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	<title>Anneliese Groscurth - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-13T00:33:33Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anneliese_Groscurth&amp;diff=1954311&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;MichaelSchoenitzer: Audio der Aussprache hinzugefügt</title>
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		<updated>2025-09-29T22:41:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Audio der Aussprache hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Westend Anneliese-und-Georg-Groscurth-Platz.JPG|mini|Gedenktafel am &amp;#039;&amp;#039;Anneliese-und-Georg-Groscurth-Platz&amp;#039;&amp;#039; (Mai 2012)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anneliese Groscurth&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; {{Audio|De-Anneliese Groscurth.ogg}} (* [[12. September]] [[1910]] in [[Essen]] als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anneliese Plumpe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; † [[28. September]] [[1996]] in [[Berlin]]) war eine [[Deutschland|deutsche]] [[Arzt|Ärztin]] und [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus]] in der Gruppe „[[Europäische Union (Widerstandsgruppe)|Europäische Union]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Grabstätte Trakehner Allee 1 (Westend) Georg Anneliese Groscurth.jpg|mini|Ehrengräber von Anneliese und Georg Groscurth auf dem [[Friedhof Heerstraße]] in [[Berlin-Westend]]]]&lt;br /&gt;
Anneliese Groscurth gehörte zusammen mit ihrem Ehemann [[Georg Groscurth]] sowie [[Robert Havemann]], [[Herbert Richter (Architekt)|Herbert Richter]] und dem Ehepaar [[Paul Rentsch|Paul]] und [[Margarete Rentsch]] zu den Initiatoren der Widerstandsgruppe &amp;#039;&amp;#039;Europäische Union&amp;#039;&amp;#039;. Zu ihren sechzehn 1943/44 zum Tode verurteilten Angehörigen gehörte auch ihr Mann Georg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende lebte Anneliese Groscurth mit den beiden gemeinsamen Söhnen Peter und Jan in [[Wehrda (Haunetal)|Wehrda]], kehrte aber wieder zurück nach [[Berlin-Westend|Westend]] im jetzt [[West-Berlin]]er [[Berlin-Charlottenburg|Bezirk Charlottenburg]] und arbeitete als Ärztin im bezirklichen Gesundheitsamt. Am 28. April 1951 beteiligte sie sich an der Gründung des Berliner Ausschusses für die &amp;#039;&amp;#039;Volksbefragung gegen Remilitarisierung Deutschlands und für den Abschluss eines Friedensvertrages&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.sopos.org/aufsaetze/43305ac3f3af1/1.phtml |text=Eine Geschichte aus dem alten Berlin |wayback=2010-06-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine unter Oberaufsicht der [[Sowjetische Kontrollkommission|Sowjetischen Kontrollkommission]] ständig von der [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED-Führung]] angeleitete „Schöpfung der kommunistischen Deutschlandpolitik“.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Lemke: &amp;#039;&amp;#039;Einheit oder Sozialismus. Die Deutschlandpolitik der SED 1949 bis 1961&amp;#039;&amp;#039;. Böhlau, Köln 2001, ISBN 3-412-14200-X, S. 145, dort auch das Zitat&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 9. Mai 1951 wurde sie aus politischen Gründen aus dem öffentlichen Dienst entlassen, weil sie sich gegen die [[Wiederbewaffnung]] engagierte. Im August 1951 gründete sie den „Groscurth-Ausschuss“ (siehe unten). Sie wurde als Kommunistin diffamiert und ihr wurde der Reisepass entzogen, den sie erst in den 1960er Jahren zurückerhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch eine nachhaltige [[Boykott]]-Kampagne der West-Berliner Presse, allen voran die Tageszeitung &amp;#039;&amp;#039;[[Der Tagesspiegel]]&amp;#039;&amp;#039;, konnte sie mit der eigenen Praxis ihre Familie nicht mehr ernähren und übernahm eine Anstellung in der [[Poliklinik]] des [[Berliner Rundfunk]]s in [[Ost-Berlin]]. Die Witwenrente und die [[Opfer des Faschismus|OdF]]-Hinterbliebenenrente wurden ihr ebenfalls entzogen. Auch die Zahlungen der Waisenrente für die beiden Söhne wurden eingestellt. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen, die Groscurth darum führen musste, kommentierte das LaZ-Magazin mit der Feststellung: „Die Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit hat nach 1989 in Vergessenheit geraten lassen, dass es auch im Westen politisch motivierte Rechtsbeugung gab.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/4138 |titel=Mein Jahr als Mörder |werk=lernen-aus-der-geschichte.de |hrsg=[[Lernen aus der Geschichte]] |abruf=2023-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anneliese Groscurth starb, nur zwei Wochen nach ihrem 86. Geburtstag, am 28. September 1996 in Berlin. Ihr Grab befindet sich auf dem landeseigenen [[Friedhof Heerstraße]] (&amp;#039;&amp;#039;Waldfriedhof Heerstraße&amp;#039;&amp;#039;) in Berlin-Westend.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klaus Nerger |url=https://www.knerger.de/html/groscurtsonstige_91.html |titel=Das Grab von Anneliese Groscurth |werk=knerger.de |abruf=2023-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Jürgen Mende (Historiker)|Hans-Jürgen Mende]]: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon Berliner Begräbnisstätten&amp;#039;&amp;#039;. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S.&amp;amp;nbsp;487.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie liegt dort an der Seite ihres Mannes Georg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzten Ruhestätten des Ehepaars Groscurth (Grablage: I-Erb.-Mauer) sind seit 2020 als [[Liste der Ehrengräber in Berlin|Ehrengräber des Landes Berlin]] gewidmet. Die Widmung gilt zunächst für die übliche Frist von zwanzig Jahren, kann anschließend aber verlängert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=https://www.berlin.de/senuvk/umwelt/stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/downloads/eg-liste.pdf#page=29 |text=Ehrengrabstätten des Landes Berlin (Stand: Oktober 2017) |wayback=2017-12-10}} ([[PDF]], 439&amp;amp;nbsp;kB, S.&amp;amp;nbsp;29)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.parlament-berlin.de/ados/18/IIIPlen/vorgang/d18-2864.pdf |titel=Anerkennung von Grabstätten als Ehrengrabstätten des Landes Berlin – Drucksache 18/2864 |werk=parlament-berlin.de |hrsg=[[Abgeordnetenhaus von Berlin]] |datum=2020-08-07 |format=PDF; 163&amp;amp;nbsp;kB |abruf=2023-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Groscurth-Ausschuss ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-19000-0196, Berlin, Robert Havemann mit FDJ-Mitgliedern.jpg|mini|FDJ-Mitglieder berichteten dem Ausschuss über die „Ausschreitungen des Bezirksbürgermeisters [[Willy Kressmann|Kressmann]] bei ihrer Verhaftung“, im Foto auch Robert Havemann]]&lt;br /&gt;
Als am 15. August 1951 10.000 Teilnehmer der [[Weltfestspiele der Jugend und Studenten#1951 Ost-Berlin|III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten]] die Sektorengrenze nach West-Berlin zum Zweck der [[Agitation]] in geschlossenen Formationen überschritten, war es dort zu einem Polizeieinsatz gekommen, bei dem es zahlreiche Verletzte gab.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Ruhl: &amp;#039;&amp;#039;Stalin-Kult und rotes Woodstock. Die Weltjugendfestspiele 1951 und 1973 in Ostberlin.&amp;#039;&amp;#039; Tectum, Marburg, 2009, ISBN 978-3-8288-2020-3, S. 20–33.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin wandte sich Groscurth mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit, die Vorfälle zu untersuchen. Am 28. August 1951 bildeten einige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens den „Groscurth-Ausschuss“, der in einer öffentlichen Verhandlung in Ost-Berlin Ursachen und Zusammenhänge des Polizeieinsatzes klären sollte. In der Folgezeit übernahm der Ausschuss zusätzlich die Aufgaben der [[Rechtshilfe]] des Ausschusses der &amp;#039;&amp;#039;[[Nationale Front (DDR)|Nationalen Front des demokratischen Deutschland]]&amp;#039;&amp;#039; und konstituierte sich am 2. Oktober 1951 unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Groscurth-Ausschuss zum Schutze der demokratischen Rechte und zur Verteidigung von Patrioten in Westberlin&amp;#039;&amp;#039;. Zu seiner Führung gehörte neben Groscurth unter anderem der Rechtsanwalt [[Friedrich Karl Kaul]]. Rechtshilfe sollten vor allem West-Berliner erhalten, die von Polizeigewalt, politischer Maßregelung und Verfolgung oder von Berufsverboten betroffen waren, aber auch bei Agitationseinsätzen verhaftete SED- und FDJ-Mitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* Am [[Tag der Republik (DDR)|Tag der Republik]] im Jahr 1954 erhielt sie den [[Vaterländischer Verdienstorden|Vaterländischen Verdienstorden]] der DDR in Silber „als Zeichen der Anerkennung außerordentlicher Verdienste im Kampf für die Einheit Deutschlands“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Neues Deutschland]] vom 7. Oktober 1954, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Seit dem 19. Juni 2006 ehrt [[Yad Vashem]] Anneliese Groscurth wie auch ihren Mann als „[[Gerechter unter den Völkern|Gerechte unter den Völkern]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=bsm |url=https://www.welt.de/print-welt/article224230/Gedenkstaette-Yad-Vashem-ehrt-Gerechte-unter-den-Voelkern.html |titel=Gedenkstätte Yad Vashem ehrt &amp;quot;Gerechte unter den Völkern&amp;quot; |werk=welt.de |hrsg=[[Die Welt]] |datum=2006-06-20 |abruf=2023-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Seit dem 11. August 2006 trägt eine Grünfläche (Lindenallee, 14050 Berlin) in Berlin-Westend den Namen &amp;#039;&amp;#039;Anneliese- und Georg-Groscurth-Platz&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/freiflaechen/plaetze/artikel.156584.php |titel=Anneliese- und Georg-Groscurth-Platz |werk=berlin.de |hrsg=Bezirksamt [[Charlottenburg-Wilmersdorf]] |abruf=2023-01-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Frontstadt – Terror in Westberlin&amp;#039;&amp;#039;, Hrsg. vom Groscurth-Ausschuss zum Schutze der Demokratischen Rechte und zur Verteidigung von Patrioten in Westberlin, {{DNB|990270203}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Christian Delius]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Mein Jahr als Mörder]].&amp;#039;&amp;#039; [[Rowohlt-Verlag]]: Berlin 2004, ISBN 3-87134-458-3&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/rezension-mein-jahr-als-moerder-es-faellt-kein-rechtsstaat-vom-himmel-1197849.html Es fällt kein Rechtsstaat vom Himmel] in: [[Frankfurter Allgemeine Zeitung]] vom 6. Oktober 2004&lt;br /&gt;
* [https://www.tagesspiegel.de/berlin/die-mordgedanken-des-friedfertigen-1181296.html Wie Delius am Beispiel der Familie Groscurth deutsche Geschichte erzählt] in: [[Der Tagesspiegel]] vom 27. Dezember 2004&lt;br /&gt;
* [https://www.tagesspiegel.de/berlin/spate-versohnung-1362733.html Nun wird Georg und Anneliese Groscurth in Westend ein Platz gewidmet] in: Der Tagesspiegel vom 10. August 2005&lt;br /&gt;
* [https://www.fcdelius.de/lobreden/lob_die_verlegenheit.html Die Verlegenheit vor den Guten – Georg und Anneliese Groscurth, Robert Havemann, Paul Rentsch, Herbert Richter – Gedenkfeier Yad Vashem in der Botschaft Israels am 19. Juni 2006], Friedrich Christian Delius&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.swr.de/swr2/wissen/archivradio/archivradio-stasi-baender-groscurth01/-/id=2847740/nid=2847740/did=7669264/kgsla9/ |text=SWR2 Archivradio: Die Stasi-Bänder 1951: Groscurth-Ausschuss: Eröffnung |archive-is=2013-02-12}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://db.yadvashem.org/righteous/righteousName.html?language=en&amp;amp;itemId=5419420 |text=Groscurth Anneliese (1904–1996) |archive-is=2014-12-19}}, [[Yad Vashem]] (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116866837|VIAF=37678358}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Groscurth, Anneliese}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Europäische Union (Widerstandsgruppe)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerechter unter den Völkern (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Silber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1910]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1996]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Groscurth, Anneliese&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Plumpe, Anneliese&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Ärztin und Widerstandskämpferin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=12. September 1910&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Essen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. September 1996&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin-Charlottenburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;MichaelSchoenitzer</name></author>
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