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	<title>Angewandte Wissenschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T22:53:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Angewandte_Wissenschaft&amp;diff=131660&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Josef J. Jarosch am 12. April 2026 um 15:24 Uhr</title>
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		<updated>2026-04-12T15:24:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Adjusting a power meter at an optical communications system testbed.jpg|mini|Wissenschaftlerin an einem Prüfstand für [[Optische Kommunikation|optische Kommunikationssysteme]]]]&lt;br /&gt;
Unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Angewandte Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden wissenschaftliche Tätigkeiten und Disziplinen verstanden, die im Gegensatz zur [[Grundlagenforschung]] vor allem durch das Ziel des Nutzens und der direkten praktischen Anwendung des gewonnenen Wissens motiviert sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mckinney&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Laura McKinney |url=https://de1.warbletoncouncil.org/investigacion-aplicada-1065 |titel=Angewandte Forschung: Eigenschaften, Definition, Beispiele – Wissenschaft – 2022 |sprache=de |abruf=2022-05-20 |zitat=Das herausragendste Merkmal der angewandten Forschung ist jedoch das Interesse an der Anwendung und den praktischen Konsequenzen des gewonnenen Wissens (David Nordfors)}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;brow&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Amy Brown |url=https://evolution.skf.com/de/angewandte-wissenschaft/ |titel=Angewandte Wissenschaft |werk=Evolution |hrsg=skf.com |datum=2002-09-15 |abruf=2023-01-13 |zitat=Grundsätzlich jedoch besteht das Ziel angewandter Forschung darin, Bedingungen zu schaffen, die über kurz oder lang zur Entwicklung eines Produkts oder einer Dienstleistung führen.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum heutigen Begriff der angewandten Wissenschaften ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verselbständigungsprozesse von Themengebieten und resultierende Disziplinen ===&lt;br /&gt;
Im allgemeinen Sprachgebrauch dient der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;angewandte Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039; – bzw. &amp;#039;&amp;#039;angewandte wissenschaftliche Disziplin&amp;#039;&amp;#039; – der Unterscheidung zu der reinen Grundlagenforschung. Unter Anwendungsforschung bzw. &amp;#039;&amp;#039;angewandter [[Forschung]]&amp;#039;&amp;#039; werden alle Tätigkeiten im Bereich der Forschung verstanden, die den Hauptzweck haben, neues [[Wissen]] zu generieren bzw. vorhandenes Wissen neu zu kombinieren und auch Probleme z.&amp;amp;nbsp;B. in den Bereichen Technik und Wirtschaft zu lösen. Dabei wird weitgehend praktisch gearbeitet. Die Resultate können dabei direkt oder indirekt der Nutzung des jeweiligen Themas dienen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mckinney&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei können auch neue Fachrichtungen entstehen, beispielsweise durch Schnittgebiete, welche durch weitere angewandte Forschung ausgeweitet werden können. Ein Beispiel wäre &amp;#039;&amp;#039;[[Biowissenschaften]]&amp;#039;&amp;#039; als Schnittstelle von &amp;#039;&amp;#039;[[Agrarwissenschaften]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Physik]].&amp;#039;&amp;#039; Durch Verlinkungen dieser Art expandieren unterschiedliche Praktiken der Forschung und können gänzlich neue Anwendungen ehemals eher theoretischer Themengebiete hervorrufen. Meist bilden solche abgespaltenen Disziplinen schnell selbst wieder angewandte und theoretische Zweige heraus und können wiederum zu neuen Fachbereichen verzweigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angewandte Wissenschaft als Charakterisierungsmerkmal bestimmter Bildungseinrichtungen ===&lt;br /&gt;
[[Fachhochschule]]n im deutschen Sprachraum dürfen beispielsweise seit den 1990er Jahren ihren Namen mit einem englischen oder französischen Untertitel, etwa &amp;#039;&amp;#039;University of Applied Sciences&amp;#039;&amp;#039; (Universität für angewandte Wissenschaften), ergänzen. Verbunden mit der [[Bologna-Prozess|Umstellung auf die internationalen Bachelor- und Master-Studiengänge]] wurden damit aus den „Fachhochschulen (FH)“ ganz offiziell „Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW)“. Diese Bezeichnung macht zugleich deutlich, dass sich diese Hochschulform dezidiert auf anwendungsnahe Studiengänge und anwendungsbezogene Forschung fokussiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele für Fachbereiche Angewandter Wissenschaft ==&lt;br /&gt;
Vornehmlich angewandt sind Fachbereiche wie die Schul[[pädagogik]], die [[Jugendpsychologie]], die [[soziale Arbeit]], [[Betriebswirtschaftslehre]], die [[Agrarwissenschaft|Agrar-]] oder die [[Ingenieurwissenschaft]]en. Das Selbstverständnis eines Faches als &amp;#039;&amp;#039;angewandte Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039; ist aber kultur- und [[Wissenschaftsgeschichte|wissenschaftsgeschichtlich]] determiniert. Indem sich die Ingenieurwissenschaften ausdrücklich mit den angewandten Wissenschaften verbunden sehen, grenzen sie sich von den meist als Grundlagenfächer verstandenen Disziplinen wie Mathematik und Physik ab. Innerhalb dieser Grundlagenfächer gibt es aber auch Arbeitsrichtungen, die sich als [[angewandte Mathematik]] beziehungsweise [[angewandte Physik]] verstehen. Auf [[Interdisziplinarität|interdisziplinäre]] Fragestellungen sind die [[angewandte Linguistik]] und die [[angewandte Informatik]] ausgerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaftsbereiche wie die [[Jurisprudenz]] oder [[Humanmedizin]] zählen mit ihren meist praxisbezogenen Disziplinen auch zu den angewandten Wissenschaften, ohne sich als solche zu bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Begriff geht schon auf [[Aristoteles]] zurück. In seiner &amp;#039;&amp;#039;[[Metaphysik (Aristoteles)|Metaphysik]]&amp;#039;&amp;#039; erörtert er den Wissenschaftscharakter der [[Naturwissenschaft]] und gibt dort an:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=[…] πᾶσα διάνοια ἢ πρακτικὴ ἢ ποιητικὴ ἢ θεωρητική&amp;amp;nbsp;[…]&lt;br /&gt;
 |Sprache=grc&lt;br /&gt;
 |Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Metaphysik&amp;#039;&amp;#039;, 1.&amp;amp;nbsp;Hauptstück, III.&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Einteilung und Objekt der Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=alle denkende Reflexion betrifft entweder das handelnde Leben oder die hervorbringende Tätigkeit oder bewegt sich in reiner Theorie&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;gottwein&amp;quot;&amp;gt;Übersetzung nach &amp;#039;&amp;#039; Aristoteles: Metaphysik.&amp;#039;&amp;#039; S. 167. Digitale Bibliothek Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; S. 4243;&amp;lt;br /&amp;gt; zitiert (Originaltext und Übersetzung) nach [http://www.gottwein.de/grthem/theorie01.php#Aristot.Met.1025b18-1026a19 &amp;#039;&amp;#039;Theorie, theoretisch, Theorem, betrachte – θεωρία, θεωρέω&amp;#039;&amp;#039;], Textstelle &amp;#039;&amp;#039;Aristot.Met.1025b18-1026a19&amp;#039;&amp;#039; in Egon und Gisela Gottwein: &amp;#039;&amp;#039;Griechischwörterbuch&amp;#039;&amp;#039;, letzte Aktualisierung: 6. März 2013;&amp;lt;br /&amp;gt; vgl. [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Aristoteles/Metaphysik/Erste+Abteilung.+Die+Hauptst%C3%BCcke/III.+Einteilung+und+Objekt+der+Wissenschaft Kapitel in der Übers. Adolf Lasson, 1907], auf zeno.org, dort (S.)[85], 1. Absatz.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Darauf beruht die klassische Einteilung der Wissenschaften in:&lt;br /&gt;
* {{lang|el|πρακτική|praktiké}} – Wissenschaft vom handelnden Leben, &amp;#039;&amp;#039;praktische Wissenschaften&amp;#039;&amp;#039; (bei Aristoteles etwa Ethik und Politik)&lt;br /&gt;
* {{lang|el|ποιητική|poietiké}} – Wissenschaft von der hervorbringenden Tätigkeit, (heute meist:) &amp;#039;&amp;#039;[[Poietik|poietische Wissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;produzierende Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* {{lang|el|θεωρητική|theoretiké}} – Wissenschaft, die sich in reiner Theorie bewegt, &amp;#039;&amp;#039;[[theoretische Wissenschaft]]en&amp;#039;&amp;#039; (bei Aristoteles Physik, Mathematik, Metaphysik)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in die frühere Neuzeit fasste man die Grundwissenschaften einschließlich der Technik als &amp;#039;&amp;#039;[[Kunst#Etymologie und Wortgebrauch|Kunst]]&amp;#039;&amp;#039; zusammen, als Gesamtkonzept an Wissen und Fertigkeiten, den &amp;#039;&amp;#039;[[Kulturtechnik]]en&amp;#039;&amp;#039; (vgl. etwa die [[Muse (Mythologie)|Musen]] Urania für Astronomie, Kalliope für Dichtung, Philosophie und Wissenschaft; und &amp;#039;&amp;#039;[[Bergmännische Kunst|Kunst]]&amp;#039;&amp;#039; für Anlagenbau im Bergbau oder &amp;#039;&amp;#039;[[Wasserkunst]]&amp;#039;&amp;#039;). Erst in der [[Zeitalter der Aufklärung|Aufklärung]] differenziert sich das wissenschaftliche Selbstbild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute versteht man unter „Praxis“ meist die Anwendung selbst, also das aristotelische Konzept der &amp;#039;&amp;#039;poietike&amp;#039;&amp;#039; (so das [[Rechnen]] an sich oder den Berufsalltag des [[Arzt]]es), und spricht von „angewandter“ und „theoretischer“ Wissenschaft. Dabei ist der etablierte Begriff insofern problematisch, als dass er nur einen Teilbereich des Aufgabenfeldes, nämlich die Anwendung der theoretischen Erkenntnisse ([[Grundlagenforschung]] und die innere [[Fachkunde]]), wiedergibt. Meist gibt es in jeder Wissenschaft einen theoretischen und einen angewandten Zweig, mehr oder minder scharf getrennt. In manchen Fächern hat die Befremdlichkeit zwischen [[Zweckforschung|zweckorientiertem Forschen]] und der „reinen“ Wissenschaft Tradition.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Unterschied von Wissenserwerb um der Anwendung willen und um seiner selbst willen erörtert Aristoteles schon in der Einleitung des Werks (1.&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Ausgangspunkt und Ziel der Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Philosophie/M/Aristoteles/Metaphysik/Erste+Abteilung.+Die+Hauptst%C3%BCcke/Einleitung/I.+Ausgangspunkt+und+Ziel+der+Wissenschaft Übers. Adolf Lasson, 1907], auf zeno.org.&amp;lt;/ref&amp;gt;) insbesondere in Bezug auf Mathematik, Physik und [[Metaphysik]] – als Erkenntnissuche des über das rein Körperliche Hinausgehenden – als theoretischste aller Wissenschaften.&lt;br /&gt;
Im Kontext der Finanzierbarkeit von Wissenschaft ist aber das „[[L’art pour l’art]]“ und der „[[Elfenbeinturm]]“ der Theorie ohne Blick auf Anwendung ein Kritikpunkt geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Allgemein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* Fritz Peus: &amp;#039;&amp;#039;Ist der Begriff &amp;quot;Angewandte Wissenschaft&amp;quot; haltbar?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen der Deutschen Entomologischen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; ({{ISSN|0340-2363}}) Band 30, H. 5–6 (1971), S. 52–54.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Angewandte Wissenschaft als Charakterisierungsmerkmal bestimmter Bildungseinrichtungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die neue Rolle der Hochschule für angewandte Wissenschaften: die Fachhochschulen in Wirtschaft und Gesellschaft;  Hochschulen zwischen Tradition und Zukunft.&amp;#039;&amp;#039; [Tagung] am 16. September 2010 in Berlin; Tagungsband [der Konferenz der Fachbereichstage, KFBT]. Konferenz der Fachbereichstage Bauingenieurwesen, Elektronik und Informationstechnik, Informatik, Maschinenbau, Mathematik, Mechatronik, Pflegewissenschaft, Soziale Arbeit, Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen. / Ralph Hansen (Hrsg.). Beuth Hochschule für Technik, Berlin 2010, ISBN 978-3-938576-29-8.&lt;br /&gt;
* Helmut Wienert: &amp;#039;&amp;#039;Zur Entwicklung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen) in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; (= Beiträge der Hochschule Pforzheim; Band 146) Hochschule Pforzheim, Pforzheim 2014.&lt;br /&gt;
* Constanze Engelfried, Pierre L. Ibisch: &amp;#039;&amp;#039;Promovieren an und mit Hochschulen für Angewandte Wissenschaften: am Wendepunkt?&amp;#039;&amp;#039; Verlag Barbara Budrich, Opladen usw. 2016, ISBN 978-3-8474-0771-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4142447-5}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftskategorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftspraxis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aristoteles]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Josef J. Jarosch</name></author>
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