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	<title>Amnon - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;YMS: Sprache</title>
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		<updated>2025-10-12T07:47:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Sprache&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|befasst sich mit der biblischen Person Amnon. Für weitere Personen siehe [[Amnon (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Giovanni Francesco Barbieri, called Guercino, Amnon and Tamar, 1649-1650, NGA 66775.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Amnon und Tamar&amp;#039;&amp;#039; (1649-1650) von [[Giovanni Francesco Barbieri]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Amnon&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Hebräische Sprache|hebräisch]]: אַמְנוֹן &amp;#039;&amp;#039;’amnôn&amp;#039;&amp;#039;; [[Deutsche Sprache|deutsch]]: &amp;#039;&amp;#039;zuverlässig&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;treu&amp;#039;&amp;#039;) war im [[Altes Testament|Alten Testament]] der [[Bibel]] der älteste Sohn des [[israel]]itischen Königs [[David]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biblische Erzählung ==&lt;br /&gt;
Er wurde in [[Hebron]] als Sohn von David und der aus [[Jesreel (Stadt)|Jesreel]] stammenden Frau [[Ahinoam]] geboren. Als Erwachsener begann Amnon seine jüngere Schwester [[Tamar (Bibel)|Tamar]] zu begehren {{Bibel|2 Sam|13|1}}, die jedoch zu diesem Zeitpunkt noch [[Jungfrau]] war. Die Erzählung berichtet, wie sich Amnon vor Begehren nach Tamar geradezu krank fühlte ({{BB|2 Sam|13|2}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies brachte seinen Cousin und Freund [[Jonadab]] auf die Idee, Tamar solle Amnon, der vortäuscht, krank zu sein, etwas zu essen in sein Haus bringen ({{BB|2 Sam|13|5}}). Amnon fragt David folgend, ob Tamar ihm nicht zwei Kuchen backen und ihm zu essen geben könnte. Der König stimmt der Bitte zu und schickt Tamar zu Amnons Haus. Hier [[Vergewaltigung|vergewaltigte]] nun Amnon seine Schwester, obgleich sie ihm anbot, ihn zu heiraten ({{BB|2 Sam|13|11-14}}), und schickte sie daraufhin fort ({{BB|2 Sam|13|15}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tamar wurde von ihrem Bruder [[Abschalom]] gefunden, und – nachdem diese ihm erzählt hatte, was vorgefallen sei – nahm Abschalom sie bei sich auf ({{BB|2 Sam|13|20}}). Kurze Zeit später erfuhr David von der Schandtat (geläufige Übersetzung von הַנְּבָלָ֥ה aus {{BB|2 Sam|13|12}}) seines Erstgeborenen ({{BB|2 Sam|13|21}}). Zwei Jahre vergingen, in denen Amnon von Abschalom für seine Tat gehasst wurde. Am Tag einer [[Wolle#Gewinnung|Schafschur]], die in [[Baal-Hazor]], im Stammgebiet von [[Efraim]] stattfand, bat Abschalom seinen Vater, dass dieser sowie seine Brüder (oder zumindest Amnon) kommen mögen ({{BB|2 Sam|13|23-27}}). Bei einem anlässlichen Fest lagerten Amnon, Abschalom und die restlichen Söhne des Königs. Amnon wurde im Verlauf dessen betrunken. Dies nutzte Abschalom aus und gab seinen Männern die Anordnung, Amnon umzubringen. Der Befehl wurde ausgeführt, woraufhin die übrigen Söhne vom Ort des Geschehens flohen ({{BB|2 Sam|13|28-29}}). Die Tat des Amnon löste eine Kettenreaktion aus, die in einem blutigen [[Bürgerkrieg]] gipfelte. (&amp;#039;&amp;#039;Siehe unter: &amp;#039;&amp;#039;[[Abschalom]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kontext ==&lt;br /&gt;
Die Geschehnisse um Amnon gehören zur sogenannten [[Thronfolgegeschichte]]&amp;lt;ref&amp;gt;Anne Katrine de Hemmer Gudme: &amp;#039;&amp;#039;Invitation to murder: Hospitality and violence in the Hebrew Bible&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Studia theologica&amp;#039;&amp;#039;. 73, Nr. 1 2019, S. 89–108, hier S. 95.&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[2. Samuel]] 9–20 und [[1. Könige]] 1–2.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Andrew Knapp |url=https://www.oxfordbibliographies.com/display/document/obo-9780195393361/obo-9780195393361-0261.xml |titel=Succession Narrative |werk=Oxford Bibliographies |sprache=en |abruf=2022-12-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie stehen im Zusammenhang mit der Prophetie [[Natan (Prophet)|Nathans]] aus Samuel 12, dass über Davids Haus Gewalt und Unruhen kommen würden.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurtis Peters: &amp;#039;&amp;#039;Together in Guilt: David, Jonadab, and the Rape of Tamar&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal for the Study of the Old Testament&amp;#039;&amp;#039;. 45, Nr. 3 2021, S. 309–319, hier S. 311.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vergewaltigung Tamars ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Jan Steen 001.jpg|mini|hochkant=1.4|&amp;#039;&amp;#039;Amnon und Tamar&amp;#039;&amp;#039; von [[Jan Steen]], Wallraf-Richartz-Museum, Köln]]&lt;br /&gt;
Die Tamar-Erzählung besitzt eine konzentrische Struktur.&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Lescow: &amp;#039;&amp;#039;Die Komposition der Tamar-Erzählung II Sam 13,1–22&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft]]&amp;#039;&amp;#039;. 114, Nr. 1 2002, S. 110–111.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich bei Tamar um eine Halbschwester Amnons. Sie besitzen denselben Vater, Amnons Mutter ist jedoch [[Ahinoam]] (2 Sam 3,2; 1 Chr 3,1) und Tamars Mutter [[Maacha]] (2 Sam 13,1; 1 Chr 3,2.9).&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Liebeskrankheit in Hohelied und altägyptischen Liebesliedern&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Protokolle zur Bibel&amp;#039;&amp;#039;. 31, Nr. 1 2022, S. 1–22, Anm. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist die Schwester Abschaloms, gehört damit zu dessen Haus. Einem Übergriff auf sie müsste absehbar eine Reaktion durch Abschalom folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurtis Peters: &amp;#039;&amp;#039;Together in Guilt: David, Jonadab, and the Rape of Tamar&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal for the Study of the Old Testament&amp;#039;&amp;#039;. 45, Nr. 3 2021, S. 309–319, hier S. 315.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass im Verlauf der Handlung Tamar vorschlägt, Amnon zu heiraten, lässt Stefan Fischer schließen, dass das Inzestverbot Levitikus {{BB|Lev|20|17}} später als diese Erzählung zu datieren sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Liebeskrankheit in Hohelied und altägyptischen Liebesliedern&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Protokolle zur Bibel&amp;#039;&amp;#039;. 31, Nr. 1 2022, S. 1–22, Anm. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gershon Hepner sieht dagegen bei jener Aussage eine Handlung, die eher durch Gott als durch Menschen bestraft wird, wonach am Beispiel von [[Abraham]] und Sara nicht zwangsweise von einer rechtlichen Verfolgung auszugehen wäre. Weiterhin deutet er Teile der Erzählung um Tamar als Anspielungen auf eine inzestuöse Beziehung zwischen David und [[Abigajil]].&amp;lt;ref&amp;gt;Gershon Hepner: &amp;#039;&amp;#039;Abraham&amp;#039;s Incestuous Marriage with Sarah a Violation of the Holiness Code&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Vetus Testamentum&amp;#039;&amp;#039;. 53, Nr. 2 2003, S. 143–155, hier S. 148, 153, 154.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text schweigt zum bisherigen Verhältnis von Tamars Seite aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Heather A. McKay hält es jedoch für naheliegend, dass sie ihn gemocht haben wird: „As far as we know she may have been quite fond of him, […]“; {{Literatur |Autor=Heather A. McKay |Hrsg=Patricia Dutcher-Walls |Titel=Lying and deceit in families: the duping of Isaac and Tamar |Sammelwerk=The family in life and in death. The family in ancient Israel : sociological and archaeological perspectives |Reihe=T &amp;amp; T Clark library of biblical studies |NummerReihe=504 |Verlag=T &amp;amp; T Clark International |Ort=New York, London |Datum=2009 |ISBN=978-0-567-02757-3 |Seiten=28–41 |Fundstelle=hier S. 39 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Jonadabs Bezeichnung als &amp;#039;&amp;#039;re&amp;#039;a&amp;#039;&amp;#039; beschreibt im royalen Zusammenhang einen offiziellen Berater oder Begleiter eines Königs oder Prinzen. Dieser Begriff wird in der Regel als „Freund“ übersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Shimon Bakon: &amp;#039;&amp;#039;Jonadab, &amp;quot;friend&amp;quot; of Amnon&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jewish Bible Quarterly]]&amp;#039;&amp;#039;. 43, Nr. 2 2015, 101–105, hier S. 101, 105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um auf die Wünsche („Sexual intercourse and assuagement of his lust/desire“) seines Herren einzugehen, entwirft Jonadab daraufhin den Plan, Tamar näherzukommen, Amnon übernimmt diesen lediglich. Ersterer schlägt ebenfalls vor, den König einzubeziehen, sodass Tamar wahrscheinlicher dem Wunsch nachkommen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heather A. McKay |Hrsg=Patricia Dutcher-Walls |Titel=Lying and deceit in families: the duping of Isaac and Tamar |Sammelwerk=The family in life and in death. The family in ancient Israel : sociological and archaeological perspectives |Reihe=T &amp;amp; T Clark library of biblical studies |NummerReihe=504 |Verlag=T &amp;amp; T Clark International |Ort=New York, London |Datum=2009 |ISBN=978-0-567-02757-3 |Seiten=28–41 |Fundstelle=hier S. 31–33 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es herrscht in der Forschung jedoch kein Konsens darüber, wie weit Jonadabs Vorstellungen gingen und ob er mit der Vergewaltigung rechnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurtis Peters: &amp;#039;&amp;#039;Together in Guilt: David, Jonadab, and the Rape of Tamar&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal for the Study of the Old Testament&amp;#039;&amp;#039;. 45, Nr. 3 2021, S. 309–319, hier S. 310.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass dagegen Amnon selbst keine Möglichkeit hat, auf Tamar einzuwirken, und zwangsläufig den König dafür braucht, schließt Stefan Seiler aus Vers 2b.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Seiler: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte von der Thronfolge Davids (2 Sam 9–20; 1 Kön 1–2).&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Literarkritik und Tendenz.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 1998, ISBN 978-3-11-080210-8, S. 90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit seiner Beteiligung wird David zu „a possibly innocent agent“ im Plan beider. Während Jonadab nach der Erstellung des Plans nicht weiter eingreift, führt Amnon ihn aus. Heather McKay beschreibt zwei Manipulationstechniken, die dazu führen sollen zu denken, Amnon sei kraftlos und hilfsbedürftig. So impliziert er einerseits beim König, dass nur Tamars Kochkunst ihn dazu bringen könnte, in seinem kranken Zustand etwas zu essen. Andererseits schickt er die Anwesenden aus seinem Haus, da „he will be able to eat only if they two are alone together.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heather A. McKay |Hrsg=Patricia Dutcher-Walls |Titel=Lying and deceit in families: the duping of Isaac and Tamar |Sammelwerk=The family in life and in death. The family in ancient Israel : sociological and archaeological perspectives |Reihe=T &amp;amp; T Clark library of biblical studies |NummerReihe=504 |Verlag=T &amp;amp; T Clark International |Ort=New York, London |Datum=2009 |ISBN=978-0-567-02757-3 |Seiten=28–41 |Fundstelle=hier S. 31–33, 38 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amnon leidet unter einer „krankhafte[n] Liebe“ in einer negativen Form (im [[Hoheslied|Hohelied]] wird die Liebeskrankheit stärker positiv dargestellt). Der Text deutet eine [[Psychosomatische Erkrankung|psychosomatische]] Auswirkung auf Amnon an. Die Fixierung auf Tamar führt bei ihm zu einem Verlust von Freiheit. Seine Liebe schlägt durch ihre Egozentrik folgend in Hass um.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Liebeskrankheit in Hohelied und altägyptischen Liebesliedern&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Protokolle zur Bibel&amp;#039;&amp;#039;. 31, Nr. 1 2022, S. 1–22, hier S. 3, 4, 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund seines Leidens willigt Amnon bereitwillig in den Plan Jonadabs ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heather A. McKay |Hrsg=Patricia Dutcher-Walls |Titel=Lying and deceit in families: the duping of Isaac and Tamar |Sammelwerk=The family in life and in death. The family in ancient Israel : sociological and archaeological perspectives |Reihe=T &amp;amp; T Clark library of biblical studies |NummerReihe=504 |Verlag=T &amp;amp; T Clark International |Ort=New York, London |Datum=2009 |ISBN=978-0-567-02757-3 |Seiten=28–41 |Fundstelle=hier S. 33 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während Amnon zuerst noch an Tamar appelliert, mit ihm zu schlafen – sie dazu jedoch nicht bereit ist – ist die Handlung der Vergewaltigung eine Tamar objektivierende: „er beschlief sie“.&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Lescow: &amp;#039;&amp;#039;Die Komposition der Tamar-Erzählung II Sam 13,1–22&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft]]. 114, Nr. 1 2002, S. 110–111, hier S. 111.&amp;lt;/ref&amp;gt; Amnon geht damit auch nicht auf den Vorschlag Tamars ein. McKay deutet dies als Zeichen von Ungeduld der Lustbefriedigung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heather A. McKay |Hrsg=Patricia Dutcher-Walls |Titel=Lying and deceit in families: the duping of Isaac and Tamar |Sammelwerk=The family in life and in death. The family in ancient Israel : sociological and archaeological perspectives |Reihe=T &amp;amp; T Clark library of biblical studies |NummerReihe=504 |Verlag=T &amp;amp; T Clark International |Ort=New York, London |Datum=2009 |ISBN=978-0-567-02757-3 |Seiten=28–41 |Fundstelle=hier S. 39 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor dem Akt leistet Tamar jedoch Widerstand, sodass er sie mit Gewalt überwältigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Nach der Vergewaltigung schickt er sie (durch einen Sklaven – eine doppelte Verletzung) fort. Dieses Wegschicken wird von Tamar als noch schlimmer betrachtet, da sie nun entehrt und nicht mehr heiratsfähig ist, was einem sozialen Tod gleichkommt. Amnon weigert sich nach Rudman im Nachhinein, sie zu heiraten, wozu er nach Dtn 22, 28–29 verpflichtet wäre.&amp;lt;ref&amp;gt;Dominic Rudman: &amp;#039;&amp;#039;Reliving the rape of Tamar: Absalom&amp;#039;s revenge in 2 Samuel 13&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Old Testament Essays&amp;#039;&amp;#039;. 11, Nr. 2 1998, S. 326–339, hier S. 332–333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David reagiert auf das Ereignis zornig, unternimmt dennoch nichts. Die [[Septuaginta]] und der [[Qumran-Handschriften|Qumran-Text]]&amp;lt;ref&amp;gt;Dominic Rudman: &amp;#039;&amp;#039;Reliving the rape of Tamar: Absalom&amp;#039;s revenge in 2 Samuel 13&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Old Testament Essays&amp;#039;&amp;#039;. 11, Nr. 2 1998, S. 326–339, hier S. 334.&amp;lt;/ref&amp;gt; erwähnen dies und erklären sein Verhalten mit der Liebe zu Amnon als seinem Erstgeborenen. [[David Daube]] hält diese Begründung für möglich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;David Daube: &amp;#039;&amp;#039;Absalom and the Ideal King&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vetus Testamentum]]&amp;#039;&amp;#039;. 48, Nr. 3 1998, S. 315–325, hier S. 316–317.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ermordung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Traversi Ermordung Amnons.jpg|mini|Die Ermordung Amnons beim Gastmahl Absaloms von [[Gaspare Traversi]]]]Der König selbst lehnt die Einladung zum Fest mit der Begründung ab, dass die Bewirtung der ganzen Familie eine hohe Last für Abschalom sein würde, womit die Ablehnung der Einladung weniger als Beleidigung als eine „expression of paternal care“ zu verstehen ist. Einen Verdacht aufgrund der speziellen Nachfrage zu Amnon bringt David nicht zum Ausdruck. Er agiert eher auffällig bedenkenlos gegenüber seinen Söhnen, wie auch bei der Bitte Amnons um Tamars Pflege.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Dass David dagegen nicht ahnungslos oder naiv war, sondern durchaus Vermutungen angestellt hat und den Tod Amnons als Beendigung des Konflikts in Kauf nahm, sieht Daube als wahrscheinlich an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;David Daube: &amp;#039;&amp;#039;Absalom and the Ideal King&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Vetus Testamentum&amp;#039;&amp;#039;. 48, Nr. 3 1998, S. 315–325, hier S: 318.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschalom tötet Amnon nicht selbst, sondern lässt ihn von seinen Männern töten, was eine Art von Indirektheit zeigt, die auch an anderen Stellen in der „Absalom saga“ vorkommt. Dabei erzeugt Abschalom eine bewusst große Öffentlichkeit der Tat. Die anderen Söhne fliehen vom Fest, da sie ein [[Massaker]] fürchten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Mit der Ermordung Amnons bricht Abschalom mit einem Kodex von Gastfreundschaft, was jedoch nicht direkt bestraft wird. Vielmehr wird dieser als aktive Figur und Rächer der Familienehre dargestellt, sodass der Mord auch unter seinen Begleitumständen für den Autor des Textes eine legitime Handlung zu sein scheint,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Anne Katrine de Hemmer Gudme: &amp;#039;&amp;#039;Invitation to murder: Hospitality and violence in the Hebrew Bible&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Studia theologica&amp;#039;&amp;#039;. 73, Nr. 1 2019, S. 89–108, hier S. 96–99.&amp;lt;/ref&amp;gt; wenngleich seine Herangehensweise auch Schattenseiten wirft, indem er ebenso hinterhältig und täuschend vorgeht. David trauert in der Folge um seinen Sohn.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Seiler: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte von der Thronfolge Davids (2 Sam 9–20; 1 Kön 1–2).&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Literarkritik und Tendenz.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 1998, ISBN 978-3-11-080210-8, S. 98–99.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Amnon bleibt in der gesamten Erzählung eine durchweg negative Figur. Um an Tamar heranzukommen, täuscht er sowohl seinen Vater als auch Tamar, überwältigt diese mit Gewalt und vergewaltigt sie – ohne auf ihre bittenden und argumentativen Einwände einzugehen. Seine Liebe wandelt sich hinzukommend in Hass um. Stefan Seiler hebt zwei Charakterisierungen durch Tamar hervor, zum einen הַנְּבָלָ֥ה als Handlung, die einen Verstoß gegen die „Lebensordnungen einer Gemeinschaft“ darstellt, zum anderen הַנְּבָלִ֖ים als jemanden, der „sein Ansehen und seine Ehre verloren“ hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Seiler: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte von der Thronfolge Davids (2 Sam 9–20; 1 Kön 1–2).&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur Literarkritik und Tendenz.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 1998, ISBN 978-3-11-080210-8, S. 96–97.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dominic Rudman erkennt in der Ermordung Amnons mehrere Motive, die bereits bei der Vergewaltigung Tamars eine Rolle spielten, hier wiederkehrend.&amp;lt;ref&amp;gt;Dominic Rudman: &amp;#039;&amp;#039;Reliving the rape of Tamar: Absalom&amp;#039;s revenge in 2 Samuel 13&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Old Testament Essays&amp;#039;&amp;#039;. 11, Nr. 2 1998, S. 326–339, hier S. 327.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Das Drama wurde sowohl in &amp;#039;&amp;#039;[[König David (1985)|König David]]&amp;#039;&amp;#039; von 1985 als auch in &amp;#039;&amp;#039;[[Die Bibel – David]]&amp;#039;&amp;#039; von 1997 wiedergegeben. In &amp;#039;&amp;#039;König David&amp;#039;&amp;#039; verkörperte der [[Vereinigtes Königreich|Brite]] [[James Coombes]] Amnon, in &amp;#039;&amp;#039;Die Bibel – David&amp;#039;&amp;#039; der ebenfalls aus Großbritannien stammende [[Filmschauspieler]] Edward Hall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutende bildliche Darstellungen gibt es zum einen als Vergewaltiger Tamars ([[Giovanni Francesco Barbieri]], [[Gérard de Lairesse]]),&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ilse Muellner |url=https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/32354/ |titel=Tamar |werk=[[Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet]] (WiBiLex) |datum=2009-05-01 |sprache=de |abruf=2022-08-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aber ebenso als Opfer der Ermordung durch Abschalom ([[Matthäus Merian]], [[Gerard Hoet]] oder [[James Tissot]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sigrid Eder |url=https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/amnon/ch/92ce41d53d0f4531f4d59d4a02f75ee5/#h6 |titel=Amnon |werk=WiBiLex |hrsg=Deutsche Bibel Gesellschaft |datum=2011 |abruf=2022-08-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mittelalterliche Abbildungen sind beispielsweise im [[Queen Mary Psalter]] oder der Handschrift Ms. Bodl. 270b ([[Bible moralisée]]) zu finden und zeigen am häufigsten die Situation mit Tamar.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Earl Kaske: &amp;#039;&amp;#039;Amnon and Tamar on a misericord in Hereford Cathedral&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Traditio&amp;#039;&amp;#039;. 45 1989–1990, S. 1–6, hier S. 4 und Fig. 3, 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine bedeutsame [[Drama|dramatische]] Adaption aus der Zeit der spanischen [[Aufklärung]] stammt von [[María Rosa de Gálvez]]: &amp;#039;&amp;#039;Amnón. Tragedia original en cinco actos&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel S. Whitaker: &amp;#039;&amp;#039;Darkness in the Age of Light: Amnón of María Rosa Gálvez&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Hispanic Review&amp;#039;&amp;#039;. 58, Nr. 4 1990, 439-453, hier S. 439–440.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben wurde der Vorfall der Vergewaltigung auch in jüngster Zeit lyrisch verarbeitet. So verfassten zum Beispiel [[Linda Stern Zisquit]]&amp;lt;ref&amp;gt;Linda Zisquit: &amp;#039;&amp;#039;Amnon&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;European Judaism: A Journal for the New Europe&amp;#039;&amp;#039;. 28, Nr. 1 1995, S. 84.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder auch [[Janet Ruth Heller]] jeweils ein Gedicht unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Amnon&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Janet Ruth Heller: &amp;#039;&amp;#039;Amnon&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Shofar&amp;#039;&amp;#039;. 11, Nr. 2 1993, S. 80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ulrike Bail]]: &amp;#039;&amp;#039;Gegen das Schweigen klagen.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Eine intertextuelle Studie zu den Klagepsalmen PS 6 und PS 55 und der Erzählung von der Vergewaltigung Tamars.&amp;#039;&amp;#039; Zugl.: Bochum, Univ., Diss., 1997. Kaiser Gütersloher Verl.-Haus, Gütersloh 1998, ISBN 3-579-00187-6.&lt;br /&gt;
* [[Walter Dietrich (Theologe)|Walter Dietrich]]: &amp;#039;&amp;#039;David, Amnon und Abschalom (2 Samuel 13): literarische, textliche und historische Erwägungen zu den ambivalenten Beziehungen eines Vaters zu seinen Söhnen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Textus&amp;#039;&amp;#039;. 23 2007, S. 115–143.&lt;br /&gt;
* [[Ilse Müllner]]: &amp;#039;&amp;#039;Gewalt im Hause Davids.&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Die Erzählungen von Tamar und Amnon (2 Sam 13, 1-22).&amp;#039;&amp;#039; Zugl.: Münster, Univ., Habil.-Schr. Herder, Freiburg im Breisgau 1997, ISBN 3-451-26404-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{WiBiLex|13253|Amnon |Autoren=Sigrid Eder}}&lt;br /&gt;
* J. Frederic McCurdy, Louis Ginzberg: [https://jewishencyclopedia.com/articles/1415-amnon AMNON] in [[Jewish Encyclopedia]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119557444|VIAF=3283527}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Tanach]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 11. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 10. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:David]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Amnon&lt;br /&gt;
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|KURZBESCHREIBUNG=Sohn Davids&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. Jahrhundert v. Chr.&lt;br /&gt;
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