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	<title>Anagnorisis - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T01:35:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Anagnorisis&amp;diff=327009&amp;oldid=prev</id>
		<title>195.37.142.97: griechische Schreibweise, Betonung laut Duden</title>
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		<updated>2023-04-03T15:59:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;griechische Schreibweise, Betonung laut Duden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anagnorisis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[griechische Sprache|griechisch]] &amp;#039;&amp;#039;{{lang|grc|ἀναγνώρισις}}&amp;#039;&amp;#039; ‚Wiedererkennung‘, Betonung auf dem „o“) bezeichnet in der [[griechische Literatur|griechischen]] und [[römische Literatur|römischen Literatur]] den Umstand, dass sich zwei Personen wiedererkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders häufig ist die Anagnorisis in der [[Tragödie]] (und dort vor allem bei [[Euripides]]), doch gibt es solche Szenen auch schon im [[Homer]]ischen [[Epos]] (so z.&amp;amp;nbsp;B. in der &amp;#039;&amp;#039;[[Odyssee]]&amp;#039;&amp;#039;, als [[Odysseus]] von seiner Amme [[Eurykleia (Mythologie)|Eurykleia]] wiedererkannt wird und schließlich von seiner Gattin [[Penelope (Mythologie)|Penelope]]). Oft haben sich die Beteiligten jahrelang nicht gesehen, was das anfängliche Nichterkennen glaubhaft macht. Die Wiedererkennung gelingt schließlich durch bestimmte Erkennungszeichen (gr. &amp;#039;&amp;#039;{{lang|grc-Latn|gnōrísmata}}&amp;#039;&amp;#039;), in der &amp;#039;&amp;#039;[[Iphigenie bei den Taurern]]&amp;#039;&amp;#039; z.&amp;amp;nbsp;B. erkennt [[Iphigenie]] [[Orestes]] an einem Brief. Die Wiedererkennung geschieht bisweilen an entscheidenden Stellen des Dramas und bewirkt dann eine [[Peripetie]] (einen Umschwung der Handlung). So ist Iphigenie kurz davor, Orestes zu töten, bevor sie ihn erkennt; danach flieht sie mit ihm zusammen nach Hause.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der [[Komödie]] wird die Anagnorisis verwendet, so bei [[Plautus]] z.&amp;amp;nbsp;B. in den &amp;#039;&amp;#039;[[Menaechmi]]&amp;#039;&amp;#039; (wo Zwillinge nach der Geburt an verschiedenen Orten aufgezogen werden, ohne von der Existenz des jeweils anderen zu wissen; einer findet den anderen nach vielfachen komischen Verwechslungen wieder) und im &amp;#039;&amp;#039;[[Poenulus]]&amp;#039;&amp;#039; (in dem zwei karthagische Mädchen verkauft und von ihrem sie suchenden Vater als Hetären eines Kupplers wiedererkannt werden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anagnorisis bei Aristoteles ==&lt;br /&gt;
Nach der [[Poetik (Aristoteles)|Poetik]] des [[Aristoteles]] (Kap.&amp;amp;nbsp;11) ist die Anagnorisis eines der drei Grundelemente (gr. &amp;#039;&amp;#039;mérē&amp;#039;&amp;#039; „Teile“) der komplizierten (wörtl. verflochtenen) Handlung (gr. &amp;#039;&amp;#039;mŷthos peplegménos&amp;#039;&amp;#039;) neben [[Peripetie]] und schwerem Leid (&amp;#039;&amp;#039;páthos&amp;#039;&amp;#039;). Er definiert sie als Umschlag von Unkenntnis in Kenntnis (gr. &amp;#039;&amp;#039;ex agnoías eis gnôsin metabolḗ&amp;#039;&amp;#039;). Aristoteles fasst demnach den Begriff weiter und versteht darunter auch das Wiedererkennen von Gegenständen sowie die Erkenntnis, dass jemand etwas getan hat oder nicht getan hat. Auch [[Ödipus]]’ Einsicht, dass er selbst der Mörder seines Vaters war (in [[Sophokles]]’ &amp;#039;&amp;#039;[[König Ödipus]]&amp;#039;&amp;#039;), sieht Aristoteles als Anagnorisis an. Am besten sei die Anagnorisis von Personen, insbesondere, wenn sie gemeinsam mit der Peripetie eintrete wie im &amp;#039;&amp;#039;König Ödipus&amp;#039;&amp;#039;. So könne sie am meisten &amp;#039;&amp;#039;[[Phobos (Mythologie)|Furcht]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[eleos|Mitleid]]&amp;#039;&amp;#039; erregen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anagnorisis ist auch in der [[neue Komödie|neuen Komödie]] beliebt; dort dient sie dazu, eine verwickelte Handlung letztlich zu einem guten Ende zu führen (z.&amp;amp;nbsp;B. in den &amp;#039;&amp;#039;[[Epitrepontes]]&amp;#039;&amp;#039; [[Menander]]s).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spätere Beispiele ==&lt;br /&gt;
Auch in späterer Literatur und im Film wird das Motiv der Anagnorisis gelegentlich verwendet. [[Molière]] verwendet das Motiv der Wiedererkennung in einigen seiner Komödien, um einem Liebespaar die ersehnte Hochzeit zu ermöglichen, beispielsweise in &amp;#039;&amp;#039;[[Die Schule der Frauen (Molière)|Die Schule der Frauen]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Der Geizige]]&amp;#039;&amp;#039; und in &amp;#039;&amp;#039;[[Scapins Streiche]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Stanley Kubricks Film &amp;#039;&amp;#039;[[Uhrwerk Orange (Film)|Clockwork Orange]]&amp;#039;&amp;#039; wird die Hauptfigur Alex von seinem früheren Opfer anhand seines Pfeifens als der Mörder seiner Frau wiedererkannt. Dies ist der Schlüsselmoment des Films.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Gero von Wilpert]]: &amp;#039;&amp;#039;Sachwörterbuch der Literatur&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 231). 8., verbesserte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2001, ISBN 3-520-23108-5.&lt;br /&gt;
* [[Plautus]]: &amp;#039;&amp;#039;T. Macci Plauti Comoediae&amp;#039;&amp;#039;, rec. &amp;amp; crit. W. M. Lindsay, 2 Bde. Oxford 1905, ISBN 0-19-814629-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Anagnorisis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarischer Begriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Teil eines Dramas]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antike Literaturgattung]]&lt;/div&gt;</summary>
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