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	<title>Alfred Naujocks - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-11-22T08:38:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Alfred Naujocks.jpg|miniatur|rechts|Alfred Naujocks unmittelbar nach dem Überlaufen (Oktober 1944)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alfred Helmut Naujocks&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[20. September]] [[1911]] in [[Kiel]]; † [[4. April]] [[1966]] in [[Hamburg]]; alias &amp;#039;&amp;#039;Hans Müller&amp;#039;&amp;#039;, alias &amp;#039;&amp;#039;Alfred Bonsen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Rudolf Möbert&amp;#039;&amp;#039;) war ein Mitarbeiter des [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|Sicherheitsdienstes der SS]] (SD). Sein letzter Dienstgrad war [[SS-Obersturmbannführer]]. Im Auftrag der deutschen Führung befehligte er mehrere geheime [[Kommando (Militär)|Kommandounternehmen]], war aber auch an [[Staatsterrorismus|staatlichen Terrorakten]] und Morden beteiligt. In der Biographie von Florian Altenhöner wird er als „Geldfälscher, Mörder und Terrorist“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken bis 1939 ==&lt;br /&gt;
Naujocks wurde als Sohn des Kaufmanns Richard Naujocks und seiner Ehefrau Therese, geborene Pahlke, geboren. Ab 1917 besuchte er acht Jahre lang die Realschule, die er 1925 mit der [[Jahrgangsstufe|Tertia]] in [[Kiel]] verließ. Anschließend begann er eine [[Feinmechaniker]]-Ausbildung. Naujocks studierte zudem zeitweise [[Maschinenbau]] in seiner Heimatstadt.&amp;lt;ref name=DBIO /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1. August 1931 trat Naujocks in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 624.279)&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-II/748269&amp;lt;/ref&amp;gt; und die [[Schutzstaffel|SS]] ([[Liste von SS-Mitgliedsnummern|SS-Nummer]] 26.240) ein. Aufgrund seiner Beteiligung an zahlreichen politischen Auseinandersetzungen, zumal Straßenkämpfen und Saalschlachten, wurde Naujocks bald als Schläger und Raufbold bekannt. Eine Kieler Zeitung bezeichnete ihn als „rauhen Kämpfer“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Schleswig-Holsteinische Volkszeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 16. Dezember 1932.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934 wurde Naujocks dem von [[Reinhard Heydrich]] geführten [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|Sicherheitsdienst]] (SD) zugeteilt. Obwohl er anfangs nur als Fahrer und einfacher Mitarbeiter gearbeitet hatte, wurde er schon bald mit Spezialaufträgen wie Mord betraut: 1935 reiste er mit [[Werner Göttsch]] in die Tschechoslowakei, wo die beiden den Ingenieur [[Rudolf Formis]] ermordeten. Als Angehöriger der [[Schwarze Front|Schwarzen Front]] hatte Formis in der Tschechoslowakei mit Hilfe eines selbstgebauten [[Kurzwellensender]]s antinazistische Propaganda ins Deutsche Reich ausgestrahlt. Außerdem verübte Naujocks im [[Slowakei|slowakischen]] Landesteil mehrere [[Falsche Flagge|Falsche-Flagge-Aktionen]] in Form von Bombenanschlägen, die dann slowakischen Nationalisten untergeschoben werden sollten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Gordon Williamson: Die SS – Hitlers Instrument der Macht.&amp;#039;&amp;#039; Neuer Kaiser Verlag 1998, S. 279.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1936 soll er Unterlagen gefälscht haben, die den sowjetischen [[Marschall der Sowjetunion|Marschall]] [[Michail Nikolajewitsch Tuchatschewski|Michail Tuchatschewski]] belasteten und als angeblichen Agenten des SD ausgaben. Neuere Forschungen gehen jedoch davon aus, dass der [[NKWD]] die Fälschung der Unterlagen selbst provozierte, um Tuchatschewski nach einem Schauprozess 1937 zu exekutieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Walter Laqueur]], &amp;#039;&amp;#039;Stalin. The Glasnost Revelations&amp;#039;&amp;#039;, New York 1990, S. 105–110.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 wechselte Naujocks in den SD-Auslandsnachrichtendienst und leitete dort von 1939 bis Anfang 1941 die Amtsgruppe &amp;#039;&amp;#039;Nachrichtenübermittlung und nachrichtentechnischer Einsatz im Ausland&amp;#039;&amp;#039; (1939: Amt VI J, Anfang 1940 umbenannt in Amt VI B). Dabei war er unter anderem mit der Beschaffung falscher Pässe, Ausweise und Banknoten für im Dienst des SD stehende Agenten im Ausland beauftragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Weltkrieg ==&lt;br /&gt;
=== Sender Gleiwitz ===&lt;br /&gt;
Eigenen Angaben bei den Nachkriegsverhören zufolge erhielt Naujocks von Heydrich „persönlich“ den Befehl, am Abend des 31. August 1939 einen fingierten „polnischen“ [[Überfall auf den Sender Gleiwitz]] durchzuführen. In einem Verhör vom 20. November 1945 sagte Naujocks in einer Erklärung, die von einem US-Offizier maschinell unterzeichnet wurde, folgendes aus: {{Zitat|Ungefähr am 10. August 1939 befahl mir Heydrich, der Chef der Sipo und des SD, persönlich, einen Anschlag auf die Radiostation bei Gleiwitz in der Nähe der polnischen Grenze vorzutäuschen und es so erscheinen zu lassen, als wären Polen die Angreifer gewesen… Wir nahmen die Radiostation wie befohlen, hielten eine drei oder vier Minuten lange Rede über einen Notsender, schossen einige Pistolenschüsse ab und verließen den Platz.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Hofer: [https://books.google.de/books?id=W80Md-C7ASsC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;hl=de&amp;amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;amp;cad=0#v=onepage&amp;amp;q=Radiostation&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lit Verlag]]&amp;#039;&amp;#039; via &amp;#039;&amp;#039;books.google.de&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 400.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ns-archiv.de/krieg/1939/sender-gleiwitz/naujocks.php &amp;#039;&amp;#039;Überfall auf den Sender Gleiwitz.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;ns-archiv.de&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt, 1967, S. 327f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}} Dann ermordeten laut Naujocks die SD-Agenten, zu denen auch er gehörte, den deutschen Staatsbürger Franz (Franciszek) Honiok&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=Elżbieta Stasik&lt;br /&gt;
 |url=https://www.dw.com/de/hitlers-l%C3%BCge-und-das-erste-kriegsopfer/a-50180723&lt;br /&gt;
 |titel=Hitlers Propagandalüge &lt;br /&gt;
 |titelerg=Franciszek Honiok, das erste Opfer des Zweiten Weltkriegs, geriet zunächst in Vergessenheit. Alfred Naujocks war für seinen Tod verantwortlich - und blieb nach dem Krieg ungestraft. &lt;br /&gt;
 |werk=&lt;br /&gt;
 |hrsg=&lt;br /&gt;
 |datum=30.08.2019&lt;br /&gt;
 |seiten=&lt;br /&gt;
 |format=&lt;br /&gt;
 |sprache=&lt;br /&gt;
 |offline=&lt;br /&gt;
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 |archiv-datum=&lt;br /&gt;
 |abruf=2023-06-07&lt;br /&gt;
 |abruf-verborgen=&lt;br /&gt;
 |kommentar=&lt;br /&gt;
 |zitat=&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und ließen die Leiche am Sender liegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Florian Altenhöner: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann, der den 2. Weltkrieg begann.&amp;#039;&amp;#039; [[Prospero Verlag]], Münster / Berlin 2010, ISBN 978-3-941688-10-0, S. 111.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Adolf Hitler]] benutzte den von seinen Untergebenen fabrizierten Überfall auf den Sender Gleiwitz und andere angebliche Grenzverletzungen, die durch polnische Staatsbürger verübt worden sein sollten, als Rechtfertigung für den [[Überfall auf Polen]], mit dem der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] begann und den er in [[Hitlers Rede vor dem Deutschen Reichstag am 1. September 1939|seiner Reichstagsrede vom 1.&amp;amp;nbsp;September 1939]] mit den Worten erklärte: &lt;br /&gt;
{{Zitat|Denn unterdes war als Antwort auf diesen Vermittlungsvorschlag erstens die polnische Generalmobilmachung gekommen und zweitens neue schwere Greueltaten. Diese Vorgänge haben sich nun heute nacht abermals wiederholt. Nachdem schon neulich in einer einzigen Nacht 21 Grenzzwischenfälle zu verzeichnen waren, sind es heute nacht 14 gewesen, darunter drei ganz schwere. Ich habe mich daher nun entschlossen, mit Polen in der gleichen Sprache zu reden, die Polen seit Monaten uns gegenüber anwendet. ... Polen hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!|ref=&amp;lt;ref&amp;gt; https://www.1000dokumente.de/Dokumente/Adolf_Hitler,_Erkl%C3%A4rung_der_Reichsregierung_vor_dem_Deutschen_Reichstag&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Weitere Einzelheiten der angeblichen Grenzverletzungen wurden nicht erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web|url=http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&amp;amp;dokument=0209_pol&amp;amp;object=translation&amp;amp;st=&amp;amp;l=de |title=Adolf Hitler, Erklärung der Reichsregierung vor dem Deutschen Reichstag, 1. September 1939 |work=1000dokumente.de | accessdate=2014-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Tagen direkt nach dem Kriegsbeginn veröffentlichten deutsche Tageszeitungen auf Befehl des [[Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda|Goebbelschen Propagandaministeriums]] Berichte über die angeblichen Grenzverletzungen, kurze Zeit später wurde eine weitere Berichterstattung jedoch verboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weiterer Einsatz im Krieg ===&lt;br /&gt;
Am 9. November 1939 war Naujocks in führender Position am [[Venlo-Zwischenfall]] beteiligt. Dabei wurden an der niederländisch-deutschen Grenze bei [[Venlo]] zwei im Offiziersrang stehende britische [[Secret Intelligence Service|MI6]]-Agenten ([[Richard Henry Stevens]] und [[Sigismund Payne Best]]) vom Sicherheitsdienst der SS entführt und nach Deutschland gebracht. Die [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD-Agenten]] schossen dabei auf den niederländischen Geheimdienstoffizier [[Dirk Klop]], der sich ihnen widersetzt hatte und später in Düsseldorf starb. Der Venlo-Zwischenfall machte weite Teile des britischen Spionagenetzes in West- und Mitteleuropa nahezu wertlos.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Koblank: [https://www.venlo-zwischenfall.de/ &amp;#039;&amp;#039;Der Venlo-Zwischenfall.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;mythoselser.de&amp;#039;&amp;#039;, 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er führte zum Rücktritt des niederländischen Geheimdienstchefs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naujocks wird die im Dezember 1939 gestartete Initiative (Aktion Andreas) zugeschrieben, welche später (ab Juli 1942) in [[Aktion Bernhard]] umbenannt wurde, bei der im [[KZ Sachsenhausen]] hergestellte falsche Pfundnoten zur Destabilisierung des englischen Wirtschaftsraumes dienen sollten. Zu diesem Zeitpunkt war er Chef der Gruppe Technik (IV F) des [[Reichssicherheitshauptamt]]es (RSHA). Er soll dabei dieses Fälschungsprojekt Reinhard Heydrich, dem zweithöchsten Mann in der SS-Hierarchie, persönlich vorgeschlagen haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1941 wurde Naujocks aus dem SD entlassen und wegen Korruptionsvorwürfen als einfacher Soldat zur [[Waffen-SS]] überstellt. Er soll Gelder des SD unterschlagen haben. Mit der Waffen-SS kam er an die [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Ostfront]] in ein [[Artillerieregiment]] der [[Leibstandarte SS Adolf Hitler]]. 1942 wurde er wegen Magengeschwüren aus der Waffen-SS entlassen. Er war daraufhin in der Wirtschaftsverwaltung der deutschen Besatzer in [[Belgien]] tätig. Dort war er mit der Kontrolle des Schwarzmarktes beauftragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Bewährung im SD reaktiviert und 1943 zum SS-Obersturmbannführer befördert, wurde Naujocks Anfang 1944 längere Zeit in [[Dänemark unter deutscher Besatzung|Dänemark]] eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Bath: &amp;#039;&amp;#039;Der SD in Dänemark 1940-1945. Heydrichs Elite und der Gegenterror&amp;#039;&amp;#039;. Neuhaus, Berlin 2015, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier fungierte er als Instrukteur der ersten deutschen „Gegenterror-Gruppe“, aus der in der Folge die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;[[Petergruppe]]&amp;#039;&amp;#039; unter der Leitung des SD-Führers [[Otto Schwerdt (SS-Mitglied)|Otto Schwerdt]] hervorging. Es handelte sich dabei um eine geheime Terrorgruppe, die im Auftrag des SD Terroranschläge und Morde im besetzten Dänemark verübte, um die dänische Bevölkerung von Widerstandsakten gegen die Deutschen abzuhalten und vermutete Sympathisanten des dänischen Widerstands zu ermorden. Dazu gehörten auch von den Nationalsozialisten so bezeichnete „[[Ausgleichsmorde]]“ als Rache für von der dänischen Widerstandsbewegung getötete Deutsche.&amp;lt;ref&amp;gt;Whitney R. Harris: &amp;#039;&amp;#039;Tyrannen vor Gericht: Das Verfahren gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher nach dem Zweiten Weltkrieg in Nürnberg 1945–1946.&amp;#039;&amp;#039; BWV 2008, ISBN 978-3-8305-1593-7, S. 211.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Petergruppe ermordete etwa 100 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 19. Oktober 1944 lief Alfred Naujocks in der [[Eifel]] über und wurde von amerikanischen Soldaten gefangen genommen. Schon bald nach seiner Gefangennahme wurde er nach Großbritannien gebracht. Dort wurde er in dem bei [[London]] gelegenen Vernehmungslager Camp 20 vom [[Security Service|MI5]] mehrere Monate intensiv verhört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
Ende August 1945 wurde er von Großbritannien nach Deutschland gebracht und der Anklagevertretung des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg übergeben. Mehrere seiner Aussagen gingen in die [[Nürnberger Prozesse]] ein. 1946 konnte er für kurze Zeit aus dem Internierungslager [[Langwasser]] bei [[Nürnberg]] fliehen.&amp;lt;ref name=DBIO&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=&lt;br /&gt;
 |url=https://www.deutsche-biographie.de/sfz68110.html&lt;br /&gt;
 |titel=Naujocks, Alfred&lt;br /&gt;
 |titelerg=&lt;br /&gt;
 |werk=Deutschen Biographie&lt;br /&gt;
 |hrsg=&lt;br /&gt;
 |datum=&lt;br /&gt;
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 |kommentar=&lt;br /&gt;
 |zitat=&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde verhaftet und 1947 an [[Dänemark]] ausgeliefert. Dort wurde er im [[Kleiner Kriegsverbrecherprozess (Kopenhagen)|&amp;#039;&amp;#039;kleinen Kriegsverbrecherprozess&amp;#039;&amp;#039;]] wegen der Ermordung dänischer Widerstandskämpfer angeklagt und in zweiter Instanz zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Aufgrund des überaus milden Vorgehens der dänischen Justiz gegen deutsche [[Kriegsverbrecher]] wurde er bereits 1950 freigelassen. Auch die anderen in Dänemark Verurteilten, darunter der frühere Reichsbevollmächtigte [[Werner Best]], mussten ihre Strafe nicht voll absitzen. Naujocks’ Haftentlassung war damit kein ihm allein gewährtes Privileg, sondern eine unmittelbare Folge der dänischen Rechtspraxis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Naujocks ließ sich 1952 in [[Hamburg]] nieder, wo er als Geschäftsmann im Stadtteil [[Hamburg-St. Pauli|St. Pauli]] lebte. Seit Ende der 1950er Jahre ermittelten mehrere bundesdeutsche Staatsanwaltschaften wegen einer ganzen Reihe von Verbrechen gegen ihn. Der Einladung zur Vorstellung des Films &amp;#039;&amp;#039;[[Der Fall Gleiwitz]]&amp;#039;&amp;#039; 1963 in Hamburg folgte er nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bz&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor=Ralf Schenk&lt;br /&gt;
 |url=https://www.berliner-zeitung.de/15151660&lt;br /&gt;
 |titel=Vor fünfzig Jahren kam der Film &amp;quot;Der Fall Gleiwitz&amp;quot; in die Kinos&lt;br /&gt;
 |titelerg=&lt;br /&gt;
 |werk=Berliner Zeitung&lt;br /&gt;
 |hrsg=&lt;br /&gt;
 |datum=17. September 2011&lt;br /&gt;
 |seiten=&lt;br /&gt;
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 |sprache=&lt;br /&gt;
 |offline=&lt;br /&gt;
 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20200506064628/https://www.berliner-zeitung.de/vor-fuenfzig-jahren-kam-der-film-der-fall-gleiwitz-in-die-kinos-ddr-funktionaere-warfen-ihm-eine-aesthetisierung-des-faschismus-vor-dabei-nutzt-er-meisterhaft-die-stilmittel-der-ns-propagandafilme-um-deren-ideologie-zu-entlarven-und-wo-bleibt-das-positive-li.10228&lt;br /&gt;
 |archiv-datum=&lt;br /&gt;
 |abruf=2023-06-07&lt;br /&gt;
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 |kommentar=&lt;br /&gt;
 |zitat=&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Keines der Ermittlungsverfahren führte zu einer Anklage. Aufgrund psychischer Erkrankungen war er von 1964 bis 1966 auf gerichtlichen Beschluss hin in der [[Asklepios Klinik Nord|Nervenheilanstalt Ochsenzoll]] untergebracht. Zur selben Zeit kolportierte er Gerüchte über den späteren Bundeskanzler [[Willy Brandt]], dem er zahlreiche Gewaltverbrechen in der Zeit des Straßenkampfs im [[Lübeck]] der 1930er Jahre unterstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle&lt;br /&gt;
 |autor= Hauke Friederichs &lt;br /&gt;
 |url=https://www.zeit.de/hamburg/stadtleben/2015-12/alfred-naujocks-anklage-natioalsozialismus-agent-ss-verbrechen-hamburg&lt;br /&gt;
 |titel= Hitlers Terrorist&lt;br /&gt;
 |titelerg=Alfred Naujocks verkehrte in höchsten Nazikreisen, lebte nach dem Weltkrieg aber unbescholten in Hamburg – obwohl er direkt an Morden beteiligt war und Anschläge plante. &lt;br /&gt;
 |werk=Zeit Online&lt;br /&gt;
 |hrsg=Zeit Online GmbH&lt;br /&gt;
 |datum=&lt;br /&gt;
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 |abruf=2023-06-07&lt;br /&gt;
 |abruf-verborgen=&lt;br /&gt;
 |kommentar=&lt;br /&gt;
 |zitat=&lt;br /&gt;
}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Naujocks starb am 4. April 1966 in Hamburg. Das in der älteren Literatur genannte Todesjahr 1960 ist falsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* 1966: [[Geld Geld Geld – Zwei Milliarden gegen die Bank von England]]; die fiktive Filmfigur des Addi Naumann ist stark der historische Figur Naujocks entlehnt. Im Film gilt Naumann ebenfalls als Initiator der Pfundfälschung. Dort wird Naumann allerdings wegen Kenntnis der vorgeblich wahren Abstammung von Heydrich degradiert und nicht wie Naujocks wegen Korruption. Die Filmfigur wird auch nicht 1943 für den SD reaktiviert und befördert, sondern das weitere Schicksal bleibt ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Florian Altenhöner]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Mann, der den 2. Weltkrieg begann. Alfred Naujocks: Fälscher, Mörder, Terrorist.&amp;#039;&amp;#039; [[Prospero Verlag]], Münster / Berlin 2010, ISBN 978-3-941688-10-0.&lt;br /&gt;
* [[Matthias Bath]]: &amp;#039;&amp;#039;Der SD in Dänemark 1940–1945. Heydrichs Elite und der Gegenterror&amp;#039;&amp;#039;. Neuhaus, Berlin 2015, ISBN 978-3-937294-03-2.&lt;br /&gt;
* [[Shraga Elam]]: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Fälscher. Wie jüdische, amerikanische und Schweizer Agenten der SS beim Falschgeldwaschen halfen.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2000.&lt;br /&gt;
* Hauke Friedrichs, &amp;#039;&amp;#039;Signal zu einem Angriff polnischer Freischärler auf deutsches Gebiet&amp;#039;&amp;#039;, in: Zeitschrift GeschichteJahrgang 2019, Heft 8, S. 20ff.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt am Main 2007, S. 428.&lt;br /&gt;
* {{NDB|18|762|763|Naujocks, Alfred|[[Franz Menges]]|119288982}}&lt;br /&gt;
* [[Günter Peis]]: &amp;#039;&amp;#039;The Man Who Started The War.&amp;#039;&amp;#039; London 1960.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Runzheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Grenzzwischenfälle am Abend vor dem deutschen Angriff auf Polen.&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Benz, Hermann Graml (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sommer 1939. Die Großmächte und der europäische Krieg.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1979, S. 107–147.&lt;br /&gt;
* [[Alfred Spieß]], [[Heiner Lichtenstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Unternehmen Tannenberg. Der Anlaß zum Zweiten Weltkrieg.&amp;#039;&amp;#039; Limes Verlag, Frankfurt a. M. 1989, ISBN 978-3-8090-2157-5&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119288982}}&lt;br /&gt;
* {{Findagrave|1=67047739|Abruf=2020-08-10}}&lt;br /&gt;
* Jürgen Langowski auf der Website [http://www.ns-archiv.de/index.php NS-Archiv] : [https://www.h-ref.de/krieg/polen/gleiwitz/ueberfall-sender-gleiwitz.php &amp;#039;&amp;#039;Der Überfall auf den Sender Gleiwitz – Heydrichs „Meisterstück“&amp;#039;&amp;#039;.]&lt;br /&gt;
* Jürgen Langowski, ibidem: [https://www.ns-archiv.de/krieg/1939/sender-gleiwitz/naujocks.php &amp;#039;&amp;#039;31.8.1939 – Überfall auf den Sender Gleiwitz. Aussage von Alfred Naujocks vor einer alliierten Untersuchungskommission&amp;#039;&amp;#039;.]&lt;br /&gt;
* Günter Peis: [https://www.mythoselser.de/texts/gp-naujocks-md.htm &amp;#039;&amp;#039;The Man Who Started The War&amp;#039;&amp;#039;] (Auszug)&lt;br /&gt;
* [[Karl Christian Lammers]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Ahndung deutscher Kriegsverbrechen in Dänemark. Rechtsgrundlage und Strafverfolgung deutscher Kriegsverbrecher 1946–1950&amp;#039;&amp;#039;. {{Webarchiv|url=http://www.staff.hum.ku.dk/lammers/weima.htm|wayback=20110814064822|text=Karl Christian Lammers, Institut für Geschichte, Universität Kopenhagen:  &amp;#039;&amp;#039;Die Ahndung deutscher Kriegsverbrechen in Dänemark. Rechtsgrundlage und Strafverfolgung deutscher Kriegsverbrecher 1946–1950&amp;#039;&amp;#039;.}} ( Naujocks wird da Naujoks geschrieben) (Ursprünglicher Link der Uni Kopenhagen verschwunden, ab Januar 2016 Version aus einem Internetarchiv verwendet)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119288982|LCCN=n84114942|VIAF=84036123}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Naujocks, Alfred}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldfälscher]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Dänemarks 1940–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeuge in den Nürnberger Prozessen]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geboren 1911]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1966]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Naujocks, Alfred&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Naujocks, Alfred Helmut (vollständiger Name); Müller, Hans (Pseudonym); Bonsen, Alfred (Pseudonym); Möbert, Rudolf (Pseudonym)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Nationalsozialist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. September 1911&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kiel]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=4. April 1966&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Hamburg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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