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	<title>Alienabilität - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-18T05:54:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Alienabilit%C3%A4t&amp;diff=570591&amp;oldid=prev</id>
		<title>62.240.134.102: /* Besitzartanzeige außerhalb einer Nominalgruppe */</title>
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		<updated>2023-12-27T17:17:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Besitzartanzeige außerhalb einer Nominalgruppe&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Possessor|Für den Film siehe [[Possessor (Film)]]. Zum römischen Ritter der Kaiserzeit siehe [[Sextus Iulius Possessor]].}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alienabilität&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von {{enS|alienable|de=veräußerbar}})&amp;lt;!-- bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nichtorganische Possessivität&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; --&amp;gt; ist eine in vielen [[Sprache]]n gebräuchliche Unterscheidung zwischen veräußerbarem (alienablem bzw. nichtorganisch possessivem) und unveräußerlichem (inalienablem bzw. organisch possessivem) Besitz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der besessene Gegenstand wird als &amp;#039;&amp;#039;Possessum&amp;#039;&amp;#039; (von {{laS|possideo, possido|de=besitzen, in Besitz nehmen}}), der Besitzer als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Possessor&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Der Besitz ist die &amp;#039;&amp;#039;Possession&amp;#039;&amp;#039;. Inalienabel sind meist Körperteile, Raumteile und Verwandtschaftsbezeichnungen. [[Lucien Lévy-Bruhl]] hat diese Unterscheidung eingeführt. [[Hansjakob Seiler]] bezeichnet die inalienable Beziehung als [[Relation (Philosophie)|relational]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besitzartanzeige außerhalb einer Nominalgruppe ==&lt;br /&gt;
Viele [[indogermanische Sprachen]] haben die Möglichkeit, die Unveräußerlichkeit von Gegenständen durch externe Possessoren anzuzeigen. Das Deutsche bringt die Unveräußerlichkeit durch ein [[Dativ]]objekt zu Ausdruck. Veräußerlichte Gegenstände werden hingegen „intern“ innerhalb einer [[Nominalgruppe]] durch einen [[Genitiv]] oder durch ein [[Demonstrativpronomen]] zum Ausdruck gebracht. Der Nachteil dieses Konzeptes ist, dass bei Sätzen ohne indirekte Objektergänzung die Beschreibung der Alienabilität nicht möglich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für externe Possessoren:&lt;br /&gt;
* „Hans schnitt &amp;#039;&amp;#039;ihm&amp;#039;&amp;#039; die Haare.“ → Die Haare sind als Teil seines Körpers unveräußerlich.&lt;br /&gt;
* „Er putzt &amp;#039;&amp;#039;dem Kind&amp;#039;&amp;#039; die Nase.“ → Die Nase ist als Körperteil unveräußerlich.&lt;br /&gt;
* Unzulässig wäre: „Hans schnitt &amp;#039;&amp;#039;seine Haare&amp;#039;&amp;#039;.“ oder „Er putzt die Nase &amp;#039;&amp;#039;des Kindes&amp;#039;&amp;#039;.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für interne Possessoren:&lt;br /&gt;
* „Er putzt die Fenster &amp;#039;&amp;#039;seines Hauses&amp;#039;&amp;#039;.“ → Ein Fenster ist als eine Sache veräußerlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Falsch wäre deshalb einen externen Possessor zu setzen: „Er putzt &amp;#039;&amp;#039;dem Haus&amp;#039;&amp;#039; die Fenster.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Keltische Sprachen]], aber auch das [[Englische Sprache|Englische]] kennen diese [[Semantik|semantische]] Unterscheidung nicht. Im Englischen muss der Besitz stets innerhalb einer Nominalgruppe durch ein Demonstrativpronomen oder durch einen Genitiv oder eine [[Präpositionalkonstruktion]] beschrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* „Hans cuts &amp;#039;&amp;#039;his&amp;#039;&amp;#039; hair.“ Falsch wäre: „Hans cuts &amp;#039;&amp;#039;him&amp;#039;&amp;#039; the hair.“&lt;br /&gt;
* „He has cleaned the windows &amp;#039;&amp;#039;of his house&amp;#039;&amp;#039;.“ Nicht richtig wäre: „He has cleaned &amp;#039;&amp;#039;the house&amp;#039;&amp;#039; the windows.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Verlust des externen Possessors ist bei den keltischen Sprachen möglicherweise auf ein semitisches [[Substrat (Linguistik)|Substrat]] zurückzuführen (→&amp;amp;nbsp;[[atlantische Semitiden]]), welches auf den Einfluss der [[Phönizier]] zurückgehen könnte. Das keltische [[Superstrat (Linguistik)|Superstrat]] wurde seinerseits durch die Germanisierung der britischen Inseln durch die Sachsen, Jüten und Angeln zum Substrat des Angelsächsischen, wodurch sich der Verlust des externen Possessors auf das Englische vererbte. Allerdings existiert im aktuellen britischen Englisch die Tendenz, die Alienabilität eines Possessums durch den Kontrast von &amp;#039;&amp;#039;have got&amp;#039;&amp;#039; (kontrastiert gegen inalienable Possessums als Objekte von &amp;#039;&amp;#039;have&amp;#039;&amp;#039;) auszudrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Sali Tagliamonte: &amp;#039;&amp;#039;Every place has a different toll&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Determinants of Grammatical Variation in English&amp;#039;&amp;#039;. Rohdenburg&amp;amp;Mondorf. De Gruyter 2003. Außerdem Martiny 2016.&amp;lt;!-- Soso. Und wer oder was soll nun ein „Martiny 2016“ sein? --&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Sätzen ohne indirekte Objektergänzung ist eine Beschreibung der Alienabilität nicht möglich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* „Er hat nur einen Arm.“ (inalienabel)&lt;br /&gt;
* „Er hat nur ein Auto.“ (alienabel)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besitzartanzeige innerhalb einer Nominalgruppe ==&lt;br /&gt;
Die [[Mande-Sprachen]] unterscheiden z.&amp;amp;nbsp;B. innerhalb einer Nominalgruppe veräußerlichen und unveräußerlichen Besitz [[Syntax|syntaktisch]] durch das Setzen des besitzartanzeigenden Wortes &amp;#039;&amp;#039;ká&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* alienabel: &amp;#039;&amp;#039;ní ká só&amp;#039;&amp;#039; („mein Haus“)&lt;br /&gt;
* inalienabel: &amp;#039;&amp;#039;ní fà&amp;#039;&amp;#039; („mein Vater“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Hochchinesisch]]e verwendet für Besitzverhältnisse die Partikel &amp;#039;&amp;#039;de&amp;#039;&amp;#039; 的. Bei inalienablem Besitz wird sie meist weggelassen&amp;lt;ref&amp;gt;C.-T. James Huang: &amp;#039;&amp;#039;Logical Relations in Chinese and the Theory of Grammar&amp;#039;&amp;#039;. Taylor &amp;amp; Francis, 1998, ISBN 0-8153-3136-3, S. 66, 247, 366.&amp;lt;br /&amp;gt;Gregor Kneussel: &amp;#039;&amp;#039;Grammatik des modernen Chinesisch&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing 2007, ISBN 978-7-119-04262-6, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. ist optional, während sie bei alienablem Besitz obligatorisch ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* alienabel: &amp;#039;&amp;#039;wǒ de fángzi&amp;#039;&amp;#039; 我的房子 („mein Haus“)&lt;br /&gt;
* inalienabel: &amp;#039;&amp;#039;wǒ fùqīn&amp;#039;&amp;#039; 我父亲 („mein Vater“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Europäische Sprachen kennen die Art der Unterscheidung mittels besitzartanzeigenden Possessivausdrücken innerhalb einer Nominalgruppe nicht. Deshalb kann „mein Bild“ sowohl im Sinne von „ich besitze ein Bild“ (alienabel), als auch im Sinne von „ich habe ein Bild gemalt“ (inalienabel) verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorteil der besitzartanzeigenden Possessivausdrücke innerhalb einer Nominalgruppe besteht darin, dass die Veräußerlichkeit auch in Sätzen ohne indirekte [[Objekt (Grammatik)|Objektergänzung]] erkennbar gemacht werden kann. Im Deutschen bezeichnen possessive Verben wie „haben“ oder „gehören“ ein Besitzverhältnis und können damit sowohl die organisch possessive Variante als auch das nichtorganisch possessive Gegenteil meinen. Im Deutschen bleibt somit die possessive Relation syntaktisch unausgedrückt und muss semantisch erschlossen werden:&lt;br /&gt;
* „Maria gehört ein Boot.“ – „Peter besitzt einen Schrank.“ (alienabel)&lt;br /&gt;
* „Magda hat einen Sohn.“ – „Karl hat ein Magengeschwür.“ – „Heike hat braune Augen.“ (inalienabel)&lt;br /&gt;
* „Meine Damen und Herren.“ – „Ich kenne ihren Bruder.“ – „Die Enkel des Nachbarn.“ – „Mein Bauch gehört mir!“ (inalienabel)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besitzartanzeige durch Subjektverdopplung ==&lt;br /&gt;
In einigen asiatischen Sprachen wird die Unveräußerlichkeit des Besitzes durch eine Verdopplung des Subjekts ausgedrückt, dass das unveräußerliche Objekt syntaktisch als Subjekt dargestellt wird. Das gilt z.&amp;amp;nbsp;B. für die [[Chinesische Sprachen|chinesischen Sprachen]], die [[japanische Sprache]]n und die [[koreanische Sprache]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel:&lt;br /&gt;
* Deutsch: „&amp;#039;&amp;#039;Ihm&amp;#039;&amp;#039; schmerzt der Kopf.“&lt;br /&gt;
* Chinesisch: „Er &amp;#039;&amp;#039;Kopf&amp;#039;&amp;#039; schmerzt.“ &amp;#039;&amp;#039;(Ta tóu téng.)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernd Heine: &amp;#039;&amp;#039;Possession. Cognitive sources, forces, and grammaticalization&amp;#039;&amp;#039;. 1997.&lt;br /&gt;
* [[Hansjakob Seiler]]: &amp;#039;&amp;#039;Possession as an Operational Domain of Language&amp;#039;&amp;#039;. 1983.&lt;br /&gt;
* H. Chappell und W. McGregor: &amp;#039;&amp;#039;The Grammar of Inalienability&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1995.&lt;br /&gt;
* [[Helmut Glück]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metzler-Lexikon Sprache&amp;#039;&amp;#039;. 2000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Nourelhoda Elkady: [http://d-nb.info/961113065/34 &amp;#039;&amp;#039;Ausdrucksweisen der Possessivität im Deutschen und im Arabischen&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 1,25&amp;amp;nbsp;MB; 264 Seiten), [[Dissertation]] der [[Universität Siegen]] ([[Deutsche Nationalbibliothek|DNB]])&lt;br /&gt;
* Ekkehard König: [http://www.elfenbeinturm.net/archiv/2001/lern3.html &amp;#039;&amp;#039;Wie sich in der Vielfalt Einheit zeigt&amp;#039;&amp;#039;], [[Freie Universität Berlin|FU Berlin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Alienabilitat}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theoretische Linguistik]]&lt;/div&gt;</summary>
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