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	<title>Alfred Streim - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-30T22:08:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Aka: https</title>
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		<updated>2021-02-07T20:25:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alfred Streim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[1. Januar]] [[1932]] in [[Neu-Isenburg]]; † [[17. August]] [[1996]] in [[Heilbronn]]) war ein deutscher [[Staatsanwalt]]. Seit 1963 arbeitete er als Ermittler, ab 1984 als Leiter der [[Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen|Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen]] in [[Ludwigsburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Streim war nach dem Studium der [[Rechtswissenschaft|Rechts-]] und [[Staatswissenschaften]] 1952 bis 1956 an der [[Universität Hamburg]] und dem 2. Staatsexamen als [[Richter auf Probe|Gerichtsassessor]] und Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Hamburg tätig, ehe er 1963 zur &amp;#039;&amp;#039;Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltung zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen&amp;#039;&amp;#039; in Ludwigsburg abgeordnet wurde. 1966 wurde er dort Abteilungsleiter, 1975 als [[Oberstaatsanwalt]] stellvertretender Leiter und 1984 als Nachfolger [[Adalbert Rückerl]]s Leiter der Zentralen Stelle. Streim führte während seiner drei Jahrzehnte währenden Tätigkeit in Ludwigsburg mehrere Tausend Vorermittlungen gegen mutmaßliche Täter in der [[Zeit des Nationalsozialismus]] durch. Seine Ermittlungsergebnisse trugen insbesondere auch zur Enttarnung von [[Schutzstaffel|SS-Tätern]] des in Polen gelegenen [[Vernichtungslager Majdanek|Vernichtungslagers Majdanek]] bei, wofür er eine hohe polnische Auszeichnung erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Frage der [[Strafverfolgung]] von [[Verbrechen der Wehrmacht]] positionierte Streim sich 1995 als Kritiker und bemängelte, dass es trotz „über 1000 [[Ermittlungsverfahren]] gegen eine Vielzahl von Angehörigen der ehemaligen [[Wehrmacht]], insbesondere des [[Heer (Wehrmacht)|Heeres]], die auf Initiative der Zentralen Stelle von den Strafverfolgungsbehörden eingeleitet wurden, in keinem Fall zu einer Anklage gekommen“ ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Streim: &amp;#039;&amp;#039;Saubere Wehrmacht? Die Verfolgung von Kriegs- und NS-Verbrechen in der Bundesrepublik und der DDR&amp;#039;&amp;#039;, in: Hannes Heer u. Klaus Naumann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944&amp;#039;&amp;#039;. Hamburger Edition, Hamburg 1995, S. 578; siehe auch Wolfram Wette: &amp;#039;&amp;#039;Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 2005, S. 239 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei seien die Gründe für die [[Einstellung des Strafverfahrens (Deutschland)|Einstellung]] der Verfahren „nur teilweise nachzuvollziehen gewesen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Streim: &amp;#039;&amp;#039;Saubere Wehrmacht? Die Verfolgung von Kriegs- und NS-Verbrechen in der Bundesrepublik und der DDR&amp;#039;&amp;#039;, S. 581.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die strafrechtliche Verfolgung von Verbrechen durch Wehrmachtsangehörige sei „insbesondere aus politischen Gründen unterblieben“.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Streim: &amp;#039;&amp;#039;Saubere Wehrmacht? Die Verfolgung von Kriegs- und NS-Verbrechen in der Bundesrepublik und der DDR&amp;#039;&amp;#039;, S. 593.&amp;lt;/ref&amp;gt; Streim wandte sich während seiner gesamten Tätigkeit als auf NS-Verbrechen spezialisierter Staatsanwalt gegen eine [[Amnestie]] von Tätern oder Tendenzen, Ermittlungen wegen vermuteter Verjährung der Straftaten nicht aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschichtswissenschaftlich bedeutsam sind seine Forschungen zur Behandlung sowjetischer [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Kriegsgefangener]] im Gewahrsam der Wehrmacht und zur Frage, ob es beim deutschen [[Unternehmen Barbarossa|Überfall auf die Sowjetunion]] am 22. Juni 1941 einen expliziten Befehl [[Adolf Hitler]]s zur [[Holocaust|Judenvernichtung]] gegeben habe. Während Christian Streit in seiner [[Dissertation]] auf der Basis von Wehrmachtsakten von 3,3 Millionen in deutscher Kriegsgefangenschaft umgekommenen sowjetischen [[Rote Armee|Rotarmisten]] ausgeht,&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Streit: &amp;#039;&amp;#039;Keine Kameraden. Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941–1945.&amp;#039;&amp;#039; Verlag J.H.W. Dietz. Nachf., Bonn 1997 (zuerst Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1978), S. 10 u. S. 244.&amp;lt;/ref&amp;gt; schätzt Streim unter ergänzender Hinzuziehung von Prozessakten der Nachkriegszeit die Zahl der umgekommenen sowjetischen Kriegsgefangenen auf „mindestens 2.530.000“.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Streim: &amp;#039;&amp;#039;Die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener im „Fall Barbarossa“. Eine Dokumentation unter Berücksichtigung der Unterlagen deutscher Strafverfolgungsbehörden und der Materialien der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen&amp;#039;&amp;#039;. C.F. Müller Juristischer Verlag, Heidelberg u. Karlsruhe 1981, S. 244 ff. (Hervorhebung von „mindestens“ S. 246)&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Frage des Judenmords im [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Deutsch-Sowjetischen Krieg]] vertrat Streim gegen [[Helmut Krausnick]] gewandt die Auffassung, es habe vor dem 22. Juni 1941 keinen Mordbefehl Hitlers gegeben und die Täter seien nicht einfach als reine Befehlsempfänger zu betrachten.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Streim: &amp;#039;&amp;#039;Zur Eröffnung des allgemeinen Judenvernichtungsbefehls gegenüber den Einsatzgruppen&amp;#039;&amp;#039;, in: Eberhard Jäckel u. Jürgen Rohwer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch, München 1987, S. 107–119.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Historikerin [[Annette Weinke]] zufolge hat sich die „Krausnick-Streim-Kontroverse“ positiv auf die Entwicklung hin zu einem „Wissenstransfer zwischen Justiz und Historie“ ausgewirkt und dazu beigetragen, „ein deutlich höheres Bewusstsein für den historiographischen Wert der Ermittlungsunterlagen“ zu entwickeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Annette Weinke: &amp;#039;&amp;#039;Eine Gesellschaft ermittelt gegen sich selbst. Die Geschichte der Zentralen Stelle Ludwigsburg 1958–2008&amp;#039;&amp;#039; (Forschungsstelle Ludwigsburg; 13). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, S. 149–154, Zitat S. 154.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1990er Jahren bemühte sich Streim, nach dem absehbaren Ende der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen die mehr als 100.000 Untersuchungsakten in ein von ihm angestrebtes Ludwigsburger Institut zur Erforschung von NS-Gewaltverbrechen einzubringen, statt sie in das Bundesarchiv Koblenz zu überführen. Streim wollte die Forschungsunterlagen im Rahmen eines „Dokumentations- und Begegnungszentrums“ auch für die Öffentlichkeit nutzbar machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Heidrun Holzbach-Linsenmaier: [https://www.zeit.de/1996/50/Vergessen_erschweren &amp;#039;&amp;#039;Vergessen erschweren. Die NS-Fahndungsstelle soll historisches Institut werden&amp;#039;&amp;#039;], in: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit&amp;#039;&amp;#039; vom 6. Dezember 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alfred Streim verstarb 1996 nach einem Schlaganfall. Fünf Jahre nach seinem Tod kam es 2001 zur Gründung der [[Forschungsstelle Ludwigsburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener im „Fall Barbarossa“. Eine Dokumentation unter Berücksichtigung der Unterlagen deutscher Strafverfolgungsbehörden und der Materialien der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen&amp;#039;&amp;#039;. C.F. Müller Juristischer Verlag, Heidelberg u. Karlsruhe 1981, ISBN 3-8114-2281-2.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sowjetische Gefangene in Hitlers Vernichtungskrieg. Berichte und Dokumente 1941–1945&amp;#039;&amp;#039;. C.F. Müller Juristischer Verlag, Heidelberg u. Karlsruhe 1981, ISBN 3-8114-2482-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Eröffnung des allgemeinen Judenvernichtungsbefehls gegenüber den Einsatzgruppen&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Eberhard Jäckel]] u. [[Jürgen Rohwer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Mord an den Juden im Zweiten Weltkrieg. Entschlussbildung und Verwirklichung&amp;#039;&amp;#039;. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/Main 1987, ISBN 3-596-24380-7, S. 107–119.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Saubere Wehrmacht? Die Verfolgung von Kriegs- und NS-Verbrechen in der Bundesrepublik und der DDR&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Hannes Heer]] u. [[Klaus Naumann (Historiker)|Klaus Naumann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944&amp;#039;&amp;#039;. [[Hamburger Edition]], Hamburg 1995, ISBN 3-930908-04-2, S. 569–597.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Annette Weinke: &amp;#039;&amp;#039;Eine Gesellschaft ermittelt gegen sich selbst. Die Geschichte der Zentralen Stelle Ludwigsburg 1958–2008&amp;#039;&amp;#039; ([[Forschungsstelle Ludwigsburg]]; 13), Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-21950-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|172409845}}&lt;br /&gt;
* Heidrun Holzbach-Linsenmaier: [https://www.zeit.de/1996/50/Vergessen_erschweren &amp;#039;&amp;#039;Vergessen erschweren. Die NS-Fahndungsstelle soll historisches Institut werden&amp;#039;&amp;#039;], in: [[Die Zeit]] vom 6. Dezember 1996 (Porträt von Person und Arbeit Streims).&lt;br /&gt;
* Heiner Emde: [https://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-keine-siegerjustiz-in-nuernberg_aid_154891.html &amp;#039;&amp;#039;Keine Siegerjustiz in Nürnberg&amp;#039;&amp;#039;]. &amp;#039;&amp;#039;Der Ludwigsburger NS-Ermittler Alfred Streim über Motive der alliierten Ankläger 1945 und den Internationalen Gerichtshof 1995&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Focus]], 13. November 1995 (Interview)&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9157577.html &amp;#039;&amp;#039;Alfred Streim&amp;#039;&amp;#039;], in: [[Der Spiegel]] Nr. 7, 13. Februar 1995&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9086553.html &amp;#039;&amp;#039;Gestorben. Alfred Streim&amp;#039;&amp;#039;], in: Der Spiegel Nr. 35, 18. August 1996&lt;br /&gt;
* [https://www.nytimes.com/1996/08/21/world/alfred-streim-nazi-hunting-prosecutor-64.html &amp;#039;&amp;#039;Alfred Streim, Nazi-Hunting Prosecutor, 64&amp;#039;&amp;#039;], in: [[New York Times]], 21. August 1996&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=172409845|LCCN=n/82/33653|VIAF=110700418}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Streim, Alfred}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsanwalt (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaustforscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landsmannschafter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1932]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1996]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Behördenleiter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Streim, Alfred&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Staatsanwalt&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1. Januar 1932&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Neu-Isenburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. August 1996&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Heilbronn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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