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	<title>Aktion Lindwurm - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T14:09:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Aktion_Lindwurm&amp;diff=656711&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;KlauRau: Kleinkram</title>
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		<updated>2026-03-29T23:32:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Sonderwaffenlager Clausen.jpg|mini|Wachgebäude mit Turm des [[Sonderwaffenlager Clausen|Sonderwaffenlagers Clausen]].]]&lt;br /&gt;
Während der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aktion Lindwurm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: Operation Lindwurm) wurden vom 26. Juli 1990 bis zum 19. September 1990 [[Gasgranate|Giftgasgranaten]] aus dem US-Militärdepot ([[Sonderwaffenlager Clausen]]) in der Nähe des Ortes [[Clausen]] ([[Rheinland-Pfalz]], [[Landkreis Südwestpfalz]]) über das [[Miesau Army Depot]] zum niedersächsischen Hafen [[Nordenham]] transportiert. Von dort wurden sie zur späteren Vernichtung zum [[Johnston-Atoll]] im Pazifik verschifft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=0893 |text=Jochen Badelt: cbw-Chronologie: Januar – Dezember 1990 |wayback=20130719134611}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
25 Jahre lagerten im [[United States Army|US]]-[[Depot (Militär)|Depot]] &amp;#039;&amp;#039;NATO Site 59&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Coordinate|NS=49/15/53/N|EW=7/42/46/E|type=landmark|region=DE-RP|text=49°15′53″ N 7°42′46″ E|name=NATO Site 59}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in der Nähe des Ortes Clausen verschiedene [[Chemische Waffe|Kampfstoffe]], darunter 400 Tonnen der tödlich wirkenden [[Nervengift]]e [[VX]] und [[Sarin]]. Insgesamt waren es 102.000 Giftgasgranaten, die abtransportiert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gao.gov/assets/220/213618.pdf &amp;#039;&amp;#039;DOD’s successfull efforts to remove U.S. chemical weapons from Germany.&amp;#039;&amp;#039;] United States General Accounting Office, Washington DC 1991.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Bürgern und den Politikern in Clausen war nicht bekannt, dass in dem Depot Giftstoffe lagerten. Sogar Demonstranten liefen jahrelang vor einem falschen Lager auf, denn es wurde Anfang der 1980er Jahre vermutet, dass sich auch die Chemiekampfstoffe im [[Fischbach Ordnance Depot|Lager Fischbach]] befanden, in dem sogenannte „[[Massenvernichtungswaffe|Sonderwaffen]]“ in Form [[Kernwaffe|atomarer Sprengköpfe]] lagerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1983 bestätigte schließlich das [[Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten]] die Existenz chemischer Waffen in Deutschland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dc-ramstein.de&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.dc-ramstein.de/publikationen?download=5:operation-lindwurm-eine-oeffentlich-durchgefuehrte-geheime-aktion |titel=dc-ramstein.de: &amp;#039;&amp;#039;OPERATION STEEL BOX&amp;#039;&amp;#039; |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20121210134851/http://www.dc-ramstein.de/publikationen?download=5:operation-lindwurm-eine-oeffentlich-durchgefuehrte-geheime-aktion |archiv-datum=2012-12-10 |abruf=2013-11-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Abzug der Chemiewaffen 1990 war eine Absprache zwischen den damaligen Regierungschefs [[Präsident der Vereinigten Staaten|US-Präsident]] [[Ronald Reagan|Reagan]] und [[Bundeskanzler (Deutschland)|Bundeskanzler]] [[Helmut Kohl|Kohl]] im Jahr 1986 vorausgegangen. Demnach sollten bis spätestens 1992 sämtliche Chemiewaffen des in der Bundesrepublik Deutschland stationierten US-Militärs abgezogen und außerhalb des Landes zerstört werden. Anschließend begannen die Planungen für den Transport, die insgesamt drei Jahre in Anspruch nahmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Engbarth41&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fritz Engbarth |Titel=Von der Ludwigsbahn zum Integralen Taktfahrplan – 160 Jahre Eisenbahn in der Pfalz |Datum=2007 |Seiten=41}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;polizeiinfo&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Einsatzabschnitt Öffentlichkeitsarbeit der Polizei |Titel=Der Abzug der amerikanischen chemischen Waffen aus der Bundesrepublik Deutschland |Ort=Enkenbach-Alsenborn |Datum=1990}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei mussten unter anderem alle vorgesehenen Fahrzeuge auf ihre Sicherheit hin überprüft und die vorgesehenen Verkehrswege gesperrt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dc-ramstein.de&amp;quot; /&amp;gt; Am 6. März 1989 gab der US-amerikanische Außenminister [[James Baker]] in Wien eine Weisung des seit diesem Jahr amtierenden Präsidenten [[George H. W. Bush]] bekannt, dass ein schnellerer Abtransport dieser Waffen beabsichtigt sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;polizeiinfo&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bahnpolizeiderdb.de.tl&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://bahnpolizeiderdb.de.tl/Bahnpolizeieinsatz--g-Aktion-Lindwurm-g-.htm |titel=bahnpolizeiderdb.de.tl: &amp;#039;&amp;#039;Großeinsatz der Bahnpolizei – Transportauftrag: „Aktion Lindwurm“&amp;#039;&amp;#039; |abruf=2013-11-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abtransport und Vernichtung ==&lt;br /&gt;
=== Transport auf der Straße ===&lt;br /&gt;
Für den Abtransport zum Zwischenlager im Miesau Army Depot kamen drei mögliche Routen in die engere Planung:&lt;br /&gt;
* Über die [[Bundesautobahn 8]] zum [[Autobahnkreuz Neunkirchen]] und weiter über die [[Bundesautobahn 6]].&lt;br /&gt;
* Über die [[Bundesstraße 270]] bis zur Anschlussstelle Kaiserslautern-West und weiter über die Bundesautobahn 6.&lt;br /&gt;
* Über die noch nicht fertiggestellte [[Bundesautobahn 62]] zum [[Autobahnkreuz Landstuhl-West]] und weiter über die Bundesautobahn 6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war lange Zeit unklar, ob die Strecke über die noch nicht fertiggestellte Bundesautobahn 62 überhaupt genutzt werden konnte. Erst kurz vor Beginn der Operation wurde diese Strecke dann als Hauptroute ausgesucht, da auf ihr die wenigsten Behinderungen im laufenden Verkehr erwartet wurden. Da zwischen dem [[Hörnchenbergtunnel]] und dem Autobahnkreuz die Straße immer noch nicht fertiggestellt war, erhielt dieser Abschnitt einen besonderen [[Schotter|geschotterten]] Belag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beginnend mit dem 26. Juli 1990 wurden die Giftstoffe mit Lastwagen im Schritttempo durch die engen Straßen von Clausen und anschließend hauptsächlich über die Bundesautobahn 62 abtransportiert. Von dort aus ging es über die Bundesautobahn 6 ins Miesau Army Depot. Während der Operation wurde täglich neu entschieden, welche Strecke am jeweiligen Tag benutzt wurde. Einmal wurde, da ein Spürhund auf der an diesem Tag vorgesehenen Strecke etwas Verdächtiges bemerkte, eine andere benutzt. Die meisten der Behälter wurden aufgrund der geringeren Probleme über die Hauptroute abtransportiert. Das Procedere nahm insgesamt 28 Tage in Anspruch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dc-ramstein.de&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Transport auf der Schiene ===&lt;br /&gt;
Ab dem 12. September 1990 übernahmen Züge den Transport an die Nordsee. Das Miesau Army Depot war per [[Anschlussgleis]] mit dem Eisenbahnnetz verbunden. Die Granaten mussten in spezielle Kapseln eingelagert werden. Um eine Beeinträchtigung des elektrischen Fahrbetriebs im Netz der [[Deutsche Bundesbahn|Deutschen Bundesbahn]] auszuschließen, wurde festgelegt den Abtransport komplett mit zwei Diesellokomotiven der [[DB-Baureihe 218|Baureihe 218]] durchzuführen. Zuständig hierfür war das [[Bahnbetriebswerk Kaiserslautern]], das hierfür Lokomotiven aus den Bundesbahndirektionen Karlsruhe, München und Nürnberg erhielt. Zudem wurde eine Route festgelegt, die dicht besiedelte Regionen wie das [[Ruhrgebiet]] meiden sollte. Danach fand der Abtransport über Ludwigshafen, Worms, Darmstadt, Aschaffenburg, Gießen, Kassel, Löhne und Bremen statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Engbarth41&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Operation dauerte bis zum 19. September 1990 und wurde stets abends sowie nachts durchgeführt. Dazu wurden mehrere Sicherheitsmaßnahmen mit eingeplant. Es gab stets einen Begleitzug bei allen Transporten, ebenso wurden vor dem eigentlichen Abtransport Notbremsungen, Brände und Überfälle von [[Terrorist]]en simuliert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fritz Engbarth |Titel=Von der Ludwigsbahn zum Integralen Taktfahrplan – 160 Jahre Eisenbahn in der Pfalz |Datum=2007 |Seiten=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Maßnahmen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Miesau Army Depot wurde für etwa 1 Million US-Dollar ausgebaut und für den geplanten Umschlag ertüchtigt. Über Clausen, Miesau und Nordenham wurden [[Flugbeschränkungsgebiet|Gebiete mit Flugbeschränkungen]] eingerichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;polizeiinfo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Einsatz kamen während dieser Operation [[Hubschrauber]], die [[Polizei]], der [[Bundesgrenzschutz]], die [[Bahnpolizei]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;bahnpolizeiderdb.de.tl&amp;quot; /&amp;gt;, Sanitätsbegleitung der [[Bundeswehr]], extra zusammengestellte Einheiten aus verschiedenen [[Bundeswehrfeuerwehr]]en, sowie etliche [[Fuchs (Panzer)|ABC-Spürpanzer]] der Bundeswehr. Zusätzlich erfolgte die Sicherung des Luftraums durch die [[Flugabwehrraketendienst (Luftwaffe)|Flugabwehrraketengruppe]] 42 mit [[Roland (Waffensystem)|Roland]]-[[Boden-Luft-Rakete]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.flarakgrp42.de/flarakgrp42/chronik/19901995.html Chronik FlaRakGrp 42 1990–1995]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen [[Nordenham]] wurden die Giftgasgranaten verschifft und zur späteren Vernichtung zum [[Johnston-Atoll]] im Pazifik gebracht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;polizeiinfo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritische Stimmen ==&lt;br /&gt;
Das US-Militär versuchte den zweifelnden Bürgern in Clausen und an den Bahnstrecken mit moderner Technik Sicherheit zu symbolisieren. Demgegenüber stellten deutsche Behörden bei der Untersuchung der für den Abtransport genutzten [[Zugmaschine]]n teilweise massive Sicherheitsmängel wie beispielsweise defekte Bremsen fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach dem Abzug ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Clausen Gedenktafel Lindwurm.png|mini|Clausen, ehem. US-Depot, Gedenktafel]]&lt;br /&gt;
1990 wurde der Abzug mit einem großen Festakt in Clausen gefeiert. Unter anderen war auch der damalige Bundeskanzler [[Helmut Kohl]] zu Gast. Neben dem Depot wurde ein Mahnmal zum Frieden errichtet, bestehend aus einem Kreuz aus [[Buntsandstein]] und einer Gedenktafel. Alle dienstlich Beteiligten, sowohl auf deutscher als auch auf amerikanischer Seite, erhielten eine nicht zu tragende, bronzene Erinnerungsmedaille.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.die-deutschen-orden.de/ordensuebersicht/bundeslander/hamburg/erinnerungsmedaille-python-lindwurm/ Webseite zur Erinnerungsmedaille]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Fritz Engbarth&lt;br /&gt;
   |Titel=Von der Ludwigsbahn zum Integralen Taktfahrplan – 160 Jahre Eisenbahn in der Pfalz&lt;br /&gt;
   |Datum=2008&lt;br /&gt;
   |Online=https://www.edoweb-rlp.de/resource/edoweb:7013038/data&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=3900&lt;br /&gt;
   |Abruf=2020-01-23}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=NsACcqjBR-s 20 Jahre Aktion Lindwurm – Teil 1/2]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=VY2V2wghBdE 20 Jahre Aktion Lindwurm – Teil 2/2]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=AdqftRYSQYo Classix | Abtransport von C-Waffen aus Deutschland (1990) | Bundeswehr]&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13498722.html Tödlich in 20 Kilometern – Bericht im Spiegel Ausgabe 52 vom 25. Dezember 1989]&lt;br /&gt;
* [https://bahnpolizeiderdb.de.tl/Bahnpolizeieinsatz--g-Aktion-Lindwurm-g-.htm Bahnpolizeieinsatz „Aktion Lindwurm“]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige militärische Einrichtung der Vereinigten Staaten in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärlogistik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundesgrenzschutz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Pfalz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pfälzerwald]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Clausen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;KlauRau</name></author>
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