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	<title>Adalbert Merx - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-02-12T03:48:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Adalbert Merx (HeidICON 28708) (cropped).jpg|mini|Adalbert Merx]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adalbert Ernst Otto Merx&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[2. November]] [[1838]] in [[Bleicherode]]; † [[6. August]] [[1909]] in [[Heidelberg]]) war ein deutscher evangelischer [[Theologie|Theologe]] und [[Orientalist]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Merx war der Sohn des Pädagogen und Nachmittagspredigers&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot;&amp;gt;{{NDB|17|194|195|Merx, Adalbert|Klaus Breuer|116912154}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Friedrich Wilhelm Merx (1809–1843) und der Schriftstellerin [[Eulalia Merx]], geb. Hoche (1811&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Brümmer: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1, 6. Aufl., Philipp Reclam jun., Leipzig, 1913, S. 83–84 gibt 1811 als Geburtsjahr an.&amp;lt;/ref&amp;gt;–1908), die eine Schwester der Schriftstellerin und Frauenrechtlerin [[Louise Aston]] geb. Hoche war. Der Theologe und Historiker [[Johann Gottfried Hoche]] war sein Großvater.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adalbert Merx war seit 1873 verheiratet mit Sophie, geb. Curtius (1841–1915), Witwe des Großkaufmanns Ernst Matthias Döderlein in St. Petersburg. Das Ehepaar hatte sieben Kinder, darunter den Sohn [[Otto Merx]] (1862–1916), Historiker und Archivar, und die beiden Töchter Elisabeth Merx (1874–1945) und Gisela Merx+ (1875–1965). Aus der Ehe von Elisabeth Merx mit dem Wissenschaftshistoriker und Orientalisten [[Julius Ruska]] stammen neben weiteren Kindern der Physiker und Erfinder des Elektronenmikroskops (Nobelpreis 1986) [[Ernst Ruska]] (1906–1988) und der Mediziner und Biophysiker [[Helmut Ruska]] (1908–1973), Pionier der medizinisch-biowissenschaftlichen Elektronenmikroskopie. Gisela Merx (1875–1965) war verheiratet mit [[Max Wolf]], Professor der Astronomie in Heidelberg und Wiederentdecker des [[Halleyscher Komet|Halleyschen Kometen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schule und Studium ===&lt;br /&gt;
Adalbert Merx absolvierte das Gymnasium in [[Halberstadt]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt; und besuchte ab 1851 mit einer Freistelle die [[Landesschule Pforta]] in [[Schulpforta]] bei [[Naumburg (Saale)]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_57&amp;quot;&amp;gt;Markus Iff: &amp;#039;&amp;#039;Liberale Theologie in Jena. Ein Beitrag zur Theologie- und Wissenschaftsgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, De Gruyter, Berlin 2011, S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt; Dort erhielt er eine [[humanistisch]]e und philosophische Ausbildung. Daneben lernte er unter Anleitung seines Lehrers [[Karl Steinhart (Philologe)|Karl Steinhart]] [[Syrische Sprache|Syrisch]] und [[Arabische Sprache|Arabisch]], dazu Englisch, Französisch und Italienisch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_57&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt; Aus dieser Zeit stammte nach eigener Aussage sein Wunsch, [[Sprachwissenschaft]]en zu studieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_57&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese Studien jedoch allein keine sicheren Zukunftsaussichten boten, studierte Merx ab dem Sommersemester 1857 an der [[Philipps-Universität Marburg]] neben [[Philologie]] auch Theologie u.&amp;amp;nbsp;a. bei dem Alttestamentler [[Franz Dietrich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_57&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt; [[Sanskrit]] lernte er bei [[Johann Gildemeister (Orientalist)|Johann Gildemeister]]. Zugleich erweiterte er seine Kenntnisse der orientalischen Sprachen, was sich für sein Studium des Alten Testaments als wertvoll erweisen sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Markus Iff: &amp;#039;&amp;#039;Liberale Theologie in Jena. Ein Beitrag zur Theologie- und Wissenschaftsgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2011, S. 57. (Nach: O. Herrigel: &amp;#039;&amp;#039;Zum Gedächtnis von Adalbert Merx.&amp;#039;&amp;#039;) In: Protestantische Monatshefte 14 (1910), 41-53, 89-103&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach drei Semestern wechselte er nach [[Halle (Saale)]], dem damaligen Zentrum der biblisch-orientalischen Studien, wo er vier Semester verbrachte. Seine Lehrer dort waren insbesondere der [[Semitist]] [[Emil Rödiger]] (1801–1874), der Alttestamentler [[Hermann Hupfeld]], ein Vertreter der historisch-kritischen Richtung, und der Arabist [[Friedrich August Arnold]] (1812–1869).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann ging Merx nach [[Breslau]]. Dort wurde er 1862 an der Philosophischen Fakultät mit einer Arbeit über die Briefe des [[Ignatius von Antiochia]] [[Brief des Ignatius an Polykarp|an Polykarp]], [[Brief des Ignatius an die Epheser|an die Epheser]] und [[Brief des Ignatius an die Römer|an die Römer]] zum [[Dr. phil.]] promoviert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_57&amp;quot; /&amp;gt; Mit dieser aufsehenerregenden Arbeit wies er nach, dass alle unter dem Namen des Ignatius von Antiochien laufenden Schriften unecht sind, der &amp;#039;&amp;#039;[[Syrus Curetonianus]]&amp;#039;&amp;#039; oder Cureton-Syrer aus dem 5. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;[[William Cureton]] (Abgerufen am 5. August 2015), Und: [[:en:Curetonian Gospels]] (Abgerufen am 5. August 2015). William Cureton (1808–1864) war ein britischer Orientalist und 1858 Herausgeber von Schriftstücken aus einer umfassenden Handschriftensammlung in altsyrischer Sprache, dem sog. Cureton-Syrer („Syrus Curetonianus“), der die Ignatianischen Briefe enthält. 1841 hatte der [[Koptologie|Koptologe]] [[Henry Tattam]] die Handschriften aus einem Kloster der [[Sketische Wüste|ägyptischen Natronwüste]] für das [[British Museum|Britische Museum]] erworben. Der &amp;#039;&amp;#039;Syrus Curetonianus&amp;#039;&amp;#039; bildet zusammen mit dem Sinai-Syrer (&amp;#039;&amp;#039;Sinaiticus Palimpsest&amp;#039;&amp;#039;) die in der Syrischen Kirche unter dem Namen [[Evangelion Dampharshe]] (getrennte Evangelien) bekannten Fassungen der vier kanonischen Evangelien.&amp;lt;/ref&amp;gt; dagegen den echten Ignatiustext enthält. Von 1862 bis 1864 studierte Merx in [[Berlin]] und erwarb dort 1864 mit einer (ungedruckten) Arbeit über Tendenz und Komposition des [[Ijob|Hiobbuches]] (&amp;#039;&amp;#039;De Jobeide&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt;) das theologische [[Lizenziat|Licentiat]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_57&amp;quot; /&amp;gt; 1865 habilitierte sich Merx an der [[Theologische Fakultät|Theologischen Fakultät]] der [[Universität Jena]] mit der Schrift &amp;#039;&amp;#039;Cur in libro Danielis iuxta hebraeam aramaea adhibita sit dialectus explicatur&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_57&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Universitätslaufbahn ===&lt;br /&gt;
Seine akademische Tätigkeit begann Merx im Sommersemester 1865 in Jena mit einer Vorlesung über das Buch [[Joel]]. 1866 stand er auf der Kandidatenliste für den neu zu besetzenden Lehrstuhl für alttestamentliche [[Exegese]]. 1869 wurde Merx in Jena zum außerordentlichen Professor ernannt. Das Gutachten seines Kollegen [[Ludwig Diestel]] hebt seine „gründliche philosophische“ Erforschung des [[Altes Testament|Alten Testaments]] hervor und die Gründung des Archivs zur wissenschaftlichen Erforschung desselben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_58&amp;quot;&amp;gt;Markus Iff: &amp;#039;&amp;#039;Liberale Theologie in Jena. Ein Beitrag zur Theologie- und Wissenschaftsgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, De Gruyter, Berlin 2011, S. 58.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Jena las Merx neben alttestamentlichen Kollegs auch über Arabisch, [[Persische Sprache#Neupersisch|Neupersisch]] und [[Altäthiopische Sprache|Äthiopisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr wurde er an die Philosophische Fakultät der [[Eberhard Karls Universität Tübingen|Universität Tübingen]] berufen. Als Nachfolger des Orientalisten [[Julius Mohl|Julius v. Mohl]] übernahm er dort die ordentliche Professur für [[Semitische Sprachen]]. Im Februar 1873 wurde Merx als o. Professor für Altes Testament Nachfolger von [[Eberhard Schrader]] an der Theologischen Fakultät in [[Gießen]]. Im April 1875 folgte er einem Ruf als Nachfolger des Theologen und Alttestamentlers [[Ferdinand Hitzig]] an die [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Universität Heidelberg]], wo er bis zu seinem Tode lehrte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_58_59&amp;quot;&amp;gt;Markus Iff: &amp;#039;&amp;#039;Liberale Theologie in Jena. Ein Beitrag zur Theologie- und Wissenschaftsgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, De Gruyter, Berlin 2011, S. 58f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bleicherode Merx plaque.jpg|mini|Gedenktafel am Heimatmuseum in [[Bleicherode]]]]&lt;br /&gt;
Adalbert Merx starb bei einer Begräbnisrede für seinen Freund und Kollegen, den Kirchenhistoriker [[Adolf Hausrath]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt; auf dem [[Bergfriedhof (Heidelberg)|Bergfriedhof Heidelberg]] am 6. August 1909. Dort fand er in unmittelbarer Nachbarschaft des Philosophen [[Gustav Radbruch]], des Soziologen [[Max Weber]] sowie der Schriftstellerinnen [[Hilde Domin]] und [[Elisabeth Alexander]] seine letzte Ruhestätte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.voegely.de/Website/Letzte_Ruhestatte.html Letzte Ruhestätte Frank-Ulrich Vögely] (Abgerufen am 4. August 2015)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein Grab im [[Jugendstil]] steht unter Denkmalschutz (E333-335).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=http://www.digilibrary.de/?page_id=7 |titel=Merx, Adalbert (1838–1909) |hrsg=digilibrary.de |abruf=2015-08-01 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20160304130209/http://www.digilibrary.de/?page_id=7 |archiv-datum=2016-03-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
Adalbert Merx war [[Geheimrat]] (1892), Geh. Rat II. Kl. (1905), Doctor of Literature (Univ. Dublin) und Mitglied der [[Heidelberger Akademie der Wissenschaften]] (1909).&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merx’ Schwiegersohn Max Wolf benannte die [[Asteroid]]en [[(330) Adalberta]] und [[(808) Merxia]] nach seinem Schwiegervater.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel King |url=http://www.academia.edu/18999813/Merx_History_of_the_Syriac_Grammatical_Tradition |titel=Merx, History of the Syriac Grammatical Tradition |seiten=2 |sprache=en |abruf=2017-07-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachlass ==&lt;br /&gt;
Adalbert Merx’ Nachlass wird an der [[Universitätsbibliothek Heidelberg]] verwahrt (Nachlass Adalbert Merx, Signatur: Heid. Hs. 3762). Drei Kästen enthalten: A. Tagebücher; B. Werk, Biographie und Nachruf; C. Korrespondenz; D. Eigene Kollegnachschriften; E. Kollegmanuskripte; F. Werkmanuskripte und Gedichte; G. Vorträge; H. Veröffentlichungen; J. Schriften anderer Autoren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://kalliope-verbund.info/de/ead?ead.id=DE-611-BF-6396 |titel=Nachlaß Adalbert Merx |hrsg=Kalliope-Verbund |datum=2010-11-04 |abruf=2015-08-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Adalbert Merx war als [[Universalgelehrter]] ein angesehener und international renommierter&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt; Wissenschaftler. Sein bekanntestes Werk ist &amp;#039;&amp;#039;Das Evangelium des Johannes nach der syrischen im Sinaikloster gefundenen [[Palimpsesthandschrift]]&amp;#039;&amp;#039; (siehe: [[Altsyrische NT-Übersetzungen]]). Das Werk wurde nach seinem Tode abgeschlossen und von seinem Schwiegersohn [[Julius Ruska]] publiziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merx’ außergewöhnliche Sprachkenntnisse – er beherrschte die semitischen sowie andere orientalischen Sprachen in herausragender Weise – und sein Interesse an den grundlegenden Fragen zur [[Hermeneutik]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_59&amp;quot;&amp;gt;Markus Iff: &amp;#039;&amp;#039;Liberale Theologie in Jena. Ein Beitrag zur Theologie- und Wissenschaftsgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;, De Gruyter, Berlin 2011, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; prägten seine Arbeit als Exeget des Alten Testaments. Anhand des 1892 im [[Katharinenkloster]] (Sinai) von [[Agnes Smith Lewis]] und ihrer Zwillingsschwester [[Margaret Dunlop Gibson]] aufgefundenen [[Sinai-Syrer]]s ([[Sinaiticus-Palimpsest]])&amp;lt;ref&amp;gt;[[Altsyrische NT-Übersetzungen]] (Abgerufen am 5. August 2015), [[:en:Syriac Sinaiticus]] (Abgerufen am 5. August 2015), [[Evangelienharmonie]] (Abgerufen am 8. August 2015), [[:fr:Diatessaron]] (Abgerufen am 8. August 2015). Sinai-Syrer („Sinai Palimpsest“), die von Agnes Smith Lewis entdeckte Handschriftensammlung, stammt aus dem späten 4. Jahrhundert und umfasst 358 Seiten. Das Palimpsest enthält die altsyrische Übersetzung der vier Evangelien des Neuen Testaments (in der Reihenfolge: Matthäus, Markus, Johannes, Lukas), die um 778 n. Chr. mit einer „Vita“ von Heiligen und Märtyrerinnen überschrieben wurden. Es ist eine der beiden ältesten erhaltenen altsyrischen Übersetzungen der vier Evangelien – die andere ist enthalten im Cureton-Syrer („Syrus Curetonianus“) –, deren Entstehung für die Zeit vor der [[Peschitta]] angenommen wird. – Nicht zu verwechseln mit dem [[Codex Sinaiticus]], einem Bibel-Manuskripts aus der Mitte des 4. Jahrhunderts, das große Teile des AT und die älteste vollständige Abschrift des NT in altgriechischer Sprache enthält. Dieser Codex wurde 1844 von Konstantin von Tischendorf im Katharinenkloster (Sinai) entdeckt.&amp;lt;/ref&amp;gt; aus dem späten 4. Jahrhundert legte er die Bedeutung einer solide begründeten Textkritik für die Erstellung eines zuverlässigen Textes dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ndb_breuer&amp;quot; /&amp;gt; Die Weiterentwicklung der Textkritik blieb zeitlebens Teil seiner wissenschaftlichen Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sprachwissenschaftler entzifferte [[phönizische Schrift|phönizische]], [[Hebräische Sprache|hebräische]] und [[Aramäische Schrift|aramäische]] Inschriften, gab eine syrische Grammatik (1867–1870) und ein neusyrisches Lesebuch (1873) heraus und edierte [[Samaritaner|samaritanische]] und arabische Texte. Er verfasste auch eine Übersetzung türkischer Sprichwörter (1877, 1893). Das Werk &amp;#039;&amp;#039;Die Prophetie des Joel&amp;#039;&amp;#039; (1879) enthält seine exegetischen und hermeneutischen Grundsätze unter explizitem Rückbezug auf [[Adolf Hilgenfeld]], Ordinarius für Neues Testament in Jena, und die dortigen Alttestamentler Ludwig Diestel und [[Carl Gustav Adolf Siegfried]] (1830–1903), letzterer ein namhafter Vertreter der historisch-kritischen Forschung am Alten Testament.&amp;lt;ref name=&amp;quot;iff_59&amp;quot; /&amp;gt; Zur Feier des vierzigjährigen Regierungsjubiläums des Großherzogs [[Friedrich I. (Baden, Großherzog)|Friedrich von Baden]] hielt Merx am 28. April 1892 an der Universität Heidelberg seine Festrede über &amp;#039;&amp;#039;Die Ideen von Staat und Staatsmann im Zusammenhange mit der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit.&amp;#039;&amp;#039; Anlässlich des Geburtstags des badischen Großherzogs [[Karl Friedrich (Baden)|Karl Friedrich]] hielt Merx 1893 seine akademische Rede &amp;#039;&amp;#039;Idee und Grundlinien einer allgemeinen Geschichte der [[Mystik]]&amp;#039;&amp;#039;. 1998 erschien Merx’ Übersetzung eines Abschnitts aus [[Muallim Naci]]s Autobiographie vom Türkischen ins Deutsche: &amp;#039;&amp;#039;Aus Muʿallim Nadschi’s [Mu&amp;#039;allim Ná´g¯i] Sünbüle: Die Geschichte seiner Kindheit&amp;#039;&amp;#039; (G. Reimer, Berlin, 1898). Merx’ spätes Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Die vier kanonischen Evangelien nach ihrem ältesten bekannten Texte&amp;#039;&amp;#039; (1897–1911) ist eine Abhandlung zum Sinai-Syrer (Sinai Palimpsest).&amp;lt;ref&amp;gt;Das [[Diatessaron]] (griechisch „durch vier“, „aus vier“) auch ([[Evangelion Damhalte, ܐܶܘܰܢܓܶܠܝܳܘܢ ܕܰܡܚܰܠܛ̈ܶܐ]]) stammt aus der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts. Die altsyrische Evangelien-Harmonie wurde in der Syrischen Kirche bis zum 5. Jahrhundert häufig benutzt. Eusebius von Caesarea (260/64-339 o. 340) schreibt das Werk dem Assyrer [[Tatian]] zu. Um 170 verfasst, erzählt das Diatessaron unter Berücksichtigung aller vier kanonischen Evangelien eine einheitliche Lebens- und Wirkungsgeschichte Jesu. Das Diatessaron wurde durch die Peschitta ersetzt, eine Bibelübersetzung in syrischer Sprache, deren Anfänge im 1. Jahrhundert liegen und die heute in der [[Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien|Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien]] und der [[Assyrische Kirche des Ostens|Assyrischen Kirche des Ostens]] verwendet wird.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Verlauf seiner Forschungen unternahm Merx mehrere Reisen in den Nahen Osten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Meletemata, critica de epistolarum Ignatianarum versione syriaca commentatio.&amp;#039;&amp;#039; Halle, 1861 (Inauguraldissertation, Breslau, 1862).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bardesanes von Edessa: nebst einer Untersuchung über das Verhältnis der clementinischen Recognitionen zu dem Buche der Gesetze der Länder&amp;#039;&amp;#039;. C.E.M. Pfeffer, Halle, 1863.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Cur in libro Danielis iuxta hebraeam aramaea adhibita sit dialectus explicatur.&amp;#039;&amp;#039; Halle, 1865. (Habilitationsschrift) ([http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10411905-8 Digitalisat])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Grammatica Syrica.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1-2, Orphanotropheum, Halle, 1867-1870. ([http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb10522415-5 Digitalisat]) (Digitalisat, [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/urn/urn:nbn:de:gbv:3:5-24560 Bd. 1]; [http://menadoc.bibliothek.uni-halle.de/ssg/content/titleinfo/600515 Bd. 2])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Inschrift von Umm el Awamid I.&amp;#039;&amp;#039; In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft Band 21 (1867), S. 476.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Gedicht von Hiob. Hebräischer Text, kritisch bearbeitet und übersetzt, nebst … Einleitung.&amp;#039;&amp;#039; Mauke’s Verlag, Jena 1871.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Türkische Sprichwörter ins Deutsche übersetzt.&amp;#039;&amp;#039; Venedig, Armenische Druckerei. Erste Ausgabe, 1877.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Eine Rede vom Auslegen ins besondere des Alten Testaments. Vortrag gehalten zu Heidelberg im wissenschaftlichen Predigerverein Badens und der Pfalz am 3. Juli 1878.&amp;#039;&amp;#039; Buchhandlung des Waisenhauses, Halle/S. 1879. ([http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11388335-5 Digitalisat])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Prophetie des Joel und ihre Ausleger. Von den ältesten Zeiten bis zu den Reformatoren. Eine exegetisch-kritische und hermeneutisch-dogmengeschichtliche Studie.&amp;#039;&amp;#039; Buchhandlung des Waisenhauses, Halle/S. 1879. ([http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11388336-1 Digitalisat])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Saadjanische [Sa&amp;#039;adjã Gã&amp;#039;¯on] Uebersetzung des Hohen Liedes ins Arabische ([Arab:] Tasbî.h attasãbîh)&amp;#039;&amp;#039;. Winter, Heidelberg 1882.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Chrestomathia Targumica quam collatis libris manu scriptis antiquissmimis tiberiensibusque impressis celeberrimis. E codicibus ad codices vocalibus babylonicis instructis.&amp;#039;&amp;#039; Reuther, Berlin 1888.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Ideen von Staat und Staatsmann im Zusammenhange mit der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit. Festrede zur Feier des vierzigjährigen Regierungsjubiläums Seiner Königlichen Hoheit des Grossherzogs Friedrich von Baden gehalten in der Aula der Universität Heidelberg am 28. April 1892&amp;#039;&amp;#039;. Hörning, Heidelberg 1892. ([https://digital.blb-karlsruhe.de/id/3816614 Digitalisat])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Türkische Sprichwörter ins Deutsche übersetzt.&amp;#039;&amp;#039; Armenische Druckerei, Venedig 1893.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Idee und Grundlinien einer allgemeinen Geschichte der Mystik. Akademische Rede zum Geburtsfeste des höchstseligen Grossherzogs Karl Friedrich am 22. November 1892 beim Vortrage des Jahresberichtes und der Verkündung der akademischen Preise gehalten.&amp;#039;&amp;#039; Hörning, Heidelberg 1893.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die vier kanonischen Evangelien nach ihrem ältesten bekannten Texte. Übersetzung und Erläuterung der syrischen im Sinaikloster gefundenen Palimpsesthandschriften.&amp;#039;&amp;#039; 2 Teile in 4 Bänden, G. Reimer, Berlin 1897–1911.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{NDB|17|194|195|Merx, Adalbert|Klaus Breuer|116912154}}&lt;br /&gt;
* Markus Iff: &amp;#039;&amp;#039;Liberale Theologie in Jena. Ein Beitrag zur Theologie- und Wissenschaftsgeschichte des ausgehenden 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. De Gruyter, Berlin 2011.&lt;br /&gt;
* Oskar Herrigel: &amp;#039;&amp;#039;Zum Gedächtnis von Adalbert Merx&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Protestantische Monatshefte.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 14, 1910, S. 41–50, 89–103 (W-Verz.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|116912154}}&lt;br /&gt;
* [http://adalbertmerx.digilibrary.de/ Adalbert Merx Bibliographie]&lt;br /&gt;
* [http://kalliope-verbund.info/de/ead?ead.id=DE-611-BF-6396 Nachlass Adalbert Merx]&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=116912154|titel=Merx, Adalbert| datum=2023-04-25}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116912154|LCCN=nr/92/3014|VIAF=71710867}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Merx, Adalbert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evangelischer Theologe (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Evangelischer Theologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alttestamentler]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Orientalist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Eberhard Karls Universität Tübingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Justus-Liebig-Universität Gießen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibelübersetzer ins Deutsche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geheimer Kirchenrat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Bleicherode)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1838]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1909]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Universität Breslau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Merx, Adalbert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Merx, Adalbert Ernst Otto (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Theologe und Orientalist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=2. November 1838&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Bleicherode]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=6. August 1909&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Heidelberg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Graph Pixel</name></author>
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