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	<title>Amos Tversky - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Amos_Tversky&amp;diff=151688&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;ChristophDemmer am 8. Februar 2026 um 18:44 Uhr</title>
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		<updated>2026-02-08T18:44:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Amos Nathan Tversky&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[16. März]] [[1937]] in [[Haifa]], [[Völkerbundsmandat für Palästina]], heute [[Israel]]; † [[2. Juni]] [[1996]] in [[Stanford (Kalifornien)|Stanford, Kalifornien]])&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Stanford University |url=https://news.stanford.edu/pr/96/960605tversky.html |titel=Amos Tversky, leading decision researcher, dies at 59 |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2019-02-25 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20210303034115/https://news.stanford.edu/pr/96/960605tversky.html |archiv-datum=2021-03-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; war ein israelischer [[Kognitionspsychologie|kognitiver Psychologe]] und ein Pionier der [[Mathematische Psychologie|mathematischen Psychologie]]. Gemeinsam mit [[Daniel Kahneman]] begründete er das Feld der [[Verhaltensökonomik]] (Behavioral Economics). Seine Forschungen über [[Kognitive Verzerrung|kognitive Verzerrungen]] und das menschliche Entscheidungsverhalten unter Risiko veränderten das Verständnis von Rationalität in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften grundlegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Amos Tversky wurde als Sohn polnischer Einwanderer geboren. Sein Vater war [[Tierarzt]], seine Mutter [[Jenia Tversky]] eine bekannte Sozialarbeiterin und spätere Abgeordnete der [[Knesset]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militärdienst ===&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur diente Tversky in der Fallschirmjägerbrigade der israelischen Armee und stieg bis zum Rang eines Hauptmanns (Seren) auf. Er wurde für Tapferkeit ausgezeichnet, nachdem er während einer Übung das Leben eines Soldaten rettete und dabei selbst durch Splitter schwer verwundet wurde, die zeitlebens in seinem Körper verblieben. Er nahm an drei Kriegen teil ([[Sueskrise]] 1956, [[Sechstagekrieg]] 1967, [[Jom-Kippur-Krieg]] 1973).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Akademischer Werdegang ===&lt;br /&gt;
Nach dem Studium der Psychologie und Philosophie an der Hebräischen Universität Jerusalem [[Promotion (Doktor)|promovierte]] Tversky 1965 an der [[University of Michigan]] bei [[Clyde Coombs]] über [[Messtheorie]]. Nach Stationen an der [[Hebräische Universität Jerusalem|Hebräischen Universität Jerusalem]], wechselte er 1978 an die [[Stanford University]], wo er bis zu seinem Tod lehrte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Tversky starb nach Angaben der Stanford University an einem metastasierten [[Malignes Melanom|malignen Melanom]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werk und Forschung ===&lt;br /&gt;
Tversky war führend in der psychologischen Untersuchung von [[Heuristik]]en, der Entdeckung systematischer menschlicher Fehler ([[Kognitive Verzerrung]]) und der Untersuchung von Entscheidungen unter [[Risiko]]. Er war bekannt für seine Fähigkeit, komplexe psychologische Phänomene in formalen Modellen abzubilden und entwickelte mit [[Daniel Kahneman]] die [[Prospect Theory]], um menschliche Urteile bei [[wirtschaft]]lichen Entscheidungen realistischer als im traditionellen [[Kosten-Nutzen-Modell]] zu modellieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Martin Tschechne |url=https://www.deutschlandfunkkultur.de/daniel-kahneman-und-amos-tversky-wie-zwei-psychologen-unser.950.de.html?dram:article_id=377612 |titel=Daniel Kahneman und Amos Tversky - Wie zwei Psychologen unser Denken veränderten |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2019-02-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Galten Kahneman und Tversky an der Hebräischen Universität anfangs als Rivalen, so legte sich das im Jahr 1969. Danach saßen sie häufig zusammen in einem Seminarraum, durch dessen geschlossene Tür oft Lachen zu hören war. Tverskys Frau sagte später, ihre Beziehung sei intensiver gewesen als eine Ehe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Michael Lewis (Autor)|Michael Lewis]] |url=https://www.vanityfair.com/news/2016/11/decision-science-daniel-kahneman-amos-tversky |titel=How Two Trailblazing Psychologists Turned the World of Decision Science Upside Down |abruf=2019-02-25 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihr Ziel war es, die Annahme des [[Homo oeconomicus]] (des rein rationalen Entscheiders) experimentell zu widerlegen. Sie identifizierten mentale Abkürzungen, die Menschen nutzen, um Wahrscheinlichkeiten einzuschätzen, die jedoch zu systematischen Fehlern führen (z. B. [[Verfügbarkeitsheuristik]], [[Repräsentativitätsheuristik]] und [[Ankerheuristik]]). Ihr 1979 in [[Econometrica]] veröffentlichter Artikel gilt als einer der meistzitierten Texte der Wirtschaftswissenschaften. Die Theorie erklärt, warum Menschen Verluste stärker gewichten als Gewinne (Verlustaversion) und bei potenziellen Verlusten risikofreudiger entscheiden als bei Gewinnen. Unabhängig von Kahneman entwickelte Tversky 1977 das „Kontrastmodell der Ähnlichkeit“. Er zeigte, dass Ähnlichkeitsurteile nicht geometrisch (als Distanz im Raum), sondern über den Vergleich von gemeinsamen und unterscheidenden Merkmalen funktionieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung und Vermächtnis ==&lt;br /&gt;
Als Daniel Kahneman 2002 gemeinsam mit [[Vernon L. Smith]] den [[Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften]] erhielt, betonte er in seiner Rede und in Interviews mehrfach, dass Tversky diesen Preis ohne Zweifel mit ihm geteilt hätte, wäre er noch am Leben gewesen (Nobelpreise werden nicht posthum verliehen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfluss auf die Wirtschaftswissenschaften ===&lt;br /&gt;
Tversky gilt als einer der maßgeblichen Wegbereiter der modernen [[Verhaltensökonomik]], die heute fester Bestandteil der [[Finanzwissenschaft]] und [[Politikberatung]] ([[Nudging]]) ist. Durch die konsequente Infragestellung des klassischen Modells des Homo oeconomicus (des rein rational handelnden und nutzenmaximierenden Akteurs) löste er gemeinsam mit Kahneman einen Paradigmenwechsel in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften aus. Die 1979 veröffentlichte Prospect Theory (Neue Erwartungstheorie) bot eine mathematisch präzise und psychologisch fundierte Alternative zur traditionellen [[Erwartungsnutzentheorie]]. Sie erklärte erstmals systematisch Phänomene wie die [[Verlustaversion]] und das asymmetrische Risikoverhalten des Menschen. Diese Erkenntnisse bilden heute das Rückgrat der [[Behavioral Finance]], die untersucht, wie kognitive Verzerrungen Marktphasen wie [[Spekulationsblase]]n oder [[Herdenverhalten]] beeinflussen. In der modernen Politikberatung mündeten Tverskys Arbeiten in das Konzept des Nudging (maßgeblich durch [[Richard Thaler]] und [[Cass Sunstein]] popularisiert): Hierbei werden Entscheidungssituationen so gestaltet („Choice Architecture“), dass Menschen unter Berücksichtigung ihrer psychologischen [[Prädisposition]]en zu vorteilhafterem Verhalten bewegt werden, ohne auf Verbote zurückzugreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturelle Rezeption ===&lt;br /&gt;
Die Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Tversky und Kahneman steht im Zentrum von [[Michael Lewis (Autor)|Michael Lewis]]’ [[Bestseller]] &amp;#039;&amp;#039;The Undoing Project&amp;#039;&amp;#039; (2016; deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Aus der Welt. Grenzen der Entscheidung oder eine Freundschaft, die unser Denken verändert hat.&amp;#039;&amp;#039;). Lewis würdigt darin ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Verhaltensökonomie, die weitreichende praktische Auswirkungen hatte: So förderten ihre Erkenntnisse über kognitive Fehlleistungen die Entwicklung der evidenzbasierten Medizin und führten zu neuen Ansätzen in der staatlichen Regulierung, die psychologische Faktoren stärker berücksichtigt (etwa im Bereich des [[Nudging]]). Zudem reflektiert Lewis in dem Werk, dass Tverskys und Kahnemans Theorien über systematische Entscheidungsfehler erst das intellektuelle Fundament für viele seiner eigenen Schriften bildeten, von finanzwirtschaftlichen Themen bis hin zur statistischen Revolution im Baseball (Moneyball).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The Undoing Project: A Friendship that Changed Our Minds.&amp;#039;&amp;#039;, 2016. ISBN 978-0-393-25459-4.     deutsch: Aus der Welt. Grenzen der Entscheidung oder eine Freundschaft, die unser Denken verändert hat. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-593-50686-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* 1980: Aufnahme in die [[American Academy of Arts and Sciences]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1984: [[MacArthur Fellowship]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1984: [[Guggenheim-Stipendium]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1985: Aufnahme in die [[National Academy of Sciences der Vereinigten Staaten]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2003: [[Grawemeyer_Award#Psychologie|Grawemeyer Award für Psychologie]] (posthum 2003, gemeinsam mit Kahneman)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
=== Fachartikel ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Prospect Theory: An Analysis of Decision under Risk&amp;#039;&amp;#039; mit Kahneman in [[Econometrica]], Band 47, No. 2 (Mar., 1979), S. 263–291.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Assessing Uncertainty&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Journal of the [[Royal Statistical Society]]&amp;#039;&amp;#039;. Serie B (Methodologisch), Band 36, Nr. 2 (1974), S. 148–159.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Availability: A heuristic for judging frequency and probability&amp;#039;&amp;#039; mit Daniel Kahneman in Cognitive psychology, 5.2 (1973), S. 207–232.&lt;br /&gt;
*  &amp;#039;&amp;#039;Belief in the law of small numbers&amp;#039;&amp;#039; mit Daniel Kahneman in Psychological bulletin, 76.2 (1971), S. 105.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bücher ===&lt;br /&gt;
* Daniel Kahneman, [[Paul Slovic]], Amos Tversky: &amp;#039;&amp;#039;Judgment under uncertainty: Heuristics and biases.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, New York 1982.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Russell J. Fuller: &amp;#039;&amp;#039;Amos Tversky, Behavioral Finance, and Nobel Prizes&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Financial Analysts Journal&amp;#039;&amp;#039;, Band 52, No. 4 (Jul./Aug. 1996), S. 7–8.&lt;br /&gt;
* [[Eva Feder Kittay]]: &amp;#039;&amp;#039;The Creation of Similarity: A Discussion of Metaphor in Light of Tversky&amp;#039;s Theory of Similarity&amp;#039;&amp;#039;in  PSA: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the Biennial Meeting of the Philosophy of Science Association&amp;#039;&amp;#039;, 1982, Band eins &amp;#039;&amp;#039;Contributed Papers&amp;#039;&amp;#039; (1982), S. 394–405.&lt;br /&gt;
* [[Michael Lewis (Autor)|Michael Lewis]]: &amp;#039;&amp;#039;Aus der Welt. Grenzen der Entscheidung oder eine Freundschaft, die unser Denken verändert hat&amp;#039;&amp;#039;. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-593-50686-9.&lt;br /&gt;
* [[Richard Thaler|Richard H. Thaler]]: &amp;#039;&amp;#039;The Psychology and Economics Conference Handbook: Comments on Simon, on Einhorn and Hogarth, and on Tversky and Kahneman&amp;#039;&amp;#039; in [[The Journal of Business]], Band 59, Nr. 4, Teil 2: &amp;#039;&amp;#039;The Behavioral Foundations of Economic Theory&amp;#039;&amp;#039; (Okt. 1986), S. S279–S284.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|123870216}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.j-bradford-delong.net/movable_type/archives/001025.html |wayback=20040309123346 |text=Boston Globe: The man who wasn&amp;#039;t there}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv |url=http://www.stanford.edu/dept/facultysenate/archive/1997_1998/reports/105949/106013.html |wayback=20130721011032 |text=Stanford University: Memorial Resolution „Amos Tversky“}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;{{Normdaten|TYP=p|GND=123870216|LCCN=n/81/55168|VIAF=101830377}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tversky, Amos}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Hebräische Universität Jerusalem)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Stanford University)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kognitionspsychologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:MacArthur Fellow]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Israeli]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1937]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1996]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Tversky, Amos&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=israelischer Psychologe und Hochschullehrer&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=16. März 1937&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Haifa]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. Juni 1996&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Stanford (Kalifornien)]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;ChristophDemmer</name></author>
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