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	<title>Agri decumates - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T12:48:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Agri_decumates&amp;diff=168804&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Procopius: /* Geschichte */</title>
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		<updated>2026-02-23T15:37:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Agri decumates Karte.png|miniatur|hochkant=1.6|Das Dekumatland zwischen Limes, Donau und Rhein]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Agri decumates&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;decumates agri&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (wörtlich wohl „Zehntland“), deutsch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dekumatland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dekumatenland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, ist bei [[Tacitus]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Germania (Tacitus)|Germania]]&amp;#039;&amp;#039; 29, 3) die Bezeichnung für ein Gebiet jenseits (also östlich bzw. nördlich) von [[Rhein]] und [[Donau]], das nach seiner Aussage ursprünglich von [[Kelten]] (Galliern) bewohnt, jedoch bald auch von germanischen [[Sueben]] besiedelt wurde und zum [[Römisches Reich|Römischen Reich]] gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tacitus schrieb in seinem frühestens im Jahr 98 entstandenen Werk:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nicht unter die Völker Germaniens möchte ich die Leute rechnen, die die &amp;#039;&amp;#039;agri decumates&amp;#039;&amp;#039; bearbeiten, obwohl sie sich jenseits von Rhein und Donau niedergelassen haben. Die abenteuerlustigsten Gallier, die die Not kühn gemacht hat, haben den Boden, dessen Besitz umstritten war, besetzt; seitdem dann der [[Limes (Grenzwall)|Limes]] angelegt und die Grenzwachen weiter nach vorn verlegt worden sind, bilden sie einen Vorposten unseres Imperiums und einen Teil der Provinz.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Non numeraverim inter Germaniae populos, quamquam trans Rhenum Danuviumque consederint, eos qui decumates agros exercent. Levissimus quisque Gallorum et inopia audax dubiae possessionis solum occupavere; mox limite acto promotisque praesidiis sinus imperii et pars provinciae habentur.&amp;#039;&amp;#039; Tacitus, &amp;#039;&amp;#039;Germania&amp;#039;&amp;#039; 29,3.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Römische Expansion in Südwestdeutschland.png|thumb|Römische Expansion in Südwestdeutschland]]&lt;br /&gt;
Unter Kaiser [[Vespasian]] hatten die Römer um 72 n. Chr. das Gebiet jenseits von Rhein und Donau, das sie bereits vorher indirekt kontrolliert hatten, mit Truppen besetzt. Sie sicherten es seit [[Domitian]] (um 85 n. Chr.) durch eine Reihe von Befestigungsanlagen, die zuletzt um 150 n. Chr. unter [[Antoninus Pius]] vorgeschoben wurden ([[Obergermanisch-Raetischer Limes]]). Das Dekumatland gehörte seit Domitian zur neu eingerichteten [[Römische Provinz|Provinz]] &amp;#039;&amp;#039;[[Germania superior]]&amp;#039;&amp;#039;. Unter römischem Schutz blühte das Land auf; es profitierte von der Anwesenheit der zahlungskräftigen Grenztruppen, die versorgt werden mussten. Dies scheint, wie auch Tacitus berichtet, früh viele Zuwanderer, insbesondere aus [[Gallien]], ins Land gelockt zu haben. &lt;br /&gt;
[[Datei:Orpheus2.jpg|mini|Das [[Orpheus]]mosaik im [[Dominikanermuseum Rottweil]] ist ein Beispiel für die Verbreitung mediterraner Kultur im Dekumatland.]]&lt;br /&gt;
Erst während der [[Reichskrise des 3. Jahrhunderts]] wurde es durch Einfälle plündernder [[Germanen]] erheblich verheert und ging zwischen 260 und 280 (spätestens nach dem Tod des [[Probus (Kaiser)|Probus]]) endgültig an die [[Alamannen]] verloren, nachdem es von den römischen Truppen geräumt worden war (siehe &amp;#039;&amp;#039;[[Limesfall]]&amp;#039;&amp;#039;). Am Ende des 3. Jahrhunderts gehörte es aus römischer Sicht zur &amp;#039;&amp;#039;Alamannia&amp;#039;&amp;#039;, wenngleich das Imperium nie formal auf seine Ansprüche auf das Dekumatland verzichtete und man noch bis weit ins 4. Jahrhundert hinein Feldzüge dorthin unternahm und die dortigen Fürsten zur Unterwerfung zwang (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Julian (Kaiser)|Julian]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Neupotz grafik.png|thumb|Plünderungszug der Alamannen (orange), Juthungen (rot) und Franken (pink) 260 n. Chr. - N=Neupotz, A=Augsburg]]&lt;br /&gt;
Das Dekumatland nahm zumindest den Südwesten des heutigen Bundeslandes [[Baden-Württemberg]] ein. Ob auch die nördlich des [[Neckar]]s gelegenen rechtsrheinischen Gebiete Roms sowie die nördlich der Donau gelegenen Teile von &amp;#039;&amp;#039;Raetia&amp;#039;&amp;#039; zu den &amp;#039;&amp;#039;agri decumates&amp;#039;&amp;#039; zählten, ist unklar; Tacitus’ knappe Notiz scheint zwar eher dagegen zu sprechen, doch gibt er nur die Verhältnisse des späten 1. Jahrhunderts wieder. Die – soweit bekannt – einzige römische Ortschaft im Dekumatland, deren Einwohner bereits vor 212 das römische Bürgerrecht besaßen, war das &amp;#039;&amp;#039;[[municipium]] [[Arae Flaviae]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Rottweil]]), das Kaiser [[Vespasian]] gründen ließ. Weitere nennenswerte Ansiedlungen waren &amp;#039;&amp;#039;[[Aquae (Baden-Baden)|Aquae]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Baden-Baden]]), &amp;#039;&amp;#039;[[Lopodunum]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Ladenburg]]) und &amp;#039;&amp;#039;[[Sumelocenna-Museum|Sumelocenna]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Rottenburg am Neckar]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
Im Gebiet des einstigen Dekumatlandes sind bis heute etwa 60 dörfliche Siedlungen (&amp;#039;&amp;#039;vici&amp;#039;&amp;#039;) und über 1300 &amp;#039;&amp;#039;[[Villa Rustica|villae rusticae]]&amp;#039;&amp;#039; nachgewiesen worden. Diese römischen Gutshöfe beherbergten im Durchschnitt etwa 50 Menschen; man schätzt allerdings, dass höchstens noch ein Viertel der einstigen Betriebe bekannt ist. Da zudem noch die Einwohner der &amp;#039;&amp;#039;vici&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[civitas|civitates]]&amp;#039;&amp;#039; hinzugerechnet werden müssen, schätzt die moderne Forschung die Bevölkerungszahl auf mindestens 250.000 Menschen. Da noch die hier stationierten römischen Soldaten hinzukamen, kann das Dekumatland als ein ungewöhnlich dicht besiedeltes und agrarisch intensiv genutztes Gebiet gelten.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Peter Dinzelbacher]], Werner Heinz: &amp;#039;&amp;#039;Europa in der Spätantike. 300–600. Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Primus-Verlag, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-89678-624-1, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensherkunft ==&lt;br /&gt;
Die Herkunft des Namens &amp;#039;&amp;#039;agri decumates&amp;#039;&amp;#039;, den nur Tacitus erwähnt, ist umstritten. Oft wird er mit „Zehntland“ übersetzt, und es wäre denkbar, dass es sich um ein dem römischen Kaiser [[tribut]]pflichtiges Land handelte, das den [[zehnt]]en Teil seiner Erzeugnisse abgeben musste. Doch einige Gelehrte halten diese Erklärung für [[etymologisch]] unmöglich. Alternativ könnte die Bezeichnung von einem heute unbekannten Ort namens &amp;#039;&amp;#039;Decuma&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Decumum&amp;#039;&amp;#039; herrühren; die Forschung diskutiert weitere Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Helmut Benedikt Leibinger: &amp;#039;&amp;#039;Decumates agri. Eine Einführung in die provinzialrömische Archäologie.&amp;#039;&amp;#039; Re Di Roma-Verlag, Remscheid 2009, ISBN 978-3-86870-052-7.&lt;br /&gt;
* {{DNP|3|354|356|Decumates agri|[[Karlheinz Dietz]]}}&lt;br /&gt;
* {{RGA|5|271|286|Decumates agri|[[Günter Neumann (Philologe)|Günter Neumann]], [[Hans Ulrich Nuber]], [[Dieter Timpe]]}}&lt;br /&gt;
* {{KlP|1|1416||Decumates agri|[[Walther Sontheimer]]|}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Germania superior]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gallier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sueben]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alamannen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Procopius</name></author>
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