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	<title>Agenturkosten - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Agenturkosten&amp;diff=282289&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Berita: /* Literatur */</title>
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		<updated>2026-04-01T06:41:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Agenturkosten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind in der [[Neue Institutionenökonomik|neuen Institutionenökonomik]] alle [[Kosten]], die im Rahmen einer [[Prinzipal-Agent-Theorie|Prinzipal-Agent-Beziehung]] entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Die [[Prinzipal-Agent-Theorie]] untersucht die Beziehung zwischen Prinzipal und Agent unter der Bedingung [[asymmetrische Information|ungleich verteilter Informationen]] und divergierender [[Ziel]]e unter Berücksichtigung von [[Unsicherheit]] und [[Risikoneigung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Organisationstheorien/rHsiEAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=agenturkosten&amp;amp;pg=PA211&amp;amp;printsec=frontcover Alfred Kieser/Mark Ebers, &amp;#039;&amp;#039;Organisationstheorien&amp;#039;&amp;#039;, 2019, S. 208]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Prinzipal-Agent-Beziehung entsteht, wenn zwischen dem Prinzipal ([[Auftraggeber]]) und dem Agenten ([[Auftragnehmer]]) ein [[Vertrag]] geschlossen wird, bei dem der Agent einen [[Wissensvorsprung]] besitzt, so dass zwischen beiden eine [[Informationsasymmetrie]] besteht, die für den Prinzipal nicht wünschenswert ist. Zudem verfolgen beide [[Wirtschaftssubjekt]]e unterschiedliche Ziele ([[Unternehmensziel]], [[persönliches Ziel]], [[Staatsziel]]). Prinzipal-Agent-Beziehungen sind dadurch definiert, dass ein Wirtschaftssubjekt (der Prinzipal; [[Unternehmen]], [[Privatperson]]en, der [[Staat]]) ein anderes (den Agenten) engagiert, damit dieses im Interesse des Prinzipals bestimmte Aufgaben wahrnimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michael Jensen (Ökonom)|Michael Jensen]]/William H. Meckling, &amp;#039;&amp;#039;Theory of the Firm: Managerial Behavior, Agency Costs and Ownership Structure&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Financial Economics, 3 (4), 1976, S. 308&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agenturkosten entstehen, wenn von einem vollständigen, idealen Vertrag durch einen [[unvollständiger Vertrag|unvollständigen Vertrag]] abgewichen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Dietrich_Mass_Customization/2DmiS42xuKYC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=agenturkosten&amp;amp;pg=PA113&amp;amp;printsec=frontcover Andreas J. Dietrich, &amp;#039;&amp;#039;Informationssysteme für Mass Customization&amp;#039;&amp;#039;, 2007,  S. 113]&amp;lt;/ref&amp;gt; Agenturkosten entstehen dabei sowohl für den Prinzipal als auch beim Agenten, wenn diese (auch nachträglich) den Versuch unternehmen, die Informationsasymmetrie zu ihren Gunsten zu beseitigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten ==&lt;br /&gt;
Unterschieden werden drei Arten von Agenturkosten:&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Jensen/William H. Meckling, &amp;#039;&amp;#039;Theory of the Firm: Managerial Behavior, Agency Costs and Ownership Structure&amp;#039;&amp;#039;, in: Journal of Financial Economics, 3 (4), 1976, S. 308&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Steuerungs- und Kontrollkosten&amp;#039;&amp;#039; entstehen dem Prinzipal daraus, dass er versuchen muss, die Leistungserbringung des Agenten zu steuern bzw. zu überwachen. Dazu gehören unter anderem die Kosten des Vertragsabschlusses (etwa [[Anwaltsgebühr]]en), Kosten der [[Anreiz]]gestaltung oder [[Risikoprämie]]n. Der Prinzipal muss beobachten können, dass seine Anweisungen vom Agenten befolgt werden.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Garantiekosten&amp;#039;&amp;#039; entstehen dem Agenten dadurch, dass er den Prinzipal davon überzeugen muss, dass er ihn während der Vertragslaufzeit nicht [[Opportunismus|opportunistisch]] ausnutzen wird. Hierzu gehören unter anderem Kosten der [[Selbstkontrolle]], Kosten der [[Rechenschaft]]slegung, [[Anschaffungskosten|Beschaffungskosten]] von [[Information]]en über den Prinzipal und Kosten für [[Schadensersatz]]verpflichtungen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Residualkosten&amp;#039;&amp;#039; entstehen dem Prinzipal dadurch, dass der Agent bei seiner Leistungserbringung das – theoretisch berechenbare – [[Nutzenmaximierung|Nutzenmaximum]] des Prinzipals verfehlt. Sie stellen die Differenz zwischen dem möglichen Nutzenmaximum des Prinzipals und seinem tatsächlich erzielten [[Nutzen (Wirtschaft)|Nutzen]] dar.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Prinzipale_Agenten_und_Macht/OT7fX0DPBLUC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=agenturkosten&amp;amp;pg=PA22&amp;amp;printsec=frontcover Nicole J. Saam, &amp;#039;&amp;#039;Prinzipale, Agenten und Macht&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 55]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
Bei der [[Kredit]]gewährung durch [[Kreditinstitut]]e sind diese als [[Kreditgeber]] der Prinzipal, der [[Kreditnehmer]] ist der Agent.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Der_Kreditvertrag_als_Instrument_zur_L%C3%B6/NCatBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Kreditgeber+Prinzipal&amp;amp;printsec=frontcover Eva Terberger, &amp;#039;&amp;#039;Der Kreditvertrag als Instrument zur Lösung von Anreizproblemen: Fremdfinanzierung als Principal/Agent-Beziehung&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 41/45]&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwischen beiden besteht im Regelfall eine Informationsasymmetrie, denn der Kreditnehmer könnte (negative) Informationen zurückhalten, die seinem [[Gläubiger]] für die Beurteilung der [[Kreditwürdigkeit]] ([[Kreditrisiko]]) von Bedeutung sein könnten. Sie werden zurückgehalten, um eine Ablehnung des [[Kreditantrag]]s zu verhindern. Im [[Kreditvertrag]] versuchen die Institute eine [[Disziplinierung]] ihrer [[Schuldner]] etwa durch [[Eigenfinanzierung|Eigenkapitalbeitrag]] des Kreditnehmers, eine höhere [[Marge]] in den [[Kreditzins]]en, [[Covenants]] (wie die Bestellung von [[Kreditsicherheit]]en), Verbesserung der Informationslage (jährliche Einreichung von [[Bilanz]]en, [[Steuerbescheid]]en usw.) oder [[Kreditkündigung]] (bei unrichtigen Angaben im Kreditantrag oder [[wesentliche Verschlechterung der Vermögensverhältnisse|wesentlicher Verschlechterung der Vermögensverhältnisse]]). Zur Verminderung der Informationsasymmetrie schreibt {{§|18|kredwg|juris}} [[Kreditwesengesetz|KWG]] die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Versicherungswesen]] gibt es vergleichbare Informationsasymmetrien. [[Versicherungsunternehmen]] verlangen gemäß {{§|19|vvg_2008|juris}} Abs. 1 [[Versicherungsvertragsgesetz (Deutschland)|VVG]] bis zum Abschluss des [[Versicherungsvertrag]]s eine [[Anzeigepflicht]] über die dem [[Versicherungsnehmer]] bekannten [[Gefahr]]umstände; nach Abschluss des Versicherungsvertrags kann durch [[Selbstbeteiligung]] und [[Versicherungsprämie]]n oder bei der [[Lebensversicherung|Lebens-]] oder [[Krankenversicherung]] durch [[Attest]]/[[Gesundheitszeugnis]] und Versicherungsprämien das Risiko der Asymmetrie vermindert werden. Bei Großrisiken können gemäß {{§|65|vvg_2008|juris}} VVG, {{§|210|vvg_2008|juris}} VVG einzelne Bestimmungen des VVG abdingbar sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Marlow/Udo Spuhl, &amp;#039;&amp;#039;Das neue VVG kompakt&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 621; ISBN 978-3-89952-397-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreditinstitute und Versicherer müssen zwischen der &amp;#039;&amp;#039;vorvertraglichen&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;nachvertraglichen&amp;#039;&amp;#039; Asymmetrie unterscheiden. Eine Rolle spielen sowohl objektive Aspekte des Kredit- und Versicherungsvertrages ({{enS|[[hidden characteristics]]}}) als auch das für die Vertragsdurchführung maßgebliche subjektive Verhalten der Kredit- und Versicherungsnehmer ({{enS|[[hidden action]]}}). In der [[Fachliteratur]] wird der erste Fall gewöhnlich über die [[adverse Selektion]], letzterer als [[Moral Hazard]] behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=2jKVakNRPgkC&amp;amp;pg=PA1065&amp;amp;dq=Asymmetrische+Information+versicherung&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwinncvvrcvjAhVCKewKHeh1Bf0Q6AEIRzAF#v=onepage&amp;amp;q=Asymmetrische%20Information%20versicherung&amp;amp;f=false Martin Hellwig, &amp;#039;&amp;#039;Versicherungsmärkte mit unvollständiger Information&amp;#039;&amp;#039;, in: Dieter Farny u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.), Handwörterbuch der Versicherung HdV, 1988, S. 1065]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agenturkosten sind in diesen Fällen insbesondere die [[Informationskosten]] der [[Informationsbedarf|Informationsbeschaffung]], wenn Banken und Versicherungen sich Auskünfte von Dritten ([[Auskunftei]]en, [[Ratingagentur]]en) besorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Agenturkosten dienen vor allem dazu, die Effizienz der [[Vertragspartner]] und [[Vertragsgestaltung]] zu bestimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Kieser/Mark Ebers, &amp;#039;&amp;#039;Organisationstheorien&amp;#039;&amp;#039;, 2019, S. 256&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch eine optimale Vertragsgestaltung können Agenturkosten minimiert werden, im [[Optimum|Idealfall]] sind sie beim [[Pareto-Optimum]] gleich Null.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicole J. Saam, &amp;#039;&amp;#039;Prinzipale, Agenten und Macht&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Pareto-Optimum ist erreicht, wenn der Nutzen der einen Vertragspartei nicht mehr erhöht werden kann, ohne dass sich der Nutzen der anderen Vertragspartei vermindert.&amp;lt;ref&amp;gt;Eva Terberger, &amp;#039;&amp;#039;Der Kreditvertrag als Instrument zur Lösung von Anreizproblemen: Fremdfinanzierung als Principal/Agent-Beziehung&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 41&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies ist jedoch lediglich bei [[Vollständige Information|vollständiger Information]] möglich, bei der aber keine Prinzipal-Agent-Beziehung besteht.&amp;lt;ref&amp;gt;Steven A Ross, &amp;#039;&amp;#039;The Economic Theory of Agency: The Principal&amp;#039;s Problem&amp;#039;&amp;#039;, in: American Economic Review 63 (2), 1973, S. 138&amp;lt;/ref&amp;gt; Anreizsysteme beteiligen den Agenten am [[Ertrag]], sind jedoch mit Agenturkosten verbunden, so dass ein [[Trade-off]] zwischen den Agenturkosten und dem [[Produktivität]]szuwachs durch verbesserte Anreizwirkung zu berücksichtigen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicole J. Saam, &amp;#039;&amp;#039;Prinzipale, Agenten und Macht&amp;#039;&amp;#039;, 2002, S. 31&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Informationsökonomik]] hebt eine der zentralen [[Hypothese]]n der [[Allgemeines Gleichgewichtsmodell|allgemeinen Gleichgewichtstheorie]] auf – die Annahme der symmetrisch zwischen den [[Marktteilnehmer]]n verteilten Information – und ersetzt sie durch eine asymmetrische Informationsverteilung.&amp;lt;ref&amp;gt;Eva Terberger, &amp;#039;&amp;#039;Der Kreditvertrag als Instrument zur Lösung von Anreizproblemen&amp;#039;&amp;#039;, 1987, S. 7&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Moral Hazard entsteht aus dem Anreiz jeder Vertragspartei, im Eigeninteresse zu handeln und unter Umständen gegen die Interessen der anderen Partei zu verstoßen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Kenneth J. Arrow]], &amp;#039;&amp;#039;Uncertainty and the Welfare Economics of Medical Care&amp;#039;&amp;#039;, in: American Economic Review 53, 1963, S. 941–973&amp;lt;/ref&amp;gt; Adverse Selektion behandelt die Verdrängung vorteilhafter Geschäfte vom Markt, wenn [[heterogenes Gut|heterogene Güter]] mit durchschnittlichen [[Marktpreis]]en bei asymmetrischer Informationsverteilung angeboten werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[George A. Akerlof]], &amp;#039;&amp;#039;[[The Market for Lemons]]: Quality Uncertainty and the Market Mechanism&amp;#039;&amp;#039;, in: Quarterly Journal of Economics 84, 1970, S. 488–500&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Joachim A. Paul|Joachim Paul]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre&amp;#039;&amp;#039;, Gabler, 1. Auflage, 2006, ISBN 3-8349-0336-1, Seite 54/55 (darin weitere Referenzen, u. a. [[Arnold Picot]] / [[Helmut M. Dietl|Helmut Dietl]] / Egon Franck)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neue Institutionenökonomik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[fr:Théorie de l&amp;#039;agence]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Berita</name></author>
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