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	<title>Anagoge - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T14:31:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anagoge&amp;diff=575106&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Speravir: griech. Sprachausz.</title>
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		<updated>2023-10-27T01:51:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;griech. Sprachausz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;anagogisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bzw. die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anagoge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (endbetont, {{grcS|ἀναγωγή|anagogḗ}} „Hinaufführung“) bezeichnet in christlicher Literatur seit [[Origenes]] einen durch eine Auslegung erklärbaren Sinn einer Textstelle, der gegenüber einer wörtlichen Lesart weiterführend („höher“ bzw. „tiefer“) ist. Abweichend von dieser Wortverwendung bezeichnet [[Aristoteles]] damit die Rückführung logischer Formeln auf Grundformeln. (Unspezifischere Verwendungen im Sinne irgendeines konkreten Weg-, Hinauf- oder Zurückführens werden nachfolgend nicht behandelt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Schon bei [[Homer]] ist &amp;#039;&amp;#039;anágein&amp;#039;&amp;#039; als Kompositum aus &amp;#039;&amp;#039;aná&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ágein&amp;#039;&amp;#039; in der Bedeutung von 1. „hinaufführen“ und 2. „zurückbringen“ belegt. Auch [[Thukydides]] und [[Xenophanes]] verwenden &amp;#039;&amp;#039;anagoge&amp;#039;&amp;#039; im Sinne von „Hinaufführen“. Bei [[Platon]] finden sich [[Metapher|metaphorische]] Verwendungen wie (zur ersten Bedeutung gehörend) &amp;#039;&amp;#039;eis phos&amp;amp;nbsp;/ eis philosophian anagein&amp;#039;&amp;#039;, „zum Licht führen“&amp;amp;nbsp;/ „zur Philosophie führen“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Politeia]] 512c, 529a&amp;lt;/ref&amp;gt; und (zur zweiten Bedeutung gehörend) &amp;#039;&amp;#039;ton logon ep&amp;#039; erchon anagein&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Nomoi]] 626d&amp;lt;/ref&amp;gt;. [[Aristoteles]] bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Nikomachische Ethik]]&amp;#039;&amp;#039; 1113b20, [[Metaphysik (Aristoteles)|Metaphysik]] 1005a1 u.&amp;amp;nbsp;ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit &amp;#039;&amp;#039;anagoge&amp;#039;&amp;#039; auch die &amp;#039;&amp;#039;Rückführung eines Begriffs auf seinen logischen Ursprung&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Artur Bienert|Wolfgang A. Bienert]]: &amp;#039;&amp;#039;Allegoria und Anagoge bei Didymos dem Blinden von Alexandria&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 1972, S.&amp;amp;nbsp;58, dem auch die vorstehenden Referenzen entnommen sind. Aristoteles unterschied Typen [[Syllogismus|syllogistischer]] Formeln in (a) vollkommene: als [[Axiom]]e benutzbare und (b) unvollkommene, aber durch Reduktion auf (a)-Typen als allgemein gültig erweisbare. Diese Rückführung bezeichnet er auch als &amp;#039;&amp;#039;anagoge&amp;#039;&amp;#039;. Vgl. J. Mau: Artikel &amp;#039;&amp;#039;Anagogé, Apagogé, Epagogé&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Historisches Wörterbuch der Philosophie]], Bd. 1, S. 212 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Septuaginta]], das [[Neues Testament|Neue Testament]] und christliche [[Kirchenväter]] verwenden &amp;#039;&amp;#039;anagoge&amp;#039;&amp;#039; im konkreteren Sinne von „hinaufführen“, auch z.&amp;amp;nbsp;B. in der Bedeutung „aus dem Tode, aus der [[Scheol]] hinaufführen“&amp;lt;ref&amp;gt;Ps 29,3; 39,2; 71,20f. Nach Wolfgang A. Bienert: &amp;#039;&amp;#039;Allegoria und Anagoge bei Didymos dem Blinden von Alexandria&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 1972, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt;, „in See stechen“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Justin der Märtyrer]], [[Dialog mit dem Juden Tryphon]] 152,1. Nach Wolfgang A. Bienert: &amp;#039;&amp;#039;Allegoria und Anagoge bei Didymos dem Blinden von Alexandria&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 1972, l.c., 59f&amp;lt;/ref&amp;gt;, schließlich zur Hinaufführung (mittels) der Liebe oder des Glaubens zur Verbindung mit Gott.&amp;lt;ref&amp;gt;1 Klem 49,4f; 2 Klem 17,2; [[Ignatius von Antiochien]], Eph. 9,1; [[Klemens von Alexandrien]], Stromata 7,46,7. Nach Wolfgang A. Bienert: &amp;#039;&amp;#039;Allegoria und Anagoge bei Didymos dem Blinden von Alexandria&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 1972, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der zweiten Bedeutung zugehörig, spricht [[Justin der Märtyrer|Justin]] von einer Rückbeziehung von allem auf die Bibel.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Dialog mit dem Juden Tryphon]]&amp;#039;&amp;#039; 56,16; nach Wolfgang A. Bienert: &amp;#039;&amp;#039;Allegoria und Anagoge bei Didymos dem Blinden von Alexandria&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 1972, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittel- und [[Neuplatonismus]] bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;anagoge&amp;#039;&amp;#039; den Aufstieg oder die Rückkehr zum Göttlichen&amp;lt;ref&amp;gt;Bei [[Porphyrios]] im Doppelsinne, vgl. Bienert, 62f&amp;lt;/ref&amp;gt;, auch verbunden mit der [[Ekstase]]&amp;lt;ref&amp;gt;So [[Iamblichos von Chalkis]], &amp;#039;&amp;#039;De myst.&amp;#039;&amp;#039; 3,7 u.&amp;amp;nbsp;ö., s. Wolfgang A. Bienert: &amp;#039;&amp;#039;Allegoria und Anagoge bei Didymos dem Blinden von Alexandria&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 1972, S. 63.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst [[Origenes]] verwendet &amp;#039;&amp;#039;anagoge&amp;#039;&amp;#039; „als terminus technicus für eine bestimmte Form christlicher [[Exegese]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang A. Bienert: &amp;#039;&amp;#039;Allegoria und Anagoge bei Didymos dem Blinden von Alexandria&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 1972, l.c., S. 58.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit betont er auch terminologisch (so eine u.&amp;amp;nbsp;a. von Wolfgang A. Bienert – gegen u.&amp;amp;nbsp;a. [[Ernst von Dobschütz]] – vertretene Interpretation) das Spezifische seiner Exegese gegenüber der [[Allegorie|allegorischen]] Methode, wie sie in der antiken Homerexegese und bei [[Philo von Alexandrien]] verfolgt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang A. Bienert: &amp;#039;&amp;#039;Allegoria und Anagoge bei Didymos dem Blinden von Alexandria&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 1972, S. 64 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von &amp;#039;&amp;#039;anagoge&amp;#039;&amp;#039; spricht in diesem Sinne u.&amp;amp;nbsp;a. auch [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ep. 120,8; In Jes. 1,1, v. 3.8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zur Logik ==&lt;br /&gt;
In der Aristotelischen Logik stellt die Anagoge ein Verfahren dar, mit dem unvollständig [[Syllogismus|syllogische]] Beziehungen auf der Grundlage vollständig syllogischer aufgelöst werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass grundsätzlich von der Gültigkeit der bereits bekannten, vollständig syllogischen Beziehung auf die Gültigkeit der noch nicht vollständig syllogischen geschlossen werden darf.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. hierzu: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie, Stuttgart/Weimar 1995, Bd. I, S. 97.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da man mit der Anagoge also etwas Spezielles mit Allgemeinerem gleichsetzt, besteht immer die Gefahr eines [[Fehlschluss|Fehlschlusses]], mit dem in die Ausgangsproblematik etwas ihr Fremdes hinein interpretiert werden würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
*[[Epagoge]]&lt;br /&gt;
*[[Apagoge]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4385835-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rhetorischer Begriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Speravir</name></author>
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