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	<title>Anna Katschenka - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-11-16T21:22:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{österreichbezogen}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anna Katschenka&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. April]] [[1905]] in [[Wien]]; † [[3. Jänner]] [[1980]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur | Autor=Oliver Lehmann, Traudl Schmidt | Titel=In den Fängen des Dr. Gross. Das misshandelte Leben des Friedrich Zawrel | Verlag=[[Czernin Verlag]] | Ort=Wien | Jahr=2001 | ISBN=3-7076-0115-3 | Seiten=160}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in Wien) war eine österreichische Krankenschwester in der Kinderanstalt „[[Am Spiegelgrund]]“ und Beteiligte an der [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] [[Kinder-Euthanasie|Kinder-„Euthanasie“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Von ihrer ehemaligen Lehrerin und Oberin der [[Krankenpflegeschule]] der Stadt Wien-Lainz, Theodora Kurer-Weiss, wird Anna Katschenka als eine der besten Schülerinnen geschildert, die den anderen durch ihren Intellekt, aber auch durch ihre starken Charaktereigenschaften überlegen gewesen sei. Katschenka besaß einen [[Sozialdemokratie|sozialdemokratischen]] Hintergrund und war kein Mitglied einer NS-Organisation. Sie war allerdings von einem [[Jude|jüdischen]] Mann geschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite web| last = Mann| first = Michael| title = The Dark Side of Democracy – Explaining Ethnic Cleansing| publisher = assets.cambridge.org| format = PDF; 167&amp;amp;nbsp;kB| accessdate = 2011-08-18| url = https://assets.cambridge.org/97805218/31307/sample/9780521831307ws.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beteiligung an der Euthanasie ==&lt;br /&gt;
Zuerst arbeitete Katschenka am [[Karolinen-Kinderspital]]. Sie war dann von 1941 bis 1945 zur Kinderanstalt „Am Spiegelgrund“ gewechselt. Grund scheint das Naheverhältnis zu ihrem früheren Chef [[Erwin Jekelius]] gewesen zu sein, der sie auch in die Vorgänge in der Kinderklinik eingeweiht und zur Geheimhaltung verpflichtet hat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Einige Tage nach meiner Anstellung im Steinhof ließ mich Dr. Jekelius in seine Ordination rufen, erinnerte mich an meinen Diensteid und an meine Pflicht, das [[Dienstgeheimnis]] stets zu wahren und erklärte mir, dass ich niemals über die Vorfälle in der Anstalt sprechen und auch keine unnötigen Fragen stellen dürfe. Er meinte, ich habe nun gesehen, welche armseligen Kinder in der Anstalt seien, denen man absolut nicht mehr helfen könne, und ich habe beobachtet wie er diese Fälle bearbeitet […]. Dr. Jekelius erklärte mir damals weiter, dass Kinder, denen absolut nicht mehr zu helfen sei, ein Schlafmittel bekämen, damit sie schmerzlos ‘einschlafen’. Später solle ein diesbezügliches Gesetz geschaffen werden, für das man aber vorher Unterlagen sammeln müsse, um das Gesetz der Allgemeinheit mundgerecht zu machen. Nach ihren Angaben war sie zur Geheimhaltung über ihre Tätigkeit verpflichtet.|Matthias Dahl: &amp;#039;&amp;#039;Die Tötung behinderter Kinder in der Anstalt &amp;quot;Am Spiegelgrund&amp;quot; 1940 bis 1945.&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katschenka arbeitete „Am Spiegelgrund“ als stellvertretende Oberschwester; die [[Pflegedienstleitung|Leitung des Pflegedienstes]] hatte Oberschwester Clara Bertha inne, die Schwester des 1942 als Leiter des Steinhofs tätigen Psychiaters [[Hans Bertha]]. Aus dem Briefwechsel mit der [[Zentraldienststelle T4|Reichsarbeitsgemeinschaft (RAG) „Heil- und Pflegeanstalten“]] geht hervor, dass Ärzten und Schwestern der [[Kinderfachabteilung]] Sonderzahlungen für ihre Tätigkeiten gewährt wurden; so erhielt Gross 200 [[Reichsmark|RM]], die Oberschwester Bertha 150 RM und die Schwestern Katschenka, Gragolj (eig. Kraguly) und Dworschak jeweils 100 RM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katschenka erwies sich auch in anderer Hinsicht als systemkonform. Im März [[Denunziation|denunzierte]] sie den Polizisten Josef Milz, der dienstlich am Spiegelgrund zu tun hatte und sich deutlich kritisch über den Umgang mit den Patienten geäußert hatte. Er wurde daraufhin von der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] verhaftet, nach dem [[Heimtückegesetz]] verurteilt und in das [[Strafvollzugslager Danzig-Matzkau|SS-Lager Danzig]] eingeliefert. Nach vier Monaten wurde er zur [[Frontbewährung]] entlassen, geriet in sowjetische [[Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg|Kriegsgefangenschaft]] und kehrte erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder nach Wien zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufarbeitung nach 1945 ==&lt;br /&gt;
Während des [[Volksgericht (Österreich)|Volksgerichtsprozesses]] Wien gegen [[Ernst Illing]], [[Marianne Türk]] und [[Margarethe Hübsch]] wurde auch die Krankenschwester Katschenka am 16. Juli 1946 als Zeugin gehört. Während der Verhandlung verwickelte sich Katschenka in Widersprüche und wurde noch im Gerichtshof festgenommen. In ihrer ersten Vernehmung am 27. Juli 1946 bekannte sie sich schuldig, an „Todesbeschleunigungen“ an Kindern beteiligt gewesen zu sein; sie sagte auch aus, dass sie im Verfahren gegen Illing und Genossen falsch ausgesagt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 8. Januar 1948 erhob die Staatsanwaltschaft Wien gegen die ehemalige Krankenschwester Katschenka Anklage wegen des Verbrechens des [[Totschlag (Österreich)|Totschlages]]. Katschenka hatte vor dem Volksgericht zugegeben, 24 „Todesbeschleunigungen“ an Kindern durchgeführt zu haben. Die Tötungsbefehle erhielt sie von ihrem Vorgesetzten [[Erwin Jekelius]], in zwei Fällen auch von [[Heinrich Gross]], später auch von [[Ernst Illing]]. Katschenka zeigte während des Volksgerichtsprozesses Reue wegen der von ihr durchgeführten Tötungen: „Die ganze Arbeit bedeutete für mich eine schwere psychische Belastung. Heute sehe ich ein, dass ich mich dadurch strafbar machte und bedaure meine Verfehlungen auf das Tiefste.“ Am 9. April 1948 wurde Katschenka zu acht Jahren schwerem [[Zuchthaus]] verurteilt. Die Tat wurde als Totschlag und nicht als [[Mord (Österreich)|Mord]] bewertet, da die Rechtsprechung bis 1997 davon ausging, dass an [[Geisteskrankheit|Geisteskranken]] oder -schwachen kein Mord im Sinne einer heimtückischen Tötung begangen werden könne, da den Betroffenen „die Einsicht fehle“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach vier Jahren (einschließlich Untersuchungshaft) wurde Katschenka am 24. Dezember 1950 bedingt aus der Haft entlassen mit einer Probezeit bis 1955. Bereits am 1. Juni 1951 konnte sie im Wiener [[St. Anna Kinderspital]] ihre Arbeit als diplomierte Kinderschwester aufnehmen. 1956 wurde sie vom [[Polizeikommissariat (Österreich)|Polizeikommissariat]] Wien-Margarethen als „gut beleumdet, ruhig und anständig“ bezeichnet. Im St. Anna Kinderspital galt sie als „umsichtige, fleißige und gewissenhafte Person“. In einem Gnadengesuch bat sie im Jahr 1956 gegenüber dem Bundesminister für Justiz [[Otto Tschadek]] um die Aufhebung der Rechtsfolgen ihrer Verurteilung.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://othes.univie.ac.at/27116/1/2013-01-31_0207129.pdf &amp;#039;&amp;#039;Kindermorde in der Zeit des Nationalsozialismus am Wiener Spiegelgrund. Be- und Entschuldigungsstrategien einer Krankenschwester vor Gericht&amp;#039;&amp;#039;], Diplomarbeit Anna Primnig, Wien 2013,  Seite 128, online, aufgerufen am 16. Januar 2021 &amp;lt;/ref&amp;gt; Sie bezeichnete sich selbst als „anständigen Menschen“, der sich der „Unterstützung würdig erweisen wird“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Urteilsspruch gegen Katschenka findet sich der Nebensatz, dass „andere Pflegerinnen die Mitwirkung trotz Befehls verweigert haben“.&amp;lt;ref&amp;gt;Karin Jirku: &amp;#039;&amp;#039;Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der österreichischen Krankenpflege&amp;#039;&amp;#039;, Wien 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Anstalt für Kinder „Am Spiegelgrund“ wurde am 30. Juni 1945 aufgelöst. Das Personal wurde von der Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ übernommen. Es ist davon auszugehen, dass weitere dieser Personen an der Ermordung der insgesamt dort umgekommenen 789 behinderten Kinder beteiligt waren; insgesamt sind etwa 90 Personen in die Kindereuthanasie verwickelt. Einige, gegen die ermittelt wurde, entzogen sich den Strafverfolgungsbehörden durch Flucht: Maria Bohlrath (* 10. Juli 1918, Kinderschwester), Erna Storch (* 18. Januar 1916, Pflegerin), Emilie Kraguly (* 4. September 1914, Pflegerin) und Klara Kleinschmittger (* 23. August 1909, Säuglingsschwester). Diese Frauen wurden bis 1958 steckbrieflich gesucht, konnten aber nicht ermittelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katschenka sollte am 22. Februar 1980 im Ehrenbeleidigungsprozess [[Heinrich Gross]] gegen [[Werner Vogt (Mediziner)|Werner Vogt]] als Zeugin der Verteidigung aussagen, starb jedoch am 3. [[Januar|Jänner]] 1980.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur | Autor=Oliver Lehmann, Traudl Schmidt | Titel=In den Fängen des Dr. Gross. Das misshandelte Leben des Friedrich Zawrel | Verlag=[[Czernin Verlag]] | Ort=Wien | Jahr=2001 | ISBN=3-7076-0115-3 | Seiten=160}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurde am Friedhof der [[Feuerhalle Simmering]] bestattet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Verstorbenensuche Wien |Name=Anna Katschenka |Friedhof=Feuerhalle Simmering |Jahr=1980}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Matthias Dahl: &amp;#039;&amp;#039;Die Tötung behinderter Kinder in der Anstalt &amp;quot;Am Spiegelgrund&amp;quot; 1940 bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; [http://www.gedenkstaettesteinhof.at/cgi-bin/file?id=2495;lang=de (PDF)]&lt;br /&gt;
* Gerhard Fürstler, Peter Malina: &amp;#039;&amp;#039;„Ich tat nur meinen Dienst“: Zur Geschichte der Krankenpflege in Österreich.&amp;#039;&amp;#039; Facultas Verlag, Wien 2004, ISBN 3-85076-619-5.&lt;br /&gt;
* Karin Jirku: &amp;#039;&amp;#039;Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der österreichischen Krankenpflege.&amp;#039;&amp;#039; Diplomarbeit, Wien 2010 [http://othes.univie.ac.at/9024/1/2010-03-17_0206426.pdf (PDF; 1,2&amp;amp;nbsp;MB)]&lt;br /&gt;
* Michael Mann: &amp;#039;&amp;#039;The dark side of democracy: explaining ethnic cleansing.&amp;#039;&amp;#039; [https://assets.cambridge.org/97805218/31307/sample/9780521831307ws.pdf (PDF; 167&amp;amp;nbsp;kB)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Katschenka, Anna}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflegefachkraft (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (NS-Krankenmorde)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1905]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1980]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Katschenka, Anna&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichische Kinderschwester und Euthanasiebeteiligte&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. April 1905&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Wien]], [[Österreich-Ungarn]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Januar 1980&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]], [[Österreich]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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