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	<title>Anglo-Normannische Architektur - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anglo-Normannische_Architektur&amp;diff=894270&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Khatschaturjan: /* Begriff */</title>
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		<updated>2026-03-09T19:28:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Begriff&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Tower of London White Tower.jpg|miniatur|[[White Tower]] in London]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Durham Cathedral - geograph.org.uk - 1183186.jpg|miniatur|hochkant|Mittelschiff von [[Durham Cathedral]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anglo-Normannische Architektur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Epoche der [[England|englischen]] Architekturgeschichte und entspricht der europäischen [[Romanik|Hoch- und Spätromanik]] im 11. und 12. Jahrhundert. Nach der [[Normannische Eroberung Englands|Eroberung Englands]] durch [[Wilhelm I. (England)|Wilhelm I.]] im Jahr 1066 fand der [[Normannische Architektur|normannische Baustil]] dort in seiner „anglo-normannischen“ Ausformung Verbreitung und löste damit die Baustile der [[Vorromanik|vorromanischen]] [[Angelsächsische Architektur|angelsächsischen Architektur]] ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf ihn folgt die erste Stufe der [[Gotik|gotischen]] Architektur Englands – der &amp;#039;&amp;#039;[[Early English Style]]&amp;#039;&amp;#039;, dem dann noch der &amp;#039;&amp;#039;[[Decorated Style]]&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;[[Perpendicular Style]]&amp;#039;&amp;#039; nachfolgten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff ==&lt;br /&gt;
Mit dem Terminus „Anglo-Normannische Architektur“ wird heute die im [[Vereinigtes Königreich|Vereinigten Königreich]] verbreitete Form der normannischen Architektur bezeichnet und damit von der ursprünglichen normannischen Architektur der [[Normandie]] sowie der [[Normannisch-arabisch-byzantinische Kunst|christlich-islamischen Mischarchitektur]] in Süditalien und Sizilien unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dethard von Winterfeld |Titel=Romanische Baukunst in der Normandie und in England |Reihe=Kunsthistorische Arbeitsblätter |NummerReihe=3.2.4 |Verlag=Deubner Verlag für Kunst, Theorie und Praxis |Ort=Köln |Datum=2008 |Seiten=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Architekt und Antiquar [[Thomas Rickman (Architekt)|Thomas Rickman]] hatte im Jahr 1817 erstmals die romanische Baukunst Englands als „normannisch“ bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dictionaryofarthistorians.org&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Thomas Rickman |url=https://arthistorians.info/rickmant |zugriff=2016-02-14 |werk=[[Dictionary of Art Historians]] }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In seinem 1817 erschienenen Werk &amp;#039;&amp;#039;An Attempt to Discriminate the Styles of English Architecture from the Conquest to the Reformation&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;dictionaryofarthistorians.org&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Rickman |Titel=An attempt to discriminate the styles of English architecture, from the conquest to the reformation |Verlag=Longman, Hurst, Rees, Orme, Brown|Ort=London |Datum=1819-01-01 |Online={{archive.org|anattempttodisc01parkgoog}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt; charakterisierte er die mittelalterlichen Baustile Englands nach stilistischen und chronologischen Gesichtspunkten in &amp;#039;&amp;#039;Normannisch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Early English&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Decorated&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Perpendicular&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Entwicklung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mairie de Caen abbaye aux hommes St Etienne 702.JPG|mini|Westfassade von [[St-Étienne de Caen|St-Étienne]] in [[Caen]], ein Vorbild für die anglo-normannische Architektur]]&lt;br /&gt;
Die anglo-normannische Architektur bildete sich nach der Eroberung Englands durch die Normannen unter [[Wilhelm I. (England)|Wilhelm dem Eroberer]] im Jahr 1066 aus, der die [[romanische Architektur]] der Normandie nach England brachte. Als beispielhaft gelten die großen romanischen Kirchen von [[Abtei Jumièges|Jumièges]] (1037–1067), die [[Mont-Saint-Michel (Abtei)|Abteikirche]] auf dem [[Le Mont-Saint-Michel|Mont-Saint-Michel]] (1024–84) und [[Ste-Trinité (Caen)|Sainte Trinité]] und [[St-Étienne de Caen|Saint-Étienne]] in [[Caen]] (begonnen 1062 und 1064), die unter Wilhelm I. entstanden waren, mit Formen, wie sie ähnlich wenig später im eroberten England auftraten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=|Titel=Lexikon der Weltarchitektur|Hrsg=|Sammelwerk=|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=|Ort=|Datum=218|Seiten=|ISBN=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings lassen sich normannische Einflüsse schon vorher festhalten, etwa im „sächsisch-normannischen Mischstil“ ab ca.&amp;amp;nbsp;1050–65 beim Neubau der [[Westminster Abbey]] durch [[Eduard der Bekenner|Edward den Bekenner]], der im Exil in der Normandie aufgewachsen war und so mit der romanischen Bauweise vertraut war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eroberung Englands durch die [[Normannen]] im Jahr 1066 wurden auch die Gesellschaft, die Kirche und damit auch die Architektur normannisiert. Der normannische Machtanspruch zeigte sich zuerst an Burgen samt [[Keep]] und [[Kastellburg|Kastellen]], später an Kloster- bzw. Abtei- und Kathedralkirchen. Fast alle wichtigen Kirchen wurden neu errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauformen ==&lt;br /&gt;
Die bisher existierenden angelsächsischen Saalbauten hatten mit den mächtigen Kirchen der normannischen Tradition wenig gemeinsam. Für die großen Neubauten ist die additive Anordnung der Raumteile signifikant. Die Teile sind gleichwertig einander zugeordnet. Ein „Raumganzes“ wird nicht angestrebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Ornamentik ist das normannische Zickzackband legendär geworden, daneben Zinnen-, Ketten- und Rollmuster – also vor allem geometrische Formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von ausschlaggebender Bedeutung für den Gewölbebau war die [[Durham Cathedral|Kathedrale von Durham]], die um das Jahr 1104 als erste große Kirche ein [[Kreuzrippengewölbe]] im Mittelschiff einführte, damit auf Caen und St-Etienne in [[Beauvais]] einwirkte und dieser Gewölbeform den Triumphzug durch Europa ermöglichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Langhaus (Kirche)|Langhäuser]] der normannischen Kirchen sind auffallend langgestreckt: die [[Abtei von St Albans|St. Albans]] hat 10 Joche, die [[Kathedrale von Winchester|Winchester]] 11, die [[Kathedrale von Ely|Ely]] 13 und die [[Kathedrale von Norwich|Norwich]] 14. Die Querhäuser und die [[Chor (Architektur)|Chöre]] sind ebenfalls langgestreckt. In der Normandie gab es maximal zwei Chorjoche, später in [[Kathedrale von Gloucester|Gloucester]], [[Kathedrale von Chichester|Chichester]] und [[Kathedrale von Lincoln|Lincoln]] drei, in St. Albans, Ely und Norwich vier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu der normannischen Tradition gehörte anfangs der [[Staffelchor]] ([[Westminster Abbey|Westminster]], [[Kathedrale von Canterbury|Canterbury]], [[Old Sarum#Die Zeit nach der normannischen Eroberung Englands|Old Sarum]], St. Albans, [[Kathedrale von Rochester|Rochester]], Ely, Durham, [[Kathedrale von Oxford|Christchurch]] und Lincoln) und der Chorumgang mit [[Kapellenkranz]] ([[Battle Abbey]], Canterbury II, Winchester, Gloucester, Tewkesbury, Chichester und Norwich). Nach der Jahrhundertwende wandelte sich das Bild unter dem Einfluss der [[Reformorden]] und der [[Rechteckchor]] wurde bevorzugt (Southwell, Old Sarum II, [[Hereford Cathedral|Hereford]], Romsey). Zu dieser reichen Ausformung der Ostteile gehörte die Entwicklung von weiträumigen Hallenkrypten (Canterbury, Winchester, Gloucester, Worcester, Rochester).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das traditionelle normannische Stützensystem wird im Westen und Norden Englands verändert und der [[Rundpfeiler]] wird zur Norm (Gloucester, Tewkesbury, Worksop, [[Dunfermline]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wandaufriss ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jahrbuch MZK Band 03 - Gewölbesystem - Fig 62 Von der Kathedrale zu Durham.jpg|mini|Wandaufriss von Durham Cathedral]]&lt;br /&gt;
Bis gegen Ende des 11. Jahrhunderts hielt sich der klare Aufbau normannischer Tradition und erst im Verlauf des 12. Jahrhunderts machten sich Abweichungstendenzen und Formenvielfalt bemerkbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== St. Albans ===&lt;br /&gt;
Am Anfang steht die Abteikirche von [[Abtei von St Albans|St. Albans]], da die Aufrisse der wohl älteren Lanfranc-Kirche von Canterbury, Wilhelms &amp;#039;&amp;#039;Battle-Abbey&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Old Sarum&amp;#039;&amp;#039; sind nicht mehr nachzuweisen sind. Charakteristisch bei St. Albans sind die Flächen- und Massenhaftigkeit der Wand, die Schlichtheit im Aufbau und die Beschränkung in der Form. Vom ursprünglichen Langhaus sind noch sechs Joche der Nordwand erhalten. Die Stützenzone ist bezeichnet durch die Reihung abgetreppter, mauerhafter Pfeiler und tiefgestufter [[Archivolte]]n. Darüber weiten sich [[empore]]nartige Rundbogenöffnungen mit sich verengendem Gewände auf die Seitendächer. Im [[Obergaden]] finden sich [[Rundbogenfenster]] mit Mauerlaufgang. Flache, rechteckige Vorlagen markieren die Jochfolge, schmale verkröpfte Schmiegengesimse die Geschosse. Im Querhaus und im offenen [[Vierungsturm]] haben sich Doppelarkaden erhalten. Alles das lässt die Anknüpfung an normannische Vorbilder zunächst nur schwer erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Winchester ===&lt;br /&gt;
Als Derivation der Festlandsarchitektur erweist sich das Querhaus von [[Kathedrale von Winchester|Winchester]] mit seinem strengen, klar gegliederten Wandsystem. Die hufeisenförmigen, mit Unterzug versehenen [[Scheidbogen]] stehen über Kreuzpfeilern mit ein- und vorgestellten [[Halbsäule]]n. Darüber liegen tiefgestufte, zweiteilige Emporenarkaden und im Obergaden ein alternierender Säulenlaufgang vor den Fenstern. Die Joche sind durch halbrunde [[Dienst (Architektur)|Dienste]] auf rechteckigen Vorlagen gegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ely ===&lt;br /&gt;
Im [[Querhaus]] von [[Kathedrale von Ely|Ely]] (1081–1099) wird erstmals der [[Stützenwechsel]] aufgenommen. Im Erdgeschoss werden Rundpfeiler von je zwei Kreuzpfeilern mit Halbsäulenvorlagen zu „Doppelarkaden“ zusammengezogen. Diese Anordnung setzt sich leicht variiert in der Emporenzone fort. Der Fensterlaufgang ist weiter aufgebrochen als in Winchester.&lt;br /&gt;
[[Datei:Durham MMB 01 Cathedral.jpg|mini|Kathedrale von Durham]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Durham ===&lt;br /&gt;
Der Stützenwechsel wird 1093 in der Abteikirche von Durham in prägnanter Weise ausgebildet, in der Alternierung von massigen, mit Vorlagen umstellten Kreuzpfeilern und wuchtigen, profilierten Rundstützen. Dadurch entsteht ein großer, langsamer Rhythmus von Doppeljochen, die von weit hervortretenden Dienstbündeln begrenzt werden. Die hier auftretende Höhentendenz steht in der Tradition von [[Notre-Dame (Bernay)|Bernay]], [[Abtei Jumièges|Jumièges]] und La Trinité in Caen. Gleichzeitig schrumpft die Emporen- und Obergadenzone in erheblichem Maße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Dienste setzen schwere, profilierte Gurtrippen auf, welche das siebenteilige [[Gewölbe|Kreuzrippengewölbe]] einbinden. Die Mittelkappen lagern im Langhaus auf Konsolen, während sie im Chor auf Säulenbündeln aufsetzen. Reiche Dekorationen an plastischen Gliedern erleichtern die Mauerschwere. Die Bogenläufe sind bis in die Rippen mit Zickzackwülsten belegt, die Zylinderpfeiler mit Kanneluren, Rauten- und Zickzackmustern dekoriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gewölbe ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Durham Cathedral. Interior.jpg|miniatur|Kreuzrippengewölbe in Durham Cathedral]]&lt;br /&gt;
Traditionell waren die englischen Kirchen des 11. Jahrhunderts flach gedeckt oder mit offenem Dachstuhl versehen. Apsiden, Seitenschiffe (St. Albans, Blyth, Gloucester, Ely, Norwich etc.), Krypten (Canterbury, Rochester, Winchester, Gloucester und Worcester), selten Querhausarme (Winchester und Ely) waren kreuzgratgewölbt. Mit dem Bau von Durham tritt die Wende ein. 1096 sind die Chorseitenschiffe, 1104 der Chor, 1110 das Querhaus und bis 1130 das Langhaus mit Kreuzrippengewölben ausgestattet. Durch die Verzahnung der Wandkompartimente mit den Gewölbefeldern wird eine Einheit geschaffen, die es ermöglicht, den Begriff &amp;#039;&amp;#039;[[Joch (Architektur)|Joch]]&amp;#039;&amp;#039; in seinem strengen Sinne anzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber das Kreuzrippengewölbe konnte sich im anglo-normannischen Raum nicht durchsetzen und wurde nur hin und wieder in Seitenschiffen, vereinzelt auch im Querhaus angewandt (Seitenschiffe von Southwell und Romsey, Querhaus-Seitenschiffe in Winchester nach 1107, Chorseitenschiff von Peterborough um 1118).&lt;br /&gt;
[[Datei:Peterborough exterior1.jpg|mini|Kathedrale von Peterborough]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Norwich ===&lt;br /&gt;
Der Stützenwechsel greift auch über auf die Ostteile des Langhauses von [[Kathedrale von Norwich|Norwich]] (1096–1119), im fünften Joch westlich der Vierung unter Rückgang auf „normale“ Proportionen. Nach Westen hin setzt er sich in modifizierter Form fort (Bündelpfeiler – eigentlich Kreuzpfeiler mit 16 Vorlagen – wechseln mit [[Segmentbogen]]pfeilern).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hinter- und Aneinanderreihen plastischer Elemente lässt sich auch die Tendenz zur Durchschichtung der Wand ablesen. Deutlich wird dies im Langhaus von Ely (ab 1106), das durch die enge Stellung der Stützen einen schnellen Rhythmus gewinnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Peterborough ===&lt;br /&gt;
Der Chor und das Querhaus von [[Peterborough Cathedral|Peterborough]] (1118–1143) rezipieren die Neigung zur Erleichterung der Wand mit Rund- und Sechseckpfeilern und der Vergitterung durch waagerechte und senkrechte Glieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romsey ===&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung kulminiert tendenziell in Romsey (1120–1140) in der Verzahnung der aufstrebenden Pfeiler mit der Emporenzone, während das erste Pfeilerpaar vor der Vierung noch rund ist, zeigen die restlichen Bündelpfeiler des Langhauses eine starke vertikale Tendenz. Diese ist zweifach, in freistehenden Rundbogenprofilen gegliedert, das offene Bogenfeld durch ein eingestelltes Säulchen geteilt. Der Fensterlaufgang teilt die Wand in drei Schichten. Diese ist dann nur noch sichtbar in den schmalen „Brücken“ zwischen den Pfeilern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
St Albans Cathedral Exterior from west, Herfordshire, UK - Diliff.jpg|St. Albans Cathedral&lt;br /&gt;
Winchester cathedral 032.jpg|Winchester Cathedral&lt;br /&gt;
Ely Cathedral 3.jpg|Ely Cathedral&lt;br /&gt;
Southx.jpg|Durham Cathedral&lt;br /&gt;
Norwich Cathedral, Westfassade.jpg|Norwich Cathedral&lt;br /&gt;
Peterborough Cathedral Exterior 2, Cambridgeshire, UK - Diliff.jpg|Peterborough Cathedral&lt;br /&gt;
RomseyAbbey-West.jpg|Romsey Abbey&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonderentwicklung ==&lt;br /&gt;
Eine Sonderentwicklung, möglicherweise in Wechselwirkung mit Durham, scheint im Westen der Insel erfolgt zu sein, und zwar in den hohen Rundpfeilerstellungen der Langhäuser – bis zu 9,30 Metern Höhe – von Gloucester (erstes Viertel des 12. Jahrhunderts) und Tewkesbury mit ihren geschrumpften Mittelzonen. Im Norden folgt die Abteikirche von Dunfermline (1128–1150) diesem Prinzip. Als Varianten dieser Höhenstreckung der Arkaden kann wohl auch Romsey, Jedburg, Oxford und Hereford angesehen werden. Der Rundpfeiler in gemäßigter Proportion findet Verbreitung in Southwell, Carlisle, Malvern, Chester und Melbourne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts die aus der Normandie übernommene Tendenz zur Auflösung und körperplastischen Gliederung der Wand fortgesetzt wird. Die Rhythmisierung durch Stützenwechsel und Wandvorlagen, die Verschleierung der Mauerdicke durch Halbsäulen, Profile und Dekorationswülste, die Tiefenschichtung der oberen Geschosse und die allmähliche Auszehrung der Wand sind dafür signifikant. Diese Einzelmerkmale sind zwar notwendige Voraussetzung für die Entstehung der Gotik, doch in der Massenhaftigkeit und Schwere ihrer Form noch ganz der Romanik verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Außenbau ==&lt;br /&gt;
Der Außenbau anglo-normannischer Kirchen stellt die konsequente Übernahme der Strukturprinzipien des Innenraumes dar. Die südliche Umgangskapelle von Norwich mit ihrer zonigen Gliederung und der reichen Blendarkatur ist Beispiel für den Ostabschluss, wie er aus der Normandie überliefert ist (Vorbild ist die Chorapsis von La Trinité in Caen). Auch die Querhausfront übernimmt die normannische [[Risalit]]ordnung mit Turmaufbauten über den Eckrisaliten. Der Giebel ist meist in Blendarkaden, Nischen und Ornamentfeldern gegliedert (Norwich, Winchester, Southwell und Lincoln). Die Langhauswand ist in der Frühphase noch einfach (St. Albans und Winchester), wird dann aber zunehmend mit [[Blendbogen]]bändern und [[Gesims]]en geschmückt. Im Obergaden wird die innere Laufgangarkatur formal auf den Außenbau übertragen (Norwich, Ely, Peterborough). Der „normannische [[Vierungsturm]]“, im 11. Jahrhundert noch grob strukturiert (St. Albans), wird im 12. Jahrhundert geschmückt mit [[Pilaster]]gliederungen, Vorlagen und Blenden. Dies führt um die Jahrhundertwende zur völligen Vergitterung der Mauern in Norwich (dazwischen liegen Southwell und Tewkesbury).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Westfassade ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lincoln Cathedral West Front adjusted.JPG|miniatur|Nischen in der Doppelturmfassade der Kathedrale von Lincoln]]&lt;br /&gt;
Ein entscheidendes Element anglo-normannischer Architektur ist die zweitürmige Westfassade, die sich von der normannischen Zweiturmfassade etwa in [[St-Étienne de Caen|St-Ètienne]] und [[Ste-Trinité (Caen)|Ste-Trinité]] in Caen und [[Abtei Jumièges|Jumièges]] ableiten lässt. Sie ist überliefert in [[Durham Cathedral]]  (um 1100) und [[Southwell|Southwell Minster]] (um 1130). Während die Türme in Southwell noch in der Flucht der Seitenschiffe liegen, gehen sie in Durham darüber hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres wesentliches Element der Fassadengestaltung ist das &amp;#039;&amp;#039;Nischenmotiv&amp;#039;&amp;#039;, wie es etwa im wuchtigen Westblock von [[Kathedrale von Lincoln|Lincoln]] (um 1092) zu sehen ist: Eine dreifach gestufte, eingenischte Portalzone tritt schon erheblich über die Seitenschifffluchten hinaus und führt das Nischenmotiv auf die südliche Schmalseite über. Blendenreihen schmücken die Oberzone. Dahinter steigen die mächtigen Zwillingstürme auf. Es handelt sich hier um fünf gestaffelte, tief in die Mauermasse eingeschnittene Nischen mit drei Portalen. Das Aufsetzen der Zwillingstürme geht auf St-Étienne in Caen zurück. Die „Nischenfassade“ tritt später in Tewkesbury (um 1140) auf in Form einer mittelschiffhohen, tief gestaffelten Einzelnische.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rochester gibt um die Jahrhundertmitte die Westtürme auf und besetzt Haupt- und Seitenschiff mit kleinen Flankentürmen. Die Blendarkatur ist dekorativ über die ganze Fassade gezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evident wird die Horizontaltendenz anglo-normannischer Westbauten im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts. Um 1174 wurde das weit ausladende Westquerhaus von Ely errichtet. Mit seinem mächtigen Turmmassiv (quadratischer, wuchtiger Mittelturm und vier oktogonale Flankentürme), der Verzahnung der Bauglieder (die Struktur der Fassade greift auf die Türme über) durch Horizontalarkaturen und Gitterwerk zu einer Einheit, steht Ely an der Schwelle zur Gotik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ornamentik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Durham Cathedral Chapter House-18313707801.jpg|mini|Zickzackmuster an den Arkadenbögen in Durham Cathedral]]&lt;br /&gt;
Auch die im Bauschmuck verwendete Ornamentik lässt sich auf die normannische Tradition zurückführen. Geometrische Muster wie Dreieck, [[Zickzack-Muster|Zickzack]], [[Raute]]n, [[Schachbrettmuster|Schachbrett]], Rollen und Flechtung treten in Bändern und Wülsten auf. Mit ihnen sind die [[Archivolte]]n der Portale, Fenster, [[Scheidbogen|Scheid]]- und Emporenbogen, [[Blendarkade|Blend]]- und [[Arkade|Pilasterarkaden]] dekoriert. Diamant-, Schuppen- und Schachbrettmuster füllen die Bogenfelder und Wandreste, so in [[Kathedrale von Peterborough|Peterborough]] (Querhaus und Chor), [[Hereford Cathedral|Hereford]] (Langhaus), [[ChristChurch Cathedral|Christchurch]] (Langhaus) und [[Kathedrale von Ely|Ely]] (Fassade). Vegetabile Ornamentik ziert die [[Portalgewände]] (Ely, Rochester, Lincoln etc.). Figürliche Bauplastik tritt an Fassaden (Lincoln) und [[Tympanon (Architektur)|Tympana]] in Erscheinung (Ely, Rochester, Malmesbury). Charakteristisch ist das gebündelte Zickzack-Muster oder [[Sparren (Heraldik)|Chevronband]] (Durham, Gloucester, Ely, Peterborough etc.) und die verschränkte Rundbogenblende (Durham, Ely, Worcester, [[Castle Acre Castle]] etc.). Eigenständig ist auch die Reliefdekoration der zylindrischen Pfeiler (Durham, Dunfermline, Norwich, [[Waltham Abbey|Waltham]]). Die [[Kapitell]]formen sind schlichte [[Würfelkapitell|Würfel]]- und reichere Faltenkapitelle (Winchester, Norwich, Dunfermline etc.). Meist sind sie gepresst oder kissenartig geschrumpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* U. Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Stadtgestalt im Zeichen der Eroberung. Englische Kathedralstädte in frühnormannischer Zeit (1066–1135).&amp;#039;&amp;#039; 2011, ISBN 978-3-412-33205-1.&lt;br /&gt;
* Ernest H. Short: &amp;#039;&amp;#039;Norman Architecture in England&amp;#039;&amp;#039;. 2005.&lt;br /&gt;
* Eric Fernie: &amp;#039;&amp;#039;The Architecture of Norman England.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 2000.&lt;br /&gt;
* [[Nikolaus Pevsner]], John Fleming, Hugh Honour (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Weltarchitektur.&amp;#039;&amp;#039; München 1971.&lt;br /&gt;
* A. Clifton-Taylor: &amp;#039;&amp;#039;The Cathedrals of England.&amp;#039;&amp;#039; London 1967.&lt;br /&gt;
* G. H. Cook: &amp;#039;&amp;#039;The English Cathedrals through the Centuries.&amp;#039;&amp;#039; London 1957.&lt;br /&gt;
* Geoffrey Webb: &amp;#039;&amp;#039;Architecture in Britain. The Middle Ages (= Pelican History of Art).&amp;#039;&amp;#039; London 1956.&lt;br /&gt;
* R. Rieger: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur mittelalterlichen Architektur Englands.&amp;#039;&amp;#039; In: Wiener Kunstwiss. Blätter, Jg. 2, 1953.&lt;br /&gt;
* A. W. Clapham: &amp;#039;&amp;#039;English Romanesque Architecture after the conquest.&amp;#039;&amp;#039; Oxford 1934.&lt;br /&gt;
* J. Bilson: &amp;#039;&amp;#039;Durham cathedral and the chronology of its vaults.&amp;#039;&amp;#039; In: Archeol. Journal 79, 1929.&lt;br /&gt;
* K. Escher: &amp;#039;&amp;#039;Englische Kathedralen.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1929.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Rickman (Architekt)|Thomas Rickman]]: &amp;#039;&amp;#039;An Attempt to Discriminate the Styles of English Architecture, from the Conquest to the Reformation. Preceded by a Sketch of the Grecian and Roman Orders, with notices of Nearly Five Hundred English Buildings.&amp;#039;&amp;#039; Longman, Hurst etc., London 1817.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Norman architecture in England|Normannische Architektur in England}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Normannischer Baustil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baustil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baustil der Romanik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Khatschaturjan</name></author>
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