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	<title>Anjalabund - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T20:03:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anjalabund&amp;diff=1082702&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-27132-71: Grammatik</title>
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		<updated>2025-09-29T19:57:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Grammatik&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:King Gustav III of Sweden (Lorens Pasch d.y.) - Nationalmuseum - 19407.tif|mini|Gustav&amp;amp;nbsp;III. von Schweden]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Charles XIII of Sweden.jpg|mini|Herzog Karl von Schweden]]&lt;br /&gt;
[[Datei:G M Sprengtporten.jpg|mini|Göran Magnus Sprengtporten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Catherine II by F.Rokotov after Roslin (c.1770, Hermitage).jpg|mini|Katharina&amp;amp;nbsp;II. von Russland]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anjalabund&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Schwedische Sprache|schwedisch]] &amp;#039;&amp;#039;Anjalaförbundet&amp;#039;&amp;#039;, [[Finnische Sprache|finnisch]] &amp;#039;&amp;#039;Anjalan liitto&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet man eine Gruppe [[Schweden|schwedischer]] [[Offizier]]e, die 1788 in [[Finnland]] gegen die Kriegspolitik des schwedischen Königs [[Gustav III. (Schweden)|Gustav&amp;amp;nbsp;III.]] opponierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergrund ==&lt;br /&gt;
1771 bestieg Gustav&amp;amp;nbsp;III. nach dem Tod seines Vaters [[Adolf Friedrich (Schweden)|Adolf Friedrich]] den schwedischen Thron. Bereits ein Jahr später, am 19. August 1772, gelang es ihm, in einer staatsstreichartigen Aktion [[Reichstag (Schweden)|Reichstag]] und Adel von der politischen Mitwirkung weitgehend auszuschließen. Er schaffte den [[Parlamentarismus]] ab und regierte seitdem [[Aufgeklärter Absolutismus|aufgeklärt absolutistisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Jahr 1788 markierte einen Wendepunkt hin zu einer offensiveren Außenpolitik Gustavs&amp;amp;nbsp;III. Der bis dahin eher vorsichtig agierende König entschied sich –&amp;amp;nbsp;vor allem aus innenpolitischen Gründen&amp;amp;nbsp;– für einen Angriffskrieg gegen [[Russisches Kaiserreich|Russland]], das seit 1787 durch einen [[Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (1787–1792)|Krieg]] gegen das [[Osmanisches Reich|Osmanische Reich]] geschwächt war. Durch einen inszenierten militärischen Zwischenfall im finnischen [[Puumala]] begann am 28. Juni 1788 der [[Russisch-Schwedischer Krieg 1788–1790|Russisch-Schwedische Krieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liikala-Memorandum ==&lt;br /&gt;
Der neue Krieg war in großen Teilen der schwedischen Elite unpopulär. Besonders in Finnland, das den Hauptteil der Lasten eines Krieges im Osten zu tragen hatte, herrschte im Militär Unzufriedenheit. Sechs Wochen nach Kriegsbeginn trafen sich heimlich sieben hohe schwedische Offiziere,&amp;lt;ref&amp;gt;Die Unterzeichner waren: Carl Gustaf Armfeldt, Sebastian von Otter, Johan Henrik Hästesko, Per af Enehjelm, Otto Klingspor, Karl Henrik Klick und Gustaf von Kothen.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Gustavs&amp;amp;nbsp;III. Vorgehen ablehnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie unterzeichneten in der Nacht auf den 9. August 1788 im finnischen [[Liikala]]&amp;lt;ref&amp;gt;Schreibung gelegentlich auch &amp;#039;&amp;#039;Liikkala&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; ein politisches [[Memorandum]]. Darin erklärten sie den Krieg gegen Russland nach schwedischem Staatsrecht für ungesetzlich. Sie setzten sich für Verhandlungen mit der russischen Zarin [[Katharina&amp;amp;nbsp;II.]] ein. Die Verschwörer boten Russland einen Friedensvertrag in den Grenzen von vor 1743 ([[Friede von Åbo]]) an, also mit Landgewinnen für Schweden in [[Altfinnland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Initiator des Memorandums gilt Generalmajor Carl Gustaf Armfeldt d.&amp;amp;nbsp;J. (ein Enkel des berühmten schwedischen Feldherren [[Carl Gustaf Armfeldt (1666–1736)|Carl Gustaf Armfeldt d.&amp;amp;nbsp;Ä.]]), der [[Oberbefehlshaber]] des schwedischen [[Heer]]s in Finnland war. Major Johan Anders Jägerhorn (1757–1825) erklärte sich freiwillig bereit, die Botschaft der Zarin [[Katharina II.|Katharina]] nach [[Sankt Petersburg]] zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anjalabund ==&lt;br /&gt;
Wenige Tage später fand das Liikala-Memorandum weitere Unterstützung. Am 12. August&amp;lt;ref&amp;gt;{{Meyers Online|1|595|spezialkapitel=Anjalabund}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde auf dem Gutshof von [[Anjala]] am Fluss [[Kymijoki]] eine Solidaritätserklärung für die sieben Offiziere verfasst. Darin unterstützten 113 schwedische Militärangehörige&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://hirvela.boardsxp.com/viewtopic.php?p=186&amp;amp;sid=da796d49c6c182b0222bc2fcdbe70003 |wayback=20160131181318 |text=Faksimile}}&amp;lt;/ref&amp;gt; das Liikala-Memorandum. Nach dem Ort der Zusammenkunft werden die Teilnehmer unter dem Begriff Anjalabund zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Exemplar der Solidaritätsadresse sandten die einflussreichen Unterzeichner an den schwedischen König, der nicht weit entfernt sein [[Heerlager]] hatte. Sie bezeichneten darin den [[Waffengang]] gegen Russland als schwedischen Angriffskrieg, der nicht zu gewinnen sei, gelobten aber uneingeschränkt die Verteidigung des Vaterlands, falls Zarin Katharina das vorgeschlagene Friedensangebot ablehnen sollte. Auch sie forderten in der für Schweden kritischen Lage die Einberufung des Reichstags.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die starken Persönlichkeiten hinter dem Unterstützungsbrief für die Männer von Liikala sollen Johan Anders Jägerhorn und Karl Henrik Klick gewesen sein. Auch der einflussreiche [[Georg Magnus Sprengtporten|Göran Magnus Sprengtporten]] (1740–1819) gehörte zu den Unterstützern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anjalabund wurde von wichtigen Amtsträgern des Reichs, vor allem in Finnland, befördert. Sogar Herzog [[Karl XIII. (Schweden)|Karl]], dem Bruder des Königs, wurden Sympathien nachgesagt. In mehreren Briefen an Gustav&amp;amp;nbsp;III. warb er um Verständnis für die erhobenen Forderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem zeigte sich der Anjalabund unzufrieden, dass Gustavs Angriffsplan gegen die Stadt [[Sankt Petersburg]] in den ersten Tagen des Krieges gescheitert und es zu keiner Eroberung der wichtigen finnischen Städte [[Savonlinna]] und [[Hamina]] gekommen war. Daneben zeigten Teile des Anjalabunds in Ansätzen separatistische Tendenzen des finnischen Reichsteils gegenüber dem schwedischen Kernland. Allgemein spielte das Unbehagen über den zunehmend absolutistischen Herrschaftsstil des Königs und die Abschaffung der [[Schwedische Verfassung von 1772|Verfassung von 1772]] eine tragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== &amp;#039;&amp;#039;Avertissement&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Am 25. August erschien ein weiteres Dokument, das sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Avertissement&amp;#039;&amp;#039;, das ebenfalls Mitgliedern des Anjalabunds zugeschrieben wird. Darin wird den Forderungen vom 12./13. August Nachdruck verliehen, ein Anschluss der in Finnland befindlichen schwedischen Truppenverbände an den Anjalabund propagiert und eine Einberufung des Reichstags gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jägerhorns Mission nach Sankt Petersburg ==&lt;br /&gt;
Major Johan Anders Jägerhorn überbrachte als Vertreter des Anjalabunds seine Botschaft am 23. August 1788 der Zarin Katharina am Hof in Sankt Petersburg als geheimer Friedensfühler.&amp;lt;ref&amp;gt;Das übergebene Originaldokument, das nicht unterzeichnet ist, wird heute im Archiv des russischen Außenministeriums in Moskau verwahrt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings überschritt Jägerhorn bei weitem sein Mandat und sprach von dem Wunsch der Offiziere, einen finnischen Landtag einzuberufen, der im Konflikt zwischen Schweden und Russland neutral sein wolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zarin Katharina zeigte Interesse am Anjalabund, da ihr eine Spaltung der schwedischen Elite nützlich war, lehnte aber eine öffentliche Unterstützung der Verfasser des Memorandums ab. Auf diplomatische Intervention [[Preußen]]s und [[Königreich Großbritannien|Großbritanniens]] hin, die Interesse an einem Krieg zur Schwächung Russland hatten, war der Anjalabund letztlich außenpolitisch als Friedensinitiative folgenlos. Jägerhorn selbst flüchtete im November 1788 nach Russland und trat in die Dienste der Zarin ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gustavs&amp;amp;nbsp;III. Reaktion ==&lt;br /&gt;
Gustav&amp;amp;nbsp;III. erfuhr unmittelbar von der Reise Jägerhorns nach Sankt Petersburg, die ihm als möglicher Vorbote eines militärischen Umsturzversuchs in Schweden erschien. Bereits Mitte August 1788, als er Kenntnis vom Liikala-Memorandum erhielt, sah der in Finnland weilende Gustav&amp;amp;nbsp;III. eine Gefahr für sich unter den möglicherweise zum [[Putsch]] bereiten Offizieren des Anjalabunds. Am 26. August übergab er die Befehlsgewalt über die schwedischen Truppen im Osten an Herzog Karl. Der König begab sich nach Westschweden, wo mit dem Kriegseintritt [[Dänemark]]s am 21. August 1788 eine neue Front eröffnet worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
König Gustav&amp;amp;nbsp;III. sah im Vorgehen des Anjalabunds [[Hochverrat]]. Begünstigt wurde er dadurch, dass sich die öffentliche Stimmung in Schweden zu Gunsten des Königs änderte, vor allem durch das sich abzeichnende Ende des Krieges mit Dänemark. Um die Jahreswende 1788/89 ließ er die Anführer der Verschwörung verhaften. Im Frühjahr 1789 wurden sie nach [[Stockholm]] gebracht. Die Prozesse zogen sich bis zum April 1790 hin. Zwei Verschwörer flohen nach Russland, neun weitere wurden zum Tode verurteilt. Allerdings wurde das [[Todesstrafe|Todesurteil]] nur an Oberst Johan Henrik Hästesko aus [[Mikkeli]] am 8. September 1790 vollstreckt. Die anderen wurden zu Haftstrafen oder zur Deportation auf die schwedische Karibik-Insel [[Saint-Barthélemy (Insel)|Saint Barthélemy]] verurteilt, später teils auch begnadigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gustav&amp;amp;nbsp;III. nutzte den Anjalabund geschickt als Propaganda in eigener Sache und erreichte damit, dass sich die Volksmeinung wieder stärker dem König zuwandte. Mit dem Vereinigungs- und Sicherheitsgesetz (schwedisch &amp;#039;&amp;#039;Förenings- och säkerhetsakten&amp;#039;&amp;#039;) von 1789 nahm er dem [[Reichstag (Schweden)|Reichstag]] sogar das Recht zu Gesetzesinitiativen, schaffte den [[Reichsrat (Schweden)|Reichsrat]] faktisch ab und festigte den [[Absolutismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Carl Magnus Creutz: &amp;#039;&amp;#039;Anjala-förbundet.&amp;#039;&amp;#039; Bidrag till dess historia. Efter enskilta och offentliga handlingar. Norstedt, Stockholm 1848.&lt;br /&gt;
* Ilkka Mäntylä: &amp;#039;&amp;#039;Kustavilainen aika.&amp;#039;&amp;#039; Teoksesta Suomen historian pikkujättiläinen. Weilin + Göös, Espoo 1986, WSOY, Helsinki 1987, ISBN 951-35-2493-0&lt;br /&gt;
* {{NordFamilje |Lemma= |Auflage=2 |Band=1 |Spalte=1042}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.mikkeli.fi/fi/sisalto/03_mikkeli_tieto/02_historia/17_ajankuvia_tapahtumista_ja_ilmioista/16_liikkalan_nootti|wayback=20130928132442|text=Liikkalan nootti 9.8.1788|format= |()= |original= }} (finnisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwedische Geschichte (18. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finnische Militärgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1788]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verschwörung]]&lt;/div&gt;</summary>
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