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	<title>Aerogel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T21:56:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Aerogel&amp;diff=120278&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Docosanus: /* Literatur */ + Link zu J. Fricke</title>
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		<updated>2025-09-01T08:21:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; + Link zu J. Fricke&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Aerogel hand.jpg|miniatur|Aerogelquader auf einer Hand]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Brick of aerogel.jpg|miniatur|hochkant|Ein 2,5&amp;amp;nbsp;kg schwerer Ziegel getragen von einem 2&amp;amp;nbsp;g schweren Stück Aerogel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Aerogel matches.jpg|miniatur|hochkant|Aerogel als Wärmeisolator]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aerogele&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [{{IPA|aˈeːroˌɡeːl}}] sind hochporöse [[Festkörper]], bei denen bis zu 99,98 % des Volumens aus Poren bestehen. Es gibt verschiedene Arten von Aerogelen, wobei solche auf [[Silicat]]basis am verbreitetsten sind. Andere Materialien, beispielsweise auf [[Kunststoff]]- oder [[Kohlenstoff]]basis, kommen in Spezialfällen zur Anwendung. Grundsätzlich können alle [[Metalloxid]]e, [[Polymer]]e und einige andere Stoffe als Ausgangsbasis für die Aerogelsynthese mittels eines [[Sol-Gel-Prozess]]es verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften und Struktur ==&lt;br /&gt;
Aerogele weisen eine stark [[Dendrit (Kristallographie)|dendritische]] Struktur auf, also eine Verästelung von Partikelketten mit sehr vielen Zwischenräumen in Form von offenen Poren. Diese Ketten besitzen Kontaktstellen, so dass sich letztendlich das Bild eines stabilen, schwammartigen Netzes ergibt. Dessen Aggregate verfügen über eine [[fraktale Dimension]], sind also in einem gewissen Ausmaß [[Selbstähnlichkeit|selbstähnlich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Porengröße liegt im [[Nanometer]]bereich und die [[Innere Oberfläche|inneren Oberflächen]] können mit bis zu 1000&amp;amp;nbsp;m²/g außergewöhnlich groß werden. Dadurch können Aerogele u.&amp;amp;nbsp;a. als Wärmedämm- oder Filtermaterial eingesetzt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, biologisch aktive Moleküle, [[Proteine]] oder gar ganze Zellen einzulagern.&amp;lt;!-- Die Einsatzgebiete der Aerogele werden sich mit der Entdeckung weiterer Eigenschaften noch deutlich ausweiten. // Trivialaussage --&amp;gt; Aerogele halten 14 Einträge im [[Guinness-Buch der Rekorde]] für Materialeigenschaften, inklusive „bester Isolator“ und „leichtester Feststoff“. Rekordhalter in der Kategorie „Feststoff mit der geringsten Dichte“ wurde 2012 [[Aerographit]] mit 99,99 % Luft und 0,01 % [[graphit]]ischem Kohlenstoff (d.&amp;amp;nbsp;h. 0,2 mg/cm³ ohne enthaltene Luft), abgelöst 2013 durch [[Aerographen]] (0,16 mg/cm³ ohne enthaltene Luft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da besonders Silicat-Aerogele in ihrer Vielfalt vergleichsweise gut untersucht sind, kann man für diese Aerogel-Gruppe recht genaue Angaben machen. Ihre Eigenschaften gleichen dabei qualitativ wie zum Großteil auch quantitativ recht gut jenen der anderen Aerogele mit jedoch teilweise spezifischen Eigenheiten. Die genauen Stoffeigenschaften können – je nach Ausgangsmaterial und Herstellungsprozess – durchaus stark voneinander abweichen; sie können daher auf die gewünschte Verwendung abgestimmt werden. Die Bezeichnung Silicat-Aerogel bezieht sich dabei jedoch auf die Struktur und weniger auf die chemische Zusammensetzung des Materials. Letztere entspricht etwa SiO(OH)&amp;lt;sub&amp;gt;y&amp;lt;/sub&amp;gt;(OR)&amp;lt;sub&amp;gt;z&amp;lt;/sub&amp;gt;, mit y und z als vom Herstellungsprozess abhängigen Parametern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hohe optische Transparenz, zusammen mit einem [[Brechungsindex]] von etwa 1,007 bis 1,24 und einem typischen Wert von 1,02, macht Aerogele auch in optischer Hinsicht interessant. Ein Silicat-Aerogel erscheint vor dunklem Hintergrund milchig-blau, weil das Siliciumdioxid die kürzeren Wellenlängen (das heißt, die blauen Anteile des [[Licht|weißen Lichts]]) mehr streut als die längerwellige Strahlung. Dieser Effekt lässt sich in Form der [[Rayleigh-Streuung]] auch beim Tageslicht in der [[Erdatmosphäre]] beobachten. Aufgrund dieser Eigenschaft erscheinen Silicat-Aerogele halbtransparent bis transparent (siehe Fotos rechts) und tragen daher auch die Beinamen „gefrorener Rauch“ oder „blauer Rauch“. Trotz seiner durchsichtigen Erscheinung fühlt sich das Aerogel wie harter Kunststoff-Schaum an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzelnen Partikel der Silicat-Aerogele sind rund ein bis zehn Nanometer groß und der Abstand zwischen den Ketten beträgt etwa 10 bis 100&amp;amp;nbsp;nm. Die zylinderförmigen [[Mesoporöse Festkörper|Mesoporen]] sind recht gut zugänglich und besitzen definitionsgemäß einen Durchmesser von 2&amp;amp;nbsp;nm bis 50&amp;amp;nbsp;nm, wobei die [[Porosität]] (der Volumenanteil der Luftporen) im Bereich von 80 bis 99,8 % liegt. Die [[Rohdichte]] bewegt sich folglich im Bereich von 0,16 ([[Aerographen]]) bis 500&amp;amp;nbsp;mg/cm³ mit einem typischen Wert von 100&amp;amp;nbsp;mg/cm³ (Luft in den Poren nicht in die Masse eingerechnet), wohingegen die [[Reindichte]] (Grundmaterial ohne Poren) bei 1,7 bis 2,1 g/cm³ liegt. Dementsprechend weisen Silicat-Aerogele eine mit 100 bis 1.600&amp;amp;nbsp;m²/g und einem typischen Wert von 600&amp;amp;nbsp;m²/g sehr hohe [[spezifische Oberfläche]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wärmeleitfähigkeit]] in Luft bei 300&amp;amp;nbsp;Kelvin ist mit 0,017 bis 0,021&amp;amp;nbsp;W/(m·K) und einem typischen Wert von 0,02&amp;amp;nbsp;W/(m·K) außerordentlich gering, was den Aerogelen eine hohe Temperaturstabilität auch unter extremen Bedingungen verleiht und sie zu den bisher besten Wärmedämmstoffen macht. Andere Quellen nennen bis 0,03&amp;amp;nbsp;W/(m·K).&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Thermal conductivity&amp;#039;&amp;#039; in Lide, D. R., ed. CRC Handbook of Chemistry and Physics (86th ed.). CRC Press, Boca Raton (FL) 2005, ISBN 0-8493-0486-5. Section 12, S. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch zeigt sich eine sehr hohe [[Zustandsdichte]], was mit einer stark erhöhten [[Spezifische Wärmekapazität|spezifischen Wärmekapazität]] bei tiefen Temperaturen verbunden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Silicat-Aerogele können nicht von flüssigen Metallen benetzt oder chemisch angegriffen werden, sie sind also ihnen gegenüber chemisch [[inert]]. Ihr [[Schmelzpunkt]] liegt bei etwa 1200&amp;amp;nbsp;°C. Zudem sind sie unbrennbar und ungiftig. Allerdings nehmen sie Luftfeuchtigkeit auf und neigen beim Trocknen zur Rissbildung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Eigenschaft ist die mit 20 bis 800&amp;amp;nbsp;m/s und einem typischen Wert von 100&amp;amp;nbsp;m/s geringe [[Schallgeschwindigkeit]] und damit verknüpft auch geringe [[Akustische Impedanz|akustische Feldimpedanz]] innerhalb von Aerogelen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Elastizitätsmodul]] bewegt sich in einem Bereich von 0,002 bis 100&amp;amp;nbsp;MPa, mit einem typischen Wert von 1&amp;amp;nbsp;MPa. &amp;lt;!-- Aerogele können damit im Normalfall mehr als das 2000-fache ihres Eigengewichtes an Auflast tragen, ohne zu kollabieren. // wenn man genug davon übereinander stapelt, hält es irgendwann das eigene Gewicht nicht mehr aus... --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Phänomen, das bei Aerogelen beobachtet werden konnte, ist, dass diese im für den Menschen hörbaren Bereich klingen können, also Resonanzkörper darstellen. Die Frequenz ist dabei abhängig von der Art der Anregung. Dieser Effekt geht auf akustische [[Scherwelle]]n zurück, die beim Anschlagen des Gels angeregt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:aerogel nasa.jpg|mini|Aerogel-Würfel (mit dem Physiker Peter Tsou vom [[Jet Propulsion Laboratory]])]]&lt;br /&gt;
Aerogele werden hergestellt, indem ein Gel aus einem gallertartigen Stoff, meist [[Kieselsäure]], unter extremen Bedingungen getrocknet wird. Die erstmalige Synthese von Silicat-Aerogelen gelang dem amerikanischen Chemieingenieur [[Samuel Stephens Kistler]] (1900–1975) in den Jahren 1931/32.&amp;lt;ref&amp;gt;S. S. Kistler: &amp;#039;&amp;#039;Coherent expanded aerogels and jellies&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.&amp;#039;&amp;#039; 127, 1931, {{ISSN|0028-0836}}, S. 741ff., {{DOI|10.1038/127741a0}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;S. S. Kistler: &amp;#039;&amp;#039;Coherent expanded aerogels&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Physical Chemistry.&amp;#039;&amp;#039; 36, Nr. 1, 1932, {{ISSN|1520-6106}}, S. 52–64.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er entwickelte als erster eine Methode, um Gele zu trocknen, ohne dass diese dabei eine Schrumpfung aufwiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Silicat-Aerogel nach Kistler ===&lt;br /&gt;
Kistler nutzte [[Natriumsilicat]], das er mit Wasser vermischte und so eine Lösung herstellte ([[Wasserglas (Chemie)|Wasserglas]]). Nach der Zugabe der als [[Fällung]]s-[[Reagenz]] wirkenden [[Salzsäure]] fielen mit der Zeit Kieselsäureteilchen aus ([[Fällungsreaktion]]), welche sich bedingt durch die [[Brownsche Molekularbewegung]] unkoordiniert in der Lösung verteilten und dabei auch zusammenstießen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{Na_2SiO_3 + 2 \ HCl \longrightarrow 2 \ NaCl + H_2SiO_3}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{H_2SiO_3 \longrightarrow H_2O + SiO_2}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{Na_2H_2SiO_4 + 2 \ HCl \longrightarrow 2 \ NaCl + H_4SiO_4}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{H_4SiO_4 \longrightarrow 2 \ H_2O + SiO_2}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die allmähliche Haftung aggregierten diese Teilchen mit der Zeit und binnen ungefähr eines Tages resultierte ein Gel mit netzartiger Struktur. Aus diesem wurde das [[Natriumchlorid]] und die überschüssige Salzsäure mit Wasser ausgespült (Aquagel) und es folgte eine Versetzung mit Alkohol&amp;lt;!-- Ethanol gemeint? --&amp;gt; (Alkogel). Dieser Schritt ist notwendig, da das Wasser ansonsten im weiteren Prozessverlauf die Gelstruktur wieder zerstören würde. Verdunstet der Alkohol&amp;lt;!-- Ethanol gemeint? --&amp;gt; langsam, so bilden sich aufgrund der wirkenden Oberflächenkräfte [[Meniskus (Hydrostatik)|Menisken]] aus, welche sich in das Gel „eingraben“ und in diesem eine gangartige Struktur bedingen. Damit verbunden wäre eine Schrumpfung des Gels und als Ergebnis ein poröses Gefüge mit nur ungefähr 50 % Porenanteil, was es jedoch gerade zu vermeiden galt. Kistler nutzte zur [[Trocknung]] daher einen [[Autoklav]]en und erhöhte Temperatur und Druck über den [[Kritischer Punkt (Thermodynamik)|kritischen Punkt]] von Alkohol&amp;lt;!-- Ethanol gemeint? --&amp;gt;, sodass ein überkritisches Fluid entstand. Diese Vorgehensweise wird als [[überkritische Trocknung]] bezeichnet. Die [[Phasengrenze]] zwischen Gas und Flüssigkeit war damit aufgehoben; Oberflächenkräfte, welche im anderen Fall zur Bildung von Menisken geführt hätten, existierten nicht mehr. Das überkritische Fluid wurde dann aus dem Autoklaven abgeblasen, wodurch das Produkt trocknete und schließlich zum Aerogel wurde. Dabei hatte das Aerogel die Größe und Form des ursprünglichen Gels behalten, wobei die von Kistler hergestellten Silicat-Aerogele eine Dichte von rund 30 bis 300&amp;amp;nbsp;kg/m³ und eine Porosität im Bereich zwischen 86 und 98 % aufwiesen. Die Herstellungsmethode nach Kistler hatte jedoch den Nachteil, lang und aufwendig zu sein, was besonders den Lösungsmittelaustausch vor dem Verdampfen des Alkohols betraf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfahren nach Teichner – der Sol-Gel-Prozess ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sol-Gel-Prozess}}&lt;br /&gt;
[[Stanislas Teichner]] versuchte in den 1960ern Kistlers Verfahren an der [[Universität Lyon]] zu reproduzieren, wobei er jedoch Wochen brauchte, um kleinere Aerogelproben herzustellen. Als Alternative entwickelte er 1968 den heute als Standardverfahren genutzten Sol-Gel-Prozess, welcher zudem 1986 nochmals verbessert wurde. Ausgangsstoff ist hier das giftige [[Tetramethylorthosilicat]] (TMOS), das nach der unten stehenden Reaktionsgleichung mit einer definierten Menge Wasser nach der Zugabe eines Katalysators langsam zu Orthokieselsäure und [[Methanol]] hydrolysiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\mathrm{(H_3CO)_4Si + 4 \ H_2O \longrightarrow H_4SiO_4 + 4 \ CH_3OH}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Kieselsäure spaltet sich in der Folge Wasser ab und es entstehen SiO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;-Tetraeder. Diese vernetzen sich in der Folge zu einem Gel. Die Trocknung des so entstandenen Alkogels erfolgt wiederum gleich zum Verfahren Kistlers, wobei das Methanol kritische Werte von 239,4&amp;amp;nbsp;°C und 80,9&amp;amp;nbsp;bar aufweist. Die Eigenschaften des sich so bildenden Aerogels, insbesondere Struktur und Dichte, können durch die Wahl des Katalysators, des pH-Wertes oder des Mengenverhältnisses der eingesetzten Substanzen, insbesondere des Methanols, gesteuert werden. Anwendung findet das Verfahren heute am [[Deutsches Elektronen-Synchrotron|DESY]] und in [[Lund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Verfahren ===&lt;br /&gt;
In einem anderen Verfahren fertigt eine Forschergruppe unter [[Arlon Hunt]] an der [[University of California, Berkeley|University of California]] in Berkeley Aerogelstücke statt aus dem giftigen TMOS aus [[Tetraethylorthosilicat]] (TEOS). Zudem ersetzt man das brennbare Ethanol durch [[Kohlenstoffdioxid]], was jedoch sehr zeitaufwendig ist. Ein Vorteil ist die mit 31&amp;amp;nbsp;°C relativ niedrige [[Kritische Temperatur (Thermodynamik)|kritische Temperatur]] des Kohlenstoffdioxids, wodurch der Trocknungsprozess wesentlich erleichtert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Verfahren findet bei [[BASF]] in [[Ludwigshafen am Rhein]] Anwendung, wo insbesondere Aerogel-Kügelchen (Granulat) mit rund einem bis sechs Millimetern Durchmesser und einer Dichte von ungefähr 200&amp;amp;nbsp;kg/m&amp;lt;sup&amp;gt;3&amp;lt;/sup&amp;gt; hergestellt werden. Man bringt Schwefelsäure und [[Alkalisilikate|Natriumsilicat]] zur Reaktion, indem man sie mit einer [[Mischdüse]] auf einen Kolben aufsprüht. Dabei kommt es zur Bildung von [[Alkalisalze]]n, die durch eine Nachbereitung ausgewaschen werden müssen. Der Vorteil dieses Prozesses liegt dabei in den vergleichsweise geringeren Kosten, der Nachteil ist in den schlechteren, insbesondere optischen Eigenschaften des Granulats zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kohlenstoff-Aerogele (CRF) werden vorwiegend durch die [[Pyrolyse]] von [[Resorcin]]-[[Formaldehyd]]-Aerogelen (RF) erzeugt. Bei der Herstellung der Resorcin-Formaldehyd-Aerogele kann an Stelle der überkritischen Trocknung auch die billigere Lufttrocknung verwendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungen ==&lt;br /&gt;
Da der [[Brechungsindex]] der Aerogele in einem Bereich liegt, der weder durch Gase noch durch Flüssigkeiten oder konventionelle Festkörper erreichbar ist, spielen sie eine wichtige Rolle als so genanntes &amp;#039;&amp;#039;Radiatormaterial&amp;#039;&amp;#039; für [[Teilchendetektor|Tscherenkov-Detektoren]]; Kohlenstoff-Aerogele außerdem wegen ihrer hohen elektrischen Leitfähigkeit und Stabilität in der [[Materialforschung]] für [[Elektrode]]nmaterial in Primär- und [[Brennstoffzelle]]n, [[Fahrzeugkatalysator]]en und [[Superkondensator]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Speichermedium für Gase und Feststoffe ===&lt;br /&gt;
Wegen ihrer hohen [[Porosität]] entwickelte man Aerogele zunächst in der Absicht, Speichermöglichkeiten für Gase und Feststoffe zu erhalten. In den 1960er-Jahren wurden Aerogele auf ihre Tauglichkeit als Speichermedien für flüssigen Raketentreibstoff hin untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Filterung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Stardust Dust Collector with aerogel.jpg|mini|170px|Staubkollektor mit Aerogel-Blöcken der Raumsonde [[Stardust (Sonde)|Stardust]]]]&lt;br /&gt;
Durch ihre Feinstruktur sind Aerogele als Auffangmatrix für kleinste Staubpartikel einsetzbar. Sie wurden deshalb an Bord der „Kometenstaub-[[Raumsonde]]“ [[Stardust (Sonde)|Stardust]] verwendet. Die eingefangenen Staubpartikel und Moleküle werden im Aerogel langsam abgebremst, so dass sie thermisch nicht zerstört werden. So gelang es u.&amp;amp;nbsp;a. auch das erste Mal, unbeschädigt Material eines Kometen ([[Wild 2]]) zur Erde zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wärmedämmung ===&lt;br /&gt;
Besonders Silicat-Aerogele zeigen eine sehr geringe [[Wärmeleitfähigkeit]] und werden daher gerne als Dämmstoff für Spezialanwendungen (z.&amp;amp;nbsp;B. als [[transparente Wärmedämmung]]) verwendet; seit Anfang 2013 wird in der Schweiz ein entsprechender Spezialputz mit zugesetztem Aerogelgranulat vertrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.energie-cluster.ch/admin/data/files/file/file/608/ig-hlwd-9_25-09-2013_aerogel-daemmputz_20130925_ths.pdf |wayback=20170101161525 |text=Präsentation der Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt }}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aerogel-Granulat wird auch als Einblasdämmstoff verwendet. Durch die geringe Korngröße und hohe Dämmwirkung eignet es sich besonders zur nachträglichen Kerndämmung von doppelschaligem Mauerwerk mit nur schmalem Zwischenraum.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=https://www.energie-experten.org/bauen-und-sanieren/daemmung/aussendaemmung/kerndaemmung.html |title=Kerndämmung: So dämmen sie zweischaliges Mauerwerk |accessdate=2020-01-31 |publisher=energie-experten.org |language=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |url=https://innodaemm.de/daemmstoffe/nanogel.html |title=Aerogel-Granulat P400 |accessdate=2020-01-31 |publisher=InnoDämm |language=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kosmetik und Haarpflege ===&lt;br /&gt;
Feine, hydrophobische Aerogel-Partikel aus Silica-Silylate werden unter anderem als Fixierpuder in der Kosmetik und Volumen- und Stylingpuder in der Haarpflege verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pharmazie ===&lt;br /&gt;
Pharmazeutisch wird Siliziumdioxid-Aerogel als Trocknungs- und Lösemittel sowie als Trägerstoff verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* S. S. Kistler: &amp;#039;&amp;#039;Coherent expanded aerogels and jellies&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.&amp;#039;&amp;#039; 127, 1931, {{ISSN|0028-0836}}, S. 741ff., {{DOI|10.1038/127741a0}} (englisch).&lt;br /&gt;
* S. S. Kistler: &amp;#039;&amp;#039;Coherent expanded aerogels&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Physical Chemistry.&amp;#039;&amp;#039; 36, Nr. 1, 1931, {{ISSN|1520-6106}}, S. 52–64, {{DOI|10.1021/j150331a003}} (englisch).&lt;br /&gt;
* [[Jochen Fricke]]: &amp;#039;&amp;#039;Aerogele&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Physik in unserer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; 17, Nr. 4, 1986, {{ISSN|0031-9252}}, S. 101–106.&lt;br /&gt;
* [[Nicola Hüsing]], [[Ulrich Schubert (Chemiker, 1946)|Ulrich Schubert]]: &amp;#039;&amp;#039;Aerogele – luftige Materialien: Chemie, Struktur und Eigenschaften&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Angewandte Chemie (Zeitschrift)|Angewandte Chemie]].&amp;#039;&amp;#039; 110, Nr. 1–2, 1998, {{ISSN|0044-8249}}, S. 22–47.&lt;br /&gt;
* {{cite journal |author=Matthias Koebel, Arnaud Rigacci, Patrick Achard |title=Aerogel-based thermal superinsulation: an overview |journal=Journal of Sol-Gel Science and Technology |year=2012 |volume=63 |issue=3 |pages=315–339 |doi=10.1007/s10971-012-2792-9 |language=en}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://edoc.unibas.ch/8/1/DissB_1973.pdf &amp;#039;&amp;#039;Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten von Aerogelfenstern im Vergleich mit konventionellen sowie evakuierten Fenstern.&amp;#039;&amp;#039;] Doktorarbeit, Georges Reber, 1991 (PDF; 1,7&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
* [http://eande.lbl.gov/ECS/aerogels/satcond.htm Seite des Lawrence Berkeley National Laboratory über die thermischen Eigenschaften von silicatischen Aerogelen (englisch)]&lt;br /&gt;
* [http://www.lbl.gov/Science-Articles/Archive/aerogel-insulation.html Lawrence Berkeley National Laboratory: Entwicklung der Aerogele (englisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dispersion (Chemie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nanowerkstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Elektrotechnischer Werkstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schaum]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Docosanus</name></author>
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