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	<title>Alfred Fernholz - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-11-02T17:45:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alfred Fernholz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[7. November]] [[1904]] in Grünenthal bei [[Herscheid]], Westfalen; † [[17. März]] [[1993]] in [[Karlsruhe]]) war ein deutscher [[Psychiater]]. In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] war Fernholz einer der Organisatoren der [[Krankenmorde im Nationalsozialismus]] in [[Sachsen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Medizinische Karriere ===&lt;br /&gt;
Fernholz wuchs nach dem Umzug seiner Eltern ab 1907 in [[Leipzig]] auf, wo er im Jahr 1924 das Abitur ablegte. Anschließend nahm er an der [[Universität Leipzig]] ein [[Studium der Medizin]] auf, das er 1929 mit der ärztlichen Staatsprüfung und der [[Promotion (Doktor)|Promotion]] über ein chirurgisches Thema&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Beitrag zur chirurgischen Therapie der neurogenen Gelenkaffektion, spez. der tabischen Arthropathie&amp;#039;&amp;#039;, siehe Böhm, &amp;#039;&amp;#039;Fernholz&amp;#039;&amp;#039;, S. 154, und [https://d-nb.info/571917194 DNB-Eintrag]&amp;lt;/ref&amp;gt; beendete. Er wurde zu Beginn seines Studiums im Sommersemester 1924 Mitglied der &amp;#039;&amp;#039;[[Burschenschaft]] Suevia Leipzig&amp;#039;&amp;#039; im [[Allgemeiner Deutscher Burschenbund|ADB]], der er dann zeitlebens angehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Vohl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Burschenschafter-Stammrolle 1991&amp;#039;&amp;#039;, S. 172&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Approbationsordnung|ärztlichen Approbation]] im Jahr 1930 absolvierte Fernholz bis 1933 die Facharztausbildung an der psychiatrischen Landesanstalt [[Zschadraß]]. Ab Juni 1933 arbeitete er als Regierungsmedizinalrat in Zschadraß. Im Oktober 1934 wechselte Fernholz als [[Amtsarzt]] nach [[Großenhain]]; ab April 1935 leitete er das dortige [[Gesundheitsamt]]. Fernholz war als beamteter Arzt am [[Erbgesundheitsgericht|Erbgesundheitsobergericht]] für Sachsen an Entscheidungen über [[Zwangssterilisation]]en beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Schilter: &amp;#039;&amp;#039;Unmenschliches Ermessen. Die nationalsozialistische „Euthanasie“-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein 1940/41.&amp;#039;&amp;#039; Gustav Kiepenheuer, Leipzig 1998, ISBN 3-378-01033-9, S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1933 heiratete Fernholz, aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Karriere in der NSDAP ===&lt;br /&gt;
Fernholz trat zum 1. August 1931 in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 599.260)&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/8580138&amp;lt;/ref&amp;gt; und am 1. November 1931 in die [[Schutzstaffel|SS]] (SS-Nummer 121.298) ein. In der SS war Fernholz als Arzt tätig; nach seiner Beförderung zum [[SS-Untersturmführer]] im September 1935 leitete er die Sanitätsstaffel II/84 in [[Meißen]]. Zuletzt wurde er im November 1943 zum [[SS-Obersturmbannführer]] befördert. Ab 1939 war er zudem [[Hitlerjugend|HJ-Gebietsarzt]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 2007, S. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Februar 1938 leitete Fernholz die Abteilung „Volkspflege“ im sächsischen Innenministerium unter Minister [[Karl Fritsch (Politiker)|Karl Fritsch]]. In dieser Funktion drängte er Anfang 1939 darauf, dass die von [[Paul Nitsche]] in der [[NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein|Landesanstalt Sonnenstein]] angewandte Minimalernährung arbeitsunfähiger Psychiatriepatienten in weiteren Anstalten eingeführt wurde. Nach Zeugenaussagen übergab Fernholz den Direktoren der sächsischen Landesanstalten kurz vor Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] Richtlinien zur medikamentösen „Sterbehilfe“. Als Grund gab er an, dass „hoffnungslose Fälle […] nicht auf Kosten ihrer Umgebung, der Mitkranken und des Personals durchgeschleppt werden sollten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zeugenaussage des Direktors der Anstalt Großschweidnitz, [[Alfred Schulz (Mediziner)|Alfred Schulz]], von 1947, zitiert bei Böhm, &amp;#039;&amp;#039;Fernholz&amp;#039;&amp;#039;, S. 155.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Winter 1939/1940 war Fernholz für eine drastische Absenkung der Kostensätze für die sächsischen Landesanstalten mitverantwortlich, in deren Folge etwa 1500 Patienten [[Hungerstoffwechsel|verhungerten]].&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, &amp;#039;&amp;#039;Fernholz&amp;#039;&amp;#039;, S. 156.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Aktion T4]], der Ermordung von Patienten in [[Gaskammer (Massenmord)|Gaskammern]] zwischen Januar 1940 und August 1941, war Fernholz vermutlich von Minister Fritsch zu eigenständigen Entscheidungen ermächtigt. Nach Zeugenaussagen informierte Fernholz Mitte 1940 die Anstaltsdirektoren, dass das Ziel anstehender Verlegungen von Kranken deren Tötung war. Die von Fernholz geleitete Abteilung „Volkspflege“ war die Schnittstelle zwischen den Anstalten und der [[Gemeinnützige Krankentransport GmbH|Gekrat]], die die Transporte von Patienten in die Tötungsanstalten durchführte. Dabei fällten Fernholz und seine engsten Mitarbeiter die endgültige Entscheidung, falls Patienten kurzfristig von den Transportlisten gestrichen werden sollten. Im Sommer 1942 nahm Fernholz an Besprechungen zur Auflösung der [[NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein|NS-Tötungsanstalt Sonnenstein]] teil; wahrscheinlich war er bereits Anfang 1940 in die Auswahl Sonnensteins als Tötungsanstalt eingebunden. Zudem war Fernholz an Personalentscheidungen beteiligt, beispielsweise an der Abordnung des Waldheimer Direktors [[Gerhard Wischer]] in die [[Zentraldienststelle T4]].&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, &amp;#039;&amp;#039;Fernholz&amp;#039;&amp;#039;, S. 156 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erhaltener Schriftverkehr dokumentiert die Einbindung von Fernholz in zentrale Entscheidungsprozesse der [[Kinder-Euthanasie|Kinder-„Euthanasie“]] in Sachsen. So veranlasste Fernholz mehrfach die Verlegung von Kindern in die beiden sächsischen „[[Kinderfachabteilung]]en“ in [[Heilanstalt Dösen|Dösen]] und an der Leipziger Universitätskinderklinik unter [[Werner Catel]], wo die Kinder in der Regel ermordet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, &amp;#039;&amp;#039;Fernholz&amp;#039;&amp;#039;, S. 158.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1941 wurde Fernholz als Leiter des Sächsischen Gauamtes für Volksgesundheit der NSDAP „Gaugesundheitsführer“ und damit ein Berater des Gauleiters [[Martin Mutschmann]]; im gleichen Jahr übernahm er die Leitung des [[Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund|NS-Ärztebundes]] in Sachsen. Zudem wurde er 1941 zum [[Regierungsdirektor]] befördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer weiteren Phase der nationalsozialistischen Krankenmorde, häufig als [[Aktion Brandt]] bezeichnet, forderte Fernholz Ärzte in sächsischen Landesanstalten zur Tötung von Patienten mit Hilfe von Medikamenten auf. Nach Zeugenaussagen billigte Fernholz die Tötungen bereits vor einer entsprechenden Ermächtigung durch die Berliner Zentraldienststelle T4 im August 1943.&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, &amp;#039;&amp;#039;Fernholz&amp;#039;&amp;#039;, S. 157 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei ging in Sachsen die Initiative zu weiteren Krankenmorden vermutlich von der NSDAP-Gauleitung aus. Der Historiker [[Winfried Süß]] sieht Fernholz hierbei in einer Schlüsselfunktion und ordnet ihn als „Exponenten der ‚politischen Verwaltung‘“ ein, „die sich durch die Kombination von Staats- und Parteiämtern herausbildete“.&amp;lt;ref&amp;gt;Winfried Süß: &amp;#039;&amp;#039;Dezentralisierter Krankenmord. Zum Verhältnis von Zentralgewalt und Regionalgewalten in der „Euthanasie“ seit 1942.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Horst Möller]], Jürgen John, Thomas Schaarschmidt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;NS-Gaue – regionale Mittelinstanzen im zentralistischen „Führerstaat“.&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2007, ISBN 978-3-486-58086-0, S. 123–135, hier S. 134.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach Kriegsende ===&lt;br /&gt;
Bei [[Zweiter Weltkrieg#Kriegsende in Europa 1945|Kriegsende]] tauchte Fernholz in Leipzig unter. Im Juni 1945 soll er von einer amerikanischen Militärstreife festgenommen worden sein, ohne dass dabei seine Funktionen in der Zeit des NS-Regimes bekannt wurden. Im Vorfeld des [[Euthanasie-Prozesse#Dresden-Prozess|Dresdner „Euthanasie“-Prozesses]], in dessen Verlauf Paul Nitsche zum Tode verurteilt wurde, wurde im Jahr 1946 gegen Fernholz ein [[Haftbefehl]] erlassen. Der Haftbefehl konnte nicht vollstreckt werden, da Fernholz in die westlichen Besatzungszonen gewechselt war. Anfang der 1950er Jahre betrieb er eine allgemeinärztliche Praxis im westfälischen [[Plettenberg]]; zugleich engagierte er sich im örtlichen Schützenverein.&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, &amp;#039;&amp;#039;Fernholz&amp;#039;&amp;#039;, S. 160; Eintrag {{Webarchiv|url=http://www.plbg.de/a-z/f.htm |wayback=20100113042143 |text=&amp;#039;&amp;#039;Fernholz, Dr. med. Alfred&amp;#039;&amp;#039; }} bei www.plettenberg-lexikon.de; {{Webarchiv |url=http://www.plbg.de/lexikon/psg/feste/1951.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Drei frohe Festtage in Plettenberg. „König Willi“ (Cordes) und „Königin Adele“ (Fastenrath) regieren das Plettenberger Schützenvolk – Das traditionelle Volksfest unserer Stadt auf vollen Touren – Grüße der ehemaligen Plettenberger in New York und Umgebung.&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20100113042143}} (Abgerufen am 9. November 2013).&amp;lt;/ref&amp;gt; Fernholz starb im März 1993, ohne strafrechtlich belangt worden zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Boris Böhm: &amp;#039;&amp;#039;Alfred Fernholz. Ein Schreibtischtäter im Dienste der »Volksgesundheit«.&amp;#039;&amp;#039; In: Christine Pieper, [[Mike Schmeitzner]], Gerhard Naser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Braune Karrieren. Dresdner Täter und Akteure im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Sandstein, Dresden 2012, ISBN 978-3-942422-85-7, S. 154–161.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=126044309|VIAF=25583933}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Fernholz, Alfred}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (NS-Krankenmorde)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Erbgesundheitsgericht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychiater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Arzt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDÄB-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Hitlerjugend]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1904]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1993]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Fernholz, Alfred&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Psychiater und Organisator der nationalsozialistischen Krankenmorde in Sachsen&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=7. November 1904&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=Grünenthal bei [[Herscheid]], Westfalen&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. März 1993&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Karlsruhe]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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