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	<title>Agrarstaat - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Diopuld: /* Statistik */</title>
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		<updated>2025-03-22T02:15:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Statistik&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Weiterleitungshinweis|Agrarland|Siehe auch: [[Agrarlandschaft]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Mt Uluguru and Sisal plantations.jpg|mini|350px|[[Tansania]] – [[Sisal-Agave|Sisal]]-Plantage am Mount [[Uluguru]] (April 2009)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Agrarstaat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|agricultural state}}) ist ein [[Staat]], dessen [[Wirtschaftsstruktur]] durch [[Landwirtschaft]], [[Forstwirtschaft]] und [[Fischerei]] mit einem hohen Anteil der [[Agrarproduktion]] am [[Bruttoinlandsprodukt]] (BIP) dominiert wird. Pendant ist der [[Industriestaat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Agrarstaat ist ein [[Erkenntnisobjekt]] der [[Wirtschaftsgeographie]]. Der Unterscheidung zwischen Industrie- und Agrarstaaten liegt der jeweils herrschende [[Wirtschaftssektor]] ([[Industrieproduktion]] oder [[Agrarproduktion]]) und deren Anteil am BIP oder der Anteil der [[Erwerbstätigkeit|Erwerbstätigen]] jener Sektoren&amp;lt;ref&amp;gt;Ute Arentzen, Eggert Winter (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Band 3. 1997, Sp. 1855.&amp;lt;/ref&amp;gt; an den gesamten Erwerbstätigen zugrunde. Typische Agrarstaaten sind alle [[Entwicklungsland|Entwicklungs-]] und die meisten [[Schwellenland|Schwellenländer]]. Bei Agrarstaaten ist zu berücksichtigen, dass die Erzeugung von [[Agrarprodukt]]en starken witterungsbedingten Schwankungen ([[Missernte]]n durch [[Dürre]], [[Schädling]]e oder [[Überschwemmung]]) unterliegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Die Wirtschaftsgeographie unterscheidet zwischen sehr bevölkerungsreichen, gleichzeitig [[subkontinent]]alen und [[Großstaat|makrotropen]] Agrarstaaten (wie [[Indien]], [[Indonesien]], [[Nigeria]]), mäßig volkreichen makrotopen Agrarstaaten (wie [[Algerien]], [[Sudan]], [[Tansania]]), bevölkerungsarmen makrotropen Agrarstaaten ([[Mali]], [[Saudi-Arabien]]) und volkreichen [[Mittelstaat|mesotopen]] Agrarstaaten (wie [[Birma]], [[Thailand]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Erich Obst, Martin Schmithüsen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Staatengeographie.&amp;#039;&amp;#039; 1972, S. 347 ([https://books.google.de/books?id=USVdeOi5pOcC&amp;amp;pg=PA347&amp;amp;dq=agrarstaaten+afrika&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjjhcbRluXkAhXGb5oKHSJIBcsQ6AEILTAB#v=onepage&amp;amp;q=agrarstaaten%20afrika&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tea Plantation Workers Sri Lanka.jpg|mini|[[Sri Lanka]] – [[Tee]]pflücker (Juni 2009)]]&lt;br /&gt;
Bis zur [[Industrialisierung]] gab es weltweit ausschließlich Agrarstaaten. [[Platon]]s Ideal war ein Agrarstaat mit selbständig wirtschaftenden Familien, sein Agrarstaat gründete alles auf [[Grund und Boden]], nicht auf [[Handel]], [[Seefahrt]] oder [[Geld]].&amp;lt;ref&amp;gt;Henning Ottmann: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des politischen Denkens: Die Griechen.&amp;#039;&amp;#039; Band 1/2, 2001, S. 89 ([https://books.google.de/books?id=zB-3DQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA89&amp;amp;dq=Agrarstaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj5mrjto-LkAhUDUlAKHf6TCPg4ChDoAQgzMAI#v=onepage&amp;amp;q=Agrarstaat&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der tief in die persönliche Freiheit und das Familienleben eingreifende Agrarstaat solle auf einem relativ stationären Sättigungs- und Ordnungsstand erhalten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Windelband]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der antiken Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Band 1 / Teil 1, 1912, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der junge Agrarstaat entstand auf [[Kreta]], in einer gewissen Entfernung vom Meer, um die Ausbildung des [[Seehandel]]s zu hemmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gustav Mayer (Historiker)|Gustav Maier]]: &amp;#039;&amp;#039;Soziale Bewegungen und Theorien bis zur modernen Arbeiterbewegung.&amp;#039;&amp;#039; 1910, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis ins [[Mittelalter]] herrschte der [[Feudalismus|feudale]] Agrarstaat vor, denn [[Landesherr]]en verfügten als [[Großgrundbesitzer]] über Ackerboden und verpachteten ihn im [[Lehnswesen]] an Bürger. Diese mussten das Pachtland bestellen und einen Teil des [[Bodenertrag]]s als Pacht an den Landesherren abführen. In [[China]] begann der Feudalismus spätestens während der [[Zeit der Streitenden Reiche]] (403-221 vor Christus) und endete erst 1864 mit dem [[Taiping-Aufstand]].&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Jahn (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Die Wirtschaftssysteme der Staaten Osteuropas und der Volksrepublik China.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, 1962, S. 452&amp;amp;nbsp;f. ([https://books.google.de/books?id=nSNh0xKdpREC&amp;amp;pg=PA453&amp;amp;dq=Agrarstaat+feudalismus&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjzpez5p-TkAhUCKlAKHVoMCX0Q6AEIWDAJ#v=onepage&amp;amp;q=Agrarstaat%20feudalismus&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den [[Physiokratie|Physiokraten]] [[François Quesnay]] gab es 1757 drei Sektoren, und zwar die Bauern der „produktiven Klasse“, die Handwerker und Kaufleute der „sterilen Klasse“ und die Großgrundbesitzer der „privilegierten Klasse“. Die landwirtschaftliche [[Wertschöpfung (Wirtschaft)|Wertschöpfung]] entspringt nach seiner Auffassung dem [[Boden (Produktionsfaktor)|Boden]] und ist die einzige produktive Leistung.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralph Anderegg: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Agrarpolitik.&amp;#039;&amp;#039; 1999, S. 23 ([https://books.google.de/books?id=SaJsDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA23&amp;amp;dq=%22dessen+grundz%C3%BCge+quesnay+aus+der+%22nat%C3%BCrlichen%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjNyrfYnOTkAhUCZFAKHW2XAu4Q6AEIOjAD#v=onepage&amp;amp;q=%22dessen%20grundz%C3%BCge%20quesnay%20aus%20der%20%22nat%C3%BCrlichen%22&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Er favorisierte 1767 den Agrarstaat ({{frS|royaume agricole}}),&amp;lt;ref&amp;gt;seine Heimat Frankreich war ein solcher Agrarstaat&amp;lt;/ref&amp;gt; dessen Grundzüge er aus der „natürlichen Ordnung“ ({{frS|ordre naturel}}) ablas.&amp;lt;ref&amp;gt;François Quesnay, &amp;#039;&amp;#039;Maximes générales du gouvernement économique d’un royaume agricole&amp;#039;&amp;#039;, 1767, S. 330 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn „der Boden ist die einzige Quelle des Wohlstands“ ({{frS|la terre est l’unique source de richesse}}).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quesnay&amp;quot;&amp;gt;François Quesnay: &amp;#039;&amp;#039;Getreide&amp;#039;&amp;#039; ({{frS|„Grains“}}) In: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopédie, ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers.&amp;#039;&amp;#039; Band 7, November 1757, S. 44.&amp;lt;!-- ??? Seite 44 sicher ??? ist es nicht eher S. 812 [[s:fr:L’Encyclopédie/1re édition/GRAIN|Wikisource]] ???--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Quesnay stellte 1757 fest, dass der Wohlstand nicht in der Bewegung ([[Handel]]), sondern in der Ruhe (dem Boden) liege. Das Prinzip aller Arbeit sei der [[Bodenertrag]], denn alle Arbeit richte sich nach dem Preis der Bodenprodukte. „Der Ertrag ist das Ergebnis der Bodenbeschaffenheit und des Menschen. Ohne die Arbeit des Menschen hat der Boden keinen Wert“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quesnay&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1765 trat in [[England]] ein Umschwung vom Agrarstaat zum Industriestaat ein, der sich durch sinkende Getreideexporte ankündigte, die auch auf das Wachstum der [[Industrie]] und des [[Gewerbe]]s zurückzuführen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Felix Salomon: &amp;#039;&amp;#039;William Pitt der Jüngere.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, 1906, S. 396&amp;amp;nbsp;f. ([https://books.google.de/books?id=_fcOAwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA140&amp;amp;dq=adam+smith+agrarstaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiApuumgOXkAhVQblAKHT-cBiM4ChDoAQhJMAY#v=onepage&amp;amp;q=agrarstaat&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[David Ricardo]] antwortete im Mai 1822 auf die [[Streitfrage]] „Agrarstaat oder Industriestaat“ ausweichend, denn beides sei nötig. England würde unzweifelhaft ein großer Manufakturstaat werden, aber auch ein großer Agrarstaat bleiben. Diese Streitfrage tauchte auf, als im [[House of Commons]] über die Not der Landwirtschaft verhandelt wurde, und es beklagte, dass England zu sehr ein Manufakturstaat würde; Ricardo könnte vielleicht denken, dass ein Manufakturstaat nicht so glücklich sein könnte wie ein Agrarstaat.&amp;lt;ref&amp;gt;David Ricardo: &amp;#039;&amp;#039;On Protection in Agriculture.&amp;#039;&amp;#039; 1822, S. 4.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Adam Smith]] wies darauf hin, dass ein Industriestaat weit mehr in der Lage sei, seine Bodenproduktion zu heben als ein reiner Agrarstaat, weil durch die Konzentration der Arbeiterbevölkerung in den Städten große Mengen landwirtschaftlicher Rohprodukte an diese Industriezentren gebunden würden, was die inländische Landwirtschaft fördere.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jakob Baxa]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Produktivitätstheorie.&amp;#039;&amp;#039; 1926, S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Hersteller dürfe [[Außenhandel]] betreiben, solange er hierdurch nicht die heimische Industrie schädige.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Peeronet Thompson: &amp;#039;&amp;#039;Catechism of the Corn laws.&amp;#039;&amp;#039; 1827, S. 36 ([https://books.google.de/books?id=4cwxAQAAMAAJ&amp;amp;pg=PA50&amp;amp;dq=ricardo+catechism+of+the+corn+laws&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjzxfbKr-TkAhW5wsQBHQ5pAoAQ6AEIKzAA#v=onepage&amp;amp;q=ricardo%20catechism%20of%20the%20corn%20laws&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Louis Blanc]] hielt 1839 den Agrarstaat für überwunden, dem Industriestaat gehöre die Zukunft – eine in seinem Werk oft wiederkehrende Auffassung, die den Einfluss seiner Zeit deutlich verrät. „Aberglaube, Krieg, Feudalität, Despotismus, war das nicht die Geschichte der französischen Nation, solange sie Ackerbau treibend gewesen war, bis [[Jean-Baptiste Colbert|Colbert]] die Industrie begünstigt und zur Entfaltung gebracht hatte“.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Klaus: &amp;#039;&amp;#039;Der Einfluss von Zeitströmungen auf die französische Geschichtschreibung über das ancien régime.&amp;#039;&amp;#039; 1931, S. 40.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahre 1841 vertrat [[Friedrich List]] die Interessen der Industrie gegen die von Adam Smith vertretene [[Freihandel]]stheorie, weil Smith den Einfluss der Manufakturen auf die Vermehrung der [[Bodenrente]], des [[Bodenwert]]s und des landwirtschaftlichen Kapitals nicht klar erkannt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich List: &amp;#039;&amp;#039;Das nationale System der politischen Ökonomie.&amp;#039;&amp;#039; 1841, S. 352 ([https://books.google.de/books?id=GmNmAgAAQBAJ&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=List,+Das+nationale+System+der+politischen+%C3%96konomie&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjU8fidjOXkAhVBLlAKHYbnDPoQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=smith&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Für List bot der Industriestaat eine vollkommenere Wirtschaftsform als der reine Agrarstaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Schnabel: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der neuesten Zeit: Von der französischen Revolution bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; 1928, S. 65&amp;amp;nbsp;f. ([https://books.google.de/books?id=f2wiBAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA65&amp;amp;dq=adam+smith+agrarstaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiApuumgOXkAhVQblAKHT-cBiM4ChDoAQhaMAk#v=onepage&amp;amp;q=agrarstaat&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals im Jahre 1895 gab es in Deutschland in Industrie und Handwerk mit 38,5 % aller Erwerbstätigen mehr Erwerbstätige als in der Landwirtschaft (35,0 %) – es vollzog sich aus Sicht der [[Volkswirtschaftslehre]] der Wandel zum Industriestaat. Der [[Nationalökonom]] [[Karl Oldenberg]] sah in einem Vortrag im Juni 1897 das Ende der deutschen Nation voraus, falls die industrielle Entwicklung sich in dem Maße wie in den letzten Jahrzehnten fortsetze.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Oldenberg: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland als Industriestaat.&amp;#039;&amp;#039; Sonderausgabe, 1897, S. 6/14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Definitionen des Begriffs Industriestaat waren noch landwirtschaftlich geprägt; [[Paul Voigt (Wirtschaftswissenschaftler)|Paul Voigt]] verstand 1898 unter Industriestaat einen Staat, „dessen landwirtschaftliche Produktion in einem so großen Missverhältnis zu dem Bedarf der industriellen Bevölkerung steht, dass die Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen nicht mehr bloß ergänzend neben die heimische Urproduktion tritt&amp;amp;nbsp;…“.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Voigt: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und der Weltmarkt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Preußische Jahrbücher&amp;#039;&amp;#039;, Band 91, 1898, S. 240&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem schloss sich 1899 [[Paul Arndt (Nationalökonom)|Paul Arndt]] an, bei dem der Industriestaat als Staat galt, „dessen industrielle Produktion den Bedarf seiner Bevölkerung übersteigt, während seine landwirtschaftliche Produktion hinter dem Bedarf seiner Bevölkerung zurückbleibt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Arndt: &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftliche Folgen der Entwicklung Deutschlands zum Industriestaat.&amp;#039;&amp;#039; 1899, S. 7 ([https://books.google.de/books?id=rK1RCgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA7&amp;amp;dq=Industriestaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwjv--q79NfkAhXJdJoKHQv4DOMQ6AEILzAB#v=onepage&amp;amp;q=Industriestaat&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Reichskanzler [[Bernhard von Bülow|Graf Bernhard von Bülow]] stellte in einer Rede vor dem Reichstag am 2. Dezember 1901 fest: „Deutschland ist weder ein Industriestaat noch ein reiner Agrarstaat, sondern beides zugleich …“.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Spree: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; 2001, S. 50 ([https://books.google.de/books?id=FQgqk-9ZbhAC&amp;amp;pg=PA50&amp;amp;dq=industriestaat+geschichte&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwihssahitjkAhWFY1AKHdfhBjUQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=industriestaat%20geschichte&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1920 übertraf in [[Japan]] beim BIP erstmals der industrielle Sektor den landwirtschaftlichen Sektor, das Land stieg zum Industriestaat auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Eli: &amp;#039;&amp;#039;Geschäftserfolge in Japan.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 14 ([https://books.google.de/books?id=x8DyBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA14&amp;amp;dq=agrarstaat+Japan&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwif9a37kuXkAhWk1aYKHVeSAlEQ6AEIKDAA#v=onepage&amp;amp;q=agrarstaat%20Japan&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Morgenthau-Plan]] vom August 1944 zielte nach dem Zweiten Weltkrieg darauf ab, Deutschland in einen rückständigen Agrarstaat zu verwandeln, um die Gefahr eines neuen [[Angriffskrieg]]s zu verhindern. Bereits im September 1944 wurde der Plan verworfen. Noch bis 1962 war der [[Iran]] ein feudaler Agrarstaat, wenn man von der damals noch vollständig in ausländischem Besitz stehenden Ölindustrie absieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Hammer-Purgstall-Gesellschaft (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bustan: Österreichische Zeitschrift für Kultur, Politik und Wirtschaft der islamischen Länder.&amp;#039;&amp;#039; Bände 11–12, 1970, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die modernen Industriestaaten entwickelten sich ab 1970 immer mehr zu [[Dienstleistungsgesellschaft]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Industriestaat.&amp;#039;&amp;#039; In: Achim Pollert, Bernd Kirchner, Javier Morato Polzin, Marc Constantin Pollert: &amp;#039;&amp;#039;Duden Wirtschaft von A bis Z.&amp;#039;&amp;#039; 2016, o. S. ([https://books.google.de/books?id=Xmm-DgAAQBAJ&amp;amp;pg=PT11&amp;amp;dq=adam+smith+agrarstaat&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwitp66jkOXkAhUewsQBHZ3KC2o4FBDoAQgxMAI#v=onepage&amp;amp;q=industriestaat&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistik ==&lt;br /&gt;
Misst man für die Qualifizierung als Agrarstaat den Anteil der Agrarproduktion am BIP, so ergibt sich nachstehende Auswahl einiger typischer Agrarstaaten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.laenderdaten.de/wirtschaft/BIP_sektoren.aspx |titel=Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Sektoren |werk=Lexas Länderdaten |datum=2018-11-28 |abruf=2019-10-10 }} Dort zitiert aus {{Internetquelle |url=https://www.cia.gov/library/publications/resources/the-world-factbook/fields/214.html |titel=Field Listing :: GDP - composition, by sector of origin |werk=[[The World Factbook]] |hrsg=[[Central Intelligence Agency|CIA]] |sprache=en |abruf=2019-10-10 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20201112043212/https://www.cia.gov/library/publications/resources/the-world-factbook/fields/214.html |archiv-datum=2020-11-12 |offline=1 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierunter befinden sich viele [[Kleinstaat]]en, die häufig statistische Auffälligkeiten im Vergleich zu [[Flächenstaat]]en aufweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!Land&lt;br /&gt;
!Landwirtschaft&amp;lt;br /&amp;gt; in % des BIP *)&lt;br /&gt;
!Industrie&amp;lt;br /&amp;gt; in % des BIP *)&lt;br /&gt;
!Dienstleistungen&amp;lt;br /&amp;gt; in % des BIP *)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{BDI}}&lt;br /&gt;
|39,5&lt;br /&gt;
|16,4&lt;br /&gt;
|44,2&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{GNB}}&lt;br /&gt;
|50,0&lt;br /&gt;
|13,1&lt;br /&gt;
|36,9&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{COM}}&lt;br /&gt;
|47,7&lt;br /&gt;
|11,8&lt;br /&gt;
|40,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{MLI}}&lt;br /&gt;
|41,8&lt;br /&gt;
|18,1&lt;br /&gt;
|40,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{NER}}&lt;br /&gt;
|41,6&lt;br /&gt;
|19,5&lt;br /&gt;
|38,7&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{SLE}}&lt;br /&gt;
|60,7&lt;br /&gt;
|6,5&lt;br /&gt;
|32,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{SOM}}&lt;br /&gt;
|60,2&lt;br /&gt;
|7,4&lt;br /&gt;
|32,5&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{SDN}}&lt;br /&gt;
|39,6&lt;br /&gt;
|2,6&lt;br /&gt;
|57,8&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{TCD}}&lt;br /&gt;
|52,3&lt;br /&gt;
|14,7&lt;br /&gt;
|33,1&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{CAF}}&lt;br /&gt;
|43,2&lt;br /&gt;
|16,0&lt;br /&gt;
|40,8&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* (*) Anmerkung: Rundungsdifferenzen vorhanden.&lt;br /&gt;
Auf den ersten zehn Plätzen weltweiter Agrarstaaten befinden sich ausschließlich Staaten aus [[Afrika]]. Auch auf den weiteren Plätzen dominieren afrikanische Staaten, erst [[Tadschikistan]] folgt auf Rang 20 mit 28,6 % als erster nicht-afrikanischer Staat. Den höchsten Anteil der Agrarproduktion am BIP weist [[Sierra Leone]] (60,7 %) auf, gefolgt von [[Somalia]] (60,2 %), [[Tschad]] (52,3 %) und [[Guinea-Bissau]] (50,0 %). In allen drei Staaten ist der Dienstleistungssektor stärker als die Industrie. In Europa führt mit 21,7 % [[Albanien]] die Agrarstaaten an, gefolgt von [[Färöer]] (18,0 %) und der [[Republik Moldau]] (17,7 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gelten die verbliebenen, vorwiegend agrarischen Staaten als wirtschaftlich rückständig. [[Industrie]] und [[Dienstleistung]]ssektor befinden sich, neben der [[Infrastruktur]], meist in einem unterentwickelten Zustand. Auch ist das [[Gesundheitssystem]] häufig schlecht entwickelt und die [[Lebenserwartung]] entsprechend gering. Agrarstaaten zählen durch ihre geringen Wertschöpfungsbeiträgen durchweg zu den Ländern mit geringem [[Pro-Kopf-Einkommen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Agrarstaat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4127875-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsmodell]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftsgeographie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Diopuld</name></author>
	</entry>
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