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	<title>Alexander Lion - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;BlackEyedLion: /* Leben */Werktitel kursiv, Zeichensetzung</title>
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		<updated>2026-02-14T12:10:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt;Werktitel kursiv, Zeichensetzung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alexander Franz Anton Lion&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[15. Dezember]] [[1870]] in [[Berlin]]; † [[2. März]] [[1962]] in [[Schwabmünchen]]) war ein deutscher [[Arzt]] und [[Pfadfinder]]. Er gründete gemeinsam mit [[Maximilian Bayer]] die deutsche Pfadfinderbewegung. Er prägte den Begriff „Pfadfinder“ als deutsche Übersetzung des englischen &amp;#039;&amp;#039;Boy Scout&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und frühe Pfadfinderbewegung ===&lt;br /&gt;
Lion wurde als dritter Sohn von zehn Kindern einer [[Judentum|jüdischen]] Bankiersfamilie geboren. Er war der Sohn des Kaufmanns und [[Privatbankier|Bankiers]] Max Lion (* 5. Mai 1829 in [[Prudnik|Neustadt O.S.]]; † 21. September 1890 in Berlin) und dessen Ehefrau Cäcilie, geborene Loeser (1835–1919). Zwischen 1876 und 1880 erhielt er häuslichen Privatunterricht und besuchte danach das [[Gymnasium]]. Im Alter von 16 Jahren verließ Lion die jüdische Gemeinde, lebte zunächst konfessionslos und ließ sich später katholisch taufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. August 1888 rettete er im niederländischen [[Den Haag]] einem ins Wasser gefallenen Jungen das Leben. Dafür wurde er am 5. August 1889 mit der bronzenen Ehrenmedaille des [[Orden von Oranien-Nassau|Ordens von Oranien-Nassau]] ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gymnasium erlernte er die französische Sprache und durch privaten Zusatzunterricht die englische. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er 1891 bis 1896 an den [[Julius-Maximilians-Universität Würzburg|Universitäten von Würzburg]], [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berlin]] und [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Kiel]] [[Medizin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ostern 1893 trat er als [[Einjährig-Freiwilliger]] in die [[Bayerische Armee]] ein. 1904/06 diente Lion freiwillig während des [[Völkermord an den Herero und Nama|Aufstands der Herero und Nama]] als [[Stabsarzt]] in [[Deutsch-Südwestafrika]]. Obwohl er dort größtenteils in seiner Funktion als Arzt diente, nahm er auch freiwillig an Kampfhandlungen teil.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alexander Lion |Hrsg=Friedrich Freiherr von Dincklage-Campe |Titel=Wie wir den Tod des Leutnants von Schweinichen rächten |Sammelwerk=Deutsche Reiter in Südwest : Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika |Verlag=Deutsches Verlagshaus Bong |Ort=Berlin |Datum=1908 |Seiten=335–338}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Windhoek]] traf Lion Weihnachten 1904 erstmals auf seinen späteren Mitstreiter bei der Gründung des deutschen Pfadfindertums, [[Hauptmann (Offizier)|Hauptmann]] [[Maximilian Bayer]], ohne dass es zu einer freundschaftlichen Bindung kam.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hartmut Bartmuss |Titel=Alexander Lion : Arzt, Sanitätsoffizier, Pfadfinder |Ort=Berlin |Datum=2017 |ISBN=978-3-95565-233-3 |Seiten=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Jahren 1907 und 1908 bat Lion erneut darum, nach Deutsch-Südwestafrika versetzt zu werden. Diese Bitten wurden jedoch abgelehnt, vermutlich wegen seiner anglophilen Haltung.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hartmut Bartmuß |Hrsg=Hentrich &amp;amp; Hentrich |Titel=Alexander Lion. Arzt, Sanitätsoffizier, Pfadfinder |Ort=Berlin |Datum=2017 |ISBN=978-3-95565-233-3 |Seiten=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. März 1908 wurde Lion beim Lesen der englischen Tageszeitung [[The Times|Times]] durch den Artikel &amp;#039;&amp;#039;Scouting as a sport&amp;#039;&amp;#039; („Pfadfinden als Sport“) auf den Gründer der Weltpfadfinderbewegung [[Robert Baden-Powell]] aufmerksam. Für den August desselben Jahres ist der Beginn des schriftlichen Kontaktes mit Baden-Powell nachweisbar. Der älteste bisher bekannte Brief von Baden-Powell ist auf den 23. August 1908 datiert. Kurz danach erschien Lions erste Pfadfinderschrift unter der Überschrift &amp;#039;&amp;#039;Koloniale Jugenderziehung&amp;#039;&amp;#039;. Sie behandelte das pfadfinderische Erziehungswesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während einer einmonatigen Studienreise durch England besuchte er 1908 in [[London]] für drei Tage Baden-Powell&amp;lt;ref&amp;gt;Terminkalendernotiz Baden-Powells vom 2. Oktober 1908&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Lion zu diesem Anlass mit dem Überreichen einer Pfadfinderlilie&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Unser Weg.&amp;#039;&amp;#039; Bundeszeitschrift des ÖPB, 18. Jahrgang 1937, Nr. 3, S. 39 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; in die Pfadfinderbewegung aufnahm. Im Mai 1909 veröffentlichte Lion gemeinsam mit [[Maximilian Bayer]] das &amp;#039;&amp;#039;Pfadfinderbuch&amp;#039;&amp;#039;, das ab 1911 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Jungdeutschlands Pfadfinderbuch&amp;#039;&amp;#039; weitere Auflagen erlebte. Mit diesem Buch, einer den deutschen Verhältnissen angepassten Übertragung von &amp;#039;&amp;#039;[[Scouting for Boys]]&amp;#039;&amp;#039;, prägte Lion den Begriff [[Pfadfinder]] als deutsche Übersetzung des englischen &amp;#039;&amp;#039;Boy Scout&amp;#039;&amp;#039;. Um die im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Reich]] entstandenen Pfadfindergruppen zusammenzufassen, wurde 1911 der [[Deutscher Pfadfinderbund (1911–1933)|Deutsche Pfadfinderbund]] gegründet, zu dessen Gründungsmitgliedern Lion zählte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Oktober und November 1912 kam es zu massiven Anwürfen gegen Bayer, Lion und [[Carl Freiherr von Seckendorff|von Seckendorff]] durch General [[Albano von Jacobi|von Jacobi]]. Er warf den Herausgebern des Pfadfinderbuches unter anderem Mangel an Vaterlandsliebe, Königstreue und religiösen Empfindungen vor. Von Jacobi ließ zu diesem Anlass sogar eine Schmähschrift drucken, die antisemitisch ausgelegt war und auf Lions jüdische Geburt anspielte. So spottete Jacobi vom Pfadfinderförderverein „Jugendsport in Feld und Wald“ als „Judensport in Wald und Feld“ und nannte den Pfadfinderförderer Generalkonsul [[Georg Baschwitz|Baschwitz]] einen „eitlen“, „jüdischen“ Herrn.&amp;lt;ref&amp;gt;Geheimes Staatsarchiv Berlin, I, 89 (2.2.1), 15593 Bd. 2).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1912 beteiligten sich Bayer, Lion und von Seckendorff als Autoren an dem von [[Elise von Hopffgarten]] herausgegebenen „Pfadfinderbuch für junge Mädchen“. Frei von patriotischen Parolen wollte es ein selbstbestimmtes Leben junger Frauen fördern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erster Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] wurde er [[Chefarzt]] des 12. Feldlazaretts im [[II. Königlich Bayerisches Armee-Korps|II. Armee-Korps]] und war stets bei der Bergung der Verwundeten in den vordersten Linien zu finden. Im Herbst desselben Jahres erhielt er das [[Eisernes Kreuz|Eiserne Kreuz]] II. Klasse. Ab 14. Oktober 1915 versetzte man ihn als Chefarzt zur 3. Sanitäts-Kompagnie der [[2. Königlich Bayerische Division|2. Infanterie-Division]]. Im Kampfraum von [[Lens]] und [[La Bassée]] versuchte er ebenfalls, die Verwundeten aus den Todeszonen zu bergen. Dafür erhielt er am 21. Dezember desselben Jahres das bayerische Verdienstkreuz II. Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1915 wurde Lion vom deutschen Stab im [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] angefordert. Dort hatte [[Colmar von der Goltz|Colmar Freiherr von der Goltz]], ein großer Förderer der deutschen Pfadfinderbewegung und Unterstützer Lions und Bayers kurze Zeit zuvor das Kommando der [[6. Armee (Osmanisches Reich)|6. osmanischen Armee]] ([[Mesopotamien]]) übernommen. Das Osmanische Reich stand auf der Seite der [[Mittelmächte]]. Dies führte zu einer Eskalation des Konfliktes um die arabische Halbinsel mit Großbritannien. Dessen Truppen operierten vornehmlich von Ägypten aus. Eine Landung an den [[Dardanellen]] schlug fehl, eine Landung bei [[Basra]] hingegen war erfolgreich. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Stab befahl die [[Osmanische Armee|türkische Heeresleitung]] eine türkische Expedition gegen den [[Suezkanal]], bei der Lion am 14. Januar 1916 als Chefarzt die Leitung des deutschen 212. Feldlazaretts übernahm. Ab April nahm er als Korpsarzt des osmanischen 1. Expeditionskorps unter Oberst [[Friedrich Kreß von Kressenstein (General der Artillerie)|Kreß von Kressenstein]] an dem Vorstoß durch die [[Sinaihalbinsel]] bis zum Suezkanal teil. Im August erkrankte Lion an der tropischen Ruhr. Im Oktober verlieh ihm der Sultan für sein ärztliches Engagement den [[Eiserner Halbmond|Eisernen Halbmond]]. Knapp einen Monat später kehrte er vom orientalischen Kriegsschauplatz nach München zurück, wo seine Familie inzwischen lebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1917 kehrte er als Chefarzt an die türkische Front zurück und erhielt im Juni die Silberne [[Liakat-Medaille]] mit Säbeln. Danach wurde Lion an der siebenbürgisch-rumänischen Front eingesetzt und machte zwischen September und November die Stellungskämpfe beim Verband der in der [[Bukowina]] liegenden [[Königlich Bayerische Kavallerie-Division|Kavallerie-Division]] mit. Nach dem Waffenstillstand an der Rumänischen Front war er ab 16. Dezember als [[Divisionsarzt]] wieder in Frankreich bei [[Reims]] und an der [[Somme]]. Für die Bergung Verwundeter unter großer Gefahr erhielt Lion als Divisionsarzt am 27. Mai 1918 das [[Das Eiserne Kreuz|Eiserne Kreuz]] I. Klasse und im August den [[Militärverdienstorden (Bayern)|Militärverdienstorden]] III. Klasse mit Schwertern. Zu Kriegsende befand er sich als Divisionsarzt der [[39. Königlich Bayerische Reserve-Division|39. Reserve-Division]] bei Stellungskämpfen in den [[Vogesen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weimarer Republik ===&lt;br /&gt;
Am 21. Januar 1919 trat Lion zunächst zum [[Grenzschutz Ost]] ([[45. Reserve-Division (Deutsches Kaiserreich)|45. Reserve-Division]], Insterburg) über, stellte am 23. Februar eine Freiwilligenkompagnie in Danzig-Langfuhr auf und nahm zwischen dem 2. Mai und dem 21. Juni als Führer der in [[Danzig]] rekrutierten Freikorps-Kompagnie im [[Freikorps Epp]] an der Zerschlagung der zweiten [[Münchner Räterepublik]] teil. Mit seinem Korps aus 200 Mann Infanterie und 20 Lanzenreitern zog Lion am 2. Mai durch das [[Karlstor (München)|Karlstor]] in München ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Entlassung aus der [[Reichswehr]] 1920 arbeitete Lion ab 1921 als praktischer Arzt und Badearzt im Kurort [[Oberhof]] in Thüringen. Er war zudem Inspekteur des [[Deutsches Rotes Kreuz|Deutschen Roten Kreuzes]] im Bezirk Gotha. Von 1923 bis 1926 war er aktives Mitglied der [[Deutsche Demokratische Partei|Deutschen Demokratischen Partei]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Lion den Großteil der 20er Jahre sich nicht aktiv bei den Pfadfindern engagierte, da er meinte das Pfadfindertum würde durch seine jüdische Herkunft und der „Rassenfrage“ zu sehr belastet werden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alexander Lion |Titel=Höhen und Tiefen des Lebens Autobiographisches und Selbsterzeugnisse des Mitbegründers der deutschen Pfadfinderbewegung |Auflage=1. Aufl |Ort=Baunach |Datum=2014 |ISBN=978-3-88778-414-0 |Seiten=99}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, wurde er 1928 wieder aktiv. Im Herbst 1928 nahm er Kontakt mit dem [[Bund der Reichspfadfinder]] auf. Dazu nahm er auf Gesuchen des [[Bund der Reichspfadfinder|Bundes der Reichspfadfinder und Späher]] und nach einer Einladung aus England am 3. [[Jamboree]] teil&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alexander Lion |Titel=Höhen und Tiefen des Lebens Autobiographisches und Selbsterzeugnisse des Mitbegründers der deutschen Pfadfinderbewegung |Auflage=1. Aufl |Ort=Baunach |Datum=2014 |ISBN=978-3-88778-414-0 |Seiten=99-100}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Danach gründete er eine kleine Gruppe in Oberhof&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alexander Lion |Titel=Höhen und Tiefen des Lebens Autobiographisches und Selbsterzeugnisse des Mitbegründers der deutschen Pfadfinderbewegung |Auflage=1. Aufl |Ort=Baunach |Datum=2014 |ISBN=978-3-88778-414-0 |Seiten=102}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 23. bis 26. Mai 1931 nahm er am 6. Bundeslager des [[Bund der Reichspfadfinder|Bundes der Reichspfadfinder]] auf der [[Burg Greene|Burgruine Greene]] bei Kreiensen teil. Beim anschließenden Arbeitslager leitete er als Generaloberarzt mit Unterstützung der Sanitätskolonne Kreiensen die Pfadfinderübungen zum Bereich Erste Hilfe. Nach einem Unfall im [[Brandleitetunnel]] nahe Oberhof leistete Lion am 1. August desselben Jahres unter Einsatz seines Lebens Rettungsmaßnahmen. Zudem half er, einige Bünde um den Jahreswechsel 1932/1933 zur [[Reichsschaft Deutscher Pfadfinder]] zusammenzuschließen&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
1935 wurden ihm aufgrund der [[Nürnberger Rassengesetze]] die [[Bürgerrechte]] entzogen, nach denen er als [[Jude]] eingestuft worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch während des [[Drittes Reich|Dritten Reichs]] erhielt Lion die Kontakte zu seinen ausländischen Pfadfinderfreunden aufrecht. Die [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] fand 1938 nach dem [[Anschluss Österreichs]] in [[Wien]] Briefe von ihm an [[Emmerich Teuber]]. Teuber hatte die nun belastenden Dokumente trotz Lions Bitte um sofortige Vernichtung aufbewahrt, die vor Kontakten zur [[Reichsjugendführung]] und zur [[Hitlerjugend|Hitler-Jugend]] warnten. Der Fund löste eine Verhaftungswelle unter den Pfadfindern aus. Lion wurde am 2. November 1938 von der Gestapo in [[Schwarzlack]]/[[Brannenburg]] abgeholt und nach langen Verhören am 19. November in die Gestapozentrale Berlin, [[Prinz-Albrecht-Straße]], verbracht. Von dort kam er im Februar 1939 in das [[Justizvollzugsanstalt Moabit|Untersuchungsgefängnis Moabit]] und wurde im Mai in das [[Justizvollzugsanstalt Neudeck|Untersuchungsgefängnis Neudeck in München]] gebracht. Dort wurde ihm gemeinsam mit Emmerich Teuber und dem Mitstreiter H. Prohaska vor einem Sondergericht der Prozess gemacht. Durch geschickte Prozessführung erreichte ihr Verteidiger eine nur zehnmonatige Strafe. Ab 1939 hielt sich Lion in [[Kolbermoor]] auf (Gasthof Pullach), wurde aber 1942 von einem parteitreuen Mitbürger anhand einer entstellten Äußerung denunziert, jedoch vom Kolbermoorer Bürgermeister persönlich in Sicherheit gebracht. Dieser hatte als [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]]-Mitglied in Erfahrung gebracht, dass ein Lynchkommando der [[Sturmabteilung|SA]] im Anmarsch war, welches „einen Juden ausheben wolle“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. April 1944 wurde Lions Bruder Richard und am 19. April 1945 dessen Frau Beatrice im [[KZ Bergen-Belsen|Konzentrationslager Bergen-Belsen]] ermordet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Gleich nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], vom Sommer 1945 bis zum 15. Oktober 1949, wurde Lion Leiter des Kreisjugendamtes in [[Bad Aibling]]. Von dort aus wirkte er am Aufbau des [[Bund Deutscher PfadfinderInnen|Bundes Deutscher Pfadfinder (BDP)]] mit, der ihn im Oktober 1948 zum Ehrenpräsidenten ernannte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er wurde zum Motor für den Wiederaufbau der Pfadfinderbewegung, zunächst in Bayern, aber mit Wirkung für ganz Deutschland. Mit seiner Hilfe konnte zwischen dem 8. und 10. Juni 1946 das erste genehmigte Pfadfinderlager der Nachkriegszeit im Isartal nahe München stattfinden. Im selben Jahr wurde unter der Ehrenpräsidentschaft Lions in Bayern der Bund Deutscher Pfadfinder gegründet. Im Juli und August desselben Jahres fand ein Pfadfinderlager mit Gruppen aus Westdeutschland (München, Köln, Hessen) am Chiemsee statt. Am 16. Oktober 1946 wurde vom Radio München ein Vortrag Lions über die Pfadfinderbewegung verbreitet. Im selben Jahr wurde er als „Verfolgter des Nationalsozialistischen Regimes“ anerkannt. Zwischen 1946 und 1948 war er Mitglied der [[Spruchkammerverfahren|Spruchkammer]] für [[Entnazifizierung]] in Bad Aibling.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. April 1947 wurde er zum Ehrenmitglied des neu gegründeten [[Österreichischer Pfadfinderbund|Österreichischen Pfadfinderbundes]] ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 3. bis 13. August 1951 nahm er am 7. [[Jamboree|World Jamboree]] auf dem Gelände des ehemaligen Obersalzkammer-Golfklubs von [[Bad Ischl]] ([[Österreich]]) teil. Im selben Jahr, am 15. Dezember, verlieh ihm der Bundesfeldmeister des BDP, [[Kajus Roller]], die goldene [[Lilie (Pfadfinder)|Rautenlilie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1961 setzte er sich in zahlreichen Briefen und Diskussionen für eine Vereinigung des BDP mit dem neuen [[Deutscher Pfadfinderbund (1945)|Deutschen Pfadfinderbund]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alexander Lion starb am 3. März 1962 auf [[Schloss Elmischwang]]. Er wurde auf dem Friedhof von [[Fischach]] beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrung ==&lt;br /&gt;
Wie andere prägende deutsche Pfadfinder- und Jugendführer erhielt Alexander Lion einen Gedenkstein auf dem vom [[Nerother Wandervogel – Bund zur Errichtung der Rheinischen Jugendburg|Nerother Wandervogel]] initiierten &amp;#039;&amp;#039;Ehrenhain der Deutschen Jugendbewegung&amp;#039;&amp;#039; bei [[Burg Waldeck (Hunsrück)|Burg Waldeck]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Pfadfindergeschichte im deutschsprachigen Raum#Deutschland|Pfadfindergeschichte im deutschsprachigen Raum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen über den Keimgehalt und die Desinfection benutzter Bücher.&amp;#039;&amp;#039; Inaugural-Dissertation, Stahelsche königliche Hof. Buchdruckerei, Würzburg 1895.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Kulturfähigkeit des Negers und die Erziehungsaufgaben der Kulturnationen.&amp;#039;&amp;#039; Süsserott, Berlin 1908 (&amp;#039;&amp;#039;[[Koloniale Abhandlungen]]&amp;#039;&amp;#039; 15)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tropenhygienische Ratschläge.&amp;#039;&amp;#039; Verlag der Aerztlichen Rundschau, Otto Gmelin, München 1907. 2. Auflage 1914.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Pfadfinderbuch.&amp;#039;&amp;#039; Reprint. Deutscher Spurbuchverlag, Baunach 1987, ISBN 3-88778-164-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Wie werde ich Pfadfinder.&amp;#039;&amp;#039; Deutsche Sportbücherei Band 8/9. Grethlein &amp;amp; Co., Leipzig und Zürich 1920.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hartmut Bartmuß]]: &amp;#039;&amp;#039;Alexander Lion. Arzt, Sanitätsoffizier, Pfadfinder.&amp;#039;&amp;#039; Hentrich &amp;amp; Hentrich, Berlin 2017, ISBN 978-3-95565-233-3.&lt;br /&gt;
* Stephan Schrölkamp: &amp;#039;&amp;#039;Gründerväter der Pfadfinderbewegung.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Spurbuch, Baunach 2005, ISBN 3-88778-226-7.&lt;br /&gt;
* Stephan Schrölkamp (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alexander Lion. Höhen und Tiefen des Lebens.&amp;#039;&amp;#039; Spurbuch, Baunach 2014, ISBN 978-3-88778-414-0.&lt;br /&gt;
* Karl Seidelmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Pfadfinder in der Deutschen Jugendgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Darstellung.&amp;#039;&amp;#039; Schroedel, Hannover 1977, ISBN 3-507-38037-4.&lt;br /&gt;
* Karl Seidelmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Pfadfinder in der Deutschen Jugendgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Teil 2,1: &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Dokumente aus der Zeit bis 1945.&amp;#039;&amp;#039; Schroedel, Hannover 1980, ISBN 3-507-38038-2.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Jüdische Friedhof Schönhauser Allee, Berlin.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, bearbeitet von Jörg Kuhn und Fiona Laudamus. Berlin 2011.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|117675911}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=117675911|LCCN=n2018181692|VIAF=315524551}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lion, Alexander}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeinmediziner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Badearzt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanitätsoffizier (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Aufstand der Herero und Nama]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (III. Klasse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Halbmondes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Freikorps-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Pfadfinderbewegung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1870]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1962]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lion, Alexander&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Lion, Alexander Franz Anton (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Arzt und Pfadfinder&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. Dezember 1870&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. März 1962&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Schwabmünchen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;BlackEyedLion</name></author>
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