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	<title>Anämie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T17:16:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=An%C3%A4mie&amp;diff=46098&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;LE G01EM: /* Hypochrome, mikrozytäre Anämie */ : +link zu neuem artikel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=An%C3%A4mie&amp;diff=46098&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-04T09:28:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Hypochrome, mikrozytäre Anämie: &lt;/span&gt; : +link zu neuem artikel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| BREITE = &lt;br /&gt;
| 01-CODE = D50–D53&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Alimentäre Anämien&lt;br /&gt;
| 02-CODE = D55–D59&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG = Hämolytische Anämien&lt;br /&gt;
| 03-CODE = D60–D64&lt;br /&gt;
| 03-BEZEICHNUNG = Aplastische und sonstige Anämien&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anämie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Anaemia&amp;#039;&amp;#039;, deutsch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blutarmut&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, umgangssprachlich auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Blutmangel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, früher auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bleichsucht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist eine Verminderung der [[Hämoglobin]]-Konzentration im Blut (oder alternativ des [[Hämatokrit]]s) unter die alters- und geschlechtsspezifische Norm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hämoglobin ist ein Sauerstoff tragendes [[Protein]], das sich im Blut ganz überwiegend in den roten Blutzellen ([[Erythrozyt]]en) befindet. Eine Anämie geht daher in der Regel mit einem Mangel an Erythrozyten &amp;#039;&amp;#039;(Erythrozytopenie)&amp;#039;&amp;#039; einher. Bei einer Anämie ist die [[Sauerstoff]]-Transportkapazität des [[Blut]]es vermindert. Um die Sauerstoffversorgung der Organe weiter zu gewährleisten, reagiert der Organismus typischerweise mit einer Steigerung der Herzfrequenz, so dass das Blut schneller durch den Kreislauf gepumpt wird. Dadurch gerät der Körper aber leichter an seine Belastungsgrenzen. Typische Symptome einer Anämie sind daher leichte Ermüdbarkeit, [[Dyspnoe|Luftnot]] besonders bei körperlicher Belastung und häufig auch Kopfschmerzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Anämie ist entweder erworben oder angeboren. Ursachen für erworbene Anämien können Blutverluste, ein vermehrter Blutabbau, Erkrankungen des [[Hämatopoese|blutbildenden Systems]], Mangelerkrankungen, Nierenerkrankungen, Hormonstörungen, Schwangerschaft oder „[[konsumierende Erkrankung]]en“ wie Tumorerkrankungen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen sein. Angeborene Anämien kommen z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Hämoglobinopathie]]n (genetischen Störungen der Hämoglobinbildung) vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Anämie, lateinisch als &amp;#039;&amp;#039;anaemia&amp;#039;&amp;#039; 1843 von dem französischen Mediziner [[Gabriel Andral]] geprägt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Irmgard Müller |Hrsg=Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner |Titel=Anämie |Sammelwerk=Enzyklopädie Medizingeschichte |Band= |Verlag=De Gruyter |Ort=Berlin / New York |Datum=2005 |ISBN= |Seiten=53}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, stammt aus dem [[Altgriechische Sprache|Altgriechischen]] {{lang|grc|ἄναιμος|ánaimos}} „blutlos“ und setzt sich zusammen aus der Vorsilbe {{lang|grc|αν-|an-}} „un-“, „ohne“, „nicht“ und dem Wort {{lang|grc|αἷμα|haíma}} „Blut“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Symptome der Anämie.png|300px|mini|Mögliche Symptome einer Anämie]]&lt;br /&gt;
Die bei einer Anämie auftretenden Symptome sind entweder eine direkte Folge der [[Hypoxie (Medizin)|Sauerstoffunterversorgung]] oder der Kompensationsmechanismen des Körpers. Patienten merken infolge der mangelhaften Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers als erste Symptome häufig eine [[Unwohlsein und Ermüdung|Körperschwäche]], eine [[Dyspnoe]], einen Leistungsabfall und eine schnelle [[Müdigkeit|Ermüdbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haut und Schleimhäute sind durch Blässe gekennzeichnet, wobei zumindest die Hautblässe abhängig von der Hautfarbe nicht immer leicht erkennbar ist. An den [[Sklera|Skleren]] kann in manchen Fällen eine weißliche Farbe mit bläulichem Unterton festgestellt werden, bedingt durch Blutarmut kleinster [[Bindehaut|konjunktivaler]] Gefäße. Durch eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns können Kopfschmerzen, Ohrgeräusche ([[Tinnitus]]), Übelkeit, Ohnmacht ([[Synkope (Medizin)|Synkopen]]), Schlaflosigkeit, Konzentrationsprobleme und Sehstörungen auftreten. Eine Sauerstoffunterversorgung des [[Herzmuskel]]s führt zu [[Angina Pectoris]]. Infolge einer Sauerstoffunterversorgung kann es in den [[Niere]]n zu einem geringfügigen Ausscheiden von Blut im Urin (mikroskopische [[Hämaturie]]), zu einer leichten Eiweißausscheidung ([[Proteinurie]]) und zu einem Rückhalt von Salz und Wasser ([[Niereninsuffizienz]]) kommen. Weiterhin können bei länger anhaltender Anämie brüchige [[Nagel (Anatomie)|Finger- und Fußnägel]], Haarausfall und [[Spliss|Splitterung von Haaren]] beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Körper versucht, den Sauerstoffbedarf der Gewebe trotz der verminderten Sauerstofftransportkapazität des Blutes zu decken, können eine beschleunigte [[Atmung]] ([[Tachypnoe]]) und ein erhöhter Herzschlag ([[Tachykardie]]) auftreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der erhöhten Frequenz des Blutumlaufs und damit auch der erhöhten Strömungsgeschwindigkeit des Blutes kann es zu charakteristischen Geräuschen in den [[Vena jugularis interna|Jugularvenen]] am Hals kommen, dem sogenannten [[Nonnensausen]], sowie zu anämischen Strömungsgeräuschen an den Herzklappen, die mit dem [[Stethoskop]] wahrnehmbar sind, ohne dass ein struktureller [[Herzklappenfehler]] besteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben diesen allgemeinen Symptomen kann es je nach Anämieform noch zu weiteren Krankheitsbildern kommen. Eine Anämie ist jedoch immer Symptom einer Grunderkrankung oder einer [[Fehlernährung]], sie kann nie eine vollständige Diagnose sein. Trotzdem sollten schon kleine Anzeichen der Anämie ernst genommen werden, da diese auf lange Zeit zu einer erhöhten Sterblichkeit, vor allem durch [[Herz-Kreislauf-Erkrankung]]en, führen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;aerzteblatt-55748&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=hil |url=http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/55748/Anaemie-unabhaengiger-Risikofaktor-fuer-Herz-Kreislauf-Sterblichkeit |titel=Anämie unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Sterblichkeit |werk=[[Deutsches Ärzteblatt|aerzteblatt.de]] |datum=2013-09-05 |abruf=2015-01-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnostik ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-right&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Normalwerte beim Menschen&amp;lt;ref name=&amp;quot;klblutbild&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/b/Blutbild_klein.htm |titel=Laborlexikon: Blutbild, klein |werk=laborlexikon.de |datum=2011-01-25 |abruf=2015-01-21}} {{ISSN|1860-966X}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bezeichnung&lt;br /&gt;
! Frauen&lt;br /&gt;
! Männer&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Hämoglobin]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 12 bis 16 g/dl&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 13 bis 18 g/dl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Erythrozyt]]en&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 4,3 bis 5,2 Mio./μl&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 4,8 bis 5,9 Mio./μl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| MCH&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 28–34 pg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| MCHC&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 30–36 g/dl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| MCV&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 78–94 fl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Retikulozyten]]&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 1 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Hämatokrit]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 37–47 %&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 40–54 %&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Ferritin]]&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 22–112&amp;amp;nbsp;µg/l&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 34–310&amp;amp;nbsp;µg/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Transferrin]]&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 212–360&amp;amp;nbsp;mg/dl&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Vitamin B12]]&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| &amp;gt;300&amp;amp;nbsp;ng/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|[[Folsäure]]&lt;br /&gt;
|colspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| &amp;gt;2,5&amp;amp;nbsp;ng/ml&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Eine Verdachtsdiagnose kann sich bereits aus der Krankengeschichte ([[Anamnese]]) und dem allgemeinen körperlichen Befund ergeben. Im Rahmen einer weiteren Ursachenabklärung stehen insbesondere die Suche nach Blutungsquellen (besonders Blutungen aus Magen und Darm sowie genitale Blutungen bei Frauen) sowie [[Hämolyse]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;zeichen und ein abgestuftes System von Laboruntersuchungen zur Verfügung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich bei einer Anämie um eine durch einen vermehrten Blutverlust/-abbau oder aber um eine durch eine Blutbildungsstörung bedingte Blutarmut handelt. Es können auch Mischformen vorkommen. Das wichtigste technische Hilfsmittel für die Diagnose einer Anämie ist das [[Blutbild]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So liefert ein Blutbild eine erste Information, ob überhaupt eine Anämie vorliegt. Es kann dabei, durch Bestimmung von Hämatokrit und Erythrozytenzahl, eine Verminderung der Zellen im Blut anzeigen. Die Werte zum [[Mittleres Erythrozyteneinzelvolumen|mittleren Volumen]] (mittleres Erythrozyteneinzelvolumen, MCV von engl. &amp;#039;&amp;#039;mean chuscular volume&amp;#039;&amp;#039;) der Erythrozyten und die [[Erythrozytenverteilungsbreite]] geben Aufschluss über die Größe der Zellen (und damit Hinweis auf die Ursache, siehe Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;Einteilung&amp;#039;&amp;#039;). Die Hämoglobinkonzentration im Blut sowie der [[Mittleres Korpuskuläres Hämoglobin|Hämoglobingehalt]] (mittleres korpuskuläres Hämoglobin, MCH) und die [[Mittlere Korpuskuläre Hämoglobinkonzentration|Hämoglobinkonzentration]] (mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration, MCHC) der Erythrozyten bieten mögliche Hinweise auf Störungen in der Bildung des roten Blutfarbstoffs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig ist die Anämie Zeichen einer systemischen Erkrankung (zum Beispiel [[Infektion]]en oder Tumoren) oder das [[Leitsymptom]] einer Störung der [[Erythropoese]] (Bildung roter Blutkörperchen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele aus der Diagnostik:&lt;br /&gt;
* Anhand der Anzahl der [[Retikulozyt]]en (unreife rote Blutkörperchen) lässt sich feststellen, ob eine Blutbildungsstörung vorliegt, da diese unter normalen Umständen bei einem Verlust an roten Blutkörperchen in erhöhter Anzahl vom Knochenmark freigesetzt werden.&lt;br /&gt;
* Die Konzentration der am Eisenstoffwechsel beteiligten [[Protein]]e wie [[Ferritin]], [[Transferrin]] und Transferrinrezeptor gibt Aufschluss über das Vorhandensein einer Eisenmangelanämie oder aber über einen Mangel an [[Cobalamine|Vitamin B12]] und an [[Folsäure]] bei einer megaloblastären oder bei einer perniziösen Anämie.&lt;br /&gt;
* Auch Formabweichungen der roten Blutkörperchen können Aufschluss über bestimmte Anämien geben (zum Beispiel [[Sichelzellenanämie]]).&lt;br /&gt;
* Ein [[Knochenmarksausstrich]] kann zeigen, ob die Ursache im blutbildenden Gewebe im Knochenmark selbst liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hämoglobin-Gehalt ===&lt;br /&gt;
Die auch heute weitgehend anerkannten Kriterien für die Diagnose von Anämien beruhen auf einem Bericht einer [[Weltgesundheitsorganisation|WHO]]-Expertengruppe aus dem Jahr 1968.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Nutritional anaemias. Report of a WHO scientific group.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;World Health Organ Tech Rep Ser.&amp;#039;&amp;#039; 1968; 405, S. 5–37. [http://whqlibdoc.who.int/trs/WHO_TRS_405.pdf who.int] (PDF; 1,5&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach liegt eine Anämie vor, wenn der Hämoglobin-Gehalt folgende Werte unterschreitet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Personenkategorie&lt;br /&gt;
! Hb-Untergrenze&amp;lt;br /&amp;gt;(g/dl)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kinder von 6 Monaten bis 6 Jahren&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 11&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kinder von 6 bis 14 Jahren&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 12&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Erwachsene Männer&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 13&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Erwachsene Frauen, nicht schwanger&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 12&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Erwachsene Frauen, schwanger&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 11&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Werte wurden aufgrund von neueren Erkenntnissen und größeren Bezugsstichproben angepasst. Neuere Studien in den USA beobachten Unterschiede zwischen physiologischen Hämoglobin-Werten weißer und schwarzer Bevölkerung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;def&amp;quot;&amp;gt;Ernest Beutler, Jill Waalen: [http://bloodjournal.hematologylibrary.org/cgi/content/full/107/5/1747 &amp;#039;&amp;#039;The definition of anemia: what is the lower limit of normal of the blood hemoglobin concentration?&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Blood.&amp;#039;&amp;#039; 2006; 107, S. 1747–1750.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Quelle&amp;lt;ref name=&amp;quot;def&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
! Männer&amp;lt;br /&amp;gt; Hb-Untergrenze&amp;lt;br /&amp;gt;(g/dl)&lt;br /&gt;
! Frauen&amp;lt;br /&amp;gt; Hb-Untergrenze&amp;lt;br /&amp;gt;(g/dl)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| WHO 1968&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 13&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 12&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Jandl 1996&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 14,3&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 12,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Williams (Beutler et al.) 2001&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 14,0&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 12,3&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wintrobe (Lee et al.) 1998&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 13,2&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 11,6&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rapaport 1987&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 14&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 12&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Goyette 1997&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 13,2&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 11,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tietz 1995&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 13,2&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 11,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Hoffman u.&amp;amp;nbsp;a. 2004&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 13,5&lt;br /&gt;
|style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| 12,0&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einteilung ==&lt;br /&gt;
Anämien lassen sich wie folgt einteilen:&amp;lt;ref&amp;gt;G. Halwachs-Baumann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Labormedizin. Klinik – Praxis – Fallbeispiele.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wien/New York 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* nach der [[Morphologie (Biologie)|Morphologie]] in mikro-, makro- oder normozytäre Anämien ([[Mittleres Erythrozyteneinzelvolumen|MCV]])&lt;br /&gt;
* nach dem [[Hämoglobin]]-Gehalt in normo-, hypo- oder hyperchrome Anämien ([[Mittleres Korpuskuläres Hämoglobin|MCH]])&lt;br /&gt;
* nach der [[Erythropoese]] in hypo-, normo- oder hyperregenerative Anämien&lt;br /&gt;
* in akute oder chronische Anämien&lt;br /&gt;
* in angeborene oder erworbene Anämien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aregenerative Anämie ===&lt;br /&gt;
Abhängig vom Erscheinungsbild der verbleibenden Erythrozyten werden Anämien in der Klinik in drei Gruppen eingeteilt. Betrachtet werden dabei die Größe der Zellen und der Hämoglobingehalt. Bei normal erscheinenden Zellen spricht man von &amp;#039;&amp;#039;normochromer, normozytärer Anämie&amp;#039;&amp;#039;, ist der Hämoglobingehalt vermindert, von &amp;#039;&amp;#039;hypochromer, mikrozytärer Anämie&amp;#039;&amp;#039;, ist er erhöht, von &amp;#039;&amp;#039;hyperchromer, makrozytärer Anämie&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Normochrome, normozytäre Anämie ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|normozytäre Anämie}}&lt;br /&gt;
Während die Zahl der roten Blutkörperchen und damit die Sauerstofftransportkapazität des Blutes reduziert sind, erscheinen die Zellen morphologisch normal. Bei [[Hypoproliferative Anämie|hypoproliferativen Anämien]] werden infolge eines Mangels oder infolge nicht ausreichender Reaktion auf das Hormon [[Erythropoetin]] und auf [[Zytokin]]e mit vergleichbarer Wirkung (besonders [[Interleukin-6]] und [[Interleukin-8]]) nicht ausreichend neue Erythrozyten produziert, um den Bedarf zu decken. Ursache sind entweder Nierenerkrankungen, da dort Erythropoetin synthetisiert wird ([[renale Anämie]]), oder Erkrankungen, die einen hypometabolischen Zustand (niedrigen Stoffwechselzustand) des Patienten verursachen. Dies betrifft insbesondere [[Hypothyreose|Schilddrüsenunterfunktion]], [[Hypophyseninsuffizienz]] oder [[Eiweißmangel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist die Anzahl der Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen verringert, so können ebenso nicht ausreichend neue Zellen in den Kreislauf abgegeben werden. Bei diesen Erkrankungen ist die Konzentration von Erythropoetin im Blut zumeist normal. [[Aplastische Anämie]]n resultieren aus einem Verlust der Stammzellen. Die Ursache dafür ist häufig unbekannt. Aplastische Anämien sind sehr selten, in Europa treten jährlich 0,2 Fälle/100.000 Einwohner auf, gehäuft während [[Adoleszenz]], Schwangerschaft und im Alter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;herold&amp;quot;&amp;gt;G. Herold u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Innere Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt; Manchmal finden sich Chromosomenveränderungen als Ursache ([[Fanconi-Anämie]]). Ebenso beschädigen Strahlung, Chemikalien, Infektionen, manche Medikamente und ein (die &amp;#039;&amp;#039;Anaemia splenica&amp;#039;&amp;#039; verursachender) [[Hypersplenismus]] das Knochenmark und haben so indirekt eine Anämie zur Folge. Diese Beschädigungen sind jedoch unspezifisch und betreffen auch die Vorläuferzellen der anderen Blutbestandteile. Bei Tumorerkrankungen kommt es häufig zu einer normochromen, normozytären Anämie, deren Ausmaß durch eine Chemotherapie verstärkt werden kann. Man spricht auch von einer chemotherapieassoziierten Anämie. Je nach Ausgangsbefund und Chemotherapieschema ist die Anämie normozytär oder geringgradig makrozytär typischerweise mit Retikulopenie als Folge des Erythropoeseschadens. Sind ausschließlich die Vorläufer der Erythrozyten betroffen, spricht man von [[Pure Red Cell Aplasia|Erythroblastopenie]] oder PRCA (von engl. &amp;#039;&amp;#039;Pure Red Cell Aplasia&amp;#039;&amp;#039;). Ursache für eine chronische PRCA sind Virusinfekte, chronische PRCA können angeboren oder erworben (durch Erkrankungen der [[Hämolyse]], [[Thymom]]e, Immunreaktionen oder bei [[Chronische lymphatische Leukämie|chronischer lymphatischer Leukämie]]) sein. Schließlich geht beim [[Myelodysplastisches Syndrom|myelodysplastischen Syndrom]] die Blutbildung nicht von gesunden, sondern von genetisch veränderten Ursprungszellen aus. Auch dies führt zu Anämie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Osteomyelofibrose]] wird das blutbildende Gewebe im Knochenmark nach und nach durch Bindegewebe ersetzt, so dass keine normale Erythropoese stattfinden kann. Andere Ursachen für eine Degeneration des Knochenmarks sind bestimmte [[Malignom]]e, Infiltration durch [[Metastase]]n, [[Malignes Lymphom|maligne Lymphome]] oder [[Leukämie]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== {{Anker|megaloblastär}} Hyperchrome makrozytäre Anämie ====&lt;br /&gt;
Diese wird auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;megaloblastäre Anämie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Infolge von [[Cobalamine|Vitamin-B12]]-, [[Thiamin]]- oder [[Folsäure]]mangel ist die Produktion roter Blutkörperchen eingeschränkt. Am häufigsten tritt diese, mit einer jährlichen [[Inzidenz (Epidemiologie)|Inzidenz]] von 9 Fällen/100.000 Einwohner, infolge von Vitamin-B12-Mangel auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;herold&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Kindern aufgrund eines Vitamin-C-Mangels wurde diese Anämieform als [[Zuelzer-Ogden-Syndrom]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leiber&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|3-541-01727-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vitamin B12 (Cobalamin) wird im Körper bei der [[DNA-Synthese]] benötigt. Da nicht genügend DNA für die [[Zellteilung]] verfügbar ist, bleibt es bei im Vergleich zu reifen Erythrozyten vergrößerten Zellen ([[Megaloblast]]en). Der Mangel an Vitamin B12 kann verschiedene Ursachen haben:&lt;br /&gt;
* Nicht ausreichende Aufnahme mit den Nahrungsmitteln (v.&amp;amp;nbsp;a. bei [[Veganismus|veganer]] Ernährung, also vollständigem Verzicht auf Lebensmittel tierischen Ursprungs)&lt;br /&gt;
* [[Malabsorption]]:&lt;br /&gt;
** Für die Aufnahme von Vitamin B12 in die Darmschleimhaut muss dieses mit dem sog. [[Intrinsic-Faktor|intrinsischen Faktor]] (IF) gebunden werden. Ist dieser nicht oder nicht ausreichend vorhanden, kann Vitamin B12 nicht absorbiert werden. Die Ursache hierfür kann entweder genetisch oder erworben sein. Erworbene Ursachen sind entweder [[Gastrektomie]]n (operative Entfernung des Magens) oder [[Autoimmunerkrankung]]en (dieses Krankheitsbild wird als [[perniziöse Anämie]] bezeichnet). Eine weitere mögliche Ursache für Malabsorption ist die Hemmung der Bindung von IF an Cobalamin oder die Bindung des Komplexes aus den beiden an Rezeptoren im [[Ileum]] (Krummdarm). Ursache hierfür sind ebenso Autoimmunerkrankungen.&lt;br /&gt;
** Erkrankungen des Ileums können ebenso die Aufnahme von Cobalamin hemmen. Hierzu gehören die [[Zöliakie]], [[Enteritis]], [[Tuberkulose|Intestinale Tuberkulose]] und Resektionen des Ileums, aber auch [[chronisch-entzündliche Darmerkrankungen]] wie [[Morbus Crohn]] und [[Colitis ulcerosa]].&lt;br /&gt;
** [[Taeniasis|Bandwurmbefall]] kann auch einen Vitamin-B12-Mangel auslösen, da die [[Bandwürmer]] größere Mengen Vitamin B12 benötigen.&lt;br /&gt;
** Enterale Fehlbesiedelung, d.&amp;amp;nbsp;h. eine falsche Zusammensetzung der [[Darmflora]]&lt;br /&gt;
* Mangel von [[Transcobalamin]] II, dem Transportprotein für Vitamin B12 im Blut&lt;br /&gt;
* Während der Schwangerschaft, in der Kindheit, bei bösartigen Tumorerkrankungen und bei erhöhter Hämatopoese ist der Bedarf an Vitamin B12 erhöht. Wird dieser gesteigerte Bedarf nicht mit entsprechend vermehrter Aufnahme durch die Nahrung gedeckt, kann es ebenso zu Mangelerscheinungen kommen.&lt;br /&gt;
* [[Cadmiumvergiftung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Lüllmannand, Lutz Hein, Klaus Mohr: &amp;#039;&amp;#039;Pharmakologie und Toxikologie.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage. Thieme Verlag, 2010, ISBN 978-3-13-368517-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folsäure (genauer [[Tetrahydrofolsäure]]) wirkt als [[Coenzym]] bei der Synthese von [[Purine]]n, [[Thymin]] und [[Methionin]]. Bei einem Mangel kommt es auch zur Störung der DNA-Synthese. Mögliche Ursachen:&lt;br /&gt;
* Nicht ausreichende Aufnahme&lt;br /&gt;
* Malabsorption infolge von Zöliakie, Medikamenten ([[Barbiturate]], [[Phenytoin]]), Alkohol&lt;br /&gt;
* Störungen des Metabolismus infolge von [[Dihydrofolatreduktase]]mangel oder -hemmung&lt;br /&gt;
* Zytotoxische Medikamente, die die DNA-Synthese hemmen&lt;br /&gt;
* Erhöhter Bedarf während der Schwangerschaft, in der Kindheit, bei bösartigen Tumorerkrankungen und bei erhöhter Hämatopoese.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hypochrome, mikrozytäre Anämie ====&lt;br /&gt;
[[Datei:AnemiaFrote.jpg|mini|Erythrozyten bei Eisenmangelanämie]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Mikrozytäre Anämie}}&lt;br /&gt;
Mikrozytäre Anämien treten zumeist infolge von Eisenmangel oder bei Problemen mit der Nutzung des Eisens im Körper auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Eisenmangelanämie]] ist mit einem Anteil von 80 % bei weitem die häufigste Form der Anämie. In Europa leiden etwa 10 %, in den Entwicklungsländern mehr als 50 % der Frauen im gebärfähigen Alter darunter. Allgemein sind 80 % der Patienten weiblich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;herold&amp;quot; /&amp;gt; Ursache ist zumeist ein erhöhter Verlust an Eisen durch erkannte (zum Beispiel bei Unfällen oder während einer [[Menstruation]]) oder unerkannte Blutungen, zum Beispiel im Verdauungstrakt, oder durch eine erhöhte intravaskuläre Hämolyse (s.&amp;amp;nbsp;a. [[#Hämolytische Anämie|Abschnitt zur hämolytischen Anämie]]). Weitere mögliche Ursachen sind eine mangelhafte Absorption infolge von [[Durchfall]], bei einem [[Subacidität|Magensäuremangel]] oder nach einer [[Gastrektomie]], eine nicht ausreichende Aufnahme mit der Nahrung oder ein erhöhter Bedarf im Entwicklungsalter, bei Schwangerschaften oder während der Menstruation. Im Knochenmark ist die Anzahl unreifer [[Normoblast]]en (Vorläuferzellen der Erythrozyten) erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das Eisen nicht von seinen Speicherorten zu den Orten der Blutbildung im Knochenmark gelangen kann, kann dies ebenso eine Anämie zur Folge haben. Ursachen sind entweder genetische Defizite oder Defekte des Eisentransportproteins [[Transferrin]] oder ein [[Protein]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;verlust&amp;lt;/nowiki&amp;gt; in den [[Niere]]n beim [[Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]]. Eine mangelhafte Eisennutzung tritt zudem entweder bei [[Hämoglobinopathie]]n, wie z.&amp;amp;nbsp;B. bei einer [[Thalassämie]] oder bei einer [[Sichelzellenanämie]], oder aber bei Aufbaustörungen der Häm-Gruppe wie bei den [[Porphyrie]]n auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer erworbenen, angeborenen oder [[Idiopathie|idiopathischen]] Verwertungsstörung von Eisen kommt es zur Einlagerung von Eisen in Erythroblasten (so genannte [[Sideroblast]]en, sideroblastische oder sideroachrestische Anämie), im Monozyten-Makrophagen-System und in parenchymatösen Organen wie der Leber bei gleichzeitig meist erhöhtem Serumeisen. Parallel ist die Anzahl der [[Thrombozyt|Blutplättchen]] und der [[Leukozyt|weißen Blutkörperchen]] häufig ebenfalls vermindert.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Roche Lexikon Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Elsevier, Urban &amp;amp; Fischer Verlag, München/Jena 2003, ISBN 3-437-15072-3. Stichworte: Anämie, sideroachrestische und Sideroblast&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronische Erkrankungen wie [[Krebs (Medizin)|Krebs]], [[Autoimmunerkrankung]]en ([[Systemischer Lupus erythematodes]] oder [[Rheumatoide Arthritis]]) sowie akute und chronische Infektionen können ebenso Anämien verursachen ([[Anämie bei chronischen Erkrankungen]]). Die Freisetzung von [[Zytokin]]en durch aktivierte [[T-Lymphozyt]]en und [[Makrophage]]n (Fresszellen) regt die vermehrte Einlagerung von Eisen in Zellen des [[Retikuloendotheliales System|retikuloendothelialen Systems]] an; das Eisen steht dann anderswo nicht mehr zur Verfügung. Außerdem hemmen Zytokine direkt die Erythropoese. Im Falle von bösartigen Tumorerkrankungen spricht man dann von [[Tumoranämie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regenerative Anämie ===&lt;br /&gt;
Regenerative Anämien können unterschieden werden in solche, die nach akuten oder chronischen Blutungen auftreten (Blutungsanämien) und mit einem hohen Blutverlust einhergehen, und solche, die aus einer abnormal hohen Zerstörung der Erythrozyten resultieren (hämolytische Anämie).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Blutungsanämie ====&lt;br /&gt;
Die natürliche Wiederherstellung der normalen Anzahl roter Blutkörperchen bei Anämien nach plötzlichen, starken (akuten) Blutungen kann in drei Phasen unterteilt werden. Direkt nach der Blutung ist die Zahl roter Blutkörperchen normal, da durch die Ausschüttung von [[Katecholamine]]n ([[Adrenalin]] und [[Noradrenalin]]) rote Blutkörperchen aus Reservoirs (hauptsächlich aus der [[Milz]]) mobilisiert werden &amp;#039;&amp;#039;(hämodynamische Kompensation)&amp;#039;&amp;#039;. In der zweiten Phase, der &amp;#039;&amp;#039;plasmatischen Kompensation&amp;#039;&amp;#039;, wenige Stunden später, wird, um den Blutdruck aufrechtzuerhalten, das [[Renin-Angiotensin-Aldosteron-System]] aktiviert und [[Antidiuretisches Hormon|Vasopressin]] ausgeschüttet. Durch die folgende Zurückhaltung von Wasser und den Einstrom von Gewebsflüssigkeit kommt es zur Verdünnung des Blutes und damit zur Reduzierung von Hämatokrit und relativer Anzahl roter Blutkörperchen, und letztendlich zur &amp;#039;&amp;#039;normochromen, normozytären Anämie&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;akute Blutungsanämie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;). Die &amp;#039;&amp;#039;zelluläre Kompensation&amp;#039;&amp;#039; beginnt mit der Ausschüttung von [[Erythropoeitin]] infolge der Gewebshypoxie. Dies regt die Bildung neuer Erythrozyten an und verursacht außerdem eine erhöhte Anzahl von [[Retikulozyt]]en im Blut, da diese vermehrt und vorzeitig aus dem Knochenmark freigelassen werden. Bis zu einem vollständig normalen Blutbild können sechs bis acht Wochen vergehen, abhängig von der Menge des verlorenen Blutes und der Menge des im Körper gespeicherten Eisens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chronische Blutungen (im Verdauungstrakt, gynäkologische Blutungen, [[hämorrhagische Diathese]]) führen zumeist zu [[Eisenmangelanämie]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Hämolytische Anämie ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Sicklecells.jpg|mini|Verformte Erythrozyten bei Sichelzellanämie]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Hämolytische Anämie}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anämien infolge erhöhter Zerstörung der Erythrozyten werden als [[hämolytische Anämie]]n bezeichnet. Man unterscheidet zwischen &amp;#039;&amp;#039;korpuskulären hämolytischen Anämien&amp;#039;&amp;#039;, bei denen die Ursache in den Erythrozyten liegt, und &amp;#039;&amp;#039;extrakorpuskulären hämolytischen Anämien&amp;#039;&amp;#039;, bei denen die Erythrozyten von außen zerstört werden. Durch die Zerstörung der Erythrozyten werden die im Inneren der Zellen befindlichen Stoffe freigesetzt. Deshalb steigen die Plasmaspiegel von [[Kalium]], [[Lactatdehydrogenase]], freiem (ungebundenem) Hämoglobin, unkonjugiertem [[Bilirubin]] und [[Eisen]]. Auch die Sättigung von [[Transferrin]] mit Eisen nimmt zu, was zu einer Reduzierung der Eisenbindefähigkeit des Körpers führt. Außerdem nehmen die Plasmaspiegel von [[Haptoglobin]] und [[Hämopexin]] ab. Der erhöhte Bilirubingehalt führt zu pleiochromem (dunklem) Stuhl und eventuell zu einem [[Ikterus]] (Gelbsucht). Der [[Urobilinogen]]gehalt des [[Urin]]s ist erhöht, eine [[Hämoglobinurie]] und eventuell auch eine [[Proteinurie]] können beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung ==&lt;br /&gt;
Die Behandlung von Anämien zielt zuvorderst darauf ab, die Ursachen zu beseitigen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jan Hastka, Georgia Metzgeroth, Norbert Gattermann |url=https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/eisenmangel-und-eisenmangelanaemie/@@guideline/html/index.html |titel=Eisenmangel und Eisenmangelanämie |datum=2021-07 |abruf=2022-12-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Patienten, die nicht menstruieren, sind Eisenmangelanämien infolge mangelhafter Eisenaufnahme durch die Nahrung selten. Deswegen müssen bei diesen Patienten Blutungen im Verdauungstrakt als mögliche Ursache der Anämie ausgeschlossen werden. Das benötigte Eisen wird zumeist oral, in seltenen Fällen (entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen, Malabsorption, schlechte Verträglichkeit der oralen Gabe) auch [[parenteral]] als [[Injektion (Medizin)|Injektion]] verabreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Megaloblastäre Anämien werden durch Beseitigung der Ursachen (etwa Behandlung der Bandwurmerkrankung) und parenterale Gabe von [[Cobalamine|Vitamin B12]] (Cobalamine) oder [[Pyridoxin|Vitamin B6]] (Pyridoxin) behandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegt die Ursache in einer nicht ausreichenden Blutbildung durch genetisch bedingte Defekte, kann eine [[Stammzelltransplantation|Knochenmarksspende]] Heilung oder Linderung versprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gilt, dass eine langsam (etwa über Monate) entstandene Anämie vom Patienten besser toleriert wird als eine, die durch eine massive Blutung innerhalb von Stunden entsteht, da der Körper sich an den lang anhaltenden Hämoglobinmangel anpasst. Akute Blutungen werden durch [[Bluttransfusion|Transfusion]] von [[Erythrozyten-Konzentrat]]en behandelt. Genaue Richtwerte, ab denen eine Transfusion notwendig ist, existieren nicht. Stattdessen müssen neben Blutwerten Dauer, Schwere und Ursache der Anämie sowie Vorgeschichte, Alter und klinischer Zustand des Patienten in Betracht gezogen werden. Der Blutspendedienst des [[Deutsches Rotes Kreuz|DRK]] gibt als Richtwerte für die Notwendigkeit einer Bluttransfusion ein Abfallen des [[Hämatokrit]]s infolge von akutem Blutverlust auf Werte unter 30 % bei schwerkranken Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen beziehungsweise auf Werte unter 20 % bei organgesunden, belastbaren Patienten an.&amp;lt;ref&amp;gt;P. Kühnl u.&amp;amp;nbsp;a.: {{Webarchiv |url=http://www.dgho.de/_cmsdata/_file/file_100.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Transfusion von Blutkomponenten und Plasmaderivaten&amp;#039;&amp;#039;. |format=PDF |wayback=20070819234110}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei weniger stark ausgeprägtem Abfall genügt die Volumensubstitution mit [[Infusion]]en.&amp;lt;ref name=&amp;quot;blutspende&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Leitlinien zur Therapie mit Blutkomponenten und Plasmaderivaten&amp;#039;&amp;#039;. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. herausgegeben von der Bundesärztekammer, {{OCLC|249422362}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Langfristige Nachteile regelmäßiger Transfusionen sind potentielle Infektionsrisiken, Immunisierung sowie eine Eisenüberladung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin stehen zur Anregung der Blutbildung [[Antianämikum|Antianämika]], die eine ähnliche Wirkung wie [[Erythropoetin]] aufweisen, zur Verfügung. Erythropoetin ist ein Glykoprotein-Hormon, das als Wachstumsfaktor für die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) während der Blutbildung ([[Hämatopoese]]) von Bedeutung ist. Als Therapeutikum wird biotechnologisch hergestelltes Erythropoetin, wie etwa Epoetin alpha, vorwiegend bei der Behandlung der Blutarmut von [[Dialyse]]patienten, bei denen die Blutbildung infolge eines Nierenversagens gestört ist, und nach aggressiven [[Chemotherapie]]zyklen eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Ansteckende Blutarmut der Einhufer]]&lt;br /&gt;
* [[Kongenitale Dyserythropoetische Anämie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Tinsley R. Harrison u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Harrison’s Principles of Internal Medicine&amp;#039;&amp;#039;. Mcgraw-Hill Professional, 2005, ISBN 0-07-007272-8.&lt;br /&gt;
* M. Wick u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Eisenstoffwechsel, Anämien. Diagnostik und Therapie. Neue Konzepte bei Renaler Anämie und Rheumatoider Arthritis&amp;#039;&amp;#039;. Springer Verlag, Wien 2002, ISBN 3-211-83802-3.&lt;br /&gt;
* G. Beutel u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Anämie auf einen Blick&amp;#039;&amp;#039;. Thieme Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-13-137881-6.&lt;br /&gt;
* Bruno de Benoist, Erin McLean, Ines Egli, Mary Cogswell (Hrsg.): [http://whqlibdoc.who.int/publications/2008/9789241596657_eng.pdf &amp;#039;&amp;#039;Worldwide prevalence of anaemia 1993–2005: WHO global database on anaemia.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF, 51S, 687 kB) World Health Organization, 2008, ISBN 978-92-4-159665-7.&lt;br /&gt;
* Irmgard Müller: &amp;#039;&amp;#039;Anämie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 53.&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Heilmeyer]], Herbert Begemann: &amp;#039;&amp;#039;Blut und Blutkrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Inneren Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 376–449, hier: S. 395–416 (&amp;#039;&amp;#039;Anämien&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Blutarmut}}&lt;br /&gt;
* [http://www.ma.uni-heidelberg.de/inst/ikc/anaemieabkl.html Anämiediagramm.] Uni-Heidelberg&lt;br /&gt;
* [http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-027.html Anämiediagnostik im Kindesalter.] Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie&lt;br /&gt;
* [http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/025-019_S1_Aplastische_Anaemie_06-2006_12-2010.pdf Aplastische Anämie.] (PDF; 744&amp;amp;nbsp;kB) Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie&lt;br /&gt;
* [http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-016.html Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie: Sichelzellerkrankung]&lt;br /&gt;
* [http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/025-017.html Thalassämie.] Leitlinien zur Diagnostik und Therapie in der Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie&lt;br /&gt;
* {{Orphanet |ID=1047 |Name=Anämie, sideroachrestische |Abruf=2024-08-02 }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|15. November 2007|38990096}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4126536-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Anamie}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krankheitssymptom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anämie| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;LE G01EM</name></author>
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