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	<title>Agar - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Agar&amp;diff=14555&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Docosanus: /* In den Lebenswissenschaften */ + Rotlink:  Journal of Bacteriology (Artikel in Vorbereitung)</title>
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		<updated>2025-08-20T12:38:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;In den Lebenswissenschaften: &lt;/span&gt; + Rotlink:  Journal of Bacteriology (Artikel in Vorbereitung)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Agar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (aus dem Indonesischen/[[Malaiische Sprache|Malaiischen]]), auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Agar-Agar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Agartang&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kanten&amp;#039;&amp;#039; ({{jaS|寒天}}) oder auch &amp;#039;&amp;#039;Chinesische&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Japanische [[Gelatine]]&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist ein [[Galactose]]-[[Polymer]] (ein [[Polysaccharide|Polysaccharid]]), das [[Gelee|Gallerte]] bilden kann. Die Grundeinheiten des Agars sind [[Agarose]] und sulfatiertes [[Agaropektin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agar wird aus den [[Zellwand|Zellwänden]] einiger [[Algen]]arten (vor allem [[Rotalgen]], wie &amp;#039;&amp;#039;[[Gracilaria]]&amp;#039;&amp;#039;-, &amp;#039;&amp;#039;[[Gelidiopsis]]&amp;#039;&amp;#039;-, &amp;#039;&amp;#039;[[Gelidium]]&amp;#039;&amp;#039;-, &amp;#039;&amp;#039;[[Hypnea]]&amp;#039;&amp;#039;- und &amp;#039;&amp;#039;[[Sphaerococcus]]&amp;#039;&amp;#039;-Arten), hauptsächlich aus [[Ostasien]], hergestellt. Ähnlich ist „Funori“ aus verschiedenen Algen wie &amp;#039;&amp;#039;[[Gloiopeltis furcata]]&amp;#039;&amp;#039; oder [[Glutinleim|Stör-]] und Fischleim. Allerdings werden diese Klebstoffe im Gegensatz zu Agar nicht als Lebensmittel verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Agar ist geschmacksneutral und für die meisten Mikroorganismen unverdaulich. Es ist ein sehr gutes und thermisch relativ stabiles [[Geliermittel]]. Schon eine Konzentration von 1&amp;amp;nbsp;g/kg, aufgelöst in heißem Wasser, reicht für ein elastisches, ausreichend mechanisch stabiles, aber nicht zu festes [[Gel]]. Ein halber Teelöffel ist in Bezug auf die Gelierfähigkeit damit etwa so wirksam wie vier Blatt [[Gelatine]]. Ein Agar-Nährmedium erstarrt zwar bei Abkühlung unter etwa 45&amp;amp;nbsp;°C, wird aber erst bei Erhitzung über 95&amp;amp;nbsp;°C flüssig.&lt;br /&gt;
Das Agar-Gel hat eine sehr dünne Schicht wässriger Flüssigkeit an der Oberfläche (durch [[Synärese (Physik)|Synärese]] gebildet).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Agar Plate.jpg|mini|Agarplatten in [[Petrischale]]n als [[Nährmedium|Nährboden]] für die Mikrobiologie]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Physcomitrella growing on agar plates.jpg|mini|[[Mikroorganismenkultur#Reinkultur|Reinkultur]] der Pflanze &amp;#039;&amp;#039;[[Physcomitrella patens]]&amp;#039;&amp;#039; auf einer Agarplatte (in einer [[Petrischale]], 9&amp;amp;nbsp;cm Durchmesser)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In Lebensmitteln ===&lt;br /&gt;
Agar wird als [[Verdickungsmittel]] in Suppen, für Süßwaren und Eiscreme eingesetzt. In der EU ist es als [[Lebensmittelzusatzstoff]] unter Nummer &amp;#039;&amp;#039;E 406&amp;#039;&amp;#039; zugelassen. Aufgrund des verhältnismäßig hohen Preises wird es jedoch relativ selten eingesetzt. Im Haushalt kann es als [[Veganismus|veganer]] Ersatz für [[Gelatine]] verwendet werden. Da [[Synärese (Physik)|Synärese]] dabei in der Regel ausgesprochen unerwünscht ist, empfiehlt sich die Zugabe von [[Johannisbrotkernmehl]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Wüstenberg, T. |Titel=General Overview of Food Hydrocolloids |Sammelwerk=Cellulose and Cellulose Derivatives in the Food Industry: Fundamentals and Applications |Verlag=Wiley-VCH Verlag GmbH &amp;amp; Co. KGaA |Ort=Weinheim |Datum=2014 |Seiten=4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Japan]] und China wird Agar seit dem 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert für die Zubereitung von Speisen eingesetzt, z. B. [[Tokoroten]]-Nudeln.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://himmlischesuessigkeiten.blogspot.de/2013/06/tokoroten.html Himmlische Süßigkeiten: Tokoroten] Rezept für Tokoroten, abgerufen am 20. Juli 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Südostasien ist es fester Bestandteil der Küche. Es wird regional zur Zubereitung vielfältiger Süßspeisen verwendet, weil Gelatine unbekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Lebenswissenschaften ===&lt;br /&gt;
Der [[deutsche]] Mikrobiologe [[Walther Hesse]] entdeckte 1881 die Vorteile von Agar als Geliermittel für Nährböden zur Kultur von Bakterien gegenüber denen mit [[Gelatine]]. Er veröffentlichte dies 1884.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Hesse: &amp;#039;&amp;#039;Über die quantitative Bestimmung der in der Luft enthaltenen Mikroorganismen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen aus dem [[Kaiserliches Gesundheitsamt|Kaiserlichen Gesundheitsamte]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2, 1884, S. 182–207.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;A. P. Hitchens, M. C. Leikind: &amp;#039;&amp;#039;The Introduction of Agar-agar into Bacteriology.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Bacteriology]].&amp;#039;&amp;#039; Band 37, Nr. 5, 1939, S. 485–493, PMID 16560221 [http://jb.asm.org/cgi/reprint/37/5/485.pdf PDF].&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vorschlag stammte von seiner Frau [[Fanny Angelina Hesse]], die Agar zur Herstellung von Fruchtgelee und Gemüsesülze verwendete. [[Robert Koch]], den Hesse unmittelbar von seiner Entdeckung informierte, verwendete flach-runde Glasschalen aus Unterteil und Deckel, sogenannte [[Petrischale]]n, und neben anderen Nährboden-Geliermitteln auch Agar-Agar.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gundolf Keil]]: &amp;#039;&amp;#039;Robert Koch (1843–1910). Ein Essai.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 73–109, hier: S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihm gelang daraufhin die Entdeckung des [[Tuberkelbazillus]], über die er am 24. März 1882 berichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Räschemeyer &amp;#039;&amp;#039;Frau Hesses Geheimrezept&amp;#039;&amp;#039; in mare No. 140, Juni/Juli 2020, S. 84 ff&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Mikrobiologie]] wird fast ausnahmslos Agar als Geliermittel für [[Nährmedium|Nährböden]] zur Kultur von [[Mikroorganismen]] verwendet. Agar-Gele sind gegenüber der zur Sterilisation üblichen hohen Temperatur beständiger als Gelatine-Gele, die zudem bei höheren Bebrütungstemperaturen flüssig werden. Agar-Gel wird bei 95&amp;amp;nbsp;°C flüssig, erstarrt aber beim Abkühlen erst wieder bei 45&amp;amp;nbsp;°C. So ist die Zugabe von thermolabilen Stoffen vor dem Gelieren möglich. Da einige Mikroorganismen Gelatine verflüssigen können, ist dies ein weiterer Grund für die Nutzung von Agar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die an der Gel-Oberfläche sich bildende dünne Schicht wässriger Flüssigkeit ([[Synärese (Physik)|Synärese]]) erleichtert ein Gleiten fester Gegenstände auf der Oberfläche. Hierdurch wird auch die gleichmäßige Verteilung von Material mit einem gebogenen Metall- oder Glasstab ([[Drigalskispatel|Spatel]]) oder einer [[Impföse]] aus Draht (meist Platin-Iridium-Draht) erleichtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Molekularbiologie]] wird Agarose als Matrix für die Auftrennung von Nukleinsäuren mittels [[Gelelektrophorese]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Agar in Gel-Form wird auch als Substrat für verschiedene Pflanzen zur Aufzucht in Laboren benutzt. Dabei zeigt sich im Vergleich zu anderen Geliermitteln, wie zum Beispiel Gelrite, dass diese Mittel bei der [[Kultivierung]] keineswegs [[Inerte Substanz|inert]] sind, sondern die [[Physiologie]] etwa von Pflanzenzellkulturen beeinflussen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Birgit Hadeler (1995)&amp;quot;&amp;gt;Birgit Hadeler, Sirkka Scholz, [[Ralf Reski]]: &amp;#039;&amp;#039;Gelrite and agar differently influence cytokinin-sensitivity of a moss&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Plant Physiology&amp;#039;&amp;#039; Bd. 146, 1995, S. 369–371.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In der Medizin ===&lt;br /&gt;
Aufgrund der Unverdaulichkeit wird Agar (in höherer Dosis als in Lebensmitteln) als [[Abführmittel]] eingesetzt, etwa im Arzneimittel &amp;#039;&amp;#039;Agarol&amp;#039;&amp;#039; von [[Gödecke (Unternehmen)|Goedecke &amp;amp; Co.]], einer Emulsion aus Mineralöl, Agar-Agar und Phenolphthalein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://sammlung.dhmd.digital/object/0ee4061d-7b80-469a-92ba-ed3492c870b6 |titel=DHMD - Sammlung Online |abruf=2025-05-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Agarol.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Münchener Medizinische Wochenschrift.&amp;#039;&amp;#039; Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. LXVII.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Indonesien werden Agar-Agar positive Wirkungen gegen [[Diabetes mellitus]] und [[Herz]]erkrankungen zugesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Für Verpackungen ===&lt;br /&gt;
Im April 2016 erhielt das Designerkollektiv AMAM auf der Mailänder Designmesse Salone del Mobile den Lexus Design Award für das Projekt &amp;#039;&amp;#039;Agar Plasticity&amp;#039;&amp;#039;. Porös gefriergetrocknetes Agar-Gel wird als Polsterung – stückig oder als Formteil – in Versandverpackungen für zerbrechliche Waren verwendet und kann so Kunststoffe wie etwa Luftblasenfolie ersetzen, die in der „Biosphäre Meer“ nicht erwünscht sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://orf.at/stories/2334147/2334146/ |titel=Ausgeploppt? Konkurrenz für die Knallfolie|werk=orf.at |datum=2016-04-30 |abruf=2024-03-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezugsquellen ==&lt;br /&gt;
Agar ist in großen [[Supermarkt|Supermärkten]], [[Reformhaus|Reformhäusern]], [[Bioladen|Bioläden]] und Asia-Lebensmittelgeschäften erhältlich. Agar in reiner Form kann in [[Apotheke]]n erworben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alternativen ==&lt;br /&gt;
Weitere Geliermittel, die aus Rotalgen gewonnen werden, sind [[Carrageen]] und [[Furcellaran]]. Letzteres wird auch als &amp;#039;&amp;#039;Dänischer&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Ostsee-Agar&amp;#039;&amp;#039; (Danish agar, Baltic agar) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4260097-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ATC-A06]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laxans]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polysaccharid]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nährmedium]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verdickungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alge (Lebensmittel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ballaststoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lebensmittelzusatzstoff (EU)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Futtermittelzusatzstoff (EU)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Docosanus</name></author>
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