<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ann-Arbor-Modell</id>
	<title>Ann-Arbor-Modell - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ann-Arbor-Modell"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ann-Arbor-Modell&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-03T09:48:55Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ann-Arbor-Modell&amp;diff=65932&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hope4it: /* Kurzfristige Faktoren – Themen- und Kandidatenorientierung */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ann-Arbor-Modell&amp;diff=65932&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-30T12:38:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Kurzfristige Faktoren – Themen- und Kandidatenorientierung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Kausalitätstrichter nach Campbell.png|miniatur|hochkant=1.5|Kausalitätstrichter &amp;#039;&amp;#039;(funnel of causality)&amp;#039;&amp;#039; zur bildlichen Veranschaulichung der relevanten Faktoren im Ann-Arbor-Modell]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ann-Arbor-Modell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Michigan-Modell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Modell der empirischen [[Wahlforschung]]. Es wurde in den 1950er Jahren von den Sozialwissenschaftlern [[Albert Angus Campbell|Angus Campbell]], [[Gerald Gurin]] und [[Warren E. Miller]] an der [[University of Michigan]] in [[Ann Arbor]] entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Ann-Arbor-Modell zufolge lässt sich das Wahlverhalten durch das Zusammenwirken politisch-institutioneller, sozialökonomischer und psychischer Bedingungsfaktoren erklären.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Falter/Schumann/Winkler 1990, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei wird davon ausgegangen, dass die Masse der Wähler nicht vor jeder [[Wahl]] vor einer völlig neuen und damit offenen Entscheidungssituation steht. Vielmehr bringen sie längerfristig gültige Vorlieben bzw. Abneigungen gegenüber den konkurrierenden [[Politische Partei|Parteien]] mit. Die direkten Einflussfaktoren, die Einstellungen der Wähler also gegenüber den Kandidaten und den von den Parteien eingenommenen Position bei aktuellen, umstrittenen Themen, werden mit psychischen und sozialen Faktoren, in erster Linie der [[Parteiidentifikation]], verbunden. Diese „psychologische Mitgliedschaft“ in einer Partei steht dem Wähler bei jeder Entscheidung als sogenannte „standing decision“ zur Verfügung, die gewählt wird, solange keine bedeutenden anderen Faktoren dagegen sprechen. Eine durch die Parteiidentifikation bestimmte Wahl wird daher auch als „[[Normalwahl]]“ bezeichnet. Zudem beeinflusst die Parteiidentifikation indirekt auch die Wahrnehmung und Verarbeitung politischer Informationen. Die Wahlentscheidung ergibt sich somit aus dem Zusammenspiel vorangegangener Erfahrungen und subjektiver Situationsdeutungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Falter/Schumann/Winkler 1990, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Entscheidungsprozess der Wähler lässt sich im Rahmen des Ann-Arbor-Modells mit einem Trichter vergleichen, an dessen Ausgangspunkt die Wahlentscheidung steht. Die Parteibindung als langfristiger Faktor sowie die Themen und Personen als kurzfristige Einflussfaktoren sind dem vorgelagert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Langfristiger Faktor – Parteibindung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Beschreibung der sozialen [[Korrelation|Korrelate]] von Parteibindungen eignen sich insbesondere [[Soziologie|soziologische]] Modelle. Während diese Modelle ihre Grenze in der Erklärung kurzfristiger „Wählerwanderungen“ finden, sind sie außerordentlich gut geeignet, um Bedingungsfaktoren des Wahlverhaltens, die über einen langen Zeitraum wirken, zu bestimmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Zusammenhang werden in der Regel die mikro- von den makrosoziologischen Erklärungsmodellen unterschieden. Dem mikrosoziologischen Modell zufolge entstehen Parteibindungen „vor allem durch politische Sozialisation und Kommunikation mit Meinungsführern […] und durch die Tendenz des einzelnen, mit seiner Familie, seinen Freunden und Arbeitskollegen in einem möglichst spannungsfreien Verhältnis zu leben“.&amp;lt;ref&amp;gt;Falter/Schumann/Winkler 1990, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben diesem individualsoziologisch orientierten Modell lassen sich Parteibindungen auch mit makrosoziologischen Modellen erklären. Demnach sind Parteibindungen das Resultat langanhaltender Koalitionen von politischen Parteien mit gesellschaftlichen Großgruppen (beispielsweise [[Gewerkschaft]]en, [[Kirche (Organisation)|Kirchen]] etc.). Die Zugehörigkeit zu einem dieser so genannten [[Cleavage-Theorie|Cleavages]] bedingt demnach eine bleibende Affinität zu einer Partei. Die Parteibindung bleibt auch durch die gelegentliche Wahl einer anderen Partei ungefährdet, zumindest solange, wie die abweichende Stimmabgabe eine Ausnahmesituation bleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem direkten Einfluss auf die Wahlentscheidung wird auch die Einstellung der Wähler zu bestimmten Sachthemen und Kandidaten von der Parteibindung beeinflusst. „Die Parteiidentifikation hilft Menschen dabei, Kandidaten einzuschätzen, ohne sich über zahlreiche ihrer Eigenschaften informieren zu müssen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Brettschneider 2000, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt; Informationen über Politiker werden nach deren parteipolitischer Zugehörigkeit und nach subjektiven Vorurteilen somit interpretativ verarbeitet.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Kindelmann 1994, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuschauer nehmen aus Berichten vor allem das wahr, was in ihr vorgefasstes Bild vom Kandidaten passt; auch die Aufmerksamkeit ist bei Beiträgen höher, die die vorhandenen Sichtweisen stützen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Schütz 1992, S. 108; Kepplinger, Dahlem, Brosius 1993, S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wenn in empirischen Studien wiederholt eine rückläufige Entwicklung der Parteibindungen nachgewiesen wird, bleibt sie in Deutschland für das Wählerverhalten von zentraler Bedeutung.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Brettschneider 2000, S. 49.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Faktoren aber werden durch diese Entwicklung zunehmend relevanter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kurzfristige Faktoren – Themen- und Kandidatenorientierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachlassende Parteibindungen führen im Ann-Arbor-Modell zwangsläufig zu einem Bedeutungsgewinn von politischen Streitfragen und Kandidaten. Dies ist generell auch keine problematische Entwicklung. Gerade aus normativer Sicht ließen sich Anzeichen, die auf ein verstärktes themenbezogenes Wählen hindeuten, positiv werten. „Zu schön wäre doch der von sozialstrukturell vermittelten Bindungen befreite und kognitiv hoch mobilisierte Wähler, der ausschließlich an Sachthemen orientiert ist“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stern/Graner-150&amp;quot;&amp;gt;Stern/Graner 2002, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass man von einem solchen Idealfall aber kaum ausgehen kann, lässt sich anhand der rationalistischen Theorie des Wählerverhaltens erklären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt der [[Rational Choice (Wahlforschung)|Rational-Choice-Theorie]] ist ein ökonomischer Ansatz, nach dem Wähler ihre Wahlentscheidung davon abhängig machen, von welcher Option sie sich den größten persönlichen Nutzen versprechen. Als optionale Angebote auf dem Wählermarkt offerieren die konkurrierenden Parteien ihre unterschiedlichen Produkte (Wahlprogramme). Damit die Wähler herausfiltern können, welches Programm den größten individuellen Nutzen für sie generiert, müssten sie eigentlich die [[Wahlprogramm]]e der Parteien „durchforsten“. Da der Wähler in der Logik eines ökonomischen Ansatzes in der Regel dem Ziel der [[Nutzenmaximierung]], das heißt eines größtmöglichen Nutzens bei geringstmöglichem Aufwand, folgt, wird er kaum seitenlange Wahlprogramme lesen und vergleichen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Falter/Schumann/Winkler 1990, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Wesentlich kostengünstiger hingegen lassen sich Informationen über Personen erhalten. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Bewertung von Kandidaten vornehmlich über rollenferne Merkmale, wie Sympathieeinschätzungen oder die Bewertung der körperlichen Attraktivität, geschieht. In einem solchen Fall kann nicht zuletzt das Privatleben von Politikern mit ausschlaggebend sein für die Wahlentscheidung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun scheint es aber schon aus theoretischen Erwägungen wenig sinnvoll, die Wahrnehmung von Kandidaten und Themen strikt voneinander zu trennen. Vielmehr sollte in diesem Zusammenhang eine komplementäre statt einer alternativen Sichtweise der beiden kurzfristigen Einflussfaktoren eingenommen werden. „Der Wähler wählt nicht Personen statt Programme, sondern ‚Programme mit Personen‘ […]. Er wählt nicht den Kandidat&amp;lt;1..sic--&amp;gt; anstelle der Partei, sondern den Kandidaten (s)einer Partei“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stern/Graner-150&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Angus Campbell (Sozialpsychologe)|Angus Campbell]], [[Philip E. Converse]], [[Warren E. Miller]], [[Donald E. Stokes]]: &amp;#039;&amp;#039;[[The American Voter]].&amp;#039;&amp;#039; University of Chicago Press, Chicago 1980, ISBN 978-0-2260-9254-6.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen W. Falter]], Siegfried Schumann, Jürgen Winkler: &amp;#039;&amp;#039;Erklärungsmodell von Wählerverhalten.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Aus Politik und Zeitgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“. B 43/89, 20. Oktober 1989, S. 3–24.&lt;br /&gt;
* Oscar W. Gabriel: &amp;#039;&amp;#039;Parteiidentifikation, Kandidaten und politische Sachfragen als Bestimmungsfaktoren des Parteienwettbewerbs.&amp;#039;&amp;#039; In: Oscar W. Gabriel, [[Oskar Niedermayer]], Richard Stöss (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Parteiendemokratie in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag, Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-5313-3060-0, S.&amp;amp;nbsp;228–249.&lt;br /&gt;
* Harald Schoen, Cornelia Weins: &amp;#039;&amp;#039;Der sozialpsychologische Ansatz zur Erklärung von Wahlverhalten.&amp;#039;&amp;#039; In: Jürgen W. Falter, Harald Schoen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch Wahlforschung.&amp;#039;&amp;#039; VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005, S. 187–242.&lt;br /&gt;
* Eva Stern, Jürgen Graner: &amp;#039;&amp;#039;It’s the Candidate, Stupid? Personalisierung der bundesdeutschen Wahlkämpfe.&amp;#039;&amp;#039; In: Thomas Berg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Moderner Wahlkampf. Blick hinter die Kulissen.&amp;#039;&amp;#039; Vs Verlag, Opladen 2002, ISBN 978-3-8100-3532-5, S.&amp;amp;nbsp;145–167.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|Literatur der Einzelnachweise nur unvollständig angegeben, Bsp: Brettschneider 2000}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meinungsforschung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hope4it</name></author>
	</entry>
</feed>