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	<title>Aigues-Mortes - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Kiwi4all: Welterbe Kategorie ergänzt</title>
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		<updated>2026-03-28T13:13:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Welterbe Kategorie ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Gemeinde in Frankreich&lt;br /&gt;
|nomcommune=Aigues-Mortes&lt;br /&gt;
|armoiries=Blason ville fr Aigues-Mortes (Gard).svg&lt;br /&gt;
|région=[[Okzitanien (Verwaltungsregion)|Okzitanien]]&lt;br /&gt;
|département=[[Département Gard|Gard]]&lt;br /&gt;
|arrondissement=[[Arrondissement Nîmes|Nîmes]]&lt;br /&gt;
|canton=[[Kanton Aigues-Mortes|Aigues-Mortes]] (Hauptort)&lt;br /&gt;
|intercomm=[[Communauté de communes Terre de Camargue|Terre de Camargue]]&lt;br /&gt;
|insee=30003&lt;br /&gt;
|cp=30220&lt;br /&gt;
|longitude=04/11/33/O&lt;br /&gt;
|latitude=43/34/00/N&lt;br /&gt;
|alt mini=0&lt;br /&gt;
|alt maxi=3&lt;br /&gt;
|km²=57.78&lt;br /&gt;
|image= Aigues mortes vu du ciel 1.jpg&lt;br /&gt;
|image-desc=Luftaufnahme der [[Bastide]]&lt;br /&gt;
|siteweb=[http://www.ville-aigues-mortes.fr/ www.ville-aigues-mortes.fr/]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aigues-Mortes&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|ɛgˈmɔʀt}}] ({{ocS|Aigasmòrtas}}) ist eine [[Gemeinde (Frankreich)|Stadt]] im [[Frankreich|französischen]] [[Département Gard]] mit {{EWZ|FR|30003}} Einwohnern (Stand {{EWD|FR|30003}}). Sie ist eine der größten noch erhaltenen [[mittelalter]]lichen [[Festungsstadt|Festungsstädte]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;grove&amp;quot;&amp;gt;{{GroveMedieval |ID=22 |Titel=Aigues-Mortes |Abruf=2020-12-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
Der Name „Aigues-Mortes“ bedeutet &amp;#039;&amp;#039;tote Wasser&amp;#039;&amp;#039;. Die Einwohner werden gemeinhin &amp;#039;&amp;#039;{{lang|fr|Aiguemortais}}&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;{{lang|fr|Aiguemortaises}}&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 13. Jahrhundert als Hafenstadt konzipiert, lag Aigues-Mortes damals an den Ufern einer großflächigen [[Lagune]] und war durch Kanäle mit dem [[Mittelmeer]] verbunden. Zum westlichen [[Flussdelta|Delta]] der [[Rhône]] führten Wege durch weitläufige Moore. Anlässlich der Stadtgründung wurde eine Fernstraße auf einem Damm angelegt, die die einzige Verbindung zum Festland bildete und durch den &amp;#039;&amp;#039;Tour Carbonnière&amp;#039;&amp;#039; verteidigt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Verlandung der Flachwasserzone liegt Aigues-Mortes heute rund sechs Kilometer vom Meer entfernt, ist aber von dort aus noch über einen Kanal erreichbar. Die Stadt liegt außerdem am [[Canal du Rhône à Sète]], einer schiffbaren Verbindung zwischen der [[Rhone]] und [[Sète]]. Von dort besteht eine Verbindung zum [[Canal du Midi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
[[Gaius Marius]] erwähnt eine Siedlung an diesem Ort um 102 v. Chr. Der Name &amp;#039;&amp;#039;Ayga Mortas&amp;#039;&amp;#039; („Totes Wasser“) wird erstmals im 10. Jahrhundert verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalterliche Stadtgründung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Aigues-Mortes, Stadtbefestigung, Panorama von Süd.jpg|mini|hochkant=1.6|links|Stadtbefestigung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Frankreich-Aigues Mortes-Ludwig der Heilige.jpg|mini|hochkant|Statue Ludwig IX., des Heiligen, in Aigues-Mortes]]&lt;br /&gt;
Bis in das 13. Jahrhundert hinein besaß der französische König kein Land in Süd-Frankreich. Das Gebiet der [[Provence]] gehörte zum [[Heiliges Römisches Reich deutscher Nation|Heiligen Römischen Reich]], während das [[Languedoc-Roussillon]] den [[Königreich Aragon|Königen von Aragón]] gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1240 erwarb [[Ludwig IX. (Frankreich)|Ludwig IX., der Heilige]], das Gebiet. Er ließ zwischen 1241 und 1250 zunächst die [[Tour de Constance]] errichten und begann 1248 mit der Anlage der Stadt als [[Bastide]]. Damit gewann er seinen ersten Mittelmeerhafen auf eigenem Gebiet. Von hier brach der König zum [[Sechster Kreuzzug|Sechsten]] (1248–1254) und [[Siebter Kreuzzug|Siebten Kreuzzug]] (1270) auf. 1270 starb Ludwig während des Kreuzzuges an [[Typhus]]. Die Stadt war zu dieser Zeit fast fertiggestellt. Auf dem Hauptplatz der Stadt steht eine Statue des Königs aus dem 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1268 wurde zur Finanzierung des Baus der Stadtmauer eine Steuer von einem [[Denier (Münze)|Pfennig]] pro Pfund einer Ware erhoben. Die Nachfolger Ludwig IX., insbesondere sein Sohn [[Philipp III. (Frankreich)|Philipp der Kühne]], ließen später ein Festungsviereck mit einem umlaufenden Wehrgang und 10 darin regelmäßig verteilten Stadttoren anlegen. Als Planer gilt der Baumeister [[Eudes de Montreuil]]. Das Fundament der von ihm entworfenen Stadtmauer ruht auf einer hölzernen Plattform, die von Eichenpfählen gestützt wird, die bis auf den festen Grund im Boden gerammt sind. Sie ist 1634 m lang. Während des Krieges mit Aragón stockte der Ausbau, wurde aber auf Betreiben [[Philipp IV. (Frankreich)|Philipp IV. des Schönen]] wieder aufgenommen. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die Stadtmauer vollendet. Sie ist heute noch vollständig erhalten. Aigues-Mortes gilt im Städtebau als herausragendes Beispiel der mittelalterlich-geschlossenen Stadt und wird bei [[Le Corbusier]]&amp;lt;ref&amp;gt;Le Corbusier: &amp;#039;&amp;#039;La Ville radieuse&amp;#039;&amp;#039;, Paris 1933&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Leonardo Benevolo]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Leonardo Benevolo]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Stadt.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt a. M. &amp;amp; New York 1983, S. 524–529.&amp;lt;/ref&amp;gt; besprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Zunächst entwickelte sich Aigues-Mortes als Hafenstadt gut. Durch die Verlandung der Lagune wich das Meer allmählich immer weiter zurück. Die Stadt war bis zum 16. Jahrhundert einer der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte der französischen Mittelmeerküste. 1481 fiel die [[Provence]] an Frankreich und [[Marseille]] verdrängte die Stadt als führender französischer Mittelmeerhafen. Die wirtschaftliche Aktivität der Bewohner konzentrierte sich nun auf Handel, Weinbau und die Salinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl V. (HRR)|Karl V.]] und [[Franz I. (Frankreich)|Franz I.]] trafen sich 1538 in Aigues-Mortes, um Verhandlungen zu führen, die zum [[Friedensvertrag von Nizza]] führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Reformation und Gegenreformation in Frankreich|Reformation]] wurde die Stadt [[Hugenotten|hugenottisch]]. Am 22. August 1622 übergab ihr Kommandant, [[Gaspard III. de Coligny]], später Herzog von Châtillon, die Stadt kampflos an [[Ludwig XIII.|Louis XIII.]], der mit einer Armee vor Aigues-Mortes erschienen war, um die Hugenottenrebellion im Languedoc zu unterdrücken. Das brachte de Coligny eine Belohnung von 5.000 [[Pfund (Währung)|Pfund]] und den [[Marschallstab]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Tuerie d&amp;#039;Aigues-Mortes en 1893.jpg|mini|hochkant|Darstellung des Angriffs auf die italienischen Salinenarbeiter in der Wochenzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[La Tribuna]]&amp;#039;&amp;#039; vom 3. September 1893]]&lt;br /&gt;
Nachdem es im Juni 1881 in Marseille bereits zu den fremdenfeindlichen [[Vêpres marseillaises]] (dt. &amp;#039;&amp;#039;Marseiller [[Vesper (Liturgie)|Vesper]]&amp;#039;&amp;#039;) gekommen war, kam es Ende August 1893 in Aigues-Mortes zu schnell eskalierenden Spannungen zwischen Ortsansässigen und italienischen Wanderarbeitern und einem Massaker an Italienern. Diese Arbeiter wurden im ausgetrockneten Arbeitsmarkt von Franzosen als „voleurs d’emplois“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsplatz-Diebe&amp;#039;&amp;#039;) [[Diffamierung|diffamiert]], sie galten als Unterbieter bei den Löhnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ralph Schor |Titel=Italiens et Français depuis la fin du XIX&amp;lt;sup&amp;gt;e&amp;lt;/sup&amp;gt; siècle : Apprendre à vivre ensemble |Hrsg=Stéphane Mourlane, Dominique Païni |Sammelwerk=Ciao Italia! – Un siècle d’immigration et de culture italiennes en France |Verlag=Éditions de la Martinière/[[Cité nationale de l’histoire de l’immigration|Musée de l’histoire de l’immigration]] |Ort=Paris |Datum=2017 |ISBN=978-2-7324-8081-7 |Seiten=58–65, hier S. 62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die beleidigende Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;babis&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Kröten&amp;#039;&amp;#039;) hielten manche Franzosen für die italienischen Kollegen bereit. Nunmehr arbeitslose und teilweise alkoholisierte&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Männer fanden sich ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Übergriff ereignete sich in der Saline &amp;#039;&amp;#039;Fangouse&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; im Besitz der &amp;#039;&amp;#039;Compagnie des Salins du Midi.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Nach offiziellen Angaben gab es 8&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; (bzw. 9&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Philippe Hamon, Yves Plasseraud |Titel=... Et merde pour le roi d’Angleterre – Stéréotypes xénophobes en Europe |TitelErg=Préface d’Yves Mény |Verlag=Presses universitaires de Rennes (PUR) |Ort=Rennes |Datum=2023 |Reihe=Collection « Essais » |ISBN=978-2-7535-9364-0 |Seiten=159, 295 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) Tote und 50 Verletzte (davon nach offizieller Zählung 15&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Schwerverletzte), während italienische Berichte von 50 Toten und 150 Schwerverletzten sprachen.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Caestecker: &amp;#039;&amp;#039;Der Migrant.&amp;#039;&amp;#039; In: Ute Frevert, Heinz-Gerhart Haupt (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Mensch des 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt a. M. &amp;amp; New York 1999, S. 256.&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Gerichtsprozess wurden alle 16 Angeklagten zur Empörung der italienischen Öffentlichkeit freigesprochen. In ganz Italien kam es darauf zu anti-französischen Demonstrationen. In Frankreich reagierte ein [[Mob]] mit anti-italienischer Gewalt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Das offizielle [[Königreich Italien (1861–1946)|Königreich Italien]] reagierte kaum, waren doch die Italiener in Frankreich aus ihrer Sicht politisch Abtrünnige.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matteo Sanfilippo |Titel=L’émigration italienne en France vue de la Péninsule |Hrsg=Stéphane Mourlane, Dominique Païni |Sammelwerk=Ciao Italia! – Un siècle d’immigration et de culture italiennes en France |Verlag=Éditions de la Martinière/[[Cité nationale de l’histoire de l’immigration|Musée de l’histoire de l’immigration]] |Ort=Paris |Datum=2017 |ISBN=978-2-7324-8081-7 |Seiten=66–73,&amp;amp;nbsp;hier&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;69}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bevölkerungsentwicklung ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; width=400&lt;br /&gt;
|- align=center class=&amp;quot;hintergrundfarbe5&amp;quot;&lt;br /&gt;
|align=left | &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jahr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1962&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1968&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1975&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1982&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1990&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1999&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;2010&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;2017&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|- align=center&lt;br /&gt;
|align=left|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Einwohner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;|| 4203 || 4197 || 4531 || 4472 || 4999 || 6012 || 8341 || 8325&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=Center colspan=9 | Quellen: Cassini und INSEE&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
Das Wappen der Stadt stellt [[Martin von Tours|St. Martin]] dar, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt. St. Martin ist der Schutzpatron der Stadt und der französischen Könige. Geistiger Vater des Wappens soll ein Waffenrichter namens &amp;#039;&amp;#039;d&amp;#039;Hozier&amp;#039;&amp;#039; gewesen sein, das Wappen stammt vom 26. April 1697.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Toits d&amp;#039;Aigues-Mortes.jpg|mini|Blick über die [[Bastide]], im Vordergrund die Kirche Notre-Dame-des-Sablons]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Aigues-Mortes, France 2022.jpg|mini|Stadtmauer am [[Canal du Rhône à Sète]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Aigues-Mortes Porte de la reine.jpg|mini|Stadttor Porte de la reine]]&lt;br /&gt;
Hauptsehenswürdigkeit ist die vollständig erhaltene Stadtmauer mit dem [[Wehrturm]] [[Tour de Constance]]. Dieser und andere Türme der Stadtmauer dienten zur Zeit der [[Hugenottenkriege]] als Gefängnis für [[Protestantismus|Protestanten]]. [[Abraham Mazel]], einem Anführer der protestantischen Widerstandsbewegung ([[Kamisarden]]), gelang 1705 die unmöglich erschienene Flucht aus diesem Turm.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Josef Müller-Marein]], Alfred Pletsch |Titel=Südfrankreich |Verlag=C.J. Bucher |Ort=München und Luzern |Datum=1985 |ISBN=3-7658-0498-3 |Seiten=143 f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die durch ihre lange Gefängnisstrafe bekannt gewordene [[Marie Durand]] war dort 38 Jahre, von 1730 bis 1768, lang eingekerkert, da sie ihrem protestantischen Glauben nicht abschwor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter lag Aigues-Mortes inmitten eines Sumpfgebiets. Der einzige Zugang zur Stadt von der Landseite führte durch den [[Wachturm|Wacht-]] und [[Zoll (Abgabe)|Zollturm]] Tour Carbonnière, dessen älteste erhaltene Erwähnung von 1346 stammt. Der Turm liegt 3,2 km nordnordöstlich der [[Bastide]] auf dem Gebiet der Gemeinde [[Saint-Laurent-d’Aigouze]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche [[Notre-Dame-des-Sablons (Aigues-Mortes)|Notre-Dame-des-Sablons]] war Ausgangspunkt des siebten und des achten Kreuzzugs. Sehenswert sind auch die Kapellen der Grauen und der Weißen Büßer (Chapelle des Pénitents gris und Chapelle des Pénitents blancs).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aigues Mortes - Tour de Constance.jpg|Tour de Constance&lt;br /&gt;
091108 bei Aigues-Mortes IMG 9272.JPG|Tour Carbonnière&lt;br /&gt;
Notre-Dame-des-Sablons, Innenraum, Aigues Mortes.jpg|Innenraum der Kirche Notre-Dame-des-Sablons&lt;br /&gt;
Chapelle des Pénitents gris.JPG|Chapelle des Pénitents gris&lt;br /&gt;
Grand Rue Jean Jaurès, Aigues Mortes.jpg|Grand Rue Jean Jaurès&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
[[Datei:091108 Gare d&amp;#039;Aigues-Mortes IMG 9225.jpg|mini|Bahnhof Aigues-Mortes]]&lt;br /&gt;
[[Datei:091108 Pont tournant à Aigues-Mortes IMG 9243.jpg|mini|Eisenbahn-[[Drehbrücke]] über den [[Canal du Rhône à Sète]] in geöffnetem Zustand]]&lt;br /&gt;
Aigues-Mortes liegt an der [[Bahnstrecke Saint-Césaire–Le Grau-du-Roi]]. Die eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke wurde 1873 von der [[Compagnie des chemins de fer de Paris à Lyon et à la Méditerranée]] (P.L.M.) eröffnet, zunächst war Aigues-Mortes deren südlicher Endpunkt. 1909 wurde sie über den [[Canal du Rhône à Sète]] bis [[Grau-du-Roi]] verlängert; unmittelbar südlich des Bahnhofs wurde eine 21&amp;amp;nbsp;m lange [[Drehbrücke]] errichtet, auf der sie die Einfahrt zum Stadthafen quert.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Le pont tournant d’Aigues-Mortes&amp;#039;&amp;#039; in: [[Ferrovissime]] Nr. 105, S. 55 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptstraße in Nord-Süd-Richtung ist die [[Route départementale]] D 979, die bei [[Codognan]] von der [[Route nationale 113]] abzweigt und in Grau-du-Roi endet. Sie wird in Aigues-Mortes von der West-Ost-Achse D&amp;amp;nbsp;62–D&amp;amp;nbsp;58 ([[Carnon]]–[[Sylvéréal]]) gekreuzt. Nächste Autobahn ist die [[Autoroute A 9]], die bei [[Orange (Vaucluse)|Orange]] in die Richtung [[Paris]] führende [[Autoroute A 7|A&amp;amp;nbsp;7]] („Autoroute du Soleil“) mündet und in südlicher Richtung bis zur [[Spanien|spanischen]] Grenze führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der schiffbare [[Süßwasser]]kanal [[Canal du Rhône à Sète]] wurde 1806 in Betrieb genommen. In Aigues-Mortes zweigt ein Seitenkanal nach Grau-du-Roi ab, der dort ins Mittelmeer mündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Humor und Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
2011 wurde in der Stadt das „Fürstentum Aigues-Mortes“ (&amp;#039;&amp;#039;Principauté d&amp;#039;Aigues-Mortes&amp;#039;&amp;#039;) zur Förderung lokaler Initiativen gegründet,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.midilibre.fr/2022/10/02/une-principaute-qui-a-une-decennie-dexistence-10706940.php |titel=Une principauté qui a une décennie d’existence |werk=[[Midi Libre]] |datum=2022-10-02 |sprache=fr |abruf=2025-06-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.francebleu.fr/infos/insolite/un-film-sur-les-micronations-dont-la-principaute-d-aigues-morte-diffuse-ce-lundi-au-cinema-de-la-1642960433 |titel=Un film sur les micro nations, dont &amp;quot;La Principauté d’Aigues-Mortes&amp;quot;, diffusé au cinéma de la ville |werk=[[Ici]] |datum=2022-01-23 |sprache=fr |abruf=2025-06-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dem Vernehmen nach eine [[Mikronation]]. Seit 2017 gibt dieses den „Flamant“ ein lokales Zahlungsmittel heraus, mit der in über 20 Geschäften in der Stadt bezahlt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.midilibre.fr/2017/05/26/aigues-mortes-le-flamant-nouvelle-monnaie-locale,1512603.php |titel=Aigues-Mortes : Le flamant, nouvelle monnaie locale |werk=Midi Libre |datum=2017-05-26 |sprache=fr |abruf=2025-06-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.principaute-aigues-mortes.com/bpam-r%C3%A9seau |titel=BPAM Réseau |hrsg=principaute-aigues-mortes.com |sprache=fr |abruf=2025-06-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
* [[Emmanuel Théaulon]] (1787–1841), Dramatiker und Librettist&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sonstiges ==&lt;br /&gt;
Der erste Teil von [[Ernest Hemingway]]s &amp;#039;&amp;#039;{{lang|en|The Garden of Eden}}&amp;#039;&amp;#039; ([[Deutsche Sprache|deutsch]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Der Garten Eden (Roman)|Der Garten Eden]]&amp;#039;&amp;#039;), einem 1986 [[postum]] erschienenen Roman über eine [[Ménage à trois]], spielt unter anderem in Aigues-Mortes und dem benachbarten [[Le Grau-du-Roi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernard Gros: &amp;#039;&amp;#039;Aigues-Mortes. Du passé au présent&amp;#039;&amp;#039;. Nîmes 2010&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wikivoyage}}&lt;br /&gt;
* [http://www.ville-aigues-mortes.fr/ Offizielle Webpräsenz der Stadt] (französisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.ot-aiguesmortes.fr/ Homepage des Fremdenverkehrsamtes]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Gemeinden im Arrondissement Nîmes}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4079655-3|LCCN=n/83/14894|VIAF=134803243}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort in Okzitanien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bastide]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gegründet 1248]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aigues-Mortes| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadt in Frankreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weinbauort in Frankreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliger Welterbekandidat in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliger Welterbekandidat in Frankreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kiwi4all</name></author>
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