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	<title>Alfred Seidl - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Schilderwaldmeister am 14. Februar 2026 um 13:49 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Grab Alfred Seidl.jpg|mini|Das Grab von Alfred Seidl im Familiengrab auf dem [[Nordfriedhof (München)]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alfred Seidl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[30. Januar]] [[1911]] in [[München]]; † [[25. November]] [[1993]] ebenda) war deutscher [[Jurist]], [[Politiker]] der [[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]] sowie zusammen mit [[Hellmut Diwald ]] und [[Alfred Schickel]] Gründer der [[Geschichtsrevisionismus|geschichtsrevisionistischen]] [[Zeitgeschichtliche Forschungsstelle Ingolstadt|Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt]]. Bekannt wurde er als Verteidiger von NS-Größen bzw. -Tätern bei den [[Nürnberger Prozesse]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Seidl legte 1935 nach einem Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der [[Ludwig-Maximilians-Universität München|Universität in München]] die Erste Juristische Staatsprüfung ab. Bis 1938 Assistent an der dortigen Universität, wurde er bei [[Edmund Mezger]] über &amp;#039;&amp;#039;Der Beginn der Straftat&amp;#039;&amp;#039; [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Das Werk versuchte das „[[Nationalsozialismus|nationalsozialistische]] Willensstrafrecht“ wissenschaftlich zu stützen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Der Fortschritt… ist vor allem darin zu sehen, daß der [[Wille]] … in den Vordergrund gerückt wird, und daß das Willensstrafrecht zum Ausgangspunkt der gesamten Strafrechtsreform gemacht worden ist. Bestraft wird im neuen Strafrecht nicht die Tat, nicht der zufällig eintretende äußere Erfolg, sondern der Wille des Täters.“ (S. 92) Seidl zitierte dafür ausführlich und positiv wertend [[Roland Freisler]]: „Mit erfreulicher Klarheit und Schärfe hebt Freisler hervor…“ (S. 97), „Richtig weist Freisler darauf hin&amp;amp;nbsp;…“ (S. 101).&amp;lt;ref&amp;gt;Zitate nach [[Gert Heidenreich]]: [https://www.zeit.de/1978/43/freiheit-im-freistaat &amp;#039;&amp;#039;Freiheit im Freistaat&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 43/1978.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut dem britischen Historiker [[Richard J. Evans]] kann an „Seidls nationalsozialistischen Überzeugungen […] kein Zweifel bestehen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard J. Evans: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und seine Verschwörungstheorien. Wer sie in die Welt gesetzt hat und wem sie nutzen.&amp;#039;&amp;#039; DVA, München 2021, S. 223&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der deutsche Historiker [[Manfred Görtemaker]] betont, dass Seidl dadurch, dass er in seiner Dissertation nicht die Tat, sondern den Täterwillen als Ausgangspunkt der Strafrechtsreform hervorgehoben habe, der NS-Ideologie „nicht fern“ gestanden habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Görtemaker: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf Hess. Der Stellvertreter.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 2023, S. 525&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1938 legte Seidl die große juristische Staatsprüfung ab. Am 3. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.590.472).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/41100175&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dörner&amp;quot;&amp;gt;[[Klaus Dörner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Nürnberger Ärzteprozeß 1946/47. Wortprotokolle, Anklage- und Verteidigungsmaterial, Quellen zum Umfeld.&amp;#039;&amp;#039; Saur, München 2000, ISBN 3-598-32028-0 (Erschließungsband), S. 139.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1940 gehörte Seidl der [[Wehrmacht]] an; 1945 ließ er sich als Rechtsanwalt in München nieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Alfred Seidl Counsel.jpg|miniatur|Seidl am Rednerpult vor dem Internationalen Militärgerichtshof]]&lt;br /&gt;
Besondere Bekanntheit erlangte Seidl als Verteidiger in den [[Nürnberger Prozesse]]n. Im [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher|Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher]] vor dem Internationalen Militärgerichtshof verteidigte er [[Hans Frank]] und [[Rudolf Heß]] und setzte sich bis an sein Lebensende für dessen Rehabilitierung ein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dörner&amp;quot; /&amp;gt; Im [[Wilhelmstraßen-Prozess]] war er Verteidiger des ehemaligen Reichsministers und Chefs der Staatskanzlei [[Hans Heinrich Lammers]]. Im sogenannten [[Prozess Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS|Pohl-Prozess]] (United States of America vs. [[Oswald Pohl]] et al. (Case No.&amp;amp;nbsp;4)) verteidigte er Oswald Pohl, im [[Nürnberger Ärzteprozess]] (United States of America vs. [[Karl Brandt (Mediziner)|Karl Brandt]] et al. (Case No. 1)) verteidigte er [[Fritz Fischer (Mediziner)|Fritz Fischer]], [[Karl Gebhardt]] und [[Herta Oberheuser]], im [[I.G.-Farben-Prozess]] verteidigte er [[Walter Dürrfeld]] sowie im Augsburger Prozess [[Ilse Koch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zivilprozess des ehemaligen Zwangsarbeiters [[Norbert Wollheim]] gegen die [[I.G. Farben]] von 1951 bis 1957, der ersten Musterklage eines Zwangsarbeiters auf Schadenersatz gegen ein deutsches Industrieunternehmen, vertrat er als Rechtsanwalt die Beklagte. Auch in späteren Strafprozessen vor deutschen Landgerichten verteidigte Seidl NS-Täter, etwa den Standortarzt des [[KZ Flossenbürg|Konzentrationslagers Flossenbürg]] [[Hermann Fischer (Mediziner, 1883)|Hermann Fischer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hauptprozess versuchte Seidl, mit Hilfe einer Abschrift des [[Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt#Geheimes Zusatzprotokoll|Geheimen Deutsch-Sowjetischen Zusatzprotokolls]] zum Nichtangriffspakt von 1939 oder bewussten Provokationen wie der Thematisierung des [[Friedensvertrag von Versailles|Versailler Vertrags]] den Prozess zu sprengen oder wenigstens moralisch zu delegitimieren. Als Verteidiger des [[Gestapo]]-Beamten [[Walter Huppenkothen]], der eine zentrale Rolle bei der Ermordung einiger bekannter Widerstandskämpfer wie [[Hans Oster]] gespielt hatte, behauptete Seidl, die [[Personen des 20. Juli 1944]] seien Hochverräter gewesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Seliger: [https://anwaltsblatt.anwaltverein.de/files/anwaltsblatt.de/Rubriken/Aufsaetze/2016/AnwBl%202016,%20866_Seliger.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Verteidiger in den Nürnberger Prozessen von 1945 bis 1949. Zwischen Karriere, Professionalität und „Sprachrohr“ – eine kritische Würdigung&amp;#039;&amp;#039;] Anwaltsblatt 12/2016, S. 866–870, hier S. 868 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1958 bis 1986 war Seidl Mitglied des [[Bayerischer Landtag|Bayerischen Landtages]], von 1970 bis 1974 zunächst stellvertretender und dann Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion, von November 1974 bis Mai 1977 [[Staatssekretär]] im [[Bayerisches Staatsministerium der Justiz|Staatsministerium der Justiz]] und von Mai 1977 bis Mai 1978 [[Bayerisches Staatsministerium des Innern|Staatsminister des Innern]]. In seine Amtszeit als Innenminister fiel auch der Abschluss der kommunalen [[Gebietsreform in Bayern]], die ab 1972 zuerst auf freiwilliger Basis durchgeführt worden war und im Jahre 1978 mit Zwangseingemeindungen abgeschlossen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1977 sprach er sich im Zusammenhang mit der [[Rote Armee Fraktion]] dafür aus, das Verbot der [[Todesstrafe]] aus dem [[Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland|Grundgesetz]] zu entfernen und die Frage nach der Todesstrafe im [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|Strafgesetzbuch]] zu regeln. Seidl war Schatzmeister des &amp;#039;&amp;#039;Arbeitskreises für das Studium internationaler Fragen&amp;#039;&amp;#039;, eines Vereins, der für die verdeckte Finanzierung des [[Stauffenberg-Dienst]]es zuständig war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | autor=Stefanie Waske | url=https://www.zeit.de/2012/49/Spionage-CDU-CSU-Willy-Brandt | titel=Spionage: Die Verschwörung gegen Brandt | werk=[[zeit.de]] | datum=2012-11-29 |abruf=2026-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Seidls Tod schrieb der [[Deutsche Volksunion|DVU]]-Vorsitzende und Herausgeber der rechtsextremen [[National-Zeitung (München)|&amp;#039;&amp;#039;National-Zeitung&amp;#039;&amp;#039;]] [[Gerhard Frey (Politiker)|Gerhard Frey]], dass sich Seidl mit ihm „dreieinhalb Jahrzehnte des harmonischen und vielfältigen Zusammenwirkens“ verbunden gefühlt habe und dass er 1988 zusammen mit [[Theodor Maunz]] die Satzung der DVU auf ihre Verfassungsmäßigkeit geprüft habe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;zitiert nach {{Der Spiegel |ID=13693127 |Titel=CSU: Wunderbare Wegbegleiter |Jahr=1993 |Nr=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großes Verdienstkreuz (1973) mit Stern (1976)]] der Bundesrepublik Deutschland&amp;lt;ref&amp;gt;{{BVK|GrVK|43/1973|nokat=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Bayerischer Verdienstorden]]&lt;br /&gt;
* [[Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen]] (1975)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Beginn der Straftat.&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 1938.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Rudolf Hess 1941–1987. Dokumentation des Verteidigers.&amp;#039;&amp;#039; München 1997.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der verweigerte Friede. Deutschlands Parlamentär Rudolf Hess muß schweigen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1991.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hubert Seliger: &amp;#039;&amp;#039;Politische Anwälte? : die Verteidiger der Nürnberger Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. Baden-Baden : Nomos, 2016.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|124894232}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Bayerische Staatsminister des Innern&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124894232|LCCN=n/84/114812|VIAF=51705058}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Seidl, Alfred}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fraktionsvorsitzender der CSU]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alterspräsident des Bayerischen Landtags]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatssekretär (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Innenminister (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafverteidiger in den Nürnberger Prozessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1911]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1993]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Holocaustleugner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Seidl, Alfred&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist und Politiker (CSU), MdL&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=30. Januar 1911&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[München]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=25. November 1993&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[München]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Schilderwaldmeister</name></author>
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