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	<title>Anima motrix - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T08:21:21Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anima_motrix&amp;diff=412834&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bautsch: /* Einleitung */ Joseph Justus Scaliger</title>
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		<updated>2025-05-18T22:20:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einleitung: &lt;/span&gt; Joseph Justus Scaliger&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anima motrix&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein von dem [[Astronom]]en [[Johannes Kepler]] verwendetes –&amp;amp;nbsp;aber nicht zutreffendes&amp;amp;nbsp;– Konzept im Rahmen seiner Planetentheorie, von der sich die heute als [[Keplergesetze]] bezeichneten Zusammenhänge erhalten haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kepler kannte nicht die Theorie der [[Gravitation]], die die Planeten in ihrer Umlaufbahn hält. Stattdessen spekulierte er, dass von der Sonne eine sich strahlenförmig ausbreitende, [[magnet]]artige Wirkung, ausgehe, die ebendiese Aufgabe erfülle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Anima motrix:&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;math&amp;gt;k \sim {1\over r^2} &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er nannte sie die  &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|anima motrix}}&amp;#039;&amp;#039;, „Seele des Bewegers“, ein Konzept, das auf [[Joseph Justus Scaliger]]s Lehre der bewegenden Seelenkräfte zurückgeht, die noch tief in der [[Impetuslehre]] der [[Scholastik]] verwurzelt ist. Kepler bezeichnete sie als eine {{&amp;quot;|gewisse göttliche Kraft}} (KGW&amp;amp;nbsp;I,&amp;amp;nbsp;56), zu der noch die Seele der Himmelskörper hinzutritt, auf die die motrische Anima wirken kann (KGW&amp;amp;nbsp;I,&amp;amp;nbsp;77), und so die himmlischen Bahnen erzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beziehung der Intensität der Anima motrix zur Entfernung zwischen Sonne und Planet dachte er sich analog zur Abnahme der Intensität des [[Licht]]es bei Entfernung von einer Lichtquelle, wobei die Wirkung der Anima motrix auf die Umlaufbahn der Planeten beschränkt war. Diesen Effekt nannte er &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|vigor motus}}&amp;#039;&amp;#039;, die „(Lebens-)Kraft der Bewegung“. Kepler spricht ausdrücklich davon, dieser Zusammenhang sei {{&amp;quot;|ganz deutlich dieselbe Gesetzmäßigkeit für die aus der Sonne heraustretenden Ströme von Licht und Kraft}} (KGW&amp;amp;nbsp;XIV,&amp;amp;nbsp;280.653–657).&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. übers. {{Literatur |Autor=Bialas |Titel=Kepler |Datum=2004 |Seiten=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kepler distanziert sich damit als erster dezidiert vom [[Aristoteles|aristotelischen]] Konzept des &amp;#039;&amp;#039;[[Erste Ursache|ersten Bewegers]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. &amp;#039;&amp;#039;Erster Beweger&amp;#039;&amp;#039; in: [[Microsoft Encarta]]&amp;lt;/ref&amp;gt; ({{elS}} &amp;#039;&amp;#039;proton kinoun akineton&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|primum movens}}&amp;#039;&amp;#039;), den Urgrund, der alle Sphären des Kosmos durchströmt, und überall gleich wirkt: Er hätte jedem Körper eine konstante [[Winkelgeschwindigkeit]] verleihen müssen (Aristoteles: &amp;#039;&amp;#039;[[Über den Himmel|De Caelo]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;II.10), was er später mit seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Zweites Keplergesetz|Lex secunda]]&amp;#039;&amp;#039; widerlegt, und er hätte [[proportional]] zum Abstand vom Weltmittelpunkt wirken müssen, während Kepler die quadratisch-proportionale Wirkung benötigt, um seine Planetentheorie zu formulieren. In dem Maß, in dem die Anima von der Sonne aus abnimmt, nimmt auch der Bewegungs[[impuls]] (&amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|motus impressio}}&amp;#039;&amp;#039;, KGW&amp;amp;nbsp;V,&amp;amp;nbsp;121) der Himmelskörper ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kepler hat die Anima motrix schon sehr früh formuliert, bereits um 1600 geht er (in Briefwechseln belegt) auf die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|virtus motrix}}&amp;#039;&amp;#039; „[[Vermögen (Fähigkeit)|Vermögen]] des Bewegers“ oder &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|vis motrix}}&amp;#039;&amp;#039; „Kraft des Bewegers“ über (KGW&amp;amp;nbsp;III,&amp;amp;nbsp;113). Bialas&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bialas.88&amp;quot; /&amp;gt; sieht darin einen ganz fundamentalen Schritt weg von aristotelisch-metaphysischen Konzepten der Seele hin zu dem der [[Kraft|Kräftelehre]], und damit einer physikalisch fundierten [[Himmelsmechanik]] anstelle von kosmogonisch verursachten Phänomenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die quadratische Proportionalität hat Kepler erkannt, aber die [[Masse (Physik)|Masse]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;abhängigkeit, und auch die gegenseitige Wirkung der Körper aufeinander (den Charakter der [[Grundkräfte der Physik|Wechselwirkung]]), die für Kepler noch undenkbar war, führte erst [[Isaac Newton|Newton]] mit seinem [[Gravitationsgesetz]] der 1680er ein. Die [[Feldtheorie (Physik)|Feldtheorien]] des späten 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts gehen fälschlich davon aus, dass die Gravitation nicht propagiere (sich ausbreite), sondern eine [[Nahwirkung und Fernwirkung|Fernwirkung]] –&amp;amp;nbsp;und daher etwas fundamental anderes als Licht&amp;amp;nbsp;– sei. Mit seiner Assoziation zum [[Magnetismus]], der in seiner Zeit ebenfalls gerade erst formuliert wurde, lag Kepler dahingehend näher.&amp;lt;ref&amp;gt;Darauf, dass Kepler mit den Studien des [[Domenico Maria da Novara]], dem Bologneser Lehrer des [[Nikolaus Kopernikus|Kopernikus]], zum [[Erdmagnetismus]] vertraut war, weist schon [[Siegmund Günther]] 1888 hin. {{Literatur |Autor=Siegmund Günther, Wilhelm Windelband |Hrsg= |Titel=Geschichte der antiken Naturwissenschaft und Philosophie |Verlag=Beck |Ort=Nördlingen |Datum=1888}} Nach {{Literatur |Autor=Bialas |Titel=Kepler |Datum=2004 |Seiten=90}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Allgemeine Relativitätstheorie|allgemeinen Relativitätstheorie]] werden dagegen [[Gravitationswelle]]n, also eine Ausbreitung der Gravitation, vorhergesagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Johannes Kepler&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Max Caspar&lt;br /&gt;
   |Titel=Harmonices Mundi libri V&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Gesammelte Werke (KGW)&lt;br /&gt;
   |Verlag=C.H. Beck&lt;br /&gt;
   |Ort=München&lt;br /&gt;
   |Datum=1990&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-406-01648-0&lt;br /&gt;
   |JahrEA=1938}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Volker Bialas&lt;br /&gt;
   |Titel=Johannes Kepler&lt;br /&gt;
   |Band=566 Beck’sche Reihe&lt;br /&gt;
   |Verlag=C.H.Beck&lt;br /&gt;
   |Ort=München&lt;br /&gt;
   |Datum=2004&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-406-51085-4&lt;br /&gt;
   |Kapitel=2.2 &amp;#039;&amp;#039;Die Physikalisierung der Astronomie im trinitarischen Kosmos&amp;#039;&amp;#039; c)&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Physikalische Begründung der Himmelsbewegung&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
   |Seiten=88–96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bialas.88&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=Bialas&lt;br /&gt;
 |Titel=Kepler&lt;br /&gt;
 |Datum=2004&lt;br /&gt;
 |Seiten=88}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überholte Theorie (Astronomie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Johannes Kepler]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bautsch</name></author>
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