<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Anaphylaxie</id>
	<title>Anaphylaxie - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Anaphylaxie"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anaphylaxie&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-24T07:12:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anaphylaxie&amp;diff=188179&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;ZweiteWurzelAus16: Änderung 266012644 von ZweiteWurzelAus16 rückgängig gemacht;</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anaphylaxie&amp;diff=188179&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-09T09:35:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/266012644&quot; title=&quot;Spezial:Diff/266012644&quot;&gt;266012644&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/ZweiteWurzelAus16&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/ZweiteWurzelAus16&quot;&gt;ZweiteWurzelAus16&lt;/a&gt; rückgängig gemacht;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = T78.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Anaphylaktischer Schock durch Nahrungsmittelunverträglichkeit&lt;br /&gt;
| 02-CODE = T78.2&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG = Anaphylaktischer Schock, nicht näher bezeichnet&lt;br /&gt;
| 03-CODE = T80.5&lt;br /&gt;
| 03-BEZEICHNUNG = Anaphylaktischer Schock durch Serum&lt;br /&gt;
| 04-CODE = T88.6&lt;br /&gt;
| 04-BEZEICHNUNG = Anaphylaktischer Schock als unerwünschte Nebenwirkung eines indikationsgerechten Arzneimittels oder einer indikationsgerechten Droge bei ordnungsgemäßer Verabreichung&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 4A84&lt;br /&gt;
| Data-01 = Anaphylaxie&lt;br /&gt;
| Code-02 = 4A84.0&lt;br /&gt;
| Data-02 = Anaphylaxie durch allergische Reaktion auf Nahrungsmittel&lt;br /&gt;
| Code-03 = 4A84.1&lt;br /&gt;
| Data-03 = Arzneimittelinduzierte Anaphylaxie&lt;br /&gt;
| Code-04 = 4A84.2&lt;br /&gt;
| Data-04 = Anaphylaxie durch Insektengift&lt;br /&gt;
| Code-05 = 4A84.3&lt;br /&gt;
| Data-05 = Anaphylaxie ausgelöst durch physikalische Faktoren&lt;br /&gt;
| Code-06 = 4A84.30&lt;br /&gt;
| Data-06 = Belastungsinduzierte Anaphylaxie&lt;br /&gt;
| Code-07 = 4A84.31&lt;br /&gt;
| Data-07 = Kälteinduzierte Anaphylaxie&lt;br /&gt;
| Code-08 = 4A84.4&lt;br /&gt;
| Data-08 = Anaphylaxie durch eingeatmete Allergene&lt;br /&gt;
| Code-09 = 4A84.5&lt;br /&gt;
| Data-09 = Anaphylaxie durch Kontakt mit Allergenen&lt;br /&gt;
| Code-10 = 4A84.6&lt;br /&gt;
| Data-10 = Anaphylaxie als Folge einer Mastzellstörung&lt;br /&gt;
| Code-11 = 4A84.Y&lt;br /&gt;
| Data-11 = Sonstige näher bezeichnete Anaphylaxie&lt;br /&gt;
| Code-12 = 4A84.Z&lt;br /&gt;
| Data-12 = Anaphylaxie, nicht näher bezeichnet&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anaphylaxie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[#Geschichte|fälschlich gebildet]] aus {{grcS|ἀνά|aná}} „auf(-wärts), nochmals“ und {{lang|grc|φύλαξις|phýlaxis}} „Bewachung, Beschützung“) ist eine [[Krankheitsverlauf|akute]] [[Allergie|allergische]] Reaktion des [[Immunsystem]]s von Menschen und Tieren auf wiederholte Zufuhr körperfremder Stoffe ([[Antigen]]e) und betrifft den gesamten Organismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild anaphylaktischer Reaktionen reicht von leichten Hautreaktionen über Störungen von Organfunktionen bis zum anaphylaktischen Schock ([[Schock (Medizin)|Kreislaufschock]] mit möglichem [[Multiples Organversagen|Organversagen]] bis zum tödlichen [[Kreislaufversagen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pathogenese und Physiologie ==&lt;br /&gt;
Anaphylaxien sind Überreaktionen des erworbenen [[Immunsystem]]s. Dabei kommt es zu überschießender Freisetzung von Mediatorsubstanzen ([[Histamin]], [[Leukotrien]]e usw.) durch [[Mastzelle]]n und basophile [[Granulozyten]], die durch die vermittelnde Wirkung spezieller Antikörper ([[Immunglobulin E]] kurz IgE) verursacht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie setzen [[Sensibilisierung (Medizin)|Sensibilisierung]] voraus. Dabei wird nach erstmaligem Antigenkontakt von [[Plasmazelle]]n ein Antikörper vom [[IgE]]-Typ sezerniert (freigesetzt), der sich an [[basophil]]e [[Granulozyt]]en und [[Mastzelle]]n mit dem Fc-Anteil anlagert. Der freie Fab-Anteil des IgE-Moleküls weist damit in den [[Extrazellularraum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grundlegend ist die Reaktion von [[Antigen]]en mit diesen zellständigen IgE-[[Antikörper]]n, entsprechend einer Typ-1-Reaktion nach [[Philip George Houthem Gell|Gell]] und [[Robert Royston Amos Coombs|Coombs]]. Das Antigen ([[Molare Masse]] 10.000 bis 70.000 [[Atomare Masseneinheit|u]]) besitzt meist zwei [[Epitop]]e, so dass es zur Brückenbildung zwischen IgE-Antikörper-Molekülen kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer erneuten Zuführung des Antigens bindet es an die IgE-Antikörper auf den basophilen Granulozyten und die Mastzellen. Dadurch setzen diese Zellen die in ihnen gespeicherten [[Botenstoff|Mediatoren]] ([[Histamin]], [[Prostaglandin]]e, [[Leukotrien]]e, den [[Plättchenaktivierender Faktor|Plättchen-aktivierenden Faktor (PAF)]] und andere) sowie [[Zytokin]]e frei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Mediatoren&amp;#039;&amp;#039; führen zum klinischen Bild der Anaphylaxie (s. u.). Die Sezernierung der &amp;#039;&amp;#039;Zytokine&amp;#039;&amp;#039; führt wiederum zum Anlocken von [[Neutrophiler Granulozyt|neutrophilen Granulozyten]] und [[Thrombozyt]]en, die ihrerseits weitere Mediatoren freisetzen, die Bedeutung im [[Entzündung]]sgeschehen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Effekte der freigesetzten Mediatoren sind&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# erhöhte Gefäßpermeabilität (Durchlässigkeit der Gefäßwände)&lt;br /&gt;
# Vasodilatation (Weitstellung von Gefäßen) und&lt;br /&gt;
# Bronchospasmus (Engstellung von Bronchien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
=== Eingrenzung ===&lt;br /&gt;
Es wird die klassische anaphylaktische Reaktion von der IgE-unabhängigen anaphylaktoiden Reaktion unterschieden. Beide Reaktionen wiederum muss man von der reinen Histamin-Wirkung unterscheiden, wie sie systemisch bei einer [[Histamin-Intoleranz]] oder lokal z. B. bei Insektenstichen auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der klassischen anaphylaktischen Reaktion und der anaphylaktoiden Reaktionen gemeinsam ist, dass Histamin und andere Mediator-Substanzen aus Mastzellen und basophilen Granulozyten freigesetzt werden. Deswegen verlaufen beide Ereignisse unter dem gleichen klinischen Bild. Der Unterschied ist aber, dass bei der anaphylaktischen Reaktion spezifische IgE-Antikörper an ein Antigen binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den anaphylaktoiden Reaktionen führen aber nicht die Bindung der IgE-Antikörpern an das Antigen, sondern chemische, physikalische und [[Osmose|osmotische]] Stimuli zur Freisetzung der Mediator-Substanzen aus Mastzellen und basophilen Granulozyten, s. auch [[Mastzellaktivierungssyndrom]]. Diese Reaktionen finden ohne immunologische Sensibilisierung statt und werden auch als „pseudoallergische Reaktion“ oder „nicht-immunologische Anaphylaxie“ bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Johannes Ring, Kirsten Beyer, Tilo Biedermann, Andreas Bircher, Matthias Fischer4, Thomas Fuchs, Axel Heller, Florian Hoffmann, Isidor Huttegger, Thilo Jakob, Ludger Klimek, Matthias V. Kopp, Claudia Kugler, Lars Lange, Oliver Pfaar, Ernst Rietschel, Franziska Rueff, Sabine Schnadt, Roland Seifert, Britta Stöcker, Regina Treudler, Christian Vogelberg, Thomas Werfel, Margitta Worm, Helmut Sitter, Knut Brockow |url=https://register.awmf.org/assets/guidelines/061-025l_S2k_Akuttherapie-Management-Anaphylaxie_2021-10.pdf |titel=Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021 |werk=awmf.org |hrsg=Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. |datum=2021 |sprache=de |abruf=2026-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Histamin-Intoleranz wird kein Histamin aus den Mastzellen freigesetzt, sondern mit der Nahrung aufgenommenes Histamin wird nicht abgebaut und kann seinen Effekt entfalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Laura Maintz, Natalija Novak |Titel=Histamine and histamine intolerance |Sammelwerk=The American Journal of Clinical Nutrition |Band=85 |Nummer=5 |Datum=2007-05 |DOI=10.1093/ajcn/85.5.1185 |Seiten=1185–1196 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0002916523280533 |Abruf=2026-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die lokale Rötung und Schwellung bei [[Insektenstich]]en, aber auch bei Entzündungen, wird ebenfalls durch Histamin vermittelt. Hier kommt es aber zur physiologischen Wirkung an der betroffenen Stelle ohne die Wirkung im gesamten Körper. Auch wenn Rötung und Schwellung massiv sein können, handelt es sich ohne eine systemische Wirkung nicht um eine anaphylaktische Reaktion (vgl. klinische Kriterien zur Diagnosestellung einer Anaphylaxie nach &amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hugh A. Sampson, Anne Muñoz-Furlong, Ronna L. Campbell, N. Franklin Adkinson, S. Allan Bock, Amy Branum, Simon G.A. Brown, Carlos A. Camargo, Rita Cydulka, Stephen J. Galli, Jane Gidudu, Rebecca S. Gruchalla, Allen D. Harlor, David L. Hepner, Lawrence M. Lewis, Phillip L. Lieberman, Dean D. Metcalfe, Robert O’Connor, Antonella Muraro, Amanda Rudman, Cara Schmitt, Debra Scherrer, F. Estelle Simons, Stephen Thomas, Joseph P. Wood, Wyatt W. Decker |Titel=Second Symposium on the Definition and Management of Anaphylaxis: Summary Report—Second National Institute of Allergy and Infectious Disease/Food Allergy and Anaphylaxis Network Symposium |Sammelwerk=Annals of Emergency Medicine |Band=47 |Nummer=4 |Datum=2006-04 |DOI=10.1016/j.annemergmed.2006.01.018 |Seiten=373–380 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S0196064406000837 |Abruf=2026-01-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auslöser einer Anaphylaxie ===&lt;br /&gt;
Bei Erwachsenen werden Anaphylaxien am häufigsten von Insektengiften (52 %), gefolgt von Arzneimitteln (22 %) und Nahrungsmitteln mit 16 % ausgelöst. Bei Kindern stehen Nahrungsmittel mit 60 % an erster Stelle, gefolgt von Insektengiften mit 22 % und Arzneimitteln mit 7 %.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Bei den Arzneimitteln als Auslöser stehen [[Antibiotikum|Antibiotika]] und [[Nichtsteroidales Antirheumatikum|nichtsteroidale Antirheumatika]] (NSAR) im Vordergrund.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=P. Schweikert-Wehner |Titel=Arzneimittelinduzierte Anaphylaxie bei Kindern |Band=100 |Nummer=3 |Verlag=mgo Fachverlag GmbH &amp;amp; Co. KG |Ort=Kulmbach |Datum=2023 |ISSN=0030-9346 |Seiten=531-533}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Idiopathische Anaphylaxie ===&lt;br /&gt;
Sogenannte idiopathische Anaphylaxien, bei denen sich der konkrete Auslöser nicht ermitteln lässt, können u.&amp;amp;nbsp;a. durch zugrunde liegende und nicht diagnostizierte Mastzellerkrankungen (wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Mastzellaktivierungssyndrom|Mastzellaktivierungssyndrom / MCAS]] oder [[Mastozytose|systemische Mastozytose]]) ausgelöst werden, da diese zu einer übermäßigen Freisetzung von Mastzellmediatoren führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klinik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Angioedema2010.JPG|mini|Kleinkind mit [[Quincke-Ödem]]. Durch die Schwellungen kann es die Augen nicht mehr öffnen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Anaphylaxis 1.png|mini|Anaphylaxie: Anzeichen und Symptome der systemischen Reaktion, die unbehandelt ab Schweregrad 3 innerhalb von Minuten zum Tod führen kann.]]&lt;br /&gt;
Das Ausmaß der allergischen Reaktion kann stark interindividuell variieren. Eine anaphylaktische Reaktion läuft in zwei Phasen ab:&lt;br /&gt;
# Initialphase und&lt;br /&gt;
# systemische Reaktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Initialphase ===&lt;br /&gt;
Innerhalb von Minuten bis Stunden:&lt;br /&gt;
* Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Darm[[kolik]]en&lt;br /&gt;
* Hauterscheinungen (lokal)&lt;br /&gt;
* Bronchospasmen (allergisches [[Asthma]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Systemische Reaktion ===&lt;br /&gt;
Folgend entwickeln sich:&lt;br /&gt;
* generalisierte Hauterscheinungen ([[Juckreiz]], Gesichtsrötung ([[Erröten|Flush]]), generelle entzündliche Hautrötung, sog. [[Erythema|Erytheme]], [[Nesselsucht]])&lt;br /&gt;
* Atemwegsverengung ([[Obstruktion (Medizin)|Obstruktion]]) durch [[Ödem]]e im Rachen- ([[Pharynx]]-) und Schlundbereich ([[Larynx]]) sowie Bronchospasmus und Lungenödem&lt;br /&gt;
* Magen-Darm-Symptome mit Koliken, Erbrechen, Durchfall ([[Diarrhoe]])&lt;br /&gt;
* Hämodynamische Veränderungen aufgrund von Flüssigkeitsverschiebungen und Gefäßerweiterung ([[Vasodilatation]]), die zum [[Schock (Medizin)|Schock]] führen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anaphylaktischer Schock ===&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;anaphylaktischer Schock&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine lebensbedrohliche Anaphylaxie. Er kann z.&amp;amp;nbsp;B. durch Insektengifte, Nahrungsmittel, Infusionen, [[Immunserum]]- oder [[Blutserum]]-Gabe, Tierallergene oder (bei einer Arzneimittelallergie) Medikamente ausgelöst werden. Durch die Weitstellung der Blutgefäße kommt es zu einem starken [[Blutdruck]]abfall, außerdem tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe aus. Aufgrund des Blutdruckabfalls kommt es zu einer verminderten Durchblutung lebenswichtiger Organe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je schneller die Symptome während der Injektion eines Medikamentes auftreten, desto lebensgefährlicher ist der Zustand. Im schlimmsten Fall treten schon zehn Sekunden nach Beginn der Injektion die ersten Symptome auf. Diese sind sehr unspezifisch – z.&amp;amp;nbsp;B. Übelkeit, Kreislaufbeschwerden, Brechreiz oder Erbrechen, trockener Mund, Zungenbrennen, Sehstörungen, akute Atemnot, Konzentrationsstörungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Hautreaktionen, Juckreiz, Quaddelbildung oder die Ausbildung eines [[Lidödem]]s oder [[Quincke-Ödem]]s sind möglich, fehlen wegen der schnellen Entwicklung aber oft auch ganz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf treten die typischen Symptome eines [[Schock (Medizin)|Schocks]] auf, d.&amp;amp;nbsp;h. der Puls wird flach und schnell und es kann Bewusstlosigkeit und anschließend der Tod eintreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik und Therapie ==&lt;br /&gt;
Anaphylaktische Reaktionen werden in vier Schweregrade eingeteilt:&amp;lt;ref&amp;gt;U. Müller-Werdan, K. Werdan: &amp;#039;&amp;#039;Anaphylaktischer Schock.&amp;#039;&amp;#039; In: Eckart, Forst, Burchardi (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Intensivmedizin.&amp;#039;&amp;#039; ecomed-Verlag, 2004, ISBN 3-609-20177-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| width=&amp;quot;100%&amp;quot; cellpadding=&amp;quot;10&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|+ Schweregrade, Symptomatik und Therapie&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;|&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| Schweregrad&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;background:#B4EEB4&amp;quot;| Symptome&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;background:#9BCD9B&amp;quot;| Therapie&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| 0&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| lokal begrenzte Hautreaktion&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#B4EEB4&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#9BCD9B&amp;quot;|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| 1&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| leichte Allgemeinreaktion&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#B4EEB4&amp;quot;| ausgebreitete Hautreaktion (Rötung, Juckreiz, Quaddeln), Schleimhautreaktionen, Allgemeinreaktion (Unruhe, Kopfschmerz)&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#9BCD9B&amp;quot;| [[Antihistaminikum|H&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;- und H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Antihistaminika]] sowie ggf. [[Glucocorticoide]] oral oder intravenös&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| 2&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| ausgeprägte Allgemeinreaktion&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#B4EEB4&amp;quot;| Kreislaufstörung, Luftnot, Stuhl- und Urindrang&lt;br /&gt;
| bgcolor=&amp;quot;#9BCD9B&amp;quot; | Infusionstherapie mit [[Infusion#Elektrolytlösungen|Elektrolytlösungen]], Glucocorticoid i.&amp;amp;nbsp;v., H&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;- und H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Antihistaminika i.&amp;amp;nbsp;v., bei Atemwegsreaktion O&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; und [[Beta-2-Sympathomimetika|β&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Mimetika]] inhalieren&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| 3&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| bedrohliche Allgemeinreaktion&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#B4EEB4&amp;quot;| [[Schock (Medizin)|Schock]], [[Bronchospasmus]], [[Dyspnoe|Atemnot]], Bewusstseinseintrübung&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#9BCD9B&amp;quot;| intravenöse Therapie mit Adrenalin, Glucocorticoid und Infusionslösungen; falls kein Venenzugang vorhanden: Adrenalingabe intramuskulär. Pulmonal: β&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Mimetika/[[Adrenalin]] inhalieren.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| 4&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#C1FFC1&amp;quot;| vitales Organversagen&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#B4EEB4&amp;quot;| Atem-, Kreislaufstillstand&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;background:#9BCD9B&amp;quot;| Regeln der [[Reanimation]]&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Quaddeln.jpg|mini|Quaddeln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prinzipien der Behandlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere [[Allergen]]zufuhr muss beendet werden (z.&amp;amp;nbsp;B. Medikamenteninjektion abbrechen, weitere Wespenstiche verhindern). Anaphylaktische Reaktionen können extrem rasant verlaufen, so dass ein Notruf bei deutlichen Hinweisen sofort abgesetzt werden soll.&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Ersten Hilfe soll beruhigend auf die Person eingewirkt werden. Körperliche Anstrengungen sollen vermieden werden (nicht selbst ins Krankenhaus begeben!), die Lagerung soll sich an den vorherrschenden Symptomen orientieren: bei Überwiegen der Kreislaufsymptome (Blässe, Herzrasen, Schwindel) bietet sich die klassische Schocklagerung mit erhöhten Beinen an; bei Leitsymptom Atemnot ist der Oberkörper erhöht zu lagern; bei Kindern ist es am wichtigsten, dass sich die Lagerung angstfrei gestalten lässt (das kann z.&amp;amp;nbsp;B. heißen: Auf dem Arm eines Elternteils). Falls der Betroffene einen [[Autoinjektor]] mit [[Adrenalin]] mit sich trägt (siehe unten), braucht er eventuell Unterstützung bei der Anwendung. Falls verfügbar, wird [[Sauerstoff]] über eine Maske gegeben. Bei Bewusstlosigkeit mit erhaltener Atmung in [[stabile Seitenlage]] bringen; bei einem [[Kreislaufstillstand]] wird mit der [[Reanimation]] begonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Arzt oder Rettungsdienst wird ein [[Venenverweilkanüle|venöser Zugang]] geschaffen und mit der Volumentherapie mit kristallinen Elektrolytlösungen ([[Ringer-Lösung]], [[Kochsalzlösung]]) begonnen. Im Falle von Bewusstlosigkeit und/oder Atemstörungen muss die [[Intubation]] und künstliche Beatmung in Betracht gezogen werden. Die medikamentöse Therapie besteht aus der intramuskulären oder intravenösen Gabe von [[Adrenalin]], [[Glucocorticoid]]en und [[Antihistaminika]] (kombinierte Gabe von H1- ([[Clemastin]], [[Dimetinden]]) und H2-Antagonisten ([[Cimetidin]] oder [[Ranitidin]])).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während eine schwere anaphylaktische Reaktion innerhalb von Minuten lebensgefährlich werden kann, bleiben bei erfolgreicher Therapie keine Spätschäden zurück. Bei erneutem Kontakt mit dem auslösenden [[Allergen]] muss jedoch mit einem weiteren anaphylaktischen Schock gerechnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Notfall-Selbstbehandlung ==&lt;br /&gt;
Personen mit bekannter Gefährdung, die bei Kontakt mit einem bestimmten Allergen, beispielsweise Insektengift, eine Anaphylaxie erleiden könnten, haben die Möglichkeit, ein Notfallset mit sich zu führen, so dass sie sich schon vor Eintreffen des Arztes oder der Sanitäter selbst eine lebensrettende Adrenalin-Spritze geben können. Dies erfolgt in der Regel mithilfe eines [[Adrenalin-Autoinjektor]]s. Jedoch muss auch dann noch der Rettungsdienst hinzugezogen werden. In den Notfallsets befinden sich außerdem ein schnell wirkendes Antihistaminikum und Cortison.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lifeline.de/krankheiten/allergie/behandlungen/notfall-set-fuer-allergiker-id52478.html Anaphylaktischer Schock – Notfallset für Allergiker.] Lifeline.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.insektengiftallergie.de/anaphylaktischer-schock/notfallset-allergie Initiative Insektengift-Allergie]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
In einem richtungsweisenden Artikel beschrieben [[Paul Portier]] (* 1866) und der [[Immunserum|serumtherapeutisch]] tätige Physiologe [[Charles Richet]] 1902 folgendes Phänomen: Sie injizierten in Paris Hunden einen Extrakt aus dem giftigen Stachel des [[Samtanemonenfisch]]es. Die überlebenden Versuchstiere erhielten zwei Wochen später erneut das Gift. Die erhoffte Immunität bzw. ein Schutz gegen das Toxin &amp;#039;&amp;#039;(Phylaxis)&amp;#039;&amp;#039; blieb jedoch aus. Stattdessen zeigten die Hunde einen Schockzustand. Der Blutdruck fiel, das Blut war nicht mehr gerinnbar, und pathologisch waren Veränderungen in der Darmwand zu erkennen. Dieser Zustand wurde &amp;#039;&amp;#039;Anaphylaxis&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;anaphylaktischer Schock&amp;#039;&amp;#039; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu &amp;#039;&amp;#039;Anaphylaxie&amp;#039;&amp;#039; im &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Ernährung.&amp;#039;&amp;#039; Abgerufen am 28. Juni 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der von Richet geprägte Begriff der „Anaphylaxie“ sollte ein Ausdruck für das Gegenteil der „Phylaxie“, griechisch für „Schutz“, sein und müsste – bei Verwendung des [[Alpha privativum|α-privatum]] – korrekt „Aphylaxie“ heißen.&amp;lt;ref&amp;gt;Lothar Kerp: &amp;#039;&amp;#039;Allergie und allergische Reaktionen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Heilmeyer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Inneren Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 1130–1159, hier: S. 1130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Robert Koch (1843–1910). Ein Essai.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 73–109, hier: S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1903 beschäftigte sich auch [[Maurice Arthus]], der Entdecker der [[Arthus-Reaktion]], mit Allergien und Anaphylaxien. Um 1906 erforschte [[Richard Otto (Mediziner)|Richard Otto]] die Meerschweinchenanaphylaxie, die „Antianaphylaxie“ und die „passive Anaphylaxie“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1909 stellten [[Artur Biedl (Mediziner)|Artur Biedl]] und [[Rudolf Kraus (Mediziner)|Rudolf Kraus]] die Theorie auf, dass körpereigene Substanzen für die Reaktion verantwortlich seien. Ein Jahr später isolierten und identifizierten [[Henry Dale]] und [[George Barger]] aus [[Mutterkorn]] das [[Histamin]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Bangen: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4, S.&amp;amp;nbsp;75.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{AWMF|https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/061-025|Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021|S2k|Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI)|31. Januar 2021}}&lt;br /&gt;
* [[Werner E. Gerabek]]: &amp;#039;&amp;#039;Anaphylaxie.&amp;#039;&amp;#039; In: Werner E. Gerabek u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 55.&lt;br /&gt;
* [[Hans Schadewaldt]]: &amp;#039;&amp;#039;Idiosynkrasie, Anaphylaxie, Allergie, Atopie. Ein Beitrag zur Geschichte der Überempfindlichkeitskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Opladen 1981 (= &amp;#039;&amp;#039;Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften, Vorträge Geisteswissenschaften&amp;#039;&amp;#039;, 251).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.anaphylaktischer-schock.com/ Informationen zum Anaphylaktischen Schock]&lt;br /&gt;
* [https://www.anaphylaxie.net/de/ ANAPHYLAXIE.net], Sammelt und publiziert Fälle von Anaphylaxie weltweit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Immunologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitsbild in der Notfallmedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ZweiteWurzelAus16</name></author>
	</entry>
</feed>