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	<title>An die Freude - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=An_die_Freude&amp;diff=42425&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Eltnap am 23. Januar 2026 um 21:31 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-23T21:31:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Siehe auch: [[An die Freude (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Schiller an die freude manuskript 2.jpg|mini|[[Autograph]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;An die Freude&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eines der berühmtesten [[Gedicht]]e [[Friedrich Schiller]]s. Die [[Ode]] entstand im Sommer 1785 und wurde unter anderem von [[Ludwig van Beethoven]] im 4.&amp;amp;nbsp;Satz seiner 1824 uraufgeführten [[9. Sinfonie (Beethoven)|9.&amp;amp;nbsp;Sinfonie]] vertont.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Mit hohem [[Pathos]] beschreibt diese [[Ode (Gedicht)|Ode]] das [[Weimarer Klassik|klassische]] [[Ideal (Philosophie)|Ideal]] einer Gesellschaft gleichberechtigter Menschen, die durch das Band der [[Freude]] und der [[Freundschaft]] verbunden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Fassung (1785) ===&lt;br /&gt;
Das Gedicht besteht in der frühen Fassung aus 9 [[Strophe]]n zu je 8 [[Vers]]en, jeweils gefolgt von einem [[Refrain]] mit 4 Versen, der als „&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;“ gekennzeichnet ist, und wurde in der [[Thalia (Zeitschrift)|Thalia]] so veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Mehrspaltige Liste |breite=15em |liste=&amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Freude, schöner Götterfunken,&lt;br /&gt;
:Tochter aus [[Elysion|Elisium]],&lt;br /&gt;
Wir betreten feuertrunken&lt;br /&gt;
:Himmlische, dein Heiligthum.&lt;br /&gt;
Deine Zauber binden wieder,&lt;br /&gt;
:was der Mode Schwerd getheilt;&lt;br /&gt;
Bettler werden Fürstenbrüder,&lt;br /&gt;
:wo dein sanfter Flügel weilt.&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Seid umschlungen Millionen!&lt;br /&gt;
::Diesen Kuß der ganzen Welt!&lt;br /&gt;
::Brüder – überm Sternenzelt&lt;br /&gt;
:muß ein lieber Vater wohnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wem der große Wurf gelungen,&lt;br /&gt;
:eines Freundes Freund zu seyn;&lt;br /&gt;
wer ein holdes Weib errungen,&lt;br /&gt;
:mische seinen Jubel ein!&lt;br /&gt;
Ja – wer auch nur &amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;eine&amp;lt;/span&amp;gt; Seele&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;sein&amp;lt;/span&amp;gt; nennt auf dem Erdenrund!&lt;br /&gt;
Und wer’s nie gekonnt, der stehle&lt;br /&gt;
:weinend sich aus diesem Bund!&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Was den großen Ring bewohnet&lt;br /&gt;
::huldige der Simpathie!&lt;br /&gt;
::Zu den Sternen leitet sie,&lt;br /&gt;
:Wo der &amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Unbekannte&amp;lt;/span&amp;gt; tronet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freude trinken alle Wesen&lt;br /&gt;
:an den Brüsten der Natur,&lt;br /&gt;
Alle Guten, alle Bösen&lt;br /&gt;
:folgen ihrer Rosenspur.&lt;br /&gt;
Küße gab sie &amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;uns&amp;lt;/span&amp;gt; und &amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Reben&amp;lt;/span&amp;gt;,&lt;br /&gt;
:einen Freund, geprüft im Tod.&lt;br /&gt;
Wollust ward dem Wurm gegeben,&lt;br /&gt;
:und der [[Cherub]] steht vor Gott.&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Ihr stürzt nieder, Millionen?&lt;br /&gt;
::Ahndest du den Schöpfer, Welt?&lt;br /&gt;
::Such’ ihn überm Sternenzelt,&lt;br /&gt;
:über Sternen muß er wohnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freude heißt die starke Feder&lt;br /&gt;
:in der ewigen Natur.&lt;br /&gt;
Freude, Freude treibt die Räder&lt;br /&gt;
:in der großen Weltenuhr.&lt;br /&gt;
Blumen lockt sie aus den Keimen,&lt;br /&gt;
:Sonnen aus dem Firmament,&lt;br /&gt;
Sphären rollt sie in den Räumen,&lt;br /&gt;
:die des Sehers Rohr nicht kennt!&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Froh, wie seine Sonnen fliegen,&lt;br /&gt;
::durch des Himmels prächtgen Plan,&lt;br /&gt;
::Laufet Brüder eure Bahn,&lt;br /&gt;
:freudig wie ein Held zum siegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Wahrheit Feuerspiegel&lt;br /&gt;
:lächelt &amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;sie&amp;lt;/span&amp;gt; den Forscher an.&lt;br /&gt;
Zu der Tugend steilem Hügel&lt;br /&gt;
:leitet sie des Dulders Bahn.&lt;br /&gt;
Auf des Glaubens Sonnenberge&lt;br /&gt;
:sieht man ihre Fahnen wehn,&lt;br /&gt;
Durch den Riß gesprengter Särge&lt;br /&gt;
: &amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;sie&amp;lt;/span&amp;gt; im Chor der Engel stehn.&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Duldet mutig Millionen!&lt;br /&gt;
::Duldet für die beßre Welt!&lt;br /&gt;
::Droben überm Sternenzelt&lt;br /&gt;
:wird ein großer Gott belohnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Göttern kann man nicht vergelten,&lt;br /&gt;
:schön ists ihnen gleich zu seyn.&lt;br /&gt;
Gram und Armut soll sich melden&lt;br /&gt;
:mit den Frohen sich erfreun.&lt;br /&gt;
Groll und Rache sei vergessen,&lt;br /&gt;
:unserm Todfeind sei verziehn.&lt;br /&gt;
Keine Thräne soll ihn pressen,&lt;br /&gt;
:keine Reue nage ihn.&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Unser Schuldbuch sei vernichtet!&lt;br /&gt;
::ausgesöhnt die ganze Welt!&lt;br /&gt;
::Brüder – überm Sternenzelt&lt;br /&gt;
:richtet Gott wie wir gerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Freude&amp;lt;/span&amp;gt; sprudelt in Pokalen,&lt;br /&gt;
:in der Traube goldnem Blut&lt;br /&gt;
trinken Sanftmut Kannibalen,&lt;br /&gt;
:Die Verzweiflung Heldenmut – –&lt;br /&gt;
Brüder fliegt von euren Sitzen,&lt;br /&gt;
:wenn der volle [[Römer (Glas)|Römer]] kraißt,&lt;br /&gt;
Laßt den Schaum zum Himmel sprützen:&lt;br /&gt;
:Dieses Glas dem guten Geist.&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Den der Sterne Wirbel loben,&lt;br /&gt;
::den des [[Seraph]]s Hymne preist,&lt;br /&gt;
::Dieses Glas dem guten Geist,&lt;br /&gt;
:überm Sternenzelt dort oben!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Festen Mut in schwerem Leiden,&lt;br /&gt;
:Hülfe, wo die Unschuld weint,&lt;br /&gt;
Ewigkeit geschwornen Eiden,&lt;br /&gt;
:Wahrheit gegen Freund und Feind,&lt;br /&gt;
Männerstolz vor Königstronen, –&lt;br /&gt;
:Brüder, gält’ es Gut und Blut –&lt;br /&gt;
Dem Verdienste seine Kronen,&lt;br /&gt;
:Untergang der Lügenbrut!&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Schließt den heilgen Zirkel dichter,&lt;br /&gt;
::schwört bei diesem goldnen Wein:&lt;br /&gt;
::Dem Gelübde treu zu sein,&lt;br /&gt;
:schwört es bei dem Sternenrichter!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rettung von [[Tyrannei|Tirannen]]ketten,&lt;br /&gt;
:Großmut auch dem Bösewicht,&lt;br /&gt;
Hoffnung auf den Sterbebetten,&lt;br /&gt;
:Gnade auf dem Hochgericht!&lt;br /&gt;
Auch die Toden sollen leben!&lt;br /&gt;
:Brüder trinkt und stimmet ein,&lt;br /&gt;
Allen Sündern soll vergeben,&lt;br /&gt;
:und die Hölle nicht mehr seyn.&lt;br /&gt;
:::::&amp;lt;small&amp;gt;&amp;lt;span style=&amp;quot;letter-spacing: 0.2em;&amp;quot;&amp;gt;Chor.&amp;lt;/span&amp;gt;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
:Eine heitre Abschiedsstunde!&lt;br /&gt;
::süßen Schlaf im Leichentuch!&lt;br /&gt;
::Brüder – einen sanften Spruch&lt;br /&gt;
:Aus des Todtenrichters Munde!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Späte Fassung ===&lt;br /&gt;
Schiller beurteilte sein eigenes Werk eher kritisch, was sich auch in mehreren Änderungen des Gedichtes niederschlug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 1808 [[posthum]] veröffentlichte Variante des Gedichtes war um die letzte Strophe gekürzt und zeigte eine andere Wortwahl in der ersten Strophe:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem&amp;gt;Freude, schöner Götterfunken,&lt;br /&gt;
:Tochter aus Elisium,&lt;br /&gt;
Wir betreten feuertrunken,&lt;br /&gt;
:Himmlische, dein Heiligthum.&lt;br /&gt;
Deine Zauber binden wieder,&lt;br /&gt;
:Was die Mode streng getheilt,&lt;br /&gt;
Alle Menschen werden Brüder,&lt;br /&gt;
:Wo dein sanfter Flügel weilt.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem ist im Vergleich zum [[Autograph]] im siebten Chor-[[Refrain]] die Wendung „des [[Cherub]]s Ode“ durch „des [[Seraph]]s Hymne“ ersetzt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyse ==&lt;br /&gt;
Alle Verse des Gedichts sind 4-hebige [[Trochäus|Trochäen]] ohne Auftakt. Dabei wechseln sich in den 8-versigen Strophen [[Männlicher Reim|männliche]] und [[Weiblicher Reim|weibliche Reime]] im [[Kreuzreim]] ab, während der Refrain aus einem [[Umarmender Reim|umarmenden Reim]] besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Strophe wird der Kontext des Gedichtes geschaffen, indem die [[Freude]] als [[Allegorie]] direkt angesprochen und als göttlich in Bezug auf das [[Elysion]] aus der [[Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] dargestellt wird. Durch „Deine Zauber binden wieder&amp;amp;nbsp;…“ wird der Freude eine Menschen verbindende Eigenschaft zugesprochen. Zwar kann &amp;#039;&amp;#039;Brüder&amp;#039;&amp;#039; auf die nur maskuline Bedeutung verstanden werden, da jedoch von allen Menschen gesprochen wird, ist der Begriff allgemein im Sinne von [[Brüderlichkeit]] zu verstehen. Zudem wird der Text in der Vertonung Ludwig van Beethovens auch von Frauen gesungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Baensch: &amp;#039;&amp;#039;Aufbau und Sinn des Chorfinales in Beethovens neunter Symphonie.&amp;#039;&amp;#039; Berlin/Leipzig, Walter de Gruyter 1930.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings wiederholt die 2. Strophe in der Zeile „Wer ein holdes Weib errungen“ die ausschließliche Ansprache an heterosexuelle Männer als Akteure. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Strophe spricht von dem „Große[n] Wurf“, der darin besteht, „Freund zu seyn“ oder ein „Weib errungen“ zu haben. Der soziale „[[Bund (Soziologie)|Bund]]“ (im Sinne von [[Gemeinschaft]]lichkeit, [[Freundschaft]], [[Liebe]], [[Ehe]]) oder vielmehr die Zwischenmenschlichkeit allgemein ist als Krönung des Lebens zu verstehen. Das „[[Erde]]nrund“ wird als Bund aller Menschen verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die dritte und die vierte Strophe nehmen Bezug auf die Natur: Die Freude sei ein wichtiger Bestandteil natürlicher Lebensweise und Triebkraft der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schillerhaus Menckestrasse Leipzig 2009.jpg|mini|Im heutigen [[Schillerhaus (Leipzig)|Schillerhaus zu Leipzig]] entstand im Sommer 1785 die erste Fassung der Ode &amp;#039;&amp;#039;An die Freude&amp;#039;&amp;#039;.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Schillerhaus Dresden.JPG|mini|Das [[Schillerhäuschen]] in Dresden-Loschwitz auf dem Körnerischen Weinberg.&amp;lt;br /&amp;gt;Hier wohnte Schiller vom Herbst 1785 bis zum Sommer 1787. ({{Coordinate|text=Lage|NS=51/3/27.69/N|EW=13/48/47.16/E|type=landmark|region=DE-SN|name=Schillhaus Dresden}})]]&lt;br /&gt;
Schiller war mit dem [[Freimaurerei|Freimaurer]] [[Christian Gottfried Körner]] befreundet, der von 1812 bis 1816 eine Gesamtausgabe von Schillers Werken herausgab. Als poetische Freundschaftserklärung an Körner schrieb Schiller im Sommer 1785 die Ode &amp;#039;&amp;#039;An die Freude&amp;#039;&amp;#039;. Entgegen einer verbreiteten Meinung hat Schiller sein Gedicht nicht einer Dresdner Freimaurerloge zugedacht, sondern diese Widmung stammt von Johann Christian Müller, der die Ode früh vertont hat.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur |Autor=Georg Günther |Hrsg=Manfred Hermann Schmidt im Auftrag der Gesellschaft für Musikgeschichte in Baden-Württemberg e. V. in Verbindung mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen |Titel=Frühe Schiller-Vertonungen bis 1825 |Sammelwerk=Denkmäler der Musik in Baden-Württemberg |Band=Band 18 Frühe Schiller-Vertonungen bis 1825 (in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach) |Ort=München |Datum=2005 |Seiten=XIX-LXXIX}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schiller wohnte damals in einem umgebauten Bauernhaus, dem heutigen [[Schillerhaus (Leipzig)|Schillerhaus]], in dem nahe [[Leipzig]] gelegenen Dorf [[Gohlis (Leipzig)|Gohlis]], einem heutigen Stadtteil Leipzigs. Ab dem 13. September 1785 wohnte er im [[Schillerhäuschen|Weinberghaus Körners]] in dem damaligen Dorf und heutigen [[Dresden]]er Stadtteil [[Loschwitz]]. Sein bis dahin sehr wechselhaftes Leben, vor allem durch Geldsorgen bedingt, änderte sich durch den [[mäzen]]atischen Freund Körner sehr. Inspiriert davon und von Dresden und den [[Waldschlösschenviertel|Waldschlösschenwiesen]] vollendete er die Ode &amp;#039;&amp;#039;An die Freude&amp;#039;&amp;#039; im November 1785 und sandte sie am 29. November zum Druck für das zweite Heft der &amp;#039;&amp;#039;Thalia&amp;#039;&amp;#039; an den Buchhändler Georg Göschen in Leipzig.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.friedrich-schiller-archiv.de/briefe-schillers/an-georg-goeschen/schiller-an-georg-goeschen-29-november-1785/ |titel=Schiller an Georg Göschen, 29. November 1785 |werk=Friedrich Schiller Archiv |datum=2013-08-20 |sprache=de-DE |abruf=2023-10-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In dem Brief Schillers heißt es: „Das Gedicht an die Freude ist von Körnern sehr schön komponiert. Wenn Sie meinen, so können wir die Noten, welche nur eine ½ Seite betragen, dazu stechen lassen?“, die Schiller mit seinem Gedicht in gedruckter Form am 13. und 23. Februar 1786 wieder zurückerhielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Erwin Mayer: &amp;#039;&amp;#039;Friedrich Schiller und die Freimaurerei und seine Hymne „an die Freude“ nach Materialien aus dem Literatur-Archiv Marbach.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Quatuor Coronati.&amp;#039;&amp;#039; Jahrbuch 36, Freimaurerische Forschungsgesellschaft e.&amp;amp;nbsp;V. Bayreuth, 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist jedoch, dass Schiller Jahre später, nachdem die [[Französische Revolution|prärevolutionäre]] Euphorie der 1780er Jahre bei ihm verflogen war, die &amp;#039;&amp;#039;Ode an die Freude&amp;#039;&amp;#039; keineswegs als Meisterwerk seinerseits bezeichnete. Vielmehr sei sie von der Realität abgewandt. In einem Brief an Körner schreibt Schiller am 21. Oktober 1800:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.friedrich-schiller-archiv.de/briefe-schillers/briefwechsel-mit-gottfried-koerner/schiller-an-gottfried-koerner-21-oktober-1800/ |titel=Schiller an Gottfried Körner, 21. Oktober 1800 |werk=Friedrich Schiller Archiv |datum=2013-09-13 |sprache=de-DE |abruf=2022-01-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat |Text=Die Freude hingegen ist nach meinem jetzigen Gefühl durchaus fehlerhaft und ob sie sich gleich durch ein gewißes Feuer der Empfindung empfiehlt, so ist sie doch ein schlechtes Gedicht und bezeichnet eine Stufe der Bildung, die ich durchaus hinter mir lassen mußte um etwas ordentliches hervorzubringen. Weil sie aber einem fehlerhaften Geschmack der Zeit entgegenkam, so hat sie die Ehre erhalten, gewissermaaßen ein Volksgedicht zu werden. Deine Neigung zu diesem Gedicht mag sich auf die Epoche seiner Entstehung gründen; aber diese giebt ihm auch den einzigen Werth, den es hat, und auch nur für uns und nicht für die Welt noch für die Dichtkunst. |Autor=Schiller |Quelle=21. Oktober 1800}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon in ihrer Entstehungszeit war die Ode äußerst [[Popularität|populär]], wie bereits die vielfachen Umdichtungen in studentischen [[Stammbuch (studentisch)|Stammbüchern]] beweisen. Noch heute wird das Lied von [[Studentenverbindungen]] vielfach gesungen, jedoch mit einer anderen Melodie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass Ludwig van Beethoven sich ausgerechnet in einer Zeit der politischen [[Restauration (Geschichte)|Restauration]] (im Jahr 1824) entschloss, seine Neunte Symphonie mit einem Chorgesang mit Schillers Text enden zu lassen, bewertet [[Aribert Reimann]] folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nach all dem politischen Wirrwarr und den Schrecknissen der Zeit, die auch Beethoven selbst erlebt hat, ist dieses Werk am Ende ein Appell, eine Sehnsucht nach Verbrüderung, nach Freude und Jubel, nach der Utopie eines Weltfriedens, nach einer Welt ohne Kriege und Zerstörung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wiener Konzerthaus: [http://konzerthaus.at/magazin/Home/tabid/41/entryid/209/Default.aspx &amp;#039;&amp;#039;Freude, schöner Götterfunken: Beethoven und Reimann&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dieter Hildebrandt (Autor)|Dieter Hildebrandt]] verweist darauf, dass der Hamburger Dichter [[Friedrich von Hagedorn]] schon 1744&amp;amp;nbsp;– und damit vier Jahrzehnte vor Schiller&amp;amp;nbsp;– ein anderes Gedicht mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;An die Freude&amp;#039;&amp;#039; schuf.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Hildebrandt: &amp;#039;&amp;#039;Die Neunte – Schiller, Beethoven und die Geschichte eines musikalischen Welterfolgs.&amp;#039;&amp;#039; München 2005, S.&amp;amp;nbsp;64.&amp;lt;br /&amp;gt;Friedrich von Hagedorn: [http://www.zeno.org/Literatur/M/Hagedorn,+Friedrich+von/Gedichte/Oden+und+Lieder/Zweites+Buch/An+die+Freude &amp;#039;&amp;#039;An die Freude&amp;#039;&amp;#039;] (auf Zeno.org).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Reinhard Breymayer]] benennt [[Pietismus|pietistischen]] Einfluss besonders auf die Verse „Brüder – überm Sternenzelt / muß ein lieber Vater wohnen“ durch den Astronomen und Pfarrer [[Philipp Matthäus Hahn]]. Dessen Liebestheologie betonte die väterliche Liebe Gottes außerordentlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Reinhard Breymayer: Erhard Weigels Schüler [[Detlev Clüver]] und sein Einfluss auf [[Friedrich Christoph Oetinger]] (1702–1782) […] In: Katharina Habermann, Klaus-Dieter Herbst (Hg.), &amp;#039;&amp;#039;[[Erhard Weigel]] (1625–1699) und seine Schüler&amp;#039;&amp;#039;. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2016, S. 269–323, hier S. 317–322: &amp;#039;&amp;#039;Nachweis einer Verbindung zwischen dem mit [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]] und [[Ludwig van Beethoven|Beethoven]] vertrauten Franz Joseph Reichsgraf von [[Thun und Hohenstein]], dem Mechaniker [[Philipp Gottfried Schaudt]] und dem Pfarrer Philipp Matthäus Hahn. Findet sich eine Spur von Hahns Theologie in Schillers Ode &amp;quot;An die Freude&amp;quot;?&amp;#039;&amp;#039; – Thun-Hohenstein war wie sein Onkel [[Josef Friedrich Wilhelm (Hohenzollern-Hechingen)|Joseph Friedrich Wilhelm Reichsfürst von Hohenzollern-Hechingen]] Auftraggeber für eine astronomische Maschine Hahns und Ehemann von Mozarts und Beethovens Gönnerin Maria Wilhelmina Reichsgräfin von Thun und Hohenstein, geb. Reichsgräfin von Uhlfeld, dazu Schwiegervater von Mozarts und Beethovens zeitweiligem Freund [[Karl Lichnowsky|Karl Alois Fürst von Lichnowsky]].&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weitere ausführliche Nachweise zu Schillers Anregungen bringt Reinhard Breymayer: &amp;#039;&amp;#039;Astronomie, Kalenderstreit und Liebestheologie. Von Erhard Weigel und seinem Schüler Detlev Clüver über Friedrich Christoph Oetinger und Philipp Matthäus Hahn zu Friedrich Schiller, Johann Andreas Streicher, Franz Joseph Graf von Thun und Hohenstein, Mozart und Beethoven. Dem Andenken des bedeutenden Oetinger-Forschers Guntram Spindler (1940–2014) und des bedeutenden Aufklärungsforschers Reinhard Aulich (1947–2016).&amp;#039;&amp;#039; [Motto:] &amp;#039;&amp;#039;Brüder – überm Sternenzelt muß ein lieber Vater wohnen. SCHILLER.&amp;#039;&amp;#039; Heck, Dußlingen 2016. ISBN 978-3-924249-58-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 wurde das Gedichtmanuskript in [[Basel]] an einen anonymen telefonischen Bieter für eine halbe Million [[Schweizer Franken|Franken]] versteigert. Die [[Stiftung Weimarer Klassik]] hatte erfolglos mitgeboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nzz.ch/schillers_ode_zu_teuer_fuer_die_oeffentliche_hand-ld.681816 Joachim Güntner: &amp;#039;&amp;#039;Schillers Ode: Zu teuer für die öffentliche Hand.&amp;#039;&amp;#039;, nzz.ch vom 22. Oktober 2011], abgerufen am 5. Januar 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vertonungen ==&lt;br /&gt;
=== Ludwig van Beethoven ===&lt;br /&gt;
Die bekannteste Vertonung liegt im letzten Satz der [[9. Sinfonie (Beethoven)|9.&amp;amp;nbsp;Sinfonie]] von [[Ludwig van Beethoven]] vor. Beethoven verwendete aus der Dichtung die 1., 2. und 3. Strophe und den 1. und 3. Chor-Refrain. Obwohl die Absicht der Vertonung von Schillers [[Hymne]] fast das ganze Leben Beethovens begleitete, war es für ihn selbst nicht von Anfang an klar, ob nun wirklich ein [[Chor (Musik)|Chor]] oder ein rein instrumentales Finale das Werk abschließen sollte. Eine Entscheidung für den Chor fiel wahrscheinlich erst gegen Ende des Jahres 1823.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;score raw=&amp;quot;1&amp;quot; sound=&amp;quot;1&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
\header {&lt;br /&gt;
   title = &amp;quot;Ode an die Freude&amp;quot;&lt;br /&gt;
   composer = &amp;quot;Ludwig van Beethoven&amp;quot;&lt;br /&gt;
   poet = &amp;quot;Friedrich Schiller&amp;quot;&lt;br /&gt;
tagline = ##f&lt;br /&gt;
}&lt;br /&gt;
\score {&lt;br /&gt;
   &amp;lt;&amp;lt;&lt;br /&gt;
   \relative c&amp;#039; {&lt;br /&gt;
      \autoBeamOff&lt;br /&gt;
      \tempo 4=120&lt;br /&gt;
      \key d\major&lt;br /&gt;
      fis4 fis g a a g fis e d d e fis fis4. e8 e2 \break&lt;br /&gt;
      fis4 fis g a a g fis e d d e fis e4. d8 d2 \break&lt;br /&gt;
      e4 e fis d e fis8([ g]) fis4 d e fis8([ g]) fis4 e d e a, fis&amp;#039;~ \break&lt;br /&gt;
      fis4 fis g a a g fis e d d e fis e4. d8 d2 \bar &amp;quot;|.&amp;quot;&lt;br /&gt;
   }&lt;br /&gt;
   \addlyrics {&lt;br /&gt;
       Freu -- de, schö -- ner Göt -- ter -- fun -- ken,&lt;br /&gt;
       Toch -- ter aus E -- ly -- si -- um,&lt;br /&gt;
       wir be -- tre -- ten feu -- er -- trun -- ken,&lt;br /&gt;
       Himm -- li -- sche, dein Hei -- lig -- tum!&lt;br /&gt;
       Dei -- ne Zau -- ber bin -- den_ wie -- der,&lt;br /&gt;
       was die Mo -- de streng ge -- teilt;&lt;br /&gt;
       al -- le Men -- schen wer -- den Brü -- der,&lt;br /&gt;
       wo dein sanf -- ter Flü -- gel weilt.&lt;br /&gt;
   }&lt;br /&gt;
   &amp;gt;&amp;gt;&lt;br /&gt;
   \layout { indent = 10\mm }&lt;br /&gt;
   \midi {}&lt;br /&gt;
}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/score&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hymne joie 01.png|mini|hochkant=1.5|Beethovens Freude-Thema (Oboenstimmen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Vertonungen ===&lt;br /&gt;
[[Franz Schubert]] vertonte die Ode bereits 1815&amp;amp;nbsp;– also vor Beethovens 9.&amp;amp;nbsp;Sinfonie&amp;amp;nbsp;– als Lied für Solostimme und Klavier. Im [[Deutsch-Verzeichnis]] trägt das Werk die Nummer 189. Auch hier wurde der Text verkürzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor beiden bekannteren Vertonungen hatte bereits [[Carl Friedrich Zelter]], der vor allem mit seinen Vertonungen von [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]]-Texten im Stil der zweiten Berliner Liederschule bekannt ist, 1792 eine Vertonung für gemischten Chor und Begleitung (in D-Dur) auskomponiert. Diese hat er in Folge in vielerlei Besetzungen umgewandelt, z.&amp;amp;nbsp;B. für Terzett und vierstimmigen Männerchor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren existieren Vertonungen der folgenden Komponisten:&lt;br /&gt;
* [[Christian Gottfried Körner]] (1786)&lt;br /&gt;
* [[Christian Friedrich Daniel Schubart]] (1787)&lt;br /&gt;
* [[Johann Friedrich Reichardt]] (1796)&lt;br /&gt;
* [[Johann Friedrich Hugo von Dalberg]] (1799)&lt;br /&gt;
* [[Johann Rudolf Zumsteeg]] (1803)&lt;br /&gt;
* [[Pjotr Iljitsch Tschaikowski]] (1865), für Solostimmen, Chor und Orchester, in russischer Übersetzung.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Seid umschlungen, Millionen!&amp;#039;&amp;#039; (1892), ein Walzer, Op. 443 von [[Johann Strauss (Sohn)|Johann Strauss&amp;amp;nbsp;II]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Diesen Kuss der ganzen Welt!&amp;#039;&amp;#039; (1892), [[Carl Michael Ziehrer]], ein Walzer, Op. 442 in Fortsetzung des von Strauss komponierten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andrea Hammes |Titel=Brahms gewidmet: ein Beitrag zu Systematik und Funktion der Widmung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts |Verlag=V&amp;amp;R Unipress GmbH |Ort=Göttingen |Datum=2015 |ISBN=978-3-8471-0437-7 |Seiten=312}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Z. Randall Stroope (2002), für Chor und [[Zu vier Händen|Klavier zu vier Händen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Der Begründer der [[Paneuropa-Union|Paneuropa-Bewegung]] [[Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi]] schlug schon 1955 Beethovens Vertonung als neue [[Europahymne|europäische Hymne]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.coe.int/t/dgal/dit/ilcd/Historical_Content/hymn/kalergi1.pdf |wayback=20081108214702 |text=Brief, PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1972 ist die Melodie offizielle Hymne des [[Europarat]]s. Auch zu sonstigen feierlichen Anlässen (z.&amp;amp;nbsp;B. zum Jahresende) wird das Stück gerne gespielt. Auf Bitte des Europarats arrangierte [[Herbert von Karajan]] drei Instrumentalversionen: für Klavier, für Blasinstrumente und für Orchester. Seine Instrumentalversion ist seit 1985 die offizielle Hymne der [[Europäische Union|Europäischen Union]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor die dritte Strophe des [[Deutschlandlied]]es 1952 zur [[Deutsche Nationalhymne|deutschen Nationalhymne]] bestimmt wurde, diente die Ode nach dem Zweiten Weltkrieg häufig als inoffizielle Hymne. Bei den olympischen Spielen zwischen 1956 und 1964 wurde die Ode zur Hymne der [[Gesamtdeutsche Mannschaft|gesamtdeutschen Mannschaft]] und 1968 zur Hymne beider deutscher Olympiamannschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|-1=1989}}Weihnachten 1989, einen Monat nach dem [[Mauerfall|Fall der Mauer]], wurde Beethovens 9.&amp;amp;nbsp;Symphonie im Ostberliner [[Konzerthaus Berlin|Konzerthaus]] am Gendarmenmarkt unter [[Leonard Bernstein]] mit einem leicht geänderten Text aufgeführt: „&amp;#039;&amp;#039;Freiheit&amp;#039;&amp;#039;, schöner Götterfunken“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturfragen/576456/ Das Deutschlandradio] lässt den Tag mit einem Motiv aus der Ode an die Freude ausklingen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus fand das Stück, wenn auch entsprechend modifiziert, im christlichen und insbesondere im [[Gospel]]bereich seine Anerkennung. So hat beispielsweise 1907 [[Henry van Dyke|Henry J. van Dyke]] unter dem Titel „Joyful, Joyful We Adore Thee“ einen christlichen Text zur Melodie von Beethoven verfasst.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.cyberhymnal.org/htm/j/o/joyful.htm |wayback=20121012171350 |text=„Joyful, Joyful We Adore Thee“}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Bearbeitung ist im englischsprachigen Raum insbesondere als Weihnachtslied verbreitet. Eine Improvisation darüber kommt im Film &amp;#039;&amp;#039;[[Sister Act 2 – In göttlicher Mission|Sister Act&amp;amp;nbsp;2]]&amp;#039;&amp;#039; vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelne Vertreterinnen der [[feministische Linguistik|feministischen Linguistik]] nehmen den Text als frauenfeindlich wahr mit der Begründung, das Motto „Alle Menschen werden Brüder“ lege entweder die Interpretation nahe, dass Frauen keine Menschen seien, oder dass sie sich vermännlichen müssten, um in den „Bruderbund“ einbezogen zu werden. Eines der programmatischen Bücher der feministischen Linguistik von [[Luise Pusch]] hat den Titel „Alle Menschen werden Schwestern“.&amp;lt;ref&amp;gt;Luise F. Pusch: &amp;#039;&amp;#039;Alle Menschen werden Schwestern.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt/Main 1990, ISBN 978-3-518-11565-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eine der weitestverbreiteten Aufnahmen gilt die 2004 von [[Gotthilf Fischer]] und seinen Chören aufgenommene Version, die unter den Titeln „Freude schöner Götterfunken“ oder „European Hymn“ 2019 und 2021 für insgesamt mehr als 22,5&amp;amp;nbsp;Millionen digitale und physische Verkäufe mit zwei [[Impala (Verband)|Impala]] Awards ausgezeichnet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://beta.musikwoche.de/details/442268 |titel=7us überreicht Impala Gold Award an Gotthilf Fischer |abruf=2022-10-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Friedrich John Böttner: &amp;#039;&amp;#039;Schillers Hymne an die Freude.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Quatuor Coronati. Jahrbuch für Freimaurerforschung.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0171-1199}}, Jg.&amp;amp;nbsp;26 (1989), S.&amp;amp;nbsp;35–64.&lt;br /&gt;
* {{Gartenlaube |Wikisource=Das Jubiläum eines Liedes |Titel= |Autor=Karl Siegen |Jahr=1885 |Heft=18 |Seite=296 |Kommentar=Zur Entstehungsgeschichte des Liedes}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Schiller&amp;#039;s Ode an die Freude}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|An die Freude (Schiller)|An die Freude (1786 veröffentlicht)}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|An die Freude (Beethoven)|An die Freude (Version aus der 9. Sinfonie von Beethoven)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.friedrich-schiller-archiv.de/briefe-schillers/an-die-freude-schiller-interpretation-inhaltsangabe/ &amp;#039;&amp;#039;Ode „An die Freude“ – Inhalt, Text, Entstehung und Interpretation&amp;#039;&amp;#039;] im Friedrich Schiller Archiv des aionas Verlag Weimar&lt;br /&gt;
* [http://www.impresario.ch/choral/beet125.htm An die Freude:] MIDI/MP3-Version, mit Text und Übungsdateien für Choristen&lt;br /&gt;
* [https://www.coe.int/de/web/about-us/the-european-anthem Die europäische Hymne zum Anhören] beim Europarat&lt;br /&gt;
* Nikolas Immer: [https://web.fu-berlin.de/phin/phin53/p53t1.htm &amp;#039;&amp;#039;Freude für die Freunde. Zu Schillers Kultur der Geselligkeit&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;PhiN. Philologie im Netz&amp;#039;&amp;#039; 53 (2010).&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Lorenz Hoffmann, Tobias Barth |url=https://www.deutschlandfunkkultur.de/ode-an-die-freude-wie-ein-trinklied-zur-europahymne-wurde-100.html |titel=Ode an die Freude – Wie ein Trinklied zur Europahymne wurde |werk=[[Deutschlandfunk|Deutschlandfunk Kultur]]-Sendung „Zeitfragen“ (Archiv) |datum=2019-05-15 |format=mp3-Audio; 28&amp;amp;nbsp;MB; 29:13&amp;amp;nbsp;Minuten |abruf=2025-09-08 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Schillers Werke}}&lt;br /&gt;
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{{Normdaten|TYP=w|GND=4590404-2|LCCN=n86113990|VIAF=187059293}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Eltnap</name></author>
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