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	<title>Akkulturation - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T19:39:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Akkulturation&amp;diff=70465&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Krdbot: Bot: Korrigiere Link (Falschschreibung Sendungsbewußtsein -&gt; Sendungsbewusstsein)</title>
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		<updated>2026-01-27T05:31:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Korrigiere Link (Falschschreibung &lt;a href=&quot;/index.php?title=Sendungsbewu%C3%9Ftsein&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Sendungsbewußtsein (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Sendungsbewußtsein&lt;/a&gt; -&amp;gt; &lt;a href=&quot;/index.php/Sendungsbewusstsein&quot; title=&quot;Sendungsbewusstsein&quot;&gt;Sendungsbewusstsein&lt;/a&gt;)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Mro-o, Tomtu and Nzoikamrekti Kayapó lendo o Projeto da Constituição Brasileira.jpg|mini|hochkant=1.5|Indigene [[Kayapo]]s mit einer Ausgabe der [[Brasilianische Verfassung von 1988|brasilianischen Verfassung von 1988]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Phillip-Wildshoe-&amp;amp;-Family-in-their-Chalmers-Automobile.jpg|mini|hochkant=1.5|Eine Familie der [[Coeur d’Alene (Volk)|Schitsu&amp;#039;umsh]]-Indianer in ihrem Automobil (1916) als Ausdruck gewisser Aspekte (partieller) Akkulturation indigener Gruppen und Individuen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Akkulturation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von lateinisch &amp;#039;&amp;#039;ad&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;cultura:&amp;#039;&amp;#039; „Hinzuführung zu einer Kultur“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulrich Ammon]]: &amp;#039;&amp;#039;Akkulturation.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Helmut Glück]], Michael Rödel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Metzler Lexikon Sprache.&amp;#039;&amp;#039; Metzler Verlag, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-476-02641-5, S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt;) bezieht sich als weit gefasster [[Oberbegriff]] auf alle Anpassungsprozesse von Personen oder [[Soziale Gruppe|sozialen Gruppen]] an eine [[Kulturvergleichende Sozialforschung#Der Kulturbegriff|Kultur]] in Hinsicht auf [[Wert (Philosophie)|Wertvorstellungen]], [[Sitte]]n, [[Brauch]]tum, [[Sprache]], [[Religion]], [[Technologie]] und anderes. Der Begriff wird je nach Fachgebiet unterschiedlich definiert, eine verbindliche Definition gibt es nicht. &lt;br /&gt;
Insbesondere unterscheidet sich der Begriffsinhalt in den [[Sozialwissenschaften]] und gegenüber der Bedeutung von Akkulturation in [[Psychologie]] und [[Pädagogik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überschneidungen bestehen zur &amp;#039;&amp;#039;[[Integration (Soziologie)|Integration]]&amp;#039;&amp;#039; in ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystem und der &amp;#039;&amp;#039;[[Assimilation (Soziologie)|Assimilation]]&amp;#039;&amp;#039; in eine fremde Kultur, oft aufgrund staatlicher Förderung oder Forcierung ([[Assimilationspolitik]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialwissenschaften ==&lt;br /&gt;
Insbesondere in [[Anthropologie]] und [[Ethnologie]] werden die wechselseitigen Anpassungsprozesse bei der Begegnung zweier unterschiedlicher Kulturen als &amp;#039;&amp;#039;Akkulturation&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Feser&amp;quot;&amp;gt;Heiko Feser: &amp;#039;&amp;#039;Die Huaorani auf den Wegen ins neue Jahrtausend.&amp;#039;&amp;#039; Ethnologische Studien Bd. 35, Institut für Völkerkunde der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, LIT Verlag, Münster 2000, ISBN 3-8258-5215-6, S. 7–14, 495–496.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei werden fremde geistige oder materielle [[Kulturgut|Kulturgüter]] übernommen. Dieser [[Kultureller Wandel|Kulturwandel]] kann sowohl Einzelpersonen als auch ganze Gruppen betreffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ethnologe [[Richard Thurnwald]] beschrieb die Akkulturation als eine Form des [[Soziales Lernen|sozialen Lernens]]. Er betonte dabei die Veränderung von [[Einstellung (Psychologie)|Einstellungen]] und Verhalten sowie die Prägung der [[Persönlichkeit]].&amp;lt;ref&amp;gt;Marc Andresen: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Geschichte und Methodik der archäologischen Migrationsforschung&amp;#039;&amp;#039;, Waxmann Verlag, 2004, ISBN 978-3-8309-6064-5, [https://books.google.com/books?id=KWYzighTD6AC&amp;amp;pg=PA342 S. 342].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akkulturation entsteht einerseits durch ungeregelte, defensive Kontakte, bei denen die Beteiligten vollkommen frei entscheiden, ob sie sich von einem Wandel wirtschaftliche Vorteile oder eine anderweitige Bereicherung versprechen. Es ist eine bewusste Auseinandersetzung mit den Eigenarten des [[Fremde]]n im Vergleich mit der eigenen Kultur und der Bereitschaft zur Veränderung der eigenen Verhaltensweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Maehler u. Schmidt-Denter&amp;quot;&amp;gt;Débora Maehler, Ulrich Schmidt-Denter: &amp;#039;&amp;#039;Migrationsforschung in Deutschland. Leitfaden und Messinstrumente zur Erfassung psychologischer Konstrukte.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-531-19244-4, S. 18–19.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den zweiten Weg zur Akkulturation bilden gezielte, offensive Maßnahmen der dominanteren Kultur, häufig mit der Absicht der &amp;#039;&amp;#039;[[Integration (Soziologie)|Integration]]&amp;#039;&amp;#039; in das eigene Gesellschafts- und Wirtschaftssystem oder der vollständigen &amp;#039;&amp;#039;[[Assimilation (Soziologie)|Assimilation]]&amp;#039;&amp;#039; in die eigene Kultur. Erreicht wird dies durch Hilfestellung, Bildungsangebote und (wirtschaftliche) Anreize, teils auch durch repressive Maßnahmen mit Gewaltandrohung oder Zwangserziehung, was im Gegensatz zu einer freiwilligen Annäherung Vorbehalte und Widerstände provoziert. Immer wenn ein Herrschaftsbereich sich über mehrere Ethnien erstreckt, kommt es zu Akkulturationsprozessen,&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Mirow: &amp;#039;&amp;#039;Imperien im Kopf. Wie große Reiche Kulturen und Imperien formten&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2025, ISBN 978-3-86408-348-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispiele sind die [[Romanisierung]] im Westen des Römischen Reiches, die Russifizierung Sibiriens, die Sinisierung von Südchina, [[Tibet]] und [[Xinjiang]], die Europäisierung der europäischen Kolonien (→ Idee einer zivilisatorischen Mission Europas, [[Sendungsbewusstsein]]), sowie die [[Italianisierung]] von Südtirol.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intensität, Richtung und Tempo des Akkulturationsprozesses hängen in erster Linie von der Motivation der dominierten Menschen ab: Je aktiver, bewusster und engagierter sie sich eigene Entwicklungsziele stecken, desto schneller, selbstbestimmter – und damit zumeist vorteilhafter – geht der Wandel vonstatten. Je passiver, unbewusster und gleichgültiger sie den Veränderungen gegenüber sind, desto langsamer und fremdbestimmter der Wandel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politische Entwicklungsprogramme mit dem Ziel einer gelenkten Akkulturation [[Lokale Gemeinschaften|lokaler Gemeinschaften]] scheitern häufig sowohl an der vorgenannten Eigendynamik der Dominierten (die entweder zu selbstständig oder zu ablehnend reagieren), als auch an den unkalkulierbaren Einflüssen anderer Akteure mit jeweils eigenen Interessen (Wirtschaftsunternehmen, Missionare, andere Staaten, supranationale Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Ethnologen, Touristen u.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;a.), die den Menschen fast immer diverse Alternativen bieten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der öffentlichen Debatte wird die Akkulturation von [[Naturvolk|„Stammesvölkern“]] überwiegend mit negativen Begleiterscheinungen in Verbindung gebracht: [[Migrationssoziologie#Migration und Identität|kulturelle Entwurzelung]] und Zerfall der [[Gemeinschaft]]en mit [[Apathie]] und [[Resignation]], [[Werteverfall]], [[Kriminalität]], [[Generationenkonflikt]]e, [[Alkoholismus]], [[Drogenkonsum]], [[Diskriminierung]], [[Autarkie|wirtschaftliche Abhängigkeit]] uvm. Je größer die kulturellen Unterschiede und je aggressiver der Druck der dominanten Kultur, desto größer ist das Risiko für solch negative Entwicklungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Feser&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend für das Ausmaß der Akkulturation ist schlussendlich die Dauer und Intensität des Kontaktes. Eroberung und [[Kolonialismus]] sind dabei die extremsten Formen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;LexGlob&amp;quot;&amp;gt;Fernand Kreff, Eva-Maria Knoll, Andre Gingrich (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Globalisierung.&amp;#039;&amp;#039; transcript Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-8376-1822-8, Schlagwort: „Kulturwandel“ S.&amp;amp;nbsp;220–223.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Formen der Akkulturation (Migrationsforschung) ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Akkulturationsformen.svg|mini|Die vier Formen der Akkulturation (nach [[John W. Berry|Berry]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|John W. Berry#Berrys Modell der Akkulturationsstrategien}}&lt;br /&gt;
[[John W. Berry]] betrachtet als Akkulturation den Anpassungsprozess von Migranten auf individueller oder auf Gruppenebene, die sich in einer anderen Kultur niederlassen als derjenigen, in der sie geboren wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=David Sam, John Berry |Titel=Acculturation: When Individuals and Groups of Different Cultural Backgrounds Meet |Sammelwerk=Perspectives on Psychological Science |Nummer=5 |Datum=2010 |Seiten=472}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er unterscheidet vier Strategien bzw. Formen der Akkulturation, je nachdem, ob die Zuwanderer bzw. ihre Gruppe die eigene Kultur beibehalten will/soll oder nicht und ob irgendeine Form des [[Kommunikation|Kontaktes]] zwischen Zuwanderern und Aufnahmegesellschaft bestehen soll oder nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Institut für Interkulturelle Didaktik e.&amp;amp;nbsp;V.: &amp;#039;&amp;#039;Stichwort „Begriffserklärung – Definition Akkulturation“&amp;#039;&amp;#039; im Glossar von www.ikud.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Akkulturationsstrategien werden nicht immer frei gewählt, sondern sind auch ein Resultat von Umständen der Migration, der Zuwanderergruppe und der Aufnahmegesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John Berry, David Sam |Titel=Acculturation and Adaption |Hrsg=John Berry, Marshall Segall, Cigdem Kagitcibasi |Sammelwerk=Handbook of Cross-Cultural Psychology |Band=3 |Auflage=2 |Verlag=Allyn / Bacon |Ort=Boston |Datum=1997 |Seiten=297f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Segregation (Soziologie)|Segregation]] oder Separation: Beibehaltung der eigenen Kultur &amp;#039;&amp;#039;ohne&amp;#039;&amp;#039; Kontakt zur Aufnahmegesellschaft. Die Minderheit strebt eine weitgehende kulturelle Isolation an und lehnt die dominante Kultur ab oder wird von dieser abgelehnt.&lt;br /&gt;
* [[Integration (Soziologie)|Integration]]: Beibehaltung von Elementen der eigenen Kultur &amp;#039;&amp;#039;mit&amp;#039;&amp;#039; Kontakt zur Aufnahmegesellschaft. Beide Gruppen streben nach [[Multikulturalität]]. Gegebenenfalls findet ebenfalls eine Beeinflussung der Aufnahmegesellschaft statt.&lt;br /&gt;
* [[Assimilation (Soziologie)|Assimilation]]: Aufgabe der eigenen Kultur &amp;#039;&amp;#039;mit&amp;#039;&amp;#039; Kontakt zur Mehrheit. Der Prozess führt zur Verschmelzung mit der dominanten Kultur.&lt;br /&gt;
* [[Marginalisierung]], auch [[Exklusion]]: Aufgabe der eigenen Kultur &amp;#039;&amp;#039;ohne&amp;#039;&amp;#039; Kontakt zur Mehrheit. Diese Form folgt häufig auf eine [[Kulturelle Identität|kulturelle]] oder [[Ethnizität|ethnische Entwurzelung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialpsychologie ===&lt;br /&gt;
Ein ausgefeiltes Modell von Akkulturation hat der deutsch-amerikanische Sozialpsychologe [[Erik Erikson]] 1950 in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Childhood and Society&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Kindheit und Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; New York 1957) vorgelegt. Auch anhand eigener Feldforschung bei zwei US-Indianerstämmen entwickelte er ein aus acht Phasen bestehendes, [[Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung]], das die gesamte Lebensspanne umfasst. Schlüsselbegriffe dieses Konzeptes sind „[[Identität#Ich-Identität nach Erikson und Habermas|Ich-Identität]]“ bzw. – bei misslungener Identitätsbildung – „[[Identitätsdiffusion]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychologische Folgen ===&lt;br /&gt;
Die Phase der Akkulturation kann für die Psyche belastend sein. Kalervo Oberg spricht von [[Kulturschock]], John W. Berry von Akkulturationsstress (&amp;#039;&amp;#039;accultrative stress&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=John W. Berry |Titel=Acculturation: A Personal Journey across Cultures |Verlag=Cambridge University Press |Ort=Cambridge |Datum=2019 |Seiten=16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Psychiater Wielant Machleidt hält den Stress nach erfolgter Migration für „seelisch extrem belastend und massiv unterschätzt“. Es komme durch die Migration zu einer [[Identitätskrise]], die desto tiefgreifender sei, je fremder der Kulturraum ist. Zugleich fallen der Freundeskreis, die Arbeit und teils auch die Familie fort. Für ihn ist die Migration nach der Geburt („Geburt als Individuum“) und der [[Adoleszenz]] („Geburt als Erwachsener“) eine weitere Phase der [[Individuation]] („kulturelle Adoleszenz“ oder „Geburt als Weltbürger“). Die eigene Identität und das eigene Wertegefüge stehen dabei in Frage; es müsse neu ausgelotet werden, was das „Eigene“ und was das „Fremde“ ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Susanne Donner|url=https://www.dasgehirn.info/handeln/wir-und-die-anderen/entwurzelt-die-last-der-migration|titel=Entwurzelt: Die Last der Migration|werk=dasgehirn.info|datum=2015-11-25|zugriff=2018-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;machleidt-April-2007&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Wielant Machleidt |url=https://www.lptw.de/archiv/vortrag/2007/Machleidt-Wielant-Migration-Kultur-und-seelische-Gesundheit-Lindauer-Psychotherapiewochen2007.pdf |titel=Migration, Kultur und seelische Gesundheit |werk=E2-Vorlesung, 23.–27. April 2007, im Rahmen der 57. Lindauer Psychotherapiewochen |datum=2007 |zugriff=2018-06-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Persönlichkeitsentwicklung]], die dabei in Gang gesetzt wird, könne als eine Art [[Pubertät]] veranschaulicht werden. Ähnlich wie in der Pubertät komme es zu „großen Gefühlen und Affekten“ und „Omnipotenzphantasien“ ebenso wie zu „Schmerzen bei der Trennung von den psychischen und sozialen Räumen der Kindheit bzw. der Heimat“ und zu existenziellen Ängsten vor dem Scheitern. Dabei entstehe auch eine Verletzlichkeit – vor allem dann, wenn [[Diskriminierung]], [[Ausgrenzung|soziale Ausschließung]] und [[Soziale Isolation|Isolation]] erlebt werden, könne sich eine chronisch erhöhte [[Stress]]&amp;amp;shy;belastung ergeben. Die Phase der Akkulturation mündet ggf. in einen breiten Erfahrungshorizont bzw. in eine „Weltläufigkeit“ im Sinne einer mehrkulturellen Orientierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;machleidt-April-2007&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Migrationssoziologie#Migration und Identität}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Psychologie und Pädagogik ==&lt;br /&gt;
In Psychologie und Pädagogik versteht man unter &amp;#039;&amp;#039;Akkulturation&amp;#039;&amp;#039; das Hineinwachsen einer [[Person]] in ihr &amp;#039;&amp;#039;eigenes&amp;#039;&amp;#039; kulturelles Umfeld durch [[Erziehung]]. In der Regel bezieht sich der Begriff auf Heranwachsende in der [[Zeitintervall|Phase]] der [[Adoleszenz]]. [[Enkulturation]] bezeichnet hingegen die unbewusste ungesteuerte [[Sozialisation]], besonders vor der Phase der Adoleszenz bei Heranwachsenden, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Neugeborenes|Neugeborenen]], [[Kleinkind]]ern und [[Kind]]ern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erziehung und Akkulturation ===&lt;br /&gt;
Die Akkulturation aus psychologischer Sicht vollzieht sich überwiegend durch Erziehung und teilweise auch durch ungeplantes [[Lernen]]. Die Erziehung in [[Familie (Soziologie)|Familie]] oder [[Schule]] dient mitunter dazu, Heranwachsende mit den Regeln und [[Tradition]]en der eigenen Kultur vertraut zu machen, aber auch die [[Erziehungsstil|Art der Erziehung]] wird unter diesem Kulturprozess gefasst. Jedes Kind und jeder Jugendliche macht immer auch Erfahrungen, z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Peergroup|Gruppen Gleichaltriger]], die sich den von Erwachsenen geplanten Erziehungsprozessen entziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende einer gelungenen Akkulturation ist der junge Mensch mit der eigenen Kultur vertraut, kennt ihre ungeschriebenen [[Gesetz]]e und ist „gesellschaftsfähig“, sprich erwachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Akkulturation und Alkoholkonsum von Jugendlichen ===&lt;br /&gt;
In einer 2016 erschienenen repräsentativen Studie bei 15-jährigen Jugendlichen mit familiärer Migrationsgeschichte in Deutschland zeigte sich, dass diejenigen, die die [[Wertvorstellung]]en ihrer Herkunftskultur beibehielten, mit einer geringeren Häufigkeit [[Rauschtrinken]] betrieben. Demgegenüber war die Wahrscheinlichkeit für regelmäßige Erfahrungen mit übermäßigem Alkoholkonsum bei den Jugendlichen höher, die stark zu einer Assimilation mit der deutschen Kultur tendierten. Auch bei Jugendlichen, deren Eltern eine starke Bindung zu den Traditionen des Herkunftslandes aufwiesen, war das Risiko für Rauschtrinken geringer.&amp;lt;ref&amp;gt;Donath, C., Baier, D., Graessel, E. &amp;amp; Hillemacher, T.: &amp;#039;&amp;#039;Substance consumption in adolescents with and without an immigration background: a representative study – What part of an immigration background is protective against binge drinking?&amp;#039;&amp;#039; BMC Public Health 2016, 16:1157. {{DOI|10.1186/s12889-016-3796-0}} (freier Volltext)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Akkommodation (Religion)]] - Anpassung einer (durch Mission) neu eingeführten Religion an die vorhandenen gesellschaftlichen Verhältnisse &lt;br /&gt;
* [[Inkulturation]] - Übertragung bestimmter Aspekte einer Kultur in eine andere&lt;br /&gt;
* [[Soziale Inklusion]] - Aufnahme und Teilhabe bestimmter Gruppen ([[Minorität]]en) in die (Mehrheits-)Gesellschaft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* John W. Berry: &amp;#039;&amp;#039;Acculturation. A Personal Journey across Cultures.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, 2019.&lt;br /&gt;
* Johannes Kopp, Bernhard Schäfers (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundbegriffe der Soziologie.&amp;#039;&amp;#039; Lehrbuch. 10. Auflage, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, S.&amp;amp;nbsp;9ff, ISBN 978-3-531-16985-9.&lt;br /&gt;
* Jürgen Mirow: &amp;#039;&amp;#039;Imperien im Kopf. Wie große Reiche Kulturen und Identitäten formten&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2025, ISBN 978-3-86408-348-8.&lt;br /&gt;
* Doris Weidemann: &amp;#039;&amp;#039;Akkulturation und Interkulturelles Lernen&amp;#039;&amp;#039;. In: Jürgen Straub, Arne Weidemann, Doris Weidemann (Hrsg.): Handbuch Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz. Metzler, Stuttgart 2007. S. 488–497.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblink ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklungspsychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pädagogische Psychologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkulturation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Migrationssoziologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Krdbot</name></author>
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