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	<title>Akbar - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Ikhlas 001.jpg|mini|Akbar durchquert den Ganges, Ikhlas, 1600]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dschalāludin Mohammed Akbar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, genannt &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Akbar der Große&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und meist einfach &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Akbar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (im englischsprachigen Raum &amp;#039;&amp;#039;Jalaluddin Muhammad Akbar&amp;#039;&amp;#039;, {{faS|جلال الدین محمد اکبر&amp;amp;lrm;|DMG=Ǧalāl ad-Dīn Muḥammad Akbar}}, geb. [[15. Oktober]] [[1542]] in [[Umerkot|Umarkot]], [[Sindh]]; gest. [[27. Oktober]] [[1605]] in [[Agra (Indien)|Agra]]), war von 1556 bis 1605 [[Mogulreich|Großmogul]] von [[Indien]] und gilt neben [[Ashoka]] als einer der beiden bedeutendsten Herrscher in der [[Geschichte Indiens|Geschichte des Landes]]. Er festigte als hervorragender [[Diplomat]] und Militärstratege seine neu gewonnenen Gebiete durch eine Politik [[Religion|religiöser]] Toleranz im Dialog mit Vertretern der wichtigsten Glaubensrichtungen. Akbar heiratete als erster Mogul-Herrscher eine [[Hinduismus|Hindu]], eine [[Rajputen]]-Prinzessin aus [[Amber (Indien)|Amber]], und schaffte die den Nichtmuslimen auferlegten Sondersteuern ab. Indem er – oft durch Eheschließungen – die [[Loyalität]] lokaler Fürsten gewann, gelang es ihm, ein effizientes Herrschaftssystem einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und Aufstieg zum Alleinherrscher ===&lt;br /&gt;
Akbar wurde geboren, als sein Vater [[Humayun|Nasir ud din Muhammad Humayun]] auf der Flucht nach Persien war.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Percival Spear]]: &amp;#039;&amp;#039;A History of India&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2. Penguin, Harmondsworth, 5. Aufl. 1973, S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dessen Tod folgte er 1556, im Alter von 13 Jahren, seinem Vater auf den Thron.&amp;lt;ref&amp;gt;[[K. Madhava Panikkar|Kavalam Madhava Panikkar]]: &amp;#039;&amp;#039;A survey of Indian History&amp;#039;&amp;#039;. Asia Publishing House, Bombay, 12. Aufl. 1962, S. 151.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den ersten vier Jahren seiner Herrschaft unterstand er noch der Regentschaft von [[Bairam Khan]].&amp;lt;ref&amp;gt;Percival Spear: &amp;#039;&amp;#039;A History of India&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2. Penguin, Harmondsworth, 5. Aufl. 1973, S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Akbar und sein Vormund siegten in der [[Zweite Schlacht von Panipat|zweiten Schlacht von Panipat]] gegen [[Hemu]],&amp;lt;ref&amp;gt;Percival Spear: &amp;#039;&amp;#039;A History of India&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2. Penguin, Harmondsworth, 5. Aufl. 1973, S. 29–30.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen Heerführer und ersten Minister der [[Suriden]], der im Oktober 1556 Delhi besetzt und sich unabhängig gemacht hatte. Im Jahr 1560 entmachtete Akbar den Regenten Bairam Khan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 30&amp;quot;&amp;gt;Percival Spear: &amp;#039;&amp;#039;A History of India&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2. Penguin, Harmondsworth, 5. Aufl. 1973, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Akbars [[Milchgeschwister|Milchbruder]] [[Adham Khan]], der am Hof die Gruppe der Gegner Bairam Khans anführte, ließ den gestürzten Regenten Anfang 1561 ermorden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 30&amp;quot; /&amp;gt; Nachdem Adham Khan 1562 einen weiteren Gegenspieler ermordet hatte, stach Akbar selbst Adham Khan nieder und ließ ihn zu Tode stürzen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 30&amp;quot; /&amp;gt; Fortan regierte Akbar unangefochten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausweitung des Reiches ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mogulreich Akbar.png|mini|Ausdehnung des Mogulreiches beim Tode Akbars (1605)]]&lt;br /&gt;
Als Akbar die Alleinherrschaft antrat, umfasste das Mogulreich noch kaum mehr als das [[Punjab]] und das [[Ganges]]tal bis zur Grenze des [[Sultanat von Bengalen|Sultanats von Bengalen]], im Süden reichte es nur bis [[Gwalior]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kavalam Madhava Panikkar: &amp;#039;&amp;#039;A survey of Indian History&amp;#039;&amp;#039;. Asia Publishing House, Bombay, 12. Aufl. 1962, S. 152.&amp;lt;/ref&amp;gt; Akbar unternahm eine Vielzahl von Kriegszügen, um Nachbarstaaten zu unterwerfen. Zunächst eroberte er den [[Rajputen]]staat [[Jaipur (Staat)|Jaipur]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 30&amp;quot; /&amp;gt; Auf der Seite der Rajputen waren die [[Indische Adelsprädikate|Ranas]] [[Udai Singh II.]] (reg. 1537–1572) und dessen Sohn [[Pratap Singh]] (reg. 1572–1597) von [[Mewar]] die Haupt-Gegenspieler. Als Akbar 1567 [[Chittorgarh]] zu belagern begann,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 30&amp;quot; /&amp;gt; verließ Udai Singh die Stadt und gründete [[Udaipur]]. Als Akbar im Folgejahr Chittorgarh einnehmen konnte, ließ er dort ein Massaker durchführen. Obwohl der harte Kern der Rajputen nie kapitulierte, gelang es Akbar, einen Teil von ihnen auf seine Seite zu ziehen, darunter den Raja von Amber.&amp;lt;ref&amp;gt;Kavalam Madhava Panikkar: &amp;#039;&amp;#039;A survey of Indian History&amp;#039;&amp;#039;. Asia Publishing House, Bombay, 12. Aufl. 1962, S. 153.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1559 eroberte Akbar die [[Festung Ranthambhor]], danach das verbleibende [[Rajasthan]], außer Mewar und dessen Hauptstadt Udaipur.&amp;lt;ref&amp;gt;Percival Spear: &amp;#039;&amp;#039;A History of India&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2. Penguin, Harmondsworth, 5. Aufl. 1973, S. 30–31.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1572 eroberte Akbar das [[Sultanat von Gujarat]] samt der Hafenstadt [[Surat]], dem Schlüssel für den Handel mit [[Ägypten]], der [[Arabische Halbinsel|arabischen Halbinsel]] und den Häfen am [[Persischer Golf|Persischen Golf]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 31&amp;quot;&amp;gt;Percival Spear: &amp;#039;&amp;#039;A History of India&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 2. Penguin, Harmondsworth, 5. Aufl. 1973, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Eroberung des Sultanats von Bengalen erfolgte von 1574 bis 1576.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 31&amp;quot; /&amp;gt; [[Kaschmir]] wurde 1586 erobert, [[Odisha|Orissa]] 1592 und [[Sindh (Staat)|Sindh]] 1595.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 31&amp;quot; /&amp;gt; Danach fiel auch der Großteil des [[Dekkan]]-Hochlandes an Akbar. Er hatte in Nordindien – und nach Westen und Nordwesten darüber hinaus – ein Großreich geschaffen, das von [[Kandahar]] und [[Badachschan]] bis [[Bengalen]] reichte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Percival Spear 31&amp;quot; /&amp;gt; Lediglich Teile des Dekkan konnte er nicht erobern bzw. nicht dauerhaft halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Feldzügen setzte Akbar [[Kriegselefant]]en und schnelle, leichte Reiterei, genauso wie Kanonen, Musketiere und Pionierkorps ein. Seine Truppen wurden in Friedenszeiten durch [[Treibjagd (Jagd)|Treibjagden]] in Übung gehalten. Mitunter kämpfte Akbar unter Einsatz seines Lebens selbst, es gibt viele Beispiele für seinen großen persönlichen Mut. Akbars Strategie war es, geschlagene Gegner großzügig zu behandeln und sie damit an sich zu binden. Das gleiche Ziel verfolgte er mit seiner weit gespannten persönlichen Heiratspolitik – er hatte mehr als 30&amp;amp;nbsp;Ehefrauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei größere Aufstände des muslimischen Adels afghanischer und turkomongolischer Herkunft bedrohten seine Herrschaft. Beide wollten Akbars Halbbruder Hakim, den Fürsten von Kabul, zum Herrscher machen. Einer davon fand 1580/1 statt: In Bengalen rief der afghanische Adel Hakim zum Herrscher aus, und Akbar eroberte daraufhin 1581 persönlich [[Kabul]]. Es scheint, dass hier Einflussverschiebungen im Interesse der Zentralregierung nicht nur unter religiösen, sondern auch unter ethnischen Gesichtspunkten stattfanden und sich die Benachteiligten erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwaltungsreformen und Landesausbau ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Audienzhalle.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Diwan-i-Khas&amp;#039;&amp;#039;, die private Audienzhalle in [[Fatehpur Sikri]]]]&lt;br /&gt;
Akbar war ein Verwaltungsreformer, der mit Hilfe seiner Minister (Abu &amp;#039;l-Fazl, Todar Mal und andere) eine zentrale Verwaltung organisierte, die angesichts der Größe des Reiches durchaus effektiv war, besonders wenn man sie mit der seiner Nachfolger vergleicht. Die Aufteilung der obersten Verwaltungsebene unter zwölf Ministern nach Sachgebieten war eine der Neuerungen, die Akbar einführte. In der Praxis mussten beispielsweise vier Beamte und ein Minister eine [[Sold]]anforderung für einen Offizier signieren, bevor dafür überhaupt ein [[Konto]] eingerichtet wurde. Dann brauchte es noch der Zustimmung des Herrschers, der von drei Ministern und sechs Beamten, bevor der Sold ausgezahlt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Verwaltung schaffte die pauschale Besteuerung von Dörfern ab und ließ die Steuern stattdessen nach dem Ertrag berechnen; eine in Indien zuvor noch nie praktizierte Vorgehensweise. Um direkten Zugriff auf die Steuern zu haben, schaffte er die untergeordnete Verwaltungsgliederung in Länder ab und erklärte das gesamte Reich zu königlichem Besitz. Königliche Beamte trieben die Steuern ein, nicht mehr Bevollmächtigte der lokalen Fürsten. Die Steuern wurden den Bauern zunehmend in Geldform abverlangt. Mit diesem Geld stellte Akbar ein stehendes Heer auf. Umgekehrt wurden Bauern für Ernteausfälle entschädigt, die das Heer verursachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Staat bemühte sich weiterhin um eine Vergrößerung der Anbaugebiete, die Sicherung der Straßen und um die Verbesserung des Postwesens. Unter Akbar etablierte sich ein neues Währungssystem. Die von [[Sher Schah|Sher Shah Suri]] eingeführte [[Indische Rupie|Rupie]] wurde zur Hauptsilbermünze des Reiches, dazu führte Akbar den goldenen [[Mohur]] ein. Sie lösten ältere, im Wertverfall befindliche Münzeinheiten ab. Auch Maße und Gewichte sollten vereinheitlicht werden. Dazu kam eine Straffung der Justizverwaltung, wobei allerdings, nach heutigen Maßstäben, grausame Urteile bis hin zur [[Todesstrafe]] weiterhin verhängt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele von Akbars Maßnahmen gab es schon unter früheren Herrschern, aber seine lange, verhältnismäßig ruhige Regierungszeit festigte sie in besonderem Maße oder verschaffte ihnen überhaupt erst Geltung. Auf sozialem Gebiet ging er gegen [[Kinderheirat]]en, und [[Glücksspiel]] vor und beschränkte die [[Prostitution]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abu &amp;#039;l-Fazl berichtet, dass Akbar im siebten Jahr seiner Regierung in einem Erlass die Versklavung von Kriegsgefangenen verbot, wobei er sich insbesondere auf Frauen und Kinder von aufständischen Kämpfern bezog. Das Verbot begründet er damit, dass im Falle, dass ein Mann „eine böse Sache verfolgt“, weder seine Frauen noch seine Kinder dafür verantwortlich gemacht werden könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Abu &amp;#039;l-Fazl: &amp;#039;&amp;#039;Akbar-nāma&amp;#039;&amp;#039;, zitiert in englischer Übersetzung in Elliot/Dowson: &amp;#039;&amp;#039;The History of India, as told by its own historians&amp;#039;&amp;#039;. 1875, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Religionspolitik ===&lt;br /&gt;
==== Einbindung der Hindus in die Herrschaft ====&lt;br /&gt;
Akbars Religionspolitik war schon früh von Entgegenkommen gegenüber den Hindus gekennzeichnet. In seinem achten Regierungsjahr, das dem Jahr 1563/64 entspricht, erließ er die üblicherweise von indischen Herrscher eingezogene Sondersteuer auf Pilgerfahrten zu hinduistischen Heiligtümern. Er hielt solche Pilgerfahrten zwar für Aberglauben, meinte aber, dass es die Art und Weise dieser Menschen sei, Gott zu verehren, weswegen es nicht gottgefällig sei, ihnen Steine in den Weg zu legen. Im folgenden Jahr 1564/65 schaffte er die [[Dschizya]] für Nichtmuslime ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Abu &amp;#039;l-Fazl: &amp;#039;&amp;#039;Akbar-nāma&amp;#039;&amp;#039;, zitiert in englischer Übersetzung in Elliot/Dowson: &amp;#039;&amp;#039;The History of India, as told by its own historians&amp;#039;&amp;#039;. 1875, S. 29f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem erlaubte er Teile der Hindu-Riten (Feste, Kleidung) bei Hofe und heiratete im Jahr 1562 [[Hira Kunwari]] (auch Harkha Bai, Jodhaa Bai), die Tochter von Raja Bharmal von [[Amber (Indien)|Amber]]. Sie trat unter dem Namen Mariam-uz-Zamani zum [[Islam]] über und wurde Mutter von [[Jahangir|Salim]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der öffentliche Dienst wurde als Karrieremöglichkeit unter Akbar theoretisch für Hindus vollständig geöffnet. Allerdings zeigen die Regierungslisten im [[Āʾīn-i Akbarī]], dass von 415 höheren Beamten nur 51 Hindus waren (entspricht 12 %), und zwar fast ausschließlich [[Radschputen]], die Akbar mit seiner Politik günstig zu stimmen versuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;George Dunbar: &amp;#039;&amp;#039;A History of India from the Earliest Times to the Present Day.&amp;#039;&amp;#039; Nicholson &amp;amp; Watson, London 1936. S. 200. [https://archive.org/details/dli.ministry.02790/page/n275/mode/1up Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Einbindung von Hindus in die Herrschaft hatte strategische Gründe. Wenn z. B. ein Hindu namens Man Singh der Statthalter &amp;#039;&amp;#039;([[subahdar]])&amp;#039;&amp;#039; von Kabul wurde, so minderte das auch das Risiko einer Loslösung dieser Provinz. Der Verwaltungs- und Steuerreformer [[Todar Mal]] war z. B. ein Hindu aus einfachsten Verhältnissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akbar verfügte allerdings, dass keine hinduistische Witwe gegen ihren Willen zum [[Witwenverbrennung|Sati]], also zur Verbrennung auf dem Scheiterhaufen ihres verstorbenen Mannes, gezwungen werden dürfe. Als er einmal von einem solchen Fall hörte, eilte er selbst dorthin, aus Furcht, dass die Entsendung eines Agenten zu lange dauern könnte, und nahm die Verwandten, die versuchten, die Witwe auf den Scheiterhaufen zu zwingen, gefangen.&amp;lt;ref&amp;gt;Abu &amp;#039;l-Fazl: &amp;#039;&amp;#039;Akbar-nāma&amp;#039;&amp;#039;, zitiert in englischer Übersetzung in Elliot/Dowson: &amp;#039;&amp;#039;The History of India, as told by its own historians&amp;#039;&amp;#039;. 1875, S. 68f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Religionsdiskussionen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Jesuits at Akbar&amp;#039;s court.jpg|mini|Akbar in seinem ʿIbādat-Chāna bei der Durchführung religiöser Diskussionen, an denen auch Jesuiten (in Schwarz) teilnahmen, Illustration des [[Chester-Beatty Akbar-nāma]] von ca. 1600]]&lt;br /&gt;
Akbar war auch ein Philosoph und Denker, der sich sein Leben lang mit der Suche nach einem „wahren“ Glauben beschäftigte. In der ersten Periode seiner Herrschaft (ca. bis 1573/75) vertrat Akbar öffentlich den [[Sunniten|sunnitischen]] Islam hanafitischer Richtung. Privat war er Anhänger des [[Sufismus]] und verehrte besonders den Heiligen [[Salim Chishti]], der ihm die Geburt seines Thronfolgers vorausgesagt hatte, und andere Heilige des muslimischen [[Chishtiyya|Chishti-Ordens]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerald Grobbel-2&amp;quot;&amp;gt;Gerald Grobbel: &amp;#039;&amp;#039;Der Dichter Faidi und die Religion Akbars&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2001, S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Eroberung [[Gujarat]]s (1573) umspannte das Mogul-Reich beinahe ganz Nordindien. Damit stand Akbar vor der Aufgabe die vielfältigen Religionen und Völker seines Reiches (mit ihren jeweiligen Rechtsformen) gleichermaßen zu verwalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerald Grobbel-3&amp;quot;&amp;gt;Gerald Grobbel: &amp;#039;&amp;#039;Der Dichter Faidi und die Religion Akbars&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2001, S. 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1575 ließ er dazu in [[Fatehpur Sikri|Fatehpur]] das &amp;#039;&amp;#039;ʿIbādat-Chāna&amp;#039;&amp;#039; („Haus der Anbetung“), eine Disputationshalle für religiöse Fragen, errichten. Über religiöse Fragen konnte von nun an ergebnisoffen disputiert werden und die bis dato praktizierte Rechtsauslegung &amp;#039;&amp;#039;[[Taqlid]]&amp;#039;&amp;#039; wurde zugunsten des uneingeschränkten &amp;#039;&amp;#039;[[Idschtihād]]&amp;#039;&amp;#039; abgelöst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerald Grobbel-4-5&amp;quot;&amp;gt;Gerald Grobbel: &amp;#039;&amp;#039;Der Dichter Faidi und die Religion Akbars&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2001, S. 4–5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 23. Regierungsjahr (1578/79) öffnete Akbar die Diskussionen in seinem ʿIbādat-Chāna auch für Angehörige anderer Religionen. An diesen Diskussionen nahmen nach Aussage Abu &amp;#039;l-Fazls nun neben Sufis, Philosophen, [[Kalām]]-Gelehrten und sunnitischen und schiitischen Rechtsgelehrten auch [[Brahmanen]], Jainas, Christen, Juden, [[Sabier]] und [[Zoroastrismus|Zoroastrier]] teil.&amp;lt;ref&amp;gt;Abu-l-Fazl: &amp;#039;&amp;#039;The Akbar Nāma.&amp;#039;&amp;#039; Ed. Aġā Aḥmad ʿAlī und ʿAbd ar-Rahīm. Calcutta 1886. Bd. III, S. 253. [https://archive.org/details/TheAkbarnamah-VolumeIii/page/n271/mode/1up Digitalisat]. – Englische Übersetzung Henry Beveridge. 1902, Bd. III, S. 365. [https://archive.org/details/in.ernet.dli.2015.547211/page/n401/mode/1up Digitalisat].&amp;lt;/ref&amp;gt; Wahrscheinlich sind diese Angaben etwas übertrieben, denn Sabier waren in der konfessionellen Realität des Mogulreichs nicht existent, und für die Teilnahme von Juden gibt es keinerlei andere Zeugnisse.&amp;lt;ref&amp;gt;Franke: &amp;#039;&amp;#039;Akbar und Ǧahāngīr. Untersuchungen zur politischen und religiösen Legitimation in Text und Bild.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bekannt ist aber, dass Akbar auch portugiesische [[Jesuiten]] aus [[Goa]] an seinen Hof einlud, darunter [[Rodolfo Acquaviva]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den christlich-muslimischen Religionsgesprächen Patres ergriff Akbar so gut wie immer Partei für die christliche Seite. Er betrachtete die jesuitischen Patres als willkommene Verbündete bei seinen Bestrebungen, die muslimischen Gelehrten zu entmachten. Der jesuitische Missionar Antonio Moserrate berichtet, dass der Herrscher als Anwalt der Patres fungierte und keine Gelegenheit verstreichen ließ, ihnen Beifall zu spenden.&amp;lt;ref&amp;gt;Franke: &amp;#039;&amp;#039;Akbar und Ǧahāngīr. Untersuchungen zur politischen und religiösen Legitimation in Text und Bild.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Muslime und Christen maß Akbar mit zweierlei Maß: Während er islamische Wunderberichte wie denjenigen über [[Mohammeds Himmelfahrt]] als mit der Vernunft unvereinbar zurückwies, trat er dagegen mit seiner ganzen Autorität für die Wahrheit der Berichte über die [[Wunder Jesu]] ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Franke: &amp;#039;&amp;#039;Akbar und Ǧahāngīr. Untersuchungen zur politischen und religiösen Legitimation in Text und Bild.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 106.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern handelte es sich bei den muslimisch-christlichen Gesprächen nicht um ein Forum, bei dem „in unparteiischer Weise über die Qualitäten der verschiedenen Konfessionen debattiert wurde“, sondern um eine Bühne, auf der der „Islam, das Haupthindernis auf dem Weg zu Akbars eigener religiöser Führerschaft, als lächerlicher Aberglauben“ entlarvt werden sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Franke: &amp;#039;&amp;#039;Akbar und Ǧahāngīr. Untersuchungen zur politischen und religiösen Legitimation in Text und Bild.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 109.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Mahzar ====&lt;br /&gt;
Im September 1579 entmachtete Akbar die orthodoxen [[ʿUlamā&amp;#039;]] schließlich vollständig, indem er sie den sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Mahzar&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;maḥẓar&amp;#039;&amp;#039; = „Protokoll“) unterzeichnen ließ, das ihn zum obersten [[Mudschtahid]] und „gerechten Imam“ (&amp;#039;&amp;#039;imām-i ʿādil&amp;#039;&amp;#039;) erhob, dem sich alle anderen Gelehrten unterzuordnen hatten. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Entscheidungen des Herrschers drohte, wie [[ʿAbd al-Qādir Badāʾūnī]] schreibt, „der Verlust des Eigentums und der religiösen Privilegien in dieser Welt und die Verdammung in der künftigen Welt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert in Franke: &amp;#039;&amp;#039;Akbar und Ǧahāngīr. Untersuchungen zur politischen und religiösen Legitimation in Text und Bild.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 93.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gelehrte, die mit dieser Religionspolitik nicht einverstanden waren, wie Scheich ʿAbd an-Nabī und Machdūm al-Mulk wurden in die Verbannung nach Mekka geschickt.&amp;lt;ref&amp;gt;Franke: &amp;#039;&amp;#039;Akbar und Ǧahāngīr. Untersuchungen zur politischen und religiösen Legitimation in Text und Bild.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Din-i ilahi ====&lt;br /&gt;
Von dem religiösen Austausch mit Nicht-Muslimen angeregt und unter dem Einfluss des Gelehrten Shaikh Mubarak-i Nagauri entstand 1582 eine neue religiöse Bewegung: der &amp;#039;&amp;#039;[[Din-i ilahi]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerald Grobbel-8&amp;quot;&amp;gt;Gerald Grobbel: &amp;#039;&amp;#039;Der Dichter Faidi und die Religion Akbars&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2001, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass es sich bei dieser Bewegung um eine neue Religion handelt lässt sich aus folgendem Grund allerdings verwerfen: Zwar setzte Akbar bei seiner Ausübung des Islam andere Akzente als zuvor, legte den Grundstein aber auf die Strömungen der Zeit, speziell den [[Neuplatonismus]], der zur Zeit Akbar als „allgemeine Standardlehre“ angesehen war und sich zusammen mit dem Aristotelismus und den Traditionswissenschaften zur höheren Gelehrsamkeit zusammensetzten. Theologisch lehnte er den [[Taqlid]] ab und übernahm den [[Idschtihad]], d. h. eine auf Vernunft basierende Auslegung des Islam. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des &amp;#039;&amp;#039;Din-i ilahi&amp;#039;&amp;#039; war die Sonnenmetaphorik und -verehrung. Die Sonne wurde dabei nicht direkt als Gott, sondern vielmehr als „Licht Gottes“ verehrt. Im Rückgriff auf den Neuplatonismus wurde die Sonne dabei als erste Emanation Gottes betrachtet, aus der in weiteren Schritten die Welt hervorging. In diesem Sinne war es dem Gläubigen möglich, in der Sonne das ewige Licht Gottes zu erkennen und in ihrem Anblick Gott selbst im Jenseits zu schauen. Aber auch im Kontext bestehender Traditionen wurde die Sonnenverehrung etabliert. So führte Akbar das traditionelle [[Nouruz|Nauruz]]-Fest wieder ein, das er als Sonnenfest auffasste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerald Grobbel-47&amp;quot;&amp;gt;Gerald Grobbel: &amp;#039;&amp;#039;Der Dichter Faidi und die Religion Akbars&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2001, S. 47–57.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem sah sich Akbar selbst in einer unmittelbaren Beziehung zu Gott und führte das ursprünglich hinduistische Ritual des &amp;#039;&amp;#039;darshan&amp;#039;&amp;#039; ein, das hauptsächlich darin bestand, jeden Morgen vor seinen Untertanen auf dem Balkon seines Palastes zu erscheinen. &amp;#039;&amp;#039;Darshan&amp;#039;&amp;#039; ist auch das segenbringende Betrachten von Hindugöttern im Tempel, so dass Akbar sich als Repräsentant Gottes auf Erden darstellte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Athar Ali-164&amp;quot;&amp;gt;Athar Ali: &amp;#039;&amp;#039;Mughal India, Studies in Polity, Ideas, Society and Culture&amp;#039;&amp;#039;, Delhi 2006, S. 164&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Orthodoxe Muslime (z. B. [[ʿAbd al-Qādir Badāʾūnī]]) und jesuitische Missionare warfen Akbar aufgrund dieser Entwicklungen vor, vom Islam abgefallen zu sein. Diese Einschätzung könnte jedoch auch auf ihre kontextbedingte parteiische Sichtweise zurückgeführt werden. Rückblickend kann der &amp;#039;&amp;#039;Din-i ilahi&amp;#039;&amp;#039; als eine langsam aus dem Islam herauswachsende Bewegung verstanden werden, da einerseits traditionelle Elemente vorhanden blieben, diese jedoch mit [[Rationalismus|rationalistischem]] Gedankengut verbunden wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gerald Grobbel-68&amp;quot;&amp;gt;Gerald Grobbel: &amp;#039;&amp;#039;Der Dichter Faidi und die Religion Akbars&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 2001, S. 68 &amp;amp; 71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar nahm Akbar in seine neue pantheistische Glaubensrichtung nur einen kleinen Kreis ausgesuchter Höflinge auf,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Athar Ali-160&amp;quot;&amp;gt;Athar Ali: &amp;#039;&amp;#039;Mughal India, Studies in Polity, Ideas, Society and Culture&amp;#039;&amp;#039;, Delhi 2006, S. 160 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihm haftete jedoch das Verdienst religiöser [[Toleranz]] und annähernder Gleichberechtigung von Muslimen und Hindus an, was auch zur Stabilisierung des [[Mogulreich]]es beitrug. An seinem Hof beschäftigte er [[Tansen (Musiker)|Miyan Tansen]] (Hindu, 1562 berufen), einen legendären Musiker, dem Wunderdinge, wie z. B. der Regenzauber, nachgesagt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kulturelles Wirken ===&lt;br /&gt;
Akbar war ein großer Förderer der Wissenschaft, Malerei und Literatur, insbesondere der [[Persische Sprache|persischen Sprache]] – der Hofsprache der Moguln. Trotz allem blieb er selbst ein [[Analphabet]]. In den letzten drei Jahrzehnten seiner Herrschaft entstand so eine hindu-muslimische Mischkultur, in der auch Hindu-Werke übersetzt (der orthodoxe Muslim [[ʿAbd al-Qādir Badāʾūnī]] musste z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Mahabharata]] übersetzen) und bei Hofe gefeiert wurden. Die Hofsprache war [[Persische Sprache|Persisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Bauten ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Patch Mahal (Badgir).jpg|mini|Fatehpur Sikri – &amp;#039;&amp;#039;Panch Mahal&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Akbar war ein großer Bauherr, der sich und seinen Hof in den Jahren 1569 bis 1576 mit [[Fatehpur Sikri]] eine – in architektonischer Hinsicht ungewöhnliche – neue Hauptstadt erbauen ließ, die er angesichts ständiger Ortswechsel aber kaum bewohnte. Im Jahr 1585 verließ er die Stadt und hielt sich aus Sorge vor einem [[Abdullah II. (Buchara)|Usbeken]]-Einfall dreizehn Jahre in [[Lahore]] auf, abgesehen von drei Abstechern ins geliebte Kaschmir. Heute ist nur noch ein kleiner Teil Fatehpur Sikris bewohnt. Hinzu kamen der Bau des [[Rotes Fort (Agra)|Roten Forts]] in [[Agra]] und das [[Humayun-Mausoleum|Mausoleum seines Vaters Humayun]] in Delhi, die ihn als erfindungsreichen Bauherren kennzeichnen. Auch sein Grabmal in [[Sikandra (Agra)|Sikandra]] ([[Akbar-Mausoleum]]), dessen Planungen wohl zum Teil noch auf ihn selbst zurückgehen, beschreitet in architektonischer Hinsicht neue Wege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Malerei ====&lt;br /&gt;
Die von [[Humayun]] gegründete Malschule der Moghulkaiser erfuhr unter Kaiser Akbar ihre erste Blütezeit. Er ließ literarische und historische Werke, darunter seine eigene Regierungsgeschichte, das [[Akbar-nāma]], kunstvoll illustrieren und sein Hof übte auch auf Dichter wie [[Ḥusain Ṯanāʾī Mašhadī]] große Anziehungskraft aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Elke Niewöhner: &amp;#039;&amp;#039;Ein astronomisch-astrologisches Gedicht des persischen Dichters Ḥusain Ḥakīm Ṯanāʾī Mašhadī auf der Berliner Indischen Weltkarte,&amp;#039;&amp;#039; in: [[Der Islam]], (2019), Bd. 96, H. 1, S. 121–157, S. 127&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch sein Sohn und Nachfolger förderte die Malerei.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Regina Hickmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Indische Miniaturen der Moghulzeit.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Staatliche Museen zu Berlin/DDR (Pergamonmuseum, Islamisches Museum), Verlag Bild und Heimat, Reichenbach (Vogtl.) o.&amp;amp;nbsp;J.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Einführung des Tabakrauchens ====&lt;br /&gt;
Asad Beg Qazwīnī, der in den letzten Herrschaftsjahren am Hofe Akbars tätig war, berichtet, dass sich während dessen Regierung durch sein Zutun das [[Tabakrauchen]] im Mogulreich verbreitete und der Herrscher selbst dieser Praxis aufgeschlossen gegenüberstand und eine Tabakpfeife ausprobierte. Als ihm sein Leibarzt dies verbieten wollte und darauf verwies, dass in den Büchern nichts über diese neuartige „Medizin“ zu finden sei, soll ihm Akbar entgegnet haben: „Wir dürfen nichts ablehnen, was von den Weisen anderer Nationen übernommen wurde, nur weil wir es in unseren Büchern nicht finden können. Wie sollen wir sonst weiterkommen?“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Waqāyiʿ Asad Baig Qazwīnī&amp;#039;&amp;#039;, zitiert in englischer Übersetzung in Elliot/Dowson: &amp;#039;&amp;#039;The History of India, as told by its own historians&amp;#039;&amp;#039;. 1875, S. 167.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thronfolge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Großmoguln Akbar.jpg|mini|Akbar, Zeichnung von ca. 1605]]&lt;br /&gt;
Vor Akbars Tod kam es zu Rivalitäten unter den Prinzen, bzw. zwischen Akbar und seinem ältesten Sohn Salim. Salim, der spätere Kaiser Jahangir, brachte den Minister [[Abu &amp;#039;l-Fazl]] um und zog schon gegen [[Agra (Indien)|Agra]], als die Frauen des Hofes eine Versöhnung erreichten (1602/03). Akbar hätte Salim gern von der Thronfolge ferngehalten, doch blieb ihm zuletzt nur die Wahl zwischen Salim und dessen Sohn [[Khusrau Mirza|Khusrau]], da seine beiden anderen Söhne bereits verstorben waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Innerhalb der Religionswissenschaften wird über die Frage debattiert, ob Akbar als [[Synkretismus|Synkretist]] gelten kann oder nicht. Weiterhin wird zunehmend der Frage nachgegangen, auf welchen Islam sich Akbar konkret bezieht und worauf seine religiösen Bestrebungen zurückgeführt werden können. Für den Indologen [[Heinrich von Stietencron]], der Akbar nach dem aktuellen Forschungsstand darstellt, gilt Akbar in Bezug auf seine Religionspolitik als Synkretist und Rationalist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Akbar versuchte, die wesentlichen Elemente der ihm zugänglichen Religionen zu erkennen und, soweit sie ihn überzeugten, in ein den Islam fortschreibendes und weiterentwickelndes System zu integrieren.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Heinrich von Stietencron |Hrsg=Peter Antes, Donate Pahnke |Titel=Geplanter Synkretismus: Kaiser Akbars Religionspolitik |Sammelwerk=Die Religion von Oberschichten |Verlag=diagonal-Verlag |Ort=Marburg |Datum=1989 |ISBN=3-927165-02-6 |Seiten=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Akbar hielt am Islam, vor allem an dessen Monotheismus fest. Aber die religiösen Dispute bestärkten ihn auf dem Weg eines konsequenten Rationalismus.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut Stietencron stehen im Hintergrund Akbars Religionspolitik Rationalisierungsprozesse, die aus dem, ihm zugehörigen Islam selbst stammen. Der Religionswissenschaftler Michael Bergunder dagegen lehnt den Synkretismusbegriff ab und betont, dass Akbar seine rationalistische Religionspolitik, wie auch weitere Herrscher des [[Mogulreich]]s aus den rationalen Wissenschaften bzw. aus dem Neuplatonismus des Islam ableite. Gerald Grobbel wiederum führt Akbars religiöse Bestrebungen auf den Sufismus zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gerhard, Grobbel |Hrsg=Gerd Winkelhane |Titel=Der Dichter Faidi und die Religion Akbars |Sammelwerk=Islamkundliche Untersuchungen |Band=234 |Verlag=Klaus Schwarz Verlag |Ort=Berlin |Datum=2001 |Seiten=68}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Indizien dafür sieht er in dem Verhältnis Akbars zu seinen Schülern, das dem sufischen Gedanken einer Schüler-Lehrer-Beziehung nahekommen solle. Akbar fungiere hier als Wegbereiter und -weiser zur einzigen Gotteserkenntnis, durch seine besondere Rolle als Mittler der Sonne sei er im Besitz der wahren Lehre. Trotz etwaigen Brüchen mit einigen islamischen Konzeptionen sieht Grobbel die Kontinuität der Denkspezifika gewährleistet, wenn auch zum Teil in abgewandelter Form – die Pointe Akbars Lehre sieht Grobbel in deren Begründung durch die Vernunft statt der Tradition.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Grobbel, Gerald |Titel=Der Dichter Faiḍī und die Religion Akbars |Verlag=Schwarz |Ort=Berlin |Datum=2001 |Seiten=63–71}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Mogul-Architektur]]&lt;br /&gt;
* [[Humayun-Mausoleum]]&lt;br /&gt;
* [[Akbar-Mausoleum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* H.M. Elliot, John Dowson: &amp;#039;&amp;#039;The History of India, as told by its own historians&amp;#039;&amp;#039;. Band VI. Trübner &amp;amp; Co, Ludgate Hill, London 1875. [https://archive.org/details/dli.pahar.0806/mode/2up Digitalisat] (Sammlung von Quellen in englischer Übersetzung)&lt;br /&gt;
* Heike Franke: &amp;#039;&amp;#039;Akbar und Ǧahāngīr. Untersuchungen zur politischen und religiösen Legitimation in Text und Bild.&amp;#039;&amp;#039; Schenefeld 2005, ISBN 978-3-936912-34-0.&lt;br /&gt;
* Bamber Gascoigne: &amp;#039;&amp;#039;Die Grossmoguln. Glanz und Größe mohammedanischer Fürsten in Indien.&amp;#039;&amp;#039; Prisma, Gütersloh 1987, ISBN 3-570-09930-X.&lt;br /&gt;
* Gerald Grobbel: &amp;#039;&amp;#039;Der Dichter Faidi und die Religion Akbars.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2001, ISBN 978-3-87997-287-6.&lt;br /&gt;
* Arnold Hottinger: &amp;#039;&amp;#039;Akbar der Große (1542–1605). Herrscher über Indien durch Versöhnung der Religionen,&amp;#039;&amp;#039; Wilhelm Fink Verlag, München 1998, ISBN 978-3-7705-3335-0.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich August von Noer]] und [[Gustav von Buchwald]]: &amp;#039;&amp;#039;Kaiser Akbar. Ein Versuch über die Geschichte Indiens im sechzehnten Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Leiden : Brill 1880 und 1885 sowie Kiel : Haeseler 1895. [https://www.google.de/books/edition/Kaiser_Akbar/pHwNl4hWw00C?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=noer+kaiser+akbar&amp;amp;printsec=frontcover Bd.1] und [https://www.google.de/books/edition/Kaiser_Akbar/qLC3PYHf-YcC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=noer+kaiser+akbar&amp;amp;printsec=frontcover Bd.2]. - Immer noch grundlegend, da sehr quellennah.&lt;br /&gt;
* Sri Ram Sharma: &amp;#039;&amp;#039;The Religious Policy of the Mughal Emperors.&amp;#039;&amp;#039; London, 2. Aufl. 1962, ISBN 978-0-210-33935-0.&lt;br /&gt;
* [[Vincent Arthur Smith]]: &amp;#039;&amp;#039;Akbar the Great Mogul, 1542–1605&amp;#039;&amp;#039;. Clarendon Press, Oxford 1917, 2., überarbeitete Auflage 1919 (und mehrere Nachdrucke der 2. Aufl.) – Wegen der Quellenfülle und der ausgewogenen Gesamtdarstellung galt sie lange als „the standard biography“, so der Artikel [https://www.britannica.com/biography/Akbar/additional-info &amp;#039;&amp;#039;Akbar&amp;#039;&amp;#039;] der [[Encyclopaedia Britannica]], abgerufen am 1. Januar 2024.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Akbar I|Akbar}}&lt;br /&gt;
* [https://www.rajasthan-indien-reise.de/indien/geschichte-mogulen-akbar.html Biographie Akbars]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste&lt;br /&gt;
|AMT=[[Liste der Großmoguln|Großmogul von Indien]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=1556–1605&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Humayun]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=[[Jahangir]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118644181|LCCN=n80002413|NDL=00620250|VIAF=3264079}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Akbar}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mogul]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1542]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1605]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Akbar&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Akbar, Dschalāludin Mohammed; Akbar; Schāh Akbar; Akbar, Jalaluddin Muhammad; Akbar, Ǧalāl ad-Dīn Muḥammad; جلال الدین محمد اکبر (persisch)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Sohn Humayuns, Großmogul von Indien (1556–1605)&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=15. Oktober 1542&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Umarkot (Sindh)|Umarkot]], [[Sindh]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=27. Oktober 1605&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Agra (Indien)|Agra]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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