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	<title>Adipocire - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T20:57:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Adipocire&amp;diff=778510&amp;oldid=prev</id>
		<title>2A02:3032:300:9540:E8A6:D389:3BB1:DBF0 am 30. Januar 2024 um 22:11 Uhr</title>
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		<updated>2024-01-30T22:11:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adipocire&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Genus|Femininum]], von gleichbed. [[Französische Sprache|französisch]] &amp;#039;&amp;#039;adipocire&amp;#039;&amp;#039;, aus {{laS|&amp;#039;&amp;#039;adeps, adipis&amp;#039;&amp;#039;}} ‚Fett‘ und lateinisch &amp;#039;&amp;#039;cera&amp;#039;&amp;#039; ‚Wachs‘), über das Englische auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adipocere&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, deutsch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leichenlipid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Leichenwachs, Fettwachs) wird ein Stoffgemisch bezeichnet, das 4 bis 6 Wochen nach Eintritt des [[Tod]]es bei [[Leiche]]n auftreten kann, die in nasser oder sehr feuchter Umgebung liegen. Es entsteht durch Veränderung vor allem des [[Subkutis|Unterhautfettgewebes]]. Durch [[Verseifung]] (Saponifikation) des Körperfetts ([[Neutralfette]]) entstehen [[freie Fettsäuren]], die [[Alkalisalz]]e der Fettsäuren und [[Glycerin]].&amp;lt;ref name=TSO&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Michael Tsokos]]|Titel=Dem Tod auf der Spur|Verlag=Ullstein|Ort=Berlin|Datum=2009 |ISBN=978-3-548-37347-8 |Seiten=225 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Entstehung von Leichenlipid ist Luftabschluss notwendig, sodass Adipocire hauptsächlich bei [[Wasserleiche]]n auftritt, aber auch bei Leichen ([[Wachsleiche]]), die in sehr feuchten Gräbern liegen. Die umgangssprachlichen Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fett-&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leichenwachs&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind falsch, da nur wenig Fett und überhaupt kein Wachs enthalten ist, sondern es sich um ein Gemisch aus höheren Fettsäuren, Alkalisalzen der Fettsäuren und etwas Glycerin handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur gewollten [[Mumifikation]], aber auch zur spontanen Mumifikation durch Austrocknungen oder Konservierung im Moor (siehe auch [[Moorleiche]]) tritt die natürliche [[Leichenkonservierung]] durch die, von Adipocire gebildete, wachsähnliche Schutzschicht spontan und ohne Einfluss durch den Menschen auf.&amp;lt;ref name=TSO/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sind diese [[Erhaltungsbedingungen für organisches Material]] erfüllt, zeigen Wachsleichen selbst nach Jahrzehnten kaum Verfallserscheinungen, selbst individuelle Gesichtszüge bleiben erhalten.&amp;lt;ref name=CAU&amp;gt;[https://www.uni-kiel.de/unizeit/index.php?bid=570401 &amp;#039;&amp;#039;Keine Ruhe für die Toten&amp;#039;&amp;#039;], [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel]], aufgerufen am 8. Dezember 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Auftreten ==&lt;br /&gt;
Die Entstehung von Adipocire beruht auf einer Art von [[Fetthärtung]], die darauf zurückzuführen ist, dass Bakterien die langkettigen Fettsäuren, die bei der Zersetzung ([[Hydrolyse]]) des Speicherfetts in großer Menge anfallen, bei Sauerstoffmangel nur begrenzt oxidativ abbauen können (Kettenverkürzung um lediglich 2 C-Atome). Anschließend ist nur die enzymatische [[Hydrierung]] ungesättigter Fettsäuren unter Energiegewinn möglich. So entsteht z.&amp;amp;nbsp;B. aus der ungesättigten [[Ölsäure]] (FP 17&amp;amp;nbsp;°C) die gesättigte [[Palmitinsäure]], die einen viel höheren [[Schmelzpunkt]] (FP ~ 60&amp;amp;nbsp;°C) besitzt. Die relativ harten, ungesättigten Fettsäuren bilden im Unterhautgewebe eine Art luft- und wasserundurchlässige Schutzschicht von wachs- bis mörtelartiger Konsistenz, welche die [[Verwesung]] der Leiche stark verlangsamt oder gar unterbindet. Auf diese Weise hat man aus Gräbern, die wasserundurchlässige [[Lehm]]schichten führen, nach 30 bis 35 Jahren Körper entfernt, die fast vollständig erhalten waren. Selbst die Organe sind häufig noch erhalten. Adipocire kann über Jahrhunderte beständig sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach einer [[Erdbestattung]] wäre von einer Leiche unter normalen Bodenbedingungen nach zehn Jahren nur noch das Skelett übrig. Durch die Bildung von Adipocire schreitet jedoch in der Beisetzungsstätte weder der Zersetzungsprozess noch die Verwesung voran. Im Bestattungswesen gilt es als [[Störung der Totenruhe]], wenn eine noch vorhandene Leiche durch Friedhofsmitarbeiter ausgegraben oder umgebettet wird, z.&amp;amp;nbsp;B. weil die Grabstätte nach Ablauf der Ruhefrist neu belegt werden sollte, aber eine konservierte Leiche enthält. Dennoch haben mindestens 25 Prozent von 1.000 befragten Friedhöfen Probleme mit unvollständig oder kaum verwesten Leichen, die durch Adipocire erhalten geblieben sind.&amp;lt;ref name = CAU/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Fehlen von [[Sauerstoff]] verhindert auch eine tiefe Bodentemperatur die Zersetzung von körpereigenen Fettsäuren in nicht abbaubare, gesättigte Hydroxy- oder Oxifettsäuren. Stattdessen werden die Weichteile der Leiche zu einer grauweißen, pastösen Masse. Nach frühestens drei bis sechs Monaten beginnt die Verhärtung zu einer beständigen, organischen Substanz. Die Bildung von Adipocire tritt dabei möglicherweise nicht einheitlich auf. Noch wird erforscht, ob es – trotz der hohen Beständigkeit der freien Fettsäuren gegenüber Bakterien – möglich ist, den Prozess wieder in einen aktiven Verwesungsvorgang umzuwandeln.&amp;lt;ref name=DNB&amp;gt;[https://d-nb.info/105159135X/34 &amp;#039;&amp;#039;Endbericht zur Studie: „Bodenbeschaffenheit und Zersetzungsproblematik auf Friedhöfen“. S. 26 ff.&amp;#039;&amp;#039;] Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel]], aufgerufen am 8. Dezember 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thomas Browne (Philosoph)|Thomas Browne]] (1605–1682), einem englischen Philosophen, wird die erste Erwähnung von Adipocire im Jahre 1658 zugeschrieben: {{Zitat|In einem wassergetränkten Leichnam, der zehn Jahre in einem Kirchhof begraben lag, trafen wir auf eine Ablagerung von Fett, wo der Salpeter des Bodens sowie das Salz und die laugige Flüssigkeit des Leichnams große Stücke Körperfett zur Konsistenz von Seife der härtesten Sorte gerinnen lassen haben: wovon ein Teil bei uns verbleibt.|aus: &amp;#039;&amp;#039;Hydriotaphia. Urn Burial&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;!--&amp;#039;&amp;#039;In a Hydropicall body ten years buried in a Church-yard, we met with a fat concretion, where the nitre of the Earth, and the salt and lixivious liquor of the body, had coagulated large lumps of fat, into the consistence of the hardest castle-soap: wherof part remaineth with us.&amp;#039;&amp;#039; (in „Hydriotaphia, Urn Burial.“)--&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erforschung ==&lt;br /&gt;
In Kooperation mit der [[Deutsche Bundesstiftung Umwelt|Deutschen Bundesstiftung Umwelt]] und der [[Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche|Nordelbischen Kirche]] werden die chemischen und physikalischen Gegebenheiten sowie die bodenkundlichen Voraussetzungen ermittelt, die eine Verwesung verhindern. Es geht sowohl darum, dass die Leichname sich im Grab selbst zersetzen, um eine Totenruhe zu ermöglichen, als auch um den finanzielle Belastung für die Angehörigen, da die Wiederbelegung einer Grabstätte, in der eine Wachsleiche liegt, auch nach Ablauf der regulären [[Ruhefrist]], nicht möglich ist.&lt;br /&gt;
Bodenkundliche Analysen haben ergeben, dass die Bestattung der Särge in einer Sandschicht maßgeblich zur besseren Durchlüftung beiträgt, sowie die Gefahr von sich stauender Nässe verringert.&amp;lt;ref name=CAU/&amp;gt;&amp;lt;ref name=DNB/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsmedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
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