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	<title>Agoraphobie - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Agoraphobie&amp;diff=28811&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gripweed am 25. Januar 2026 um 08:11 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-25T08:11:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
| 01-CODE = F40.0&lt;br /&gt;
| 01-BEZEICHNUNG = Agoraphobie&lt;br /&gt;
| 02-CODE = F40.01&lt;br /&gt;
| 02-BEZEICHNUNG = Agoraphobie mit Panikstörung&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 6B02&lt;br /&gt;
| Data-01 = Agoraphobie&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Agoraphobie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Platzangst&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man eine bestimmte Form der [[Angststörung]]. Dabei wird die Angst durch bestimmte Orte und Situationen wie weite Plätze, geschlossene öffentliche Räume, in einer Schlange stehen, in einer Menschenmenge sein, von zu Hause entfernt sein oder die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Lang |Titel=Agoraphobie |Sammelwerk=Handbuch Klinische Psychologie |Verlag=Springer |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2020 |ISBN=978-3-662-45995-9 |DOI=10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Seiten=1–13 |Online=doi.org/10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ausgelöst. Die Betroffenen vermeiden die auslösenden Situationen und können im Extremfall nicht mehr die eigene Wohnung verlassen. Eine Agoraphobie liegt auch dann vor, wenn Menschen angstbedingt weite Plätze oder das Reisen allein oder generell meiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allen diesen Situationen ist eine Angst vor einem Kontrollverlust gemeinsam.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Hinterhuber: &amp;#039;&amp;#039;Ethik in der Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; In: H-J. Möller, G. Laux, H-P. Kapfhammer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; 4. erw. und vollständig neu bearbeitete Auflage. Springer, Berlin 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Betroffenen befürchten dann etwa, dass sie im Falle einer Panik oder bedrohlicher Körperzustände, wie beispielsweise Schwindel oder Herzrasen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Lang |Titel=Agoraphobie |Sammelwerk=Handbuch Klinische Psychologie |Verlag=Springer |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2020 |ISBN=978-3-662-45995-9 |DOI=10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Seiten=1–13 |Online=doi.org/10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht schnell genug flüchten könnten, Hilfe nicht schnell genug verfügbar wäre oder sie in peinliche Situationen geraten könnten. Die Agoraphobie tritt häufig zusammen mit einer [[Panikstörung]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Phobie.&amp;#039;&amp;#039; In: Werner D. Fröhlich: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch Psychologie.&amp;#039;&amp;#039; 26. Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2008, ISBN 978-3-423-34231-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Begriff ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Agoraphobie&amp;#039;&amp;#039; ist ein zusammengesetzter Begriff aus den [[Altgriechische Sprache|altgriechischen]] Wörtern {{lang|grc|ἀγορά|[[Agora|agorá]]}} („Marktplatz“) und {{lang|grc|φόβος|phóbos}} („[[Furcht]]“). Unter dieser Bezeichnung wurde sie 1871 von dem Berliner Neurologen und Psychiater [[Carl Westphal (Mediziner)|Carl Westphal]] beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mathews&amp;quot;&amp;gt;Andrew Mathews, Michael G. Gelder, Derek W. Johnston: &amp;#039;&amp;#039;Agoraphobie&amp;#039;&amp;#039;. Springer, London 1988.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seltener wird synonym auch von &amp;#039;&amp;#039;multipler Situationsphobie&amp;#039;&amp;#039; gesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Michael Zaudig]] u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Therapielexikon Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie |Verlag=Springer |Ort=Berlin |Datum=2006 |ISBN=978-3-540-30986-4 |Seiten=23 |Online={{Google Buch |BuchID=Q_gmBAAAQBAJ |Seite=23}}}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angst vor weiten Plätzen wird in der Psychologie &amp;#039;&amp;#039;Platzangst&amp;#039;&amp;#039; genannt. Dieser Fachbegriff wird in der Umgangssprache jedoch für den gegenteiligen Angstzustand verwendet, nämlich die [[Klaustrophobie]] (Angst vor engen Räumen). Die Klaustrophobie wird in der Fachsprache wiederum als &amp;#039;&amp;#039;Raumangst&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet (isolierte Phobie gemäß der Norm ICD-10 F40.2).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symptome ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hauptmerkmal der Agoraphobie ist eine starke Angst vor bestimmten Orten oder Reisen, die objektiv keine über das normale [[Lebensrisiko]] hinausgehenden Gefahren bergen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Mathews&amp;quot; /&amp;gt; Diese Angst entzieht sich der willentlichen Steuerung und kann auch durch rationale Argumente nicht beseitigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Eugen Bleuler: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 1983.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Betroffenen zeigen in der Regel ein starkes [[Vermeidungsverhalten]], mit dem sie [[Panikattacke]]n zu verhindern suchen, tatsächlich aber die Angst gerade durch das Vermeiden aufrechterhalten. Die Angst kann sich darauf beschränken, keine öffentlichen Plätze oder Geschäfte mehr zu betreten, speziell um Menschenansammlungen zu meiden. Zudem kann Agoraphobie mit und ohne Panikstörungen auftreten. Patienten mit Panikstörungen vermeiden agoraphobische Situationen, da sie Angst vor erneuten Panikattacken haben. Bei Betroffenen ohne Panikstörungen ist die Angst an spezifische Situationen gebunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Lang |Titel=Agoraphobie |Sammelwerk=Handbuch Klinische Psychologie |Verlag=Springer Berlin Heidelberg |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2023 |ISBN=978-3-662-45995-9 |DOI=10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Seiten=1–13 |Online=https://link.springer.com/10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ausgeprägteren Fällen benötigen Betroffene eine Begleitperson, um den Alltag bewältigen zu können,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Siegfried Kasper, Hans-Peter Volz |Titel=Psychiatrie und Psychotherapie compact |Auflage=3 |Verlag=Georg Thieme Verlag KG |Ort=Stuttgart |Datum=2014 |ISBN=978-3-13-125113-8}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wenn die Angst bereits in der Wohnung einsetzt und sie nicht mehr ohne Hilfe verlassen werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Gökce Ipeklioglu: &amp;#039;&amp;#039;Panikstörung und Agoraphobie.&amp;#039;&amp;#039; Norderstedt 2000.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Begleitperson wurde in der [[Psychoanalyse]] unter anderem von [[Karl König (Mediziner, 1931)|Karl König]] das Wort vom „steuernden Objekt“ geprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Karl König (Psychoanalytiker)|Karl König]] |Titel=Angst und Persönlichkeit. Das Konzept vom steuernden Objekt und seine Anwendungen |Auflage=4 |Verlag=Vandenhoeck und Ruprecht |Ort=Göttingen |Datum=1993 |ISBN=3-525-45656-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose und Klassifikation ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste diagnostische Schritt ist, zu klären, ob die Agoraphobie bei einem betroffenen Patienten als eigenständiges Krankheitsbild besteht oder ein Symptom einer anderen, zugrundeliegenden psychischen oder organischen Erkrankung ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Facharztwissen Psychiatrie und Psychotherapie.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher wurde der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Agoraphobie&amp;#039;&amp;#039; ausschließlich für die Angst vor großen öffentlichen Plätzen verwendet. Inzwischen umfasst er auch die Angst vor anderen Situationen, sodass laut [[Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme|ICD-10]] mindestens zwei der folgenden Angstauslöser nachweisbar sein müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Menschenmengen&lt;br /&gt;
* öffentliche Plätze&lt;br /&gt;
* Reisen mit weiter Entfernung von zu Hause&lt;br /&gt;
* Reisen alleine&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte international gültige ICD-10 2006 unterscheidet nicht nach Vorhandensein oder Fehlen von Panikattacken. In der nur in Deutschland gültigen ICD-10 2010 GM &amp;#039;&amp;#039;(German Modification)&amp;#039;&amp;#039; wird das Auftreten oder Fehlen von Panikattacken innerhalb der Diagnose Agoraphobie (F40.0) spezifiziert. Die Agoraphobie wird als übergeordnet angenommen und kann ohne Angabe einer Panikstörung (F40.00) bzw. mit Panikstörung (F40.01) klassifiziert werden. Demgegenüber ist die Agoraphobie im DSM-IV (1994) der Panikstörung untergeordnet. Die Panikstörung ist primär und kann mit oder ohne Agoraphobie spezifiziert werden. Die Diagnose „Agoraphobie“ ohne Panikstörung in der Vorgeschichte besteht separat. Seit dem [[DSM-5]] (2013, revidiert 2022) kann die Agoraphobie als eigenständige Diagnose vergeben werden. Es müssen dabei ausprägte Furcht oder Angst in zwei (oder mehr) der folgenden Situationen auftreten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Öffentliche Verkehrsmittel&lt;br /&gt;
* öffentliche Plätze&lt;br /&gt;
* geschlossene öffentliche Räume&lt;br /&gt;
* in einer Schlange oder Menschenmenge sein&lt;br /&gt;
* alleine außer Haus sein&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Lang |Titel=Agoraphobie |Sammelwerk=Handbuch Klinische Psychologie |Verlag=Springer Berlin Heidelberg |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2023 |ISBN=978-3-662-45995-9 |DOI=10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Seiten=1–13 |Online=https://link.springer.com/10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ICD-10 subsumiert auch die &amp;#039;&amp;#039;Ochlophobie&amp;#039;&amp;#039; (von griech.: ochlos = „Menschenmenge“ und phobos =„Furcht, Angst“), die &amp;#039;&amp;#039;Enochlophobie&amp;#039;&amp;#039; (griechisch en-, „innerhalb“) und die &amp;#039;&amp;#039;Demophobie&amp;#039;&amp;#039; (griechisch: demos = „Volk“) unter Agoraphobie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Sicherung der Diagnose werden verschiedene Verfahren eingesetzt, wie zum Beispiel klinische Interviews oder Diagnosechecklisten, die prüfen, ob die diagnostischen Kriterien der Störung erfüllt sind. Zudem gibt es Fremd- und Selbstbeurteilungsinstrumente, wie zum Beispiel die Panik- und Agoraphobieskala, die alle Panik- und Agoraphobiesymptomatiken erhebt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Lang |Titel=Agoraphobie |Sammelwerk=Handbuch Klinische Psychologie |Verlag=Springer Berlin Heidelberg |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2023 |ISBN=978-3-662-45995-9 |DOI=10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Seiten=1–13 |Online=https://link.springer.com/10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Häufigkeit ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer Untersuchung von 2006 wurde bei 0,61 % einer Studienpopulation von 12.792 (55-jährig oder älter) eine Agoraphobie nachgewiesen. Damit war die Häufigkeit der Störung hier geringer, als sonst berichtet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;L. McCabe, J. Cairney, S. Veldhuizen, N. Herrmann, D. L. Streiner: &amp;#039;&amp;#039;Prevalence and correlates of agoraphobia in older adults.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;American Journal of Geriatric Psychiatry.&amp;#039;&amp;#039; Juni 2006; 14(6), S. 515–522.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anhand der „National Comorbidity Survey Replication“-Erhebung in den USA wurden ebenfalls 2006 Zahlen zur Beziehung zwischen Agoraphobie, Panikattacken und einer [[Panikstörung]] (nach der Definition des DSM-IV) veröffentlicht. Demnach betrug die [[Lebenszeitprävalenz]] bei 9282 Untersuchten, die mindestens 18 Jahre alt waren, in den möglichen Kombinationen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 22,7 % für isolierte Panikattacken&lt;br /&gt;
* 0,8 % für Panikattacken in Kombination mit Agoraphobie&lt;br /&gt;
* 3,7 % für Panikstörung ohne Agoraphobie&lt;br /&gt;
* 1,1 % für Panikstörung mit Agoraphobie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es konnte gezeigt werden, dass es von der 1. bis zur 4. Gruppe zu einem durchgehenden Ansteigen der einzelnen untersuchten Merkmale wie Anhalten der Beschwerden, Anzahl der Attacken, Anzahl der Krankheitsjahre, Schweregrad der einzelnen Episoden und [[Komorbidität|Begleitkrankheiten]] kam.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ronald C. Kessler, Wai Tat Chiu, Robert Jin, Ayelet Meron Ruscio, Katherine Shear |Titel=The Epidemiology of Panic Attacks, Panic Disorder, and Agoraphobia in the National Comorbidity Survey Replication |Sammelwerk=Archives of General Psychiatry |Band=63 |Nummer=4 |Datum=2006-04-01 |ISSN=0003-990X |Seiten=415 |Online=http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?doi=10.1001/archpsyc.63.4.415 |Abruf=2021-03-21 |DOI=10.1001/archpsyc.63.4.415 |PMC=1958997 |PMID=16585471}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2005 untersuchten Kikuchi et al. von der [[Universität Kanazawa]] in Japan 233 ambulante Patienten mit Panikstörung (99 Männer, 134 Frauen), davon 63 ohne und 170 mit Agoraphobie. Letztere Gruppe wies dabei im Schnitt eine länger bestehende Panikstörung und eine höhere Prävalenz einer [[Generalisierte Angststörung|generalisierten Angststörung]] auf. Keine Unterschiede gab es bzgl. ausgeprägter depressiver Episoden, Schweregrad der einzelnen Panikattacken oder Verteilung der Geschlechter. Weiter zeigte sich, dass bei knapp über 40 % derjenigen Studienteilnehmer, die eine Panikstörung entwickelt hatten, innerhalb von 24 Wochen auch eine Agoraphobie auftrat und sich auch diese Gruppe nicht bzgl. Alter oder Geschlecht unterschied.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mitsuru Kikuchi, Ryutarou Komuro, Hiroshi Oka, Tomokazu Kidani, Akira Hanaoka |Titel=Panic disorder with and without agoraphobia: comorbidity within a half-year of the onset of panic disorder |Sammelwerk=Psychiatry and Clinical Neurosciences |Band=59 |Nummer=6 |Datum=2005 |ISSN=1440-1819 |Seiten=639–643 |Online=https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1440-1819.2005.01430.x |Abruf=2021-03-21 |DOI=10.1111/j.1440-1819.2005.01430.x}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Agoraphobie mit Panikstörungen, die keinen Geschlechterunterschied aufweist, sind von der Agoraphobie ohne Panikstörungen Frauen dreimal häufiger betroffen als Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.hogrefe.com/de/shop/expositionsbasierte-therapie-der-panikstoerung-mit-agoraphobie-87369.html |titel=Expositionsbasierte Therapie der Panikstörung mit Agoraphobie - 63/2018 - Ein Behandlungsmanual {{!}} Hogrefe |sprache=de |abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Lang |Titel=Agoraphobie |Sammelwerk=Handbuch Klinische Psychologie |Verlag=Springer Berlin Heidelberg |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2023 |ISBN=978-3-662-45995-9 |DOI=10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Seiten=1–13 |Online=https://link.springer.com/10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Ursache muss immer auch eine eventuelle Traumatisierung in Betracht gezogen werden. Die Agoraphobie wird zu den möglichen psychischen Störungen gezählt, die sich zusätzlich zu den klassischen Symptomen der [[PTBS|Posttraumatischen Belastungsstörung]] (PTBS) und auch zu den Symptomen der Komplexen PTBS entwickeln können ([[Komorbidität]]).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willi Butollo]] u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Kreativität und Destruktion posttraumatischer Bewältigung. Forschungsergebnisse und Thesen zum Leben nach dem Trauma&amp;#039;&amp;#039;. 2., erw. Auflage. Stuttgart 2003, S.&amp;amp;nbsp;61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Agoraphobie tritt häufig mit anderen psychischen Störungen auf. Über 90 % der Betroffenen mit Panikstörungen weisen noch eine weitere Angststörung auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ronald C. Kessler, Wai Tat Chiu, Robert Jin, Ayelet Meron Ruscio, Katherine Shear, Ellen E. Walters |Titel=The Epidemiology of Panic Attacks, Panic Disorder, and Agoraphobia in the National Comorbidity Survey Replication |Sammelwerk=Archives of General Psychiatry |Band=63 |Nummer=4 |Datum=2006-04-01 |ISSN=0003-990X |DOI=10.1001/archpsyc.63.4.415 |Seiten=415 |Online=http://archpsyc.jamanetwork.com/article.aspx?doi=10.1001/archpsyc.63.4.415 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Lang |Titel=Agoraphobie |Sammelwerk=Handbuch Klinische Psychologie |Verlag=Springer Berlin Heidelberg |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2023 |ISBN=978-3-662-45995-9 |DOI=10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Seiten=1–13 |Online=https://link.springer.com/10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Behandlung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist die Agoraphobie Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung, wird vor allem diese entsprechend behandelt. Liegt eine Agoraphobie als eigenständige Störung vor, gehören sowohl psychotherapeutische Maßnahmen als auch Psychopharmaka zur Standardbehandlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Psychotherapie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gesprächstherapien sind bei der reinen Agoraphobie wenig wirksam. Eine bewährte Behandlung der Agoraphobie ist die [[Konfrontationstherapie|Expositionstherapie]], die im Rahmen einer [[Verhaltenstherapie]] durchgeführt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Nina Heinrichs, Georg W Alpers, Alexander L. Gerlach: &amp;#039;&amp;#039;Evidenzbasierte Leitlinie zur Psychotherapie der Panikstörung und Agoraphobie.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei begeben sich der Betroffene und sein Therapeut an den jeweiligen Ort, der Angst auslöst und daher vermieden wird. Mit Hilfe des Therapeuten stellt sich der Betroffene seinen Ängsten und lässt sie in voller Stärke zu, um erleben zu können, dass die Angst unbegründet ist und mit der Zeit ganz von allein nachlässt. Der Therapeut unterstützt den Patienten darin, die Situation aufzusuchen, in der Situation zu bleiben und keine Vermeidungsstrategien anzuwenden. Vermeidungsverhalten kann die Angst zwar kurzfristig lindern, führt jedoch langfristig zur Aufrechterhaltung der Angst.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sigrun Schmidt-Traub]]: &amp;#039;&amp;#039;Angst bewältigen: Selbsthilfe bei Panik und Agoraphobie.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Faust: &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrie – Ein Lehrbuch für Klinik, Praxis und Beratung.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-437-00759-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt mindestens zwei Arten der [[Konfrontationstherapie|Konfrontations-Therapie]]. Einerseits die [[Systematische Desensibilisierung]], die schrittweise erfolgt. Andererseits gibt es auch noch das sogenannte „[[Flooding (Psychotherapie)|Flooding]]“, bei dem der Klient sich einer besonders angstauslösenden Situation sofort stellt. Erzwungenes Flooding, dem der [[Klient]] nicht freiwillig zustimmt, kann jedoch die gegenteilige Wirkung haben und das Problem verschlimmern.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Lang, Sylvia Helbig-Lang, Dorte Westphal: &amp;#039;&amp;#039;Expositionsbasierte Therapie der Panikstörung mit Agoraphobie: Ein Behandlungsmanual.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Coping-Strategien ===&lt;br /&gt;
Bei Betroffenen mit Agoraphobie ohne Panikstörungen können [[Bewältigungsstrategie|Coping-Strategien]] helfen das Kontrollerleben zu stärken und die Symptome zu lindern. Als Coping-Strategien werden häufig Entspannungsverfahren und Atemtechniken eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Lang |Titel=Agoraphobie |Sammelwerk=Handbuch Klinische Psychologie |Verlag=Springer Berlin Heidelberg |Ort=Berlin, Heidelberg |Datum=2023 |ISBN=978-3-662-45995-9 |DOI=10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Seiten=1–13 |Online=https://link.springer.com/10.1007/978-3-662-45995-9_6-1 |Abruf=2024-06-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Kombination aus Coping-Strategien und Psychotherapie ist für eine schnellere Wirksamkeit empfehlenswert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Medikamente ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Agoraphobie kann, wie andere [[Angststörung|Angsterkrankungen]] auch, medikamentös behandelt werden. In der Regel wirken diese Arzneimittel jedoch nicht heilend, sondern lindern nur die Symptome, solange man sie einnimmt. Zum Einsatz kommen dabei vor allem [[Anxiolytikum|Anxiolytika]], [[Trizyklische Antidepressiva]] und [[Serotonin-Wiederaufnahmehemmer|Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer]]. Der Einsatz von [[Benzodiazepine]]n wird im Dauergebrauch kritisch beurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;T. Poehlke: &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage. 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft: &amp;#039;&amp;#039;Evidenzbasierte Therapie-Leitlinien.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Köln 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Elze: [http://dr-elze.com/agoraphobie &amp;#039;&amp;#039;Agoraphobie&amp;#039;&amp;#039;.] dr-elze.com; abgerufen am 7. Mai 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Agoraphobia.&amp;#039;&amp;#039; In: Rosalyn Deutsche: &amp;#039;&amp;#039;Evictions – Art and spatial politics.&amp;#039;&amp;#039; Massachusetts Institute of Technology Press, 1996, ISBN 0-262-04158-8, S. 269.&lt;br /&gt;
* Kathleen A. Brehony: &amp;#039;&amp;#039;Women and agoraphobia.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The stereotyping of women.&amp;#039;&amp;#039; New York 1983.&lt;br /&gt;
* [[Sigmund Freud]]: &amp;#039;&amp;#039;Hemmung, Symptom und Angst.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Freud: Studienausgabe.&amp;#039;&amp;#039; Band 6: &amp;#039;&amp;#039;Hysterie und Angst.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1970, S. 253 und 284.&lt;br /&gt;
* Gerda Lazarus-Mainka, Stefanie Siebeneick: &amp;#039;&amp;#039;Angst und Ängstlichkeit&amp;#039;&amp;#039;. Hogrefe, Göttingen 2000, ISBN 3-8017-0969-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Pschyrembel (Medizinisches Wörterbuch)|Pschyrembel]] – Klinisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039; 261. Auflage. Walter de Gruyter, S. 32.&lt;br /&gt;
* [[Heinz-Peter Schmiedebach]]: &amp;#039;&amp;#039;Agoraphobie.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 17 f.&lt;br /&gt;
* Silvia Schneider, Jürgen Margraf: &amp;#039;&amp;#039;Agoraphobie und Panikstörung.&amp;#039;&amp;#039; Hogrefe, Göttingen 1998, ISBN 3-8017-1011-4 (= &amp;#039;&amp;#039;Fortschritte der Psychotherapie&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* Thomas Lang: &amp;#039;&amp;#039;Agoraphobie. In: Handbuch Klinische Psychologie&amp;#039;&amp;#039;. Springer, Berlin, Heidelberg 2020, ISBN 978-3-662-45995-9, S. 1–13, [[doi:10.1007/978-3-662-45995-9_6-1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Phobische Störung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gripweed</name></author>
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