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	<title>Alasch Orda - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T00:22:17Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Alasch_Orda&amp;diff=112510&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Buchonin: Korrektur</title>
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		<updated>2025-08-20T08:27:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Korrektur&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Proposed Flag of the Alash Autonomy.svg|mini|Flagge der „Kirgisischen Autonomie“ Alasch Orda (1917–1920)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alasch Orda&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Kasachische Sprache|kasach.]] Алаш Орда/&amp;#039;&amp;#039;Alaş Orda&amp;#039;&amp;#039;) war die Bezeichnung der „Kirgisischen Autonomie“&amp;lt;ref&amp;gt;Diese Autonomie umfasste sowohl [[Kasachen]] als auch [[Kirgisen]]. Beide [[Nation]]en wurden damals einheitlich unter dem Namen „Kirgisen“ summiert. Die Kasachen umfassten die „Kasak-Kirgisen“ und galten als Steppenbewohner, während die Kirgisen als „Kara-Kirgisen“ bezeichnet und als Bergbewohner angesehen wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt; innerhalb [[Russland]]s, die vom 13.&amp;amp;nbsp;Dezember 1917 bis zum 26.&amp;amp;nbsp;August 1920 bestand. Zur Hauptstadt der Alasch Orda wurde das ostkasachische [[Semei|Alash-qala]] bestimmt. Der &amp;#039;&amp;#039;Alasch-Orda-Staat&amp;#039;&amp;#039; wurde von [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] unterstützt und lehnte die Machtansprüche der späteren [[Kommunistische Partei der Sowjetunion|KPdSU]] über das kasachisch-kirgisische Gebiet ebenso ab wie die im November 1917 ausgerufene [[Khanat Kokand#Nachspiel: die Kokander Autonomie|Kokander Autonomie]].&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Kunze: &amp;#039;&amp;#039;Zentralasien: Kasachstan, Kigistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan. Porträt einer Region&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;102. [[Google Books]], abgerufen am: 26.&amp;amp;nbsp;August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensherkunft ==&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Namens „Alasch Orda“ wurde von kasachischen [[Intellektuelle]]n der 1900er-Jahre wie folgt erklärt: &amp;#039;&amp;#039;[[Alasch Khan]]&amp;#039;&amp;#039; sei der mystische Stammvater aller [[Zentralasien|zentralasiatischer]] [[Reitervölker|Steppenvölker]] und der Ahnherr der kasachischen Nation.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zentralasien42&amp;quot;&amp;gt;Marie-Carin von Gumppenberg, Udo Steinbach (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zentralasien. Geschichte&amp;amp;nbsp;– Politik&amp;amp;nbsp;– Wirtschaft. Ein Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, S.&amp;amp;nbsp;42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor der Name „[[Kasachen]]“ aufgekommen sei, hätten sich diese als Alasch bezeichnet. Das von der Alasch Orda beanspruchte Gebiet wurde ebenfalls als „Alasch“ bezeichnet und dieses erstrecke sich vom Süden Westsibiriens bis weit in die [[Kaspische Senke]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;zentralasien42&amp;quot; /&amp;gt; Aus diesem Kontext heraus ist die Bezeichnung Orda (Horde, Lager des Herrschers) auch als „Anhängerschaft“ zu verstehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zentralasien42&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heutige [[Kasachstan]] ging von ähnlichen Überlegungen aus, als es nach dem &amp;#039;&amp;#039;[[Zusammenbruch der Sowjetunion]]&amp;#039;&amp;#039; die in Ungnade gefallenen und ermordeten Führer der Alasch Orda [[Rehablitation|rehabilitierte]]: Der Begriff „Alasch Orda“ ginge auf &amp;#039;&amp;#039;[[Orda Khan]]&amp;#039;&amp;#039; und dessen [[Orda-Horde|Horde]] zurück, da dieser als mit dem legendenhaften &amp;#039;&amp;#039;[[Alasch Khan]]&amp;#039;&amp;#039; als identisch angesehen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschiedentlich wird auch vermutet, dass sich der Name Alasch vom türkischen Wort &amp;#039;&amp;#039;Alaşa&amp;#039;&amp;#039; „[[Equidae|Pferd]]“ ableite und damit Alasch Orda die Bedeutung von „berittene Horde, Pferde-Horde“ habe, was als [[Synonym]] für &amp;#039;&amp;#039;Horde der Nomaden&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://monde-diplomatique.de/artikel/!5710699 &amp;#039;&amp;#039;Zentralasiatische Tektonik.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039; Le Monde diplomatique&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 24.&amp;amp;nbsp;August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
angesehen wird. Für diese [[These]] spräche, dass sich die kasachische Autonomie für die Rechte der kasachischen und [[Pferde in Kirgisistan|kirgisischen]] [[Nomade]]n einsetzte und dass diese deren [[tradition]]elles Nomadentum wiederbeleben wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Dagmar Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Kasachstan: Mit Almaty, Astana, Tian Schan und Kaspischen Meer&amp;#039;&amp;#039;, Kapitel „Alasch Orda und Bürgerkrieg“, S.&amp;amp;nbsp;51. [[Google Books]], abgerufen am: 24.&amp;amp;nbsp;August 2024&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der [[Turkvölker]] gilt diese These als umstritten: Die [[Kasachstan|kasachische]] [[Turkologie]] definiert den Begriff „Алаш“ = „Alasch“ als [[Verwandtschaftsbeziehung|Verwandte oder Brüder]] und gelte als Synonym für Kasache. Beide hätten die gleiche Bedeutung und beschrieben Freiheit oder genauer gesagt einen freien Menschen. So verwendete [[Qadyrgali Jalaiyr]] den Begriff Alasch in seinen Werken zur Benennung der Kasachen. Dass unter dem kasachischen Begriff Alasch im Grunde ganz [[Turkestan]] und das angrenzende [[Wolga-Ural-Tataren|tatarische Gebiet]] begriffen wurde, ist durch [[Mustafa Tschokajew]] belegt, der Teilnehmer des ersten gesamtkasachischen Kongresses war: Dieser überlieferte, dass an diesem Kongress auch [[Usbeken|usbekische]] und [[Tataren|tatarische]] Teilnehmer anwesend waren und dass diese an der turkestanischen Alasch-Idee interessiert waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut der [[Türkei|türkischen]] Turkologie hat der Begriff „Alaş“ die Bedeutung von Stamm, Clanmitglied oder Verwandter. Auch ihr zufolge könne der Begriff Alasch als Synonym für Kasache verwendet werden. Ihr zufolge hatte die [[Alasch-Partei (historisch)|Alasch-Partei]] das Ziel, alle [[Turkvölker]] [[Zentralasien]]s unter ihrer Führung zu vereinen und mit diesen einen unabhängigen Staat zu begründen. Daher lehnte die Partei es ursprünglich ab, die Kasachen als Nation mit eigenem Titel zu führen, sondern entschied sich dafür, den Begriff Alasch einzuführen, um so eine „neue türkische Identität“ unter den zentralasiatischen Nationen zu etablieren. Auch habe der kasachische Chronist und Politiker Jalaiyr den Begriff Alasch verwendet, um die Kasachen zu beschreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Territorium der Alasch Orda ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Territorium der Alasch Orda.svg|mini|Gliederung des Alasch-Orda-Staates (1917–1920)]]Das kasachische Autonomiegebiet erstreckte sich auf die [[Provinz]]en [[Bökey-Horde|Bökejorda]] und [[Orenburg]] sowie auf die [[Oblast]]e [[Uralsk]], [[Torghai (Gebiet)|Turgaj]], [[Akmolinsk]] und [[Semipalatinsk]]. [[De jure]] wurde von dieser zudem die &amp;#039;&amp;#039;[[Territorialhoheit]]&amp;#039;&amp;#039; über jene Gebiete eingefordert, die einst zum [[Kasachen-Khanat|kasachischen Khanat]] gehört hatten. Überdies auch kasachische Siedlungsgebiete, die zum damaligen &amp;#039;&amp;#039;[[Einflussgebiet]]&amp;#039;&amp;#039; der [[Mittlere Horde|mittleren]] und [[Ältere Horde|älteren Horde]] gehört hatten und die nun im [[Russland|russischen]] [[Staatsgebiet]] lagen: die &amp;#039;&amp;#039;[[Region Altai]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;[[Republik Altai]]&amp;#039;&amp;#039;. Zudem auch Teile des [[China|chinesischen]] &amp;#039;&amp;#039;[[Xinjiang]]s&amp;#039;&amp;#039;, wo eine [[Kasachen|kasachisch]]-[[Kirgisen|kirgisische]] [[Wohnbevölkerung]] ansässig war, sowie die westlichen Randgebiete der &amp;#039;&amp;#039;[[Mongolei]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner dies forderte der Alasch-Orda-Staat auch die Siedlungsgebiete der &amp;#039;&amp;#039;[[Karakalpaken]]&amp;#039;&amp;#039; ein, welche dieser aufgrund der sehr nahen [[Sprachverwandtschaft]] zu den südlichen Kasachen von diesem als „Kasak-Kirgisen“ deklariert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Alasch-Orda-Staat sollte [[Öffentliche Verwaltung|territorial-administrativ]] nach Vorbild des einstigen [[Kasachen-Khanat]]s gegliedert werden, wobei die ehemaligen [[Horde]]n ([[Ältere Horde|ältere]], [[Mittlere Horde|mittlere]] und [[jüngere Horde]]) als Vorbild der zu etablierenden Verwaltungseinheiten dienen sollten: Aus dem Gebiet Orenburg mit Bökejorda, Uralsk und Orenburg sollte das „Land der Kleinen Horde“, aus den Gebieten Turgaj und Semipalatinsk das „Land der Mittleren Horde“ sowie aus dem Gebiet [[Siebenstromland|Semiretschje]] mit [[Almaty|Werny]] und [[Bischkek]] sowie dem [[Khanat Kokand#Nachspiel: die Kokander Autonomie|Kokander Autonomiegebiet]] das „Land der Großen Horde“ gebildet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.researchgate.net/publication/269870404_Territory_and_the_Kazakh_Nation_Bordering_the_Alash_Orda Özgecan Kesici: &amp;#039;&amp;#039;Territory and Kazakh Nation: Bodering of the Alash Orda&amp;#039;&amp;#039;], S.&amp;amp;nbsp;17–18. (PDF, englisch), abgerufen am: 26.&amp;amp;nbsp;August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diesen sollten im Anschluss die kasachisch-kirgisischen Siedlungsgebiete Russlands, Chinas und der Mongolei angegliedert werden. Begründet wurde dies vonseiten der Alasch Orda damit, dass diese Gebiete einst zum Einflussgebiet des kasachischen Khanats und die Gebiete der [[Turkmenen]] und [[Usbeken]] zum ehemaligen [[Tribut]]gebiet des Khanats gehört hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt umfasste die von den kasachischen [[Autonomiebehörde]]n [[Gebietsanspruch|eingeforderten Gebiete]] über drei Millionen&amp;amp;nbsp;km²&amp;lt;ref name=&amp;quot;zentralasien42&amp;quot; /&amp;gt; und damit [[de facto]] alle Steppenvölker, die heute unter dem [[Ethnonym]] &amp;#039;&amp;#039;[[Kasachen]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Kirgisen]]&amp;#039;&amp;#039; summiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kirgistan&amp;quot;&amp;gt;Stephan Flechtner, Dagmar Schreiber: &amp;#039;&amp;#039; Kirgistan: Zu den Gipfeln von Tien Schan und Pamir&amp;amp;nbsp;– Bischkek, Ala Artscha, Issyk Kul, Naryn, Osch und Alan-Tal&amp;#039;&amp;#039;, Kapitel „Als Teil des Zarenreiches“, S.&amp;amp;nbsp;69. [[Google Books]], abgerufen am: 24.&amp;amp;nbsp;August 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Führung des Alasch-Orda-Staates übersah allerdings, dass die von ihr eingeforderten Gebiete, welche außerhalb der [[Tradition|traditionellen]] Stammesgebiete der drei Horden lagen, nie fest zum kasachischen Khanat gehörten und dass die dortigen Kasachen und Kirgisen dem kasachischen [[Khan]] weiterhin lediglich zur Tributzahlung verpflichtet waren. Ferner fielen die kasachischen Horden dort regelmäßig zu [[Raubzug|Raubzügen]] ein. Überdies waren die Kasachen, und mit diesen die Kirgisen, erst dorthin ausgewichen, als die [[Mongolen|mongolischen]] &amp;#039;&amp;#039;[[Oiraten]]&amp;#039;&amp;#039; ihren Machtbereich kriegerisch nach Westen ausdehnten und so das kasachische Khanat bedrohten. Eine zweite Auswanderungswelle nach China und in die Mongolei erfolgte, als das [[Russisches Imperium|Russische Reich]] begann, das Gebiet des kasachischen Khanats schrittweise in seinen [[Herrschaftsbereich]] einzugliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge des &amp;#039;&amp;#039;[[Russischer Bürgerkrieg|russischen Bürgerkriegs]]&amp;#039;&amp;#039; zerfiel die Alasch Orda in drei miteinander konkurrierende Abteilungen. Im Westen war dies das &amp;#039;&amp;#039;Gebiet Orensburg&amp;#039;&amp;#039;, in der Mitte das &amp;#039;&amp;#039;Gebiet Turgaj&amp;#039;&amp;#039; und im Osten das &amp;#039;&amp;#039;Gebiet Semipalatinsk&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;zentralasien42&amp;quot; /&amp;gt; Jede Abteilung führte eigene Flaggen und betonte so letztlich ihre Eigenständigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende November 1917 entstand aus dem geplanten „Land der Großen Horde“ die &amp;#039;&amp;#039;[[Khanat Kokand#Nachspiel: die Kokander Autonomie|Kokander Autonomie]]&amp;#039;&amp;#039;, welche auch als „Turkestanische Autonomie“ bekannt ist und die sich auch über die [[Oblast]] [[Syrdarja]] ausdehnte. Die von dieser geplanten Einbindung &amp;#039;&amp;#039;[[Khanat Chiwa|Chiwas]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Emirat Buchara|Bucharas]]&amp;#039;&amp;#039; sowie des &amp;#039;&amp;#039;[[Transkaspien|Transkaspischen]] [[Gouvernement]]s&amp;#039;&amp;#039; wurde nicht vollzogen. Da sich jedoch ihre politische Führung aus Reihen der [[Alasch-Partei (historisch)|Alasch-Partei]] rekrutierte, wurde sie formal als vierte Gebietseinheit des Alasch-Orda-Staates aufgefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vom russischen Bürgerkrieg zur Autonomie ===&lt;br /&gt;
1916 fanden im [[Generalgouvernement Turkestan]] und im [[Generalgouvernement Steppe]] zahlreiche [[Aufstand|Aufstände]] statt, die jedoch blutig niedergeschlagen wurden. Mehr als 300.000 Kasachen flüchteten mit ihren Herden nach [[Volksrepublik China|China]].&amp;lt;ref&amp;gt;Erhard Stölting: &amp;#039;&amp;#039;Eine Weltmacht zerbricht&amp;#039;&amp;#039;, S. 196.&amp;lt;/ref&amp;gt; So fand infolgedessen vom 21. bis zum 28.&amp;amp;nbsp;Juli 1917 der erste &amp;#039;&amp;#039;Allkirgisische Muslim-Kongress&amp;#039;&amp;#039; in [[Orenburg]] statt. Auf diesem wurde die Schaffung eines autonomen kasachischen [[Nationalstaat]]es innerhalb Russland gefordert. Dieses sollte in der Zukunft eine föderative Struktur bekommen, in der alle Völker und Nationen gleichberechtigt waren. Um dieses Ziel der Autonomie zu erreichen, sollten die „Kirgisen“ des Reiches mit den anderen [[Turkvölker]]n des russischen Reiches zusammenarbeiten und dafür eine [[politische Partei]] gründen. Eine Unterordnung der Kasachen und Kirgisen unter eine mögliche, alle Turkvölker umfassende, politische Einheit lehnte dieser Kongress jedoch strikt ab. Auch wurden für die spätere Zukunft der Region 14 Beschlüsse gefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptforderungen waren:&lt;br /&gt;
# die Erneuerung und Modernisierung des [[Islam]] in [[Mittelasien]],&lt;br /&gt;
# das Recht der zentralasiatischen Steppenvölker (Kasachen und Kirgisen) auf das traditionelle [[Nomaden]]tum (und damit die Rückgängigmachung der erzwungenen Entnomadisierung der Steppennomaden, die in der Zarenzeit begonnen wurde) und&lt;br /&gt;
# die Rücksiedlung der zahlreich in [[Turkestan]] vertretenden russischen Siedler.&lt;br /&gt;
Diese Hauptforderungen standen stark unter dem Einfluss der [[Panturkismus|Panturkisten]] und [[Dschadidismus|Dschadidisten]] gleichermaßen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausrufung der „kirgisischen Autonomie“ und das Bündnis mit den Ural-Kosaken ===&lt;br /&gt;
Auf einer gemeinsamen Zusammenkunft in Orenburg proklamierten im Dezember 1917 die Vertreter der [[Baschkiren]] und der „Alasch“ ihre Autonomie innerhalb Russlands und nahmen nun auch Kontakt zu den [[zar]]entreuen [[Ural-Kosakenheer|Ural-Kosaken]] auf, deren [[Ataman]] ebenfalls in Orenburg residierte. Diese Kosaken waren als [[Ostslawen]] teilweise mit [[Wolga-Ural-Tataren|tatarischen]], baschkirischen und [[Kasachen|kasachischen]] Frauen verheiratet. Diese Allianz sollte zudem die militärische Position der Alasch Orda gegenüber den Bolschewiki stärken, da deren eigene Truppen, im Wesentlichen eine berittene [[Miliz (Volksheer)|Miliz]], nicht in der Lage waren, das von den Kasachen besiedelte Gebiet bzw. ein geschlossenes Territorium gegen die Bolschewiki zu verteidigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Getragen wurde die Alasch Orda vor allem von Mitgliedern der „Kadetten-Partei“ (Konstituelle Demokratische Partei Russlands), von denen ein großer Teil [[Ethnie|ethnische]] Kasachen waren. Es waren [[Älichan Bökeichan]] und seine Anhänger, die die Machtübernahme der [[Bolschewiki]] in der [[Oktoberrevolution]] strikt ablehnten. Stattdessen wurde von diesem gemeinsam mit tatarischen und baschkirischen Nationalisten sowie russischen Sozialrevolutionären und Liberalen daran festgehalten, dass die zukünftige Staatsordnung eines demokratischen föderativen Russlands durch die Verfassunggebende Versammlung bestimmt werden müsse. Damit geriet die Alasch Orda schnell in Konflikt mit der neuen russischen Sowjetregierung. Unter dem Einfluss Tschokajews und der ihn unterstützenden [[Mullah]]s nahmen große Teile der Alasch-Mitglieder auch an den damals in Turkestan stattfindenden Aufständen teil, was den Gegensatz zur Sowjetregierung nochmals verschärfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zerfall der Alasch Orda und die Niederlage gegen die Rote Armee ===&lt;br /&gt;
Im April 1919 kam es zum internen Zerfall der Alasch Orda und auf deren Gebiet bildeten sich drei mehr oder weniger unabhängige Regionen heraus. Das „Gebiet Orenburg“ unterstand [[Älichan Bökeichan]], das „Gebiet Turgaj“ sowie das „Gebiet Semipalatinsk“ den Gebrüdern Imanow ([[Amangeldy Imanow|Amangeldy]] und [[Abdulgaffar Imanow]]). Das „Gebiet Semiretschje“ das ursprünglich dem vorgenannten Gebiet zugeordnet werden sollte, wurde letztlich von Mustafa Tschokajew kontrolliert, der in Bischkek zusammen mit den Gebrüdern 1917 eine eigene [[Alasch-Partei (historisch)|Alasch-Partei-Gliederung]] namens „Alasch-Baschan-Bewegung“ (Алаш Башан қозғалысы) mitbegründet hatte und in welcher die Imanows die politische Führung innehatten. Der Alasch-Flügel unter Älichan Bökeichan, [[Achmet Baitursynuly]] und [[Mirschaqyp Dulatuly]] nannte sich schlicht „Alasch-Bewegung“ (Алаш қозғалысы).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Hauptgrund für diesen internen Verfall bildete ein Vergleich Mustafa Tschokajews mit [[Sowjetrussland]] und ein mit diesem abgeschlossenes Abkommen. Tschokajew verbündete sich, nachdem Verhandlungen mit den „Weißen“, das heißt, mit der zarentreuen Seite des Bürgerkrieges, gescheitert waren, mit den [[Rote Armee|„Roten“]]. Die Einigung der kasachischen Nationalisten mit den „[[Weiße Armee|Weißen]]“ scheiterte vor allem am russischen Nationalismus. Dieser sah auch ein zukünftiges Russland als zentralen Einheitsstaat, in dem nur die Russen die staatstragende Schicht waren und die [[ethnische Minderheit|Minderheiten]] und andere Völker weiterhin nur Untertanen zu sein hatten. So zogen sich die meisten Kosakenverbände auch aus dem Gebiet der Alasch Orda zurück und nur ein kleiner Teil der Ural-Kosaken, vor allem aus sprachverwandten [[Nagaibaken]] bestehend, verblieb dort weiterhin als Verbündeter Bökeichans. Noch während des Jahres 1919 wurden die wenigen Truppen der Alasch Orda und der mit ihnen verbündeten Kosakenverbände von der Roten Armee vernichtend geschlagen und ihre Führer größtenteils getötet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auflösung des Alasch-Orda-Staates  ===&lt;br /&gt;
Mit der Niederlage gegen die Rote Armee (1919) fiel die [[Alasch-Partei (historisch)|Alasch-Partei]] in die politische Bedeutungslosigkeit. Im August 1920 wurde das Gebiet der Alasch Orda unter der Bezeichnung „[[Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik]]“ [[Sowjetrussland]] angeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wenigen Überlebenden des pantürkisch-militanten Flügels der Alasch-Partei zogen ins südliche Turkestan und schlossen sich dort der [[Widerstandsbewegung]] der [[Basmatschi]] an. Die reformorientierten Mitglieder traten der Kommunistischen Partei Turkestans bei und nahmen die Funktionen von „politischen Kommissaren“ wahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum April 1928 blieben die Vertreter der Alasch Orda in der Region politisch führend. Sie galten nun als rebellische Angehörige der „Turkestanischen KP“. Trotz der nunmehrigen Zugehörigkeit zur KPdSU vertraten ihre Führungspersönlichkeiten weiterhin die Aufrechterhaltung der überlieferten Stammesstrukturen. Ab April 1928 ließ [[Josef Stalin]] die kasachisch-kirgisische Intelligenz in [[Schauprozess]]en öffentlich als „bürgerliche Nationalisten“ bzw. als „Anhänger systemfeindlicher nationalistischer Bestrebungen“ aburteilen und ermorden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Alasch-Partei (historisch)]]&lt;br /&gt;
* [[Alasch – Partei der nationalen Unabhängigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Zentrum für Türkeistudien]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aktuelle Situation in den Turkrepubliken – Innenpolitik, Sicherheitspolitik, Wirtschaft, Umwelt und Bevölkerung&amp;#039;&amp;#039;, Working Paper 14, Önel-Verlag Essen, Juni 1994.&lt;br /&gt;
* [[Roland Götz]], [[Uwe Halbach]]: &amp;#039;&amp;#039;Politisches Lexikon GUS&amp;#039;&amp;#039;, Beck’sche Reihe, Verlag C.H. Beck München, 1992, ISBN 3-406-35173-5.&lt;br /&gt;
* [[Erhard Stölting]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine Weltmacht zerbricht – Nationalitäten und Religionen in der UdSSR&amp;#039;&amp;#039;, Eichborn Verlag 1990, ISBN 3-8218-1132-3.&lt;br /&gt;
* [[Marie-Carin von Gumppenberg]], [[Udo Steinbach]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zentralasien. Geschichte&amp;amp;nbsp;– Politik&amp;amp;nbsp;– Wirtschaft. Ein Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Beck’sche Reihe, Verlag C.H. Beck München, 2004, ISBN 3-406-51113-9, Eintrag „Bürgerkrieg, sowjetischer“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://zhasalash.kz/ Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Jaz Alaş&amp;#039;&amp;#039;] (kasachischsprachig)&lt;br /&gt;
* [http://turkoloji.cu.edu.tr/GENEL/beyaz_arif_akbas_turkistan_milli_bagimsizlik_hareketi.pdf Beyaz Arif Akbaş: &amp;#039;&amp;#039;Alasch Orda&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 281&amp;amp;nbsp;kB, türkischsprachig)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Kasachstan)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Kirgisistans]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziale Bewegung|Alasch Orda]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Buchonin</name></author>
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