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	<title>Albanus Schachleiter - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Albanus Schachleiter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [[Benediktiner|OSB]] (auch &amp;#039;&amp;#039;Alban Schachleiter&amp;#039;&amp;#039;; * [[20. Januar]] [[1861]] in [[Mainz]] als &amp;#039;&amp;#039;Jakob Schachleiter&amp;#039;&amp;#039;; † [[20. Juni]] [[1937]] in [[Bad Feilnbach|Feilnbach]], [[Oberbayern]]) war ein deutscher katholischer Priester und Benediktinermönch, zeitweise als [[Abt]] u.&amp;amp;nbsp;a. des Prager [[Emmauskloster|Emausklosters]]. Er war einer der wenigen katholischen Geistlichen, die schon vor [[Hitler]]s Machtantritt 1933 Kontakte zur [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen Bewegung]] unterhielten. Trotz aller Ehrungen von Seiten des NS-Regimes wurde Schachleiter kein staatliches Amt übertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mönch und Abt der Abtei Emaus ===&lt;br /&gt;
Nach dem Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Musik an der [[Universität Leipzig]] trat Schachleiter 1881 in die [[Benediktinerkloster|Benediktiner]]-[[Abtei]] [[Emmauskloster|Emaus]] in Prag ein, die von der [[Beuroner Kongregation]] besiedelt war. 1883 legte er die [[Ordensgelübde]] ab, 1886 wurde er zum [[Priester (Christentum)|Priester]] [[Priesterweihe|geweiht]]. Seine theologischen Studien absolvierte er in der [[Abtei Seckau]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Roman Bleistein]] |Titel=Abt Alban Schachleiter OSB. Zwischen Kirchentreue und Hitlerkult |Sammelwerk=Historisches Jahrbuch |Band=115 |Nummer=1 |Datum=1995 |ISSN=0018-2621 |Seiten=[170]}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Von Anfang an war er ein Förderer des klösterlichen Musiklebens. Auf seine Initiative wurde eine große Orgel gebaut und Konzerte mit namhaften Musikern veranstaltet. Seine wichtigste Aktivität war jedoch der Kampf gegen die antikatholische [[Los-von-Rom-Bewegung]]. Deshalb initiierte er die Gründung des [[Bonifatius-Verein]]s, mit dem die religiöse Bildung breiter Bevölkerungsschichten gefördert werden sollte. Als Verteidiger des katholischen Glaubens trat er, zusammen mit dem späteren Leitmeritzer Bischof [[Josef Gross (Bischof)|Josef Gross]], vor allem gegen [[Freidenker]] und [[Freimaurer]] auf. 1906 verlieh ihm Papst [[Pius X.]] eine silberne Medaille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Abtes [[Benedikt Sauter]] 1908 wurde Alban Schachleiter zu dessen Nachfolger gewählt; er stand 70 Chormönchen, 50 Laienbrüdern und 40 Oblaten vor. Nachfolgend entwickelte sich das Kloster sowohl zu einem geistlichen als auch zu einem politischen Zentrum. Zum Thronfolger [[Franz Ferdinand von Österreich-Este|Franz Ferdinand d’Este]], der ebenfalls scharf gegen die Los-von-Rom-Bewegung auftrat, hatte Schachleiter ein vertrauensvolles Verhältnis. Beide bemühten sich um mehr Einfluss für den Katholizismus und hielten das Deutschtum für ein verbindendes Element Österreichs. Nach Ausbruch des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] 1914 richtete Schachleiter eine Suppen- und Armenküche sowie ein Lazarett in den Klosterwerkstätten ein. Zudem wurden jüngere Ordensangehörige als Sanitätshelfer des k.u.k-Krankenzuges PK 45 eingesetzt, der aus sechzehn Krankenwagen bestand, die zu allen Kriegsschauplätzen führten.&amp;lt;ref&amp;gt;Inge Steinsträßer: &amp;#039;&amp;#039;Wanderer zwischen den politischen Mächten. Pater [[Nikolaus von Lutterotti]] OSB (1892–1955) und die Abtei Grüssau in Niederschlesien&amp;#039;&amp;#039;. [[Böhlau Verlag]] 2009, ISBN 978-3-412-20429-7, S. 81–83 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Auseinanderbrechen der k.u.k. Monarchie und der Gründung der [[Tschechoslowakei]] 1918 mussten die deutschen Beuroner Benediktiner 1919 Prag verlassen. Alban Schachleiter wurde wegen seiner deutschnationalen Gesinnung dreimal verhaftet und schließlich ausgewiesen. Ihm wurde vorgeworfen, dass das Emauskloster, das ursprünglich ein Zentrum der slawischen Liturgie gewesen war, paradoxerweise ein Ort des [[Deutschnationalismus]] geworden sei. Durch die Vertreibung brach der Konvent auseinander. Ein Teil der Mönche begab sich in die Beuroner [[Abtei Neresheim]]; mit der größeren Anzahl der Mönche wurde 1919 die ehemalige [[Kloster Grüssau|Zisterzienserabtei Grüssau]] in [[Provinz Niederschlesien|Niederschlesien]] besiedelt. Abt Schachleiter trennte sich aus unbekannten Ursachen vom klösterlichen Leben in und mit seinem Konvent. Er hielt sich ein Jahr im [[Stift St. Florian]] in Oberösterreich auf, sodann in [[Abtei St. Bonifaz (München)|St. Bonifaz]] in München, wo er Leiter der &amp;#039;&amp;#039;Schola Gregoriana&amp;#039;&amp;#039; für katholische [[Kirchenmusik]] wurde. Am 15. Juni 1920&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Roman Bleistein]] |Titel=Abt Alban Schachleiter OSB. Zwischen Kirchentreue und Hitlerkult |Sammelwerk=Historisches Jahrbuch |Band=115 |Nummer=1 |Datum=1995 |ISSN=0018-2621 |Seiten=172}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. 1924&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Inge Steinsträßer: &amp;#039;&amp;#039;Pater Nikolaus von Lutterotti (1892–1955) Benediktiner in Prag und Grüssau – Wanderer zwischen den politischen Mächten&amp;#039;&amp;#039;. In: Beuroner Forum 2011, S. 80&amp;lt;/ref&amp;gt; folgte die Resignation als Abt von Emaus unter „freien Umständen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;Willi Eisele: &amp;#039;&amp;#039;Abt Alban Schachleiter OSB (1861–1937) und sein Umfeld: Annäherung an eine schillernde Persönlichkeit – ein Werkstattbericht. Teil II: 1918/21 bis 1937&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Beuroner Forum&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 8/9 (2016/2017), S. 140.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem war er Schriftleiter der Monatsschrift für Kirchenmusik &amp;#039;&amp;#039;Musica Divina&amp;#039;&amp;#039;, die von der &amp;#039;&amp;#039;Schola Austriaca&amp;#039;&amp;#039; herausgegeben wurde. [[Benedikt XV.|Papst Benedikt XV.]] gewährte ihm 1921 eine Privataudienz und rein ehrenhalber die Ernennung zum [[Titularabt]] des säkularisierten Klosters [[Sponheim#Das Kloster|Sponheim]] sowie beauftragte ihn mit der Gründung einer Schola Gregoriana an der [[Allerheiligen-Hofkirche]] in [[München]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Als Titularabt war Schachleiter ein Abt ohne Kloster, hatte aber das Recht, unter bestimmten Umständen die [[Pontifikalien]] zu gebrauchen. In St. Bonifaz versuchte Schachleiter als Brückenbauer zwischen der nationalsozialistischen Ideologie und der katholischen Konfession zu fungieren, indem er in Liturgie und Predigt Sympathien für die aufkeimende Bewegung zu wecken suchte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ernst Hanfstaengl]] |Titel=Zwischen Weißem und Braunem Haus. Memoiren eines politischen Außenseiters |Verlag=Piper |Ort=München |Datum=1970 |ISBN=3492018335 |Seiten=107–110}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine politische Neuorientierung führte seit 1930 zu kirchlichen Interventionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bis zur Machtergreifung ===&lt;br /&gt;
Am 10. Juni 1923 hielt Schachleiter anlässlich der nationalsozialistischen Gedächtnisfeier für [[Albert Leo Schlageter]] auf dem Münchner [[Königsplatz (München)|Königsplatz]] die Ansprache,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://archive.org/stream/0206VolzHansDatenDerGeschichteDerNSDAP1935HistorischesArchiv/0206+Volz+Hans-Daten+der+Geschichte+der+NSDAP-1935%2C+Historisches+Archiv_djvu.txt Historisches Archiv der NSDAP]&amp;lt;/ref&amp;gt; wenngleich ihn das Münchner Erzbischöfliche Ordinariat bereits im September 1922 ersucht hatte, von politischen Vorträgen Abstand zu nehmen. 1923 begegnete er [[Adolf Hitler]] in der Wohnung des Historikers [[Karl Alexander von Müller]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kirchenleitung belegte Schachleiters militant nationalistische Haltung und sein Bekenntnis zum Nationalsozialismus 1926 mit einem Verbot öffentlicher politischer Äußerungen und der Weisung, eine klösterliche Wohnung zu beziehen, was er ignorierte. [[Michael von Faulhaber]], der zuständige Diözesanbischof, intensivierte dieses Verbot in einem persönlichen Brief an Schachleiter, worin er eine klare Abgrenzung zwischen den deutschen Bischöfen und dem sich als Brückenbauer verstehenden Abt vollzog.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Akten Kardinal Michael von Faulhabers 1917–1941. I |Hrsg=[[Ludwig Volk]] |Verlag=Matthias-Grünewald-Verlag |Ort=Mainz |Datum=1975 |ISBN=378670435X |Seiten=473}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1930 quittierte der Abt seinen Dienst an der Allerheiligen-Hofkirche und bezog das „Gott-Dank-Haus“ in Feilnbach, ein für Schachleiter errichtetes Domizil des evangelischen Arztehepaars Engelhard. Dieser Gunsterweis an den katholischen Titularabt geht wesentlich auf Hermine Engelhard zurück, die in Schachleiter eine ähnlich glühende Verehrung für Adolf Hitler vermutete.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Roman Bleistein]] |Titel=Abt Alban Schachleiter OSB. Zwischen Kirchentreue und Hitlerkult |Sammelwerk=Historisches Jahrbuch |Band=115 |Nummer=1 |Datum=1995 |ISSN=0018-2621 |Seiten=176}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der aufgrund seiner antideutschen Erfahrungen gezeichnete Schachleiter sah in Hitler wiederum den Retter des Deutschtums.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Faulhaber reagierte auf die Missachtung kirchlicher Weisungen mit der sukzessiven Sanktionierung. Die kirchenrechtliche Stellung Schachleiters als [[Exemtion|exempter]] [[Ordenspriester]] verzögerte jedoch ein direktes Eingreifen Faulhabers,&amp;lt;ref&amp;gt;Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911–1952). Tagebucheintrag vom 7. März 1933 EAM, NL Faulhaber 10015, S. 27. Verfügbar unter: https://www.faulhaber-edition.de/dokument.html?idno=10015_1933-03-07_T01. Letzter Zugriff am 2. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; das am 10. Juli 1932 in den Entzug der Zelebrationserlaubnis für die Erzdiözese München mündete und einer indirekten Verbannung aus der Diözese gleichkam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Staat Hitlers ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hitler with Catholic dignitaries.jpg|mini|[[Adolf Hitler]] begrüßt Reichsbischof [[Ludwig Müller (Theologe)|Ludwig Müller]] auf dem [[Reichsparteitag|NSDAP-Parteitag]] in Nürnberg, September 1934. Abt Albanus Schachleiter, bereits mit Kirchenstrafen belegt, steht zwischen Hitler und Müller.]]&lt;br /&gt;
Schachleiter trat 1933 in die NSDAP ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://kalliope-verbund.info/DE-611-BF-119465 |titel=Nachlass |werk=Bundesarchiv |abruf=2022-04-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als er im [[Völkischer Beobachter|Völkischen Beobachter]] vom 1. Februar 1933 auch öffentlich Adolf Hitlers Machtergreifung begrüßte und gegen den Fastenhirtenbrief des Linzer Bischofs [[Johannes Maria Gföllner|Johannes Gföllner]] als bisher schärfste Trennungslinie zwischen Nationalsozialismus und Christentum opponierte,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Roman Bleistein]] |Titel=Abt Alban Schachleiter OSB. Zwischen Kirchentreue und Hitlerkult |Sammelwerk=Historisches Jahrbuch |Band=115 |Nummer=1 |Datum=1995 |ISSN=0018-2621 |Seiten=177}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verhängte Faulhaber am 17. März 1933 die [[Suspension (Kirchenrecht)|Suspension]] über Schachleiter und schloss ihn aus allen diözesanen Ehrenämtern aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911–1952). Tagebucheintrag vom 7. Juni 1933 EAM, NL Faulhaber 10015, S. 59–60. Verfügbar unter: https://www.faulhaber-edition.de/dokument.html?idno=10015_1933-06-07_T01. Letzter Zugriff am 2. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus diesem Grund musste er eine Bitte Hitlers ausschlagen, für ihn am [[Tag von Potsdam]] einen Gottesdienst zu feiern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Ludwig Volk]] |Titel=Der bayerische Episkopat und der Nationalsozialismus 1930 – 1934 |Auflage=2 |Verlag=Matthias-Grünewald-Verlag |Ort=Mainz |Datum=1965 |Reihe=Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte bei der Katholischen Akademie in Bayern : Reihe B, Forschungen |NummerReihe=1 |Seiten=54f |Kommentar=zugleich Dissertation an der Universität München}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hitler setzte daraufhin einen symbolpolitischen Kontrapunkt; er blieb dem Festgottesdienst in der [[St. Peter und Paul (Potsdam)|St.-Peter-und-Paul-Kirche]] fern und legte auf dem [[Luisenstädtischer Friedhof|Luisenstädtischen Friedhof]] in Berlin Kränze an den Gräbern von SA-Männern nieder.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Scholder, Klaus |Titel=Die Kirchen und das Dritte Reich |Hrsg= |Sammelwerk= |Band=Band 1: Vorgeschichte und Zeit der Illusionen |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M. u.&amp;amp;nbsp;a. |Datum=1977 |ISBN= |Seiten=317-320}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verbot weiterer kirchlicher Amtsausübung bot für die neuen Machthaber Anlass, dem gedemütigten Abt besondere Privilegien zu gewähren. So unterstützte ihn die [[NSDAP]] mit einer monatlichen Rente, während zu Schachleiters 50. Professjubiläum 6000 [[Sturmabteilung|SA]]-Angehörige einen Fackelzug veranstalteten. Hitler selbst besuchte ihn am 13. Mai 1933 im „Gott-Dank-Haus“,&amp;lt;ref&amp;gt;Münchner Neueste Nachrichten vom 13. Mai 1933&amp;lt;/ref&amp;gt; wodurch Schachleiter sich wieder zu öffentlichen Reden veranlasst sah. Bereits am 25. Mai 1933 sprach er während einer nationalsozialistischen Gedächtnisfeier für Albert Leo Schlageter in München-Trudering vor 3.000 Personen.&amp;lt;ref&amp;gt;Völkischer Beobachter vom 26. Mai 1933.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911–1952). Tagebucheintrag vom 15. Mai 1933 EAM, NL Faulhaber 10015, S. 50. Verfügbar unter: https://www.faulhaber-edition.de/dokument.html?idno=10015_1933-05-15_T01. Letzter Zugriff am 2. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Schachleiters Interventionen beim Papst, den auferlegten Exerzitien in [[Kloster Ettal]] und seiner schriftlichen Unterwerfung wurde er am 2. September 1933 von der Suspension befreit;&amp;lt;ref&amp;gt;Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911–1952). Tagebucheintrag vom 19. September 1933 EAM, NL Faulhaber 10015, S. 94. Verfügbar unter: https://www.faulhaber-edition.de/dokument.html?idno=10015_1933-09-19_T01. Letzter Zugriff am 2. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; am 4. September nahm er jedoch eine Parade von SA, [[Hitlerjugend|HJ]] und [[Bund Deutscher Mädel|BDM]] ab, die sich zu diesem Ereignis in Ettal eingefunden hatten. Faulhaber reaktivierte daraufhin das Zelebrationsverbot.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Roman Bleistein]] |Titel=Abt Alban Schachleiter OSB. Zwischen Kirchentreue und Hitlerkult |Sammelwerk=Historisches Jahrbuch |Band=115 |Nummer=1 |Datum=1995 |ISSN=0018-2621 |Seiten=179–180}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz kirchlicher Proteste gegen seine politische Stellungnahme war Schachleiter 1934 und 1935 zusammen mit [[Reichsbischof]] [[Ludwig Müller (Theologe)|Ludwig Müller]] Ehrengast der [[Nürnberger Reichsparteitage]]. Zu seinem 75. Geburtstag 1936 blieb ihm kirchlicherseits jede öffentliche Sympathiebekundung verwehrt. Jedoch beehrte ihn Hitler mit einem persönlichen Glückwunschtelegramm, die [[Universität München]] verlieh ihm die [[Ehrendoktorwürde]] für „Choralpflege und Deutschtum“, die SA veranstaltete abermals einen Fackelzug. Die im August 1936 im Zuge seines 50-jährigen Priesterjubiläums veranstaltete Festakademie in Beuron benützte Schachleiter für einen apologetischen Sermon, nachdem ihm die Zelebration eines Pontifikalamtes untersagt worden war. Die Rede erregte in Beuron jedoch mehr Ärgernis als Zustimmung&amp;lt;ref&amp;gt;Faulhaber-Archiv: 5537.&amp;lt;/ref&amp;gt; und zeigt die bereits 1934 einsetzende schwindende Wertschätzung für den Abt innerhalb der katholischen Bevölkerung.&amp;lt;ref&amp;gt;Erzbischöfliches Archiv München und Freising: EA 281 (Akt Schachleiter).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab September 1936 wurde die Gesundheit des Abtes aufgrund seiner Diabeteserkrankung immer schlechter, sodass mit seinem baldigen Ableben zu rechnen war. Nach dem Besuch Hitlers am Krankenbett dekretierte dieser am 11. November, dass die Leiche Schachleiters sofort für ein Staatsbegräbnis zu beschlagnahmen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Bayerisches Hauptstaatsarchiv: MA 107279.&amp;lt;/ref&amp;gt; Faulhaber interpretierte dies als letzte politische Inanspruchnahme des geächteten Abtes, der sich in seinem Testament als „treuester Gefolgsmann unseres Führers und damit auch der nationalsozialistischen Bewegung“&amp;lt;ref&amp;gt;Bayerisches Hauptstaatsarchiv: MA 107280 (Akt Schachleiter).&amp;lt;/ref&amp;gt; verstand. Der Historiker Willi Eisele wertete hingegen die Funktion Schachleiter als „Schachfigur der NSDAP“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod und Staatsbegräbnis ===&lt;br /&gt;
Schachleiter starb am 20. Juni 1937 im „Gott-Dank-Haus“ in Feilnbach, wo er seit Februar 1937 vom Arztehepaar Engelhard medizinisch versorgt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911–1952). Tagebucheintrag vom 6. Februar 1937 EAM, NL Faulhaber 10017, S. 129–130. Verfügbar unter: https://www.faulhaber-edition.de/dokument.html?idno=10017_1937-02-06_T01. Letzter Zugriff am 2. Oktober 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unmittelbar nach dem Ableben bezogen Mannschaften der [[Schutzstaffel|SS]] vor dem Sterbehaus einen Wachposten. Am 22. Juni in die Münchner Allerheiligen-Hofkirche überführt, erfolgte nach dem Requiem von Abt [[Raphael Molitor]] die Beisetzung am [[Waldfriedhof (München)|Waldfriedhof in München]]. Am militärischen Trauerkondukt dorthin nahmen unter anderem Hitlers Stellvertreter [[Rudolf Heß]], Gauleiter [[Adolf Wagner (Gauleiter)|Adolf Wagner]] sowie [[Baldur von Schirach]] teil. Auf dem Sarg lag eine Hakenkreuzflagge. Alle Anwesenden, auch die acht Benediktineräbte, denen jegliche liturgische Funktion während des Staatsaktes untersagt worden war, wurden zum [[Hitlergruß]] gezwungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Romuald Bauerreiß]] |Titel=Lebenserinnerungen |Seiten=60}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Unterdessen zelebrierte im Prager Emauskloster Schachleiters Nachfolger Abt [[Arnošt Vykoukal]] ein Requiem. Der Münchner Oberbürgermeister [[Karl Fiehler]] veranlasste am 21. Oktober 1937 im Stadtteil [[Sendling|Mittersendling]] die Benennung eines Platzes nach Abt Schachleiter, die bis zur Entnazifizierung 1945 Bestand hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://stadtgeschichte-muenchen.de/strassen/d_strasse.php?id=6399 |titel=Abt-Schachleiter-Platz |werk=Stadtgeschichte München |abruf=2020-10-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1938 änderte sich die staatliche Rezeption gegenüber Schachleiter: Die Redaktion des [[Völkischer Beobachter|Völkischen Beobachters]] lehnte die Veröffentlichung eines Gedächtnisartikels mit der Begründung ab, dass Schachleiter nicht gewürdigt werden könne, ohne auf das gebrochene Verhältnis zwischen den christlichen Kirchen und dem Nationalsozialismus hinzuweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Roman Bleistein]] |Titel=Abt Alban Schachleiter OSB. Zwischen Kirchentreue und Hitlerkult |Sammelwerk=Historisches Jahrbuch |Band=115 |Nummer=1 |Datum=1995 |ISSN=0018-2621 |Seiten=187}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grabstätte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grabstätte Schachleiters wurde 1987 mit Zustimmung des Abtpräses der Benediktinerkongregation, [[Hieronymus Nitz]], eingeebnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Roman Bleistein]] |Titel=Abt Alban Schachleiter OSB. Zwischen Kirchentreue und Hitlerkult |Sammelwerk=Historisches Jahrbuch |Band=115 |Nummer=1 |Datum=1995 |ISSN=0018-2621 |Seiten=183–185}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629105100/http://www.bautz.de/bbkl/s/s1/schachleiter_a.shtml|autor=[[Ekkart Sauser]]|band=21|spalten=1301-1303}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Aberkennung der Ehrendoktorwürde nach 1945 erfolgte bis dato nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-11348 Sammelrezension: Aberkennung von Doktorgraden]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Karl Rehberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Stifte Oberösterreichs unter dem Hakenkreuz.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Rudolf Zinnhobler]], &amp;#039;&amp;#039;Das Bistum Linz im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, Linz 1979, S. 245–247.&lt;br /&gt;
* [[Roman Bleistein]]: &amp;#039;&amp;#039;Abt Alban Schachleiter OSB. Zwischen Kirchentreue und Hitlerkult.&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Historisches Jahrbuch&amp;#039;&amp;#039; 115 (1995), S. 170–187.&lt;br /&gt;
* [[Alfred Läpple]]: &amp;#039;&amp;#039;Adolf Hitler – Psychogramm einer katholischen Kindheit&amp;#039;&amp;#039;. Christiana Verlag, Stein am Rhein 2001, ISBN 3-7171-1094-2, S. 173–178.&lt;br /&gt;
* Jaroslav Šebek: &amp;#039;&amp;#039;Die Äbte Alban Schachleiter OSB und Ernst Vykoukal OSB&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Benediktiner und das Dritte Reich&amp;#039;&amp;#039;, (Laacher Hefte Nr. 7), Maria Laach 2002, S. 29–48.&lt;br /&gt;
* Willi Eisele: &amp;#039;&amp;#039;Abt Alban Schachleiter OSB (1861–1937) und sein Umfeld: Annäherung an eine schillernde Persönlichkeit – ein Werkstattbericht. Teil I: 1861 bis 1921&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Beuroner Forum&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 7 (2015), S. 95–109.&lt;br /&gt;
* Willi Eisele: &amp;#039;&amp;#039;Abt Alban Schachleiter OSB (1861–1937) und sein Umfeld: Annäherung an eine schillernde Persönlichkeit – ein Werkstattbericht. Teil II: 1918/21 bis 1937&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Beuroner Forum&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 8/9 (2016/2017), S. 113–141.&lt;br /&gt;
* Willi Eisele: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Ordensregel und politischer Gefolgschaft: Abt Alban Schachleiter OSB (1861–1937)&amp;#039;&amp;#039;. LIT Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-643-14518-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/015426}}&lt;br /&gt;
* {{benediktinerlexikon|Schachleiter,_Alban|Alban Schachleiter}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=120046938|VIAF=10667484}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Schachleiter, Albanus}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abt (Benediktiner)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titularabt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholische Kirche im Deutschen Reich 1933–1945]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationalsozialismus (München)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Ludwig-Maximilians-Universität München]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Prag)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1861]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1937]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Schachleiter, Albanus&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Schachleiter, Alban; Schachleiter, Jakob (Geburtsname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Abt des Prager Emausklosters und Anhänger der Nationalsozialismus&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. Januar 1861&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Mainz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. Juni 1937&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Feilnbach]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Catullus26</name></author>
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