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	<title>Adam des Y-Chromosoms - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-13T00:14:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Adam_des_Y-Chromosoms&amp;diff=370785&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-39075-09: „letzte“ klingt m. E. nach missverständlich, da es sich ja um den genealogischen Beginn der Menschheit handelt</title>
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		<updated>2025-12-07T12:11:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;„letzte“ klingt m. E. nach missverständlich, da es sich ja um den genealogischen Beginn der Menschheit handelt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adam des Y-Chromosoms&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Bezeichnung aus der [[Archäogenetik]] für jenen [[Urgeschichte|urzeitlichen]] [[Mann]], der mit allen zu einem bestimmten späteren Zeitpunkt lebenden Männern über eine ununterbrochene [[Abstammungslinie]] ausschließlich männlicher Nachkommen verwandt ist. Ein „Adam des [[Y-Chromosom]]s“ ist also der gemeinsame [[Stammvater]] aller zu einem bestimmten Zeitpunkt lebenden Männer, den man rekonstruiert, wenn man [[Abstammung]] ausschließlich über [[Vater|Väter]] und männliche [[Ahn]]en definiert ([[paternal]]), [[Mutter|Mütter]] und weibliche Ahnen völlig außer Acht lässt und von mehreren unter dieser Voraussetzung ermittelten gemeinsamen Stammvätern den [[Genealogie|genealogisch]] jüngsten auswählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff und seine Bedeutung ergeben sich daraus, dass das Y-Chromosom im Gegensatz zu anderen [[Chromosom]]en ausschließlich von Vater zu Sohn vererbt wird. Bei einem „Adam des Y-Chromosoms“ handelt es sich damit um den [[Phylogenese|stammesgeschichtlich]] jüngsten Mann der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] &amp;#039;&amp;#039;[[Homo]]&amp;#039;&amp;#039;, auf den alle zum fraglichen Zeitpunkt existierenden menschlichen Y-Chromosomen zurückgehen. Er ist das männliche Gegenstück zur [[Mitochondriale Eva|mitochondrialen Eva]], der historisch ersten (urzeitlichen) Frau, die mit allen in einem bestimmten Moment lebenden Menschen durch eine ununterbrochene Linie ausschließlich weiblicher Nachkommen verwandt ist und von der daher alle in diesem Moment existierenden menschlichen [[Mitochondrium|Mitochondrien]] herrühren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Identität ==&lt;br /&gt;
Selbst wenn man in einem Gedankenspiel davon ausginge, dass die gesamte Menschheit von einem spezifischen ersten Mann abstammt, dass es also einen echten Stammvater aller Menschen in der Art des [[Adam und Eva|Adam der Bibel]] gegeben hat, ist dieser zwar &amp;#039;&amp;#039;ein&amp;#039;&amp;#039;, nicht aber &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; Adam des Y-Chromosoms. Zeugt der ursprüngliche Adam genau einen Sohn, so wird mit dem Tod des Vaters der Sohn zum neuen Adam. Zeugt der ursprüngliche Adam mehrere Söhne, so bleibt er zwar zunächst auch über seinen Tod hinaus Adam, verliert diese Rolle aber nachträglich an einen seiner Nachkommen, sobald alle bis auf eines der von ihm begründeten „Häuser“ aussterben, sobald also nur noch von einem seiner Söhne männliche Nachkommen existieren. Auch der neue sowie jeder spätere Adam reichen die fragliche Rolle unter analogen Umständen weiter, wobei theoretisch jedes Mal beliebig viele Generationen übersprungen werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem Adam des Y-Chromosoms muss es sich damit weder um den ersten Mann überhaupt noch um den einzigen Mann seiner Generation handeln. Obwohl ein Adam des Y-Chromosoms per Definition Vorfahre aller zum fraglichen Zeitpunkt lebenden Männer ist, muss er theoretisch nicht unbedingt auch Vorfahre aller zum fraglichen Zeitpunkt lebenden [[Frau]]en sein. &amp;lt;!-- Er muss prinzipiell noch nicht einmal menschlich sein. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Begriffserfindung wurde Rückgriff genommen auf das im Allgemeinwissen verankerte Bild von Adam und Eva als Stammeltern aller Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Implikationen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Y-Haplogruppen-Wanderung.png|mini|hochkant=1.8|Verteilungswege der verschiedenen [[Y-DNA]] (&amp;gt;[[Haplogruppe]])]]&lt;br /&gt;
Der aktuelle Stand der einschlägigen Forschung unterstützt die sogenannte [[Out-of-Africa-Theorie]], der zufolge die gesamte heutige Menschheit von einer überschaubaren und homogenen Population afrikanischer Frühmenschen abstammt. Er entkräftet damit die konkurrierende Hypothese, die heutige Menschheit wäre durch eine Vermischung verschiedener Menschengruppen entstanden, die sich unabhängig voneinander aus verschiedenen geographisch getrennten Vormenschengruppen entwickelt hätten. Das Ergebnis liefert keine Antwort auf die derzeit vieldiskutierte Frage, ob die aktuellen nichtafrikanischen [[Ethnie]]n auf eine große oder auf mehrere kleine afrikanische Auswanderungswellen zurückgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktuelle Forschungsergebnisse sagen aus, dass zu einem gewissen Grad Verpaarungen zwischen unterschiedlichen Arten der Gattung [[Homo]] stattgefunden haben. So wurden in den Jahren 2013 bis 2015 von dem Forscherteam um den schwedischen Wissenschaftler [[Svante Pääbo]] neue Erkenntnisse zur &amp;#039;&amp;#039;Vermischung&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht:&lt;br /&gt;
* Verbesserte Analysemethoden zeigten einen Genfluss von bis zu 4 % [[Neandertaler]]-Genen zum Genpool heutiger Europäer und Asiaten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.mpg.de/611790/pressemitteilung201004292/ |titel=Der Neandertaler in uns |hrsg=Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie |datum=2015-06-28 |zugriff=2019-01-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*  Forschungsdaten zu den &amp;#039;&amp;#039;Homo-sapiens-&amp;#039;&amp;#039;Fossilien von [[Peștera cu Oase]] in [[Rumänien]] und [[Oberschenkelknochen von Ust-Ischim|Ust-Ischim]] in [[Sibirien]] sowie zu dem Fund von [[Denisova-Mensch|Denisova]] untermauerten diese Aussagen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.mpg.de/forschung/homo-sapiens-neandertaler-vermischung-europa |titel=Frühe Europäer haben sich mit Neandertalern vermischt |hrsg=[[Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie]] |datum=2015-07-12 |kommentar=mit einer Abbildung des Unterkiefers &amp;#039;&amp;#039;Oase1&amp;#039;&amp;#039; |zugriff=2019-01-15}}&amp;lt;br /&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Sandra Jacob |url=https://www.mpg.de/8708093/genom_des_altesten_homo_sapiens_entschluesselt |titel=Erbgut des bisher ältesten modernen Menschen entschlüsselt |hrsg=Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie |datum=2014-10-22 |zugriff=2019-01-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Allerdings wurde Genfluss bislang nur in eine Richtung (Verpaarung von &amp;#039;&amp;#039;Homo-sapiens-&amp;#039;&amp;#039;Männern mit Neandertaler-Frauen) und nicht von Neandertaler-Männern zu &amp;#039;&amp;#039;Homo-sapiens-&amp;#039;&amp;#039;Frauen nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Frank Patalong |url=https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/mensch-traegt-nur-gene-weiblicher-neandertaler-in-sich-a-1085003.html |titel=Mensch trägt nur Gene weiblicher Neandertaler in sich |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2016-04-07 |abruf=2024-01-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.mpg.de/528156/pressemitteilung200611153/ |titel=Die erste Million ist sequenziert: Leipziger Max-Planck-Forscher entschlüsseln eine Million Basenpaare des Neandertalergenoms |hrsg=Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie |datum=2006-11-16 |zugriff=2019-01-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Genetik ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Y-Chromosom und Wanderwege des Menschen.webm|mini|Y-Chromosom und Wanderwege des Menschen]]&lt;br /&gt;
Das Y-Chromosom rekombiniert über 95 % seiner Länge nicht mit dem X-Chromosom. Die DNA aller Männer muss daher in diesem Bereich auf einen einzigen Vorfahren zurückgehen, also [[monophyletisch]] sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu [[Menschenaffe]]n zeigt das Y-Chromosom deutlich größere Sequenzunterschiede als die [[Autosom]]en. Zum Beispiel unterscheiden sich die Y-Chromosomen von Mensch und [[Gemeiner Schimpanse|Schimpanse]] um 1,7 %, Autosomen aber durchschnittlich um nur 1,25 %.&amp;lt;ref&amp;gt;F. C. Chen, W. H. Li: &amp;#039;&amp;#039;Genomic divergences between humans and other hominoids and the effective population size of the common ancestor of humans and chimpanzees.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Am J Hum Genet.&amp;#039;&amp;#039; 68(2), 2001, S. 444–456. PMID 11170892&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der Arten sind die Diversitäten des Y-Chromosoms aber deutlich geringer als bei Autosomen. Das Y-Chromosom wird nur über die männliche [[Keimbahn]] vererbt, bei der die [[Mutation]]srate etwas höher ist als in der weiblichen. Das erklärt die höhere Divergenz der Sequenzen zwischen [[Primaten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einer der Faktoren für die genetische Diversität innerhalb der [[Population (Anthropologie)|menschlichen Population]] ist die geringere [[effektive Populationsgröße]]. Sie ist nur etwa ¼ so groß wie die von Autosomen und entspricht damit etwa derjenigen der mitochondrialen DNA. Das Alter der Mitochondrialen Eva und des Adams des Y-Chromosoms muss also ähnlich, aber nicht identisch sein, da die tatsächlichen effektiven Populationsgrößen durchaus unterschiedlich sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Y-DNA HG diversion spread plain.svg|mini|hochkant=1.8|Übersicht der möglichen Entwicklung von Y-DNA-Haplogruppen beginnend vom Zweig CT. Dargestellt sind auch die dominierenden Haplogruppen im euroasiatischen und nordostafrikanischen Raum.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genetische Diversität ===&lt;br /&gt;
Obwohl die aktuelle Populationsgröße des Menschen weit höher ist als die sonstiger [[Menschenaffe]]n, ist die genetische Diversität beim Menschen deutlich kleiner. Bei einer Studie eines 3.000 Basen langen DNA-Segmentes auf dem Y-Chromosom von 101 [[Gemeiner Schimpanse|Gemeinen Schimpansen]] und sieben [[Bonobo]]s fand man 23 variable Positionen, während 42 Menschen in der gleichen Region gar keine Unterschiede untereinander zeigten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stone&amp;quot;&amp;gt;A. C. Stone, R. C. Griffiths, S. L. Zegura, M. F. Hammer: &amp;#039;&amp;#039;High Levels of Y-Chromosome Nucleotide Diversity in the Genus Pan.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Proc Natl Acad Sci U S A]].&amp;#039;&amp;#039; 99(1), 2002, S. 43–48. [[doi:10.1073/pnas.012364999]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der [[Orang-Utan]] zeigt eine viel höhere genetische Diversität als der Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Genetische Diversität von Menschenaffen im Vergleich zum Menschen&lt;br /&gt;
! [[Genlocus|Locus]] !! Schimpanse&amp;lt;br&amp;gt;vs. Mensch !! Bonobo&amp;lt;br&amp;gt;vs. Mensch !! Gorilla&amp;lt;br&amp;gt;vs. Mensch !! Orang-Utan&amp;lt;br&amp;gt;vs. Mensch !! Referenz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| mtDNA&lt;br /&gt;
| 3- bis 4-mal so hoch  || höher || höher || höher ||&amp;lt;ref&amp;gt;P. Gagneux, C. Wills, U. Gerloff, [[Diethard Tautz|D. Tautz]], P. A. Morin, C. Boesch, B. Fruth, G. Hohmann, O. A. Ryder, D. S. Woodruff: &amp;#039;&amp;#039;Mitochondrial sequences show diverse evolutionary histories of African hominoids.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proc Natl Acad Sci U S A.&amp;#039;&amp;#039; 96(9), 1999, S. 5077–5082. [[doi:10.1073/pnas.96.9.5077]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| Y-Chromosom&lt;br /&gt;
| höher || höher || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;geringer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || höher ||&amp;lt;ref name=&amp;quot;stone&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;| X-Chromosom&lt;br /&gt;
| 3-mal so hoch || keine Daten || 2-mal so hoch || 3,5-mal so hoch ||&amp;lt;ref&amp;gt;H. Kaessmann, V. Wiebe, G. Weiss, S. Pääbo: &amp;#039;&amp;#039;Great ape DNA sequences reveal a reduced diversity and an expansion in humans.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature Genetics]].&amp;#039;&amp;#039; 27(2), 2001, S. 155–156. [[doi:10.1038/84773]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Gorillas|Gorilla]] zeigt als einziger [[Hominoiden|Hominoid]] eine geringere genetische Diversität des Y-Chromosoms als der Mensch, obwohl seine genetische Diversität bei mitochondrialer DNA und dem  X-Chromosom wesentlich höher ist. Ursache ist die spezielle soziale Struktur der Gorillas. Sie leben in Gruppen, in denen ein dominantes Männchen ([[Silberrücken]]) alle Weibchen begattet. Das reduziert die effektive Populationsgröße des Y-Chromosoms, was dessen geringe genetische Diversität zur Folge hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Diversität des Y-Chromosoms beim Menschen ist in Afrika am größten. So gibt es nur in Afrika die sehr alten Makro-[[Haplogruppe]]n A und B, wohingegen weitere Makrohaplogruppen sowohl in Afrika als auch außerhalb Afrikas zu finden sind. Die Haplogruppen außerhalb Afrikas sind stark verästelt, was typisch für expandierende Populationen ist. Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;nur scheinbar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; größere Diversität der Y-Chromosomen in Europa und Asien rührt daher, dass die Anthropologen die Makrohaplogruppen Eurasiens in jüngere Unterhaplogruppen (z.&amp;amp;nbsp;B. die Makrohaplogruppe F in die Haplogruppen G bis R) unterteilt haben, um weitere, jüngere Siedlungsetappen nachvollziehen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Genetische Diversität des Menschen in Afrika, Asien und Europa&lt;br /&gt;
! Locus !! Afrika !! Asien !! Europa !! Referenz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| mtDNA (Unterschiede paarweise)&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;2,08&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;  || 1,75 || 1,08 ||&amp;lt;ref&amp;gt;L. Vigilant, M. Stoneking, H. Harpending, K. Hawkes, A. C. Wilson: &amp;#039;&amp;#039;African populations and the evolution of human mitochondrial DNA.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science.&amp;#039;&amp;#039; 253(5027), 1991, S. 1503–1507. [[doi:10.1126/science.1840702]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| Y-Chromosom (43 Marker)&lt;br /&gt;
| 0,841 || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;0,904&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || 0,852 ||&amp;lt;ref&amp;gt;M. F. Hammer, T. M. Karafet, A. J. Redd, H. Jarjanazi, S. Santachiara-Benerecetti, H. Soodyall, S. L. Zegura: [http://mbe.oxfordjournals.org/cgi/content/full/18/7/1189 &amp;#039;&amp;#039;Hierarchical patterns of global human Y-chromosome diversity.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Mol Biol Evol.&amp;#039;&amp;#039; 18(7), 2001, S. 1189–1203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| X-Chromosom (Nukleotid-Diversität)&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;0,035&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || 0,025 || 0,034 ||&amp;lt;ref&amp;gt;H. Kaessmann, F. Heissig, [[Arndt von Haeseler|A. von Haeseler]], S. Pääbo: &amp;#039;&amp;#039;DNA sequence variation in a non-coding region of low recombination on the human X chromosome.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nat Genet.&amp;#039;&amp;#039; 22(1), 1999, S. 78–81. [[doi:10.1038/8785]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;| Autosomen (Nukleotid-Diversität)&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;0,115&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || 0,061 || 0,064 ||&amp;lt;ref&amp;gt;N. Yu, F. Chen, S. Ota, L. B. Jorde, P. Pamilo, L. Patthy, M. Ramsay, T. Jenkins, S. Shyue, W. Li: [http://www.genetics.org/cgi/content/full/161/1/269 &amp;#039;&amp;#039;Larger genetic differences within africans than between Africans and Eurasians.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Genetics.&amp;#039;&amp;#039; 161(1), 2002, S. 269–274.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmerkung: Afrika würde auch für das Y-Chromosom die höchste Diversität zeigen, wenn man die genetische Diversität als Zahl der paarweise vorliegenden Unterschiede mäße.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jobling&amp;quot;&amp;gt;Mark A. Jobling, Chris Tyler-Smith, Matthew Hurles: &amp;#039;&amp;#039;Human Evolutionary Genetics. Origins, Peoples and Disease.&amp;#039;&amp;#039; 2004, ISBN 0-8153-4185-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genetischer Stammbaum ===&lt;br /&gt;
Anders als bei der mitochondrialen DNA unterscheiden sich die DNA-Sequenzen des Y-Chromosoms nur wenig von Mensch zu Mensch. Wollte man einen Stammbaum nur durch Vergleich von Sequenzen generieren, wie bei der Mitochondrialen Eva, wären sehr lange Sequenzen erforderlich. Das hätte vor allem Anfang der 1990er, als die ersten Studien dieser Art anfingen, ungeheuer hohe Kosten zur Folge gehabt. Stattdessen arbeiten die Forscher mit [[Marker (Genetik)|genetischen Markern]]. Die ersten Marker wurden 1985 entdeckt. Seitdem kommen immer mehr Marker hinzu. Die [[DHPLC]]-Technik (&amp;#039;&amp;#039;Denaturing [[Hochleistungsflüssigkeitschromatographie|high performance liquid chromatography]]&amp;#039;&amp;#039;) leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.&lt;br /&gt;
* Die Stammbäume weisen eindeutig auf einen afrikanischen Ursprung des Y-Chromosoms hin, wenn auch nicht so deutlich wie bei der mitochondrialen DNA.&lt;br /&gt;
* Die zwei ältesten Äste des Baums (A und B) sind praktisch spezifisch für Afrika, allerdings gehören nur etwa 13 % der Y-Chromosomen in Afrika in diese Haplogruppen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jobling&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Alter von Adam ===&lt;br /&gt;
Das Schätzen der Zeit bis zum letzten gemeinsamen menschlichen paternalen Vorfahren ist besonders schwierig. Ältere Studien ergaben ein erstaunlich junges Alter des Adams des Y-Chromosoms, wenngleich mit großen Fehlerintervallen. Thomson  u.&amp;amp;nbsp;a. (2000)&amp;lt;ref&amp;gt;Russell Thomson u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Recent common ancestry of human Y chromosomes: Evidence from DNA sequence data.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proc Natl Acad Sci U S A.&amp;#039;&amp;#039; 97(13), 2000, S. 7360–7365, [[doi:10.1073/pnas.97.13.7360]].&amp;lt;/ref&amp;gt; schätzten die Zeit bis zum letzten gemeinsamen Vorfahren auf etwa 60.000 Jahre (60.000 bis 90.000).  Stimmen diese Ergebnisse, so bedeutet dies, dass der Adam des Y-Chromosoms nur kurze Zeit vor dem ersten großen Exodus aus Afrika gelebt hat. Das unterscheidet ihn ganz klar von der Mitochondrialen Eva, die vor etwa 175.000 Jahren gelebt hat. Das sehr junge Alter des Y-Chromosoms würde auch erklären, warum dessen genetische Diversität in Afrika nicht wesentlich höher ist als in Eurasien und warum sie insgesamt beim Menschen so niedrig ist. Zudem erklärt es, warum im Stammbaum des Y-Chromosoms Afrikaner nicht so klar von Nicht-Afrikanern separiert sind, wie das bei der mitochondrialen DNA der Fall ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jobling&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine 2013 publizierte Studie berechnete jedoch für das Y-Chromosom eines [[Afroamerikaner]]s („Albert Perry“), dass es sich bereits vor 338.000 Jahren von allen anderen Y-Chromosom-Linien abgesondert habe und Ähnlichkeiten mit den Y-Chromosomen einer Gruppe von elf Männern im afrikanischen [[Kamerun]] aufweise.&amp;lt;ref&amp;gt;Fernando L. Mendez u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;An African American Paternal Lineage Adds an Extremely Ancient Root to the Human Y Chromosome Phylogenetic Tree.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;American Journal of Human Genetics.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;92, Nr.&amp;amp;nbsp;3, 2013, S.&amp;amp;nbsp;454–459, [[doi:10.1016/j.ajhg.2013.02.002]].&amp;lt;br /&amp;gt;[https://www.newscientist.com/article/dn23240-the-father-of-all-men-is-340000-years-old/ &amp;#039;&amp;#039;The father of all men is 340,000 years old.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;newscientist.com&amp;#039;&amp;#039;, 1. November 2012 (abgerufen am 28. März 2018).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2013 wurde schließlich in &amp;#039;&amp;#039;[[Science]]&amp;#039;&amp;#039; eine weitere Studie publiziert, der zufolge die [[mitochondriale Eva]] vor 99.000 bis 148.000 Jahren lebte und der „Adam des Y-Chromosoms“ vor 120.000 bis 156.000 Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;G. David Poznik u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;Sequencing Y Chromosomes Resolves Discrepancy in Time to Common Ancestor of Males Versus Females.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Science]].&amp;#039;&amp;#039; Band 341, Nr. 6145, 2013, S. 562–565, [[doi:10.1126/science.1237619]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Y-DNA}}&lt;br /&gt;
=== Selektion ===&lt;br /&gt;
Alle Studien über die Abstammung eines [[Genlocus|Locus]] wie des Y-Chromosoms nehmen implizit an, dass der Locus nicht unter Selektion steht, die verschiedenen [[Haplotyp]]en also neutrale Variationen sind. Selektion verringert die genetische Diversität, da die vorteilhaften Y-Chromosomen sich in der Population ausbreiten und weniger vorteilhafte verdrängen. Krausz  u.&amp;amp;nbsp;a. (2001)&amp;lt;ref&amp;gt;C. Krausz, L. Quintana-Murci, E. R. Meyts, N. Jørgensen, M. A. Jobling, Z. H. Rosser, N. E. Skakkebaek, K. McElreavey: [http://hmg.oxfordjournals.org/cgi/content/full/10/18/1873 &amp;#039;&amp;#039;Identification of a Y chromosome haplogroup associated with reduced sperm counts.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hum Mol Genet]].&amp;#039;&amp;#039; 10(18), 2001, S. 1873–1877.&amp;lt;/ref&amp;gt; beschrieben einen Haplotyp bei dänischen Männern, der mit einer verringerten Zahl von [[Spermien]] assoziiert ist. Einen wirklichen Beweis für Selektion auf dem Y-Chromosom gibt es bislang aber noch nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;jobling&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Aaron des Y-Chromosoms]]&lt;br /&gt;
* [[Hominisation]]&lt;br /&gt;
* [[Stammesgeschichte des Menschen]]&lt;br /&gt;
* [[Archaischer Homo sapiens|Archaischer &amp;#039;&amp;#039;Homo sapiens&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ann Gibbons: &amp;#039;&amp;#039;Modern Men Trace Ancestry to African Migrants.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Science]].&amp;#039;&amp;#039; Band 292, Nr. 5519, 2001, S. 1051–1053, [[doi:10.1126/science.292.5519.1051b]]&lt;br /&gt;
* Yuehai Ke u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;African Origin of Modern Humans in East Asia: A Tale of 12,000 Y Chromosomes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 292, Nr. 5519, 2001, S. 1151–1153, [[doi:10.1126/science.1060011]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Hillary Mayell: [http://news.nationalgeographic.com/news/2002/12/1212_021213_journeyofman.html &amp;#039;&amp;#039;Documentary Redraws Humans&amp;#039; Family Tree.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[National Geographic]].&amp;#039;&amp;#039; 21. Januar 2003.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evolution]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Humangenetik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Paläoanthropologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Adam als Namensgeber]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
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