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	<title>Anjou - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;RaveDog: audio erg.</title>
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		<updated>2025-09-30T04:47:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;audio erg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Blason duche fr Anjou (moderne).svg|mini|200px|Das Wappen des Anjou]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anjou&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; {{IPA|ɑ̃.ʒu|Tondatei=LL-Q150 (fra)-Lyokoï-Anjou.wav}} ist der Name einer [[Historische Provinzen Frankreichs|historischen Provinz Frankreichs]] mit der Hauptstadt [[Angers]]. Die Region liegt am unteren [[Loiretal|Tal der Loire]] und ist heute vor allem als [[Anjou (Weinbaugebiet)|Weinbaugebiet]] bekannt. Sie entspricht in ihrem Umfang im Wesentlichen dem heutigen [[Département Maine-et-Loire]] und dem nördlichen Teil des [[Département Vienne|Départements Vienne]] (8975&amp;amp;nbsp;km²).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen der Provinz entspricht dem der [[Herzog von Anjou|Herzöge von Anjou]] aus dem [[Jüngeres Haus Anjou|Haus Anjou-Valois]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Anjou in France (1789).svg|mini|Anjou]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
Beschreibung: In Blau mit rotem [[Bord (Heraldik)|Bord]], drei goldene [[Lilie (Heraldik)|Lilien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die Region des späteren Anjou wurde ursprünglich vom keltischen Volksstamm der [[Andecaver]] bewohnt, die während des [[Gallischer Krieg|gallischen Krieges]] (58 bis 50 vor Christus) des römischen Politikers [[Gaius Iulius Caesar]] dem [[Römisches Reich|römischen Reich]] unterworfen wurden. Nach der Teilung [[Gallien]]s durch Kaiser [[Augustus]] 17 nach Christus gehörte das Anjou der Provinz [[Lugdunensis|Gallia Lugdunensis]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zerfall des römischen Reiches in der Zeit der [[Völkerwanderung]] lag das nördlich der Loire gelegene Gebiet Anjous im Herrschaftsbereich des [[Syagrius]], während das Gebiet am Südufer dem [[Westgotenreich]] angehörte. Der Frankenkönig [[Chlodwig I.]] besiegte nacheinander Syagrius in der [[Schlacht von Soissons (486)|Schlacht von Soissons]] (486) und die Westgoten in der [[Schlacht von Vouillé]] (507), worauf das Anjou in das [[Fränkisches Reich|Fränkische Reich]] eingegliedert wurde. Dort war es, bedingt durch die häufigen Herrschaftsteilungen der [[Merowinger]], dem Teilreich von [[Neustrien]] und nach der Teilung des Reiches unter der Dynastie der [[Karolinger]] im [[Vertrag von Verdun]] (843) dem [[Westfrankenreich]] zugehörig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hochmittelalter ===&lt;br /&gt;
==== Die Grafschaft Anjou ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Anjou - old traditional countries - fr.svg|mini|300px|Das Anjou (rot umgrenzt=heutige Départementsgrenzen)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Château de Montsoreau, depuis la rive droite de la Loire.jpg|mini|[[Schloss Montsoreau]] (erbaut um 1000 durch [[Fulko III. (Anjou)|Fulko III. Nerra]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem in den Jahren 845 und 852 Angers von den [[Normannen]] geplündert worden war, richtete König [[Karl der Kahle|Karl II. der Kahle]] die neustrische Mark ein und unterstellte diese [[Robert der Starke|Robert dem Starken]], dem Stammvater der [[Robertiner]]. Robert fiel 866 in der [[Schlacht von Brissarthe]] und seine Söhne [[Odo von Paris|Odo]] und [[Robert I. (Frankreich)|Robert]] bestiegen in den folgenden Jahren, in Konkurrenz zu den Karolingern, den westfränkischen Thron. Roberts Sohn Herzog [[Hugo der Große]] setzte zur besseren Verwaltung seiner Territorien Vizegrafen als Stellvertreter ein, so in Angers [[Ingelger]], der zum Begründer des [[Erstes Haus Anjou|ersten Hauses Anjou]] wurde. Dessen Sohn [[Fulko I. (Anjou)|Fulko I. der Rote]] nahm eigenmächtig den Titel eines Grafen an, was von Herzog Hugo um 930 anerkannt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Räumlich wurde das Anjou im Westen von den [[Grafschaft Nantes|Grafschaften Nantes]] und [[Grafschaft Rennes|Rennes]], die zum [[Bretagne|Herzogtum Bretagne]] gehörten, im Norden von der [[Maine (Provinz)|Grafschaft Maine]], im Osten von der [[Grafschaft Tours]] ([[Touraine]]) und im Süden von der [[Grafschaft Poitou]], die ein Teil des [[Aquitanien|Herzogtums Aquitanien]] war, umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Zentralgewalt der Könige nach der Thronbesteigung 987 des ersten [[Kapetinger]]s [[Hugo Capet]], den die Grafen von Anjou unterstützten, immer mehr auf die [[Île-de-France]] zurückgedrängt wurde, stieg das Haus Anjou zu einer dominierenden Macht in Westfrankreich auf. Graf [[Fulko III. (Anjou)|Fulko III. Nerra]] schlug 992 in der [[Schlacht von Conquereuil#Zweite Schlacht von Conquereuil|zweiten Schlacht von Conquereuil]] die Bretonen und dehnte seinen Einfluss durch einen umfangreichen Burgenbau bis in die Bretagne, Touraine und Maine aus. Sämtliche Burgen bestanden aus Stein, was in der damaligen Zeit eine Besonderheit darstellte. In der [[Schlacht bei Pontlevoy]] 1016 konnte er ein Vordringen des rivalisierenden [[Haus Blois|Hauses Blois]] abwehren. [[Gottfried II. (Anjou)|Gottfried II. Martel]] erweiterte die Grafschaft 1033 nach einem Sieg über den Herzog von Aquitanien um [[Moncontour (Vienne)|Moncontour]], [[Mirebeau]] und [[Loudun]]. Er fasste in der [[Saintonge]] Fuß und siegte 1044 in der [[Schlacht bei Nouy]] erneut über die Grafen von Blois, wodurch die Grafschaft Tours für Anjou gewonnen werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Graf [[Gottfried III. (Anjou)|Gottfried III. dem Bärtigen]] folgte 1060 das zweite Haus ([[Haus Château-Landon]]) in der Grafschaft Anjou nach. Gottfried III. wurde 1068 von seinem Bruder [[Fulko IV. (Anjou)|Fulko IV. dem Griesgrämigen]] verdrängt. Dessen Sohn [[Fulko V. (Anjou)|Fulko V. der Jüngere]] konnte 1109 den Konflikt über die Kontrolle des Maine gegen die [[Normandie|Herzöge der Normandie]] für sich entscheiden. Fulko V. zog in seinen späteren Jahren in das [[Heiliges Land|heilige Land]], wo er durch Heirat zum [[Königreich Jerusalem|König von Jerusalem]] aufstieg und dort eine Anjou-Dynastie begründete, die bis 1205 herrschte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Das „angevinische Reich“ ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Angevinisches Reich}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fulko hinterließ seine Besitzungen seinem ältesten Sohn [[Gottfried V. (Anjou)|Gottfried V. dem Schönen]]. Dieser hatte die Angewohnheit, einen [[Ginster]]zweig (lateinisch: &amp;#039;&amp;#039;planta genesta&amp;#039;&amp;#039;) als Helmzier zu tragen, und wurde daher &amp;#039;&amp;#039;Plantagenêt&amp;#039;&amp;#039; genannt. Diese Bezeichnung setzte sich unter seinen Nachkommen als [[Haus Plantagenet|Dynastiename]] fort, die unter diesen Namen in das Zentrum der mittelalterlichen Geschichte Europas rückten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gottfried stand durch seine Ehe mit der Erbin des [[Anglonormannen|anglonormannischen]] Reiches [[Matilda (England)|Mathilde]] am Anfang der in der modernen Forschung als „[[angevinisches Reich]]“ (&amp;#039;&amp;#039;Reich von Anjou&amp;#039;&amp;#039;) bezeichneten Länderansammlung dieser Dynastie, welche zu einem bedeutenden Machtfaktor im westlichen Europa wurde. Im Kampf gegen Mathildes Kontrahenten [[Stephan (England)|Stephan von Blois]] unterwarf Gottfried 1144 die Normandie. Beider Sohn [[Heinrich II. (England)|Heinrich]] erweiterte den Besitz seiner Familie 1152 durch Heirat mit der Herzogin [[Eleonore von Aquitanien]], die die Herzogtümer [[Aquitanien]] und [[Gascogne]] mit in die Ehe brachte. Nach dem Tod Stephans von Blois 1154 folgte er als Heinrich II. diesem als [[Königreich England|König von England]] nach, womit sich der Einflussbereich der Plantagenets von den [[Pyrenäen]] bis an die Südgrenze [[Schottland]]s erstreckte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Map France 1180-de.svg|mini|300px|Das Angevinische Reich um 1180 (in rot)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist zu beachten, dass es sich bei diesem „angevinischen Reich“ weder um ein englisches Reich noch um ein in sich geschlossenes Staatsgebilde handelte. Die kontinentalen Besitzungen der Plantagenets waren [[Lehnswesen|Lehen]] des französischen Königreiches, daher die Plantagenets für diese Gebiete [[Vasall]]en des französischen Königs. So [[Huldigung|huldigte]] zum Beispiel Heinrich II. im Jahr 1156 König [[Ludwig VII. (Frankreich)|Ludwig VII.]], dem Ex-Ehemann seiner Frau, für die betreffenden Gebiete. Dennoch war es das Ziel der französischen Könige, die Macht der Plantagenets einzuschränken. Dabei verstand es König [[Philipp II. (Frankreich)|Philipp II.]], deren internen Familienkonflikt auszunutzen, bei dem sich die Söhne mehrfach gegen den Vater Heinrich II. erhoben, teilweise ermutigt und unterstützt durch deren Mutter Eleonore von Aquitanien. Als deren Sohn [[Richard Löwenherz|Richard]] auf Betreiben der Mutter im November 1188 unter anderem auch für Anjou König Philipp II. huldigte, löste er damit ein weiteres Mal einen Konflikt mit dem Vater Heinrich II. aus. Der bedrängte Heinrich musste im Vertrag von [[Schloss Azay-le-Rideau|Azay-le-Rideau]] (Juli 1189) erneut den französischen König als Lehnsherren anerkennen und ihm mehrere Gebiete abtreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1194 eröffnete König Philipp II. einen Krieg gegen den inzwischen zum König gewordenen Richard (I.) „Löwenherz“ des Ziels, dessen Territorien zu beschlagnahmen, doch konnte Richard durch Siege bei [[Fréteval]] (1194) und [[Schlacht bei Gisors|Gisors (1198)]] diese Offensive abwehren und Philipp zu einem demütigenden Frieden zwingen. Der Tod Richards im April 1199 sollte jedoch das Ende des „angevinischen Reiches“ einleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richards Nachfolger [[Johann Ohneland]] konnte einen erneuten Zugriff König Philipps II. auf das Plantagenet-Reich zuvorkommen, indem er im Mai 1200 den Lehnseid für alle Festlandsbesitzungen der Plantagenets auf den französischen König ablegte. Doch wenige Monate später heiratete Johann die aquitanische Adelige [[Isabella von Angoulême]]. Deren erster Verlobter [[Hugo X. von Lusignan]] klagte den englischen König bei dessen Lehnsherren, dem französischen König, der Brautentführung an und gab somit König Philipp die Möglichkeit einen Hofgerichtsprozess gegen Johann in die Wege zu leiten. Nachdem Johann mehrere Vorladungen vor diesem Tribunal nicht nachkam, wurde ein Versäumnisurteil über ihn gesprochen, indem er all seiner Festlandsbesitzungen für verlustig erklärt wurde. Im Juni 1202 begann König Philipp mit der Vollstreckung des Urteils und marschierte mit einem Heer in die Touraine und anschließend in das Anjou ein. Dabei belagerte sein Protege Herzog [[Arthur I. (Bretagne)|Arthur I. von Bretagne]] im Juli des Jahres die eigene Großmutter Eleonore von Aquitanien in der Burg von Mirebeau, Johann befreite seine Mutter, indem er das Belagerungsheer schlug und seinen Neffen gefangen setzen konnte. Als Arthur ein Jahr später in seiner Gefangenschaft starb, fielen die meisten von Johanns Vasallen von ihm ab und unterwarfen sich König Philipp. Im Oktober 1206 verzichtete Johann in einem Waffenstillstand auf alle Gebiete nördlich der Loire.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kampf sollte dennoch weitergehen, als 1208 der deutsche König [[Philipp von Schwaben]] ermordet wurde. Daraufhin konnte sich Johanns Neffe [[Otto IV. (HRR)|Otto von Braunschweig]] als alleiniger König, ab 1209 Kaiser, in Deutschland durchsetzen. Beide gingen daraufhin ein Bündnis gegen Frankreich ein. Im Frühjahr 1214 drang Johann mit einem Heer in das Anjou ein, mit dem Ziel es seinem Hause zurückzuerobern. Der königliche [[Seneschall von Anjou]] [[Guillaume des Roches]], der einst ein Gefolgsmann Richard Löwenherz war, verschanzte sich in der Burg von Roche-aux-Moines (heute [[Savennières]]), welche Johann sofort belagerte. Am 2. Juli erschien Prinz [[Ludwig VIII. (Frankreich)|Ludwig VIII.]] mit einem Heer vor der Burg und schlug Johann nach einem kurzen Gefecht in die Flucht, wenige Tage später siegte Ludwigs Vater in der [[Schlacht von Bouvines]] über das Heer des Kaisers. Johann Ohneland leistete daraufhin in einem zu [[Chinon]] geschlossenen Vertrag erneut seinen Verzicht auf die Loiregebiete. Das „angevinische Reich“ fand damit sein Ende. Die Plantagenets blieben noch bis 1485 im Besitz der englischen Krone und sollten auch in Frankreich noch einige Gebiete halten, doch das Anjou wurde der [[Domaine royal|Krondomäne]] eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Anjou-Capet ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Angers Castle R01.jpg|mini|Festungswerke von [[Schloss Angers]] (erbaut um 1230 durch [[Ludwig IX. (Frankreich)|Ludwig IX.]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Anjou wurde nun von der Krone direkt regiert, bis König [[Ludwig IX. (Frankreich)|Ludwig IX.]] seinen jüngeren Bruder Prinz [[Karl I. (Neapel)|Karl I.]] 1246 mit der Grafschaft belehnte. Ludwig IX. kam damit dem Testament seines Vaters König Ludwig VIII. nach. Karl I. von Anjou galt als skrupelloser Machtmensch und war einer der mächtigsten Männer Europas seiner Zeit. Er beendete 1266 die Herrschaft der [[Staufer]] in Unteritalien, deren [[Königreich beider Sizilien|Königreich von Sizilien]] er übernahm. Dort begründete Karl die [[Haus Anjou|kapetingische Seitenlinie der Anjou]], die bis 1435 in [[Neapel]] regierte. Weiterhin stammten von ihm die [[Liste der Herrscher von Ungarn|ungarischen Könige]] von 1301 bis 1386 ab. Die Grafschaft Anjou selber sollte nicht lange bei der Dynastie verbleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätmittelalter ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anjou-Valois&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
[[Datei:Map France 1477-de.svg|mini|[[Historische Provinzen Frankreichs|Provinzen Frankreichs]] (1477). ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich der Hochzeit von [[Marguerite von Anjou-Sizilien|Marguerite d’Anjou]], der Tochter [[Karl II. (Neapel)|Karls II. von Neapel]], mit dem französischen Prinzen [[Karl I. (Valois)|Karl von Valois]] im Jahre 1290 wurde ihr das Anjou als Mitgift in die Ehe gegeben. 1297 wurde die Grafschaft zusätzlich mit der Würde einer [[Pair von Frankreich|Pairie]] ausgestattet. Beider Sohn bestieg 1328 als [[Philipp VI. (Frankreich)|Philipp VI.]] den französischen Königsthron und begründete so die [[Haus Valois|Dynastie Valois]]. Dabei wurde auch das Anjou wieder mit der Krondomäne vereint. König [[Johann II. (Frankreich)|Johann II.]] [[Apanage|apanagierte]] 1360 seinen zweiten Sohn [[Ludwig I. (Anjou)|Ludwig I.]] mit dem Anjou, welches er zugleich zu einem Herzogtum aufwertete. Ebenso wie die vorangegangenen Anjous engagierte sich die von Ludwig begründete [[Jüngeres Haus Anjou|Valois-Seitenlinie von Anjou]] in Unteritalien, nachdem er 1380 von der Königin [[Johanna I. (Neapel)|Johanna I. von Neapel]] adoptiert und als ihr Gesamterbe anerkannt wurde. Von Ludwigs Nachkommen bestieg allerdings nur „der gute König“ (&amp;#039;&amp;#039;le bon roi&amp;#039;&amp;#039;) [[René I. (Anjou)|René]] kurzzeitig den Königsthron von Neapel. Nach dem Tod des letzten Herzogs [[Karl II. (Maine)|Karl IV.]] 1481 zog König [[Ludwig XI.]] das Anjou als erledigtes Lehen wieder der Krondomäne ein. Der Titel eines Herzogs von Anjou wurde im weiteren Verlauf der französischen Monarchie an diverse königliche Prinzen verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Anjou war in der Zeit der Valois-Herzöge ein Schauplatz des [[Hundertjähriger Krieg|Hundertjährigen Krieges]]. Nach der Invasion Nordfrankreichs durch [[Heinrich V. (England)|Heinrich V. von England]] siegte im März 1421 die Armee des Dauphin [[Karl VII. (Frankreich)|Karl VII.]] im Verbund mit schottischen Truppen in der [[Schlacht von Baugé]] über die Engländer. Das Anjou wurde in der Folge von einer längeren englischen Besetzung verschont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Anjou seneschalties - 1789.svg|mini|300px|Die Seneschallate des Anjou im 18. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als König Philipp II., nach dessen Sieg über die Plantagenets, das Anjou erstmals der Krondomäne zuführte, wurde die königliche Autorität in dieser Region durch einen Seneschall (&amp;#039;&amp;#039;Sénéchal&amp;#039;&amp;#039;) vertreten, der seinen Sitz in Angers hatte. Mit der Zeit wurden mehrere Unterseneschallate (&amp;#039;&amp;#039;[[Sénéchaussée]]s secondaires&amp;#039;&amp;#039;) in [[Baugé]], [[Beaufort-en-Vallée|Beaufort]], [[Château-Gontier]] und [[La Flèche]] dem Seneschall in Angers, der nunmehr die Funktion eines Oberseneschalls (&amp;#039;&amp;#039;Sénéchaussée principales&amp;#039;&amp;#039;) wahrnahm, unterstellt. König [[Franz I. (Frankreich)|Franz I.]] richtete um 1544 zusätzlich Seneschallate in [[Loudun]] und [[Saumur]] ein. Die drei Verwaltungseinheiten waren seit 1542 gemeinsam mit den Seneschallaten der Touraine und Maine in der Généralité von Tours zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Hugenottenkriege|Religionskriege]] im 16. Jahrhundert gehörte das Anjou überwiegend der katholischen Liga an. Der Herzog von Anjou (der spätere König [[Heinrich III. (Frankreich)|Heinrich III.]]) eroberte 1568 das von den protestantischen [[Hugenotten]] gehaltene Loudun und schlug diese, unter dem [[Gaspard II. de Coligny, seigneur de Châtillon|Amiral de Coligny]], im Oktober 1569 in der [[Schlacht bei Moncontour]]. Zwei Tage nach der [[Bartholomäusnacht]] in [[Paris]] (24. August 1572) fielen in Angers mehrere Hugenotten den Massakern zum Opfer. König [[Heinrich IV. (Frankreich)|Heinrich IV.]] wies den Hugenotten in dem 1598 erlassenen [[Edikt von Nantes]] die Stadt Saumur als Sicherheitsplatz (&amp;#039;&amp;#039;places de sûreté&amp;#039;&amp;#039;) zu, wo sie eine ihrer bedeutendsten Akademien gründeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der 1789 einberufenen [[Generalstände]] war das Anjou mit 24 Abgeordneten, 16 für Angers und je 4 für Saumur und Loudun, vertreten. Nach dem Ausbruch der [[Französische Revolution|französischen Revolution]] (Juli 1789) wurden die Provinzen Frankreichs per Beschluss der [[Nationalversammlung (Frankreich)|Nationalversammlung]] 1790 durch Départements ersetzt. Das Anjou wurde dabei zu seinem größten Teil in das Département Mayenne-et-Loire, das später in [[Département Maine-et-Loire]] umbenannt wurde, eingegliedert. Das Seneschallat von Loudun und das Land um Mirebeau und Moncontour wurden dem [[Département Vienne]] zugeteilt, wo dieses Gebiet seither die westliche Hälfte des [[Arrondissement Châtellerault]] bildet. Die Stadt [[Richelieu (Indre-et-Loire)|Richelieu]] kam zum [[Département Indre-et-Loire]], [[Craon]] und [[Château-Gontier]] zum [[Département Mayenne]] sowie [[La Flèche]] zum [[Département Sarthe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiteres ==&lt;br /&gt;
* Das [[Lothringer Kreuz]] wird in Frankreich auch &amp;#039;&amp;#039;Croix d’Anjou&amp;#039;&amp;#039; genannt. Dieses Symbol war das Siegel der Valois-Herzöge von Anjou, die von 1431 bis 1473 auch in [[Lothringen]] regierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.anjou-tourisme.com/fr Die Seite des Fremdenverkehrsamtes Anjou]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4002074-5|LCCN=n/84/83917|VIAF=131398538}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anjou| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Landschaft oder Region in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Pays de la Loire)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Département Maine-et-Loire]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Département Vienne]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Département Sarthe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Département Mayenne]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;RaveDog</name></author>
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