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	<title>Alfred Pringsheim - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Alfred_Pringsheim&amp;diff=430608&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Derkoenig: lf nach Verschiebung</title>
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		<updated>2026-03-05T22:39:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;lf nach Verschiebung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Alfred Pringsheim.jpg|mini|hochkant|Alfred Pringsheim (1900)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pringsheim.jpeg|mini|hochkant|Alfred Pringsheim in jüngeren Jahren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alfred Pringsheim&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[2. September]] [[1850]] in [[Oława|Ohlau]], [[Provinz Schlesien]]; † [[25. Juni]] [[1941]] in [[Zürich]], [[Schweiz]]) war ein deutscher [[Mathematiker]], Kunstsammler und [[Kunstmäzen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie und akademische Laufbahn ==&lt;br /&gt;
Alfred Pringsheim entstammte einer äußerst wohlhabenden [[Geschichte der Juden in Deutschland|deutsch-jüdischen]] Familie aus [[Schlesien]]. Er war neben seiner Schwester Martha das erste Kind und einziger Sohn des oberschlesischen Eisenbahnunternehmers und Kohlegrubenbesitzers [[Rudolf Pringsheim]] (1821–1906) und seiner Frau Paula, geb. Deutschmann (1827–1909).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pringsheim besuchte das [[Maria-Magdalenen-Gymnasium]] in [[Breslau]]. In den Fächern Musik und Mathematik war er ein hochbegabter Schüler. Ab 1868 studierte er Mathematik und Physik an der [[Humboldt-Universität zu Berlin#Friedrich-Wilhelms-Universität|Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin]] und an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg]]. 1872 wurde er dort bei [[Leo Königsberger]] zum Doktor der Mathematik [[Promotion (Doktor)|promoviert]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{MathGenealogyProject|id=52440}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1875 übersiedelte er von Berlin, wo seine Eltern lebten, nach München, um sich dort 1877 zu [[Habilitation|habilitieren]]. Zwei Jahre später wurde er Privatdozent an der [[Ludwig-Maximilians-Universität München]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hedwig Pringsheim.jpg|mini|hochkant|Hedwig Pringsheim als junge Frau (1880)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Palais Pringsheim 2.jpg|mini|hochkant|Palais Pringsheim in der Arcisstraße 12]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Palais Pringsheim 1.jpg|mini|hochkant|Innenansicht]]&lt;br /&gt;
1878 heiratete er die Berliner Schauspielerin [[Hedwig Pringsheim|Gertrude Hedwig Anna Dohm]] (1855–1942), deren Mutter die [[Frauenrechtlerin]] [[Hedwig Dohm]] (1831–1919) war. Sie bekamen fünf Kinder: Erik (1879–1909)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fr.de/kultur/literatur/geliebte-schwarze-schaf-11693448.html |titel=Das geliebte schwarze Schaf |datum=2019-02-03 |sprache=de |abruf=2024-08-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Peter Pringsheim|Peter]] (1881–1963), [[Heinz Pringsheim|Heinz]] (1882–1974) und die Zwillinge [[Klaus Pringsheim senior|Klaus]] (1883–1972) und [[Katia Mann|Katharina]] (1883–1980), genannt Katia. Die Kinder wurden 1885 protestantisch getauft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Wendt, Gunna 1953-Verfasser |Titel=Erika und Therese Erika Mann und Therese Giehse - Eine Liebe zwischen Kunst und Krieg |ISBN=978-3-492-97525-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erik wurde wegen seines Lebenswandels und seiner Spielschulden nach [[Argentinien]] verbannt, wo er jung starb. Peter und Klaus schlugen die akademische Laufbahn ein und hatten Professuren für Physik bzw. Komposition inne. Heinz war promovierter Archäologe. Die Tochter Katia war eine der ersten [[Abitur]]ientinnen Münchens und gehörte zu den ersten aktiven Studentinnen an der Münchener Universität. Sie wurde später die Ehefrau des Schriftstellers [[Thomas Mann]]. Mann hat seinen Schwiegervater in der Person des Samuel Spoelman in seinem Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Königliche Hoheit (Roman)|Königliche Hoheit]]&amp;#039;&amp;#039; dargestellt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Alfred i Hedwig Pringsheim.png|mini|Alfred und Hedwig Pringsheim, 1891 porträtiert von [[Franz von Lenbach]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1886 wurde Pringsheim an der Ludwig-Maximilians-Universität zum außerordentlichen Professor der Mathematik ernannt. 1889 bezog er mit seiner Familie die Neo-Renaissance-Villa in der [[Arcisstraße]] 12. Das Haus wurde vom Berliner Büro [[Heinrich Joseph Kayser|Kayser]] &amp;amp; [[Karl von Großheim|von Großheim]] entworfen, die Inneneinrichtung von Joh. Wachter und Hofmöbelfabrikant O. Fritsche in München geliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1898 erfolgte Pringsheims Wahl zum ordentlichen Mitglied der [[Bayerische Akademie der Wissenschaften|Bayerischen Akademie der Wissenschaften]], aus der er 1938 entlassen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BAdW|2434 |Name=Alfred Pringsheim |Datum=16. Dezember 2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1901 wurde er zum ordentlichen [[Professor]] der Münchner Universität ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|ptb|02|02|1901|9|Aus der Gelehrtenwelt}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1906 war er Präsident der [[Deutsche Mathematiker-Vereinigung|Deutschen Mathematiker-Vereinigung]]. 1922 wurde er [[Emeritierung|emeritiert]]. An der [[Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]] war er seit 1904 korrespondierendes Mitglied.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://adw-goe.de/mitglieder/personendetails/person/alfred-pringsheim/| titel=Mitglieder: Alfred Pringsheim| hrsg=Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen| zugriff=2025-12-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Leopoldina]] ernannte ihn ebenfalls zu ihrem Mitglied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Mathematik hat sich Pringsheim seit seiner Jugend intensiv mit Musik beschäftigt. So bearbeitete er verschiedene Kompositionen [[Richard Wagner]]s für Klavier. Später beschäftigte er sich auch mit kunstwissenschaftlichen Dingen und baute eine bedeutende Kunstsammlung ([[Majolika]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|rpt|07|03|1919|13|Von Kunst und Künstlern}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Gemälde) auf. Besonders hervorzuheben ist seine Sammlung von Werken der Gold- und Silberschmiedekunst der Renaissance.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gustav Fock Alfred Pringsheim 1934.jpg|mini|hochkant|Versteigerung der bei der Emigration zurückgelassenen mathematischen Fachbibliothek mit 3.353 Titeln (1934)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mathematische Arbeiten ==&lt;br /&gt;
Auf dem Gebiet der Mathematik veröffentlichte Pringsheim zahlreiche Arbeiten zur [[Funktionentheorie]]. Hier widmete er sich besonders den [[Reihe (Mathematik)|unendlichen Reihen]]. Dazu schrieb er Abhandlungen in den [[Mathematische Annalen|Mathematischen Annalen]] und den Sitzungsberichten der Bayerischen Akademie. Weitere Themen waren die Grundlagen der [[Arithmetik]] und der Funktionenlehre, die er als Artikel für die [[Enzyklopädie der mathematischen Wissenschaften]] schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er trat vor allem als Vertreter der [[Karl Weierstraß|Weierstraßschen]] [[Analysis]] auf und befasste sich besonders mit der [[Geschichte der Mathematik]] sowie mit [[Reelle Zahl|reellen]] und [[Funktionentheorie|komplexen Funktionen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekanntschaft mit der Familie Wagner ==&lt;br /&gt;
Schon in jungen Jahren beschäftigte sich Pringsheim intensiv mit Musik, wobei er insbesondere von den Werken von [[Richard Wagner]] fasziniert war. So führte er eine Korrespondenz mit Wagner persönlich, die er später mit ins Exil in die Schweiz nahm. Die musikalische Neigung führte dazu, dass er einige Bearbeitungen von Werken Wagners veröffentlichte. Auch betätigte er sich als Schriftsteller auf dem Gebiet der Musik sowie als [[Arrangeur]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|bmz|24|05|1877|1|Recensionen}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|muw|26|02|1885|14|Neue Musikalien}}&amp;lt;/ref&amp;gt; von Wagners Werken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bekanntschaft mit Wagner war so intensiv, dass er ihn finanziell sehr förderte und auch die Festspiele in [[Bayreuth]] unterstützte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Eleonore Büning]]: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bilder-und-zeiten/sensationsfund-im-wagner-jahr-und-cosima-grinst-freundlichst-12089604.html &amp;#039;&amp;#039;Sensationsfund im Wagner-Jahr: Und Cosima grinst freundlichst&amp;#039;&amp;#039;], FAZ.Net, 21. Februar 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Dank erhielt er eine Urkunde, die ihn als „Patron“ titulierte und ihm ein Anrecht auf einen Sitzplatz bei bestimmten Aufführungen zusicherte. &lt;br /&gt;
[[File:Patronat-Schein Alfred Pringsheim.jpg|mini|hochkant|Patronat-Schein  von Alfred Pringsheim aus dem Jahr 1872]]&lt;br /&gt;
Seine Enkelin [[Erika Mann]] schrieb in ihren Erinnerungen über die Bekanntschaft mit Wagner, Pringsheim habe sich sogar einmal auf ein [[Duell]] eingelassen, als jemand Wagner beleidigte. Den Spitznamen „Schoppenhauer“ erwarb er sich, weil er am 15. August 1876 in einem Bayreuther Restaurant einem Gast, der sich abfällig über Wagner geäußert hatte, ein Bierglas auf den Kopf schlug.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|gmz|08|10|1920|4|Aus dem Leben eines Mathematikers}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=W. Bronnenmeyer |Titel=Richard Wagner. Bürger in Bayreuth |Verlag=Ellwanger |Ort=Bayreuth |Datum=1983 |Seiten=122 f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einkommen und NS-Verfolgung ==&lt;br /&gt;
Pringsheim war allein durch Familienvermögen sehr wohlhabend. Als ordentlicher Professor hatte er zusätzlich ein sehr gutes Monatsgehalt. Nach dem Tod des Gründervaters im Jahr 1913 verfügte er über ein Vermögen von 13 Millionen und ein jährliches Einkommen von 800.000 [[Goldmark|Mark]],&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Harpprecht: &amp;#039;&amp;#039;Thomas Mann. Eine Biographie&amp;#039;&amp;#039;, Rowohlt, Reinbek 1995, S. 215.&amp;lt;/ref&amp;gt; was nach heutigem Geldwert einem Vermögen von rund {{Inflation|DE|13|1913|r=1}} Millionen bzw. einem Einkommen von {{Inflation|DE|0.8|1913|r=1}} Millionen Euro entspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Zahl wurde mit der [[Vorlage:Inflation]] ermittelt, ist auf volle Hunderttausend EUR gerundet und bezieht sich auf Januar {{JETZIGES_JAHR}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Münchener Wohnhaus in der Arcisstraße 12 traf sich „an großen Abenden ganz München“. Diese großbürgerliche Villa erschien allerdings im Verhältnis zum elterlichen „Palais Pringsheim“ in Berlin eher bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] begann jedoch auch für ihn der finanzielle Abstieg. Er betrachtete sich als deutschen Staatsbürger, der den „[[Jüdische Religion|mosaischen Glauben]]“ nicht mehr praktizierte. Doch die christliche Taufe hatte er stets verweigert. Als „deutscher Patriot“ zeichnete er [[Kriegsanleihe]]n, die nach dem Krieg ihren Wert verloren hatten, sodass er damit einen großen Teil seines Kapitalvermögens einbüßte. Die Folgen der fatalen [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923|Hyperinflation]] von 1922/1923 führten zu weiteren großen Verlusten. Als Folge musste er sich von Teilen seiner Kunstsammlung trennen, darunter vermutlich dem Wand-Fries von [[Hans Thoma]]. Die Verluste kommentierte er mit den Worten: „Ich lebe von der Wand in den Mund.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 wollte der über Achtzigjährige nicht wie die meisten seiner Angehörigen ins Ausland gehen, sondern in Deutschland bleiben. Als die Verfolgung und die Enteignung der jüdischen Bevölkerung begann, ging er den ganzen Weg der Erniedrigung und Entrechtung, die das [[NS-Regime]] den Bürgern jüdischer Abstammung aufzwang. Eine Ausreise wurde ihm zunächst verweigert. Auch [[Winifred Wagner]] konnte den alten Wagner-Verehrern nicht mehr helfen. Durch die Intervention seines ehemaligen Nachbarn [[Karl Haushofer]], der mit [[Rudolf Heß]] befreundet war, und des Mathematik-Professors [[Oskar Perron]], eines ehemaligen Studenten von Alfred Pringsheim, sowie durch die Initiative eines couragierten SS-Mannes, der ihnen im letzten Augenblick Pässe beschaffte, gelang es ihm, am 31. Oktober 1939 mit seiner Frau in die Schweiz nach [[Zürich]] auszureisen. Mit dem Resterlös der von den Nationalsozialisten schnell vorangetriebenen Zwangsversteigerung der [[Majolika]]-Sammlung konnte er die sogenannte [[Reichsfluchtsteuer]] bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Haus wurde 1933 an die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] zwangsverkauft. Es wurde abgerissen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nsdoku.de/lexikon/artikel/palais-pringsheim-637 |titel=Palais Pringsheim |sprache=de |abruf=2025-08-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und an dessen Stelle ein Verwaltungsbau der NSDAP errichtet, in dem bis 1945 die Kartei aller deutschen NSDAP-Mitglieder lagerte. Heute heißt der Bau [[Münchner Haus der Kulturinstitute]]. Die aktuelle Adresse lautet [[Katharina von Bora|Katharina-von-Bora]]&amp;amp;shy;-Straße 10; die Arcisstraße ist inzwischen kürzer als zur Zeit Pringsheims.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pringsheim starb am 25. Juni 1941 in Zürich. Angeblich verbrannte seine Frau daraufhin den gesamten in die Schweiz mitgenommenen Nachlass Alfred Pringsheims, darunter die Briefe von Richard Wagner. Ein Jahr später starb auch sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Würdigung ==&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Wenn die Götter vor die Tüchtigkeit den Schweiß gesetzt haben, so blieb ihm solche Mühseligkeit fast durchweg erspart: er brauchte nicht den von [[Hesiod]] angesagten Steilweg schwitzend emporzukeuchen, vielmehr war es ihm vergönnt, ohne schmerzvolle Strapaz, wie im [[Euphorion (Mythologie)|Euphorionfluge]] seine hochgesteckten Ziele zu erreichen. Noch sehe ich ihn vor mir, wie er im Heidelberger mathematischen Seminar den [[Kommilitone]]n schwierige selbstbearbeitete Probleme vortrug; mit elastischen, temperamentvoll rhythmisierten Bewegungen, stets elegant gekleidet, mit einer Blume im Knopfloch; das war kein bescheiden dahintastender Student, sondern mit Vorwegnahme der eigenen Zukunft, ein fertiger Präzeptor, der sein Material virtuos beherrschte und es ebenso mühelos wie eindringlich seiner jugendlichen Hörerschaft zuführte. Keinen konnte es überraschen, daß er „summa cum laude“ promovierte und daß seine akademische Laufbahn dieser glänzenden Erprobung entsprach. In seinem Aufstieg vom Dozenten zur ordentlichen Professur an der Universität München lag die Anerkennung für seine Arbeiten, mit denen er als Erforscher die Mathematik bereicherte, zumal ihrer Bekrönung, der [[Funktionentheorie]], neue Juwelen einsetzte […]. Als Kunstsammler hat er sich mit erlesenem Geschmack ein stattliches, zumal in Bildminiaturen köstliches Privatmuseum errichtet. Pringsheims Majolikasammlung gilt als die vollständigste und wertvollste aller existierenden Privatsammlungen […]. Im Felde der Tonkunst leistete er schon als ganz junger Mensch Ersprießliches […]. [F]ür die Gediegenheit dieser Transkriptionen zeugt die Tatsache, daß so urteilsstrenge Musikverlage wie [[Breitkopf &amp;amp; Härtel|Breitkopf]] und [[Schott Music|Schott]] eine Auswahl der Pringsheimischen Arbeiten erwarben und dem großen Publikum zuführten.|Autor=[[Alexander Moszkowski]]|Quelle=&amp;#039;&amp;#039;Professor Alfred Pringsheim. Zu seinem heutigen achtzigsten Geburtstag.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Neues Wiener Journal]] vom 2. September 1930 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|nwj|02|09|1930|6|Professor Alfred Pringsheim. Zu seinem heutigen achtzigsten Geburtstag}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=Richard Wagner und sein neuester Freund |TitelErg=Eine Erwiderung auf Herrn Dr. Gotthelf Häbler&amp;#039;s „Freundesworte“ |Verlag=E. W. Fritzsch |Ort=Leipzig |Datum=1873 |Online={{Google Buch|BuchID=ZkVaAAAAcAAJ}} |Abruf=2020-09-02}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Daniel Bernoulli]] – Versuch einer neuen Theorie der Wertbestimmung von Glücksfällen&amp;#039;&amp;#039;, 1896&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Irrationalzahlen und Konvergenz unendlicher Prozesse&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1898&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über Wert und angeblichen Unwert der Mathematik&amp;#039;&amp;#039; – Festrede gehalten in der öffentlichen Sitzung der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München zur Feier ihres 145. Stiftungstages am 14. März 1904&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Uber Konvergenz und Funktionentheoretischen Charakter Gewisser Limitar-Periodischer Kettenbruche&amp;#039;&amp;#039;, München 1910&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Majolica&amp;#039;&amp;#039;, Leiden 1910&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über den Taylorschen Lehrsatz für Funktionen einer reellen Veränderlichen&amp;#039;&amp;#039;, Sonderabdruck der Königlichen Akademie der Wissenschaften 1913,&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vorlesungen über Zahlenlehre&amp;#039;&amp;#039; – Erster Band Zweite Abteilung, I.2, Unendliche Reihen mit Reellen Gliedern, Leipzig 1916&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über singuläre Punkte gleichmässiger Konvergenz&amp;#039;&amp;#039; – Vorgetragen am 6. Dezember 1919 in München, Bayerische Akademie der Wissenschaften 1920 (Sitzungsberichte des Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Mathematisch-Physikalische Klasse; Sonderabdruck Jahrgang 1919)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen der allgemeinen Funktionenlehre&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vorlesungen über Funktionslehre. Erste Abteilung: Grundlagen der Theorie der analytischen Funktionen einer komplexen Veränderlichen&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig und Berlin 1925&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vorlesungen über Zahlen- und Funktionenlehre&amp;#039;&amp;#039;, 2 Bände (Bibliotheca Mathematica Teubneriana, Bände 28,29). Leipzig, 1916–1932&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kritisch-historische Bemerkungen zur Funktionentheorie&amp;#039;&amp;#039;, Reprint 1986, ISBN 3-7696-4071-3&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Verzeichnis seiner mathematischen Arbeiten 1875–1933&amp;#039;&amp;#039;, München 1934. ([http://www.ub.uni-heidelberg.de/archiv/13765 Digitalisat Univ. Heidelberg])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Kulturlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5.&lt;br /&gt;
* [[Franz Neubert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Zeitgenossen-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1905.&lt;br /&gt;
* [[Otto von Falke]] / [[Annette von Eckardt]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Majolikasammlung Alfred Pringsheim in München&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bde.: Sijthoff, Leiden.&lt;br /&gt;
** Bd. 1: Tafel 1–77 mit 165 Farbenbildern, 1914 ([https://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz516428543 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
** Bd. 2: Tafel 78–153 mit 328 Farbenbildern, 1923 [https://digital.wlb-stuttgart.de/purl/bsz51643005X (Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[Herrmann A. L. Degener]]: &amp;#039;&amp;#039;Wer ist&amp;#039;s&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1911&lt;br /&gt;
* Herrmann A. L. Degener: &amp;#039;&amp;#039;Wer ist&amp;#039;s&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1935&lt;br /&gt;
* [[Tilmann Lahme]]: &amp;#039;&amp;#039;Von der Wand in den Mund – Ordnung und spätes Leid im Haus der Schwiegereltern Thomas Manns: Die Pringsheims im Münchner Jüdischen Museum&amp;#039;&amp;#039;, Artikel in der [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] vom 7. April 2007&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|20|724|725|Pringsheim, Alfred|Ulf Hashagen|119120283}}&lt;br /&gt;
* [[Inge Jens|Inge]] und [[Walter Jens]]: &amp;#039;&amp;#039;Katias Mutter. Das außerordentliche Leben der Hedwig Pringsheim.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-498-03337-9&lt;br /&gt;
* Inge und Walter Jens: &amp;#039;&amp;#039;Auf der Suche nach dem verlorenen Sohn – Die Südamerika-Reise der Hedwig Pringsheim 1907/8&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt, Reinbek 2006, ISBN 3-498-05304-3&lt;br /&gt;
* [[Kirsten Jüngling]]/[[Brigitte Roßbeck]]: &amp;#039;&amp;#039;Katia Mann. Die Frau des Zauberers.&amp;#039;&amp;#039; Propyläen, Berlin 2003, ISBN 3-549-07191-4&lt;br /&gt;
* Alexander Krause: &amp;#039;&amp;#039;Arcisstraße 12: Palais Pringsheim – Führerbau – Amerika Haus – Hochschule für Musik und Theater&amp;#039;&amp;#039;. Buch &amp;amp; Media, München 2005, ISBN 978-3-86520-094-5&lt;br /&gt;
* Katia Mann: &amp;#039;&amp;#039;[[Meine ungeschriebenen Memoiren]].&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt 2000, ISBN 3-596-14673-9&lt;br /&gt;
* Inge und Walter Jens: &amp;#039;&amp;#039;Frau Thomas Mann. Das Leben der Katharina Pringsheim.&amp;#039;&amp;#039; Rowohlt, Reinbek 2003, ISBN 3-498-03338-7&lt;br /&gt;
* [[Lorenz Seelig]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Münchner Sammlung Alfred Pringsheim – Versteigerung, Beschlagnahmung, Restitution. In: Entehrt. Ausgeplündert. Arisiert. Entrechtung und Enteignung der Juden, bearb. von Andrea Baresel-Brand (= Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, Bd. 3)&amp;#039;&amp;#039;. Magdeburg 2005, S. 265–290, ISBN 3-00-017002-2&lt;br /&gt;
* [[Egon Voss]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alfred Pringsheim, der kritische Wagnerianer. Eine Dokumentation&amp;#039;&amp;#039; (= Thomas-Mann-Schriftenreihe, Bd. 9). Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 2013, ISBN 3-8260-5140-8.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Görl]]: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Pringsheim: Der Mathematiker, der sich für Richard Wagner prügelte.&amp;#039;&amp;#039; In: Süddeutsche Zeitung, digital erschienen am 15. November 2024. [https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-geschichte-thomas-mann-alfred-pringsheim-lux.Kubhez9GJEqJt85MFGX81M Online verfügbar (SZ-Plus)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* [http://www.taz.de/1/archiv/archiv-start/?ressort=fl&amp;amp;dig=2005%2F08%2F09%2Fa0200&amp;amp;cHash=9a2baa2c70926d4e589b9561088a39c9 „Frau Thomas Mann“], Buch und Regie: Birgit Kienzle, Erstausstrahlung: [[ARD]], 9. August 2005&lt;br /&gt;
* [[Die Manns – Ein Jahrhundertroman]], Buch: Horst Königstein und Heinrich Breloer, Regie: Heinrich Breloer, WDR 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Pringsheim (Familie)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119120283}}&lt;br /&gt;
* [https://hdbg.eu/biografien/detail/alfred-pringsheim/10137 Alfred Pringsheim] Biographie&lt;br /&gt;
* {{MacTutor|id=Pringsheim|title=Alfred Pringsheim}}&lt;br /&gt;
* [http://www.adel-genealogie.de/Mann/is01/is01_022.htm Sein Stammbaum]&lt;br /&gt;
* [https://gdz.sub.uni-goettingen.de/no_cache/dms/load/img/?IDDOC=253168 Oskar Perron „Alfred Pringsheim“, Jahresbericht DMV 1953]&lt;br /&gt;
* [[Maren Gottschalk]]: [https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/pringsheim-100.html &amp;#039;&amp;#039;31.10.1939 - Ehepaar Pringsheim verlässt Deutschland&amp;#039;&amp;#039;] [[Westdeutscher Rundfunk Köln|WDR]] [[ZeitZeichen (Hörfunksendung)|ZeitZeichen]] vom 31. Oktober 2019 (Podcast)&lt;br /&gt;
* [https://zbmath.org/authors/pringsheim.alfred Alfred Pringsheim] in der Datenbank [[zbMATH]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Vorsitzende und Präsidenten der Deutschen Mathematiker-Vereinigung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119120283|LCCN=n/83/800734|VIAF=29635689}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Pringsheim, Alfred}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstmäzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstsammler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Familie Pringsheim|Alfred]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Emigrant in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Restitution von NS-Raubgut]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Judentum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Schlesien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1850]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1941]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person um Richard Wagner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Pringsheim, Alfred&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Mathematiker, Hochschullehrer und Kunstsammler&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=2. September 1850&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Oława|Ohlau]] ([[Provinz Niederschlesien|Niederschlesien]])&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=25. Juni 1941&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Zürich]], [[Schweiz]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Derkoenig</name></author>
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