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	<title>Altar der Stadtpatrone - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T14:09:56Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Altar_der_Stadtpatrone&amp;diff=1173880&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-12099-52: /* Bildmotiv */ Besseres Bild</title>
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		<updated>2026-02-23T16:59:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bildmotiv: &lt;/span&gt; Besseres Bild&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dombild Köln1.JPG|mini|350px|Altar der Stadtpatrone ([[Stephan Lochner|Stefan Lochner]])]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Altar der Stadtpatrone&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (früher auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dreikönigsaltar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kölner Dombild&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Triptychon]] von [[Stefan Lochner]]. Dieses stand ursprünglich in der [[St. Maria in Jerusalem|Ratskapelle]] und wurde 1810 in den Kölner Dom überführt. Seit 1948 bildet das Triptychon das Zentrum der Marienkapelle im [[Kölner Dom]]. Der Flügelaltar gilt als das bedeutendste Werk der spätgotischen [[Kölner Malerschule]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.koelner-dom.de/erleben/rundgang-durch-denkoelner-dom/altar-der-stadtpatrone koelner-dom.de: Altar der Stadtpatrone]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Vorstellung der Sonderbriefmarke „Weihnachten 2017“-5159.jpg|alternativtext=Vorstellung der Weihnachtsbriefmarke|links|mini|Weihnachtsbriefmarke 2017 in der Marienkapelle]]&lt;br /&gt;
Nach der Ausweisung der Juden aus Köln im Jahr 1423 wurde die Ratskapelle [[St. Maria in Jerusalem]] anstelle der teilweise zerstörten [[Mittelalterliche Synagoge Köln|mittelalterlichen Synagoge Kölns]] 1426 geweiht. Der Altar wurde dabei auf dem Steinfundament des zerstörten [[Toraschrein|Toraschreins]] errichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Markus Frädrich |url=https://www.koelner-dom.de/aktuelles/siegerentwurf_kunstwettbewerb |titel=Sieger-Entwurf des Internationalen Kunstwettbewerbs Kölner Dom steht fest |werk=https://www.koelner-dom.de/ |datum=2025-04-03 |sprache=de |abruf=2025-12-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor den Ratssitzungen konnten die [[Ratsherr|Ratsherren]] an den täglichen [[Andacht|Andachten]] in der Kapelle teilnehmen. Daher beauftragten sie Stefan Lochner, für diesen Altar ein Triptychon zu schaffen, das die Schutzheiligen der Stadt, die [[Schutzpatron|Stadtpatrone]], darstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1501 wurden für die Seitenflügel kostbare rotweiße [[Damast]]vorhänge angeschafft. Das Werk muss bereits Zeitgenossen als herausragendes Kunstwerk bekannt gewesen sein. [[Albrecht Dürer]] ließ sich 1520 auf einer Reise in die Niederlande für zwei [[Weißpfennig]] den Altar öffnen, um die Malerei betrachten zu können. Nur aufgrund seiner Tagebuchnotiz, dass er ein Bild von &amp;#039;&amp;#039;Maister Steffan von Cöln&amp;#039;&amp;#039; habe sehen können, wurde das Werk 1823 dem Künstler Stefan Lochner zugeordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Arnold Wolff: Der Dom zu Köln, bearbeitet und ergänzt von Barbara Schock-Werner, Köln 2015, S. 43f&amp;lt;/ref&amp;gt; 1568 wurde das Triptychon von [[Arnt Bruyn]] neu vergoldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor den französischen Revolutionstruppen wurde der Altar 1794 versteckt. Da die Kapelle in den Jahren der französischen Besetzung säkularisiert wurde, wurde der Altar 1810 auf Betreiben des Kölner Gelehrten und Kunstsammlers [[Ferdinand Franz Wallraf]] in den [[Kölner Dom]] überführt. In dieser Zeit erfolgte eine weitere Restaurierung durch Maximilian Heinrich Fuchs und den [[Vergolder]] Christian Waltzer. Im 19. Jahrhundert – zur Zeit der [[Neugotik]] – erlebte das Dombild einen Popularitätsschub und wurde mehrfach kopiert, unter anderem von [[Benedikt Beckenkamp]].&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Günter Zehnder: &amp;#039;&amp;#039;Stefan Locher, Meister zu Köln, Herkunft - Werke - Wirkung&amp;#039;&amp;#039;, Köln 1993, S. 324.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die original [[Predella]] ist verloren gegangen. An ihre Stelle steht der Altar auf einem Inschriftensockel, den [[Ferdinand Franz Wallraf|Ferdinand Franz Wallraff]] in Erinnerung an die Überführungen des Werkes in den Dom gestalten ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;S. Hauschild, S. 38&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde der Altar zum Schutz vor Kriegsschäden ausgelagert und dabei von [[Hanna Adenauer]], der späteren Stadtkonservatorin, persönlich begleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Hanna Adenauer: &amp;#039;&amp;#039;Heiteres und Besinnliches aus ernster Zeit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Festschrift für Franz Graf Wolff Metternich.&amp;#039;&amp;#039; Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (Hg.), Jahrbuch 1974. S.&amp;amp;nbsp;45–49.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1948 bildet der Altar das Zentrum der nach dem Weltkrieg neu gestalteten Marienkapelle im Dom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Gestaltung der [[Weihnachtsbriefmarke]] im Jahre 2017 wurde ein Motiv aus dem Altarbild verwendet. Die von Heribert Birnbach gestaltete Marke zeigt Maria als Himmelskönigin und die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Die Sonderbriefmarke mit dem Titel „Aufwartung der Heiligen Drei Könige“ wurde von Bundeswirtschaftsminister [[Peter Altmaier]] und Erzbischof [[Rainer Maria Kardinal Woelki]] in der Marienkapelle vor dem Altar der Stadtpatrone vorgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt; https://www.erzbistum-koeln.de/news/Weihnachtsbriefmarke-2017-verkuendet-Botschft-der-Hl.-Drei-Koenige/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Lochners Triptychon soll künftig ein &amp;#039;&amp;#039;Wandgemälde&amp;#039;&amp;#039; von [[Andrea Büttner (Künstlerin)|Andrea Büttner]] an der Stirnwand der Marienkapelle das Steinfundament des Toraschreins aus der mittelalterlichen Synagoge Kölns in Originalgröße zeigen. Mit dem Hinweis, dass der Altar mit Lochners Triptychon einst in der Ratskapelle stand, soll das Wandgemälde an die Ausweisung der Juden aus Köln im Jahr 1423, die teilweise Zerstörung ihrer Synagoge und deren Umwidmung zur Ratskapelle erinnern. So soll es die Geschichte der Kölner Juden mit der des Doms verbinden und zeigen, wie die Widmung des Altars in der Ratskapelle das jüdische Fundament des Christentums enteignete, mit dem christlichen Altar überformte und unsichtbar machte. Das Gemälde soll dieses Fundament und damit jüdisches Leben in Köln wieder sichtbar machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Frädrich: [https://www.koelner-dom.de/aktuelles/siegerentwurf_kunstwettbewerb &amp;#039;&amp;#039;Sieger-Entwurf des Internationalen Kunstwettbewerbs Kölner Dom steht fest.&amp;#039;&amp;#039;] Koelner-dom.de, 3. April 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Entwurf hat eine Jury einstimmig als Siegerentwurf eines Wettbewerbs für ein neues Kunstwerk im Kölner Dom zum heutigen christlich-jüdischen Verhältnis bestimmt und am 3. April 2025 öffentlich vorgestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Den internationalen Wettbewerb zu einem Gegenentwurf zu [[Judensau|judenfeindlichen Darstellungen im]] [[Judensau|Kölner Dom]] hatte die Domverwaltung im August 2023 gestartet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WDR29Okt23&amp;quot;&amp;gt;[[Igal Avidan]]: [https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/lebenszeichen/judensau-und-antisemitismus-100.html &amp;#039;&amp;#039;„Judensau“ und Antisemitismus: Kirchen ringen um Aufarbeitung.&amp;#039;&amp;#039;] WDR, 29. Oktober 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Dezember 2023 waren 15 Künstler aus dem In- und Ausland dazu ausgewählt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.domradio.de/artikel/kuenstlerwahl-fuer-interreligioeses-kunstwerk-am-koelner-dom &amp;#039;&amp;#039;Künstlerwahl für interreligiöses Kunstwerk am Kölner Dom: Wettbewerb von ganz neuer Relevanz.&amp;#039;&amp;#039;] Domradio, 12. Dezember 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. September 2024 hatte eine Jury vier der eingereichten Entwürfe ausgewählt und deren Ersteller beauftragt, ihren Entwurf bis zum 4. Februar 2025 zu konkretisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Frädrich: [https://www.koelner-dom.de/aktuelles/internationaler-kunstwettbewerb-koelner-dom-finalisten-stehen-fest &amp;#039;&amp;#039;Internationaler Kunstwettbewerb Kölner Dom: Finalisten stehen fest.&amp;#039;&amp;#039;] koelner-dom.de, 20. September 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Künstler ==&lt;br /&gt;
Wie im Mittelalter üblich, ist das Kunstwerk nicht signiert. 1822 lenkte [[Johanna Schopenhauer]], die Mutter des gleichnamigen Philosophen, in ihren Schriften die Aufmerksamkeit auf den Tagebucheintrages von [[Albrecht Dürer]], in dem dieser auf seiner Reise in die Niederlande die Ausgaben festhielt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stephanie Hauschild |Titel=Stefan Lochner, erster deutscher Meister |Auflage=1. |Verlag=Greven Verlag |Ort=Köln |Datum=2021 |ISBN=978-3-7743-0935-7 |Seiten=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dürer hatte auf dieser Reise im November 1520 rund zwei Wochen Köln besucht und sich gleich an den ersten Tagen ein ausgewähltes Kunstwerk zeigen lassen: „Ich hab 3 weißpfenning, item hab 2 weißpfenning geben von der taffel auff zusperren, die maister Steffan zu Cöln gemacht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;Albrecht Dürer: &amp;#039;&amp;#039;Schriftlicher Nachlass, hrsg. von H. Rupprich,&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1, Berlin 1956, S. 160&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Meister Steffan wurde mit dem aus Kölner Dokumenten bekannten, offenbar herausgehobenen Maler [[Stefan Lochner]] identifiziert. Die Zuordnung gilt als plausibel, hat aber hypothetischen Charakter.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den Zweifeln siehe Michael Wolfson: &amp;#039;&amp;#039;Vor Stefan Lochner? Über den Maler des Kölner Dombildes und den Meister des Heisterbacher Altars,&amp;#039;&amp;#039; in: Frank Günter Zehnder: &amp;#039;&amp;#039;Stefan Lochner - Meister zu Köln. Herkunft - Werke - Wirkung&amp;#039;&amp;#039;, Katalog zur Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum, Köln 1993, S. 97. Zur vorherrschenden Plausibilität: [http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/stefan-lochner/DE-2086/lido/57c9424fcabc37.79045597 rheinische-geschichte.lvr.de: Stefan Lochner]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einzelnen Kunsthistorikern ist spekuliert worden, dass das Bild auch ein Selbstporträt von Stefan Lochner enthalte. Der Mann mit der grünen Kappe hinter Gereon zeige physiognomische und ausgeprägt individuelle Gesichtszüge, die anderen Figuren fehlen. Ikonographische Details wiesen darauf hin, dass „eine Selbstdarstellung des Malers besonders plausibel“ sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hornig: [https://www.welt.de/welt_print/kultur/article5969898/Der-Mann-hinter-Gereon.html www.welt.de: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann hinter Gereon&amp;#039;&amp;#039;], Die Welt vom 25. Januar 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datierung ==&lt;br /&gt;
Die Entstehung des Altars wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts in die Zeit zwischen 1440 und 1442 datiert. Erstmals vorgeschlagen hat dies [[Johann Jakob Merlo]], der 1852 den von Dürer genannten Meister Steffan mit dem historisch nachweisbaren Stefan Lochner identifizierte. Lochner habe in jenen Jahren Häuser erworben, die er sich nur nach Vollendung des Altars habe leisten können.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Jakob Merlo: Kölnische Künstler in alter und neuer Zeit, Düsseldorf 1895, S. 831&amp;lt;/ref&amp;gt; Michael Wolfson, der diese Argumentation für „kaum überzeugend“ hält, datiert das Dombild auf die Zeit um 1435. Die Ratskapelle sei schon 1426 eingeweiht worden; aus stilkritischer Sicht sei das Dombild aber erst nach der Vollendung des von [[Jan van Eyck]] geschaffenen [[Genter Altar]]s entstanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Wolfson: &amp;#039;&amp;#039;Vor “Stefan Lochner”? Über den Maler des Kölner Dombildes und den Meister des Heisterberger Altares,&amp;#039;&amp;#039; in: Frank Günter Zehnder: Stefan Lochner, Meister zu Köln, Herkunft - Werke - Wirkung, Köln 1993, S. 102&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildmotiv ==&lt;br /&gt;
Der Altar der Stadtpatrone gilt als das Hauptwerk Lochners. Das Triptychon ist 260 cm hoch. Der Mittelteil hat eine Breite von 285 cm, jeder Seitenflügel misst 142 cm. Die Werktagsseite zeigt die [[Verkündigung des Herrn|Verkündigung des Engels an Maria]]. Die innere Feiertagsseite präsentiert die wichtigsten Heiligen der Stadt Köln in einem vergoldeten Rahmen, der am oberen Rand durch ein geschnitztes Maßwerk verziert ist.&lt;br /&gt;
Zentrales Motiv ist Maria als Himmelskönigin und die Anbetung Jesu durch die [[Heilige Drei Könige|Heiligen Drei Könige]]. Auf dem linken Flügel befindet sich die [[Ursula von Köln|heilige Ursula]] mit 11 ihrer angeblich 11.000 Jungfrauen. Auf dem rechten Flügel ist der [[Gereon von Köln|heilige Gereon]] vor einer Schar seiner Getreuen aus der [[Thebaische Legion|Thebaischen Legion]] abgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Stefan Lochner 002.jpg|Linker Flügel mit der heiligen Ursula und der Dame in grün&lt;br /&gt;
Datei:Dombild Maria Anbetung-5195 (cropped).jpg|Mitteltafel mit den Heiligen Drei Königen&lt;br /&gt;
Datei:Stefan Lochner 004.jpg|Rechter Flügel mit dem heiligen Gereon&lt;br /&gt;
Datei:Dreikoenigsaltar Verkundigung.jpg|Verkündigung, geschlossener Zustand&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Werktagsseite des Altars erlaubt dem Betrachter einen Blick in einen scheinbar einheitlichen Raum, obwohl sich das Bild auf zwei gerahmte Flächen verteilt. Die Rahmen wirken wie ein Fenster, hinter dem sich ein Zimmer mit goldgemustertem Vorhang, mit perspektivisch verkürzter Decke und Fußboden als naturalistischer Handlungsraum befindet. Dort [[Verkündigung Mariens|verkündet]] ein wirklichkeitsnah gemalter Engel aus der Bewegung einer scheinbar aufgeschreckten, zart gemalten Maria einen Gruß. Nur die Attribute der zierlichen Figuren – [[Heiligenschein]] und [[Engel]]sflügel – entheben sie der Zeitlichkeit einer Szene mit zwei jungen Frauen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.koelner-dom.de/bedeutendewerke/altar-der-stadtpatrone-geschlossen koelner-dom.de: Altar der Stadtpatrone geschlossen]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feiertagsseite zeigt auf Goldgrund die [[Schutzpatron|Patrone]] der Stadt Köln: die [[Heilige Drei Könige|heiligen Drei Könige]], die [[heilige Ursula]] und den [[Gereon von Köln|heiligen Gereon]]. So konnte die Kölner Bürgerschaft am Altar der Gottesmutter huldigen, an deren Hof sie durch die Patrone vertreten wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Mainzer: Kleine illustrierte Kunstgeschichte der Stadt Köln, Köln 2015, S. 80f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stefan Lochner arrangierte die Patrone in einem strengen axialsymmetrischen Aufbau, dem er alle tradierten Bildfindungen opfert. Zentraler Bildpunkt ist die thronende Maria, deren Krone sie als Himmelskönigin ausweist, mit dem Jesusknaben auf dem Schoß. Ihr sind rechts und links je ein König huldigend zugeordnet. Diese drei Figuren bilden eine zentrale Dreieckskomposition. Der dritte König dagegen ist unscheinbar in den Hintergrund gerückt; seine Silhouette wird von einem nicht näher differenzierten Gefolgsmann symmetrisch auf der Gegenseite des Marienthrones gespiegelt. Lochner verzichtet auf alle tradierten Bildelemente – wie Stall, Esel, Ochs oder Josef – und präsentiert die Himmelskönigin dagegen vor einem mit Vögeln bestickten Vorhang, der von zwei kleinen Engeln gehalten wird. Die Gefolgschaft der Könige ist gedrängt rechts und links des Thrones versammelt. Auch die Patrone auf den Außenflügeln – Ursula links und Georg rechts – scheinen der Aufwartung bei Maria beizuwohnen. Sie sind in ihrem Habit gegensätzlich dargestellt: auf dem Ursula-Flügel fallen die zart gestalteten [[Inkarnat]]e und die voluminösen Gewänder auf. Auf dem Gereon-Flügel beeindrucken das blanke und plastisch gestaltete Metall der Rüstungen. In ihrer Aufstellung allerdings ordnen sich die Heiligen und das hinter ihnen sehr dicht gedrängte Gefolge dem übergreifenden symmetrischen Bildaufbau unter. Einzig das Jesuskind auf dem Schoße Mariens ist leicht aus der Symmetrieachse nach links verschoben; es hebt die Hand mit einer segnenden Geste dem ältesten König zugewandt.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Günter Zehnder: &amp;#039;&amp;#039;Stefan Locher, Meister zu Köln, Herkunft - Werke - Wirkung&amp;#039;&amp;#039;, Köln 1993, S. 324&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Maler zeigt in der Gestaltung der Kleidungsstücke sein meisterliches Können. Der alte König trägt ein Gewand&lt;br /&gt;
aus rot-goldenem [[Brokat]] und der mittelalte König einen pelzbesetzten Mantel aus grünem Brokat; für Maria hat Lochner einen schlichteren, aber hermelingefütterten Mantel gefunden. Die Stofflichkeitsillusion der Gewanddarstellung gilt als herausragend. Ebenso erstaunlich ist der Verismus der dargebrachten königlichen Geschenke: ein zweistöckiger Silberpokal, ein Kelch aus rotem [[Jaspis]] und ein kleiner [[Reliquienschrein]].&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Günter Zehnder: &amp;#039;&amp;#039;Stefan Locher, Meister zu Köln, Herkunft - Werke - Wirkung&amp;#039;&amp;#039;, Köln 1993, S. 324&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lochner hat in seinen Bildern eine sehr große Anzahl von ikonographischen Symbolen abgebildet, die er alle&lt;br /&gt;
unaufdringlich dem übergeordneten Motiv unterzuordnen wusste. Die Fahnen der Drei Könige auf dem Gemälde symbolisieren die drei im Mittelalter bekannten Erdteile: Europa, Asien und Afrika. Die drei Könige sind bewusst in unterschiedlichem Alter dargestellt, da sie gleichzeitig die drei Lebensalter darstellen sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.koelner-dom.de/bedeutendewerke/altar-der-stadtpatrone koelner-dom.de: Altar der Stadtpatrone]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der blaue Mantel der Maria wird von einer goldenen Brosche gehalten, in deren Perlenbesatz Lochner eine junge Frau mit einem [[Einhorn]] aufscheinen lässt. Der Ikonographie nach galt dieses Tier als Zeichen für die Jungfräulichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www1.wdr.de/schule/digital/unterrichtsmaterial/dreisechzig-koelner-dom-100.html www1.wdr.de: dreisechzig-koelner-dom]&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle drei Bildtafeln verbindet ein durchgehender grüner Rasen. In ihm sind 40 [[Heilpflanze|Heil-]] und Nutzpflanzen mit ihren Blüten und Früchten botanisch so naturgetreu wiedergegeben, dass 33 von ihnen identifiziert werden konnten. Bei den Pflanzen handelt es sich fast durchgängig um [[Pest]]gewächse, denen im Mittelalter Abwehrkräfte gegen die Pest zugeschrieben wurden. Dazu gehört beispielsweise der [[Stechender Mäusedorn|Stechende Mäusedorn]], der mit seinen stechenden Blättern Mäuse und Ratten fernhielt. Die [[Kartäusernelke]] vertrieb durch ihren Duft Ungeziefer und ihr wurden daher Abwehrkräfte gegen Dämonen zugeschrieben. Der [[Spitzwegerich]] besitzt tatsächlich eine medizinisch wirksame antibiotische Wirkung. Prominent platziert direkt unterhalb der Gottesmutter ist die [[Alraune (Kulturgeschichte)|Alraune]]. Sie gehörte zu den bedeutendsten christlichen Symbolpflanzen. Ein Symbol für das sich verbreitende weitzweigende Christentum war die [[Ackerwinde]]. Auf dem Gemälde nachgewiesen werden konnten ebenso der [[Kriechender Günsel|Kriechende Günsel]], die [[Echte Nelkenwurz]] und das [[Leberblümchen|Gewöhnliche Leberblümchen]]. Lochner hat zwischen den Pflanzen als einziges Tier auch einen [[Hirschkäfer]] gemalt, der als [[Apotropaion]], als magischer Gegenstand zum Schutz gegen böse Kräfte galt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunkkultur.de/eine-symboltraechtige-blumenwiese.1278.de.html?dram:article_id=253973 deutschlandfunkkultur.de: Eine symboltraechtige Blumenwiese]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterzeichnungen ==&lt;br /&gt;
Um besser zu verstehen, wie die Werkstatt Stefan Lochners die Bildkompositionen des Altares entwickelt hat, wurden 2012 die [[Unterzeichnung]]en durch [[Gemäldeuntersuchung mit Infrarotstrahlung|Infrarotspektographie]] untersucht. Mit diesem Verfahren konnten die mit Pinseln, Kielfedern und schwarzer Zeichenflüssigkeit vorgenommenen Vorzeichnungen, die sich unter der Malfarbe verbergen, sichtbar gemacht werden. Bei der Analyse der Handschriften wurde deutlich, dass mindestens vier Zeichner diese Skizzen angefertigt haben. Einer davon ließ sich als Stefan Lochner selbst identifizieren, dessen typische Handschrift auf der linken Flügelinnenseite und teilweise auf der Mitteltafel erkennbar wurde. Lochner führte also eine größere Malerwerkstatt, in der neben ihm mindestens drei versierte Gesellen tätig waren. Alle Vorzeichnungen haben eine so hohen Reifegrad, dass weitere Vorarbeiten außerhalb des Werkes angenommen werden müssen. Diese wurden freihändig auf die Tafeln übertragen, weil keine Hilfslinien identifiziert werden konnten. Vermutlich haben die Auftraggeber das Werk auf Basis der Vorzeichnungen begutachtet und dabei auch noch Änderungen empfohlen. Beispielsweise legen die Skizzen nahe, dass vom Künstler ursprünglich ein größerer Gegensatz zwischen dem Liebreiz der Ursula-Begleiterinnen auf der einen und der Streitmacht der Thebaischen Legion auf der anderen Seite beabsichtigt war.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.altar-der-stadtpatrone.de/ altar-der-stadtpatrone.de: Die Unterzeichnungen des Altars der Stadtpatronen im Hohen Dom zu Köln]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Das Nachfolgewerk ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Rogier van der Weyden 010.jpg|alternativtext=Darbietung im Tempel |mini|Rechter Flügel mit der Dame im grünen Kleid]]&lt;br /&gt;
[[Rogier van der Weyden|Rogier van der Weiden]] schafft etwa 10 Jahre später für [[St. Kolumba (Köln)|St. Kolumba]] in Köln seine „Anbetung der Könige“. Hier gibt es alle Elemente der Bethlehemszene. Die Heilige Familie ist auf diesem Triptychon vollzählig und in einer Stallruine zu finden. Van der Weidens Werk zeigt auf dem Flügel links die Verkündigung Mariens und auf dem rechten Flügel die Darbietung im Tempel. In letzterer Szene sehen wir, sehr ähnlich wiedergeben, die mysteriöse und unidentifizierte Dame im grünen Kleid wieder, die bei Lochner links neben der Heiligen Ursula zu finden ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stephanie Hauschild |Titel=Stefan Lochner Erster deutscher Meister |Auflage=1. |Verlag=Greven Verlag |Ort=Köln |Datum=2021 |ISBN=978-3-7743-0935-7 |Seiten=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Portal|Kölner Dom|Was Wikipedia vom Dom weiß}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Manfred Baldus: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsgeschichtliche Anmerkungen zu Stefan Lochners Altar der Stadtpatrone&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Kölner Domblatt&amp;#039;&amp;#039;. Band 75, 2010, S. 202–225.&lt;br /&gt;
* Helma Baudin: &amp;#039;&amp;#039;Kirchliche und weltliche Aspekte in Stefan Lochners Altar der Kölner Stadtpatrone&amp;#039;&amp;#039;. In: Frank Günter Zehnder: &amp;#039;&amp;#039;Stefan Lochner, Meister zu Köln. Herkunft – Werke – Wirkung&amp;#039;&amp;#039;. Ausstellungskatalog Wallraf-Richartz-Museum. Köln 1993, S. 215–220.&lt;br /&gt;
* Elisabeth Margarete Comes: &amp;#039;&amp;#039;Ein Garten Eden. Die Pflanzen auf Stefan Lochners Altar der Stadtpatrone&amp;#039;&amp;#039;. [[Nicolai Verlag|Nicolai]], Berlin 2013, ISBN 978-3-89479-714-0.&lt;br /&gt;
* Christian Hornig: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann hinter Gereon&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt&amp;#039;&amp;#039;, 25. Januar 2010 ([https://www.welt.de/welt_print/kultur/article5969898/Der-Mann-hinter-Gereon.html online] bei www.welt.de).&lt;br /&gt;
* Roland Krischel: &amp;#039;&amp;#039;Ein ‚vergiftetes‘ Meisterwerk? Theologie und Ideologie im Altar der Stadtpatrone&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Kölner Domblatt&amp;#039;&amp;#039;. Band 80, 2015, S. 89–187.&lt;br /&gt;
* Caterina Limentani Virdis, Mari Pietrogiovanna: &amp;#039;&amp;#039;Flügelaltäre&amp;#039;&amp;#039;; [[Hirmer Verlag]], München 2002, ISBN 3-7774-9520-4.&lt;br /&gt;
* Iris Schaefer, Caroline von Saint-Georges: &amp;#039;&amp;#039;Neues zur Unterzeichnung des Altars der Stadtpatrone im Kölner Dom&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Kölner Domblatt&amp;#039;&amp;#039;. Band 79, 2014, S. 121–181 ([http://www.museenkoeln.de/stadtpatrone/domblatt/altar/files/assets/basic-html/index.html#3 online] bei www.museenkoeln.de)&lt;br /&gt;
* Wolfgang Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Stefan Lochners ‚Altar der Stadtpatrone‘. Zur Geschichte eines kommunalen Denkmals im heiligen Köln&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Wallraf-Richartz-Jahrbuch&amp;#039;&amp;#039;. Band 58 (Prof. Dr. Hans Ost zum sechzigsten Geburtstag gewidmet), 1997, S. 257–284.&lt;br /&gt;
* Frank Günter Zehnder: &amp;#039;&amp;#039;Stefan Lochner, Meister zu Köln. Herkunft – Werke – Wirkung&amp;#039;&amp;#039;. Ausstellungskatalog Wallraf-Richartz-Museum. Köln 1993.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Altar der Kölner Stadtpatrone}}&lt;br /&gt;
* [http://koelner-dom.de/index.php?id=17346 Lageplan] im Kölner Dom&lt;br /&gt;
* [http://www.altar-der-stadtpatrone.de/ Die Unterzeichnungen des ›Altars der Stadtpatrone‹ im Hohen Dom zu Köln], in Zusammenarbeit zwischen dem [[Wallraf-Richartz-Museum &amp;amp; Fondation Corboud]] der Hohen Domkirche Köln – Dombauhütte Köln&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP = w|GND = 4285882-3|LCCN = |NDL = |VIAF = }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemälde von Stefan Lochner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weltkulturerbe Kölner Dom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemälde (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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