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	<title>Aleksander Kulisiewicz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T22:44:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Aleksander_Kulisiewicz&amp;diff=946139&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Vfb1893: BKL Wawel aufgelöst</title>
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		<updated>2025-02-12T20:55:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;BKL &lt;a href=&quot;/index.php?title=Wawel&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Wawel (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Wawel&lt;/a&gt; aufgelöst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aleksander Tytus Kulisiewicz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[7. August]] [[1918]] in [[Krakau]]; † [[12. März]] [[1982]] ebenda) war ein [[Polen|polnischer]] [[Journalist]] und [[Gesang|Sänger]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Lagerhaft ==&lt;br /&gt;
Aleksander Kulisiewicz wuchs in Krakau auf. Seine Mutter Isabella war Musiklehrerin, spielte Piano und Geige und stammte aus [[Ungarn]]. Auch Aleksander erlernte das Geigenspiel, musste das Instrument jedoch nach einem Stromunfall aufgeben. Nach dem frühen Tod der Mutter zog der siebenjährige Junge mit seinem Vater, einem Gymnasiallehrer, in das damals [[Schlesien|schlesische]] [[Karviná|Karwin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Abitur schloss sich Kulisiewicz, der bereits als Kunstpfeifer aufgetreten war, einem Studentenensemble an und unternahm Tourneen nach Ungarn, [[Rumänien]] und [[Bulgarien]]. Mit einem Zirkus, wo er der Assistent eines [[Clown]]s namens Max Winkler war, kam er bis nach Wien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im von [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|Deutschland besetzten Polen]] studierte Kulisiewicz [[Rechtswissenschaft|Jura]] und verdiente etwas Geld als Journalist. Zu dieser Zeit war er Mitglied des &amp;#039;&amp;#039;Polnischen Demokratischen Jugendbundes&amp;#039;&amp;#039; (ZMPD). Als Reaktion auf einen Artikel von ihm mit dem Titel „Heil Butter! – Genug [[Adolf Hitler|Hitler]]!“ wurde er 1939, 21-jährig, verhaftet und 1940 von der [[Gestapo]] ins [[KZ Sachsenhausen]] verschleppt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell wurde er dort als Sänger bekannt und schloss sich dem ebenfalls inhaftierten Komponisten [[Rosebery d’Arguto]] an. Wegen seines guten Gedächtnisses vertrauten ihm zahlreiche Mithäftlinge ihre ureigenen und persönlichen Lieder an, die Kulisiewicz auswendig lernte. Kulisiewicz selbst schrieb 50 Lagerlieder sowie 130 Gedichte und vertonte dreizehn Texte anderer Autoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er überlebte die Haft und begann nach der Befreiung 1945, alle diese Lieder zu dokumentieren. Dazu diktierte er im Krankenhaus von Krakau seiner Krankenschwester 716 Seiten Liedgut in vier Sprachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg konnte sich Kulisiewicz als Interpret von KZ-Liedern („Der Sänger aus der Hölle“) international einen Namen machen. Seine Darbietung zielte darauf ab, die Lieder nicht zu glätten und gesanglich möglichst dem anzunähern, wie sie (oft unter Lebensgefahr) in den Lagerbaracken gesungen wurden: mit brüchiger Stimme, ohne Rücksicht auf Wohllaut und Harmonie. Hinzu kam, dass Kulisiewicz in [[KZ-Häftlingskleidung|KZ-Uniform]] auf der Bühne erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Auftritte bewegten das Publikum. So konnten wenigstens einige seiner ermordeten Mithäftlinge durch die Erinnerung an ihre Lieder überleben. Bekannt wurde vor allem der &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Todessang&amp;#039;&amp;#039; (1942) des 1943 in Auschwitz ermordeten Rosebery d&amp;#039;Arguto, den Kulisiewicz immer wieder bei Konzerten interpretierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für seinen Lebensunterhalt arbeitete Kulisiewicz als Korrespondent und Redakteur bei polnischen Zeitschriften. Auf Reisen durch Polen und in andere osteuropäische Länder führte er Gespräche mit Überlebenden und trug ein umfangreiches Archiv zusammen. Auf Mikrofilmen, 52.000 Metern Tonband und in 800 Mappen dokumentierte er die Entstehungsgeschichte von über 600 polnischen KZ-Liedern und 200 Liedern von Häftlingen anderer Nationen. Das Archiv enthält auch Skizzen, Aquarelle, Reproduktionen von Plastiken und Gedichte aus 21 verschiedenen Konzentrationslagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine ersten Auftritte in Westeuropa hatte Kulisiewicz in [[Italien]], im Theater von [[Bologna]]. Mit dem Liedermacher [[Peter Rohland]] trat er in [[München]] und [[Stuttgart]] auf. Konzertreisen führten ihn auch in die [[Vereinigte Staaten|USA]]. 1964 nahm die [[Akademie der Künste der DDR|Deutsche Akademie der Künste]] in [[Ost-Berlin|Berlin]] Kontakt mit ihm auf. 1967 trat er auf dem [[Burg-Waldeck-Festivals|Waldeck-Festival &amp;#039;&amp;#039;Das engagierte Lied&amp;#039;&amp;#039;]] auf der [[Burg Waldeck (Hunsrück)|Burg Waldeck]] auf. 1968 sang er auf den [[Internationale Essener Songtage|Internationalen Essener Songtagen]]. In der [[Tschechoslowakei]] wurde sein Leben verfilmt; in [[Japan]] entstand ein Bildband über sein Leben. Im kommunistischen Polen fand er wenig Anerkennung. Lediglich Sendungen mit polnischen [[Volkslied]]ern wurden vom staatlichen Rundfunk produziert. Erst kurz vor seinem Tod erschien in Polen eine Langspielplatte mit KZ-Liedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die letzten Jahre ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Alter war Kulisiewicz als Diabetiker auf ständige Pflege durch seinen Sohn Krzysztof Kulisiewicz und die Krankenschwester Anna Urbas angewiesen. Sein letzter Besuch in Deutschland fand im August 1981 anlässlich des [[Bardentreffen]]s in [[Nürnberg]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aleksander Kulisiewicz starb am 12. März 1982 in Krakau, wo er am 18. März auf dem Salwatorfriedhof zu Füßen des [[Wawelhügel|Wawels]] beigesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zitate ==&lt;br /&gt;
* „Die Nazizeit habe ich überlebt, aber das KZ habe ich nie verlassen.“ (Aleksander Kulisiewicz)&lt;br /&gt;
* „Nun stand er vor uns. Und man hatte das Gefühl, was wir da so machen, das ist ein ziemlich dürftiges Kunstgewerbe mit dem Anspruch einer ungeheueren Aussage. Dieser Mann aber – da ging es nicht mehr um Kunst, auch nicht mehr um Aussage, da wurde plötzlich etwas sichtbar: das, wogegen wir schreiben und singen, hatte dieser Mann mit allen Qualen schon hinter sich.“ ([[Hanns Dieter Hüsch]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* 1965 verlieh die DDR die [[Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945|Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus]] an Aleksander Kulisiewicz&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Il canzoniere internazionale dei ribelli.&amp;#039;&amp;#039; Edizioni Discografiche DNG (LP), Turin 1965.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Canti dei Lager, di esilio e di prigiona.&amp;#039;&amp;#039; Raccolti et annotati a cura di [[Sergio Liberovici]]. I Dischi dei Solo (LP), Mailand 1966.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lieder aus der Hölle.&amp;#039;&amp;#039; Da Camera Song (LP, SM&amp;amp;nbsp;96011), Heidelberg 1981.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Alex singt polnische Volkslieder.&amp;#039;&amp;#039; Da Camera Song (LP, SM&amp;amp;nbsp;95018), Heidelberg 1968.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Chants de la déportation.&amp;#039;&amp;#039; [[Le Chant du Monde]] (LP, LDX&amp;amp;nbsp;74552), Paris 1975.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Songs from the Depths of Hell.&amp;#039;&amp;#039; Folkways Records (LP, FSS&amp;amp;nbsp;37700), New York 1979. [Neuauflage:] Folkways Cassette Series 37700, Washington 1993.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sadly Whisper the Leaves of the Willow: Polish Partisan and Folk Songs.&amp;#039;&amp;#039; Folkways Records (LP, FSS 37340), New York 1980.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Pieśni obozowe. Z hitlerowskich obozów koncentracynich.&amp;#039;&amp;#039; Polskie Nagrania muza (LP, SX&amp;amp;nbsp;1715), Warschau 1981.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Adresse: Sachsenhausen. Literarische Momentaufnahmen aus dem KZ.&amp;#039;&amp;#039; Claudia Westermann (Hrsg.), Übersetzung [[Bettina Eberspächer]]. [[Bleicher Verlag]], [[Gerlingen]] 1997, ISBN 3-88350-731-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Stephan Rögner: &amp;#039;&amp;#039;Ein Pole widmete sein Leben dem antifaschistischen Kampf.&amp;#039;&amp;#039; In: folkmagazin. Zeitschrift für Folk Song Kabarett, Jg.&amp;amp;nbsp;9 (1982), Nr.&amp;amp;nbsp;1–2, S.&amp;amp;nbsp;3&amp;amp;nbsp;ff.&lt;br /&gt;
* Andrea Baaske: &amp;#039;&amp;#039;„Lieder aus der Hölle.“ Die musikalische Rezeption des Aleksander Kulisiewicz in der bundesdeutschen Folkbewegung.&amp;#039;&amp;#039; Magisterarbeit, Freiburg i.&amp;amp;nbsp;Br.&amp;amp;nbsp;1996&lt;br /&gt;
* Wieland Ulrichs: &amp;#039;&amp;#039;Konzentrationslager und ihre Lieder.&amp;#039;&amp;#039; In: Politisches Lernen, Jg.&amp;amp;nbsp;2003, H.&amp;amp;nbsp;1–2, S.&amp;amp;nbsp;123–137&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|115717846|TYP=Werke von und über}}&lt;br /&gt;
* [http://baza-nazwisk.de/suche.php?data=10372&amp;amp;hits=66746&amp;amp;ds=15777&amp;amp;title=Kulisiewicz,%20Aleksander Kulisiewicz, Aleksander in: Polnische Personendatenbank]&lt;br /&gt;
* [https://www.ushmm.org/collections/the-museums-collections/collections-highlights/music-of-the-holocaust-highlights-from-the-collection/music-of-the-holocaust/aleksander-kulisiewicz Songs of the ghettos, concentration camps, and World War II partisan outposts (englisch)]&lt;br /&gt;
* [https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn84950 Sammlung im United States Holocaust Memorial Museum]&lt;br /&gt;
* Dorota Danielewicz-Kerski: [https://www.deutschlandfunk.de/vor-100-jahren-geboren-stimme-fuer-die-opfer-der-ns.871.de.html?dram:article_id=424792 Vor 100 Jahren geboren: Stimme für die Opfer der NS-Terrorherrschaft], deutschlandfunk.de, 7. August 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=115717846|LCCN=n/81/6744|VIAF=79383596}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kulisiewicz, Aleksander}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sänger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liedermacher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lyrik]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Überlebender des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiker (Polen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Krakau)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pole]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1918]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1982]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kulisiewicz, Aleksander&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kulisiewicz, Aleksander Tytus (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=polnischer Journalist und Sänger&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=7. August 1918&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Krakau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. März 1982&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Krakau]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Vfb1893</name></author>
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