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	<title>Albert Widmann - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T01:40:50Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Cholo Aleman: +  lit ndb</title>
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		<updated>2026-04-25T19:17:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+  lit ndb&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Albert Widmann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[8. Juni]] [[1912]] in [[Stuttgart]]; † [[24. Dezember]] [[1986]] in [[Stuttgart]]-[[Stammheim (Stuttgart)|Stammheim]]) war ein deutscher Chemiker. Er war Mitarbeiter im [[Kriminaltechnisches Institut der Sicherheitspolizei|Kriminaltechnischen Institut der Sicherheitspolizei]] (KTI), zur [[Zeit des Nationalsozialismus]] [[SS-Sturmbannführer]] und Leiter des Referats für Chemie und Biologie im [[Reichssicherheitshauptamt]] (RSHA). Für [[NS-Krankenmorde]] entwickelte er die Vergasung mit [[Kohlenstoffmonoxid|CO]]-Gas und erprobte 1941 für die [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD]] im [[Generalbezirk Weißruthenien]] die Tötung von Menschen mit Sprengstoff und Gas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Studium ==&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Lokomotivführers studierte [[Chemie]] an der [[Universität Stuttgart|Technischen Hochschule Stuttgart]] und trat als Student 1931 dem Stuttgarter [[Wingolf]] bei. Nach seinem Studium arbeitete er anschließend an der TH Stuttgart als wissenschaftlicher Assistent im Organisch-Pharmazeutischen Institut. Im September 1938 promovierte Widmann zum [[Dr.-Ing.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon als Student war Widmann dem [[Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps|Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps]] beigetreten. Zum 1. Mai 1937 wurde er Mitglied der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 5.454.700).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;LG Stuttgart, 15. September 1967&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Justiz und NS-Verbrechen]] – Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1999.&amp;#039;&amp;#039; Bd. XXVI, ISBN 3-598-23817-7, S. 555.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Kriminaltechnischen Institut ==&lt;br /&gt;
Der Leiter des [[Kriminaltechnisches Institut der Sicherheitspolizei|Kriminaltechnischen Instituts der Sicherheitspolizei]] (KTI) im [[Reichskriminalpolizeiamt]] (RKPA) [[Walter Heeß]] holte Widmann zur Aufklärung eines Sprengstoffunglücks nach Berlin. Heeß hatte ebenfalls an der Technischen Hochschule Stuttgart studiert, war dem Organisch-Pharmazeutischen Institut nach wie vor verbunden und war [[Bundesbruder]] von Widmann im Stuttgarter [[Wingolfsbund]]. Er kannte daher Widmann und stellte ihn nach dessen Bewährung ab dem 1. September 1938 als [[Wissenschaftlicher Mitarbeiter|wissenschaftlichen Mitarbeiter]] für das Fachgebiet Chemie im KTI ein. Nach seinem Antritt dort, wurde Widmann im Rang eines [[SS-Untersturmführer]]s in die [[Schutzstaffel|SS]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv Koblenz, SS-Officer Akte Albert Widmann, siehe Literatur: Wildt, S. 325.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Jahr später wurde das Reichskriminalhauptamt mitsamt dem KTI im September 1939 ins [[Reichssicherheitshauptamt]] integriert. Das KTI wurde als Amt V zu einem Amt des Sicherheitshauptamtes. Zuletzt war Widmann Referatsleiter des Referates V D 2 (Chemie und Biologie) im KTI.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mitarbeit bei der „Euthanasie“-Aktion ==&lt;br /&gt;
Widmann wurde nach eigener Aussage vom Leiter des Reichskriminalpolizeiamtes [[Arthur Nebe]] beauftragt, Gift für die „[[Euthanasie-Aktion]]“ zu beschaffen und mit der [[Kanzlei des Führers]] zusammenzuarbeiten, die intern die Aktion führte und steuerte, die nach dem Krieg die Bezeichnung [[Aktion T4]] erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Urteil des [[Landgericht Stuttgart|Landgerichts Stuttgart]] heißt es dazu:&amp;lt;ref&amp;gt;Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 15. September 1967 Ks. 19/62, siehe Weblink und Literatur: Klee &amp;#039;&amp;#039;„Euthanasie“ im NS-Staat.&amp;#039;&amp;#039; S. 84/85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text= Bereits im Planungsstadium informierte Nebe […] den Angeklagten darüber, dass die Euthanasie beschlossene Sache sei, und dass das KTI hierbei eine beratende Funktion zu übernehmen habe. Die Fragen des Angeklagten, ob Menschen oder Tiere getötet werden sollten, tat Nebe mit dem Hinweis ab, dass weder Menschen noch Tiere, sondern ‚Tiere in Menschengestalt‘ getötet würden. Auf Frage des Angeklagten wies Nebe darauf hin, dass ihn (den Angeklagten) keine Verantwortung treffe und dass das Ganze durch ein Gesetz legalisiert werde. Kurz darauf wurde der Angeklagte zur Kanzlei des Führers bestellt und dort von Brack &amp;#039;&amp;#039;[Oberdienstleiter [[Viktor Brack]], Leiter des Hauptamtes II der Kanzlei des Führers, d.V.]&amp;#039;&amp;#039;, wahrscheinlich im Beisein von [[Hans Hefelmann|Dr. Hefelmann]], [[Richard von Hegener|von Hegener]] und [[Arthur Nebe|Nebe]], in das Euthanasieprogramm eingeweiht und um seinen Rat als Chemiker hinsichtlich der in Betracht kommenden Mittel und deren tödliche Dosis angegangen.&lt;br /&gt;
Zur Debatte standen u.&amp;amp;nbsp;a. [[Morphin|Morphium]], [[Scopolamin]], [[Cyanwasserstoff|Blausäure]] und CO-Gas. Da sich der Angeklagte früher bereits mit einem Fall von CO-Vergiftung hinsichtlich Wirkung und Nachweisbarkeit eingehend beschäftigt und darüber einen Bericht, der an sämtliche kriminaltechnischen Institute im Reich gehen sollte, verfaßt hatte, schlug er schließlich – möglicherweise nach entsprechenden Versuchen an Tieren im KTI – Brack die Verwendung von reinem CO-Gas zur Tötung der vorgesehenen [[Geisteskrankheit|Geisteskranken]] vor. Zur praktischen Durchführung riet er, das Gas nachts in die Krankensäle einzuleiten und so die betreffenden Geisteskranken einzuschläfern.&lt;br /&gt;
Bei einer weiteren Besprechung bei Brack in der Kanzlei des Führers wurde der Angeklagte, was ihm schon [[Arthur Nebe|Nebe]] angedeutet hatte, beauftragt aus Tarnungsgründen die Beschaffung und Lieferung des CO-Gasflaschen durch das KTI zu übernehmen, da derartige Bestellungen, ohne dass Argwohn aufkomme, nicht von einer Parteidienststelle, insbesondere nicht von der Kanzlei des Führers, erfolgen könnten.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Probevergasung}} „Probevergasung“ im Zuchthaus Brandenburg ==&lt;br /&gt;
Widmann war auch beteiligt bei einer ersten „Probevergasung“ von Kranken im Januar 1940 im [[Altes Zuchthaus (Brandenburg an der Havel)|alten Zuchthaus Brandenburg]], an der unter anderem die „Euthanasie“-Beauftragten [[Adolf Hitler|Hitlers]], [[Karl Brandt (Mediziner)|Karl Brandt]] und [[Philipp Bouhler]], sowie [[Leonardo Conti (Mediziner)|Leonardo Conti]], der für Gesundheitsfragen zuständige Staatssekretär des Reichsministeriums des Innern, teilnahmen. Widmann erteilte den mit der Ausführung vorgesehenen Ärzten Anweisungen. Durch ein Guckloch in der Türe zur Gaskammer konnten sie Wirkung und Dauer des Vergasungsprozesses beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der KTI zur Kanzlei des Führers abgestellt war der Chemiker [[August Becker (Chemiker)|August Becker]]. In einer Aussage im Verfahren gegen [[Werner Heyde]], erster [[T4-Gutachter|T4-Obergutachter]], schilderte Becker diesen Vorgang ausführlich. Er hielt fest, dass [[Irmfried Eberl|Eberl]] und [[Ernst Baumhard|Baumhart]] über den Vorgang unterrichtet wurden, dass abschließend [[Viktor Brack]] und [[Karl Brandt (Mediziner)|Brandt]] den Versuch als gelungen bezeichneten&amp;lt;ref&amp;gt;Heyde-Akte Seiten 293 ff., Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. Ks 2/63, zitiert nach [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;„Euthanasie“ im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;, Seiten 110/111.&amp;lt;/ref&amp;gt; und dass Widmann daraufhin die Lieferungen des erforderlichen [[Kohlenmonoxyd]]gases für die Tötungsanstalten sicherstellte. Das Gas bezog Widmann vom [[Ludwigshafen am Rhein|Ludwigshafener]] Werk der [[I.G. Farben]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Albert Widmann war auch als Fachmann für den technischen Betrieb der Tötungsanstalten gefragt. Als aus dem Schornstein der [[NS-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein]] 5 m hohe Flammen herausschlugen, konstatierte er: {{&amp;quot;|Was den Schornstein des Krematoriums anging, so habe ich gesagt, dass die hohen Flammen daher rührten, dass zu viele Leichen auf einmal verbrannt worden sein müßten.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Aussage Widmann am 11. Januar 1960 vor dem Untersuchungsrichter des Landgerichts Düsseldorf, UR I 13/59, zitiert nach Klee &amp;#039;&amp;#039;„Euthanasie“ im NS-Staat.&amp;#039;&amp;#039; S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Zahngold-Verwertung]] der Opfer in den NS-Tötungsanstalten war ebenfalls Widmann befasst: Er ließ das Zahngold einschmelzen, an die [[Degussa|DEGUSSA]] liefern und führte den Gegenwert der [[Zentraldienststelle T4]] zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technische Unterstützung der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD ==&lt;br /&gt;
Für die Aufgaben der [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD]] zur „[[Sonderbehandlung]]“ der potentiellen Gegner; d.&amp;amp;nbsp;h. der Liquidierung der „reichsfeindlichen Elemente“ und aller „rassisch Minderwertigen“, war ebenfalls die Hilfe des KTI gefragt. [[Reichsführer SS]] [[Heinrich Himmler]] beauftragte, nachdem er persönlich an einer Erschießung von 100 Personen im [[Ghetto Minsk]] teilgenommen hatte, Arthur Nebe mit der Suche nach „besseren“ Möglichkeiten, Menschen in großer Zahl zu töten, ohne dass es für die Exekutoren zu [[Belastung (Psychologie)|psychischen Belastungen]] käme, die zunehmend die Effizienz ihres Auftrages beeinträchtigten. Nebe schlug Himmler daher bei der anschließenden Besichtigung einer Irrenanstalt vor, deren Insassen nicht zu erschießen, sondern mit [[Sprengstoff]] zu töten. Hierzu ließ er Widmann mit Sprengstoff und zwei Metallschläuchen nach [[Minsk]] kommen. Nach Rücksprache mit dem Leiter der KTI, Walter Heeß, begab sich Widmann mit 400&amp;amp;nbsp;kg Sprengstoff nach [[Russland]]. Aus den Metallschläuchen sollten die Opfer gegebenenfalls durch Autoabgase getötet werden, da ein Transport der zu diesem Zweck üblichen Kohlenmonoxidgasflaschen nach Russland nicht praktikabel erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Aussage vor dem Untersuchungsrichter I beim [[Landgericht Düsseldorf]] am 11. Januar 1960 schilderte Widmann seinen Aufenthalt mit Nebe in Russland zu Beginn des [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Russlandfeldzuges]], seinen Aufenthalt in Irrenanstalten in [[Minsk]] und [[Mahiljou|Mogilew]] und seine Beteiligung an der dortigen Vergasung von Anstaltsinsassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Landgericht Düsseldorf, UR I 113/59, zitiert nach Literatur: Klee &amp;#039;&amp;#039;Dokumente zur „Euthanasie“.&amp;#039;&amp;#039; S. 265 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Urteil vom 15. September 1967 kam das Landgericht Stuttgart teilweise zu einer anderen Einschätzung und Bewertung der Teilnahme Widmanns an den geschilderten Geschehnissen.&amp;lt;ref&amp;gt;Urteil des Schwurgerichts Stuttgart vom 15. September 1967 Ks 19/62 gegen Albert Widmann, siehe Weblink.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung von vergifteter Munition ==&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1944 begann Widmann mit der Entwicklung von Giftgeschossen. Ein im April geplanter Versuch im KTI in der Sensengasse, an dem vermeintlichen Kriminellen [[Bruno Lüdke]] vergiftete Munition zu erproben, wozu Widmann mit dem SS-Gruppenführer und Chef des Reichskriminalhauptamtes [[Arthur Nebe]] angereist war, scheiterte daran, dass dieser bereits zuvor infolge eines anderen Experiments zu Tode gekommen war.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 328.&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Entwicklung von Giftgeschossen zeigte besonders die 1943 neu gebildete Amtsgruppe VI S (Sabotage- und Kommandoaktionen) von [[Otto Skorzeny]] großes Interesse. In einem Vermerk vom 11. April 1944 über ein Gespräch mit SS-Hauptsturmführer Faulhaber und der Übergabe von 30 der nach Art. 23 der [[Haager Landkriegsordnung]] verbotenen Geschosse beschrieb Widmann die Wirkung so: {{&amp;quot;|Beim Auftreffen des Geschosses auf das Ziel zerplatzt es, reißt große Wunden und verletzt sehr wahrscheinlich eine große Anzahl von Blutgefäßen.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv Koblenz, R 58/1060, Blatt 18, zitiert nach siehe Literatur: Wildt, S. 333.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das KTI besaß eine Außenstelle im [[KZ Sachsenhausen]], um dort [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|Menschenversuche]] an [[KZ-Häftling|Häftlingen]] vorzunehmen. Zusammen mit [[Joachim Mrugowsky]], dem obersten Hygieniker beim [[Reichsarzt SS]], war Widmann an einem Menschenversuch mit den vergifteten Geschossen an fünf zum Tode verurteilten Männern beteiligt. Drei der Opfer starben erst nach zweistündigen Qualen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirksamkeit von Widmanns Entwicklung konnte der neue Chef des RSHA, [[Ernst Kaltenbrunner]], Himmler am 18. Mai 1944 mit dem Bemerken melden: {{&amp;quot;|Versuche mit dem Geschoß haben ergeben, dass ein Mensch auch bei leichter Verwundung eingeht.}}&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv Koblenz, R 58/1060, Blatt 22, zitiert nach siehe Literatur: Wildt, S. 333/334.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach dem Krieg ==&lt;br /&gt;
Nach [[Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht|Kriegsende]] wurde Widmann von der [[US Army]] für einige Tage [[Internierung|interniert]] und arbeitete danach in einer Lackfabrik. Da er wesentliche Teile seiner Rolle in der NS-Zeit verschwiegen hatte, wurde er im Zuge der [[Entnazifizierung]] im Juli 1947 von der [[Spruchkammerverfahren|Spruchkammer]] Leonberg als [[Mitläufer]] eingestuft und als solcher zu einer Sühneleistung von lediglich 100 [[Reichsmark|RM]] verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Spruchkammerverfahrensakte Albert Widmann im [[Staatsarchiv Ludwigsburg]] [https://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1572946 Bestand EL 902/14 Bü 9999]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er hatte sich bereits zum Chefchemiker emporgearbeitet, als er schließlich im Januar 1959 verhaftet wurde. Vor dem [[Landgericht Düsseldorf]] wurde er wegen der Herstellung von Giftmunition und der Durchführung von Menschenversuchen im [[KZ Sachsenhausen]] angeklagt. Mit Urteil vom Mai 1961 wurde Widmann wegen [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] zum [[Mord]] mit fünf Jahren [[Zuchthaus]] belegt. Nach einer Revisionsentscheidung des [[Bundesgerichtshof]]es verurteilte das Landgericht Düsseldorf Widmann am 10. Oktober 1962 nach einem erneuten Verfahren zu drei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus. Das Urteil wurde rechtskräftig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gleichen Jahr erhob die [[Staatsanwaltschaft]] [[Stuttgart]] Anklage wegen der Beteiligung Widmanns an den „Euthanasie“-Morden und den Ermordungen von Kranken in [[Mahiljou|Mogilew]] und [[Minsk]] im August 1944. Widmann wurde deshalb vom Landgericht Stuttgart am 15. September 1967 zu sechs Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Durch Anrechnung der früheren Haftstrafe und der Untersuchungshaft wurde die Strafverbüßung gegen Zahlung von 4000 [[Deutsche Mark|DM]] an eine Behinderteneinrichtung ausgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Abmayr (Journalist)|Hermann G. Abmayr]]: &amp;#039;&amp;#039;Albert Widmann. Chemiker der Vernichtung.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann G. Abmayr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Stuttgarter NS-Täter. Vom Mitläufer bis zum Massenmörder; „wir haben nur unsere Pflicht getan für Volk und Vaterland“.&amp;#039;&amp;#039; Schmetterling Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-89657-136-6, S. 69–73 ([http://www.schmetterling-verlag.de/download.php?id=3-89657-136-2&amp;amp;mode=3 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[Raul Hilberg]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Vernichtung der europäischen Juden]].&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1990, Fischer-Taschenbuchverlag, ISBN 3-596-24417-X.&lt;br /&gt;
* [[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;„Euthanasie“ im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;. 11. Auflage. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-596-24326-2.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Dokumente zur „Euthanasie“.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. 1985, Fischer Taschenbuchverlag, ISBN 3-596-24327-0.&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Albert Widmann.&amp;#039;&amp;#039; In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Personenlexikon zum Dritten Reich]]. Wer war was vor und nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Aktualisierte Ausgabe. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16048-0.&lt;br /&gt;
* [[Eugen Kogon]], [[Hermann Langbein]], [[Adalbert Rückerl]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt 1986, Fischer Taschenbuch, ISBN 3-596-24353-X.&lt;br /&gt;
* [[Michael Wildt]]: &amp;#039;&amp;#039;Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes.&amp;#039;&amp;#039; [[Hamburger Edition]], Hamburg 2002, ISBN 3-930908-75-1.&lt;br /&gt;
* {{NDB|28|34|35|Widmann, Albert Gottlob |Florian Schmaltz|127544038}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|127544038}}&lt;br /&gt;
* [http://www.nizkor.org/ftp.cgi/people/ftp.py?people//w/widmann.albert/Sentence-on-A.Widmann.txt Auszug aus dem Urteil des Schwurgerichts Stuttgart vom 15. September 1967 gegen Dr. Albert Widmann] beim [[Nizkor Project]]&lt;br /&gt;
* [https://www.landesarchiv-bw.de/stal/grafeneck/index.htm „Tötung in einer Minute“. Quellen zur Euthanasie] im [[Staatsarchiv Ludwigsburg]]&lt;br /&gt;
* {{Der Spiegel|ID=46450716|Titel=Andere Art|Jahr=1967|Nr=14|Seiten=36}}&lt;br /&gt;
* [[Mathias Beer]]: [https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1987_3.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die Entwicklung der Gaswagen beim Mord an den Juden.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039; (PDF; 7,58&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* [https://www.kontextwochenzeitung.de/pulsschlag/43/chemiker-der-vernichtung-1210.html Hermann G. Abmayr: Chemiker der Vernichtung] bei [[Kontext: Wochenzeitung]] (mit Abb.).&lt;br /&gt;
* [https://wir-schroeders.de/abmayr/index.php?nr=04#widmann Hermann G. Abmayr: Chemiker der Vernichtung] (Buch, Leseprobe).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=127544038|VIAF=8411917}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Widmann, Albert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Aktion T4)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Weißrusslands 1941–1944)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSKK-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichskriminalpolizeiamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im Wingolf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1912]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1986]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Widmann, Albert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher SS-Sturmbannführer und Referatsleiter im Reichssicherheitshauptamt&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=8. Juni 1912&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Stuttgart]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. Dezember 1986&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Stammheim (Stuttgart)|Stuttgart-Stammheim]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Cholo Aleman</name></author>
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