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	<title>Am-Progressiv - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T11:27:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Am-Progressiv&amp;diff=183202&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Berita: /* Literatur */</title>
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		<updated>2025-10-30T19:29:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{SEITENTITEL:am-Progressiv}}&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;am-Progressiv&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man in der [[Deutsche Grammatik|deutschen Grammatik]] eine Variante der [[Verlaufsform]]. Statt zum Beispiel „Ich arbeite gerade“ wird vor allem in einigen Dialekten und Regiolekten die Konstruktion „Ich bin am Arbeiten“ verwendet, um das Andauern der Handlung auszudrücken, den [[Progressiv (Grammatik)|Progressiv]]. Die üblichste standardsprachliche Form ist in Österreich „Ich bin beim Arbeiten“, zunehmend wird aber auch die Form „Ich bin am Arbeiten“ standardsprachlich verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Duden – Richtiges und gutes Deutsch. Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle. 6., vollständig überarbeitete Auflage. Bibliographisches Institut &amp;amp; F. A. Brockhaus AG, Mannheim 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Progressiv mit „am“ ist vor allem im [[Rheinischer Regiolekt|rheinischen Regiolekt]], westdeutschen Dialekten und in der Schweiz bekannt. Zuerst glaubte man, das Ursprungsgebiet würde lediglich in Westdeutschland liegen, weshalb man den am-Progressiv auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;rheinische Verlaufsform&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, [[Ruhrpott]]-Verlaufsform oder [[Westfälische Dialekte|westfälische]] Verlaufsform bezeichnet. Solche Klassifizierungen sind allerdings irreführend, da sich diese Satzkonstruktion im gesamten westdeutschen Sprachraum bis in die [[Schweiz]] und mittlerweile sogar darüber hinaus nachweisen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Der am-Progressiv wird in seinem Entstehungsgebiet nicht nur von klassischen [[Dialekt]]sprechern verwendet, sondern ist auch in der am [[Standarddeutsch]]en orientierten [[Umgangssprache]] gängig. Abgewandelte Formen wie „Ich bin grad einen Brief am Schreiben dran“ sind jedoch vor allem im [[Ruhrdeutsch]]en und weniger im übrigen westdeutschen Sprachraum anzutreffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hessler, Steffen; Pottmann, Daniel (2017): Merkmale der gesprochenen Sprache des mittleren und östlichen Ruhrgebiets. In: Sprache und Sprachen 47/2017, S. 1-18, S. 15&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Zeit hat sich der Gebrauch der einfachen Verlaufsform auch auf die Umgangssprache anderer Teile des deutschen Sprachraums ausgeweitet. Laut &amp;#039;&amp;#039;Duden&amp;#039;&amp;#039; wird sie inzwischen „teilweise schon als standardsprachlich angesehen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Duden Bd. 9, 6. Auflage 2007, S. 62, 7. Auflage 2011, S. 66&amp;lt;/ref&amp;gt; Erhebungen wie jene von Flick/Kuhmichel, Andersson und weiteren Sprachwissenschaftlern konnten beweisen, dass selbst in der Pressesprache der am-Progressiv verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erweiterte Verlaufsform in Form einer Satzklammer ist allerdings in den Gebieten mit den dazugehörigen Dialekten verblieben. Ein Satz wie „Ich kann nicht ans Telefon kommen, ich bin gerade den Rasenmäher am Reparieren“ wäre in [[Sachsen]] oder [[Österreich]] äußerst unüblich. Im [[Ruhrgebiet]] oder in der Schweiz hingegen ist eine solche Satzkonstruktion geläufig und wird auch häufig verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Progressivkonstruktionen ===&lt;br /&gt;
Die [[Ripuarische Dialektgruppe|ripuarischen Sprachen]] und einige [[limburgische Sprache]]n kennen eine weitere Verlaufsform, die mit „tun“ + [[Infinitiv]] gebildet wird, wie die [[Englische Sprache|englischen]] Verstärkungen, aber in der Bedeutung von diesen abweicht. Auf [[Kölsch (Sprache)|Kölsch]] sagt man etwa „Dä deijt do wunne“ (wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;Der tut da wohnen&amp;#039;&amp;#039;) um auszudrücken, dass jemand dauerhaft und ganz gewiss dort wohnt. Im Gegensatz dazu würde „Dä eß do am Wunne“ (wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;Der ist da am Wohnen&amp;#039;&amp;#039;) bedeuten, dass er nur vorübergehend, für eine gewisse überschaubare Zeit, gerade dort wohnt, etwa für einen Urlaub.&lt;br /&gt;
Auch diese Form findet man in die Umgangssprache der Hochsprache übernommen, aber deutlich seltener und regional begrenzter als die erste Form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine dem am-Progressiv ähnliche Konstruktion existiert auch im [[Niederländische Sprache|Niederländischen]] (&amp;#039;&amp;#039;aan het&amp;#039;&amp;#039; + Verb) und ist dort allgemein akzeptiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doppeltes &amp;#039;&amp;#039;am&amp;#039;&amp;#039; kommt im [[Eischwiele Platt#Morphologie|Eschweiler Platt]] vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schreibungsdisput ==&lt;br /&gt;
Die Frage der Schreibung des unflektierten Verbbestandteils des am-Progressivs („Ich bin am &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten/arbeiten&amp;#039;&amp;#039;“) ist derzeit noch strittig. Der Duden erwähnt in seiner Auflage von 2009 die Form eher beiläufig und sieht das „Verb“ als traditionellen, substantivierten Infinitiv analog zu „Morgen ist (das) &amp;#039;&amp;#039;Schwimmen&amp;#039;&amp;#039;“ (anstatt: der Schwimmunterricht).&amp;lt;ref&amp;gt;Dudengrammatik 8. Auflage 2009, Rz. 594 S. 427&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Artikel zum Wort &amp;#039;&amp;#039;am&amp;#039;&amp;#039; im Online-Duden (Stand: 2023) wird der am-Progressiv als umgangssprachlich gekennzeichnet und einzig in Großschreibung angegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.duden.de/rechtschreibung/am &amp;#039;&amp;#039;am&amp;#039;&amp;#039;], duden.de, abgerufen am 3. April 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Germanistin Gabriella Gárgyán führt hingegen in ihrer 2010 vorgelegten Dissertation den Begriff des &amp;#039;&amp;#039;Progressivverbs&amp;#039;&amp;#039; als neue Verbklasse ein, da sich das Verb funktional vom Infinitiv unterscheide, und plädiert für Kleinschreibung.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriella Gárgyán: Der am-Progressiv im heutigen Deutsch. Frankfurt: Peter Lang Edition 2014, S. 56&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alternativ dazu existiert die Ansicht, dass das &amp;#039;&amp;#039;am&amp;#039;&amp;#039; Bestandteil eines vierten Verbstatus neben Infinitiv, zu-Infinitiv und Partizip Perfekt ist; der am-Infinitiv wird nur von &amp;#039;&amp;#039;sein&amp;#039;&amp;#039; regiert. (Gallmann 2014)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anhand von Internetbelegen kann zudem gezeigt werden, dass sich die Kleinschreibung des infiniten Verbs allgemein durchsetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Rödel, Michael: Verbale Funktion und verbales Aussehen – die deutsche Verlaufsform und ihre Bestandteile. In: Muttersprache 3/2004, 220-233, zitiert nach Gárgyán&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Olaf Krause: &amp;#039;&amp;#039;Progressiv im Deutschen. Eine empirische Untersuchung im Kontrast mit Niederländisch und Englisch.&amp;#039;&amp;#039; Niemeyer, Tübingen 2002.&lt;br /&gt;
* [[Gisela Zifonun]], [[Ludger Hoffmann]], [[Bruno Strecker]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Grammatik der deutschen Sprache.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 1997, S.&amp;amp;nbsp;1877–1880.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Duden. Die Grammatik.&amp;#039;&amp;#039; Ab 7. Auflage 2006, Rz 594 insb. S. 434 (Verlaufsform, Progressivkonstruktion)&lt;br /&gt;
* Gabriella Gárgyán: &amp;#039;&amp;#039;Der am-Progressiv im heutigen Deutsch.&amp;#039;&amp;#039; Peter Lang, Frankfurt am Main 2014.&lt;br /&gt;
* Jeroen van Pottelberge: &amp;#039;&amp;#039;Der am-Progressiv : Struktur und parallele Entwicklung in den kontinentalwestgermanischen Sprachen.&amp;#039;&amp;#039; Narr, Tübingen 2004.&lt;br /&gt;
* Ariane Reimann: &amp;#039;&amp;#039;Die Verlaufsform im Deutschen. Entwickelt das Deutsche eine Aspektkorrelation?&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Bamberg 1997.&lt;br /&gt;
* Elke Hentschel, Gerhard Weydt: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der deutschen Grammatik.&amp;#039;&amp;#039; 4. vollständige überarbeitete Auflage. de Gruyter, Berlin/Boston 2013.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Stephan Elspaß, Robert Möller |url=http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-2/f18a-b/ |titel=Verlaufsformen |werk=Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA) |datum=2011-07-05 |zugriff=2016-12-31}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Stephan Elspaß, Robert Möller |url=http://www.atlas-alltagssprache.de/r10-f10abcd/ |titel=Verlaufsformen mit „am“ |werk=Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA) |datum=2012-12-20 |zugriff=2016-12-31}}&lt;br /&gt;
* Johanna Flick, Katrin Kuhmichel: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.degruyter.com/downloadpdf/j/jbgsg.2013.4.issue-1/jbgsg-2013-0005/jbgsg-2013-0005.pdf Der am-Progressiv in Dialekt und Standardsprache.]&amp;#039;&amp;#039; In: Petra Maria Vogel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sprachwandel im Neuhochdeutschen. Jahrbuch für germanistische Sprachgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 4. De Gruyter, Berlin/Boston, S. 52–76, abgerufen am 12. Juni 2017 (PDF).&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |offline=ja |autor=[[Peter Gallmann]] |url=http://www.personal.uni-jena.de/~x1gape/Wort/Wort_Verb_infinit.pdf |titel=Infinite Verbformen |zugriff=2014-10-30 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20180721234449/www.personal.uni-jena.de/~x1gape/Wort/Wort_Verb_infinit.pdf |archiv-datum=20180721234449 |format=PDF}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://doktori.bibl.u-szeged.hu/788/1/DISSERTATION_GARGYAN.pdf |titel=Der am-Progressiv im heutigen Deutsch. |titelerg=Neue Erkenntnisse mit besonderer Hinsicht auf die Sprachgeschichte, die Aspektualität und den kontrastiven Vergleich mit dem Ungarischen |autor=Gabriella Gárgyán |datum=2010 |abruf=2014-07-08 |format=PDF}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=[[Ludger Hoffmann]] |url=https://grammis.ids-mannheim.de/fragen/4551 |titel=Darf man &amp;#039;&amp;#039;Ich bin am Schreiben&amp;#039;&amp;#039; schreiben? – Bereichert die Verlaufsform (der Progressiv) das Deutsche? |hrsg=[[Institut für Deutsche Sprache|IDS Mannheim]] |werk=grammis 2.0. Grammatik in Fragen und Antworten |datum=2016-07-26 |zugriff=2020-02-02}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=[[Bastian Sick]] |url=http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-wie-die-sprache-am-rhein-am-verlaufen-ist-a-350958.html |titel=Wie die Sprache am Rhein am Verlaufen ist |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2005-04-14 |zugriff=2012-11-28}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Konjugation}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dialektologie des Deutschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Rheinland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wortform]]&lt;/div&gt;</summary>
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