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	<title>Adonis von Zschernitz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T21:48:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-05-24T04:34:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Adonis von Zschernitz.jpg|mini|Der Adonis von Zschernitz]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adonis von Zschernitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird die am [[19. August]] [[2003]] am Ortsrand von [[Zschernitz]] (Lkr. [[Landkreis Nordsachsen|Nordsachsen]], [[Sachsen]]) bei Ausgrabungsarbeiten in einer Siedlungsgrube gefundene Tonfigur aus der [[Neolithikum|Jungsteinzeit]] bezeichnet. Die zwischen 5200 und 5100 v. Chr. in der jüngeren [[Linienbandkeramik]] hergestellte Kleinplastik ist die älteste männliche Tonfigur Mitteleuropas. Sie ist heute Bestandteil der Dauerausstellung im [[Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz|Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.smac.sachsen.de/index.html#1 smac.sachsen.de]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auffindungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Die Ausgrabungen des [[Landesamt für Archäologie Sachsen|Landesamtes für Archäologie Sachsen]] an der Fundstelle ZNT-08 bei [[Zschernitz]] waren Teil der Prospektionsarbeiten zum Bau einer [[Trasse (Verkehrsweg)|Trasse]] für eine Erdgasleitung der &amp;#039;&amp;#039;Mitteldeutschen Gasversorgung GmbH&amp;#039;&amp;#039; ([[MITGAS]]). Die inzwischen fertiggestellte, etwa 70 km lange Erdgasleitung verläuft von [[Peißen (Bernburg)|Peißen]] (Sachsen-Anhalt) nach [[Wiederitzsch]] (Sachsen). Die archäologischen Feldarbeiten begannen im April 2003, wobei mit Beginn des Oberbodenabtrags durch den Bagger bereits die enorme vorgeschichtliche Siedlungsdichte auf einer leichten Anhöhe auffiel, die etwa zwischen den heutigen Gemeinden Doberstau, Klitschmar und Zschernitz liegt. Nur knapp 2 km von der Fundstelle ZNT-08 entfernt befindet sich die [[Kreisgrabenanlage]] von [[Neukyhna|Kyhna]] aus der Zeit der [[Stichbandkeramik]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.archaeologie.sachsen.de/1063.htm |titel=Kreisgrabenanlagen des Neolithikums |autor=Sächsisches Landesamt für Archäologie |abruf=2023-11-20 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20190724053030/http://www.archaeologie.sachsen.de/1063.htm |archiv-datum=2019-07-24 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach mehreren Monaten örtlicher Grabung an der Fundstelle ZNT-08 mit Siedlungsresten und Gräbern der [[Bandkeramik]], der [[Gaterslebener Kultur]], der [[Salzmünder Kultur]], der [[Baalberger Kultur]], der [[Schnurkeramik]] und jüngerer Perioden der Vorgeschichte zeichnete sich im zentralen Teil der Siedlung eine mehrphasige Besiedlung ab, mit [[Stratigraphie (Archäologie)|stratigraphischen]] Überlagerungen von älteren und jüngeren neolithischen Befunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Leif Steguweit: &amp;#039;&amp;#039;Kupferschmuck im Steinzeitgrab&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Archäologie in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Band 6, 2003, S. 49–50.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 19. August 2003 gegen 8.30 Uhr fand der Grabungsarbeiter Manfred Berger beim Aushub einer bandkeramischen Siedlungsgrube den tönernen Torso einer menschlichen Figur.&amp;lt;ref&amp;gt;Leif Steguweit und Harald Stäuble: &amp;#039;&amp;#039;Mann aus Ton. Ein 7000 Jahre altes Fruchtbarkeitssymbol?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archäologie in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Band 6, 2003, S. 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Kamerateam des [[Mitteldeutscher Rundfunk|MDR]], das für das Kulturmagazin &amp;#039;&amp;#039;[[artour]]&amp;#039;&amp;#039; von den laufenden Arbeiten berichten wollte, war unmittelbar am Fundplatz zugegen. Nach Rücksprache mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen gab Grabungsleiter Leif Steguweit vor Ort eine erste Stellungnahme zur außergewöhnlichen Bedeutung des Fundes ab. Die bereits zwei Tage später (nach der Pressekonferenz im Landesamt für Archäologie) ausgestrahlte Sendung brachte dem Fund eine bemerkenswerte Medienpräsenz ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.mdr.de/doku/874424-hintergrund-1070212.html | wayback=20050118181910 | text=&amp;#039;&amp;#039;„Adonis von Zschernitz“ vor laufender Kamera entdeckt&amp;#039;&amp;#039; (Berichterstattung im Kulturmagazin &amp;#039;&amp;#039;Artour&amp;#039;&amp;#039; des MDR, 21. August 2003).}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,262286,00.html &amp;#039;&amp;#039;Sensationsfund: Adonis protzt mit mächtigem Gemächt&amp;#039;&amp;#039; (Der Spiegel, 21. August 2003).]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.netzeitung.de/wissenschaft/251822.html | wayback=20031120040910 | text=&amp;#039;&amp;#039;Steinzeit-Adonis in Sachsen ausgegraben&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Netzeitung&amp;#039;&amp;#039;, 22. August 2003)}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Anlässlich der Pressekonferenz am 21. August 2003 wurde auch der Name „[[Adonis]] von Zschernitz“ vorgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. August 2003 wurde der Adonis im [[Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst|Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst]] erstmals öffentlich ausgestellt. Im Herbst 2003 war er im Rahmen einer Sonderausstellung des [[Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden|Landesmuseums für Vorgeschichte]] im [[Japanisches Palais|Japanischen Palais]] in [[Dresden]] zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung des Fundes ==&lt;br /&gt;
Das [[Abgott|Idol]] hebt sich nicht nur durch die bislang einmalige explizite Darstellung des männlichen Geschlechts hervor, sondern vor allem auch durch die zu jener Zeit vollständig unübliche anatomische Präzision. Das etwa 8 cm hohe, dunkelbraune [[Non-finito|Fragment]] ist etwa vom Nabel abwärts bis unterhalb des Gesäßes erhalten. Die Figur war insgesamt ursprünglich etwa 25–30 cm hoch. Das Gesäß ist in bandkeramischer Manier mit in den noch weichen Ton eingeritzten Linien verziert, in Form von zwei Reihen hängender Dreiecke. Diese werden jeweils durch eine horizontale Linie getrennt. Zum Oberkörper hin sind zwei besonders stark eingetiefte Abschlusslinien angebracht worden, was evtl. einen Gürtel darstellen soll. Die Stilisierung entspricht dem zeitgleichen Verzierungsstil auf Gefäßen der mittleren bis jüngeren Bandkeramik in Mitteldeutschland. Dass diese neben der ornamentalen Bedeutung einen Symbolgehalt hatten, ist in Anbetracht wiederkehrender Motive sehr wahrscheinlich.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Stöckl: &amp;#039;&amp;#039;Hatten bandkeramische Gefäßverzierungen eine symbolische Bedeutung im Bereich des Kultes?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas&amp;#039;&amp;#039;. 32. Varia Neolithica II, 2002, S. 63–97.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über die gesicherte Einordnung des Adonis in den relativ eng begrenzbaren Zeitrahmen zwischen 5.200-5.100 v. Chr. besteht wegen des ungestörten Befundes in einer Siedlungsgrube mit einer Vielzahl von Keramikabfall aus identischem Ton sowie Ornamenten der mittleren bis jüngeren Linienbandkeramik kein Zweifel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogenannte Idole aus Ton treten im gesamten Verbreitungsgebiet der [[Bandkeramik]] auf. Vollständig erhaltene Figuren sind vergleichsweise selten (im Unterschied zu gleichzeitigen Kulturen in Südost-Europa). Aus Sachsen ist nur die 1964 gefundene sogenannte „Venus von [[Zauschwitz]]“ (Lkr. Leipziger Land) aus der Kultur der [[Stichbandkeramik]] vollständig erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Coblenz: &amp;#039;&amp;#039;Eine Venus von Zauschwitz, Kr. Borna&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Ausgrabungen und Funde&amp;#039;&amp;#039;. Band 6, 1961.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sehr häufig sind dagegen Bruchstücke von Figuren (Gliedmaßen, Torsi, Köpfe) im Siedlungsabfall.&amp;lt;ref&amp;gt;D. Kaufmann: &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaft und Kultur der Stichbandkeramiker im Saalegebiet&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Museums für Vorgeschichte Halle&amp;#039;&amp;#039;. Band 30, Berlin 1976.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisher bekannte, oft recht kleine Figuren aus der Epoche zeigen einen weiblichen Körper mit punktförmigen Brüsten und eingeritztem Schamdreieck oder weisen keine Geschlechtsmerkmale auf. Sie werden oft als Fruchtbarkeitssymbole gedeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;Svend Hansen: &amp;#039;&amp;#039;Fruchtbarkeit? Zur Interpretation neolithischer und chalkolithischer Figuralplastik&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien&amp;#039;&amp;#039;. Band 130/131, 2000/2001, S. 93–106&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Neolithic Sculpture. Some remarks to an old problem&amp;#039;&amp;#039;. In: F. Bertemes, P. F. Biehl, H. Meller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Archaeology of Cult and Religion&amp;#039;&amp;#039;. Budapest 2001, S. 39–52.&amp;lt;/ref&amp;gt; Figuren mit männlichen Geschlechtsmerkmalen sind dagegen extrem selten und bislang nie in der anatomischen Detailtreue gefunden worden wie beim Adonis von Zschernitz: Eine weitere männliche Figur aus der älteren [[Bandkeramik]] ist aus [[Brunn am Gebirge]] bekannt, aus dem Kontext der Stichbandkeramik in [[Plotiště nad Labem]] ([[Böhmen]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vít Vokolek: &amp;#039;&amp;#039;Neolitická Plastika z Plotišt nad Labem. In Memoriam Jan Rulf.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Památky archeologické&amp;#039;&amp;#039;. Supplementum 13. Praha 2000&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Phallusdarstellung der Linienbandkeramik ist als modifizierter [[Ahle|Knochenpfriem]] in der Fundstelle &amp;#039;&amp;#039;Viesenhäuser Hof&amp;#039;&amp;#039; ([[Stuttgart-Mühlhausen]]) gefunden worden. Eine bereits 1897 gefundene Figur aus Sabĕnice bei [[Most (Tschechien)|Most]] (Böhmen) ist hingegen nicht eindeutig der Bandkeramik zuzuweisen.&amp;lt;ref&amp;gt;Weinzierl. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Ethnologie]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 29, 1897&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben menschlichen Idolfiguren sind auch zahlreiche Tierfiguren bekannt (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Bad Nauheim]] oder Kmehlen bei [[Meißen]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Sabine Schade-Lindig: &amp;#039;&amp;#039;Vorbericht zur bandkeramischen Siedlung bei Bad Nauheim-Nieder-Mörlen „Hempler“ (Wetteraukreis/Hessen)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Starinar&amp;#039;&amp;#039; Band LII, 2002, S. 117 ff ([http://www.doiserbia.nb.rs/img/doi/0350-0241/2002/0350-02410252117S.pdf online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nebelsick&amp;quot;&amp;gt;Louis D. Nebelsick, Jens Schulze-Forster und Harald Stäuble: &amp;#039;&amp;#039;Der Adonis von Zschernitz. Die Kunst der ersten Bauern.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archaeonaut&amp;#039;&amp;#039;. Band 4. Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte, Dresden 2004. ISBN 3-910008-62-3&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kommen Figuren mit sowohl menschlichen als auch tierischen Merkmalen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Nerkewitz]] oder Bina/Tschechien).&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Kaufmann: &amp;#039;&amp;#039;Linienbandkeramische Kultgegenstände aus dem Elbe-Saale-Gebiet&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Band 60, 1976, S. 61–96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertung und Rezeption des Fundes ==&lt;br /&gt;
Neben der Detailtreue der anatomischen Darstellung ist am Adonis von Zschernitz auch die dynamische Körperhaltung ungewöhnlich. Während andere neolithische Figurinen meist aufrecht dargestellt wurden, ist der Adonis in der Hüfte leicht nach vorn gebeugt. Weitere Figurenbruchstücke, die im Sommer und Herbst 2003 bei Nachgrabungen in der bandkeramischen Siedlungsgrube des Adonis gefunden wurden, förderten einen weiteren Torso zutage, der als nach vorn gebeugtes menschliches Becken mit Beinen interpretiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Louis D. Nebelsick, Jens Schulze-Forster und Harald Stäuble: &amp;#039;&amp;#039;Der Adonis von Zschernitz. Die Kunst der ersten Bauern.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archaeonaut&amp;#039;&amp;#039;. Band 4. Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte, Dresden 2004. S. 7 und 23&amp;lt;/ref&amp;gt; Anatomische Details sind nicht ausgeformt, wie auch die Figur trotz gleicher Größe wie der Adonis weit gröber gearbeitet ist. Die Autoren lassen offen, „...ob wir es hier mit den Resten einer Figurengruppe oder gar mit einer [[Geschlechtsverkehr|Kopulationsszene]] zu tun haben...“.&amp;lt;ref&amp;gt;Louis D. Nebelsick, Jens Schulze-Forster und Harald Stäuble: &amp;#039;&amp;#039;Der Adonis von Zschernitz. Die Kunst der ersten Bauern.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archaeonaut&amp;#039;&amp;#039;. Band 4. Landesamt für Archäologie mit Landesmuseum für Vorgeschichte, Dresden 2004. S. 6&amp;lt;/ref&amp;gt; Spekulationen einer Kopulationsszene aufgrund vermeintlich „weiblicher Beckenbruchstücke“ entbehren sachlicher Belege.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=39916267|Titel=Triebstau im Neandertal|Jahr=2005|Nr=14|Seiten=148–151}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontext des gesamten Spektrums Hunderter von Figuren der Bandkeramik wie auch der verwandten [[Vinča-Kultur]] in Südosteuropa gilt eine explizit erotische Darstellung als unwahrscheinlich, da sie mit der angenommenen Funktion als [[Hausgeister]] bzw. [[Schutzpatron]]en des Hauses nicht im Einklang steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gesäß des Adonis zeigt Einritzungen, die als [[Tätowierung]]en oder [[Körperbemalung]] interpretiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nebelsick&amp;quot;/&amp;gt; Diese Einschätzung ist insofern verwunderlich, als eindeutige Tierfiguren aus Ton (z. B. Kmehlen bei [[Meißen]]/Sachsen) ebenfalls Ritzornamente aufweisen, bei denen sicher nicht von Körperbemalung oder Tätowierung ausgegangen werden kann. Andere Archäologen interpretieren die Ornamente als Ränder von Bekleidungsstücken (Hemdausschnitte, Gürtel) bzw. als Textilmuster. Der &amp;#039;&amp;#039;Verein Bandkeramisches Aktionsmuseum e.&amp;amp;nbsp;V.&amp;#039;&amp;#039; unter Leitung von [[Jens Lüning]] fertigte im Jahre 2004 eine Leinenhose an, die die eingeritzten Ornamente auf dem Gesäß des Adonis als bunte Textilapplikationen zeigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Lüning: &amp;#039;&amp;#039;Die Bandkeramiker. Erste Steinzeitbauern in Deutschland. Bilder einer Ausstellung beim Hessentag in Heppenheim / Bergstraße im Juni 2004&amp;#039;&amp;#039;. 2005&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sachsen wurde wie das übrige Mitteleuropa um 5.500 v. Chr. mit den „Bandkeramikern“ erstmals durch eine bäuerliche Kultur besiedelt. Die hoch entwickelte materielle Kultur zeigt sich auch in aufwändig gebauten hölzernen [[Bandkeramischer Brunnenbau|Brunnen der Bandkeramik]], wie beim unweit gelegenen [[Bandkeramischer Brunnen Altscherbitz|Brunnen von Altscherbitz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Adonis aus Zschernitz. Der erste Mann aus Ton.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;archaeo. Archäologie in Sachsen.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Dresden 2004, {{ISSN|1614-8142}}&lt;br /&gt;
* [[Louis D. Nebelsick]], Jens Schulze-Forster, Harald Stäuble: &amp;#039;&amp;#039;Adonis von Zschernitz. Die Kunst der ersten Bauern&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archaeonaut.&amp;#039;&amp;#039; Band 4). Landesamt für Archäologie Sachsen, Dresden 2004, ISBN 3-910008-62-3.&lt;br /&gt;
* Harald Stäuble: &amp;#039;&amp;#039;Adonis von Zschernitz. Mensch oder Gott?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Von Peißen nach Wiederitzsch. Archäologie an einer Erdgas-Trasse.&amp;#039;&amp;#039; Gröbers (MITGAS), 2004, S. 63–67.&lt;br /&gt;
* Leif Steguweit, Harald Stäuble: &amp;#039;&amp;#039;Mann aus Ton. Ein 7000 Jahre altes Fruchtbarkeitssymbol?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Archäologie in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Band 6, 2003, S. 7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://filamaa1.miniserver.com/~filament/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/Adonis-von-Zschernitz.jpg Fotografie des Fundes »Adonis von Zschernitz«]&lt;br /&gt;
* [https://archaeo3d.de/2017-02-07_tr_0010/ 3D-Modell des Adonis] Website archaeo | 3D mit Verlinkung zu einer weiteren Figurine aus demselben Befund&lt;br /&gt;
* [[Karol Schauer]]: Frühneolithischer Hirte. Die Körperbemalung orientierte sich an einem Idol, Adonis von Zschernitz aus Zschernitz (Sachsen). [https://www.researchgate.net/profile/Harald_Meller/publication/276266585/figure/fig2/AS:391996305887232@1470470610469/Abb-7-Rekonstruktionsvorschlag-fuer-die-bandkeramische-Koerperbemalung-Um-die-rote-Farbe.png] Lebensbild aus einer bandkeramischen Siedlung. Für die Bandmuster auf den Hauspfosten liegen Vergleichsfunde vor; die Hämatineinfärbungen waren weit verbreitet. [https://www.researchgate.net/profile/Harald_Meller/publication/276266585/figure/fig1/AS:391996301692935@1470470609740/Abb-6-Rekonstruktion-der-bandkeramischen-Lebenswelt-Die-Front-des-Hauses-ist-in-den.png] In: [[Thomas Otten]], [[Jürgen Kunow]], [[Michael M. Rind]], [[Marcus Trier]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Revolution jungSteinzeit. Archäologische Landesausstellung Nordrhein Westfalen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Konrad Theis, WBG, Darmstadt 2016, ISBN 978-3-8062-3493-0, S. 25–26&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Jungsteinzeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Sachsen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bandkeramik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Statue (Ur- und Frühgeschichte)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wiedemar]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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