterbuch des Völkerrechts|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Jürgen Schlochauer]]/[[Herbert Krüger]]/[[Hermann Mosler]]/[[Ulrich Scheuner]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des Völkerrechts&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1, 2. Auflage, Berlin 1960, ISBN 978-3-11-001030-5, Stichwort „Annexion“, [https://books.google.de/books?id=EBSE1BF_w2AC&amp;amp;pg=PA68 S. 68&amp;amp;nbsp;ff.] (Zitat S. 68).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu der engen Definition wird hier der Aspekt der [[Unilateralität|Einseitigkeit]] nicht betrachtet. Kern ist hier die [[Gewalt]], die der annektierende Staat ausübt, welche nicht zur [[Unwirksamkeit|Nichtigkeit]] des [[Staatsvertrag]]es führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Annexion&amp;#039;&amp;#039; ist heute im deutschen Sprachraum überwiegend [[pejorativ|negativ besetzt]]. Folglich sprechen Befürworter nicht von Annexion, sondern von Vereinigung, Rückkehr, Befreiung oder Ähnlichem. Bei lang andauernder Okkupation spricht man auch von „[[De jure/de facto|De-facto]]-Annexion“.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Wolfgang Benz]], &amp;#039;&amp;#039;Typologie der Herrschaftsformen in den Gebieten unter deutschem Einfluß&amp;#039;&amp;#039;, in: ders. u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Die Bürokratie der Okkupation. Strukturen der Herrschaft und Verwaltung im besetzten Europa.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1998, S.&amp;amp;nbsp;11–25, hier S. 15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden die Begriffe „Einverleibung“ und „[[Inkorporation (Recht)|Inkorporation]]“ [[Synonymie|synonym]] mit „Annexion“ für denselben völkerrechtlichen Vorgang verwendet, da die freie Gewaltanwendung zwischen den Staaten keinen völkerrechtlichen Beschränkungen unterlag und demnach noch nicht zwischen der einvernehmlichen und der gewaltsamen Variante unterschieden wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Oliver Dörr: &amp;#039;&amp;#039;Die Inkorporation als Tatbestand der Staatensukzession&amp;#039;&amp;#039;, 1995, [https://books.google.de/books?id=5M3qDW4mJW8C&amp;amp;pg=PA51&amp;amp;dq=%22die+einvernehmliche+und+die+gewaltsame+Variante%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=r2wKUf6EMM3ntQaWgoGIAQ#v=onepage&amp;amp;q=%22die%20einvernehmliche%20und%20die%20gewaltsame%20Variante%22&amp;amp;f=false S. 51&amp;amp;nbsp;f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Völkerrechtliche Garantie der territorialen Integrität ==&lt;br /&gt;
Im klassischen Völkerrecht war die Annexion ein rechtlich wirksamer Erwerbstitel – eine „legale Methode des Gebietserwerbs“&amp;lt;ref&amp;gt;Heiko Krüger: &amp;#039;&amp;#039;Der Berg-Karabach-Konflikt. Eine juristische Analyse&amp;#039;&amp;#039;, Springer, Berlin/Heidelberg 2009, [https://books.google.de/books?id=a0lwf_U2vRAC&amp;amp;pg=PA49 S.&amp;amp;nbsp;49, Anm.&amp;amp;nbsp;292] m.w.N.&amp;lt;/ref&amp;gt; – und bis Anfang des 20. Jahrhunderts dem Sieger einer militärischen Auseinandersetzung erlaubt, die Gebiete seines Gegners ganz oder teilweise zu okkupieren und zu annektieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. allgemein Rudolf L. Bindschedler, &amp;#039;&amp;#039;Annexion&amp;#039;&amp;#039;, in: Strupp/Schlochauer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des Völkerrechts&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1, 2. Aufl. 1960, [https://books.google.de/books?id=EBSE1BF_w2AC&amp;amp;pg=PA68 S. 68&amp;amp;nbsp;f.]; zur „kriegerischen Annexion“ insbes. [[Achim Tobler]], &amp;#039;&amp;#039;Eroberung&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch I&amp;#039;&amp;#039;, S. 438/439.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als ein wesentliches Prinzip zur Grenzziehung kam dem Grundsatz &amp;#039;&amp;#039;[[uti possidetis]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lat.]] &amp;#039;&amp;#039;wie ihr besitzt&amp;#039;&amp;#039;) große Bedeutung zu; also dass die Parteien einer [[krieg]]erischen Auseinandersetzung das Territorium und andere Besitzungen behalten dürfen, die sie während des Krieges gewonnen und zum Zeitpunkt des [[Frieden]]sschlusses in Besitz hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Hermann Mosler, &amp;#039;&amp;#039;Kriegsende&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des Völkerrechts&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2, 2. Aufl., Berlin 1961, [https://books.google.de/books?id=YmEYTSbTZdsC&amp;amp;pg=PA333 S. 333&amp;amp;nbsp;ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Artikel 10 der [[Satzung des Völkerbundes]] verbot den Mitgliedern im Jahr 1919, Annexionen gegenüber anderen Mitgliedern durchzuführen:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Bundesmitglieder verpflichten sich, die [[Territoriale Integrität|Unversehrtheit des Gebiets]] und die bestehende politische Unabhängigkeit aller Bundesmitglieder zu achten und gegen jeden äußeren Angriff zu wahren.|Artikel 10 Satz 1 der Satzung des Völkerbundes|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Völkerbundssatzung&amp;#039;&amp;#039; (zu finden in: &amp;#039;&amp;#039;Gesetz über den Friedensschluß zwischen Deutschland und den alliierten und assoziierten Mächten&amp;#039;&amp;#039; vom 16. Juli 1919 mit angehängtem [[Friedensvertrag von Versailles|&amp;#039;&amp;#039;Versailler Vertrag&amp;#039;&amp;#039;]] vom 28. Juni 1919. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Reichsgesetzblatt]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 140 vom 12. August 1919, S. 689 ff., [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1919&amp;amp;page=889&amp;amp;size=45 Digitalisat]; Völkerbundssatzung S. 716 ff., [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=dra&amp;amp;datum=1919&amp;amp;page=918&amp;amp;size=45 Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergleichbare Regelungen wurden 1924 in die Satzung der [[Panamerikanismus|Panamerikanischen Union]]&amp;lt;ref&amp;gt;Ziff. 30 der Völkerrechtssätze der Panamerikanischen Union von 1924&amp;lt;/ref&amp;gt; 1932 in der [[Hoover-Stimson-Doktrin]]&amp;lt;ref&amp;gt;Die sogenannte Stimson-Doktrin vom 7.&amp;amp;nbsp;Januar 1932 zum Einmarsch [[Japanisches Kaiserreich|Japans]] in die chinesische Mandschurei (siehe [[Mandschukuo]]), nach der insbesondere der gewaltsame Erwerb von Staatsgebiet keine Anerkennung findet, gehört heute als Grundsatz zu den zwingenden Regeln des Völkerrechts, so [[Karl Doehring]], &amp;#039;&amp;#039;Völkerrecht&amp;#039;&amp;#039;, 2. Aufl. 2004, [https://books.google.de/books?id=MRU_q5e8-XsC&amp;amp;pg=PA51 Rn.&amp;amp;nbsp;112]. Sie setzte sich in der Staatenpraxis ab 1932 durch (Heiko Krüger: &amp;#039;&amp;#039;Der Berg-Karabach-Konflikt&amp;#039;&amp;#039;, Heidelberg 2009, [https://books.google.de/books?id=a0lwf_U2vRAC&amp;amp;pg=PA99 S.&amp;amp;nbsp;99, Anm.&amp;amp;nbsp;17] m.w.N.).&amp;lt;/ref&amp;gt; und 1941 in der [[Atlantik-Charta]] festgehalten. Alle diese Verträge banden völkerrechtlich nur die [[Völkerrechtlicher Vertrag|vertragsschließenden]] Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Artikel&amp;amp;nbsp;2 Ziff.&amp;amp;nbsp;4 der [[Charta der Vereinten Nationen]] vom 26. Juni 1945, in Kraft getreten am 24. Oktober 1945, ist „jede gegen die territoriale Unversehrtheit […] eines Staates gerichtete […] Androhung oder Anwendung von Gewalt“ verboten. Daraus folgt das grundsätzliche völkerrechtliche Verbot einer Annexion, mithin „besitzt das umfassende Annexionsverbot im geltenden Völkerrecht heute auch eine [[Völkergewohnheitsrecht|gewohnheitsrechtliche]] Grundlage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Oliver Dörr, &amp;#039;&amp;#039;Die Inkorporation als Tatbestand der Staatensukzession&amp;#039;&amp;#039;, 1995, [https://books.google.de/books?id=5M3qDW4mJW8C&amp;amp;pg=PA67 S. 67], [https://books.google.de/books?id=5M3qDW4mJW8C&amp;amp;pg=PA105 105].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt; Nach Artikel&amp;amp;nbsp;51 beeinträchtigt die UN-Charta „im Falle eines bewaffneten Angriffs gegen ein Mitglied der [[Vereinte Nationen|Vereinten Nationen]] keineswegs das naturgegebene Recht zur individuellen oder [[Kollektive Verteidigung|kollektiven]] Selbstverteidigung. […] Maßnahmen, die ein Mitglied in Ausübung dieses Selbstverteidigungsrechts trifft, sind dem [[Sicherheitsrat der Vereinten Nationen|Sicherheitsrat]] sofort anzuzeigen […].“ Dem allgemeinen Annexionsverbot unterfällt ebenso die „Gegenannexion“, also die „Möglichkeit eines völkerrechtlichen Gebietserwerbs aufgrund einer &amp;#039;&amp;#039;rechtmäßigen&amp;#039;&amp;#039; Gewaltanwendung“ gegen den Aggressor.&amp;lt;ref&amp;gt;Oliver Dörr, &amp;#039;&amp;#039;Die Inkorporation als Tatbestand der Staatensukzession&amp;#039;&amp;#039;, 1995, [https://books.google.de/books?id=5M3qDW4mJW8C&amp;amp;pg=PA67 S. 57&amp;amp;nbsp;f.] mit weiteren Nachweisen, vgl. dagegen zur &amp;#039;&amp;#039;[[opinio iuris]]&amp;#039;&amp;#039; der Staaten bis 1945 [https://books.google.de/books?id=5M3qDW4mJW8C&amp;amp;pg=PA103 S. 103].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Selbstbestimmungsrecht und Annexionen ==&lt;br /&gt;
Urs Saxer sieht die einzige Möglichkeit zur Legalisierung einer rechtswidrigen Annexion folgenden Gebietsherrschaft in einem zustimmenden Referendum der betroffenen Bevölkerung.&amp;lt;ref&amp;gt;Urs Saxer: &amp;#039;&amp;#039;Die internationale Steuerung der Selbstbestimmung und der Staatsentstehung. Selbstbestimmung, Konfliktmanagement, Anerkennung und Staatennachfolge in der neueren Völkerrechtspraxis&amp;#039;&amp;#039;, Springer, Berlin/Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-10270-7, [https://books.google.at/books?id=fN0fBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA402 S.&amp;amp;nbsp;402].&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei kommt der Grundsatz &amp;#039;&amp;#039;[[volenti non fit iniuria]]&amp;#039;&amp;#039; zum Tragen. In der einschlägigen Fachliteratur werden noch weitere Wege genannt, die nicht auf Selbstbestimmung, sondern auf einem Konsens der staatlichen [[Souverän]]e beruhen, so der Abschluss eines [[Abtretung (Völkerrecht)|Zession]]svertrages, der freiwillige Verzicht des Inhabers der [[Gebietshoheit]] oder die Ersitzung eines zunächst rechtswidrigen Gebietserwerbs mit Wirkung &amp;#039;&amp;#039;[[ex nunc]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu Oliver Dörr, &amp;#039;&amp;#039;Die Inkorporation als Tatbestand der Staatensukzession&amp;#039;&amp;#039;, 1995, [https://books.google.de/books?id=5M3qDW4mJW8C&amp;amp;pg=PA110 S. 110&amp;amp;nbsp;f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf das [[Selbstbestimmungsrecht der Völker]] greift eine von der Bevölkerung gewünschte Sezession und der anschließende Beitritt zu einem anderen Staat zurück. Annexionen gegen den Willen der Bevölkerung stehen im Konflikt mit diesem Recht. So kommt [[Wolfgang Benedek]] beispielsweise zu dem Ergebnis, dass es [[Serbien]] wegen des Gewaltverbots der [[KSZE-Schlussakte]] verboten sei, die mehrheitlich von Serben bewohnte [[Republika Srpska]] zu annektieren, selbst wenn die Bevölkerung dieses Teilstaates dies in einem [[Referendum]] wünsche,&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Benedek, Artikel „Selbstbestimmung“ in: [[Adolf Reifferscheid]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Ergänzbares Lexikon des Rechts&amp;#039;&amp;#039;, 4/910, 2001, S. 1&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; ähnlich wie [[Kroatien]] die [[Föderation Bosnien und Herzegowina]] nicht annektieren dürfte, ohne dass [[Bosnien und Herzegowina]] als Staat dem zustimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Innerstaatliche Regelung ==&lt;br /&gt;
Die Annexion bedarf der rechtlichen Umsetzung. Völkerrechtlich greift faktisch die [[Drei-Elemente-Lehre]]. Praktisch ist eine Anerkennung durch die betroffenen Mächte zur Sicherung der Herrschaft hilfreich. So erfolgte die Annexion des [[Amt Reifenberg|Amtes Reifenberg]] durch [[Herzogtum Nassau|Nassau]] aufgrund des [[Reichsdeputationshauptschluss]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach innen wird die Annexion durch innerstaatliche [[Gesetz]]e umgesetzt. Beispielsweise wurden die von Frankreich abgetretenen Gebiete am 28. Juni 1871 mit dem Inkrafttreten des Reichsgesetzes vom 9.&amp;amp;nbsp;Juni 1871 über die Vereinigung von [[Elsass]] und [[Lothringen]] mit dem [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Daniel-Erasmus Khan]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutschen Staatsgrenzen&amp;#039;&amp;#039;, Mohr Siebeck, 2004, Teil II Kap. II Abschn.&amp;amp;nbsp;d, [https://books.google.de/books?id=V01T5VI4nZ4C&amp;amp;lpg=PA92&amp;amp;lr=&amp;amp;as_brr=3&amp;amp;pg=PA66 S.&amp;amp;nbsp;66&amp;amp;nbsp;ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; als [[Reichsunmittelbarkeit|reichsunmittelbares]] Gebiet integriert. Dieses [[Reichsland Elsaß-Lothringen]] war daher weder [[Gliedstaat|Bundesstaat]] des Deutschen Reiches noch Bestandteil einer bestimmten gliedstaatlichen [[Verfassung]]sordnung. Es wurde dem [[Bundesrat (Deutsches Reich)|Bundesrat]] unterstellt, in dem es ab 1911 auch vertreten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher sprach man von einem [[Besitzergreifung]]spatent (ein Beispiel ist das nassauische Besitzergreifungspatent für das Amt Reifenberg&amp;lt;ref&amp;gt;Gottlieb Schnapper-Arndt: &amp;#039;&amp;#039;Fünf Dorfgemeinden auf dem Hohen Taunus: eine socialstatistische Untersuchung über Kleinbauernthum, Hausindustrie und Volksleben&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Gustav Schmoller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Staats- und socialwissenschaftliche Forschungen&amp;#039;&amp;#039;, 4.&amp;amp;nbsp;Band, 2.&amp;amp;nbsp;Heft). Duncker &amp;amp; Humblot, Leipzig 1883, S.&amp;amp;nbsp;IV&amp;amp;nbsp;ff. ([https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/17120/file/schnapper.pdf Digitalisat]; PDF; 37,1&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Beispiele bis zu den Gebietsänderungen infolge des Zweiten Weltkriegs (Voll- und Teilannexionen) ==&lt;br /&gt;
* des [[Teilungen Polens|polnisch-litauischen Territoriums]] durch [[Königreich Preußen|Preußen]], die [[Habsburgermonarchie]] und das [[Russisches Kaiserreich|Russische Reich]] 1772, 1793 und 1795;&lt;br /&gt;
* der [[Krim]], der [[Taman-Halbinsel]] und des [[Kuban-Gebiet]]es durch das [[Russisches Kaiserreich|Russische Reich]] unter der [[Zar#Zarentum Russland|Zarin]] [[Katharina II.|Katharina der Großen]] 1783;&lt;br /&gt;
* des [[Fürstentum Monaco|Fürstentums Monaco]] durch das revolutionäre Frankreich 1793;&lt;br /&gt;
* der Gebiete des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reichs]] [[Linkes Rheinufer|links des Rheins]] durch die (revolutionäre) [[Erste Französische Republik]] 1794/1801;&lt;br /&gt;
* [[Georgien|Ostgeorgiens]] ([[Königreich Kartlien-Kachetien|Kartlien-Kachetiens]]) durch das Russische Reich 1801;&lt;br /&gt;
* der Freien Reichsstädte [[Augsburg]] und [[Nürnberg]] durch [[Bayern]] 1805 bzw. 1806;&lt;br /&gt;
* [[Holland]]s, Hannovers, des [[Fürstentum Salm|Fürstentums Salm]], Teile [[Westfalen]]s und der [[Hansestädte]] durch das napoleonische Frankreich um das Jahr 1810;&lt;br /&gt;
* [[Texas]] durch die [[Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten von Amerika]] 1845;&lt;br /&gt;
* des gesamten [[Schleswig-Holstein]]s, des [[Königreich Hannover|Königreichs Hannover]], [[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Kurhessens]], [[Herzogtum Nassau|Nassaus]], Teilen von [[Großherzogtum Hessen-Darmstadt|Hessen-Darmstadt]] und der [[Freie Stadt Frankfurt|Freien Stadt Frankfurt]] durch das Königreich Preußen 1866 (siehe [[Preußische Annexionen 1866]]);&lt;br /&gt;
* des [[Myanmar|Königreichs Birma]] durch das Vereinigte Königreich als Kolonie nach drei Kriegen, ab 1886 vollständig in [[Britisch-Indien]] eingegliedert;&lt;br /&gt;
* der [[Hawaii#Republik Hawaii|Republik Hawaii]] durch die Vereinigten Staaten 1898;&lt;br /&gt;
* der [[Erste Philippinische Republik|Philippinischen Republik]] durch die Vereinigten Staaten als Kolonie 1899;&lt;br /&gt;
* der [[Burenrepublik]]en [[Transvaal]] und [[Oranje-Freistaat]] durch [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] als Kolonien 1902 infolge des [[Zweiter Burenkrieg|Burenkrieges]];&lt;br /&gt;
* [[Bosnien-Herzegowina]]s durch die [[Österreich-Ungarn|Österreichisch-Ungarische Monarchie]] 1908;&lt;br /&gt;
* des Territoriums [[Südtirol]] durch [[Königreich Italien (1861–1946)|Italien]] nach Auflösung Österreich-Ungarns infolge des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] 1919 ([[Vertrag von Saint-Germain]]);&lt;br /&gt;
* des [[Sudetenland]]es 1938 von der [[Tschechoslowakei]] durch das [[NS-Staat|Deutsche Reich]] nach dem [[Münchner Abkommen]],&amp;lt;ref&amp;gt;Dies ist aber zum Zeitpunkt der Einverleibung juristisch nicht zutreffend gewesen, vgl. in diesem Zusammenhang insbes. Raschhofer/Kimminich, &amp;#039;&amp;#039;Die Sudetenfrage&amp;#039;&amp;#039;, S. 275: „Seiner völkerrechtlichen Natur nach war der Übergang der Gebietshoheit [hinsichtlich des Sudetenlandes, Anm.] von der Tschechoslowakei auf Deutschland im September 1938 nicht Annexion, sondern eine [[Adjudikation (Völkerrecht)|Adjudikation]] durch Großmächteentscheid auf Grund der Erklärung der Zessionsbereitschaft der Tschechoslowakei vom 21. September 1938 […].“&amp;lt;/ref&amp;gt; 1939 dann die [[Zerschlagung der Tschechoslowakei|faktische Annexion Tschechiens]], also der tschechisch besiedelten Landesteile der [[Tschecho-Slowakische Republik|Tschecho-Slowakischen Republik]] im Zuge der Errichtung des [[Protektorat Böhmen und Mähren|Protektorats Böhmen und Mähren]];&lt;br /&gt;
* der [[Freie Stadt Danzig|Freien Stadt Danzig]] 1939 durch das Deutsche Reich;&lt;br /&gt;
* [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|Westpolens]] 1939 durch das Deutsche Reich;&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Frackowiak (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Nationalistische Politik und Ressentiments. Deutsche und Polen von 1871 bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Berichte und Studien Nr. 64), V&amp;amp;R Unipress, Göttingen 2013, Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Volksliste als Instrument der nationalsozialistischen Germanisierungspolitik in den annektierten Gebieten Polens 1939–1945&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Kresy|Ostpolens]] durch die Sowjetunion 1939/45;&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias von Hellfeld: &amp;#039;&amp;#039;Die Genese Europas III&amp;#039;&amp;#039;, Abschn. 6. &amp;#039;&amp;#039;Der „Kalte Krieg“ – Nachkriegsordnung.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Finnland]] verlor große Teile [[Karelien]]s, durch den [[Winterkrieg]] 1939–1940 an die UdSSR;&lt;br /&gt;
* [[Estland]]s, [[Lettland]]s und [[Litauen]]s im Juli 1940 durch die UdSSR infolge des [[Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt|deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes]];&lt;br /&gt;
* [[Bessarabien]]s und der nördlichen [[Bukowina]] durch die UdSSR am 2. August 1940 infolge des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes;&lt;br /&gt;
* [[Luxemburg#Luxemburg im 20. Jahrhundert|Luxemburgs]] 1942 durch das Deutsche Reich;&lt;br /&gt;
* der [[Ostgebiete des Deutschen Reiches]] ohne das nördliche [[Ostpreußen]] durch die [[Volksrepublik Polen|VR Polen]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Die Öffentliche Verwaltung]]. Zeitschrift für Verwaltungsrecht und Verwaltungspolitik&amp;#039;&amp;#039;, Band 24 (1975), [https://books.google.de/books?id=zBkyAQAAIAAJ&amp;amp;q=ostgebiete+annexion&amp;amp;dq=ostgebiete+annexion&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjZvpuw-ZLiAhUSDewKHYNVBIU4KBDoAQhQMAg S. 369].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bernhard Kempen (Jurist)|Bernhard Kempen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die deutsch-polnische Grenze nach der Friedensregelung des Zwei-plus-Vier-Vertrages&amp;#039;&amp;#039;, Lang, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-31975-4, [https://books.google.de/books?hl=de&amp;amp;id=VK26AAAAIAAJ&amp;amp;dq=ostgebiete+annexion&amp;amp;focus=searchwithinvolume&amp;amp;q=Annexion S. 261].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Overesch]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland: Jahre der Entscheidung 1945–1949&amp;#039;&amp;#039;, [[Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung]], 1989, [https://books.google.de/books?hl=de&amp;amp;id=VDIvAAAAMAAJ&amp;amp;dq=ostgebiete+annexion&amp;amp;focus=searchwithinvolume&amp;amp;q=annexion S. 22].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Deutscher Bundes-Verlag, 1960, [https://books.google.de/books?id=FDcbAQAAMAAJ&amp;amp;q=ostgebiete+annexion&amp;amp;dq=ostgebiete+annexion&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjii6jY-5LiAhWjsKQKHXopByg4ChDoAQhPMAk S. 2008].&amp;lt;/ref&amp;gt; (durch Gesetz vom 19. Dezember 1947);&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Rehbein: &amp;#039;&amp;#039;Die westdeutsche Oder/Neiße-Debatte. Hintergründe, Prozeß und das Ende des Bonner Tabus.&amp;#039;&amp;#039; Lit Verlag, Berlin 2006 (=&amp;amp;nbsp;Politik und Geschichte 6; zugl. Diss. Univ. Hannover, 2005), ISBN 3-8258-9340-5, [https://books.google.de/books?id=grTPyVvBr2QC&amp;amp;pg=PA93&amp;amp;lpg=PA93&amp;amp;dq=ostgebiete+annexion&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=urgG8hWwyW&amp;amp;sig=ACfU3U2tXPdN8fMIHBAMNaP-nLh_5wirpw&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwi44KfWipPiAhUH6qQKHX_-B-w4PBDoATABegQICRAB#v=onepage&amp;amp;q=ostgebiete%20annexion&amp;amp;f=false S. 93].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* des [[Königsberg (Preußen)|Königsberger]] Gebiets (heutige [[Oblast Kaliningrad]]) durch die Sowjetunion am 17. Oktober 1945 und dessen Eingliederung in die [[Russische SFSR|RSFSR]] am 7. April 1946;&lt;br /&gt;
* [[sowjetische Annexion der Karpatenukraine]] 1945–1948;&lt;br /&gt;
* der Stadt [[Kehl]] durch Frankreich 1945–1953;&lt;br /&gt;
* der [[Kurilen#Territorialstreit um die Südkurilen|Südkurilen]] – die [[Kurilen]]-Inseln u.&amp;amp;nbsp;a. wurden mit der Region [[Chabarowsk]] zusammengefasst – durch die Sowjetunion am 2. Februar 1946;&lt;br /&gt;
* [[Aceh]]s durch [[Indonesien]] 1949.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktuelle Beispiele ==&lt;br /&gt;
=== Annexionen nach dem Niedergang europäischer Kolonialherrschaft, Bildung selbständiger Nationalstaaten ===&lt;br /&gt;
Übergang von Kolonialgebieten europäischer Staaten an andere Staaten als Ergebnis ihrer [[Dekolonisation]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hyderabad (Staat)|Hyderabad]] durch Indien 1948;&lt;br /&gt;
* [[Portugiesisch-Indien]] durch [[Indien]] 1961;&lt;br /&gt;
* [[Eritrea]] durch das [[Kaiserreich Abessinien]] 1961 (bis 1993);&lt;br /&gt;
* [[Westneuguinea]] durch [[Indonesien]] 1969;&lt;br /&gt;
* [[Sikkim]] durch die [[Indien|Indische Union]] 1971;&lt;br /&gt;
* [[Provinz Cabinda|Cabinda]] durch [[Angola]] 1975;&lt;br /&gt;
* [[Osttimor]] durch [[Indonesien]] 1976 (bis 2002, heute unabhängig);&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--* [[Westsahara]] durch [[Marokko]] 1976 bzw. 1979;--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Walvis Bay]] durch die [[Südafrikanische Union]] 1977 (bis 1994, heute Teil [[Namibia]]s);&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Annexionen und arabischer Nationalismus ===&lt;br /&gt;
* [[Kuwait]] durch den [[Irak]] 1990, mit dem [[Zweiter Golfkrieg|Zweiten Golfkrieg]] wurde die Annexion rückgängig gemacht;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Annexionen und chinesischer Nationalismus ===&lt;br /&gt;
* [[Tibet]] durch die [[Volksrepublik China|VR China]] 1951;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerald Schmitz, &amp;#039;&amp;#039;Tibet und das Selbstbestimmungsrecht der Völker&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 2018, S. 147; Oliver Dörr, &amp;#039;&amp;#039;Die Inkorporation als Tatbestand der Staatensukzession&amp;#039;&amp;#039;, Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1995, S. 363&amp;amp;nbsp;ff.; [[Stefan Oeter]], &amp;#039;&amp;#039;Selbstbestimmungsrecht im Wandel&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht]]&amp;#039;&amp;#039; (ZaöRV) 52, 1992, S.&amp;amp;nbsp;741–780, hier S.&amp;amp;nbsp;750, Anm.&amp;amp;nbsp;42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Annexionen im Nahostkonflikt ===&lt;br /&gt;
* [[Ostjerusalem|Ost-Jerusalem]] durch [[Israel]] u.&amp;amp;nbsp;a. auf Grundlage des [[Jerusalemgesetz]]es 1980;&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Gieler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Ausländer- und Zuwanderungspolitik. Von Afghanistan bis Zypern&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Politik: Forschung und Wissenschaft; Bd.&amp;amp;nbsp;6), Lit Verlag, Münster 2003, [https://books.google.de/books?id=pXDcPJMDaqwC&amp;amp;lpg=PA220&amp;amp;dq=annexion+durch+gesetz&amp;amp;pg=PA220&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false S.&amp;amp;nbsp;220].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Golanhöhen]] durch Israel auf Grund eines israelischen Gesetzes von 1981;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Margret Johannsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Nahost-Konflikt&amp;#039;&amp;#039;, 2., aktualisierte Auflage, VS Verlag, Wiesbaden 2009, S. 136.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Annexionen und russischer Nationalismus ===&lt;br /&gt;
* [[Annexion der Krim 2014|Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im März 2014]];&lt;br /&gt;
* [[Russische Annexion der Süd- und Ostukraine|Annexion der Süd- und Ostukraine durch Russland im September 2022]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Annexion| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Völkerrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Souveränität]]&lt;/div&gt;</summary>
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