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	<title>Anmut - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anmut&amp;diff=378774&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tango8: Die letzte Textänderung von 94.100.220.49 wurde verworfen und die Version 236760730 von Invisigoth67 wiederhergestellt. Subjecte war damals der korrekte Begriff. In direkten Zitaten wird die Rechtschreibung nicht korrigiert.</title>
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		<updated>2025-01-01T20:16:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/94.100.220.49&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/94.100.220.49&quot;&gt;94.100.220.49&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/236760730&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/236760730&quot;&gt;236760730&lt;/a&gt; von Invisigoth67 wiederhergestellt. Subjecte war damals der korrekte Begriff. In direkten Zitaten wird die Rechtschreibung nicht korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anmut&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, synonym auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grazie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist als Begriff der philosophischen [[Ästhetik]] eine Form des [[Schönheit|Schönen]], die in Bewegungen zum Ausdruck kommt, beispielsweise in performativen Künsten wie etwa dem [[Tanz]]. Der Auffassung [[Friedrich Schiller|Schillers]] in seiner Abhandlung &amp;#039;&amp;#039;[[Ueber Anmuth und Würde]]&amp;#039;&amp;#039; von 1793 folgend, versteht man unter Anmut gemeinhin jene Schönheit, die vom [[Subjekt (Philosophie)|Subjekt]] hervorgebracht wird und sich im [[Freiheit|freien]] Spiel [[Willkürmotorik|willkürlicher]] Bewegungen zeigt. Die Erscheinung einer anmutig frei bewegten Gestalt kann damit als Ausdruck einer (schönen) Seele gelten, in der [[Sinnlichkeit|Sinnliches]] und Geistiges [[Harmonie|harmonieren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;#039;&amp;#039;Anmut&amp;#039;&amp;#039; synonyme Bezeichnungen in anderen Sprachen sind etwa [[Italienische Sprache|italienisch]] &amp;#039;&amp;#039;[[sprezzatura]], leggiadria;&amp;#039;&amp;#039; [[Spanische Sprache|spanisch]] &amp;#039;&amp;#039;gracia, despejo;&amp;#039;&amp;#039; [[Französische Sprache|französisch]] &amp;#039;&amp;#039;grâce, charme, désinvolture&amp;#039;&amp;#039; oder [[Englische Sprache|englisch]] &amp;#039;&amp;#039;grace.&amp;#039;&amp;#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Historische Ursprünge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der griechischen [[Antike]] wurde Anmut sinnbildlich verkörpert in den drei [[Grazien]], die das Stilideal der &amp;#039;&amp;#039;charis&amp;#039;&amp;#039; verkörperten – in seiner dreifachen Konnotation als χαρίεις &amp;#039;&amp;#039;charíeis&amp;#039;&amp;#039; ‚lieblich, angenehm‘, χαρίζεσθαι &amp;#039;&amp;#039;charízesthai&amp;#039;&amp;#039; ‚sich freundlich zeigen; schenken‘ und χάριν εἰδέναι &amp;#039;&amp;#039;chárin eidénai&amp;#039;&amp;#039; ‚Dank abstatten, Gunst erweisen (wörtlich: Gnade wissen)‘. Wird die Einheit dieser Triade verletzt (so z. B. durch die „undankbare“ Schönheit des [[Narziss]]), so treten ihre Gegenspielerinnen, die rächenden [[Erinnyen]] auf. Wie [[Empedokles]]’ Ausspruch „Anmut haßt den Zwang“ zeigt, ist [[Freiheit]] bereits in diesem Stadium der Begriffsgeschichte ein wesentliches Element. „Anmutig“ sind in der Antike vor allem Orte und Landschaften (vgl. [[locus amoenus]]), naive [[Pastorale (bildende Kunst)|Pastoralen]] und [[Idylle]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im lateinischen [[Mittelalter]] hat der Begriff ein ähnliches moralisches Implikat: Die göttliche &amp;#039;&amp;#039;gratia&amp;#039;&amp;#039; ist die Einheit von [[Gnade (Theologie)|Gnade]] und Schönheit; in der Gnade &amp;#039;&amp;#039;sub lege&amp;#039;&amp;#039; bestätigt sich &amp;#039;&amp;#039;sub gratia&amp;#039;&amp;#039; die Schönheit der Schöpfung. In der [[Renaissance]] gewinnt der Begriff neues Gewicht, etwa mit dem klassischen [[Kontrapost]], jener Körperhaltung, die als ideale Einheit von Bewegung und Ruhe empfunden wird. Besonders hervorgehoben wird Anmut als Naturgabe ([[Baldassare Castiglione|Castiglione]]: „Anmut kann nicht gelernt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=kiWNosaymqQC&amp;amp;pg=PA291&amp;amp;lpg=PA291&amp;amp;dq=castiglione+%22anmut%22&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=t2UD5MZIez&amp;amp;sig=EuqMj4m0h7AIQwXCHwzPzQQY3vA&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=-yEIUM3HKI_T4QSSucWsBA#v=onepage&amp;amp;q=castiglione%20%22anmut%22&amp;amp;f=false Konversationskultur in der Vormoderne: Geschlechter im geselligen Gespräch, Rüdiger Schnell, Böhlau Verlag Köln Weimar, 2008], ISBN 3412201324&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[William Hogarth|Hogarths]] Theorie der &amp;#039;&amp;#039;serpentine line&amp;#039;&amp;#039; (vgl. [[Figura serpentinata]]), wie sie seine &amp;#039;&amp;#039;Analysis of Beauty&amp;#039;&amp;#039; (1753) aufstellt, beschreibt Anmut als eine dritte Linie, die sich von der Schönheitslinie ableitet und ihr die Qualität der „grace“ hinzufügt; eine These, die die Ästhetik von [[Edmund Burke]] aufgreift. Besonders in der englischen Tradition überwiegt die Gegenüberstellung von „bloß sinnlicher“ und moralischer Anmut ([[Anthony Ashley-Cooper, 3.&amp;amp;nbsp;Earl of Shaftesbury|Shaftesbury]]: „moral grace“), wobei dies illustriert wird am Kontrast zwischen der hohen [[Venus (Mythologie)|Venus]] Urania und der „vulgären“ Venus Pandemos, der „geistigen“ und der „weltlichen“ Liebe. In der französischen Diskussion dominiert eher der mathematische Aspekt, der der [[Harmonie]]: bei [[François de La Rochefoucauld]] etwa wird die Anmut definiert als „[[Je ne sais quoi]]“ und als „eine Symmetrie, deren Regeln man nicht kennt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Béatrice Deffner |url=https://www.db-thueringen.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dbt_derivate_00022302/Deffner/Dissertation.pdf |titel=Kunst als höhere Natur – Carl Ludwig Fernow Suche nach einer idealen Ästhetik (Diss.) |werk=Digitale Bibliothek Thüringen |hrsg=Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena |datum=2023-06-27 |sprache=de |abruf=2023-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Idealismus und Klassik ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert richtet sich eine vordergründig religiöse Rechtfertigungsstrategie gegen die Ästhetik des [[Hofzeremoniell]]s seit dem 17. Jahrhundert, das als bewusste Machtdemonstration zunehmend in Frage steht: Eine „begnadete“ Wirkung ist weder eine legitime Machtdemonstration noch illegitime Hochstapelei, weil Gnade von Gott kommt, unbewusst erfahren wird und nicht verantwortet werden muss. Da mit dem Höfischen jedoch auch das Religiöse an Einfluss verliert, kann die begnadete Anmut zunehmend zur selbstherrlichen werden oder mit ihr zusammenfallen wie bei Kleist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] &amp;#039;&amp;#039;[[Wilhelm Meisters Lehrjahre]]&amp;#039;&amp;#039; erfährt der Begriff der Anmut eine Politisierung. Die Opposition von Grazie und ‚Zierlichkeit&amp;#039; in diesem Roman steht stellvertretend für eine ‚bürgerliche‘ und eine ‚aristokratische‘ Anmut, wobei erstere vor letzterer eindeutig favorisiert wird. Wenn Goethe Anmut als den Gleichschritt von [[Geist]] und [[Körper (Biologie)|Körper]] definiert, greift er damit auf Gedanken der idealistischen Philosophie zurück. [[Johann Joachim Winckelmann]] hatte in &amp;#039;&amp;#039;Von der Gratie in den Werken der Kunst&amp;#039;&amp;#039; (1759) Anmut als ‚schöne Handlung&amp;#039; definiert, die also sowohl von ihrer [[Motivation]] als auch in ihrer Ausführung schön erscheint, wobei stets der Zusammenhang mit [[Würde]] gewahrt bleiben muss: Die Darstellung von [[Schmerz]] ist mit Anmut unverträglich. [[Christoph Martin Wieland|Wieland]] führt in &amp;#039;&amp;#039;Musarion oder Philosophie der Grazien&amp;#039;&amp;#039; eine Subjektivierung des Begriffs ein; Anmut ist notwendig individueller Ausdruck. [[Moses Mendelssohn]] betont in &amp;#039;&amp;#039;Über das Erhabene und Naive&amp;#039;&amp;#039; den freiheitlichen Aspekt stärker: Anmut äußere sich in ungezwungenen, spielende Bewegungen, die von vollkommener Kunstlosigkeit gekennzeichnet seien; sie ist mit der „Idee der Unschuld und der sittlichen Einfalt“ verbunden und ist somit sozusagen ‚schöne Gedankenlosigkeit‘. [[Gotthold Ephraim Lessing]], von dem die Definition „Schönheit in Bewegung“ stammt, sieht die reinste Verwirklichung von Anmut nur in der [[Poesie]], nicht etwa in der [[Malerei]] als möglich. Von [[Hegel]] stammt die Gegenüberstellung mit dem [[Erhaben]]en: Das Anmutige in der antiken Kunst ist die bewusste Aufbrechung archaischer, erhabener Starre ins Bewegte, die Humanisierung der ‚unmenschlichen&amp;#039; Skulptur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weitestreichende Beitrag stammt schließlich von Schiller: In &amp;#039;&amp;#039;[[Über Anmut und Würde]]&amp;#039;&amp;#039; (1793) wird sie definiert als willkürliche Bewegung einer „schönen Seele“, die „sympathetisch“ zu einer expressiven Gesinnung steht. Anmut ist „Schönheit, die nicht von der Natur gegeben, sondern von dem Subjecte selbst hervorgebracht wird“ und dennoch wie ein Naturschönes wirkt; sie ist sozusagen bewusste Bewusstlosigkeit. Anmut kann bei Schiller nur der Bewegung zukommen; sie steht daher im Gegensatz zum Begriff der [[Architektur|architektonischen]] Schönheit. Im Stillstand können nur Spuren früherer Bewegungen, wie etwa Gesten oder Posen, Anmut zeigen. Sie liegt in der „Freiheit der willkürlichen Bewegungen“, während die „Würde“ in der „Beherrschung der unwillkürlichen“ beruht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Heinrich von Kleist]]s Aufsatz &amp;#039;&amp;#039;[[Über das Marionettentheater]]&amp;#039;&amp;#039; bricht mit der aufklärerischen Tradition, die Anmut in ein lediglich kontingentes Verhältnis zur Reflexion gesetzt hatte. Vielmehr bestimmt Kleist sogar eine umgekehrte Proportionalität: Je dunkler die Reflexion, umso heller strahlt die Grazie, die dann erreicht ist, wenn die [[Seele]] (vis motrix) mit dem Schwerpunkt einer Bewegung gänzlich zusammenfällt. Die höchste Form dieser Anmut kann nur die vollkommen reflexionslose [[Marionette]] (oder [[Gott]]) erreichen. Insofern wird der von Christoph Martin Wieland geprägte Begriff der [[schönen Seele]], den Schiller in die idealistische Ästhetik der Grazie überführt, von Kleist aus dem Erscheinungsfeld der Grazie ausgeschlossen. In Schillers Essay ist die schöne Seele durch die Harmonie von „Sinnlichkeit und Vernunft, Pflicht und Neigung“ geprägt – „und Grazie ist ihr Ausdruck in der Erscheinung.“ Bei Kleist dagegen wird diese Seelenschönheit aus dem Erscheinungsspektrum der Anmut kategorisch ausgeschlossen, im Marionettentheater ist das Ausdruckssubjekt der Grazie nicht mehr die schöne Seele, sondern eine Marionette, ein fechtender Bär und ein Gott.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theorien der Anmut werden seit dem [[19. Jahrhundert]] selten, wobei sich in der Kunst immer wieder Reminiszenzen an ihre klassischen Elemente finden; so etwa im spielerischen Wiederaufgreifen der [[Figura serpentinata]] im [[Jugendstil]]. Hier ist wohl der enge Zusammenhang des Begriffs mit dem des [[Das Naturschöne|Naturschönen]] maßgeblich, der in der [[Moderne]] ebenfalls als antiquiert empfunden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Gerd Kleiner: &amp;#039;&amp;#039;Anmut/Grazie&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Ästhetische Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;. Historisches Wörterbuch. Band 1., herausgegeben von [[Karlheinz Barck]] et al., Metzler, Stuttgart und Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02354-4, S. 193.&lt;br /&gt;
* Burkhard Meyer-Sickendiek: Vom reizenden zum lähmenden Erröten. Kleists Transformation des Wielandschen Grazienideals, in: Kleist-Jahrbuch 2012, S. 176–200.&lt;br /&gt;
* [https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/anmutwde/anmutwde.html &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Schiller&amp;#039;&amp;#039;, Über Anmuth und Würde]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Anmut}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Anmut}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ästhetik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tugend]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tango8</name></author>
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