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	<title>Aloys Blumauer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Aloys_Blumauer&amp;diff=480528&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wittiko: /* Krankheit – Reisen – Buchhändler */ Klammern korrigiert bei Einzelnachweis</title>
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		<updated>2025-11-23T00:49:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Krankheit – Reisen – Buchhändler: &lt;/span&gt; Klammern korrigiert bei Einzelnachweis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Aloys Blumauer.jpg|mini|Aloys Blumauer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aloys Blumauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, gelegentl. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alois Blumauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Johannes Aloisius Blumauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, (* [[21. Dezember|21.]] oder 22. Dezember [[1755]] in [[Steyr]]; †&amp;amp;nbsp;[[16. März]] [[1798]] in [[Wien]]) war ein [[österreich]]ischer [[Schriftsteller]] in der Zeit der [[Aufklärung]]. Seine [[Pseudonym]]e waren &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;A. Auer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aloys Obermayer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Schule und Studium ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blumauers Geburtshaus.jpg|mini|Das Geburtshaus]]&lt;br /&gt;
Blumauer war der Sohn des Gschmeidlers (Kleineisenwarenhändlers) Melchior Friedrich Blumauer und dessen Ehefrau Katharina. Die Familie lebte in Steyr in der &amp;#039;&amp;#039;Engen Gasse Nr. 2&amp;#039;&amp;#039;, wo der Vater auch sein Geschäft betrieb. Seit 1863&amp;lt;ref name=&amp;quot;GB&amp;quot;&amp;gt;Hermann Goldbacher: &amp;#039;&amp;#039;Denkmäler, Gedenktafeln, Inschriften&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Tausend Jahre Steyr. Festschrift anlässlich des Stadtjubiläums, herausgegeben vom Verein „Tausend Jahre Steyr“&amp;#039;&amp;#039;. Druck- und Verlagsgesellschaft Gutenberg, Linz 1980, S. 35&amp;lt;/ref&amp;gt; ist an diesem Anwesen eine Gedenktafel zu Ehren Aloys Blumauers angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Tafel an Blumauers Geburtshaus.jpg|mini|links|Gedenktafel an der Fassade zur Engen Gasse]]&lt;br /&gt;
Nach Absolvierung der Grundschule wechselte Blumauer an das örtliche [[Jesuiten]]gymnasium. Mit 17 Jahren erreichte Blumauer erfolgreich die [[Matura]] (Abitur) und sollte nun auf Wunsch seiner Eltern eine kirchliche Karriere einschlagen. Im Spätsommer 1772 ging er deshalb nach Wien und trat dort als Novize in die &amp;#039;&amp;#039;Societas Iesu&amp;#039;&amp;#039; ein. Bereits ein Jahr später verfügte Papst [[Clemens XIV.]] mit der [[Päpstliche Bulle|Bulle]] &amp;#039;&amp;#039;Dominus ac redemptor noster&amp;#039;&amp;#039; das [[Jesuitenverbot]]. Mit Wirkung vom 16. August 1773 stand Blumauer ohne Anstellung und Einkommen auf der Straße. Da es für ihn unmöglich war, in einem Kloster eines anderen Ordens unterzukommen, begann er an der [[Universität Wien]] [[Philosophia ancilla theologiae|Philosophie]] zu studieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hauslehrer – Herausgeber – Zensor – Schriftsteller ===&lt;br /&gt;
Während dieses Studiums machte Blumauer die Bekanntschaft von [[Joseph von Sonnenfels]], der ihm auch verschiedene Anstellungen als Hauslehrer vermittelte. Noch ungesichert ist, ob Blumauer sein Studium abschloss. Bereits als Student hatte Blumauer als Schriftsteller debütiert und wurde von der Kritik mit [[Karl Mastalier]] und [[Michael Denis]] verglichen. Nach eigenen Aussagen versuchte Blumauer in seiner Lyrik anfangs eher [[Gottfried August Bürger]] zu imitieren, als Mastalier, Denis oder andere zu übertrumpfen. Der Direktor der Hofbibliothek, Baron [[Gottfried van Swieten]], wurde auf ihn aufmerksam und verschaffte Blumauer 1780 eine Anstellung in den Magazinen der Hofbibliothek.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Blumauer.jpg|mini|Stammbuchblatt mit Silhouette]]&lt;br /&gt;
Blumauers Freund Sonnenfels stellte ihm den Schriftsteller [[Joseph Franz von Ratschky]] vor, mit dem Blumauer dann in den Jahren 1781 bis 1794 den &amp;#039;&amp;#039;Wiener [[Musen-Almanach|Musenalmanach]]&amp;#039;&amp;#039; herausgab. Mit diesem Almanach, den Ratschky 1777 begründet hatte, wurde die Tradition der Pariser &amp;#039;&amp;#039;Almancs des muses&amp;#039;&amp;#039; in Wien fortgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sein Gönner van Swieten 1782 auf Anordnung Kaiser [[Joseph II.|Josephs II.]] die &amp;#039;&amp;#039;Censur-Commission&amp;#039;&amp;#039; reformierte, berief er Blumauer zum &amp;#039;&amp;#039;k. k. Bücher-[[Zensur (Informationskontrolle)|Zensor]]&amp;#039;&amp;#039;; er blieb in dieser Position bis 1793. Da diese Behörde nur sehr halbherzig arbeitete, hatte Blumauer genügend Zeit für seine eigenen literarischen Arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] &amp;#039;&amp;#039;[[Götz von Berlichingen (Goethe)|Götz von Berlichingen]]&amp;#039;&amp;#039; war die Thematik des Ritterdramas in Mode und so konnte Blumauer im November 1780 sein einziges Drama &amp;#039;&amp;#039;Erwine von Steinheim&amp;#039;&amp;#039;, am k.k. [[Burgtheater|Nationaltheater]] zur Aufführung bringen. Die Premiere war ein sehr großer Erfolg und wurde von der offiziellen Kritik wie auch vom Publikum begeistert gefeiert. Der Stil des Stückes erinnert durchaus an den des [[Sturm und Drang]], obwohl Blumauer dies immer abgestritten hatte, da er kein Freund dieser Richtung war. Mit Bezug auf [[Gustav Gugitz (Heimatforscher)|Gustav Gugitz]] sprach [[Ernst Wangermann]] dementsprechend von einem spezifisch &amp;#039;&amp;#039;österreichischen&amp;#039;&amp;#039; [[Sturm und Drang (Begriffsklärung)|Sturm und Drang]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;The Austrian Achievement 1700 – 1800&amp;#039;&amp;#039;. London 1973, S. 147f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freimaurer ===&lt;br /&gt;
1781 wurde Blumauer [[Freimaurerei|Freimaurer]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Holtorf: &amp;#039;&amp;#039;Die Logen der Freimaurer&amp;#039;&amp;#039;, Nikol Verlags GmbH, Hamburg ISBN 3-930656-58-2, S. 140&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Vordenker der Aufklärung|Aufklärer]] trat der im selben Jahr gegründeten Wiener Loge &amp;#039;&amp;#039;[[Zur wahren Eintracht]]&amp;#039;&amp;#039; bei, welche ab 1782 von [[Ignaz von Born]] als [[Meister vom Stuhl]] geleitet wurde. Blumauers Logenbrüder waren u. a. seine Schriftsteller-Kollegen [[Johann Baptist von Alxinger]], [[Tobias Gebler]], [[Gottlieb Leon]] (1757–1830), Joseph Franz von Ratschky, [[Joseph von Retzer]] (1754–1824) und Joseph von Sonnenfels; allesamt dem [[Illuminatenorden]] angehörend, wie auch Blumauer selbst unter dem Ordensnamen &amp;#039;Hermionius&amp;#039;, wobei der Zeitpunkt seiner Mitgliedsaufnahme unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Redakteur – Lyriker – Dramatiker ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Blumauer, Virgils Aeneis travestiert, vol. 1 (Vienna 1784), title page.jpg|mini|Titelseite von Band 1 der Erstausgabe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Blumauer, Virgils Aeneis travestiert, vol. 2 (Vienna 1785), title page.jpg|mini|Titelseite von Band 2 der Erstausgabe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Blumauer, Virgils Aeneis travestiert, vol. 3 (Vienna 1788), title page.jpg|mini|Titelseite von Band 3 der Erstausgabe]]&lt;br /&gt;
Zwischen 1782 und 1784 war Blumauer der Chefredakteur der &amp;#039;&amp;#039;[[Wiener Realzeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, in welcher [[Aufklärung|aufklärerische]], fast schon revolutionäre Ideen publiziert wurden. Diese Zeit war auch seine schöpferischste; u. a. entstand da sein – heute noch gelesenes – Werk &amp;#039;&amp;#039;Virgils Aeneis, travestiert&amp;#039;&amp;#039;. Im selben Jahr veröffentlichte er auch seinen ersten Gedichtband, der ebenfalls sehr erfolgreich war und mehrere Auflagen erlebte. Blumauers &amp;#039;&amp;#039;Aeneis&amp;#039;&amp;#039; wurde begeistert gelesen und auch gleich in viele europäische Sprachen übersetzt. Gerade bei diesem Werk bemerkt man Blumauers große Vorbilder auf dem Gebiet der [[Parodie]] und [[Travestie (Literatur)|Travestie]]. &amp;#039;&amp;#039;Le Virgile travesty en vers burlesques&amp;#039;&amp;#039; ([[Paul Scarron]]), &amp;#039;&amp;#039;Pucelle d&amp;#039;Orleans&amp;#039;&amp;#039; ([[Voltaire]]) und auch &amp;#039;&amp;#039;Rape of locks&amp;#039;&amp;#039; ([[Alexander Pope]]) wären hier zu nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1784 und 1786 betreute Blumauer die Zeitschrift seiner Loge &amp;#039;&amp;#039;Zur wahren Eintracht&amp;#039;&amp;#039;. Durch diese Tätigkeit wurde ihm in den Jahren 1787 bis 1789 immer wieder unterstellt, als [[Herausgeber]] des Wochenblatts &amp;#039;&amp;#039;Die Schwarze Zeitung&amp;#039;&amp;#039; zu fungieren. 1786 war er auch der Loge &amp;#039;&amp;#039;[[Zur Wahrheit]]&amp;#039;&amp;#039; beigetreten und wurde Redakteur des Wiener &amp;#039;&amp;#039;Journal für Freymaurer&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz im Sinne der Reformen des [[Aufgeklärter Absolutismus|aufgeklärten Monarchen]] Kaiser Josef II. trat Blumauer in seiner &amp;#039;&amp;#039;Aeneis&amp;#039;&amp;#039; gegen die weltliche Macht der Kirche auf und forderte deren Erneuerung. Viele Anachronismen und Anspielungen auf damalige österreichische Zustände sind in dem Werk zu finden. Goethe soll sich, aber erst nach dem Tode Blumauers, über dessen &amp;#039;&amp;#039;Aeneis&amp;#039;&amp;#039; sehr abfällig geäußert haben, was auch daran liegen mag, dass Blumauer sich mit Goethe insofern anlegte, wie er dessen [[Die Leiden des jungen Werthers|Werther]] in der Hölle den Richtern vorführen lässt, die ihn dann dem Teufel übergeben:&lt;br /&gt;
: D’rauf wurde dem Triumvirat&lt;br /&gt;
:: Herr Werther vorgeführt,&lt;br /&gt;
: Und von dem höllischen Senat&lt;br /&gt;
:: Sehr scharf examiniert;&lt;br /&gt;
: Die Herr’n votierten d’rauf, und da&lt;br /&gt;
: Ward er bei unanimia&lt;br /&gt;
:: Dem Teufel übergeben.&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu anderen Dichtern dieser Zeit, welche das &amp;#039;&amp;#039;Hohe und Hehre&amp;#039;&amp;#039; in ihren Gedichten und Balladen besangen, haben Blumauers Gedichte eher prosaischere Titel, wie &amp;#039;&amp;#039;Ode an den Leibstuhl&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;An den Magen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;An die Langeweile&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Lob des Flohs&amp;#039;&amp;#039; und vieles mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich seines Aufenthaltes in Wien erteilte Papst [[Pius VI.]] am Ostersonntag, dem 31. März 1782, vom Balkon der „Kirche am Hof“ den anwesenden Menschen seinen Segen. Blumauer, der sich auch dort aufhielt, nahm dabei seinen Hut nicht ab und rechtfertigte sich – darauf angesprochen – mit dem [[Bonmot]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ist der Segen gut, so geht er durch den Hut.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mozart und Blumauer ===&lt;br /&gt;
Mit seinem Zeitgenossen [[Wolfgang Amadeus Mozart]] hatte Blumauer einige Berührungspunkte. Mozart unterrichtete für einige Zeit die Ehefrau des Hofbuchdruckers und Verlegers [[Thomas von Trattner]] und Blumauer prangerte in seinen Schriften (speziell seinem &amp;#039;&amp;#039;Aeneas&amp;#039;&amp;#039;) Trattner als Raubdrucker an, der dieser auch war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blumauer und Mozart lernten einander wahrscheinlich bei Thomas von Trattner kennen. Nach heutigem Forschungsstand (2007) beschränkte sich aber ihre Zusammenarbeit nur auf &amp;#039;&amp;#039;Das Lied der Freiheit&amp;#039;&amp;#039;, bei dem Blumauer den Text und Mozart die Melodie beisteuerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Helmut Perl]] verweist auf thematische Parallelen zwischen Blumauers religionskritischer Lyrik und Taminas Gewissensnöten in der Oper &amp;#039;&amp;#039;Die Zauberflöte&amp;#039;&amp;#039;: „Nach Constanze Nissen war (sein Logenbruder) Alois Blumauer Mozarts Lieblingsdichter.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |DOI=10.1163/9789004337862_lgbo_com_011037 |Titel=Atlantis Musikbuch-Verlag }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krankheit – Reisen – Buchhändler ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 1785 heiratete Blumauers große Liebe Mimi, die Tochter [[Ignaz von Born]]s, nicht ihn, sondern einen italienischen Adeligen. Im selben Jahr gab Kaiser Joseph II. das Handbillett heraus, das die Freimaurergilden verpflichtete, sich registrieren zu lassen. In der Folgezeit erkrankte er an schwerer [[Herzinsuffizienz|Wassersucht]] und war dem Tode nahe. Nur dank der Hilfe zweier befreundeter Ärzte (er war unter anderem mit dem Chirurgen [[Johann Nepomuk Hunczovksy]] befreundet&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg Fischer (Mediziner)|Georg Fischer]]: &amp;#039;&amp;#039;Chirurgie vor 100 Jahren. Historische Studie.&amp;#039;&amp;#039; Gewidmet der [[Deutsche Gesellschaft für Chirurgie|Deutschen Gesellschaft für Chirurgie]]. Verlag von F. C. W. Vogel, Leipzig 1876, S. 224.&amp;lt;/ref&amp;gt;) überlebte er. Ab diesem Zeitpunkt begann er zu [[resignieren]] und sich aus allen Ämtern und Funktionen zurückzuziehen, auch sein politischer Kampfeswille erlosch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Jahre später, einigermaßen genesen, unternahm Blumauer eine Reise nach [[Berlin]] und [[Weimar]], um [[Christoph Martin Wieland]] und [[Friedrich Justin Bertuch]] zu besuchen. Beide verehrte er sehr und wollte sie persönlich kennenlernen. Man kann annehmen, dass Wieland Blumauer ebenfalls geschätzt hat, da jener sich – nach eigenen Aussagen – freute, diesen im nächsten Jahr wiederzusehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tod von Kaiser [[Joseph II.]] brachte Veränderungen in vielerlei Hinsicht mit sich. 1793 verließ Blumauer den Staatsdienst und übernahm die Gräffersche Buchhandlung, an der er seit 1787 beteiligt war. Ab dieser Zeit veröffentlichte er fast nur noch Bibliographien und Bücherverzeichnisse; seine große Zeit der Parodien war vorbei. Mit seiner Buchhandlung wie auch mit dem angeschlossenen Verlag ging er in [[Insolvenz|Konkurs]]. Da es zu dieser Zeit auch noch keine rechtliche Absicherung des geistigen Eigentums gab, entgingen ihm die durch Nachdrucke fälligen Tantiemen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als unter Kaiser [[Franz II. (HRR)|Franz II.]] 1794 die Verfolgung der [[Vordenker der Aufklärung|Aufklärer]] begann, die als „Wiener [[Jakobiner]]“ verschrien wurden, wurde auch Blumauer kurzfristig verhaftet und verhört. In Wien wurden im Juli 1794 rund 30 Personen, allesamt ehemalige Kollegen, Logenbrüder oder Freunde Blumauers, wegen angeblicher revolutionärer Verschwörung gegen den Kaiser verhaftet. Im Gegensatz zu vielen seiner Freunde kam Blumauer jedoch – aus Mangel an (meist fiktiven) Beweisen – frei. Andere wurden zu langjährigen Haftstrafen (wie [[Andreas Freiherr von Riedel|Andreas Riedel]]) oder (wie [[Franz Hebenstreit]]) zum Tode verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alter von 42 Jahren starb Aloys Blumauer am 16. März 1798 in Wien an [[Tuberkulose|Lungenschwindsucht]]. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von St. Marx.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Posthume Ehrungen ==&lt;br /&gt;
Am 21.&amp;amp;nbsp;Dezember 1863 brachte der Steyrer [[Steyrer MGV Sängerlust|Männergesangsverein „Kränzchen“]] am Geburtshaus eine Gedenktafel an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GB&amp;quot;/&amp;gt; Im Jahr 1874 wurde in Wien-[[Leopoldstadt]] (2. Bezirk) die &amp;#039;&amp;#039;Blumauergasse&amp;#039;&amp;#039; nach ihm benannt und 1880 die Blumauergasse in Steyr.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.steyr.at/Strassennamen_B_10 Die Straßennamen Steyrs: B], aufgerufen am 8. April 2019 (Steyrer Blumauergasse)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkung ==&lt;br /&gt;
Der Literaturhistoriker [[Friedrich Wilhelm Ebeling]] lobte 1869 in seiner &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der komischen Literatur&amp;#039;&amp;#039; Blumauer und dessen Aeneis-Travestie und bezeichnete sie als einen der besten Texte in der komischen Literatur Deutschlands. Fast 130 Jahre später schreibt [[Klaus Dürrschmid]] 1997 in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Literatur und Kritik]]&amp;#039;&amp;#039;: „… Aloys Blumauer kann gesichert als einer der wichtigsten Schriftsteller Österreichs im ausgehenden 18. Jahrhundert bezeichnet werden. Wir können mit [[Franz Grillparzer]], der in seiner Jugend ein großer Freund und auch Nachahmer der Werke von Aloys Blumauer war, durchaus übereinstimmen: ‚Dieses Mannes Werk ist vielleicht das Beste, was je in dem Gebiet der [[Parodie]] emporgeblüht ist‘…“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Meyers Konversations-Lexikon]] würdigt in seiner vierten Auflage (1888–1890) Blumauers Schaffen zusammenfassend: „Sehr beliebt war einst seine Travestie von Vergils Äneide: &amp;#039;&amp;#039;Abenteuer des frommen Helden Äneas&amp;#039;&amp;#039; (Wien 1784, oft aufgelegt; mit Anmerkungen und Einleitung hrsg. von Grisebach, Leipz. 1872), deren komische Kraft in dem Gegensatz der modernen Verhältnisse zu denen des Altertums und in der scharfen [[Satire]] gegen die Auswüchse der [[Moderne|modernen]] Bildung liegt. Derselbe burleske, auch das Rohe und Plumpe nicht scheuende Humor, der dieses Werk auszeichnet, geht als Hauptzug auch durch die übrigen lyrischen und erzählenden Gedichte Blumauers, die aber nicht selten ganz ins Triviale ausarten; nur wenige sind ernst und würdig gehalten.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung Blumauers war in der ungarischen Literatur offenbar stärker. So war seine Popularität bei [[Mihály Csokonai Vitéz]] und anderen Zeitgenossen so groß, dass sie seinem Einfluss unterlagen. Noch [[János Arany]] sucht in Blumauers Texten nach Musterbeispielen.&lt;br /&gt;
Quelle: [[Domokos Mátyás]]: Klasszikus német költők; Európa. (Bp., 1977)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Freimaurergedichte&amp;#039;&amp;#039;. Wien 1786&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johann Lorenz Schmidmer|J. L. Schmidmer]] (1779-1831): &amp;#039;&amp;#039;Verzeichniß der Sammlung der Bücher, Oelgemälde, Kupferstiche, Wasser- und Email=Malereien, ... des zu Nürnberg verstorbenen Herrn Oberpostmeisters Schustern welche ...,&amp;#039;&amp;#039; [http://books.google.de/books?id=w7RFAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PP5&amp;amp;lpg=PP5&amp;amp;dq=n%C3%BCrnberg++i.+l.+schmidmer&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=5u0jfINVS2&amp;amp;sig=MrC9FXbhnQAAOHrozjvWRE8Xvuk&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=p2K1U_vvLKWh4gT2zYHYBQ&amp;amp;ved=0CCUQ6AEwAg#v=onepage&amp;amp;q=n%C3%BCrnberg%20%20i.%20l.%20schmidmer&amp;amp;f=false S. 6, Position 130.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werkausgaben ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Aloys Blumauers gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; 3 Bände, Scheible, Stuttgart 1839&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monographien ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Beobachtungen über Österreichs Aufklärung und Litteratur&amp;#039;&amp;#039;, Geyer, Wien 1970&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Catalogue raissonné des livres rares et prétieux qui se trouvent chez Blumauer&amp;#039;&amp;#039;, Selbstverlag, Wien 1797&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lob des Flohs. Ausgewählte Gedichte&amp;#039;&amp;#039;, Hrsg./Nachwort Michael Serrer, Edition XIM Virgines, Düsseldorf 2001, ISBN 3-934268-12-9&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Virgils Aeneis, travestiert&amp;#039;&amp;#039;, Edition Praesens, Wien 2005, ISBN 3-7069-0347-4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeitschriften ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wienerischer Musenalmanach&amp;#039;&amp;#039;, Gräffer, Wien 1775–1785&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wiener Musen-Almanach&amp;#039;&amp;#039;, Blumauer, Wien 1786–1796, [1797 nicht ersch.], 1802–1803&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Neuer Wiener Musen-Almanach&amp;#039;&amp;#039;, Schaumburger, Wien 1798, [1799 nicht ersch.], 1800–1801&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{BLKÖ|Blumauer, Alois|01|436|444|}}&lt;br /&gt;
* {{ADB|2|741|744|Blumauer, Alois|Karl Weiß|ADB:Blumauer, Alois}}&lt;br /&gt;
* [[Paul von Hofmann-Wellenhof]]: &amp;#039;&amp;#039;Alois Blumauer. Literarhistorische Skizze aus dem Zeitalter der Aufklärung.&amp;#039;&amp;#039; Konegen, Wien 1885.&lt;br /&gt;
* [[Felix Bobertag]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;G. Chr. Lichtenberg, Th. G. von Hippel und A. Blumauer.&amp;#039;&amp;#039; Sansyusya, Tokio 1974 (Repr. d. Ausg. Berlin 1890).&lt;br /&gt;
* [[Hermine Cloeter]]: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Gestern und Heute. Wanderungen durch Wien und den Wienerwald.&amp;#039;&amp;#039; Schroll, Wien 1918.&lt;br /&gt;
* {{NDB|2|326|327|Blumauer, Alois|Gustav Gugitz|118511963}}&lt;br /&gt;
* [[Nikolaus Britz]]: &amp;#039;&amp;#039;Aloys Blumauer und Wien. Kleiner literarischer Stadtführer.&amp;#039;&amp;#039; Bohmann, Wien 1968.&lt;br /&gt;
* [[Barbara Becker-Cantarino]]: &amp;#039;&amp;#039;Aloys Blumauer and the literature of Austrian enlightment.&amp;#039;&amp;#039; Lang, Bern 1973, ISBN 3-261-01270-6.&lt;br /&gt;
* Edith Rosenstrauch-Königsberg: &amp;#039;&amp;#039;Freimaurerei im josephinischen Wien. Aloys Blumauers Weg vom Jesuiten zum Jakobiner.&amp;#039;&amp;#039; Braumüller, Wien 1975, ISBN 3-7003-0088-3.&lt;br /&gt;
* [[Peter Kraft (Autor)|Peter Kraft]]: Zollte der Natur den Tribut. Über den verjährten Bestseller-Ruhm des aufklärerischen Schriftstellers Aloys Blumauer aus Steyrt, in: linz aktiv, Heft 56, Linz, 1975, S XXX-XXXIII&lt;br /&gt;
* Hermann Schüttler: &amp;#039;&amp;#039;Die Mitglieder des Illuminatenordens 1776-1783/93.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Ars Una, München 1991, ISBN 3-89391-018-2.&lt;br /&gt;
* Helmut Perl: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Mozart. Aussagen über ein mißverstandenes Genie.&amp;#039;&amp;#039; Atlantis-Musikverlag, Mainz 2005, ISBN 3-254-00266-0.&lt;br /&gt;
* Ludwig Pullirsch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aloys Blumauer, ein vergessener österreichischer Dichter.&amp;#039;&amp;#039; Denkmayer, Linz 2005, ISBN 3-902488-21-2.&lt;br /&gt;
* [[Franz M. Eybl]], Johannes Frimmel, [[Wynfrid Kriegleder]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aloys Blumauer und seine Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Winkler, Bochum 2007, ISBN 978-3-89911-077-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Aloys Blumauer}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118511963}}&lt;br /&gt;
* [http://gso.gbv.de/DB=2.1/CMD?ACT=SRCHA&amp;amp;IKT=1016&amp;amp;SRT=YOP&amp;amp;TRM=Blumauer%2C+Aloys Literatur von und über Blumauer im Verbundkatalog GBV]&lt;br /&gt;
* {{Zeno-Autor|Literatur/M/Blumauer,+Aloys}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20070929092816/http://homepage.boku.ac.at/duerr/Blumauer.pdf Kurzbiographie mit Literaturangaben] (PDF-Datei; 86 kB)&lt;br /&gt;
* [http://www.erlangerliste.de/parodie/blumauer.html Kurzbiographie und Textauszüge aus &amp;#039;&amp;#039;Virgils Aeneis travestirt&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* {{Austriaforum|AEIOU/Blumauer,_Aloys}}&lt;br /&gt;
* [http://www.tripota.uni-trier.de/single_picture.php?signatur=121_port_0311 Tripota – Trierer Porträtdatenbank]&lt;br /&gt;
* [http://www.stifter-haus.at/lib/publication_read.php?articleID=156 Eintrag zu Aloys Blumauer von Franz Eybl für die OÖ Literaturgeschichte des StifterHauses]&lt;br /&gt;
* {{PGDA|blumauer|Aloys Blumauer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118511963|LCCN=n50009081|VIAF=206834762|NDL=00745336}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Blumauer, Aloys}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Drama]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (18. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufklärer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freimaurer (18. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freimaurer (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Illuminat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Steyr)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1755]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1798]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Blumauer, Aloys&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Blumauer, Alois&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Schriftsteller&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=21. Dezember 1755&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Steyr]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=16. März 1798&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Wien]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wittiko</name></author>
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