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	<title>Al-Kindī - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Aka: /* Dokumentationen */ Tippfehler entfernt</title>
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		<updated>2026-03-02T22:36:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Dokumentationen: &lt;/span&gt; &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{SEITENTITEL:al-Kindī}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Al-kindi.jpeg|mini|Al-Kindī, in einer Handschrift um 900]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Abū (Yūsuf) Yaʿqūb ibn Ishāq al-Kindī&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|أبو يوسف يعقوب بن إسحاق الكندي&amp;amp;lrm;|DMG=Abū Yūsuf Yaʿqūb bin Isḥāq al-Kindī}}),&amp;lt;ref&amp;gt;auch &amp;#039;&amp;#039;Abu Yusuf Yaqub ibn Ishaq al-Sabbah al Kindi&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Abū Jusūf Ja‘qūb ibn Isḥaq al Kindi&amp;#039;&amp;#039; usw.&amp;lt;/ref&amp;gt; kurz &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;al-Kindī&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, deutsch auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alkendi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, latinisiert &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Alkindus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* um [[800]] in [[Kufa]]; † [[873]] in [[Bagdad]]), war ein [[Araber|arabischer]] [[Philosoph]], [[Wissenschaftler]], [[Mathematiker]], [[Arzt]], [[Musiker]] und Schriftsteller.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Philosophiegeschichtlich wichtig ist er – neben eigenen Beiträgen – auch wegen seiner Übersetzungstätigkeit. Im [[Haus der Weisheit (Bagdad)|Haus der Weisheit]] in [[Bagdad]] ließ er zahlreiche Schriften u.&amp;amp;nbsp;a. von [[Aristoteles]], [[Platon]], [[Alexander von Aphrodisias]] und [[Johannes Philoponos]] ins Arabische übersetzen. Besonders Aristoteles’ naturphilosophische Schriften wurden von ihm rezipiert. Seine Abhandlung &amp;#039;&amp;#039;Über den Intellekt&amp;#039;&amp;#039; wurde über Jahrhunderte von arabischen und lateinischen Intellektuellen breit rezipiert. Auch theologische Debatten wurden von seinen Konzepten beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Abū Yaʿqūb ibn Ishāq al-Kindī&amp;#039;&amp;#039; (vom Stamme der [[Kinda (Arabien)|Kinda]]) war arabischer Abstammung und wurde von seinen vielen nichtarabischen Genossen und Kollegen deshalb „der arabische Philosoph“ genannt. Er selbst führt seinen [[Stammbaum]] auf die alten Kinda-Fürsten zurück, was nicht nachweisbar ist, aber darauf hindeutet, dass er aus einer wohlhabenden Familie stammte. Er wurde um 800 in [[Kufa]] geboren, wo sein Vater [[Statthalter]] war. Der erwähnte Reichtum seiner Ahnen führte einerseits zu einem sehr gebildeten und bewanderten Stamm, wovon &amp;#039;&amp;#039;al-Kindī&amp;#039;&amp;#039; in seiner Ausbildung profitierte, als auch später zu der Möglichkeit, sehr viele Übersetzer beschäftigen zu können. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in [[Bagdad]], das damals das kulturelle Zentrum der islamischen Welt war und es ihm ermöglichte, sich mit den verschiedensten [[Kulturen]] und [[Lehren]] auseinanderzusetzen. So gilt er auch als einer der ersten großen „Übersetzer“, da er einen Großteil des Werkes von [[Aristoteles]], [[Platon]] und des [[Neuplatonismus]] übersetzen ließ. &amp;#039;&amp;#039;Al-Kindī&amp;#039;&amp;#039; selbst baute darauf seine eigenen Werke auf. Er hatte Zugang zum Hof des [[Kalif]]en, auch wenn nicht überliefert ist, in welcher Stellung. Zeitweise dürfte er auch in Ungnade gefallen sein, seine Bibliothek war eine Zeit lang konfisziert und das Fehlen seiner genauen Geburts- und Todesjahre deutet darauf hin, dass er in untergeordneter Stellung gestorben sein dürfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannt war er aber nicht nur als [[Philosoph]], sondern auch als [[Arzt]], medizinischer Schriftsteller&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrun R. Hau: &amp;#039;&amp;#039;al-Kindī (Yaʿqūb ibn Isḥāq).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 750.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Pharmakologe]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Alfred Siggel]]: &amp;#039;&amp;#039;Al-Kindī&amp;#039;s Schrift über die zusammengesetzten Heilmittel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv.&amp;#039;&amp;#039; Band 37, 1953, S. 389–393.&amp;lt;/ref&amp;gt; (von [[Alchemie]] hingegen hielt er wenig), [[Astrologe]], [[Mathematiker]], [[Physiker]], [[Geograph]] und [[Prinzenerzieher]] am Hofe [[Al-Ma&amp;#039;mūn|al-Ma&amp;#039;mūns]]. Lange Zeit galt er auch als [[Theologe]], vor allem wegen seiner Versuche, Philosophie und [[Religion]] zu einen. Tatsächlich stand er der [[Mu&amp;#039;tazila|mu&amp;#039;tazilistischen Schule]] sehr nahe – oder eher diese ihm, da sie als [[rationalistisch]] orientierte Islam-Schule bekannt ist. &amp;#039;&amp;#039;Al-Kindī&amp;#039;&amp;#039; starb vermutlich um das Jahr 870 herum. In der Forschung variieren die entsprechenden Annahmen von 866 über „nach 870“ bis 873.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Routledge Encyclopedia of Philosophy]], &amp;#039;&amp;#039;al-Kindi, Abu Yusuf Ya‘qub ibn Ishaq&amp;#039;&amp;#039; [digitale Edition].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fälschlicherweise wurde al-Kindī auch der von [[Petrus von Toledo]] übersetzte, dem 9. Jh. entstammende fiktive Dialog „Apologie des al-Kindī“ zugeschrieben, in dem der Christ ʿAbd al-Masīḥ ibn Isḥāq al-Kindī in polemisch-apologetischem Stil das Christentum verteidigt. Aufgrund dieser Zuschreibung stand dieser Dialog in hohem Ansehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Schreiner: &amp;#039;&amp;#039;Christliche Theologie als Antwort auf die islamische Herausforderung. Eine historische Perspektive.&amp;#039;&amp;#039; In: Mohammad Gharaibeh, Esnaf Begic, Hansjörg Schmid, Christian Ströbele (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Glaube und Wissenschaft. Theologie in Christentum und Islam.&amp;#039;&amp;#039; Pustet, Regensburg 2015, S. 23–40, hier: S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke und Philosophie ==&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
Das philosophische Schaffen al-Kindīs war vor allem durch seine vielen Übersetzungen geprägt, die er in der Regel selbst korrigierte. Dem folgen auch Entwicklungen in seinen eigenständigen Werken. Zunehmend kenntlich wird eine Nähe zu [[Platon]] und Texte in der Tradition des [[Neuplatonismus]], aber auch an [[Aristoteles]], dessen Werke eine starke Stellung in al-Kindīs [[Bibliothek]] einnehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Über die erste Philosophie ===&lt;br /&gt;
In seinem Hauptwerk „Über die Erste Philosophie“ sind die Einflüsse durch Aristoteles besonders deutlich. Es ist in vier Abschnitte geteilt:&lt;br /&gt;
* Im ersten Teil steckt er den Rahmen der Untersuchung ab und erklärt, dass die Aufgabe des Philosophen die Wahrheitssuche ist, also die Suche nach den Ursachen für [[Hylemorphismus|Materie (al-&amp;#039;unsur)]], [[Form (Philosophie)|Form (al-sura)]], [[Begriff (Philosophie)#Gattungsbegriff/Artbegriff|Gattung (al-dzins)]] und [[Begriff (Philosophie)#Gattungsbegriff/Artbegriff|Art (al-nau&amp;#039;a)]] der Dinge (in Anlehnung an Aristoteles’ „[[Metaphysik (Aristoteles)|Metaphysik]]“).&lt;br /&gt;
* Im zweiten Teil ändert sich die Perspektive, und &amp;#039;&amp;#039;Kindī&amp;#039;&amp;#039; erklärt, dass die Welt endlich ist und die Unendlichkeit der Welt nur eine [[Akt und Potenz|Potenz]] ist. Er zeigt, dass die [[Dimension (Mathematik)|Dimensionen]] des Raumes endlich sind (in Anlehnung an Aristoteles’ „Über den Himmel“), so wie aber auch die Zeit endlich sei (hier geht er einen Schritt weiter) und also einen zeitlichen Anfang haben müsse (in Anlehnung an [[Johannes Philoponos]]).&lt;br /&gt;
* Im dritten Teil erklärt er die Existenz Gottes mit dem Argument, dass die Vielheit der sinnlich wahrnehmbaren Dinge auf der Existenz des ursprünglichen Einen beruhe (in Anlehnung an den [[Neuplatonismus|Neuplatoniker]] [[Proklos]]).&lt;br /&gt;
* Im vierten Teil beschreibt &amp;#039;&amp;#039;Kindī&amp;#039;&amp;#039; [[Gott]] und bedient sich einer negativen [[Theologie]] im Sinne des späten [[Neuplatonismus]] (in Anlehnung an Proklos); der Text wird aber abermals mit einer Wendung beschlossen: Der ferne und unbekannte Gott habe unsere Welt nicht von [[Ewigkeit]] her, sondern in der Zeit aus dem [[Nichts]] bewirkt (in Anlehnung an das religiöse [[Dogma]] der [[Schöpfung]] aus dem Nichts).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine eigentliche Philosophie war zunächst auf der [[Mathematik]] aufbauend; es finden sich [[Zahlenspiel]]e in seinen Schriften. Nach ihm konnte niemand „Philosoph“ werden, ohne Mathematik beziehungsweise [[Logik]] studiert zu haben. Trotzdem ist die Welt bei ihm ein Werk Gottes, dessen Wirken von oben nach unten vermittelt wird: alles Höhere wirkt auf das Niedere ein, nicht aber das Verursachte auf seine (über ihm auf der Stufe des Seins stehende) Ursache. So entsteht eine durchgehende [[Ursächlichkeit]] in der Welt, deren Erkenntnis es ermöglicht, Zukünftiges vorherzusagen. Die Welt besteht aus dem (göttlichen) [[Geist]], der (materiellen) Körperwelt und der [[Seele]], die sich dazwischen befindet. Die menschliche Seele ist ein Ausfluss dieser [[Weltseele]], daher in ihren Wirkungen an den [[Körper (Biologie)|Körper]] gebunden, ihrem geistigen Wesen nach aber unabhängig. Die Seele ist in die Sinnenwelt herabgekommen, mit einer Ahnung ihres ursprünglichen Zustands, und findet sich daher hier nicht heimisch. Erlösung kann sie erst wieder &amp;#039;&amp;#039;im Aufstieg in die geistige Welt&amp;#039;&amp;#039; finden, wo alle ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Dafür muss sie sich indes von allen materiellen und körperlichen Begierden befreien – hier finden also wieder deutliche islamische Elemente Einzug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Über den Intellekt ===&lt;br /&gt;
Als wesentlichstes &amp;#039;&amp;#039;eigenes&amp;#039;&amp;#039; Werk (also unabhängig von den Vorlagen durch den [[Islam]] oder die [[griechische Philosophie]]) dürfte „Über den Intellekt“ gelten, das die meisten eigenen Konzepte aufweist, auch wenn es sich wiederum an [[Aristoteles]]’ „Über die Seele“ und einige [[spätantike]] Kommentatoren ([[Alexander von Aphrodisias]], [[Themistios]] und [[Johannes Philoponos]]) anlehnt. Es geht dabei um Aristoteles’ Unterscheidung zwischen aktivem und passivem [[Intellekt]]. Konnten die Kommentatoren den Grund dafür nicht herausfinden, so definierte &amp;#039;&amp;#039;Kindī&amp;#039;&amp;#039;: Der aktive Intellekt sei die Ursache und das universale Prinzip aller Intellekte und er sei die Spontaneität des Denkens und ohne Ruhe. Das Denken sei in drei Stufen aufgebaut:&lt;br /&gt;
* Der potentielle Intellekt (das [[Vermögen (Fähigkeit)|Vermögen]] des Menschen zu denken)&lt;br /&gt;
* Der erworbene Intellekt (das Vermögen des Menschen, etwas tun zu können –&amp;amp;nbsp; beispielsweise Schreiben&amp;amp;nbsp;− es aber gerade nicht auszuüben; auch aktualisierter Intellekt genannt)&lt;br /&gt;
* Der sichtbare Intellekt (das Vermögen des Menschen, das erworbene Wissen anzuwenden; auch demonstrativer Intellekt genannt)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese drei Stufen sind Formen des passiven (rezeptiven) Intellekts. So kann man die vier Intellekte (also den aktiven und den passiven mit seinen drei Zwischenstufen) chronologisch reihen. Dies wird von vielen anderen Philosophen, auch in Europa, übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definitionen philosophischer Begriffe ===&lt;br /&gt;
Ein weiteres wichtiges Werk &amp;#039;&amp;#039;Kindīs&amp;#039;&amp;#039; sind die [[Definition]]en der [[Begriff (Philosophie)|Begriffe]]. Wie erwähnt korrigierte er die von ihm in Auftrag gegebenen Übersetzungen immer selbst. Unter anderem entstand dabei auch eine Schrift über die Definition des Begriffs „Philosophie“, die seine Philosophie auch wesentlich charakterisieren. Es ist eine Definition von sechs Gesichtspunkten:&lt;br /&gt;
* [[Etymologisch]] ist Philosophie die „Liebe zur Weisheit“&lt;br /&gt;
* Philosophie ist das Bemühen, sich den göttlichen Taten anzugleichen und zwar nach Maßgabe des menschlichen Vermögens (Wovon handelt die Philosophie?)&lt;br /&gt;
* Philosophie ist die Sorge um den Tod, nämlich zum einen die Sorge um den Austritt der Seele aus dem Körper und zum anderen die Sorge um das Abtöten der Begierde (Ziele der Philosophie)&lt;br /&gt;
* Philosophie ist die Kunst der Künste und die Weisheit der Weisheiten (Ursprung der Philosophie)&lt;br /&gt;
* Die Dinge sind entweder körperlich oder unkörperlich. Der Mensch besteht aber aus Körper, Seele und Akzidenzia ([[Attribut (Philosophie)|Attributen]]) und die Seele nachher besteht aus [[Substanz]]. Um seine Substanz zu kennen, muss der Mensch sich selbst erkennen. Erkennt der Mensch alle seine drei Bestandteile, erkennt der die ganze Welt (Philosophie als [[Selbsterkenntnis]] des Menschen)&lt;br /&gt;
* Philosophie ist die Kenntnis der ewigen [[Universalienproblem|Universalien]], ihres Wesens und ihrer Ursachen, soweit dies dem Menschen möglich ist (Philosophie aus dem Lesen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Kindī&amp;#039;&amp;#039; galt als erster [[Islamische Aristoteliker|islamischer Aristoteliker]], auch wenn er im Unterschied zu [[Aristoteles]] von einer endlichen Welt ausging. Ein großer Fehler aber passierte bei den Übersetzungen unter seiner Regie. Die &amp;#039;&amp;#039;[[Enneaden]]&amp;#039;&amp;#039; [[Plotin]]s (eher [[Platonische Liebe|platonisch]]) werden irrtümlicherweise Aristoteles als „Theologie des Aristoteles“ zugeschrieben und in der islamischen Philosophie als „neuplatonischer Aristotelismus“ verwechselt. Dieser Fehler wird erst sehr viel später bemerkt werden und zieht sich ganz wesentlich durch die Geschichte der islamischen Philosophie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kryptologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Al-kindi cryptographic.png|mini|Die erste Seite &amp;#039;&amp;#039;al-Kindīs&amp;#039;&amp;#039; Manuskript über die Kryptanalyse]]&lt;br /&gt;
Darüber hinaus befasste sich &amp;#039;&amp;#039;al-Kindī&amp;#039;&amp;#039; auch mit der [[Kryptologie]]. Er gilt als einer der Pioniere auf dem Gebiet der [[Kryptoanalyse]], also der Kunst, aus einem [[Geheimtext]] ohne Kenntnis des zur [[Verschlüsselung]] benutzten [[Schlüssel (Kryptologie)|Schlüssels]] den ursprünglichen [[Klartext (Kryptographie)|Klartext]] zu gewinnen. Er verfasste die erste bekannte Abhandlung über Kryptoanalyse, die erst 1987 im Istanbuler Süleiman-Osman-Archiv wiederentdeckt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Simon Singh: &amp;#039;&amp;#039;Geheime Botschaften&amp;#039;&amp;#039;. Carl Hanser Verlag, München 2000, S.&amp;amp;nbsp;33. ISBN 3-446-19873-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie trägt den Titel „Abhandlung über die Entzifferung kryptographischer Botschaften“, in der &amp;#039;&amp;#039;Kindī&amp;#039;&amp;#039; zeigte, wie die [[monoalphabetische Substitution]], die zu der Zeit in Europa noch als „unknackbar“ galt, mithilfe der statistischen Methode der [[Häufigkeitsanalyse]] [[Brechen (Kryptologie)|gebrochen]] werden konnte. Die entscheidend wichtige Passage aus &amp;#039;&amp;#039;Kindīs&amp;#039;&amp;#039; Handschrift lautet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Eine Möglichkeit, eine verschlüsselte Botschaft zu entziffern, vorausgesetzt, wir kennen ihre Sprache, besteht darin, einen anderen Klartext in derselben Sprache zu finden, der lang genug ist, um ein oder zwei Blätter zu füllen, und dann zu zählen, wie oft jeder Buchstabe vorkommt. Wir nennen den häufigsten Buchstaben den »ersten«, den zweithäufigsten den »zweiten«, den folgenden den »dritten« und so weiter, bis wir alle Buchstaben in der Klartextprobe durchgezählt haben. Dann betrachten wir den Geheimtext, den wir entschlüsseln wollen, und ordnen auch seine Symbole. Wir finden das häufigste Symbol und geben ihm die Gestalt des »ersten« Buchstabens der Klartextprobe, das zweithäufigste Symbol wird zum »zweiten« Buchstaben, das dritthäufigste zum »dritten« Buchstaben und so weiter, bis wir alle Symbole des Kryptogramms, das wir entschlüsseln wollen, auf diese Weise zugeordnet haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Simon Singh: &amp;#039;&amp;#039;Geheime Botschaften&amp;#039;&amp;#039;. Carl Hanser Verlag, München 2000, S.&amp;amp;nbsp;35. ISBN 3-446-19873-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Medizin ==&lt;br /&gt;
Al-Kindī hatte eine die Wirksamkeit von [[Arzneimittel]]n betreffende Gradenlehre&amp;lt;ref&amp;gt;[[Alfred Siggel]]: &amp;#039;&amp;#039;Al-Kindī’s Schrift über die zusammengesetzten Heilmittel.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv.&amp;#039;&amp;#039; Band 37, 1953, S. 389–393.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.fordham.edu/mvst/magazinestacks/sudarch2.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Sudhoffs Archiv für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften (SudArch)&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20130520195127}} (mit dem Browser nach „Siggel“ suchen) Band 27, 1934 – Band 49, 1965.&amp;lt;/ref&amp;gt; verfasst, die erstmals [[Simplicia und Composita|Composita]] (zusammengesetzte Arzneimittel) systematisch spezifizierte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich Schipperges]]: &amp;#039;&amp;#039;Moderne Medizin im Spiegel der Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Thieme, Stuttgart 1970, S. 121–123, {{DNB|458837555}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rudolf Schmitz (Pharmaziehistoriker)|Rudolf Schmitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Arzneimittelbegriff der Renaissance.&amp;#039;&amp;#039; In: Rudolf Schmitz, [[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Humanismus und Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Acta humaniora, Weinheim 1984 (= &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Forschungsgemeinschaft: Mitteilungen der Kommission für Humanismusforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 11), ISBN 3-527-17011-1, S. 1–21, hier: S. 8&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben ==&lt;br /&gt;
* A.L Ivry: &amp;#039;&amp;#039;Al-Kindi’s Metaphysics.&amp;#039;&amp;#039; State University of New York, New York 1974, ISBN 0-87395-092-5. Enthält neben der Übersetzung der &amp;#039;&amp;#039;al-falsafa al-ula&amp;#039;&amp;#039; („Die Erste Philosophie“) in der zweibändigen Ausgabe von A. H. Abû Rîdah (Kairo 1950–1953) ins Englische einen breiten Kommentarteil mit Nachweisen von Bezügen zur Metaphysik des Aristoteles sowie eine kurze historische Einführung zu dieser Thematik.&lt;br /&gt;
* [[Peter E. Pormann]], [[Peter Adamson]]: &amp;#039;&amp;#039;The Philosophical Works of al-Kindi&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Oxford 2012, ISBN 978-0-19-906280-5.&lt;br /&gt;
* Jean Jolivet, [[Roshdi Rashed]]: &amp;#039;&amp;#039;Oeuvres philosophiques et scientifiques d’al-Kindī.&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände. Brill, Leiden 1997.&lt;br /&gt;
* Roshdi Rashed: &amp;#039;&amp;#039;L’Optique et la Catoptrique d’al-Kindi.&amp;#039;&amp;#039; Brill, Leiden 1997.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Peter Adamson: &amp;#039;&amp;#039;Al-Kindi&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, New York, 2007. ISBN 978-0-19-518142-5.&lt;br /&gt;
* {{DictSciBiogr |Autor=Jean Jolivet, Roshdi Rashed |Lemma=Al-Kindi, Abu Yusuf Yaqub Ibn Ishaq Al-Sabbah |Band=15 |Seiten=261–267}}&lt;br /&gt;
* Ulrich Rudolph: &amp;#039;&amp;#039;Islamische Philosophie. Von den Anfängen bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-50852-9, S. 15–21.&lt;br /&gt;
* T. J. De Boer: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Philosophie im Islam.&amp;#039;&amp;#039; Fr. Frommanns, Stuttgart 1901, S. 90–97.&lt;br /&gt;
* [[Simon Singh]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Geheime Botschaften]]&amp;#039;&amp;#039;. Carl Hanser, München 2000. ISBN 3-446-19873-3.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20110205043232/http://www.bautz.de/bbkl/a/al-kindi.shtml |autor=[[Friedrich Wilhelm Bautz]]|artikel=Al-Kindi, Jakīb ibn Ishāk|band=1|spalten=117-118}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentationen ==&lt;br /&gt;
* [https://www.arte.tv/de/videos/118234-000-A/das-vergessene-erbe-der-arabischen-heilkunst/ &amp;#039;&amp;#039;Das vergessene Erbe der arabischen Heilkunst.&amp;#039;&amp;#039;] (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;Les trésors oubliés de la médecine arabe.&amp;#039;&amp;#039;) TV-Dokumentation in [[High Definition Television|HD]] von Mathieu Schwartz (Regie), Anaïs Van Ditzhuyzen (Regie), Frankreich 2025 für [[Arte#Arte France|Arte France]], Deutsche Synchronfassung 2026.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Al-Kindi|Al-Kindī}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118887947|NAME=Al-Kindi}}&lt;br /&gt;
* {{MacTutor|id=Al-Kindi|title=Abu Yusuf Yaqub ibn Ishaq al-Sabbah Al-Kindi}}&lt;br /&gt;
;Werke&lt;br /&gt;
* Albino Nagy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die philosophischen Abhandlungen des Jaʿqūb ben Isḥāq al-Kindī&amp;#039;&amp;#039;, BGPhMA 2–5, Münster 1897, Edition der lateinischen Übersetzungen (des [[Gerhard von Cremona]] und [[Dominicus Gundissalinus]]) von &amp;#039;&amp;#039;Liber de intellectu&amp;#039;&amp;#039; (S. 1–11), &amp;#039;&amp;#039;Liber de somno et uisione&amp;#039;&amp;#039; (S. 12–27), &amp;#039;&amp;#039;Liber de quinque essentiis&amp;#039;&amp;#039; (S. 28–40), &amp;#039;&amp;#039;Liber introductorius in artem logicae demonstrationis&amp;#039;&amp;#039; (S. 41–64). {{Digitalisat |IA=diephilosophisch00kind}}&lt;br /&gt;
* [http://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost09/Alkindus/alk_intr.html Alkindus in der Bibliotheca Augustana]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Sekundärliteratur&lt;br /&gt;
* {{SEP|http://plato.stanford.edu/entries/al-kindi/||Peter Adamson}}&lt;br /&gt;
* Peter Adamson: [http://science-islam.net/print_article.php3?id_article=563&amp;amp;lang=en Before Essence and Existence:al-Kindi’s Conception of Being], 2002&lt;br /&gt;
* [http://muslimheritage.com/topics/default.cfm?ArticleID=691 Werkbeschreibung und Biographie auf muslimheritage.com].&lt;br /&gt;
* [http://muslimheritage.com/topics/default.cfm?ArticleID=372 Al-Kindi, Cryptography, Code Breaking and Ciphers auf muslimheritage.com].&lt;br /&gt;
;Verschiedene Materialien&lt;br /&gt;
* [http://www.muslimphilosophy.com/kindi/index.html Linkliste und Werkverzeichnis auf muslimphilosophy.com] Besucht am 3. Mai 2008&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118887947|LCCN=n79138789|VIAF=90634457}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kindi, al}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islamischer Philosoph]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (islamisches Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mathematiker (Blütezeit des Islam)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arabische Medizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islamische Medizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kryptoanalytiker]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Universalgelehrter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 8. oder 9. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 873]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kindī, al-&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kindī, Yaʿqūb ibn Isḥāq al-; Alkindus&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=arabischer Wissenschaftler, Mathematiker, Arzt und Musiker&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 800&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Kufa]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=873&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bagdad]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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