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	<title>Altostslawische Sprache - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Altostslawische_Sprache&amp;diff=460863&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Hutch: Abschnittlink korrigiert, kein Bezug im Ziel zu finden</title>
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		<updated>2026-03-11T06:36:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert, kein Bezug im Ziel zu finden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Sprache&lt;br /&gt;
|Sprache= Altostslawisch&lt;br /&gt;
|Länder= [[Osteuropa]]&lt;br /&gt;
|Sprecher= keine (ältere Sprachstufe der heutigen ostslawischen Sprachen)&lt;br /&gt;
|Klassifikation=&lt;br /&gt;
* [[Indogermanische Sprachen|Indogermanisch]]&lt;br /&gt;
*: [[Slawische Sprachen|Slawisch]]&lt;br /&gt;
*:: [[Ostslawische Sprachen|Ostslawisch]]&lt;br /&gt;
|KSprache= Altostslawisch&lt;br /&gt;
|Amtssprache= [[Kiewer Rus]] und Nachfolgestaaten, [[Weliki Nowgorod|Republik Nowgorod]]&lt;br /&gt;
|ISO1= –&lt;br /&gt;
|ISO2= sla (sonstige Slawische Sprachen)&lt;br /&gt;
|ISO3= orv&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;altostslawische Sprache&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|древнерусский язык|uk=давньоруська мова|be=старажытнаруская мова}}), traditionell auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Altrussisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, bezeichnet eine ca. zwischen dem 10. und dem 14. Jahrhundert vor allem in der [[Rus]] benutzte Sprachform, die als Vorgängerin der heutigen [[Ostslawische Sprachen|ostslawischen Sprachen]] gilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Name der Sprache ==&lt;br /&gt;
Die Sprache gehört zur (prä-)nationalen Geschichte aller Ostslawen. Daher wird in der neueren deutschen Sprachterminologie üblicherweise der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Altostslawisch&amp;#039;&amp;#039; verwendet, und andere Varianten wie &amp;#039;&amp;#039;Gemeinostslawisch&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Urostslawisch&amp;#039;&amp;#039; werden manchmal auch mit ähnlicher Bedeutung verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.jstor.org/stable/24748203 Moser, Michael. &amp;quot;Urostslavisch oder Gemeinostslavisch?&amp;quot;. Wiener Slavistisches Jahrbuch, 44 (1998): 129-144.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die früher häufig verwendete Bezeichnung Altrussisch ist daher als Adjektiv nicht allein auf das heutige [[Russland]] zu beziehen, sondern auf die Rus als Ganzes. Im [[Russisch]]en heißt sie „древнерусский язык“ (vgl. &amp;lt;span style=&amp;quot;font-family:Bukyvede;&amp;quot;&amp;gt;рѹсьскъ ꙗзыкъ&amp;lt;/span&amp;gt;), wobei das Wort „язык“ sowohl Schrift und Sprache („молва“) vereint. In der [[ukrainisch]]en Sprache heißt sie „давньоруська мова“ (&amp;#039;&amp;#039;Sprache der alten Rus&amp;#039;&amp;#039;), analog dazu heißt sie in der [[Belarussische Sprache|belarussischen Sprache]] „старажытнаруская мова“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/1f0ce7165b6108562ce2622ff8a3f020 Schallern, Helmut W. &amp;quot;Altostslawisch–Altukrainisch–Altrussisch: Zur Problematik der drei Bezeichnungen&amp;quot;. Zeitschrift für Slawistik, 35/5 (1990): 754–761.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vieldeutige Bezeichnung „altrussisch“ für das Altostslawische kann im Deutschen zu Verwirrungen führen, da das Russische eine als [[Altgroßrussische Sprache|altgroßrussisch]] („старовеликорусский“, und auch bekannt als „старорусский“ / „altrussisch“),  bezeichnete Entwicklungsstufe durchlief, &amp;#039;&amp;#039;nachdem&amp;#039;&amp;#039; sie sich aus dem Altostslawischen herausgebildet hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite book|last=Hammel|first=Robert|title=Die Entwicklung der Ausdrucksmittel der russischen Praesens- und Praeteritalflexion|year=1997|location=München|publisher=Verlag Otto Sagner|url=https://web.archive.org/web/20240329120813/https://library.oapen.org/bitstream/handle/20.500.12657/26229/1003856.pdf|pages=176-178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Schriftsprache der Kiewer Rus ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen|1=Die Grafik ist durch die im Artikel angegebenen Einzelnachweise nicht belegt. |2=Die Entwicklung der ostslawischen Sprachen}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Ostslawische Sprachen.png|links|mini|Die Entwicklung der ostslawischen Sprachen]]&lt;br /&gt;
Altostslawisch war die gemeinsame Sprache der quasi vollständig in dem als [[Kiewer Rus]] bekannten Staatsgebilde lebenden Ostslawen (Reußen, Eigenbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Rus&amp;#039;&amp;#039;) sowie Staats- und Verwaltungssprache auch für die vielen anderen dort lebenden [[Ethnie]]n ([[Waräger]], [[Chasaren]], [[Petschenegen]], verschiedene [[Balten|baltische]] und [[Finno-ugrische Völker|finno-ugrische]] Stämme u.&amp;amp;nbsp;a.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beschreibungsproblem ist der Stellenwert des [[Kirchenslawisch]]en: Häufig werden Altostslawisch und Kirchenslawisch als zwei verschiedene [[Sprache]]n angesehen, die in einer Art [[Diglossie]] nebeneinander standen und für jeweils verschiedene Textgattungen angewendet wurden: Kirchenslawisch vor allem für religiöse Texte und das den Dialekten des Volkes näher stehende Altostslawisch als Verwaltungs- und Rechtssprache. Jedoch lassen sich viele Texte nicht eindeutig einem dieser beiden [[Idiom (Spracheigentümlichkeit)|Idiome]] zuordnen. Es gab also offenbar einen relativ fließenden Übergang zwischen Kirchenslawisch und Ostslawisch, so dass man sie vielleicht eher als verschiedene [[Varietät (Linguistik)|Varietäten]] oder [[Stilistik|Stilebenen]] &amp;#039;&amp;#039;einer&amp;#039;&amp;#039; Sprache sehen müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage des Anteils des Kirchenslawischen an der Entwicklung des Altostslawischen war in der Vergangenheit heftig umstritten. Insbesondere die sowjetische Sprachwissenschaft bestand auf dem Dogma der „Selbständigkeit der russischen Sprache“ (russ. &amp;#039;&amp;#039;samobytnost’ russkogo jazyka&amp;#039;&amp;#039;). Seit der [[Auflösung der Sowjetunion]] verbreitet sich auch in [[Russland]], der [[Ukraine]] und [[Belarus]] die Vorstellung, dass die altostslawische Schriftsprache als Kombination von Elementen der altostslawischen [[Dialekt]]e und der kirchenslawischen Normen entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zerfall der Kiewer Rus entwickelten sich zwei neue große Reiche auf ihrem Gebiet, die sich beide als deren Nachfolgestaaten verstanden. Durch die getrennte Verwaltung und unterschiedliche geographische Orientierung entstanden zwei neue Schriftsprachen als jeweilige Staatssprachen: das [[Russische Sprache|Russische]] im [[Großfürstentum Moskau]] und das [[Ruthenische Sprache|Ruthenische]] (aus dem später das [[Ukrainische Sprache|Ukrainische]], das [[Belarusische Sprache|Belarusische]] und das [[Russinische Sprache|Russinische]] entstanden) im [[Großfürstentum Litauen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachliche Merkmale ==&lt;br /&gt;
Als wichtigste Merkmale des [[Ostslawische Sprachen|Ostslawischen]] im Gegensatz zum [[Westslawische Sprachen|West-]] und [[Südslawische Sprachen|Südslawischen]] gelten der so genannte [[Volllaut]] und die Vertretung von [[urslawisch]]em &amp;#039;&amp;#039;*tj&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;*dj.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Volllaut: Urslawisches interkonsonantisches &amp;#039;&amp;#039;*or,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;*ol,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;*er&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;*el&amp;#039;&amp;#039; ergeben im Altostslawischen &amp;#039;&amp;#039;oro,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;olo,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;ere&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ele.&amp;#039;&amp;#039; So entsteht z.&amp;amp;nbsp;B. aus &amp;#039;&amp;#039;*gordъ&amp;#039;&amp;#039; ‘Stadt, Burg’ (vgl. dt. &amp;#039;&amp;#039;Garten,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Stuttgart&amp;#039;&amp;#039;) &amp;#039;&amp;#039;gorodъ&amp;#039;&amp;#039; (vgl. russ. &amp;#039;&amp;#039;[[Republik Nowgorod|Nowgorod]]&amp;#039;&amp;#039; ‘Neustadt’), aus &amp;#039;&amp;#039;*melko&amp;#039;&amp;#039; ‘Milch’ &amp;#039;&amp;#039;moloko&amp;#039;&amp;#039; oder aus &amp;#039;&amp;#039;*korva&amp;#039;&amp;#039; ‘Kuh’ &amp;#039;&amp;#039;korova.&amp;#039;&amp;#039; (Im Südslawischen sowie im [[Tschechische Sprache|Tschechischen]] und [[Slowakische Sprache|Slowakischen]] entstand entsprechend &amp;#039;&amp;#039;gradъ,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;mlěko&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;krava,&amp;#039;&amp;#039; im [[Polnische Sprache|Polnischen]] &amp;#039;&amp;#039;gród,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;mleko&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;krowa,&amp;#039;&amp;#039; im [[Obersorbische Sprache|Obersorbischen]] &amp;#039;&amp;#039;hród,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;mloko&amp;#039;&amp;#039; sowie &amp;#039;&amp;#039;kruwa.&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Urslawisches &amp;#039;&amp;#039;*tj&amp;#039;&amp;#039; ergibt &amp;#039;&amp;#039;č&amp;#039;&amp;#039; (sprich: &amp;#039;&amp;#039;tsch&amp;#039;&amp;#039;), z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;*svět-ja&amp;#039;&amp;#039; ‘Kerze’ (vgl. &amp;#039;&amp;#039;*svět-ъ&amp;#039;&amp;#039; ‘Licht’) &amp;gt; altostslawisch &amp;#039;&amp;#039;svě&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;č&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a,&amp;#039;&amp;#039; aber z.&amp;amp;nbsp;B. [[altkirchenslawisch]] &amp;#039;&amp;#039;svě&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;št&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a,&amp;#039;&amp;#039; [[Serbische Sprache|serbisch]] &amp;#039;&amp;#039;sve&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ć&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a,&amp;#039;&amp;#039; polnisch &amp;#039;&amp;#039;świe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;c&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a,&amp;#039;&amp;#039; obersorbisch &amp;#039;&amp;#039;swě&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;c&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Urslawisches &amp;#039;&amp;#039;*dj&amp;#039;&amp;#039; ergibt &amp;#039;&amp;#039;ž&amp;#039;&amp;#039; (sprich: wie &amp;#039;&amp;#039;j&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Journal&amp;#039;&amp;#039;), z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;*med-ja&amp;#039;&amp;#039; ‘Rain, Grenze’ (vgl. lat. &amp;#039;&amp;#039;medium&amp;#039;&amp;#039; ‘Mitte’) &amp;gt; altostslawisch &amp;#039;&amp;#039;me&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;ž&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a,&amp;#039;&amp;#039; aber z.&amp;amp;nbsp;B. altkirchenslawisch &amp;#039;&amp;#039;me&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;žd&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a,&amp;#039;&amp;#039; serbisch &amp;#039;&amp;#039;me&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;đ&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a,&amp;#039;&amp;#039; polnisch &amp;#039;&amp;#039;mie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;dz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a,&amp;#039;&amp;#039; obersorbisch &amp;#039;&amp;#039;mje&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;z&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;a.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Altostslawische wurde ausschließlich in [[Kyrillisches Alphabet|kyrillischer Schrift]] geschrieben; die [[Glagoliza|glagolitische Schrift]] kommt auf ostslawischem Gebiet praktisch nicht vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Nowgoroder Birkenrindentexte ==&lt;br /&gt;
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind in [[Weliki Nowgorod|Nowgorod]] und Umgebung über tausend beschriebene [[Birkenrindentexte|Birkenrindenstücke]] aus dem 11. bis 15. Jahrhundert gefunden worden, die zumeist sehr alltägliche Texte enthalten. Die allermeisten sind im so genannten [[Altnowgoroder Dialekt]] (russisch &amp;#039;&amp;#039;drewnenowgorodski dialekt&amp;#039;&amp;#039;) geschrieben, der sich erheblich von allen anderen ostslawischen Dialekten unterscheidet und sogar eine Reihe von Merkmalen aufweist, die ihn von allen anderen [[Slawische Sprachen|slawischen Sprachen]] trennen, so dass es womöglich angemessener wäre, ihn in eine eigene, vierte slawische Sprachgruppe („Nordslawisch“) einzuordnen. (Von den charakteristischen Merkmalen des Altnowgoroder Dialekts ist in den heutigen Dialekten fast nichts mehr erhalten; diese sind also eindeutig ostslawisch.) Im Gegensatz dazu bedienten sich die Nowgoroder für offiziellere und kirchliche Texte desselben Altostslawischen, das auch etwa aus Kiew bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Texte ==&lt;br /&gt;
Das erste datierte Buch der ostslawischen Sprachgeschichte ist das [[Ostromir-Evangelium]] aus dem Jahr 6564 der byzantinischen Ära (d.&amp;amp;nbsp;h. nach [[Erschaffung der Welt]]; entspricht [[1056]]/57 n.&amp;amp;nbsp;Chr.). Dieses Evangeliar ist in kirchenslawischer Sprache geschrieben, weist aber sprachliche Merkmale („Fehler“ des Schreibers) auf, die es eindeutig dem ostslawischen Gebiet zuordnen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das älteste ostslawische Buch überhaupt ist der erst am [[13. Juli]] [[2000]] bei Ausgrabungen in [[Weliki Nowgorod|Nowgorod]] entdeckte [[Nowgoroder Kodex]] – ein aus drei Holztäfelchen mit insgesamt vier beschriebenen Wachs-Seiten bestehendes Büchlein, in deren Wachs die [[Buch der Psalmen|Psalmen]] 75 und 76 sowie ein kleiner Teil des Psalms 67 erhalten ist. Diese Wachstafeln wurden von ihrem Besitzer als eine Art Notizbuch benutzt und deshalb vielfach beschrieben und wieder ausradiert. Da der harte Stylus beim Schreiben Kratzer auf dem weichen [[Lindenholz]] hinterließ, ist bereits eine Reihe im Wachs getilgter Texte durch mühsame Untersuchung der sich gegenseitig mannigfach überlagernden Striche im Holz rekonstruiert worden, wobei außer weiteren Psalmen auch bisher unbekannte Texte zu Tage getreten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Nestorchronik]] (altostslawisch &amp;lt;span style=&amp;quot;font-family:Bukyvede;&amp;quot;&amp;gt;Повѣсть времѧньныхъ лѣтъ&amp;lt;/span&amp;gt; ‘Geschichte der vergangenen Jahre’) aus der ersten Hälfte des [[12. Jahrhundert]]s (überliefert zuerst im Laurentius-Kodex von 1377) ist der älteste Teil der altostslawischen Chroniken, der auch in deutlich später entstandenen Chroniken an den Beginn der individuellen Chronikschreibung gestellt wurde. Geschrieben ist sie in einer Mischung aus ostslawischer Volkssprache und Kirchenslawisch. Sie enthält eine Schilderung von Ereignissen des 9. und 10. Jahrhunderts (ab 852), aber auch viele [[Legende]]n. Zu den für das Selbstverständnis der Ostslawen wichtigsten Berichten gehören:&lt;br /&gt;
* Andreas-Legende: Der Apostel Andreas sei auf seinen Reisen auch den [[Dnepr]] hinaufgefahren und habe an dem Ort, an dem später [[Kiew]] entstand, gesagt: „Hier wird einst eine große Stadt sein.“ Diese Legende macht das Gebiet der [[Russisch-Orthodoxe Kirche|russisch-orthodoxen Kirche]] zum Apostelland, das keine Legitimation aus Konstantinopel oder gar Rom benötigt.&lt;br /&gt;
* Gründung Kiews: Demnach sei [[Kiew]] von den slawischen Geschwistern [[Kyj, Schtschek, Choryw und Lybid]] gegründet und nach dem ältesten Bruder Kyj &amp;#039;&amp;#039;Kiew&amp;#039;&amp;#039; ‘Kyjs Stadt’ genannt worden. Wahrscheinlich ist dies eine Legende, die versucht, den Namen der Stadt (und der Hügel Schtschekowiza und Choriwiza) ad hoc zu erklären.&lt;br /&gt;
* Berufung der Waräger: Nach Konflikten mit den [[Waräger]]n und Versuchen, sich selbst zu regieren, hätten die Ostslawen festgestellt, dass sie jemanden brauchen, um ihre Streitereien und Bruderzwiste zu schlichten, und deshalb im Jahr 862 die Waräger gebeten, über sie zu herrschen. Daraufhin wird [[Rjurik]] der erste Großfürst. Trotz der genauen Datierung ist auch dies eine Legende, die wohl nicht wörtlich verstanden werden kann. Wahr ist jedoch, dass der Name [[Rus]] ursprünglich einen schwedischen Stamm bezeichnet und auch eine germanische Etymologie hat (vgl. [[Finnische Sprache|finnisch]] &amp;#039;&amp;#039;Ruotsi&amp;#039;&amp;#039; ‘Schweden’), dass die ersten Fürsten der Rus germanische Namen haben (Rjurik = Hrørekr, Roderich; [[Oleg (Kiewer Rus)|Oleg]] = Helgi, Holger; [[Igor (Kiewer Rus)|Igor]] = Ingvar; [[Olga von Kiew|Olga]] = Helga)&lt;br /&gt;
* Taufe der Rus: Großfürst [[Wladimir I.]] (später der „der Heilige“ genannt, zunächst aber noch ein wilder Heide) lässt sich nacheinander von den [[Wolgabulgaren]] über den [[Islam]], von den [[Chasaren]] über das [[Jüdischer Glaube|Judentum]], von Fremden aus Rom über das westliche Christentum und schließlich von [[Griechen]] über das [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxe Christentum]] berichten und entscheidet sich für Letzteres, das er [[988]] zur Staatsreligion erhebt. Diese naiv wirkende Schilderung scheint überraschend viel Wahres zu enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Igorlied]] (altostslawisch &amp;lt;span style=&amp;quot;font-family:Bukyvede;&amp;quot;&amp;gt;Слово о пълку Игоревѣ&amp;lt;/span&amp;gt; ‘Lied von der Heerfahrt Igors’) gilt als das [[Nationalepos]] der Russen, Ukrainer und Belarussen. Seine Echtheit ist umstritten, seit die einzige erhaltene Handschrift des 16. Jahrhunderts wenige Jahre nach ihrem Fund beim Brand [[Moskau]]s im Jahr [[1812]] verschwunden ist. Erhalten sind lediglich eine handschriftliche Abschrift für die Zarin [[Katharina&amp;amp;nbsp;II.]] von [[1796]] und eine mit vielen Fehlern gedruckte Erstausgabe von [[1800]], so dass schon der Text der verbrannten Handschrift rekonstruiert werden muss, die ihrerseits auf ein Original aus dem 12. Jahrhundert zurückgehen müsste. Das Igorlied berichtet vom erfolglosen Feldzug des unbedeutenden Teilfürsten Igor gegen die [[Kyptschaken|Polowzer]] im Jahr [[1187]]. Es ist erheblich kürzer als andere [[Epos|Epen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Ilias]], [[Odyssee]], [[Edda]], [[Nibelungenlied]], [[Beowulf]] oder [[Rolandslied]]), aber in einer sehr bilderreichen, poetischen Sprache geschrieben. Es appelliert an die Einheit der reußischen Fürsten und entspricht daher in jeder Hinsicht dem Geschmack der Frühromantik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die um 1100 herum entstandene Erzählung von [[Boris und Gleb]] (altostslawisch &amp;lt;span style=&amp;quot;font-family:Bukyvede;&amp;quot;&amp;gt;Сказаніе о страданіяхъ свѧтыхъ моучениковъ Бориса и Глѣба и похвала имъ&amp;lt;/span&amp;gt; ‘Erzählung über die Leiden der heiligen Märtyrer Boris und Gleb und deren Lob’) berichtet von einem der vielen mörderischen Machtkämpfe zwischen den fürstlichen Brüdern um die Großfürstenwürde. In diesem Fall geht es um die Söhne [[Wladimir I.|Wladimirs&amp;amp;nbsp;I.]], von denen [[Swjatopolk I. (Russland)|Swjatopolk]] seine Halbbrüder Boris und Gleb ermordet. In der Erzählung werden die beiden zu Märtyrern stilisiert; sie wurden in der Tat als erste Ostslawen kanonisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Altrussische Literatur]]&lt;br /&gt;
* [[Prämoskovitische Periode der altrussischen Literatur]]&lt;br /&gt;
* [[Altgroßrussische Sprache]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://kodeks.uni-bamberg.de/Russia/Texts/Ostromir.htm Ostromirovo Evangelie (1056-57): Ressources], Material zum [[Ostromir-Evangeliar]]&lt;br /&gt;
* [http://www.drevne.ru/ Internet-Bibliothek altostslawischer Texte]&lt;br /&gt;
* [http://litopys.org.ua/ &amp;#039;&amp;#039;Isbornyk:&amp;#039;&amp;#039; Sammlung altostslawischer Chroniken]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Slawische Sprachen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4142091-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Einzelsprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Slawische Sprachen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korpussprache]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachstufe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Hutch</name></author>
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